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1. WO2020104241 - VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM DOSIEREN VON PULVERFÖRMIGEN STOFFEN UND VERPACKUNG ZUR AUFNAHME VON PULVERFÖRMIGEN STOFFEN FÜR EINE VORRICHTUNG ZUM DOSIEREN VON PULVERFÖRMIGEN STOFFEN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Vorrichtung und Verfahren zum Dosieren von pulverförmigen Stoffen und Verpackung zur Aufnahme von pulverförmigen Stoffen für eine Vorrichtung zum Dosieren von pulverformigen

Stoffen

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Dosieren von pulverförmigen Stoffen, die in Verpackungen bereitgestellt werden, die als Bänder ausgebildet sind, die in einer Reihe angeordnete Kavitäten zur Aufnahme der pulverformigen Stoffe aufweisen. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Dosieren von pulverformigen Stoffen und eine Verpackung zur Verwendung in einer Vorrichtung zum Dosieren von pulverformigen Stoffen.

Die DE 1 541 116 Al beschreibt eine Spendervorrichtung für sterile Gegenstände, die in einer Verpackung bereitgestellt werden, die als ein fortlaufendes Band ausgebildet ist. Die bandförmige Verpackung, die sich in einem Magazin befindet, weist eine obere und untere Folienbahn auf, die unter Bildung von Taschen zur Aufnahme der sterilen Gegenstände miteinander verbunden sind. Zur Entnahme der Gegenstände werden die beiden

Folienbahnen voneinander getrennt.

Ein Medikamentenspender zum Aufnehmen einer Vielzahl von als Bänder ausgebildeten Medikamententrägem ist aus der EP 1 651 296 Bl bekannt. Die Medikamententräger weisen in einer Reihe angeordnete Taschen auf, die jeweils mit einem medizinischen Wirkstoff befällt sind. Der Medikamentenspender verfügt über eine Station zum Öffnen der einzelnen Taschen, um die Taschen der Reihe nach entleeren zu können.

Die DE 6912169 U beschreibt eine Verpackung, die zwei übereinander angeordnete Folienbahnen aufweist, die zu einer Kette von aneinanderhängenden, aber gegeneinander hermetisch abgeschlossenen Beuteln miteinander verschweißt sind. Die beiden

Folienbahnen können durch Schälbeanspruchung voneinander getrennt werden, so dass die einzelnen Beutel der Reihe nach aufreißen und sukzessive entleert werden können. Die einzelnen Beutel der Verpackung sind zur Aufnahme von Süß waren bestimmt.

In der Medizin ist vielfach eine besonders genaue Dosierung von Stoffen erforderlich. Eine exakte Dosierung von pulverförmigen Stoffen in ein flüssiges Medium zur Herstellung einer Flüssigkeit für eine medizinische Behandlung, beispielsweise zur Herstellung von Dialysat für eine patientenspezifische Dialysebehandlung, ist aber mit besonderen

Herausforderungen verbunden.

In bestimmten Anwendungsfällen kann es erforderlich sein, die für eine medizinische Behandlung erforderlichen Stoffe in kleineren Mengen luftdicht zu verpacken, da die Umgebungsluft und die darin enthaltende Feuchtigkeit den pulverförmigen Stoffen schaden könnte. Es besteht die Gefahr, dass das Pulver verklebt oder sich die

Konzentration des Wirkstoffes verfälscht. Daher wird das Pulver einer Flüssigkeit nur in kleineren Mengen solange zugegeben, bis die Zielkonzentration erreicht ist.

Die oben beschriebenen Verpackungen, die zur einmaligen Verwendung bestimmt sind, erlauben grundsätzlich eine bedarfsgerechte Dosierung eines pulverförmigen Stoffes in kleineren Mengen, so dass die Gesamtmenge des Pulvers einer bestimmten Rezeptur entspricht. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass nicht sichergestellt werden kann, dass mit der Dosierung die gewünschte Zielkonzentration exakt erreicht wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bereitzustellen, die eine exakte Dosierung von pulverförmigen Stoffen, insbesondere zur Herstellung einer patientenspezifischen medizinischen Behandlungsflüssigkeit, erlaubt. Darüber hinaus ist eine Aufgabe der Erfindung ein Verfahren anzugeben, das eine exakte Dosierung von pulverförmigen Stoffen erlaubt. Eine Aufgabe der Erfindung ist auch die Bereitstellung einer Verpackung zur Verwendung in einer Vorrichtung zum Dosieren, um pulverförmige Stoffe exakt dosieren zu können.

Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der

unabhängigen Patentansprüche. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte

Ausführungsformen der Erfindung.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist zum Dosieren von pulverförmigen Stoffen bestimmt, die in Verpackungen bereitgestellt werden, die als Bänder ausgebildet sind, die in einer Reihe angeordnete Kavitäten zur Aufnahme der pulverförmigen Stoffe aufweisen. Die Vorrichtung zum Dosieren weist eine Fördereinrichtung zum Fördern der als Bänder aus gebildeten Verpackungen und eine Öffhungseinrichtung zum Öffnen der Kavitäten der Verpackungen auf, so dass die Kavitäten entleert werden können.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass bei einer Dosierung von pulverförmigen Stoffen mit einer Dosiervorrichtung Dosierfehler darauf zurückzuführen sind, dass einzelne Kavitäten der Verpackung nicht ordnungsgemäß geöffnet werden, so dass die Kavitäten nicht vollständig entleert werden. Es hat sich auch gezeigt, dass noch Rückstände des pulverförmigen Stoffes an den geöffneten Verpackungen haften können.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich durch eine optische

Detektionseinrichtung aus, die derart ausgebildet ist, dass nach dem Entleeren der Kavitäten an der Verpackung anhaftende Rückstände des pulverförmigen Stoffes detektierbar sind. Wenn die Detektionseinrichtung pulverförmige Rückstände an der geöffneten Verpackung detektiert, wird auf einen Dosierfehler geschlossen.

Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht vor, dass die Detektionseinrichtung ein optisches Bilderfassungssystem und ein

Bildverarbeitungssystem aufweist. Das Bilderfassungssystem dient der Erfassung von einem Bild zumindest eines Teils der Oberfläche der geöffneten Verpackung

beschreibenden Bilddaten. Das Bildverarbeitungssystem ist derart ausgebildet, dass an der Oberfläche der geöffneten Verpackung anhaftende Rückstände des pulverförmigen Stoffes detektierbar sind. Folglich erlaubt die Detektionseinrichtung eine berührungslose

Erkennung von Dosierfehlem ohne taktile Elemente, die mit der Verpackung in Berührung kämen. Die Erfassung der gesamten Oberfläche der Verpackung ist nicht erforderlich. In der Praxis genügt, den Teil der Oberfläche zu inspizieren, an dem die Rückstände zu erwarten sind.

Die Bilderkennungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass aus den ein Bild zumindest eines Teils der Oberfläche der geöffneten Verpackung beschreibenden

Bilddaten an der Oberfläche der geöffneten Verpackung anhaftende Rückstände des pulverförmigen Stoffes detektierbar sind. Das Bildverarbeitungssystem kann eine

Bildverarbeitung mit den im Stand der Technik bekannten Bildverarbeitungsverfahren ausführen.

Das optische Bilderfassungssystem kann eine oder mehrere Kameras, insbesondere digitale Kameras, aufweisen, um die zumindest einen Teil der Oberfläche der geöffneten Verpackung beschreibenden Bilddaten zu erfassen. Zur Erfassung der Bilddaten können die im Stand der Technik bekannten Bildsensoren, beispielsweise CCD-Sensoren, verwendet werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung zum Dosieren ist für die Verwendung von Verpackungen bestimmt, bei denen die Kavitäten zwischen zwei

übereinanderliegenden und miteinander verbundener Folienbahnen ausgebildet sind. Zum Öffnen derartiger Verpackungen weist die Öffnungseinrichtung eine erste

Führungseinrichtung zur Umlenkung der ersten Folienbahn der Verpackung und eine zweite Führungseinrichtung zur Umlenkung der zweiten Folienbahn der Verpackung auf. Die Umlenkung der Folienbahnen führt aufgrund der Schälbeanspruchung zum Auftrennen der übereinanderliegenden und miteinander verbundener Folienbahnen, so dass die einzelnen Beutel der Verpackung nacheinander aufreißen. Die Führungseinrichtungen können Führungsbleche, Führungsrollen oder dergleichen umfassen.

Das optische Bilderfassungssystem weist eine der ersten Folienbahn zugeordnete Kamera, insbesondere digitale Kamera, auf, die in Förderrichtung der ersten Folienbahn stromab der ersten Führungseinrichtung derart angeordnet ist, dass die Kamera, insbesondere digitale Kamera, ein Bild zumindest eines Teils der Oberfläche der ersten Folienbahn aufnimmt, und das optische Bilderfassungssystem weist eine der zweiten Folienbahn zugeordnete Kamera, insbesondere digitale Kamera, auf, die in Förderrichtung der zweiten Folienbahn stromab der zweiten Führungseinrichtung derart angeordnet ist, dass die Kamera, insbesondere digitale Kamera, ein Bild zumindest eines Teils der Oberfläche der zweiten Folienbahn aufnimmt. Ein Bild jeder Folienbahn kann auch mit mehreren

Kameras, insbesondere digitale Kameras, aus unterschiedlichen Blickwinkeln

aufgenommen werden. Es hat sich gezeigt, das pulverförmige Rückstände insbesondere an den einander zugewandten Innenseiten der beiden Folienbahnen anhaften, wenn die Kavitäten nicht vollständig entleert worden sind. Die beiden Kameras auf beiden Seiten erlauben eine vollständige Überwachung des Teils der Oberfläche der geöffneten

Verpackung, an dem Rückstände zu erwarten sind.

Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Bilderkennungseinrichtung eine

Mustererkennungseinrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass die

Mustererkennungseinrichtung ein vorgegebenes zweidimensionales Muster auf der Oberfläche der geöffneten Verpackung erkennt.

Es hat sich als vorteilhaft herausgesteht, wenn jeder Kavität der Verpackung ein zweidimensionales Muster zugeordnet wird, das ein zweidimensionaler Code ist, der mit den bekannten Verfahren einfach auf die Verpackung gedruckt oder mittels Laser codiert (Laserbeschriftung) werden kann. Die zweidimensionalen Muster können an der

Verpackung im Bereich der Kavitäten, vorzugsweise auf den Kavitäten, d.h. zwischen den die Kavitäten trennenden Abschnitten der Verpackung vorgesehen sein. Als

zweidimensionaler Code hat sich ein Barcode oder ein QR-Code oder DataMatrix-Code als besonders vorteilhaft erwiesen.

Wenn die Mustererkennungseinrichtung das zweidimensionales Muster, insbesondere den Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code erkennt, kann darauf geschlossen werden, dass an dem Muster keine pulverförmigen Rückstände anhaften und dass die betreffende Kavität, an der das zweidimensionale Muster, insbesondere der Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code vorgesehen ist, vollständig entleert worden ist. Ansonsten tritt ein Lesefehler auf.

Die Bilderkennungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass ein Signal erzeugt wird, wenn die Mustererkennungseinrichtung das vorgegebene zweidimensionale Muster nicht erkennt, weil an dem zweidimensionalen Muster, insbesondere Barcode oder QR-Code

oder DataMatrix-Code, pulverförmige Rückstände anhaften, wodurch das zweidimensionale Muster, insbesondere der Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code, zumindest teilweise abgedeckt ist, so dass einzelne Elemente des Barcodes oder QR-Codes oder DataMatrix-Code nicht erkannt werden können, weshalb der Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code nicht lesbar ist. Das Signal signalisiert also einen Lesefehler des Codes.

Die Detektion der pulverförmigen Rückstände mittels eines vorgegebenen

zweidimensionalen Musters, insbesondere des Barcodes oder QR-Codes oder DataMatrix-Codes, hat auch den Vorteil, dass das zweidimensionalen Muster zugleich als

Informationsträger dienen kann, um für die Steuerung oder den Anwender relevante Informationen zur Verfügung zu Verfügung stellen zu können, beispielsweise

Produktdaten oder Originalitätsnachweise, um Verpackungen anderer Hersteller verwerfen zu können.

Eine alternative Ausführungsform sieht vor, dass die Bilderkennungseinrichtung eine Mustererkennungseinrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass die

Mustererkennungseinrichtung für pulverförmige Rückstände charakteristische Strukturen auf der Oberfläche der geöffneten Verpackung erkennt. Die für pulverförmige Rückstände charakteristischen Strukturen weisen bestimmte Charakteristika auf, die sich mit den bekannten Bilderkennungsverfahren detektieren lassen. Die Bilderkennungseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass ein Signal erzeugt wird, wenn die

Mustererkennungseinrichtung eine für pulverförmige Rückstände charakteristische Struktur auf der Oberfläche der geöffneten Verpackung erkennt.

Die Vorrichtung zum Dosieren kann ein das Signal der Bilderkennungseinrichtung empfangende Alarmeinrichtung aufweisen, die einen optischen und/oder akustischen und/oder taktilen Alarm erzeugt, wenn die Alarmeinrichtung das Signal der

Bilderkennungseinrichtung empfängt.

Wenn die zu dosierenden pulverförmigen Stoffe fluoreszierende Eigenschaften haben sollten, kann die Erkennung von pulverförmigen Rückständen verbessert werden, wenn das optische Bilderfassungssystem eine Beleuchtungseinrichtung zum Beleuchten mindestens eines Teils der Oberfläche der geöffneten Verpackung mit ultraviolettem Licht aufweist. Mit der Beleuchtung können die pulverförmigen Stoffe zum Leuchten angeregt werden, so dass sie sich vom Untergrund deutlich abheben.

Das zweidimensionale Muster, insbesondere der Barcode oder IQ-Code oder DataMatrix-Code, kann auch mit einem Stoff auf die Verpackung aufgebracht oder in das

Verpackungsmaterial eingebracht werden, welcher fluoreszierende Eigenschaften hat. Wenn das zweidimensionale Muster dann mit UV-Licht beleuchtet wird, können auch kleine Rückstände erkannt werden.

Die Erkennung von für pulverförmige Rückstände charakteristischen Strukturen kann auch dadurch verbessert werden, dass die Verpackungen den einzelnen Kavitäten zugeordnete fluoreszierende Beschichtungen oder Flächen aufweisen, auf denen sich die

charakteristischen Strukturen zuverlässig erkennen lassen.

Die für die Verwendung in der Vorrichtung zum Dosieren bestimmte und als Band ausgebildete Verpackung, die in einer Reihe angeordnete Kavitäten aufweist, die mit einem pulverförmigen Stoff befällt sind, zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Kavität ein vorgegebenes zweidimensionales Muster oder eine fluoreszierende Beschichtung oder Schicht zugeordnet ist. Die zweidimensionalen Muster oder fluoreszierenden

Beschichtungen oder Schichten können im Bereich der Kavitäten zwischen den die Kavitäten voneinander trennenden Abschnitten der Verpackung vorgesehen sein.

Die Verpackung kann eine erste Folienbahn und eine zweite Folienbahn aufweisen, die unter Ausbildung der Kavitäten voneinander trennbar miteinander verbunden sind. Diese Verpackung ist für eine besondere Ausführungsform der Vorrichtung zur Dosierung bestimmt, die über eine Öffnungseinrichtung verfügt, die eine erste Führungseinrichtung zur Umlenkung einer ersten Folienbahn der Verpackung und eine zweite

Führungseinrichtung zur Umlenkung einer zweiten Folienbahn der Verpackung aufweist, so dass die beiden Folienbahnen voneinander getrennt und die Kavitäten geöffnet werden können. Bei dieser Ausführungsform sind an der Innenseite der ersten Folienbahn den

Kavitäten zugeordnete, zweidimensionale Muster, insbesondere Barcodes oder OR-Codes oder DataMatrix-Codes, oder fluoreszierende Beschichtungen oder Schichten und an der Innenseite der zweiten Folienbahn den Kavitäten zugeordnete zweidimensionale Muster, insbesondere Barcodes oder OR-Codes oder DataMatrix-Codes, oder fluoreszierende Beschichtungen oder Schichten vorgesehen, die mit zu beiden Seiten der Folienbahnen angeordneten Kameras, insbesondere digitale Karners, erfasst werden können. Folglich können an beiden Folienbahnen anhaftende Rückstände erfasst werden.

Im Folgenden werden mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren im Einzelnen beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zum Dosieren in stark

vereinfachter schematischer Darstellung,

Fig. 2 ein Blockschaltbild der Detektionseinrichtung der Vorrichtung zum

Dosieren von Fig. 1,

Fig. 3 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Verpackung zur Verwendung in der

Vorrichtung zum Dosieren und

Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Verpackung zur Verwendung in der

Vorrichtung zum Dosieren.

Die Figuren 1 und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 1 zum Dosieren von pulverförmigen Stoffen, und die Figuren 3 und 4 zeigen Ausführungsbeispiele einer Verpackung 2 zur Bereitstellung des zu dosierenden Stoffes, der ein pulverförmiger Stoff ist. Die Vorrichtung zum Dosieren erlaubt einen automatisierten Dosierprozess. Der zu dosierende Stoff ist ein pulverförmiger Stoff, der einer Flüssigkeit in einer exakt zu dosierenden Menge zugegeben werden kann, um beispielsweise ein patientenspezifisches Dialysat für eine Dialysebehandlung oder ein Medikament herzustellen.

Die Verpackung 2 weist eine bandförmige erste Folienbahn 3 und eine bandförmige zweite Folienbahn 4 auf, die flach aufeinander liegen und miteinander verschweißt oder verklebt sind (Fig. 1; Fig. 3, Fig. 4). Die beiden Folienbahnen 3, 4 sind mit längslaufenden Nähten 5, 6 zu einer bandförmigen Hülle verschweißt oder verklebt. Die Hülle ist durch querverlaufende Nähte 7 in eine Reihe von Kavitäten 8 unterteilt. Die Verpackung 2 ist somit eine Kette von Beuteln. In jeder Kavität 8 befindet sich eine bestimmte Menge eines pulverförmigen Stoffes 9.

Zur Herstellung beispielsweise eines patientenspezifischen Dialysats wird eine bestimmte Gesamtmenge an pulverförmigem Stoff einer Flüssigkeit zugegeben. Die Gesamtmenge entspricht dem Inhalt einer bestimmten Anzahl von Beuteln. Eine genaue Dosierung setzt voraus, dass die einzelnen Kavitäten 8 vollständig entleert werden. Zum Öffnen der Kavitäten werden die beiden Folienbahnen 3, 4 voneinander getrennt.

Die Vorrichtung 1 zum Dosieren verfügt über eine in Fig. 1 nur andeutungsweise dargestellte Fördereinrichtung 10 zum Fördern der als Band ausgebildeten Verpackung 2, die auf einer Spule aufgewickelt sein kann. Die längslaufenden Ränder der Verpackung können als Führungsbänder oder Lochbänder ausgebildet sein, an denen Transportrollen der Fördereinrichtung 10 angreifen können. Darüber hinaus verfügt die Vorrichtung 1 zum Dosieren über eine Öffnungseinrichtung 11 zum Öffnen der Kavitäten 8 der Verpackungen 2. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel verfügt die Öffnungseinrichtung 11 über eine erste Führungseinrichtung 12, die eine erste Umlenkrolle 12A aufweist, und eine zweite Führungseinrichtung 13, die eine zweite Umlenkrolle 13A aufweist. Die

Beutelkette wird vorzugsweise im Wesentlichen von oben nach unten vorgeschoben oder gezogen, so dass das Pulver aufgrund der Schwerkraft aus der Kavität fällt. Die erste und zweite Führungsrolle 12A, 13A, die zu beiden Seiten der bandförmigen Verpackung 2 angeordnet sind, lenken die beiden Folienbahnen 3, 4 derart um, dass die beiden längslaufenden Nähte 4, 5 fortlaufend und die Quemähte 6 nacheinander aufreißen, so dass die Kavitäten 8 geöffnet werden. Die voneinander getrennten Folienbahnen 2, 3 laufen um weitere Führungsrollen 14, 15, die stromab der Umlenkrollen 12A, 13A angeordnet sind. Der in den Kavitäten 8 enthaltene pulverförmige Stoff 9 fällt in einen Behälter oder eine Mischammer 16, die unterhalb der Umlenkrollen 12A, 13A angeordnet ist. In der

Mischkammer kann der pulverförmige Stoff 9 mit einer Flüssigkeit vermischt werden oder in einer Flüssigkeit aufgelöst werden.

Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Dosieren von Inhaltsstoffen, die nur in einer als Band ausgebildeten Verpackung 2 bereitgestellt werden. Die Vorrichtung 1 zum Dosieren kann aber auch derart ausgebildet sein, dass mehrere als Bänder ausgebildete Verpackungen 2 mit verschiedenen Inhaltsstoffen, beispielsweise Bicarbonat, Elektrolyte, Natrium, Magnesium, Mischungen, etc., entleert werden können. Die einzelnen als Band

ausgebildeten Verpackungen 2 können beispielsweise nebeneinander angeordnet sein und können jeweils optional entleert werden. Eine derartige Vorrichtung verfügt dann über eine Mehrzahl von den oben beschriebenen Komponenten, die jeweils eine Gruppe bilden. Die Steuerung der Vorrichtung kann derart konfiguriert sein, dass die Entleerung ausgewählter Verpackungen 2 entsprechend einer vorgegebenen Rezeptur ausgeführt wird.

Beim Entleeren der Kavitäten können verschiedene Fehler auftreten. Beispielsweise können die beiden folgenden Fehler auftreten. Diese Fehler können einzeln oder gleichzeitig auftreten.

An den Innenseiten der Folienbahnen können Rückstände 3, 4 des pulverformigen Stoffs 9 anhaften, die dann bei der Dosierung fehlen. Ursache dafür kann beispielsweise eine Beschädigung der Verpackung sein, aufgrund derer der pulverförmige Stoff Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnimmt und an den Innenseiten der Folienbahnen 3, 4 verklebt oder anhaftet. Zur Erkennung dieser Rückstände verfügt die Vorrichtung 1 zum Dosieren über eine Detektionseinrichtung 17.

Die Verpackung kann nicht oder nicht vollständig geöffnet worden sein, so dass zumindest eine Teilmenge des pulverformigen Stoffs 9 in der Kavität 8 verblieben ist und bei der Dosierung fehlt. Auch dieser Fehler kann von der Detektionsvorrichtung 17 erkannt werden, indem zweidimensionale Muster auf beiden Innenseiten der Folienbahnen nicht oder nicht vollständig erkannt oder gelesen werden können.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Dosieren kann beide Fehler erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten. Die Detektionseinrichtung 17 wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben.

Die Detektionseinrichtung 17 weist ein optisches Bilderfassungssystem 18 und ein Bildverarbeitungssystem 19 auf, die in Fig. 2 schematisch dargestellt sind. Das optische Bilderfassungssystem 18 weist eine erste und eine zweite Kamera, insbesondere digitale Kamera, 18 A, 18B auf, die derart neben den Innenseiten der zwischen den Umlenkrollen 12A, 13A und Führungsrollen 14, 15 verlaufenden Abschnitte der beiden Folienbahnen 3,

4 angeordnet sind, dass die erste Kamera 18 A, insbesondere digitale Kamera, ein Bild der Innenseite der ersten Folienbahn 3 und die zweite Kamera 18B, insbesondere digitale Kamera, ein Bild der Innenseite der zweiten Folienbahn 4 aufnimmt. In diesem

Zusammenhang werden unter einer Kamera sämtliche Geräte verstanden, mit denen ein Bild der Oberfläche der Verpackung erfasst werden kann, insbesondere eine digitale Kamera. Das optische Bilderfassungssystem 18 kann beispielsweise auch die bekannten Fesegeräte von Barcodes oder QR-Codes oder DataMatrix-Codes aufweisen.

Bei einer Ausführungsform der Vorrichtung 1 zum Dosieren, die als eine mehrere

Verpackungen 2 zu entleerende Vorrichtung ausgebildet ist, können die Verpackungen 2 derart angeordnet sein, dass zwei Kameras, insbesondere digitale Kameras, ausreichen um die Kavitäten 8 sämtlicher Verpackungen 2 bzw. deren zugeordnete zweidimensionale Muster 22 zu erfassen. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Kameras in einem ausreichend großen Abstand zu den Verpackungen 2 angeordnet werden und/oder die Kameras einen ausreichend großen Bildwinkel haben und/oder eine sogenannte partielle Auswertung in den relevanten Bereichen (ROI: Region of Interest) erfolgt.

Die Bilddaten der Kamera 18A, 18B, insbesondere digitale Kamera, werden in dem Bildverarbeitungssystem 19 verarbeitet. Das Bildverarbeitungssystem 19 weist eine Bilderkennungseinrichtung 20 auf, die derart ausgebildet ist, dass aus den ein Bild zumindest eines Teils der Oberfläche der geöffneten Verpackung 2 beschreibenden

Bilddaten an der Oberfläche der geöffneten Verpackung anhaftende Rückstände des pulverförmigen Stoffes 9 detektierbar sind.

Bei einer ersten Ausführungsform weist die Bilderkennungseinrichtung 20 eine

Mustererkennungseinrichtung 21 auf, die ein vorgegebenes zweidimensionales Muster, insbesondere einen vorgegebenen Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code erkennen kann. Die Mustererkennungseinrichtung 21 ist derart ausgebildet, dass ein Signal erzeugt wird, wenn ein Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code erkannt wird. Dieser Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code kann ein Code sein, der eine bestimmte Information enthält, die von einem konventionellen Code-Lesegerät ausgelesen werden kann.

Fig. 3 zeigt eine bandförmige Verpackung 2 mit einer Reihe von Kavitäten 8, die mit einem pulverförmigen Stoff 9 befällt sind, wobei jeder Kavität 8 ein Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code 22 zugeordnet ist. Die Verpackung weist zwei

übereinanderliegende Folienbahnen 3, 4 auf, die mit längslaufenden Nähten 5, 6 und querlaufenden Nähten 7 unter Ausbildung von Kavitäten 8 verschweißt sind. Die

Folienlagen bestehen vorzugsweise aus einen transparenten Material.

Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Innenseite der ersten und zweiten Folienbahn 3, 4 mit einem Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code 22 versehen. Wenn nur eine Folienbahn auf pulverformige Rückstände inspiziert werden soll, braucht nur eine der beiden Folienbahnen mit dem Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code versehen zu sein. Der Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code 22 kann auf die Innenseiten der beiden Folienbahnen 3, 4 aufgedruckt sein oder mittels Laser beschriftet sein.

Die einzelnen Barcodes oder QR-Codes oder DataMatrix-Codes 22 werden von den Kameras 18A, 18B des optischen Bilderfassungssystems 18 der Reihe nach erfasst. Wenn die Mustererkennungseinrichtung 21 den einer Kavität 8 zugeordneten Barcode oder QR-Code oder DataMatrix-Code 22 nicht erkennt, weil Pulverrückstände den Code 22 nicht erkennen lassen, erzeugt die Mustererkennungseinrichtung 21 ein Signal, das eine

Alarmeinrichtung 23 empfängt, die einen optischen und/oder akustischen und/oder taktilen Alarm erzeugt, der auf einen Dosierfehler hinweist. Die von der

Mustererkennungseinrichtung 21 erzeugten Signale können aber auch einer weiteren Signalverarbeitung zugeführt werden, um die Dosierfehler zu dokumentieren oder auszuwerten, beispielsweise die Anzahl der nicht vollständig entleerten Kavitäten zu zählen und mit einem zulässigen Grenzwert zu vergleichen.

Eine weitere Ausführungsform sieht eine Beleuchtungseinrichtung 24 mit zwei UV-Lampen 24A, 24B vor, mit denen die Innenseiten der beiden Folienbahnen 3, 4 mit UV-Licht bestrahlt werden. Mit dem UV-Licht können Barcodes oder QR-Codes 22

DataMatrix-Codes 22 zum Leuchten angeregt werden, die mit einem fluoreszierenden Stoff auf die Folienbahnen 3, 4 aufgebracht oder in die Folienbahnen eingebracht werden. Dadurch lassen sich auch relativ kleine Mengen an Rückständen zuverlässig detektieren.

Bei einer alternativen Ausführungsform weist die Bilderkennungseinrichtung 20 eine Mustererkennungseinrichtung 21 auf, die derart ausgebildet ist, dass die

Mustererkennungseinrichtung für pulverförmige Rückstände charakteristische Strukturen auf der Oberfläche der geöffneten Verpackung erkennt. Bei dieser Ausführungsform werden Dosierfehler nicht daran erkannt, dass ein vorgegebener Barcode oder QR-Code 22 oder DataMatrix-Code 22 oder ein anderes zweidimensionales Muster wegen der anhaftenden Rückstände nicht gelesen werden kann (Lesefehler), sondern die anhaftenden Rückstände werden anhand ihrer charakteristischen Struktur, d.h. anhand ihres Aussehens, als solche erkannt. Die Mustererkennungseinrichtung 21 erzeugt das auf ein nicht ordnungsgemäßes Öffnen der Kavität 8 hinweisendes Signal, wenn die eine für pulverförmige Rückstände charakteristische Struktur auf der Oberfläche der geöffneten Verpackung 2 erkannt wird. Wenn der pulverförmige Stoff 9 fluoreszierende

Eigenschaften hat, kann die Erkennung der Rückstände mit der Beleuchtungseinrichtung 23 verbessert werden.

Fig. 4 zeigt eine alternative Ausführungsform der bandförmigen Verpackung 2, die sich von der unter Bezugnahme auf Fig. 3 beschriebenen Verpackung dadurch unterscheidet, das anstelle eines zweidimensionalen Musters, insbesondere eines Barcodes oder QR-

Codes 22 oder DataMatrix-Codes 22, jeder Kavität 8 eine fluoreszierende Beschichtung oder Schicht 25 zugeordnet ist, die an nur einer Folienbahn 3, 4 oder vorzugsweise an beiden Folienbahnen, insbesondere an deren Innenseiten, vorgesehen ist. An der Innenseite der Folienbahnen 3, 4 anhaftende Rückstände können auf der fluoreszierenden

Beschichtung oder Schicht 25, die von der Beleuchtungseinrichtung 23 beleuchtet wird, zuverlässig erkannt werden. Die Beschichtung oder Schicht 25 kann auf der Verpackung eine beliebige Fläche einnehmen, beispielsweise eine rechteckförmige oder kreisförmige Fläche.

Die Detektionseinrichtung 17 kann nicht nur automatisch Pulverrückstände erkennen, indem ein zweidimensionales Muster nicht erkannt wird, sondern kann auch automatisch nicht geöffnete bzw. nur teilweise geöffnete Kavitäten erkennen, da auch in solchen Fällen das zweidimensionale Muster der betroffenen Kavität(en) nicht oder nicht richtig erkannt wird. Außerdem kann mit der Detektionseinrichtung 17 eine Fehlbedienung oder

Fehlfünktion der Vorrichtung 1 zum Dosieren erkannt werden. Beispielsweise könnte durch eine Fehlbedienung des Anwenders die als Band ausgebildete Verpackung 2 fehlerhaft in die Vorrichtung eingelegt werden, was dann automatisch als Störung erkannt wird. Auch ein teilweises oder vollständiges Abreißen der als Band ausgebildeten

Verpackung 2 kann automatisch erkannt werden. In allen Fällen kann die

Detektionseirichtung ein auf den Fehler hinweisendes Signal erzeugen, das einer weiteren Signalverarbeitung zugrunde gelegt werden kann.

Das Bildverarbeitungssystem kann beispielsweise einen allgemeinen Prozessor, einen digitalen Signalprozessor (DSP) zur kontinuierlichen Bearbeitung digitaler Signale, einen Mikroprozessor, eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), einen aus Logikelementen bestehenden integrierten Schaltkreis (FPGA) oder andere integrierte Schaltkreise (IC) oder Hardware-Komponenten aufweisen, um die für die Bildverarbeitung (Bilderkennung) erforderlichen Rechenoperationen auszuführen. Auf den Hardware-Komponenten kann ein Datenverarbeitungsprogramm (Software) laufen. Es ist auch eine Kombination der verschiedenen Komponenten möglich.