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1. WO2020002493 - MAHLWERK, KAFFEEMASCHINE UND VERFAHREN ZUM MAHLEN VON KAFFEEBOHNEN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Mahlwerk, Kaffeemaschine und Verfahren zum Mahlen von Kaffeebohnen

Die Erfindung betrifft ein Mahlwerk zum Mahlen von Kaffeebohnen nach dem Ober begriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Mahlen von Kaffeebohnen und ei ne Kaffeemaschine, insbesondere einen Kaffeevollautomaten.

Die passende Feinheit des Kaffeepulvers ist Voraussetzung für eine gelungene Kaf feezubereitung. Sie gibt vor, mit welcher Geschwindigkeit das Wasser durch das Kaf feepulver hindurchfließen kann und in welchem Zeitraum Aromen und Geschmack stoffe aus dem Kaffeepulver herausgelöst werden können. Diese Zeit nennt man Ex traktionszeit und sie stellt ein Qualitätskriterium für die passende Extraktion der Ge schmacks- und Aromastoffe des jeweiligen Kaffeegetränks dar.

Die Extraktionsintensität eines Kaffeegetränks wird neben Anpressdruck, Wasser temperatur, Wasserqualität und Bohneneigenschaften maßgebend durch den Mahl grad des Kaffeemehls beeinflusst. Der Mahlgrad beschreibt, mit welcher Feinheit die Bohne gemahlen wird. Beim Mahlvorgang von Kaffeebohnen entsteht eine Fein heitsverteilung, d.h. nicht alle Kaffeepartikel haben die identische Größe sondern unterliegen einer für Kaffee typischen Korngrößenverteilung. Der Median X50 [pm] der Feinheitsverteilung ist dabei eine bewährte Messgröße, um die Feinheit des Kaf feemehls zu beurteilen. Er bezeichnet den Wert der Partikelgröße, der in der Mitte der Mengenverteilung liegt (bei Messgeräten mit Laserbeugungsprinzip z.B. ein idea lisierter Kugeldurchmesser). D.h. eine Hälfte aller Partikel ist kleiner und die andere Hälfte größer als der Median.

Je feiner eine Mahlung, desto größer ist die Partikelgesamtoberfläche und demnach auch die Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeepulver. Ein ausgewogenes Ver hältnis zwischen Aroma und Stärke entsteht, wenn etwa 18 bis 22% der Aromastoffe aus dem Kaffee gelöst werden. Die optimale Kontaktzeit bei einer Espressozuberei tung liegt im Bereich 25-30s und bei einem Filterkaffee bei mehreren Minuten. Unter extraktion führt zu einem zu saurem und Überextraktion zu einem zu bitteren Kaffee geschmack. Der passende Mahlgrad eines Espressopulvers liegt bei einem Median von maximal 350pm, die eines Cafe Creme bei 550 pm und die einer Filtermahlung bei 700 pm.

Der Mahlgrad des Kaffeepulvers kann in Kaffeemaschinen mit Mahlwerk in der Regel eingestellt werden. Hochwertige Maschinen lassen sogar eine stufenlose Verstellung des Mahlwerks zu und kompensieren ungewünschte Randbedingungen (z.B. Wär meausdehnung, Mahlscheibenverschleiß etc.) über eine Nachjustierung der Mahl-

Werkskomponenten. Einige Systeme nutzen dabei die Extraktionszeit des Kaffeege tränks als indirektes Merkmal, um die passende Mahlgradeinstellung zu überprüfen.

Für die Zubereitung eines qualitativ hochwertigen Kaffeegetränks spielt die passende und produktbezogene Mahlgradeinstellung eine übergeordnete Rolle.

Aus dem Stand der Technik sind im Wesentlichen zwei bewährte Bauarten von Kaf feemahlwerken bekannt, die in Kaffeemaschinen eingesetzt werden. Zum einen Scheibenmahlwerke und zum anderen Kegelmahlwerke. Beide Mahlwerksarten ha ben gemein, dass sie aus zwei Mahlwerkzeugen bestehen, wobei eines dieser Werkzeuge fixiert ist und das andere angetrieben wird. Durch die Rotationsbewe gung des einen Mahlwerkzeugs werden die Bohnen in einen Mahlspalt eingezogen und über die sich verjüngenden Mahlspaltweite immer feiner gemahlen. Der kleinste Abstand der beiden Mahlwerkzeuge ist maßgebend für den erzeugten Mahlgrad des Kaffeepulvers. Um den Mahlgrad zu verändern, kann das fixierte Werkzeug relativ zum rotierenden Werkzeug verstellt werden, sodass der Abstand variiert wird. Es handelt sich bei diesen Systemen um geometriebasierende Verfahren zur Mahlgrad veränderung.

So ist es nach der technischen Lehre der EP 2 286 699 B1 vorgesehen, dass das Mahlwerk für eine Kaffeemaschine, das eine erste Mahlscheibe aufweist, die über ein Antriebsmittel um eine Rotationsachse antreibbar ist und eine zweite Mahlschei be aufweist. Die zweite Mahlscheibe ist in einem Einschraubteil befestigt, das in ein Gehäuse einschraubbar ist und durch Verstellmittel bezüglich des Gehäuses ver drehbar ist. Dadurch ist ein Mahlspalt zwischen den beiden Mahlscheiben einstellbar. Die Verstellmittel sind koaxial zum Einschraubteil angeordneten Antriebsrad ausge bildet, das mit einem über Stellmittel verdrehbaren Stellrad zusammenwirkt. Das Mahlwerk weist ferner eine Zuführöffnung für die Zuführung der zu mahlenden Kaf feebohnen und eine Wegführöffnung für das Wegführen des zwischen den beiden Mahlscheiben gemahlenen Kaffees auf. Das Mahlwerk weist eine zentrale Verstell möglichkeit zur Verstellung des Mahlspalts auf, die stufenlos arbeitet.

Ein bestehendes Problem dieser Mahlwerkssysteme ist die Bestimmung eines Null punktes, bei dem ein minimaler Feinheitsgrad definiert werden kann. Nur wenn dies gelingt, kann direkt und präzise in Relation zu diesem Nullpunkt ein für das Produkt passender Mahlgrad eingestellt werden. Voraussetzung dafür sind besonders hohe Fertigungsgenauigkeiten beim Gesamtaufbau des Mahlwerks (z.B. hohe Planlaufge nauigkeit im Scheibenmahlwerk).

Außerdem können in herkömmlichen Kaffeemahlwerken Störeinflüsse wie Wär meausdehnung der Mahlwerkskomponenten, Mahlscheibenverschleiß, Bohnen wechsel etc. nur indirekt kompensiert werden (z.B. über Auswertung der Extraktions zeit). Insbesondere Wärmeeinflüsse führen zu veränderlichen Mahlgraden und un terschiedlichem Quellverhalten des Kaffeepulvers in der Brüheinheit und sind damit Hauptursache von schwankenden Auslaufzeiten.

Dieser Sachverhalt führt dazu, dass oftmals lange Einstellzyklen erforderlich sind, um ein Mahlwerk einer Kaffeemaschine ideal auf das gewünschte Produkt und Ge schmacksprofil abzustimmen. Weiterhin kann der Mahlgrad in der Regel nur für ein bestimmtes Produkt eingestellt und auf dieses reguliert werden.

Die Erfindung hat daher die Aufgabe, ein gattungsgemäßes Mahlwerk funktional vor teilhaft weiterzuentwickeln.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Mahlwerk mit den Merkmalen des An spruchs 1 , die Kaffeemaschine des Anspruchs 14 und die Verfahren mit den Merk malen der Ansprüche 15 und 20.

Nach Anspruch 1 wird ein Mahlwerk zum Mahlen von Kaffeebohnen geschaffen, wo bei das Mahlwerk ein erstes Mahlwerkzeug und ein zweites Mahlwerkzeug aufweist, die einen Mahlspalt ausbilden, wobei das zweite Mahlwerkzeug im Betrieb des Mahlwerks (also während des Mahlens von Kaffeebohnen) relativ zu dem ersten Mahlwerkzeug drehbar ist bzw. gedreht wird, wobei das Mahlwerk wenigstens eine Krafterzeugungseinrichtung aufweist, zum Aufbringen einer vorzugsweise auch im Betrieb einstellbaren Kraft F auf das erste Mahlwerkzeug oder das zweite Mahlwerk zeug, welche auf die Kaffeebohnen übertragen wird, wobei die Kraft F derart gerich tet ist, dass sie das jeweilige Mahlwerkzeug, dass mit der Kraft F beaufschlagt wird, in Richtung des jeweils anderen Mahlwerkzeugs drückt. Die Kraft kann im Betrieb aber auch bei Stillstand der Mahlwerkzeuge bzw. nicht im Betrieb vorgenommen werden

Das erfindungsgemäße Mahlwerk dient zum bzw. ist zum Mahlen von Kaffeebohnen ausgelegt. Es kann als Stand-Alone Gerät oder aber integriert in einer Kaffeema schine, z.B. einem Kaffeevollautomaten genutzt werden.

Das Mahlwerk umfasst ein erstes Mahlwerkzeug und ein zweites Mahlwerkzeug.

Die Mahlwerkzeuge bilden einen Mahlspalt aus bzw. begrenzen von gegenüberlie genden Seiten her einen solchen Mahlspalt. Dieser kann eben oder zur Mitte hin zu nehmend ausgebildet sein. Er definiert vorzugsweise eine Ebene, vorzugsweise eine Symmetrieebene.

Das zweite Mahlwerkzeug ist dabei relativ zu dem ersten Mahlwerkzeug drehbar, insbesondere durch eine Antriebseinheit wie z.B. einen Motor drehbar angetrieben.

Das Mahlwerk weist zudem wenigstens eine Krafterzeugungseinrichtung auf, zum Aufbringen einer Kraft F auf das erste Mahlwerkzeug oder zweite Mahlwerkzeug, welche auf die zu mahlenden Kaffeebohnen übertragen wird. Somit kommt zum Ei gengewicht der Mahlwerkzeuge noch eine weitere im Betrieb des Mahlwerks ein stellbare Kraft hinzu, welche durch die Krafterzeugungseinrichtung beaufschlagt wird. Dabei ist die Kraft F derart gerichtet, dass sie das jeweilige Mahlwerkzeug, das mit der Kraft F beaufschlagt wird, insbesondere axial in Richtung des jeweils anderen Mahlwerkzeugs drückt. Die Krafterzeugungseinrichtung drückt die beiden Mahlwerk zeuge also zusammen und nicht - wie aus dem Stand der Technik bekannt, vonei nander weg.

Die Kraftbeaufschlagung ersetzt quasi die Abstützung des Mahlwerkzeuges an ei nem Widerlager - mit einer einstellbaren Kraft kann ein produktspezifisch optimaler und auch bei geänderten Prozessbedingungen weitestgehend gleichbleibender Mahlgrad erreicht werden.

Es kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass durch die Kraftbeaufschlagung mit einer einstellbaren Prozesskraft ein produktspezifischer Mahlgrad eingestellt wird. Insofern kann auch vorgesehen sein, dass bei einem Wechsel der Art des Kaffees bzw. der Produktsorte (z.B. von Espresso auf Cafe Creme) beim Produktbezug an einem Kaf feevollautomaten, in welchen die Mühle integriert ist, automatisch eine produktspezi fische Mahlgradeinstellung bzw. -Umstellung erfolgt. Diese Mahlgradeinstellung ist mit der Erfindung außerordentlich schnell durchführbar, beispielweise um von einer Mahlgradeinstellung für einen Espresso auf eine Mahlgradeinstellung für einen Cafe Creme zu wechseln. Da die Einstellung bzw. Umstellung sehr schnell geht, kann ggf. in einem Kaffeevollautomaten sogar auf eine zweite Mühle verzichtet werden.

Entsprechend schafft die Erfindung nach Anspruch 20 ein vorteilhaftes Verfahren zum Zubereiten eines Kaffees mit einer Kaffeemaschine, insbesondere mit einem Kaffeevollautomaten, und mit einem Mahlwerk nach einem der darauf bezogenen

vorhergehenden Ansprüche, bei dem mit dem Mahlwerk Kaffeebohnen gemahlen werden und bei dem in einer Brüheinheit aus den Kaffeebohnen und Wasser ein Kaf fee einer bestimmten Art zubereitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass je nach Art des Kaffees vor dem Mahlen bei einem Wechsel der Art des Kaffees (je nah Was sermenge und Menge an gemahlenem Kaffee und ggf. in Abhängigkeit von Zusatz stoffen wie Milch) - z.B. bei einem Wechsel von einem Espresso auf einen Cafe Creme-, automatisch eine Mahlgradeinstellung bzw. -Umstellung erfolgt.

Während des Betriebs des Mahlwerks kann eines der beiden Mahlwerkzeuge still stehen und das zweite der beiden Mahlwerkzeug durch eine Antriebseinheit z.B. ei nen Motor drehbar betrieben sein. Es können allerdings auch beide Mahlwerkzeuge rotieren, insbesondere gegenläufig zueinander.

Die Krafterzeugungseinrichtung kann sowohl auf das erste als auch auf das zweite Mahlwerkzeug wirken, so dass eine gleichmäßigere Kraftverteilung erfolgt. Konstruk tiv einfacher ist es jedoch, wenn die Krafterzeugungseinrichtung lediglich auf ein Mahlwerkzeug, insbesondere das still stehende der beiden Mahlwerkzeuge, einwirkt.

Weiterhin kann auch jeweils eine Krafterzeugungseinrichtung auf das erste Mahl werkzeug und auf das zweite Mahlwerkzeug wirken.

Dabei kann nach einer Variante vorgesehen sein, dass die Krafterzeugungseinrich tung wenigstens eine Feder und eine Vorrichtung zur Einstellung einer Vorspannkraft der Feder, insbesondere in Form eines Stellmotors, aufweist. Diese Variante ist kon struktiv besonders leicht umsetzbar und sie ist gut Steuer- und/oder regelbar.

Es sei dazu grundsätzlich angemerkt, dass es nicht primär wesentlich ist, welches der Mahlwerkzeuge (im Anschluss auch synonym„Schnittwerkzeuge“ genannt) - an getriebenes oder feststehendes Mahlwerkzeug - einen Freiheitsgrad in Prozesskraft richtung aufweist und in dieser Richtung aktiv mit einer Kraft beaufschlagt wird.

Die Kraftverstellung kann automatisch (z.B. motorisch) oder manuell (z.B. Stellrad) erfolgen. Bei motorischer Verstellung ist eine Regelschleife denkbar, wobei der Mahlgrad verändert wird, wenn die letzten Extraktionszeiten von der Sollauslaufzeit abweichen.

Die konstruktive Umsetzung einer Kraftsteuerung lässt sich auf unterschiedlichen Wegen realisieren. Eine Möglichkeit ist das Zusammendrücken einer mechanischen Feder um einen bestimmten Weg x mit bekannter Kraft- Weg- Kennlinie.

Allerdings gibt es auch weitere Lösungen zur Beaufschlagung eines der Schnittwerk zeuge mit einer definierten Kraft. Zunächst ist hier ein pneumatischer Ansatz denk bar, wobei ein Mahlscheibenträger aktiv mit variablem Luftdruck gegen den anderen gedrückt werden kann. Eine passive Variante wäre eine Gasdruckfeder mit fester Kraft- Weg- Kennlinie, wobei dann im Mahlwerk nur ein bestimmter Mahlgrad ein stellbar wäre. Federn sind jedoch auch mit veränderlichem Gasdruck erhältlich.

Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass die Krafterzeugungsrichtung auf einem fluiden Wirkprinzip basiert. Da sich der Abstand der Mahlwerkzeuge bzw. Schnittwerkzeuge im Scheibenmahlwerk in Abhängigkeit der Prozesskraft beim Mah len nur geringfügig bis zu 0,2 mm verändern muss, sind zur Steuerung der Kraft auch hydraulische Lösungen mit Flüssigkeiten höherer Kompressionsmodule möglich. Selbst dann wäre im System eine dämpfende Wirkung beim Mahlen vorhanden. So kann eine Gummimembran zur Kraftbeaufschlagung dienen, die über einen regelba ren Druckminderer mit Wasser befüllt wird. Ein hydraulisches Wassersystem ist in Kaffeemaschinen ohnehin vorhanden und könnte zur Mahlgradregulierung genutzt werden.

Weiter kann die Krafterzeugungseinrichtung auch vorteilhaft auf einem elektromag netischen Wirkprinzip basieren. Bei dieser Lösung wird der bewegliche Schnittwerk zeugträger aufgrund einer veränderlichen Magnetkraft gegen den feststehenden ge drückt. Da sich die Magnetkraft mit steigendem Abstand zwischen Anker und Joch verändert, kann sich auch in einem elektromagnetischen System ein Kräftegleichge wicht beim Mahlprozess zwischen den Schnittwerkzeugen einstellen.

Das Mahlwerk kann ebenfalls auf verschiedene Weise, so vorteilhaft als Scheiben oder Kegelmahlwerk ausgeführt sein.

Die Krafterzeugungseinrichtung kann entsprechend zu den vorstehenden Ausgestal tungen zumindest eine Druckfeder aufweisen, wobei der Mahlspalt sich über eine Ebene E erstreckt und wobei die Druckfeder eine Axialkraft senkrecht zur Ebene E auf das erste und/oder zweite Mahlwerkzeug ausübt.

Es können auch mehrere Federn, insbesondere Druckfedern, vorgesehen sein. Die se können symmetrisch um die Rotationsachse, welche durch das drehende Mahl werkzeug gebildet wird, angeordnet sein um eine optimal verteilte Kraftbeaufschla gung zu erreichen.

Als Druckfeder für die vorliegende Anwendung ist eine Schraubenfeder bevorzugt. Es sind aber auch Federn oder Federpakete anderer Bauart einsetzbar.

Die Krafterzeugungseinrichtung kann eine Vorrichtung zur Einstellung einer Vor spannkraft der Feder, insbesondere der Druckfeder, insbesondere in Form eines Stellmotors, aufweisen. Dieser Stellmotor ist vorzugsweise ein Stellglied, welches durch eine Steuer- und/oder Auswerteeinheit gesteuert und/oder geregelt wird.

Die Einstellung des Stellmotors kann in Abhängigkeit von

a) den Kaffeebohnen, insbesondere der Bohnenart und deren

Röstgrad,

b) der Temperatur des Mahlwerks

und/oder

c) eines Verschleißgrades des Mahlwerks

erfolgen.

Beispielsweise kann die Art der Kaffeebohnen durch manuelle Einstellung vorgege ben werden oder anhand der Leistung des Motors zum Antrieb des Mahlwerkzeugs oder der Mahlwerkzeuge bestimmt werden. Dabei wird die ermittelte Leistung im Rahmen eines lst-/Sollwertabgleichs mit einem auf der Steuer- und/oder Auswer teeinheit hinterlegtem Datensatz bezüglich der Leistung in Abhängigkeit zur zu be aufschlagenden Kraft zum Erreichen eines bestimmten Mahlgrades oder bezüglich eines Bohnentyps in Abhängigkeit zur zu beaufschlagenden Kraft zum Erreichen ei nes bestimmten Mahlgrades.

Nach einer weiteren Variante kann vorgesehen sein, dass bei Verwendung einer Fe der auch die entsprechende Kraft-Weg-Kennlinie als Datensatz vorgegeben ist, so dass eine gezielte Anpassung der Federkraft durch ein Stellglied in Abhängigkeit von der ermittelten zu beaufschlagenden Kraft erfolgen kann.

Analog kann auch die Temperatur des Mahlwerks oder der Verschleißgrad (Anzahl der Mahlvorgänge) bestimmt und durch einen Sol stwertvergleich die zu beauf schlagende Kraft entsprechend angepasst werden.

Es können auch die unterschiedlichen Größen im Rahmen einer Gewichtung z.B. Anzahl der Mahlvorgänge mit Gewichtung nach Bohnenart miteinander kombiniert werden, um ein präziseres Verschleißverhalten abzubilden.

Das Mahlwerk kann optional einen Temperatursensor aufweisen, zur Ermittlung der Wärmeausdehnung des Mahlwerks und zur Steuerung der Krafterzeugungseinrich tung um eine Anpassung des Mahlgrades zu erreichen.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Mahlen von Kaffeebohnen für die Zuberei tung eines koffeinhaltigen Heißgetränks, insbesondere mittels eines erfindungsge mäßen Mahlwerks umfasst zumindest die folgenden Schritte:

I. Aufnahme von Kaffeebohnen in einen Mahlspalt zwischen zwei Mahl werkzeugen;

II. Beaufschlagen zumindest eines der beiden Mahlwerkzeuge mit einer einstellbaren Prozesskraft in Richtung des jeweils anderen Mahlwerk zeugs durch eine Krafterzeugungseinrichtung; und

III. Ausgabe des Kaffeemehls bzw. des Mahlgutes mit einem definierten Mahlgrad.

Vorteilhaft kann die Größe der Prozesskraft in Abhängigkeit von der Art der Kaffee bohnen, der Leistung des Motors des Mahlwerks, der Temperatur des Mahlwerks und/oder der vorangegangenen Mahldurchgänge eingestellt werden.

Bei der Einstellung der Größe der Prozesskraft kann zusätzlich ein gewünschter Feinheitsgrad des Mahlgutes berücksichtigt werden. Entsprechende Datensätze nach Feinheitsgrad bzw. Mahlgrad können auf der Steuer- und/oder Auswerteeinheit hinterlegt sein.

Beim Mahlvorgang wird durch das Schneiden der Bohnen eine Kraft erzeugt, mit der die Schnittwerkzeuge (Mahlscheiben) auseinander gedrückt werden. Je stärker die Kraftbeaufschlagung durch die Prozesskraft bzw. entgegenwirkende Krafterzeu gungseinrichtung ist, desto feiner wird der Mahlgrad. Falls keine Bohnen mehr vor handen sind, werden die scheibenartigen Mahlwerkzeuge mit der Anpresskraft ge geneinander verspannt. Da die Mahlwerkzeuge in der Regel so konzipiert sind, dass sie nicht ineinander verhaken können, kann es folglich nicht zum Ausfall des Mahl werks kommen.

Allerdings könnte es im Störfall eines leeren Bohnenbehälters zu Schleifgeräuschen und Beschädigungen an der Planoberfläche der Mahlscheiben kommen. Außerdem kann es zu unerwünschten Wärmeeffekten kommen, die sich negativ auf die Qualität der Kaffeemahlung auswirken können. Bei Kegelmahlwerken könnte es sogar zur Blockade der Schnittwerkzeuge kommen. Zur Lösung dieses Problems kann vorteil haft vorgesehen ein, dass das Mahlwerk einen Anschlag, insbesondere einen ein stellbaren Anschlag, zur Einstellung eines minimalen Mahlgrades aufweist.

Es kann insofern insbesondere vorgesehen sein, dass der axial bewegliche Werk zeugteil bzw. das entsprechende Mahlwerkzeug gegen einen Anschlag gepresst wird. Dieser Endanschlag ist vor Inbetriebnahme des Mahlwerks einstellbar und defi niert gleichzeitig den minimal zu erzeugenden Mahlgrad. Bei Kraftbeaufschlagung darf idealerweise nur noch ein minimaler Spalt zwischen den Schnittwerkzeugen vorhanden sein. Wird später eine größere Anpresskraft vorgegeben als die Prozess kraft beim Mahlvorgang, wird ein Mahlgut mit der Feinheit dieses Mahlscheibenspalts erzeugt.

In der Praxis ist der Touchierpunkt (Beginn hörbarer Schleifgeräusche) von Mahl scheibenmahlwerken ein Indikator für den Nullpunkt des Mahlwerks. Dieser ist je doch stark abhängig von dem Planlauf der Mahlscheiben und dem individuellen Hör empfinden des Mühlenmonteurs.

Eine geeignete objektive Einstellung des Nullpunkts kann z.B. über eine optionale Einrichtung zur Erkennung eines bestimmten elektrischen Durchgangs der unteren und oberen Scheibe erfolgen (elektrische Leitfähigkeitsmessung). In herkömmlichen Chargen von Mahlwerken würde die Vermahlung von Bohnen bzgl. dieses Referenz punkts immer noch Unterschiede in der Feinheitsverteilung hervorrufen, weil die Ge nauigkeit des Spalts direkt mit dem Planlauftoleranzen der Scheiben zusammen hängt. Der Einsatz dieser Nullpunktsdefinition bei einer kraftgesteuerten Mahlgrad einstellung hat jedoch erhebliche Vorteile, denn die spätere Feinheitseinstellung ist lediglich kraftabhängig und der Anschlag dient lediglich dazu, ein Überschreiten des Touchierpunkts zu verhindern. Weiterhin führt eine derartige Konstruktion zur Ver meidung von zu fein eingestellten Mahlwerken und Überlastung des Antriebs. Ein zu feiner Mahlgrad kann insbesondere bei der Erstellung von Filterkaffee zu uner wünscht langen Extraktionszeiten führen. Schließlich können dadurch auch Ferti gungstoleranzen im Aufbau des Mahlwerks ausgeglichen werden.

Konstruktiv kann ein Endanschlag über eine Gewindeaufnahme eines der Mahl scheibenträger realisiert werden. Der Träger kann dann bis auf den Touchierpunkt der Schnittwerkzeuge verdreht und anschließend in dieser Stellung fixiert werden.

Somit kann eine minimale Feinheitsstufe konstruktiv einstellbar gestaltet werden, so-dass die Schnittwerkzeuge nicht aufeinander schleifen können.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann ebenfalls durch entsprechende Optionen weiter optimiert werden. So kann vorgesehen sein, dass eine durch Verunreinigun gen in den Bohnen (Holzstücke, Steine) hervorgerufene Blockade der Schnittwerk- zeuge durch Wegnahme der Kraftbeaufschlagung gelöst werden kann. Dies ist eine einfache und effektive Lösung des Problems der Schnittwerkzeugblockade.

Das Mahlwerk kann nach vorteilhaften Varianten als Scheiben- oder Walzen- oder Kegelmahlwerk ausgeführt sein.

In einer Ausführung des Verfahrens ist es vorgesehen, dass die Einstellung der Grö ße der Prozesskraft durch einen Regelkreis geregelt wird, wobei der Regelkreis die Steuer- und/oder Auswerteeinheit und mindestens eine Kraftmesseinrichtung mit mindestens einem Kraftsensor aufweist. Damit ergibt sich der Vorteil, eine direkte Regelung des Mahlwerks bzgl. der Partikelfeinheit zu ermöglichen.

Dazu weist das Mahlwerk in einer weiteren Ausführung mindestens eine Kraftmess einrichtung mit mindestens einem Kraftsensor auf, wobei der mindestens eine Kraft sensor mit dem Mahlwerkzeug direkt oder indirekt in Verbindung steht. Ein solcher Kraftsensor kann ein auf dem Markt verfügbares kostengünstiges Bauteil hoher Qua lität sein. Hierzu eignen sich unterschiedliche Ausführungen wie z.B. hydraulische Drucksensoren, Kraftmessdose u.dgl. mehr.

Eine noch weitere Ausführung ist so gestaltet, dass der mindestens eine Kraftsensor mit der Steuer- und/oder Auswerteeinheit verbunden ist und eine Messeinrichtung eines Regelkreises bildet, welcher die Steuer- und/oder Auswerteeinheit aufweist.

Die Steuer- und/oder Auswerteeinheit kann einen Rechner aufweisen, dessen Pro grammierung durch ein oder mehrere Regelprogramme erweitert werden kann.

Es ergeben sich die Vorteile:

Kompensation von Wärmeausdehnungseffekten

Schnelle Erstjustierung eines Mahlwerks (insbesondere bei Mahlwerkzeugwechsel)

Feinheitsanpassung bei Bohnenwechsel

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den übrigen Unteransprüchen zu entneh men.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezug auf die Zeichnungen näher beschrieben. Die Figuren dienen nur zur näheren Erläuterung der Erfindung und sind nicht beschränkend für die Erfindung. Einzelne beschriebene Merkmale können im Rahmen des allgemeinen Fachwissens auch für sich genom men in weitere Ausführungsvarianten übertragen werden. Es zeigen:

Figur 1 : eine schematische Vorderansicht im Schnitt einer Variante eines erfin dungsgemäßen Mahlwerks zum Mahlen von Kaffeebohnen;

Figur 2: ein Diagramm, in dem Ergebnisse einer Mahlversuchsreihe dargestellt sind;

Figur 3: ein weiteres Diagramm, in dem Ergebnisse einer Mahlversuchsreihe dargestellt sind;

Figur 4: eine schematische Vorderansicht im Schnitt einer Variante eines erfin dungsgemäßen Mahlwerks zum Mahlen von Kaffeebohnen nach Figur 1 ; und

Figur 5: die Vorderansicht des erfindungsgemäßen Mahlwerks nach Figur 1 mit einer Kraftsensoreinrichtung

Fig. 1 zeigt eine schematische Vorderansicht im Schnitt der erfinderischen Vorrich tung, in Form eines Mahlwerks 1 zum Mahlen von Kaffeebohnen 5. Das Mahlwerk 1 weist ein erstes Mahlwerkzeug 2 auf. Das erste Mahlwerkzeug 2 ist in einem hier nicht dargestellten Gehäuse drehfest gelagert. Insofern steht das erste Mahlwerk zeug 2 während des Betriebs des Mahlwerks 1 still.

Das erste Mahlwerkzeug 2 ist hier als Mahlscheibe ausgeführt und weist demnach eine zylindrische Hüllgeometrie sowie einen zentrischen Durchbruch 3 auf. Das Mahlwerkzeug 2 kann auch anders, z.B. als Mahlkegel ausgeführt sein. Der Durch bruch 3 kann durch einen Einfülltrichter 4 durchgriffen sein. Durch den Einfülltrichter 4 und dem Durchbruch 3 werden der Vorrichtung 1 zu mahlende Kaffeebohnen 5 zugeführt. Das Mahlwerk 1 kann auch zum Mahlen anderer Genuss- oder Lebens mittel vorgesehen sein, bevorzugt ist sie jedoch zum Mahlen von Kaffeebohnen 5 vorgesehen. Der Einfülltrichter 4 ist vorteilhaft derart gestaltet, dass eine uner wünschte Brückenbildung der Kaffeebohnen 5 im Einfülltrichter 4 verhindert ist.

Dis erste Malwerkzeug 2 weist an ihrer dem Einfülltrichter 4 abgewandten Seite eine kegelförmige Einsenkung 6 auf. Die Einsenkung 6 weist wenigstens eine Mahl schneide 7 auf.

Das Mahlwerk 1 weist ein zweites Mahlwerkzeug 8 auf. Das zweite Mahlwerkzeug 8 ist koaxial zum ersten Mahlwerkzeug 2 und unterhalb des ersten Mahlwerkzeugs 2 angeordnet. Der Begriff „unterhalb“ bezieht sich auf die Zeichenebene der Fig. 1.

Das zweite Mahlwerkzeug 8 ist in einem hier nicht dargestellten Gehäuse drehbar gelagert. Insofern läuft das zweite Mahlwerkzeug 8 während des Betriebs der Mahl werks 1 um.

Das zweite Mahlwerkzeug 8 weist ebenfalls eine zylindrische Hüllgeometrie auf. Das zweite Mahlwerkzeug 8 kann auch anders, z.B. als Mahlkegel ausgeführt sein. Das zweite Mahlwerkzeug ist relativ zu dem ersten Mahlwerkzeug drehbar. Hier ist das zweite Mahlwerkzeug 8 mit einer Antriebswelle 9 eines Motors 10 drehfest verbun den, so dass das zweite Mahlwerkzeug 8 im Betrieb des Mahlwerksl in eine Dreh bewegung versetzt wird, während das erste Mahlwerkzeug 2 still steht.

Dies ist vorteilhaft, aber nicht zwingend. Alternativ kann auch das erste Mahlwerk zeug im Betrieb drehbar sein bzw. gedreht werden, während das zweite Mahlwerk zeug 8 still steht. Es ist auch möglich, dass beide Mahlwerkzeuge drehbar sind -z.B. in gegenläufiger Drehrichtung und /oder mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, so dass stets eine Relativbewegung zwischen beiden Mahlwerkzeugen 2, 8 stattfindet.

Alternativ ist auch ein wellenloser Direktantrieb möglich, bei dem eines der Mahl werkzeuge 2, 8 der Läufer des Motors 10 ist, oder ein indirekter Antrieb, bei dem der Motor 10 über ein Getriebe auf eines der Mahlwerkzeuge 2, 8 wirkt.

Das zweite Mahlwerkzeug 8 weist an seinem dem Motor 10 abgewandten Seite eine kegelförmige Einsenkung 1 1 auf. Die Einsenkung 1 1 weist wenigstens eine Mahl schneide 12 auf.

Die kegelförmige Einsenkung 6 des ersten Mahlwerkzeuges 2 und die kegelförmige Einsenkung 1 1 des zweite Mahlwerkzeuges 8 bilden somit eine Art doppelkegelför mige Mahlkammer 13, die an ihrem Außenumfang in einem Mahlspalt 14 ausmündet. An dem Mahlspalt 14 kann sich eine Auffangvorrichtung (hier nicht dargestellt) an schließen, die das aus dem Mahlspalt 14 austretende Kaffeebohnen -vorzugsweise Kaffeepulver- auffängt und einem Extraktionsprozess zuführt.

Das Mahlwerk 1 weist weiterhin wenigstens eine Krafterzeugungseinrichtung 15 auf. Die Krafterzeugungseinrichtung 15 wirkt hier auf das erste Mahlwerkzeug 2. Dadurch wirkt eine jeweilige Kraft F stetig - d.h. im Betrieb während sich eines oder beide Mahlwerkzeuge drehen - auf zwischen dem ersten Mahlwerkzeug 2 und dem zweiten Mahlwerkzeug 8 befindliche Kaffeebohnen. Dies ist vorteilhaft, jedoch nicht zwin gend. Die Krafterzeugungseinrichtung 15 kann auch auf das zweite drehbare Mahl werkzeug 8 oder auf beide Mahlwerkzeuge 2, 8 wirken.

Die Krafterzeugungseinrichtung 15 umfasst hier zwei Druckfedern 1 6, die durch eine entsprechende Vorrichtung 17, beispielsweise durch einen Stellmotor, um einen ver änderbaren Vorspannweg X vorgespannt werden können, so dass die jeweilige Kraft F, die auf die erste Mahlscheibe 2 und damit - im Betrieb - auf die Kaffeebohnen wirkt, in ihrem Betrag veränderlich bzw. einstellbar ist.

Die Krafterzeugungseinrichtung 15 kann auch anders als in Fig. 1 dargestellt ausge führt sein. Wesentlich dabei ist die Kraftwirkung, wobei der Betrag der Kraft F vor zugsweise veränderlich bzw. einstellbar ist. Dabei kann die Krafterzeugungseinrich tung 15 auch so ausgeführt sein, dass der Betrag der Kraft F automatisch und / oder stufenlos in Abhängigkeit von übergeordneten Betriebsparametern einer Kaffeema schine geregelt ist.

Dadurch ist es vorteilhaft möglich, eine definierte Voreinstellung eines Mahlgrades C vorzunehmen, da die Kraft F mit dem Mahlgrad C -also die Größenverteilung der gemahlenen Mahlgutpartikel, gekennzeichnet durch die Partikelgröße des 50%-Medians- des Kaffeemehls korreliert, was im Folgenden noch erläutert wird.

Ferner kann die auf die Kaffeebohnen durch das Mahlwerk 1 wirkende Kraft abhän gig von den zu mahlenden Kaffeebohnen 5 und dem gewünschten Mahlgrad C vor teilhaft durch die Krafterzeugungseinrichtung eingestellt werden. Vorzugsweise sind hierfür Datensätze hinsichtlich des Mahlgrades C und des Bohnentyps und der zu erzeugenden Kraft durch die Krafterzeugungseinrichtung auf einem Datenspeicher einer Steuer- und/oder Auswerteeinheit 18 zur Steuerung einer Kaffeemaschine und insbesondere des Mahlwerks 1 hinterlegt. Die vorgenannte Steuer- und/oder Aus werteeinheit 18 kann dem Mahlwerk 1 zugeordnet oder Teil einer Kaffeemaschine z.B. eines Kaffeevollautomaten sein.

Eine Einstellung des Mahlgrads C lässt sich also bohnenspezifisch regeln (z.B. har te/stark geröstete Bohnen vs. weniger stark gerösteter Cafe Creme- -Bohnen). Siehe dazu auch Fig. 3.

Alternativ kann die Bohnenart auch durch den Leistungsunterschied der Mahlleis tung, mittels welcher der Motor 10 betrieben wird, bestimmt werden.

Weiterhin kann durch die kraftgesteuerte Einstellung des Mahlgrades C eine dauer hafte Reproduzierbarkeit des Mahlgrads C auch im Falle von Mahlwerkzeugver schleiß ermöglicht werden. Hierfür kann eine Kennlinie zum zeitlichen Verschleiß je nach Bohnentyp hinterlegt werden. Die Anzahl der Mahlvorgänge kann je nach ver wendetem Bohnentyp verschieden gewichtet werden. Somit nach beispielsweise 100 Mahlvorgängen eines„harten“ Bohnentyps kann eine Nachjustierung durch die Vor richtung 17 erfolgen.

Ebenso kann durch die kraftgesteuerte Einstellung des Mahlgrades C vorteilhaft eine Kompensation von Wärmeausdehnungseffekten insbesondere der Mahlwerkzeuge 2 und 8 erfolgen. Hierfür kann ein nicht dargestellter Temperatursensor die Wärme der Kaffeebohnen beim Verlassen des Mahlwerks 1 erfassen und unter Berücksichtigung der Wärmeausdehnungskoeffizienten des Materials der Mahlwerkzeuge die Kraft der Krafterzeugungseinrichtung, insbesondere die Vorspannkraft der Druckfedern, ent sprechend justieren.

Weiterhin haben Fertigungsungenauigkeiten der Mahlwerkzeuge 2, 8, wie z.B. Plan lauftoleranzen der Mahlwerkzeuge 2, 8 einen deutlich geringeren Störeinfluss auf die „Mahlgradnullstellung“ der Mahlwerks 1 als in anderen Mahlvorrichtungen.

Folglich ergeben sich vorteilhaft geringere Schwankungen einer Mahlleistung O des Mahlwerks 1 und des erzeugten Mahlgrads C während des Betriebs der Mahlwerks 1 .

Das hier beschriebene Mahlwerk 1 eröffnet die Möglichkeit, den Mahlgrad C von Kaf feebohnen, einschließlich Espressobohnen, über die Krafterzeugungseinrichtung 15 kraftgesteuert zu verändern.

Der erfinderische Gedanke basiert auf einem Zusammenhang zwischen der auf die Mahlwerkzeuge 2, 8 wirkenden Kraft F und der daraus resultierenden Verteilung der Partikelgröße der Kaffeebohnen. Je enger der Mahlspalt 14 ist, desto feiner wird das erzeugte Mahlgut und desto größer ist auch die Kraft -F, mit der die Mahlwerkzeuge 2, 8 auseinander gedrückt werden. Bei Ausführungen nach dem Stand der Technik wird diese Kraft über das obere Mahlwerkzeug vom Mahlgehäuse aufgenommen.

Der Zusammenhang zwischen einer festgelegten Geometrie der Mahlwerkzeuge 2, 8 und den daraus resultierenden Zusammenhang zwischen dem Betrag der Kraft und dem Mahlgrad C lässt sich empirisch ermitteln (siehe Fig. 2). Die daraus gewonne nen Erkenntnisse lassen sich nutzen, um den Mahlgrad C der Vorrichtung 1 dauer haft und präzise einzustellen. Sind die Beträge der Kräfte bekannt, können sie in be- stimmten Abstufungen vorgegeben werden, um einen gezielten Mahlgrad C zu er zeugen (siehe Fig. 3).

Fig. 2 zeigt die Ergebnisse einer Mahlversuchsreihe. Dabei wurde die obere Mahl scheibe 2 mit unterschiedlichen Kräften F beaufschlagt und dann je drei Mahlungen mit der Bohne Bacio Nero durchgeführt. Das Kaffeepulver wurde danach mit einem Partikelmessgerät vermessen (Messung auf der Basis einer Laserbeugung). Die un terschiedlichen Mahlproben entsprechen den drei Kennlinien Feinheitsmessung 1 -3, wobei jeweils der Median der Feinheitsverteilung (Mahlgrad C) als Merkmal genutzt wird.

Gleichzeitig wurde die Mahlleistung O der Vorrichtung 1 notiert, d.h. die Ausgabe mahlmenge der Vorrichtung 1 je Sekunde. Die Vorrichtung 1 wurde durch den Motor 10 mit der Spannungsversorgung 230V, 50Flz für jeweils 5s lang angesteuert.

Fig. 3 betrachtet den Einfluss des Betrages der Kraft F auf den Mahlgrad C und die Mahlleistung O bei der Vermahlung unterschiedlicher Bohnen. Es wurden die Boh nensorten Bacio Nero, La Tazza Verde (Melitta) und eine Vergleichssorte vermahlen. Dabei wurden wieder Mahlleistung O und Mahlgrad C bei unterschiedlichen Beträgen der Kraft F, die auf die Mahlwerkzeuge 2, 8 wirkt, festgehalten.

Versuche haben demnach gezeigt, dass eine gute Korrelation zwischen Mahlleistung O und Mahlgrad C einer Bohne existiert, sofern die Fertigungsgenauigkeit der Mahl werkzeuge 2, 8 innerhalb einer gewissen Toleranz liegt (siehe Fig. 2 und Fig. 3). Aus der Mahlleistung O unterschiedlicher Mahlwerke lässt sich also mit einer hohen Ge nauigkeit auf den erzeugten Mahlgrad C schließen, sofern das Verhalten der Mahl werkzeuge 2, 8 bekannt ist.

Unter dieser Voraussetzung lässt sich auf eine bohnenspezifische Kraft F schließen, mit der eine gewünschte Partikelgrößenverteilung bzw. ein gewünschter Mahlgrad C erreicht wird. Mit Hilfe einer Datenbank, in der das Verhalten einer Referenzröstung und -bohne abgelegt ist, kann dann eine Regelung der Kraft F erfolgen, um die ge wünschte Partikelgrößenverteilung bzw. den gewünschten Mahlgrad C für die aktuel le Röstung und Bohne einzustellen. Sobald sich die Mahlleistung O zu einer zugehö rigen Kraft F verändert, weil eine andere Bohne oder Röstung verwendet wird oder sich die Charge einer Röstung oder Bohnensorte anders vermahlen lässt, regelt das System eigenständig um einen mahlgradabhängigen Faktor nach. D.h. die Kraft F wird angepasst, um dann wieder eine gewünschte Partikelgrößenverteilung bzw. ei nen gewünschten Mahlgrad C zu erhalten.

Weiterhin ist zur Voreinstellung eines Kaffeevollautomaten eine mahlwerkspezifische Bestimmung des Zusammenhangs von Mahlleistung O zum Mahlgrad C denkbar. So lässt sich für ein bestimmtes Mahlwerk und der darin zu vermahlenen Röstung oder Bohnensorte eine erhöhte Genauigkeit generieren, um einen geforderten Mahlgrad C bei einem vorgegebenen Betrag der Kraft F einzustellen.

Die Mahlleistung O der Vorrichtung 1 kann über bereits bekannte Verfahren ermittelt werden:

Eine indirekte Möglichkeit ist, über eine Kuchenhöhe des im Extraktionsprozess be findlichen Kaffeepulvers bei einer vorgegebenen Anpresskraft auf eine Einwaage des für den Extraktionsprozess bereitgestellten Kaffeepulvers zu schließen. Eine Kolben kaffeemaschine bietet diese Möglichkeit aufgrund der ohnehin vorhandenen Brü heinheit. Da die Ansteuerzeit des Mahlwerks vorgegeben wird, kann dann auf die Mahlleistung O geschlossen werden.

Eine direkte Möglichkeit ist das Auswiegen des Kaffeepulvers. Dies kann automati siert werden, indem in eine Satzschublade eingemahlen und diese mit einer Wäge zelle kontrolliert wird.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit einer kraftgesteuerten Einstellung des Mahl grades C ist die Kombination der Vorrichtung 1 mit einer Regelung der Kontaktzeit zwischen Brühwasser und Kaffeepulver. Zur Erzeugung einer konstanten Geträn kequalität mit gleich bleibendem Anteil an gelösten Aromastoffen muss eine gleich bleibende Menge des Kaffeepulvers mit identischem Mahlgrad C von einer vorgege ben Wassermenge in einer gewissen Zeit durchströmt werden. Weitere Rahmenbe dingungen wie Wassertemperatur, Anpressdruck und Brühdruck müssen beim Brüh vorgang ebenfalls bestmöglich konstant bleiben, damit das Quellverhalten des Kaf fees vergleichbar und damit eine Kontaktzeit zwischen dem Brühwasser und dem Kaffeepulver identisch bleibt.

Fig. 4 zeigt eine schematische Vorderansicht im Schnitt einer Variante eines erfin dungsgemäßen Mahlwerks 1 zum Mahlen von Kaffeebohnen nach Figur 1.

Denkbar ist auch die weitere Variante des erfindungsgemäßen Mahlwerks 1 wie in Fig. 4 analog zu Fig. 1 dargestellt ist, wobei jedoch zwischen dem Mahlwerkzeug 2 und den Druckfedern 16 jeweils ein Wälzkörper 19 angeordnet sein kann. Es kann sich auch um ein Wälzlager, z.B. ein Kugellager oder ein Nadellager mit Wälzkörper käfig handeln, wobei die Druckfeder am Wälzkörperkäfig aufliegt. Dieses kann sich koaxial zum Einfülltrichter 4 erstrecken. Die Wälzkörperlagerung ermöglicht eine Ro tation des Mahlwerkzeugs 2 ohne dass der Verbindungspunkt der jeweiligen Druck feder mitrotiert.

Dadurch kann die Kraftbeaufschlagung auch auf ein rotierendes Werkzeugelement erfolgen und beispielsweise auch eine Kraftbeaufschlagung auf beide Werkzeugele mente.

In Fig. 5 ist die Vorderansicht des erfindungsgemäßen Mahlwerks nach Figur 1 mit einer Kraftsensoreinrichtung 20 dargestellt.

Die Kraftsensoreinrichtung 20 ist in Zusammenwirkung mit einem der Mahlwerkzeu ge 2, 8 angeordnet. Dabei können zwei oder mehr Kraftsensoreinrichtungen 20 vor gesehen sein. Die Kraftsensoreinrichtung 20 weist zumindest einen Kraftsensor 21 , 22 auf.

So ist hier gezeigt, dass eine erste Kraftsensoreinrichtung 20 mit einem ersten Kraft sensor 21 mit dem stillstehenden Mahlwerkzeug 8 in Zusammenwirkung steht, wobei eine zweite Kraftsensoreinrichtung 20 mit einem zweiten Kraftsensor 22 mit dem ers ten Mahlwerkzeug 2 in Zusammenwirkung steht.

Jeder Kraftsensor 21 , 22 kann mit dem zugehörigen Mahlwerkzeug 2, 8 direkt oder indirekt in Verbindung stehen.

Der Kraftsensor 21 , 22 kann z.B. ein Drucksensor (beispielsweise eine Kraftmessdo se, ein hydraulischer Drucksensor) sein, der jeweils die Kraft während eines Mahl vorgangs durch direkte oder indirekte Messung erfasst.

Die Kraftmesseinrichtung 20 ist mit der Steuer- und/oder Auswerteeinheit 18 verbun den und bildet eine Messeinrichtung eines Regelkreises. Dabei weist die Steuer-und/oder Auswerteeinheit 18 zumindest einen Sol stwertvergleicher und einen Stellgrößengenerator auf, welcher mit einer nicht gezeigten, aber leicht vorstellbaren elektrischen Feinheitsverstellung des Mahlwerks 1 gekoppelt ist.

Da der Axialkraft-Feinheitszusammenhang verschiedener Bohnen eines Mahlwerks empirisch ermittelt werden kann, ist das Mahlwerk 1 über die elektrische Feinheits verstellung in der Lage, gewünschte Mahlgrade einzustellen und diese gegenüber Störfaktoren (Temperatur, Bohnenwechsel, Mahlscheibentausch) mit diesem Regel kreis zu regeln.

Es ergeben sich die Vorteile:

Kompensation von Wärmeausdehnungseffekten

Schnelle Erstjustierung eines Mahlwerks (insbesondere bei Mahlwerkzeugwechsel)

Feinheitsanpassung bei Bohnenwechsel

Direkte Regelung des Mahlwerks 1 bzgl. der Partikelfeinheit (vgl. indirekte Regelung über Extraktionszeit des Kaffeekuchens)

Bezugszeichen

1 Mahlwerk

2 Mahlwerkzeug

3 Durchbruch

4 Einfülltrichter

5 Kaffeebohne

6 Einsenkung

7 Mahlschneide

8 Mahlwerkzeug

9 Antriebswelle

10 Motor

1 1 Einsenkung

12 Mahlschneide

13 Mahlkammer

14 Mahlspalt

15 Krafterzeugungseinrichtung

16 Druckfeder

17 Vorrichtung

18 Steuer- und/oder Auswerteeinheit

19 Wälzkörper

20 Kraftsensoreinrichtung

21 Sensor

22 Sensor

F Kraft

X Vorspannweg

c Mahlgrad

o Mahlleistung