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1. WO2020002157 - SICHERHEITSSCHALTSYSTEM UND VERFAHREN ZUM UMSCHALTEN EINER AUFZUGSANLAGE ZWISCHEN EINEM NORMAL- UND EINEM INSPEKTIONSBETRIEBSMODUS

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Sicherheitsschaltsvstem und Verfahren zum Umschalten einer Aufzugsanlage zwischen einem Normal- und einem Inspektionsbetriebsmodus

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sicherheitsschaltsystem einer Aufzugsanlage sowie ein Verfahren zum Umschalten einer Aufzugsanlage zwischen einem Normal- und einem Inspektionsbetriebsmodus. Ferner betrifft die Erfindung eine Aufzugsanlage mit einem solchen Sicherheitsschaltsystem.

Eine Aufzugsanlage dient dazu, Personen innerhalb von Bauwerken zu befördern, wobei eine Aufzugkabine sich zwischen verschiedenen Stockwerken in einem Aufzugsschacht bewegen kann. Um eine Sicherheit von Passagieren oder Servicepersonal zu gewährleisten, sollten innerhalb einer Aufzugsanlage sicherheitsrelevante aktuelle Zustände von etlichen ihrer Komponenten überwacht werden. Im Aufzugsschacht sind üblicherweise viele wartungsfähige und/oder wartungsbedürftige Komponenten vorhanden. Zur Wartung solcher Komponenten bzw. zur Durchführung einer regelmäßigen Inspektions- und Wartungsarbeit wird die Aufzugsanlage in einen Inspektions- oder Wartungsmodus versetzt, in welchem entweder ein Betrieb der Aufzugskabine gesperrt wird oder die Aufzugskabine nur unter einer manuellen Steuerung in einer Schrittgeschwindigkeit fahren darf oder nur zwischen bestimmten Stockwerken verfahren werden kann.

Um eine Inspektions- und Wartungsarbeit in einem Aufzugsschacht durchführen zu können, muss ein Service-Techniker über eine Schachttür in einen Aufzugsschacht gelangen, wobei vor Betreten des Aufzugsschachts normalerweise ein Wartungsschalter zu betätigen ist, welcher sich in der Regel innerhalb des Aufzugsschachts neben der Schachttür befindet. Der Wartungsschalter kann z.B. als ein Notausschalter bezeichnet werden, der bei Aktivierung eine sogenannte Sicherheitskette - auch als Sicherheitskreis genannt - unterbrechen kann.

Bei der Sicherheitskette handelt es sich um eine seriell geschaltete Schaltung mit einer diskreten Anzahl von Schaltern, die dazu ausgebildet sind, den Status der Türen sowie die Position der Aufzugskabine anzuzeigen. Typischerweise sind an einer Kabinentür einer Aufzugskabine sowie an jeder Schachttür jeweils ein Türschalter vorhanden, welcher geschlossen ist, solange die jeweilige Tür geschlossen ist. Mehrere Türschalter sind als Bestandteile der Sicherheitskette in Serie geschaltet, sodass die Sicherheitskette als Ganzes ausschließlich dann geschlossen wird, wenn alle Türschalter geschlossen sind. In diesem Fall darf davon ausgegangen werden, dass alle Kabinen- und Schachttüren aktuell geschlossen sind. Die Schachttüren werden somit mit einer derartigen Sicherheitskette der Aufzugsanlage gekoppelt. Lässt sich eine von den Schachttüren oder Türschaltem öffnen, darf die

Aufzugskabine sich nicht bewegen oder nicht mehr bewegen. Dies kann beispielsweise durch Unterbrechung einer Stromzufuhr zu einem Antrieb der Aufzugskabine realisiert werden.

Ein Beispiel für Sicherheitsketten für Aufzugsanlagen und deren Betrieb wird z.B. in EP 2214998 Al angegeben. Die Sicherheitskette ist eine Reihenschaltung, die Schalter und Kontakte aufweist. Die Sicherheitskette betätigt Relais, die den Strom zu dem Elektromotor und der Bremse steuern. Einige Teile der Sicherheitskette können überbrückt werden, andere Teile können eingefügt werden, um die Sicherheitsüberwachung für spezielle Betriebsweisen während lnspektions-, Wartungs- und Rettungsoperationen zu ändern.

Für lnspektions- und Wartungsarbeiten ist in der Regel in der Schachtgrube eine leicht zugängliche Steuereinrichtung als ein Bediengerät vorhanden, um die Aufzugskabine während Wartungsarbeit manuell steuern zu können. Diese Einrichtung muss durch einen Umschalter eingeschaltet werden. Nach Beenden einer Wartungsarbeit sowie nach Verlassen des Aufzugsschachts kann der lnspektions- oder Wartungsmodus durch Betätigen, z.B. Deaktivieren der Steuereinrichtung und des Wartungsschalters beendet werden, und durch Schließen bzw. Verriegeln der Schachttür sowie damit einhergehend durch Schließen der Sicherheitskette kann die Aufzugsanlage in einen regulären Fährbetrieb versetzt werden, in welchem die Aufzugsteuerung die Aufzugskabine bewegen kann ln dem regulären

Fährbetrieb kann die Aufzugkabine beispielsweise trotz einer Anwesenheit von Personal im Aufzugsschacht verfahren werden. Es ist insbesondere gefährlich, dass die Sicherheitskette wegen eines Software-, Steuerungs- oder Schalterkontaktfehlers trotzdem geschlossen wird, wenn man nach einer lnspektion-/Wartungsarbeit zwar die Steuereinrichtung bereits deaktiviert, jedoch den Wartungsschalter noch nicht eingeschaltet hat. Ein solcher Fall könnte häufig Vorkommen, wenn die Steuereinrichtung sich in einer tiefen Schachtgrube befindet und der Wartungsschalter in einer höheren Position neben einer

Schachtür/Wartungsluke der Steuereinrichtung entfernt angeordnet ist. ln diesem Fall sollte ein Service-Techniker, der in einer Schachtgrube ist, nach einer Wartungsarbeit

normalerweise zuerst über einen Leiter hochklettem, um den Wartungsschalter

einzuschalten, dann zurück in die Schachtgrube gehen, die Aufzugsanlage durch die Steuereinrichtung von einem Wartungsbetrieb in einen Normalbetrieb umzuschalten.

Nachher muss er wieder über den Leiter hochklettem, eine Schachttür aufmachen und aus dem Schacht austreten. Da es zu viel Mühe ist oder der Techniker versehentlich die Operationsreihenfolge nicht gehalten hat, könnte die Aufzugsanlage mit dem nicht eingeschalteten Wartungsschalter schon in den Normalbetrieb gesetzt, während der Techniker noch im Schacht ist. Ein solches gefährliche Szenario ist möglichst zu vermeiden.

Die EP 2033927 Al betrifft eine Sicherheitseinrichtung einer Aufzugsanlage. Wenn eine Aufzugskabine mit offener Kabinentür eine Tür-Zone verlässt oder mit einer unzulässigen Beschleunigung oder Geschwindigkeit eine Tür-Zone erreicht, wird ein Steuersignal zum Abbremsen der Aufzugskabine generiert.

Die EP 1159218 Al beschreibt ein Aufzugssicherheitssystem, wobei eine elektronische Sicherheitssteuereinrichtung über einen Sicherheitsbus mit einer Mehrzahl von Busknoten kommunizieren kann. Die elektronische Sicherheitssteuereinrichtung verarbeitet die von den Busknoten empfangenen Daten und bestimmt, ob ein unsicherer Zustand besteht, und wenn dem so ist, die Sicherheitssteuereinrichtung ein Stoppsignal an die Antriebs- und

Bremseinheit schickt und ferner ein Statussignal an die Aufzugssteuerung schickt.

Die EP 2214998 Al offenbart ein System zum Erkennen der Anwesenheit einer Person innerhalb eines Aufzugsschachts. Das System umfasst einen Passiv-Infrarotdetektor, der zum Erfassen von Infrarotstrahlung von innerhalb des Aufzugsschachts positioniert ist, und einen lokalen Prozessor, der ein Infrarotprofil vergleicht, das durch Signale von dem Passiv-Infrarotdetektor mit einem Referenzinfrarotprofil erzeugt wird, um zu bestimmen, ob eine Person in dem Aufzugsschacht anwesend ist.

DE 110201101050918 T5 bezieht sich auf eine Aufzugsicherheitssteuervorrichtung, welche den Aufzugbetrieb von einem Standpunkt der Sicherheit aussteuert. Dabei werden zwei Rücksetzschalter 11 und 12 offenbart, die eine Aufzuganlage von einem

Wartungsbetriebsmodus zu einem Automatikbetriebsmodus setzen kann. Die

Aufzugsicherheitssteuervorrichtung kann mit Hilfe von den Rücksetzschaltem eine

Anwesenheit eines Servicetechnikers ermitteln. Bevor eine Sicherheitskette dann danach sofort an einen Elektromotor anzuschließen ist, ist es zuerst weiterhin zu überprüfen, ob eine bereits geschlossene Sicherheitskete der Aufzuganlage wirklich komplett geschlossen worden ist. Solche Rücksetzschalter können innerhalb oder außerhalb des Schachts der Aufzuganlage angeordnet werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Arbeitssicherheit einer Aufzugsanlage nicht nur während einer Wartung-/Inspektions- oder Installationsarbeit, sondern auch danach beim Zurückschalten der Aufzugsanlage in einen Normalbetriebsmodus zu gewährleisten. Es kann unter anderem ein Bedarf an einer Sicherheitsmaßnahme bestehen, mit welcher sichergestellt sein kann, dass ein Service-Personal einen Aufzugsschacht sicher eintreten und insbesondere ebenfalls sicher verlassen kann.

Einem solchen oben genannten Bedarf kann durch den Gegenstand eines der unabhängigen Ansprüche entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung definiert.

Erfindungsgemäß wird ein Sicherheitsschaltsystem einer Aufzugsanlage vorgesehen, die eine Aufzugskabine und einen Elektromotor umfasst, wobei der Elektromotor die

Aufzugskabine in einem Schacht der Aufzugsanlage zum Bewegen antreiben kann, und wobei der Schacht mindestens eine Schachttür umfasst. Die Schachtür kann sowohl alleine als auch zusammen mit einer Kabinentür der Aufzugskabine geöffnet werden. Das

Sicherheitsschaltsystem weist eine Sicherheitskette auf, die zumindest einen

Türkontaktschalter zum Ermitteln bzw. Überwachen eines Öffnungs- und/oder

Schließzustands der Schachtür oder der Kabinentür und ein Bediengerät im Schacht in einer Reihenschaltung umfasst. Das Bediengerät weist einen Umschalter zum Umschalten der Aufzugsanlage in einen Normal- oder Inspektionsbetriebsmodus auf. Die Sicherheitskete wird geschlossen, um die Aufzugskabine über den Elektromotor anzutreiben, wodurch ein Strompfad zwischen einer elektrischen Versorgungsquelle und dem Elektromotor herstellt werden kann. Dementsprechend wird die Sicherheitskette unterbrochen, um den Strompfad zu unterbrechen und damit die Aufzugskabine zu halten. Zur Steuerung der Sicherheitskette und/oder des Strompfads weist das Sicherheitsschaltsystem zusätzlich einen Handschalter außerhalb des Aufzugsschachts und mindestens ein Steuerelement auf. Die Reihenschaltung der Sicherheitskette ist durch Aktivierung oder Deaktivierung des Steuerelements elektrisch schließbar oder unterbrechbar ist, während der Strompfad zum Elektromotor bis zu einer Betätigung des Handschalters dauerhaft unterbrochen bleibt, wenn der Umschalter des

Bediengeräts die Aufzugsanlage von dem Inspektionsbetriebsmodus in den

Normalbetriebsmodus umschaltet.

Insbesondere kann das oder mindestens eines von den Steuerelementen durch eine

Betätigung des Handschalters aktiviert werden. Vorteilhaftweise, kann das oder mindestens eines von den Steuerelementen durch ein Umschalten der Aufzugsanlage in den

Inspektionsbetriebsmodus mittels des Umschalters deaktiviert werden. Da die

Sicherheitskette mit Hilfe eines Steuerelements von draussen vom Aufzugsschacht gesteuert werden kann, ist es möglich, dass die Aufzugsanlage zuerst in einen Normalbetriebsmodus umgeschaltet und dann, wenn ein Austritt von Service-Personal aus dem Schacht bestätigt wird, in einen Normalbetrieb gesetzt wird.

Beim Umschalten der Aufzugsanlage mittels des Umschalters des Bedienpanels vom Inspektionsbetriebsmodus in den Normalbetriebsmodus, wird die Sicherheitskette geschlossen, aber bleibt sie zuerst zu dem Elektromotor getrennt. D.h., die Aufzugsanlage ist in diesem Fall zwar im Normalbetriebsmodus, jedoch wird sie noch nicht direkt in einen Normalbetrieb gesetzt. Es ist hier zu unterscheiden, dass ein Normalbetriebsmodus nicht gleich wie ein Normalbetrieb ist. Die Aufzugsanlage in einem Normalbetriebsmodus umzuschalten bedeutet, dass die Aufzugsanlage nun für einen Normalbetrieb geeignet ist, aber noch nicht in den Normalbetrieb gesetzt worden ist. Die Sicherheitskette wird erst dann mit dem Elektromotor zum Antreiben der Aufzugskabine verbunden, nachdem der

Handschalter außerhalb des Schachts zumindest einmal manuell bestätigt wurde. Wenn man den Antrieb bzw. den Elektromotor als einen Bestandteil der Sicherheitskette ansieht, sei es so zu verstehen, dass die Sicherheitskette als Ganze dauerhaft unterbrochen bleibt, bis zu dem, dass ein Service-T echniker den Handschalter manuell betätigt hat. Erst wenn die Sicherheitskette als Ganze geschlossen worden ist, wird die Aufzugsanlage in den

Normalbetrieb gesetzt. Es kann somit sichergestellt werden, den im Schacht bleibenden Techniker zu schützen, bevor er aus dem Schacht ausgetreten ist. Wenn das Bediengerät sich in der Schachtgrube des Aufzugsschachts befindet, kann das Sicherheitsschaltsystem dem Techniker insbesondere viel behilflich sein, wenn eine Wartung-/Inspektionsarbeit in der Schachtgrube durchzuführen ist oder er die Aufzugskabine bewegen lassen möchte, als er in der Schachtgrube ist. Aufgrund dessen kann die Aufzugsanlage zuverlässig in einen Inspektionsbetrieb und einen Normalbetrieb versetzt werden, ohne dass ein gefährliches

Verfahren der Aufzugkabine bei einer Anwesenheit von Personal im Schacht oder unter Umständen noch mit einem potentiellen Risiko möglich ist.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorhergehenden Erfindung ist das

Steuerelement ein Steuerrelais, das eine Steuereinheit und einen oder mehrere Schalter aufweist. Ein derartiges Relais könnte z.B. ein Stromrelais sein und ist in der Lage, bei einem Stromdurchfluss durch dessen Steuereinheit alle Schalter dieses Relais gleichzeitig umzuschalten. Dabei kann das Steuerungsrelais einen zur Sicherheitskette seriell geschalteten Betriebsschalter steuern, um den Strompfad zum Elektromotor herzustellen oder zu unterbrechen. Ein oder mehrere Schalter von dem oder den Steuerrelais kann oder können als der Betriebsschalter dienen. Dadurch, dass der Betriebsschalter geöffnet oder geschlossen wird, kann der Elektromotor zum Antreiben gesperrt oder freigegeben werden. Falls alle Schalter der Sicherheitskette physikalisch oder elektrisch geschlossen sind, trotzdem wird die Sicherheitskette durch den Betriebsschalter von dem Elektromotor getrennt. Selbst wenn ein Softwarefehler oder eine fehlerhafte Signalkommunikation vorkommt und folglich eine Funktion einer Aufzugssteuerung versagt, kann die

Sicherheitskette als eine Reihenschaltung insgesamt zuverlässig geschaltet werden.

Gemäß einer alternativen vorteilhaften Ausgestaltung der vorhergehenden Erfindung weist das Steuerelement eine oder mehrere elektronische Schaltungen zur Steuerung der

Sicherheitskette und/oder des Strompfads auf. D.h., anstatt des oder der Steuerrelais kann eine andersartige elektronische Schaltung verwendet werden, wie z.B. ein programmierbares elektronisches System in sicherheitsbezogenen Anwendungen (PESSRAL), die gleiche Funktion wie das oder die Steuerrelais hat.

Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der vorhergehenden Erfindung weist das Bediengerät einen Steuerschalter auf. Das Bediengerät kann den Elektromotor über den Steuerschalter nur im Inspektionsbetriebsmodus zum Antreiben der Aufzugskabine steuern. Ein Steuerschalter kann z.B. ein Richtungsschalter sein, über den die Aufzugskabine kann zum Bewegen in eine Aufwärts- oder Abwärtsrichtung gesteuert werden. Durch den Elektromotor wird die Aufzugskabine daher im Normalbetriebsmodus z.B. unter einer Aufzugssteuerung automatisch und im Inspektionsbetriebsmodus unter einer manuellen Operation mittels des Bediengeräts zum Bewegen angetrieben.

Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der vorhergehenden Erfindung weist die Sicherheitskette mindestens einen weiteren Schalter auf, der zum Schalten der

Sicherheitskette, zum Deaktivieren des Bediengerätes, zum Verhindern und/oder zum Unterbrechen einer Bewegung der Aufzugskabine vorgesehen ist. Eine solche

Erweiterungsmöglichkeit für die Sicherheitskette bzw. das Sicherheitsschaltsystem kann eine Sicherheitsüberwachung für die Aufzugsanlage weiterhin zuverlässiger gewährleisten. Dabei kann der weitere Schaler ein Notausschalter sein, der z.B. an eine Innenwand des

Aufzugsschachts bzw. in der Nähe von einer Schachtür befestigt und/oder an dem

Bediengerät angeordnet ist. Durch Betätigen des Notausschalters kann eine umgehende Abhilfe verschafft werden, falls das Bediengerät versagt und es zu einer Gefährdung kommen könnte.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Umschalten einer Aufzugsanlage zwischen einem Normal- und einem Inspektionsbetrieb, die eine Aufzugskabine und einen Elektromotor umfasst, wobei der Elektromotor die Aufzugskabine in einem Schacht der Aufzugsanlage zum Bewegen antreiben kann, und wobei der Schacht mindestens eine Schachttür umfasst. Eine Sicherheitskette wird als eine Reihenschaltung von zumindest einem Türkontaktschalter und einem Bediengerät, das im Schacht ist, ausgestaltet, wobei ein Öffnungs- und/oder Schließzustand der Schachttür durch den Türkontaktschalter ermittelt wird. Durch einen Umschalter des Bediengeräts wird die Aufzugsanlage in einen Normalbetriebsmodus oder in einen Inspektionsbetriebsmodus umgeschaltet. Ein Strompfad wird zwischen einer elektrischen Versorgungsquelle und dem Elektromotor durch die geschlossene Sicherheitskette zum Antreiben der Aufzugskabine herstellt und durch die unterbrochene Sicherheitskette zum Halten der Aufzugskabine unterbrochen. Die Sicherheitskette und/oder des Strompfads können durch einen

Handschalter, dieser außerhalb des Schachts (5) angeordnet wird, und mindestens ein Steuerelement (Kl, K2, K3) derart gesteuert werden, dass die Reihenschaltung der

Sicherheitskette (14) durch Aktivierung oder Deaktivierung des Steuerelements (Kl, K2,

K3) elektrisch geschlossen oder unterbrochen wird, während der Strompfad bis zu einer Betätigung des Handschalters von dem Elektromotor unterbrochen bleibt, wenn der Umschalter des Bediengeräts die Aufzugsanlage von dem Inspektionsbetriebsmodus in den Normalbetriebsmodus umschaltet.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird eine erfindungsgemäße Aufzugsanlage mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitsschaltsystem vorgesehen oder durch ein

erfindungsgemäßes Verfahren durchführen kann.

Es wird daraufhingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen des

lnspektionssteuerungssystems einerseits und eines Verfahrens zum Umschalten einer Aufzugsanlage zwischen einem Normal- und einem lnspektionsbetrieb andererseits beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren

Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.

Nachfolgend wird eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die

Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind. Die Zeichnungen sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu.

Es zeigen:

F1G 1 Eine schematische Darstellung einer Aufzugsanlage,

F1G 2 den schematischen Aufbau einer herkömmlichen Sicherheitskette einer

Aufzugsanlage,

F1G 3 den schematischen Aufbau der Sicherheitskette eines erfindungsgemäßen

Sicherheitsschaltsystems,

F1G 1 veranschaulicht eine Aufzugsanlage 1 , wobei daneben eine vereinfachte schematische Darstellung einer Sicherheitskette 14 entsprechend gezeigt wird. Die Sicherheitskette 14 dient zum Überwachen eines Zustands einer Mehrzahl von sicherheitstechnischen

Parametern der Aufzugsanlage 1. Ein Elektromotor 12 treibt eine Aufzugskabine 8 in einem Aufzugsschacht 5 zwischen verschiedenen Stockwerken zum Transportieren von Personen an. An jedem Stockwerk ist eine Schachttür 11 vorgesehen und an der Aufzugkabine 8 ist eine Kabinentür (nicht dargestellt) vorgesehen. Die Schachtür 11 kann alleine oder mit der Kabinentür zusammen geöffnet oder geschlossen werden. An jeder der Schachttüre 11 sowie an der Kabinentür ist jeweils mindestens ein Türkontaktschalter 15 vorgesehen, mithilfe dessen kann überwacht werden, ob die jeweilige Schacht- bzw. Kabinentür aktuell geschlossen oder geöffnet ist. Insbesondere werden die Türkontaktschalter 15 in Serie geschaltet, sodass ein dadurch gebildeter Teil der Sicherheitskette nur dann als Ganzes geschlossen ist, wenn alle Türkontaktschalter 15 geschlossen sind. Selbst wenn nur ein Türkontaktschalter 15 geöffnet ist, wird die Aufzugskabine 8 für unsicher gehalten und von der Steuerung stillgelegt.

FIG 2 zeigt eine herkömmliche Sicherheitskette 14, welche auf Basis der Sicherheitskette 14 in FIG 1 als ein Schaltreis dargelegt wird. Dieser Schaltkreis wird mit einer elektrischen Versorgungsquelle - in diesem Ausführungsbeispiel z.B. einer Stromquelle lOa - versorgt und weist einen oder mehrere Türkontaktschalter 15, ein Bediengerät 3 und zumindest einen weiteren Schalter 6 auf. Durch diesen weitern Schalter kann die Sicherheitskette 14 entweder manuell oder automatisch geschlossen bzw. unterbrochen werden. Der weitere Schalter 6 ist beispielsweise ein Notausschalter, der im Schacht 5 angeordnet ist. Das Bediengerät 3 weist einen Umschalter 4 zum Umschalten der Aufzugsanlage 1 in einen Normal- oder

Inspektionsbetriebsmodus und einen Steuerschalter (z.B. Richtungsschalter) 16 zur

Steuerung einer Aufzugskabine 8 zum Bewegen in eine Aufwärts- oder Abwärtsrichtung auf. Bei Bedarf können noch andere Schalter 6 an die Sicherheitskette 14 weiter angeschlossen werden. Wichtig sei, dass alle Schalter, die zu der Sicherheitskette gehören, miteinander in einer Reihenschaltung verschaltet sind. Nur wenn die Sicherheitskette 14 als Ganzes geschlossen ist, kann ein Strompfad zum Elektromotor 12 und zur Stromversorgung der Aufzugsanlage 1 gebildet werden, damit die Aufzugsanlage 1 in den Normal- oder

Inspektionsbetrieb gesetzt wird, um die Aufzugskabine 8 im Aufzugsschacht zum Bewegen antreiben zu können. Der aktuelle Zustand der Sicherheitskette 14, der in FIG 2 dargestellt ist, ist für eine im Normalbetrieb gesetzte Aufzugsanlage 1.

FIG 3 besteht aus den FIG 3.1 bis FIG 3.7, die ein erfindungsgemäßes

Sicherheitsschaltsystem 2 in verschiedenen Schaltzuständen darstellen. Zu der

herkömmlichen Sicherheitskette 14 gemäß FIG 2 wird ein Steuerschaltkreis zusätzlich angeordnet, der entweder von der Stromquelle lOa separat zu der Sicherheitskette 14 oder von einer anderen Stromquelle lOb versorgt wird. Zu dem Steuerschaltkreis gehört ein Handschalter 7, der sich außerhalb des Schacht 5 befindet, und drei Steuerelemente Kl , K2 und K3. In diesem Ausführungsbeispiel sin die Steuerelemente drei Steuerrelais, die jeweils eine Steuereinheit Sl, S2, S3 und einen oder mehrere Schalter aufweisen. Mit einfachen Tasten, Touch und weiteren Technologien ist der Handschalter 7 mit vielfältigen

Designoptionen zu gestalten, wie z.B. in Form einer Rückstelltaste (Reset), eines

Drehschalters, eines Druckschalters, eines Kippschalters oder einer kombinierten

Schaltergruppe von denen ln diesem Ausführungsbeispiel steuert das Steuerrelais Kl dessen drei Schalter Kl-l bis Kl -3, das Steuerrelais K2 dessen zwei Schalter K2-1 und K2-2, und das Steuerrelais K3 dessen fünf Schalter K3-1 bis K3-5. Alle Schalter eines Steuerrelais müssen nicht in einem gleichen Schaltzustand sein jedoch sich gleichzeitig umschalten. Dabei die Schalter K2-2 und K3-5 dienen als ein Betriebsschalter 9, die zum Sperren und Freigeben des Elektromotors 12 unabhängig voneinander seriell verschaltet werden können. Zur besseren Anschaulichkeit werden Steuereinheiten Sl, S2, S3 ln F1G 3 jeweils durch einen rechteckigen Block symbolisiert dargestellt, wobei eine aktivierte Steuereinheit mit einem schwarzen Block gekennzeichnet wird, während eine deaktivierte Steuereinheit mit einem weißen Block. Ein Inspektionsschalter 4a wird zwischen der Stromquelle 1 Ob und der Steuereinheit Sl angeordnet, der mit dem Umschalter 4 immer gleichzeitig zusammen umgeschaltet wird und mit den Schaltern Kl -3 bzw. K2-1 Zusammenwirken, um einen Stromfluss zu der Steuereinheit Sl durchzulassen oder zu unterbrechen. Der

lnspektionsschalter 4a und der Umschalter 4 können altemativerweise s als ein Schalter gestaltet werden und zu dem Bediengerät 3 gehören.

F1G 3.1 zeigt das erfindungsgemäße Sicherheitsschaltsystem 2 mit einer geschlossenen Sicherheitskette 14, wenn die Aufzugsanlage 1 in einem Normalbetrieb ist. Dabei werden die Sicherheitskette 14 und der Steuerschaltkreis von den Stromquellen lOa und lOb separat gespeist. Der Umschalter 4 des Bediengeräts 3 in einer Normalbetriebsschaltposition. Da ein Strom durch die Steuereinheit Sl fließt, werden die Schalter Kl-l und Kl -2 geschlossen, infolgedessen wird die Sicherheitskette 14 geschlossen. Die Aufzugsanlage 1 kann nun durch den Elektromotor 12 angetrieben werden.

F1G 3.2 zeigt das Sicherheitsschaltsystem 2, wobei die Sicherheitskette 14 mittels des Bediengeräts 3 während einer lnspektionsarbeit manuell geschlossen oder unterbrochen werden kann. Angenommen wird, dass das Bediengerät 3 sich in der Schachtgrube 5a des Schachts 5 befindet und die lnspektionsarbeit in einer Schachtgrube 5a durchzuführen ist. Nachdem ein Techniker (nicht dargestellt) in die Schachgrube 5a eintrat, hat er den

Umschalter 4 des Bediengeräts 3 in eine Inspektionsschaltposition umzuschalten. Das Steuerrelais Kl wird beim Umschalten aktiviert, weil ein Stromfluss von der Stromquelle lOb zu der Steuereinheit Sl unterbrochen ist. Die Schalter Kl-l und Kl -3 werden infolge der Aktivierung des Steuerrelais Kl geöffnet, wohingegen der Schalter Kl -2 geschlossen wird. Somit wird die Sicherheitskette 14 zuerst unterbrochen. Da der Schalter Kl -2 aber geschlossen bleibt, kann die Sicherheitskette 14 manuell geschlossen und wieder unterbrochen werden, indem der Techniker den Steuerschalter bzw. den Richtungsschalter 16 des Bediengeräts 3 manuell schließt oder öffnet. Damit können die Aufzugsanlage 1 bzw. die Aufzugskabine 8 durch den Elektromotor 12 aufwärts oder unterwärts gesteuert angetrieben werden.

FIG 3.3 zeigt, die Sicherheitskette 14 vorerst unterbrochen bleibt, wenn der Techniker nach der Inspektionsarbeit den Umschalter 4 zurück in die Normalbetriebsschaltposition schaltet. An diesem Moment ist er noch im Schacht 5. Obwohl die Aufzugsanlage 1 nun in den Normalbetrieb geschaltet wurde, ist sie aber aus Sicherheitsgrund vorab noch nicht in den Normalbetrieb zu setzen, weil die Sicherheitskette 14 durch die geöffneten Schalter Kl-l, K3-3 und den nicht betätigten Steuerschalter 16 stets unterbrochen bleibt und die

Aufzugskabine 1 somit inzwischen nicht automatisch bewegen kann. Dann kann der Techniker die Schachtgrube 5a verlassen und über eine Schachttür 11 nach Außen des Schachts 5 gehen. Der Techniker wird in diesem Fall auf eine Strecke zwischen der Schachtgrube 5 und der Schachttür 11 sicher geschützt.

FIG 3.4 bis FIG 3.5 zeigen, wie sich das Sicherheitsschaltsystem 2 schaltet, wenn der Techniker aus dem Schacht 5 austritt und den Handschalter 7 manuell betätigt hat. Da die Steuereinheit S3 des Steuerrelais K3 zufolge dem zugeschalteten Handschalter 7 von der Stromquelle lOb gespeist wird, werden die Schalter K3-1 und K3-5 geöffnet. Gleichzeitig werden die Schalter K3-2, K3-3 und K3-4 aber geschlossen, wodurch die Sicherheitskette 14 sich durch den Schalter K3-2 an die zweite Stromquelle lOb angeschlossen. Infolge der geschlossenen Schalter K3-3 und K3-4 bildet es wiederrum einen durchgehenden Strompfad über die Sicherheitskette 14 zu der Steuereinheit S2 des Steuerrelais K2 (FIG 3.5). Das aktivierte Steuerrelais K2 öffnet dann den Schalter K2-2. Da die Schalter K3-5 und K2-2 geöffnet werden, bleibt der Elektromotor 12 trotz einer geschlossenen Sicherheitskette 14 vorab gesperrt.

FIG 3.6 zeigt, wie das Sicherheitsschaltsystem 2 nach dem in FIG 3.5 dargestellten

Schaltzustand weiterhin geschaltet wird. Aufgrund der aktivierten Steuereinheit S2 des Steuerrelais K2 wird der Schalter K2-1 ebenfalls zugeschaltet. Somit wird das Relais Kl durch einen der Steuereinheit Sl zugeführten Strom aktiviert. Das Relais Kl schliesst nun die Schalter Kl-l und Kl -3 bzw. öffnet den Schalter Kl -2. Da die beiden Schalter K3-5 und K2-2 geöffnet bleiben, wird der Elektromotor 12 immer von der geschlossenen

Sicherheitskette 14 getrennt.

Dann kann das Sicherheitsschaltsystem 2 die Aufzugsanlage 1 wiederum in den

Normalbetrieb schalten und setzen. Nun löst der Techniker den Handschalters 7 oder der Handschalter 7 mit einer Rückstellungsfunktion löst sich selbst. Dann fließt kein Strom mehr durch die Steuereinheit S3 und sie wird somit deaktiviert, wodurch die Schalter K3-1, K3-5 geschlossen und K3-2, K3-3 und K3-4 geöffnet werden. Die Sicherheitskette 14 wird über den geschlossenen Schalter K3-1 wieder von der Stromquelle lOa versorgt. Der

Schaltzustand der Sicherheitskette 14 bzw. des Sicherheitsschaltsystems 2 stimmt mit dem dargestellten Schaltzustand gemäß F1G 3.1 überein. D.h., das Sicherheitsschaltsystem 2 weist eine geschlossene Sicherheitskette 14, und die Aufzugsanlage 1 ist erst ab diesem Moment wieder in den Normalbetrieb zurückgesetzt.

Zusammengefasst zu sagen, wird eine Aufzugsanlage 1 , die ein erfindungsgemäße

Sicherheitsschaltsystem 2 aufweist oder von diesem System gesteuert wird, beim

Umschalten von einem lnspektionsbetrieb in einen Normalbetrieb sichergestellt, denn die Aufzugskabine 8 wird zum Bewegen verhindert, wenn es nicht ermittelt wird, ob ein Techniker nach einer lnspektionsarbeit aus dem Schacht 5 der Aufzugsanlage 1 ausgetreten ist. Dies ist unabhängig davon, ob die Sicherheitskette 14 geschlossen oder unterbrochen ist. Es kann auch so verstehen, bevor eine manuelle Betätigung durchgeführt wird, dass der Antrieb der Aufzugkabine 8, z.B. der Elektromotor 12, stets von einer elektrischen

Versorgungsquelle lOa, lOb getrennt wird.

Abschließend ist daraufhinzuweisen, dass Begriffe wie„aufweisend“,„umfassend“, etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie„eine“ oder„ein“ keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener

Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.

Es wird daraufhingewiesen, dass mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung hierin teilweise mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Verfahren und teilweise mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung beschrieben sind. Ein Fachmann wird erkennen, dass die einzelnen Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, modifiziert oder ausgetauscht werden können und dass insbesondere für das Verfahren beschriebene Merkmale analog auf die Vorrichtung, und umgekehrt, übertragen werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.

B ezugszeichenliste

1 Aufzugsanlage

2 Sicherheitsschaltsystem

3 Bediengerät

4 Umschalter

4a Inspektionsschalter

5 Schacht

5a Schachtgrube

6 ein weiterer Schalter

7 Handschalter

8 Aufzugskabine

1 Oa eine erste Stromquelle

I Ob eine zweite Stromquelle

I I Schachttür

12 Elektromotor

13 Detektionsmittel

14 Sicherheitskette

15 Türkontaktschalter

16 Steuerschalter/Richtungsschalter

K Steuerelement/Steuerrelais

K-l/... ein Schalter des Steuerrelais

S Steuereinheit des Steuerrelais