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1. WO2020000001 - VERFAHREN ZUR ABGABE VON ELEKTRISCHER ENERGIE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Verfahren zur Abgabe von elektrischer Energie

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abgabe von elektrischer Energie an elektrische Verbraucher unter Verwendung wenigstens einer an ein Stromversorgungsnetz angeschlossenen Stromabgabevorrichtung, welche einen elektrischen Verbraucher mit Strom versorgt, wobei der Stromverbrauch des elektrischen Verbrauchers gemessen und der gemessene Stromverbrauch an eine Verrechnungsstelle übermittelt wird.

Die Erfindung betrifft weiters eine Stromabgabevorrichtung, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen

Verfahrens, umfassend einen Stromeinspeiseanschluss zum Anschließen der Stromabgabevorrichtung an ein

Stromversorgungsnetz, Stromabgabemittel zum Speisen eines elektrischen Verbrauchers mit Strom aus der

Stromabgabevorrichtung, Schaltmittel zum wahlweisen

Freigeben oder Unterbrechen des Stromflusses vom

Stromeinspeiseanschluss zum Stromabgabemittel, eine

Messschaltung zur Messung des Stromverbrauchs des

Verbrauchers und eine Steuerschaltung zum Ansteuern der Schaltmittel .

Die Erfindung betrifft außerdem ein System zur Abgabe von elektrischer Energie an elektrische Verbraucher,

insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen

Verfahrens, umfassend eine an ein Stromversorgungsnetz anschließbare erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung und eine als Verrechnungsstelle ausgebildete

Datenverarbeitungseinrichtung .

Bei der Versorgung von elektrischen Verbrauchern mit elektrischer Energie bzw. der Abgabe von elektrischer Energie an elektrische Verbraucher durch ein

Energieversorgungsunternehmen erfolgt die Messung des Stromverbrauchs durch Stromzähler, wobei je Haushalt bzw. je Abrechnungsstelle ein Stromzähler vorgesehen ist. Die Messwerte des Stromzählers werden in bestimmten Abständen abgelesen und an eine Verrechnungsstelle übermittelt, welche das Verrechnungskonto des Teilnehmers, dem der betreffende Stromzähler zugeordnet ist, belastet. Im Falle von sog. intelligenten Stromzählern (Smart Meter) können die Messwerte über eine Datenschnittstelle per

Fernauslesung vom Energieversorgungsunternehmen ausgelesen werden. Stromzähler erfassen automatisch den Stromverbrauch aller elektrischen Verbraucher die vom Stromversorgungsnetz aus gesehen hinter dem Stromzähler angeordnet sind. Es ist bei herkömmlichen Systemen daher nicht möglich, den

Stromverbrauch einzelner elektrischer Verbraucher in der Verrechnungsstelle gesondert zu erfassen.

Im Rahmen des steigenden Interesses an der Elektromobilität besteht eine hohe Nachfrage an Ladestationen für

Elektrofahrzeuge, wie z.B. Elektroautos,

Elektromotorroller, Elektromotorräder und Elektrofahrräder . An öffentlichen Ladestationen wird der beim Aufladen von Elektrofahrzeugen entstandene Stromverbrauch erfasst und in der Regel dem jeweiligen Teilnehmer in Rechnung gestellt.

Die Zahlung erfolgt bargeldlos entweder über eine

Bankkarte, welche mittels einer Leseeinrichtung an der Ladestation ausgelesen wird, oder über eine vom Betreiber der Ladestation ausgestellte Kundenkarte, mittels welcher der Teilnehmer an der Ladeeinrichtung identifiziert wird, worauf ein dem Teilnehmer zugeordnetes Verrechnungskonto belastet wird. Der Investitions- und Verwaltungsaufwand für derartige Ladestationen ist jedoch hoch.

Es besteht daher Bedarf nach Möglichkeiten der

Stromentnahme aus dem Stromversorgungsnetz, wie z.B. an Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die geringe

Investitionen erfordern und die eine einfache, möglichst automatische Verrechnung des verbrauchten Stroms an den jeweiligen Teilnehmer erlauben. Insbesondere soll die

Möglichkeit eines sog. E-Roamings geschaffen werden, bei dem eine Stromentnahme und eine einfache Bezahlung des Stromverbrauchs durch einen Teilnehmer erfolgen können, der selbst keine vertragliche Beziehung mit dem Betreiber der Stromentnahmestelle eingegangen ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem Verfahren der eingangs genannten Art im Wesentlichen vor, dass dem Verbraucher eine Verbraucherkennung zugeordnet ist, die über ein elektrisches Lastprofil an die

Stromabgabevorrichtung übermittelt und weiter an die

Verrechnungsstelle übermittelt wird, dass in der

Verrechnungsstelle überprüft wird, ob die

Verbraucherkennung einem in der Verrechnungsstelle

gespeicherten Teilnehmer zugeordnet ist und bei positiver Prüfung ein Freigabesignal an die Stromabgabevorrichtung übermittelt wird, um die Stromabgabe durch die

Stromabgabevorrichtung freizugeben, wobei ein dem

Teilnehmer zugeordnetes Verrechnungskonto mit dem

gemessenen Stromverbrauch belastet wird.

Die Erfindung ermöglicht die Erfassung des Stromverbrauchs eines einzelnen elektrischen Verbrauchers und die

Verrechnung des Stromverbrauchs durch ein

Stromversorgungsunternehmen, ohne dass dem elektrischen Verbraucher ein eigener Stromzähler des

Stromversorgungsunternehmens zugeordnet sein muss. Vielmehr ist es ausreichend, wenn die Stromabgabevorrichtung in einem Stromnetz angeordnet ist, in dem sich eine Vielzahl von elektrischen Verbrauchern befindet, deren addierter Verbrauch durch einen einzelnen Stromzähler des

Stromversorgungsunternehmens erfasst wird. Auf diese Weise wird es Privathaushalten oder Unternehmen mit herkömmlichem Stromzähler möglich, in ihrem Stromnetz

Stromabgabevorrichtungen anzuordnen und externen

Teilnehmern über eine Stromentnahme über die genannten Stromabgabevorrichtungen anzubieten, die dem jeweiligen externen Teilnehmer direkt, z.B. vom

Stromversorgungsunternehmen, verrechnet wird. Die

Zurechnung des Stromverbrauchs zu dem jeweiligen Teilnehmer erfolgt erfindungsgemäß mittels einer Verbraucherkennung, die dem an der Stromabgabevorrichtung über ein Kabel

angeschlossenen oder induktiv von der

Stromabgabevorrichtung gespeisten elektrischen Verbraucher zugeordnet ist. Um eine Stromentnahme zu ermöglichen, muss eine Freigabe der Verbraucherkennung durch die

Verrechnungsstelle, wie z.B. durch das

Stromversorgungsunternehmen erfolgen, zu welchem Zweck die Verbraucherkennung an die Stromabgabevorrichtung und von der Stromabgabevorrichtung an die Verrechnungsstelle

übermittelt wird. In der Verrechnungsstelle wird überprüft, ob die Verbraucherkennung einem in der Verrechnungsstelle gespeicherten Teilnehmer zugeordnet ist und bei positiver Prüfung wird ein Freigabesignal an die

Stromabgabevorrichtung übermittelt, um die Stromabgabe durch die Stromabgabevorrichtung freizugeben. Der

Stromverbrauch des elektrischen Verbrauchers wird durch geeignete Messeinrichtungen erfasst und das dem Teilnehmer zugeordnete Verrechnungskonto wird mit dem gemessenen Stromverbrauch belastet. Auf Grund der dem elektrischen Verbraucher zugeordneten Verbraucherkennung kann die

Erfassung des Stromverbrauchs in verbraucherspezifischer Weise erfolgen, und dies auch in einem Stromnetz, das einen Stromzähler aufweist, der einem anderen Teilnehmer und daher einem anderen Verrechnungskonto zugeordnet ist.

Wenn, wie dies einer bevorzugten Ausbildung entspricht, die Übermittlung der Verbraucherkennung an die

Stromabgabevorrichtung über das Kabel erfolgt, mit welchem der elektrische Verbraucher an die Stromabgabevorrichtung angeschlossen ist, sind keine gesonderten anderen

Übertragungsmittel erforderlich als das ohnehin für die elektrische Energieübertragung bereits vorhandene Kabel.

Alternativ versorgt die Stromabgabevorrichtung den

elektrischen Verbraucher induktiv mit Strom, wobei die Übermittlung der Verbraucherkennung an die

Stromabgabevorrichtung über eine induktive oder kapazitive Übertragung erfolgt.

Erfindungsgemäß wird die Verbraucherkennung über ein

elektrisches Lastprofil übermittelt. Dies erlaubt eine besonders einfache und sichere Übertragung über das der elektrischen Energieversorgung des elektrischen

Verbrauchers dienende Kabel oder über eine induktive oder kapazitive Übertragung. Das Lastprofil kann hierbei als digitale oder analoge Codierung der Verbraucherkennung ausgebildet sein. Unter einem Lastprofil wird im Rahmen der Erfindung eine charakteristische zeitliche Änderung einer elektrischen Größe, wie z.B. der Stromaufnahme, der

Spannung oder dgl . verstanden. Insbesondere ist das

Lastprofil eine sich zeitlich ändernde kapazitive Last. Diese charakteristische zeitliche Änderung der elektrischen Größe kann in einfacher Weise über das der elektrischen Energieversorgung des elektrischen Verbrauchers dienende Kabel übertragen werden. Für den Fall, dass die Speisung des elektrischen Verbrauchers induktiv, d.h. ohne Kabel, erfolgt, kann eine verbraucherseitige Sendespule mit dem Lastprofil beaufschlagt werden, d.h. es erfolgt z.B. eine charakteristische zeitliche Änderung einer kapazitiven Last an der Sendespule, was auf Grund der kapazitiven Kopplung an eine Spule der Stromabgabevorrichtung als induktive Strompulse auf der Spule der Stromabgabevorrichtung

erkennbar ist.

Das Auslesen der Verbraucherkennung, insbesondere die

Erfassung und Auswertung des Lastprofils, kann in der

Stromabgabevorrichtung oder in einer anderen Einrichtung des lokalen Stromnetzes erfolgen, wie z.B. im Stromzähler (insbesondere Smart Meter), über welchen das Stromnetz an das öffentliche Stromversorgungsnetz angeschlossen ist.

Nach dem Auslesen kann die weitere Übermittlung der

Verbraucherkennung an die Verrechnungsstelle grundsätzlich beliebig erfolgen, bevorzugt unter Verwendung der von einem Smart Meter zur Verfügung gestellten

Datenübertragungstechnologie, wie z.B. PSTN (Public

Switched Telephone Network, d.h. Festnetztelefonie), UMTS, GSM oder GPRS (Mobilfunk) , LAN (lokales Netzwerk) , PLC

(Powerline Communication, d.h. Datenübertragung über das Stromnetz ) .

Die Messung des Stromverbrauchs des Verbrauchers kann bevorzugt in der Stromabgabevorrichtung oder im Verbraucher vorgenommen werden. Die entsprechenden Messwerte werden in der Folge an die Verrechnungsstelle übermittelt.

Eine besonders manipulationssichere Erfassung des

Stromverbrauchs des elektrischen Verbrauchers gelingt bevorzugt dadurch, dass die Messung des Stromverbrauchs des Verbrauchers in der Stromabgabevorrichtung und zusätzlich im Verbraucher vorgenommen wird und dass der in der

Stromabgabevorrichtung und der im Verbraucher gemessene Stromverbrauch verglichen wird und bei einer Abweichung eine Fehlermeldung ausgegeben und/oder die Stromabgabe durch die Stromabgabevorrichtung unterbrochen wird. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass ein missbräuchliches Abzweigen von elektrischer Energie auf Kosten des

Teilnehmers im Bereich zwischen der Stromabgabevorrichtung und dem Verbraucher, z.B. durch Zwischenschalten einer Mehrfachsteckdose, zuverlässig entdeckt wird.

Eine bevorzugte Ausführung sieht vor, dass die

Stromabgabevorrichtung im Erfassungsbereich eines

Stromzählers angeordnet ist, dessen Messwerte der

Verrechnungsstelle übermittelt werden und ein dem

Stromzähler zugeordnetes Verrechnungskonto entsprechend den Messwerten belastet wird, wobei der Stromverbrauch des elektrischen Verbrauchers dem dem Stromzähler zugeordneten Verrechnungskonto gutgeschrieben wird. Durch eine derartige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass der

Stromverbrauch, mit dem der Teilnehmer belastet wird, dem der elektrische Verbraucher zugeordnet ist, demjenigen

Teilnehmer gutgeschrieben wird, dessen Verrechnungskonto der Stromzähler zugeordnet ist, der den Stromverbrauch des gesamten Stromnetzes einschließlich des an die

Stromabgabevorrichtung angeschlossenen Verbrauchers misst, damit eine doppelte Verrechnung vermieden wird. Unter dem Erfassungsbereich des Stromzählers wird hierbei die

Gesamtheit der elektrischen Verbraucher verstanden, deren Stromverbrauch durch den Stromzähler erfasst wird, wobei der Erfassungsbereich neben dem Verbraucher, der an den Stromabgabeanschluss der Stromabgabevorrichtung

angeschlossen ist bzw. der von der Stromabgabevorrichtung mit Strom versorgt wird, noch weitere Verbraucher umfasst, die nicht an die erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung angeschlossen bzw. nicht von der Stromabgabevorrichtung mit Strom versorgt sind.

Um sicherzustellen, dass der vom Verbraucher konsumierte Strom dem richtigen Verrechnungskonto gutgeschrieben wird, ist bevorzugt vorgesehen, dass dem Stromzähler eine

Stromzählerkennung zugeordnet ist, die gemeinsam mit der Verbraucherkennung an die Verrechnungsstelle übermittelt wird.

Bevorzugt erfolgt die Übermittlung der Verbraucherkennung und ggf. der Stromzählerkennung an die Verrechnungsstelle, insbesondere von der Stromabgabevorrichtung an die

Verrechnungsstelle, über das Stromversorgungsnetz (z.B.

Power Line Com unication) oder über ein mobiles

Telekommunikationsnetz .

Gemäß einem weiteren Aspekt sieht die Erfindung eine

Stromabgabevorrichtung vor, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, umfassend einen

Stromeinspeiseanschluss zum Anschließen der

Stromabgabevorrichtung an ein Stromversorgungsnetz,

Stromabgabemittel zum Speisen eines elektrischen Verbrauchers mit Strom aus der Stromabgabevorrichtung, Schaltmittel zum wahlweisen Freigeben oder Unterbrechen des Stromflusses vom Stromeinspeiseanschluss zum

Stromabgabemittel, eine Messschaltung zur Messung des

Stromverbrauchs des Verbrauchers und eine Steuerschaltung zum Ansteuern der Schaltmittel, wobei die

Stromabgabevorrichtung eine

Datenkommunikationsschnittstelle aufweist, die mit der Messschaltung und der Steuerschaltung verbunden ist, um Daten zwischen der Mess- und Steuerschaltung und einer Verrechnungsstelle auszutauschen, wobei die Steuerschaltung ausgebildet ist, um die Schaltmittel zum Freigaben des Stromflusses anzusteuern, wenn über die

Datenkommunikationsschnittstelle ein Freigabesignal

erhalten wird und wobei die Messschaltung ausgebildet ist, um Stromverbrauchsmessdaten über die

Datenkommunikationsschnittstelle an die Verrechnungsstelle zu übermitteln, und dass die Stromabgabevorrichtung weiters eine Dekodierungsschaltung aufweist, welche ausgebildet ist, um eine dem Verbraucher zugeordnete Verbraucherkennung auszulesen und über die Datenkommunikationsschnittstelle an die Verrechnungsstelle zu übermitteln.

Bevorzugt ist das Stromabgabemittel ein

Stromabgabeanschluss zum Anschließen eines elektrischen Verbrauchers an die Stromabgabevorrichtung und die

Dekodierungsschaltung ist mit dem Stromabgabeanschluss verbunden, um die über den Stromabgabeanschluss erhaltene, dem Verbraucher zugeordnete Verbraucherkennung auszulesen.

Bevorzugt ist weiters ein an den Stromabgabeanschluss der Stromabgabevorrichtung anschließbarer elektronischer

Speicher vorgesehen, der eine Verbraucherkennung gespeichert hat, und Übertragungsmittel zum Übertragen der Verbraucherkennung vom elektronischen Speicher über den Stromabgabeanschluss an die Dekodierungsschaltung.

Die Übertragungsmittel weisen bevorzugt eine

Lasterzeugungseinrichtung auf, der die Verbraucherkennung aus dem elektronischen Speicher zugeführt ist, sodass ein die Verbraucherkennung codierendes Lastprofil erzeugbar ist .

Bevorzugt ist die Dekodierungsschaltung mit der

Messschaltung verbunden und zum Auslesen eines von der Messschaltung erfassten elektrischen Lastprofils

ausgebildet .

Um beliebige elektrische Verbraucher in einfacher Weise an die Stromabgabevorrichtung anschließen zu können, ist der Stromabgabeanschluss bevorzugt als Steckdose ausgebildet.

Im Falle einer Ladestation für Elektrofahrzeuge kann die Steckdose z.B. als IEC 62196 Typ 2 ausgebildet sein.

Die Lasterzeugungseinrichtung kann bevorzugt in ein an den Stromabgabeanschluss der Stromabgabevorrichtung

anschließbares Kabel oder dessen Stecker integriert bzw. zwischengeschaltet sein. Das Kabel kann z.B. als Ladekabel für ein Elektrofahrzeug ausgebildet sein und mit einer elektronischen Schaltung ausgestattet sein, die für die Erzeugung des Lastprofils geeignet ist und die einen elektronischen Speicher mit der Verbraucherkennung

aufweist. Der Speicher kann hierbei bereits werkseitig mit einer eindeutigen Verbraucherkennung beschrieben sein, wobei der Teilnehmer die Verbraucherkennung in einem

initialen Registrierungsverfahren seinem Verrechnungskonto zuordnen muss. Nach der Registrierung der

Verbraucherkennung wird jede Stromentnahme über das an eine erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung angeschlossene Ladekabel dem Teilnehmer verrechnet.

Alternativ kann vorgesehen sein, dass die

Lasterzeugungseinrichtung in den Verbraucher integriert ist, wobei hinsichtlich des Registrierungsverfahren analog vorgegangen werden kann wie oben beschrieben.

Wenn die Speisung des elektrischen Verbrauchers ohne Kabel erfolgt, z.B. induktiv, ist die Dekodierungsschaltung bevorzugt ausgebildet, um die dem Verbraucher zugeordnete Verbraucherkennung über eine induktive oder kapazitive drahtlose Datenübertragung auszulesen.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung sieht ein System zur Abgabe von elektrischer Energie an elektrische Verbraucher vor, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, umfassend eine an ein Stromversorgungsnetz anschließbare erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung, eine als Verrechnungsstelle ausgebildete

Datenverarbeitungseinrichtung, welche Teilnehmer, diesen zugeordnete Verbraucherkennungen und Verrechnungskonten gespeichert hat, wenigstens einen an den

Stromabgabeanschluss der Stromabgabevorrichtung

anschließbaren elektronischen Speicher, der eine

Verbraucherkennung gespeichert hat, und Übertragungsmittel zum Übertragen der Verbraucherkennung vom elektronischen Speicher über den Stromabgabeanschluss an die

Dekodierungsschaltung, wobei die Stromabgabevorrichtung derart mit der Verrechnungsstelle zusammenwirkt, dass die Verbraucherkennung von der Stromabgabevorrichtung an die Verrechnungsstelle übermittelt wird, dass in der

Verrechnungsstelle überprüft wird, ob die

Verbraucherkennung einem in der Verrechnungsstelle

gespeicherten Teilnehmer zugeordnet ist und bei positiver Prüfung ein Freigabesignal an die Stromabgabevorrichtung übermittelt wird, um die Stromabgabe durch die

Stromabgabevorrichtung freizugeben, wobei das dem

Teilnehmer zugeordnete Verrechnungskonto mit dem gemessenen Stromverbrauch belastet wird.

Bezüglich der bevorzugten Ausbildung des erfindungsgemäßen Systems wird auf die entsprechenden Merkmale des

erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Stromabgabevorrichtung verwiesen .

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 ein Blockdiagramm des erfindungsgemäßen Systems und Fig. 2 ein Schaltbild eines Stromnetzes, in dem eine erfindungsgemäße

Stromabgabevorrichtung angeordnet ist.

In Fig. 1 ist die Verrechnungsstelle eines

Stromversorgungsunternehmens mit 1 bezeichnet, welche eine Datenbank aufweist, in der Teilnehmer 2lr 22 ... 2n

gespeichert sind, denen jeweils ein Verrechnungskonto 3c, 32 ... 3n zugeordnet ist. Weiters ist den Teilnehmern jeweils wenigstens eine Stromzählerkennung 4i, 42 ... 4n zugeordnet, welche einen beim entsprechenden Teilnehmer installierten Stromzähler 5i, 52 ... 5n kennzeichnet.

Das Stromversorgungsunternehmen unterhält ein

Stromversorgungsnetz 6, an welches verschiedene Gebäude, Haushalte, Unternehmen oder dgl . angeschlossen sind, wobei jeweils ein Stromzähler 5i, 52 ... 5n zwischengeschaltet ist, um den Stromverbrauch des dahinter liegenden

Stromnetzes 71l 72 ... 7n des Teilnehmers zu erfassen. Die Stromzähler 5i, 52 ... 5n sind bevorzugt als intelligente Stromzähler (Smart Meter) ausgebildet, sodass der gemessene Stromverbrauch über eine schematisch dargestellte

Datenkommunikations erbindung 8 an die Verrechnungsstelle 1 übermittelt werden kann. Der Stromzähler 5 sendet hierbei die ihm zugeordnete Stromzählerkennung 4 mit, sodass die in der Verrechnungsstelle 1 erhaltenen Stromzähler-Messdaten dem entsprechenden Teilnehmer 2 zugeordnet werden können.

An das Stromnetz 7i ist nun (unter anderem) eine

erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung 9 angeschlossen.

Der Teilnehmer 2i, welcher bezüglich des Stromzählers 5c mit dem Stromversorgungsunternehmen in einer Vertragsbeziehung steht, ist grundsätzlich verpflichtet, die für den

Stromverbrauch seines Stromnetzes Ίc anfallenden Kosten zu tragen. Die Stromabgabevorrichtung 9 ermöglicht es dem

Teilnehmer 2\ jedoch, anderen Teilnehmern den Anschluss elektrischer Verbraucher an sein Stromnetz 72 zu erlauben, ohne dass das Verrechnungskonto 3i des Teilnehmers 2c mit den entsprechenden Kosten belastet wird.

An die Stromabgabevorrichtung 9 ist ein elektrischer

Verbraucher 10 angeschlossen, dem eine Verbraucherkennung 112 zugeordnet ist, die in der Datenbank der

Verrechnungsstelle dem Teilnehmer 22 zugeordnet ist. Dies führt, wie nachfolgend noch näher beschrieben werden wird, dazu, dass die vom elektrischen Verbraucher 10 verursachten Stromkosten nicht dem Teilnehmer 2 l r sondern dem Teilnehmer 22 verrechnet werden. Hierzu ist der elektrische Verbraucher 10 über ein Kabel 12 an die Stromabgabevorrichtung 9 angeschlossen, wobei die Verbraucherkennung 112 im Fall eines Strombezugsbedarfs über das Kabel 12 an die

Stromabgabevorrichtung 9 übermittelt wird. Die

Verbraucherkennung 11 kann hierauf entweder direkt von der Stromabgabevorrichtung 9 über eine

Datenkommunikationsverbindung 13 an die Verrechnungsstelle 1 übermittelt oder an den Stromzähler 5c weitergeleitet und von diesem an die Verrechnungsstelle 1 übermittelt werden.

In der Verrechnungsstelle 1 wird überprüft, ob die

Verbraucherkennung 112 einem in der Verrechnungsstelle 1 gespeicherten Teilnehmer zugeordnet ist, wobei im

vorliegenden Beispiel der Teilnehmer 22 identifiziert wird, und bei positiver Prüfung wird über die

Datenkommunikationsverbindung 8 oder 13 ein Freigabesignal an die Stromabgabevorrichtung 9 übermittelt, um die

Stromabgabe durch die Stromabgabevorrichtung 9 freizugeben. Der Stromverbraucher des elektrischen Verbrauchers 10 wird in der Folge von einer Strommess orrichtung (in Fig. 1 nicht dargestellt) erfasst und an die Verrechnungsstelle 1 übermittelt, wobei das dem Teilnehmer 22 zugeordnete

Verrechnungskonto 32 mit dem gemessenen Stromverbrauch belastet wird. Dem Verrechnungskonto 3i des Teilnehmers 2c hingegen wird der gemessene Stromverbrauch gutgeschrieben.

In Fig. 2 ist ersichtlich, dass das Stromversorgungsnetz die Phasenleiter 14, 15, 16, einen Nullleiter 17 sowie die Erdung 18 umfasst. Der Stromzähler 5i ist an die

Phasenleiter 14, 15, 16 und an den Nullleiter 17

angeschlossen, um den hinter dem Stromzähler 5i im Stromnetz 7i anfallenden Stromverbrauch zu messen. An das Stromnetz 1 % sind eine erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung 9 sowie eine weitere erfindungsgemäße Stromabgabevorrichtung 19 angeschlossen. Die Stromabgabevorrichtungen 9 und 19 umfassen stromabgabeseitig jeweils eine Steckdose 20 bzw. 21, welche den Anschluss eines Verbrauchers 10 erlauben. Wenn es sich bei dem Verbraucher 10 um ein Elektrofahrzeug handelt, welchem Ladestrom zur Verfügung gestellt werden soll, kann die Steckdose 21 zusätzlich zu Anschlüssen für drei Phasenleiter, einem Nullleiter und der Erdung einen PP-Kontakt 22 ( Proxi ity-Pilot ) , um die Anwesenheit des Steckers festzustellen, und einen CP-Kontakt 23 (Control Pilot) umfassen, um die erforderlichen Steuersignale zwischen dem Elektrofahrzeug und der als Ladestation fungierenden Stromabgabevorrichtung 19 auszutauschen.

Am Beispiel der Stromabgabevorrichtung 9 ist nun

dargestellt, dass an die Steckdose 20 ein Ladekabel 12 angeschlossen ist, welches fahrzeugseitig einen Stecker 24 für die Ladebuchse des Fahrzeugs aufweist. Das Kabel 12 ist mit einer elektronischen Schaltung 25 ausgestattet, welche einen Speicher für eine Verbraucherkennung II2 und eine Lasterzeugungseinrichtung umfasst, dem die

Verbraucherkennung II2 aus dem elektronischen Speicher zugeführt ist, sodass ein die Verbraucherkennung

codierendes Lastprofil erzeugt werden kann. Die

Lasterzeugungseinrichtung ist hierbei über eine

Dreiecksschaltung 26 an die drei Phasenleiter des Kabels 12 angeschlossen .

Das erzeugte Lastprofil ist mittels einer Mess- und

Steuerschaltung 27 der Stromabgabevorrichtung 9

detektierbar . Die Mess- und Steuerschaltung 27 umfasst eine Dekodierungsschaltung zum Auslesen eines von der Mess- und Steuerschaltung 27 erfassten elektrischen Lastprofils. Auf diese Weise wird die Verbraucherkennung 112 an die Mess- und Steuerschaltung 27 und von dieser über die

Datenkommunikationsschnittstelle 29 und über die

Datenkommunikationsverbindung 8 oder 13 an die

Verrechnungsstelle 1 übermittelt. Nach Erhalt eines

Freigabesignals von der Verrechnungsstelle 1 gibt die Mess- und Steuerschaltung 27 den Stromfluss vom Stromnetz lx über die Stromabgabevorrichtung 9 zur Steckdose 20 frei, sodass der Ladevorgang beginnen kann. Die Mess- und

Steuerschaltung 27 ist über eine induktive Messanbindung 28 an die drei Phasenleiter angekoppelt, sodass der vom

elektrischen Verbraucher 10 konsumierte Strom erfasst und in der Folge gemeinsam mit der Verbraucherkennung 112 und der Stromzählerkennung 4i an die Verrechnungsstelle 1 übermittelt wird. Die Mitübermittlung der

Verbraucherkennung 112 und der Stromzählerkennung 4c erlaubt es der Verrechnungsstelle 1 das Verrechnungskonto 32 des Teilnehmers 22, welchem die Verbraucherkennung 112

zugeordnet ist, mit dem entsprechenden Stromverbrauch zu belasten und den Stromverbrauch dem Verrechnungskonto 3i des Teilnehmers 2i, welchem die Stromzählerkennung 4c zugeordnet ist, gutzuschreiben.