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1. (WO2019034206) MESSVORRICHTUNG MIT EINEM PASSIVEN KOOPERATIVEN TARGET
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- Messvorrichtung mit einem passiven kooperativen Target

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System mit einem passiven kooperativen Target nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 sowie in seinen weiteren Ausbildungen im Sinne der abhängigen Ansprüche.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders einfach handhabbares und kostengünstiges System mit einem passiven kooperativen Target als Messvorrichtung zur Verfügung zu stellen.

Ähnlich zu drahtlosem passiven Messen mit akustischen Oberflächenwellen-bauelementen gekoppelten Antenne, basiert der vorgestellte Ansatz auf einer Zeitbereichstrennung des gesendeten und reflektierten Signals. Das drahtlose Sensorsystem enthält ein Anregungs- und Empfangselement mit Signalverarbeitung am aktiven Teil und einen Transceiver mit einer oszillierenden Last auf dem passiven Sensorknoten. Der passive Sensorknoten besteht aus einem mit einem Abstrahlelement, d. h. einem Ultraschallwandler, elektrisch verbundenen Resonator. Diese Aufgabe wird bei einer Messvorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Weitere Ausbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüche.

Im Sinne der Erfindung ist ein System vorzugsweise eine Messvorrichtung zur Messung einer gewünschten Messgröße wie beispielsweise Kraft, Temperatur,

Strom, Spannung, Durchfluss, Feuchte, aber auch andere physikalische Größen, an einer, vorzugsweise zuvor ausgewählten, Messstelle. Ein solches erfindungsgemäße System umfasst einen ersten elektroakustischen Wandler, der mit einer

Abfrageeinheit verbunden ist. Eine solche Abfrageeinheit ist vorzugsweise ein softwaredefiniertes Radarsystem, welches dem Prinzip von softwaredefiniertem Radio folgt.

Unter Software Defined Radio (SDR) fasst man Konzepte für Hochfrequenz-Sender und -Empfänger zusammen, bei denen kleinere oder größere Anteile der

Signalverarbeitung mit Software verwirklicht werden. Die Analogkomponente kann ein Geradeausempfänger oder ein Überlagerungsempfänger (Superhet) sein. Vor allem Selektion und Modulation / Demodulation werden bei einem SDR mittels digitaler Signalverarbeitung verwirklicht.

Ein SDR-System führt einen Großteil der Signalverarbeitung mit einem

Universalrechner, bei Bedarf kombiniert mit dedizierter Hardware wie

Signalprozessoren und/oder FPGAs, aus. Empfängerbandbreiten von einigen 10

MHz lassen sich mit Universalrechnern wie PCs verwirklichen. Größere Bandbreiten und komplexere Verarbeitungsalgorithmen erfordern spezielle Prozessoren wie Signalprozessoren oder FPGAs. Wesentliche Eigenschaft ist, dass sich die unterschiedlichen Parameter des Funksystems wie die Modulation, unterschiedliche Bandbreiten, zeitliches Verhalten und unterschiedliche Kanalkodierungsverfahren, durch alleinige Änderung der Software implementieren lassen. SDR findet unter anderem im Bereich des Amateurfunks, des Militärs und im Mobilfunk Anwendung, aber auch zunehmend in zivilen Anwendungsbereichen wie in digitalen

Rundfunkempfängern. Hier ist die Flexibilität und Implementierung.

unterschiedlicher Protokollwechsel in Echtzeit von besonderem Nutzen. Ein gutes und anschauliches Beispiel ist die Realisierung der Basisstationen zellularer Netze als SDR. Diese könnten somit innerhalb kürzester Zeit kostengünstig auf neue Standards aufgerüstet werden. Die Hardware eines SDR besteht, umindest aus einem Sender- und Empfangermodul, sowie jeweils einem A/D- und D/A-Umsetzer und der dazwischenliegenden, softwarebasierten digitalen Signalverarbeitung. Die

Signalverarbeitung ist dabei üblicherweise komplex, im Sinne, dass ein Signalpfad aus einem Paar von zwei parallel geführten reellen Zahlenfolgen besteht, welche auch als I/Q-Signal bezeichnet wird. Der einfachste und ideale SDR Empfänger würde aus einem Analog- Digital-Umsetzer mit Antenne bestehen. Die ausgelesenen Daten würden dann direkt nach der Analog- Digital-Wandlung von einem digitalen Rechner verarbeitet. Der ideale Sender sähe ähnlich aus: Ein Rechner erzeugt einen digitalen Datenstrom über einen Digital- Analog-Umsetzer und eine nachfolgende Antenne versendet diesen.

Funktionsprinzipien von SDRs

Heutige SDRs arbeiten nach einem von drei Funktionsprinzipien:

Direkte Digitalisierung des Eingangssignals

Nach einer möglichst sparsamen analogen Verarbeitung durch Filter und

Vorverstärker oder Dämpfungsglieder wird das Eingangssignal direkt digitalisiert. Nach dem Nyquist-Theorem muss das Eingangssignal zum Digitalisieren mit mindestens der doppelten maximalen Nutzfrequenz abgetastet werden, um das Signal rekonstruieren zu können. Mittlerweile gibt es A/DUmsetzer mit Abtastfrequenzen bis zu 3,6 GSPS bei 12 bit- Auflösung. Damit sind Empfangsbereiche bis zu 1500 MHz möglich.

Digitalisierung auf Zwischenfrequenzebene

Die ersten Stufen eines solchen Empfängers unterscheiden sich wenig von einem herkömmlichen Überlagerungsempfänger. Die analogen Filter werden dabei für die größte benutzte Nutzsignal-Bandbreite ausgelegt. Das reduziert nicht nur die

Anforderungen an die Grroßsignalfestigkeit der weiteren Verarbeitung, es ermöglicht auch ein drastisches Verringern der Abtastfrequenz: Bei einer Zwischenfrequenz-Bandbreite von z. B. 10 kHz reicht eine Abtastfrequenz von gut 20 kHz

(Unterabtastung). Dieses Konzept ist mittlerweile weit verbreitet, weil ein

hinreichend leistungsfähiger digitaler Signalprozessor (DSP) bedeutend billiger ist als diverse Quarzfilter mit den geforderten Bandbreiten. Zudem kann der DSP auch weitere Funktionen wie Verstärkungsregelung und Demodulation übernehmen - mit bedeutend besseren Eigenschaften und mehr Möglichkeiten als herkömmliche Analogtechnik.

Direktmischer nach dem I/Q-Verfahren

Direktmischempfänger ist ein Empfängerkonzept, bei dem das Eingangssignal mit einem Oszillatorsignal der gleichen Trägerfrequenz direkt gemischt und so demoduliert wird. So arbeitete schon ein Audion in den 1920er Jahren, wenn man Morsesignale empfangen wollte. Das Problem herkömmlicher Direktmischer ist die fehlende Spiegelfrequenzunterdrückung, d. h. ein Sinussignal 1 kHz unter der Oszillatorfrequenz liefert genau das gleiche Ausgangssignal wie ein Sinussignal 1 kHz über der Oszillatorfrequenz. Dieses Problem löst ein SDR durch„komplexe" Signalverarbeitung, d. h. durch Rechnen mit Real- und Imaginärteil welches auch als I/Q-Signal bezeichnet wird. Das I steht dabei für in Phase und den Realteil. Q steht für Quadrature und für den Imaginärteil des Signals. Dazu nutzt man im Eingangsteil des Direktmischer-Empfängers zwei parallele Mischstufen, deren Oszillatorsignale um 90° phasenverschoben sind. Solche Oszillatorsignale sind mit Digitaltechnik sehr einfach zu erzeugen. Die Ausgangssignale der beiden Mischer werden parallel digitalisiert und dann digital verarbeitet, wobei die Hilbert-Transformation eine zentrale Rolle spielt. Im Endeffekt bewirkt die Hilberttransformation eine frequenzabhängige Verzögerung ohne Beeinflussung der Signalamplitude, so dass das Signal um 90° in der Phase gedreht wird. Ein 1 -kHz-Signal wird also um 250 μβ verzögert, ein 10-kHz-Signal um 25 μβ. Am Ende stehen zwei

Direktüberlagerungssignale mit 0° Phasenverschiebung und mit 90°

Phasenverschiebung zur Verfügung. Durch Addieren bzw. Subtrahieren der beiden Signale kann man zwischen den beiden Seitenbändern umschalten.

Ferner umfasst das System mindestens einen zweiten elektroakustischen Wandler, der mit einem Resonator verbunden ist, wobei der erste elektroakustische Wandler und der zweite elektroakustische Wandler einen akustischen Kanal bilden und der zweite elektroakustische Wandler mit dem Resonator ein passives kooperatives Target bildet, welches beim Empfang eines Abfragesignals der Abfrageeinheit über den akustischen Kanal ein Antwortsignal sendet und das Abfragesignal eine höhere Energie aufweist als das Antwortsignal.

Auch kann ein erfindungsgemäßes System eine Abfrageeinheit umfassen, die eine softwaredefinierte Abfrageeinheit im Sinne des softwaredefinierten Radios ist.

Auch kann bei einem erfindungsgemäßen System der erste und / oder der zweite elektroakustische Wandler ein, vorzugsweise bidirektionaler, Schallwandler, vorzugsweise für Ultraschall oder Infraschall, sein.

Bei einem erfindungsgemäßen System ist der Resonator ein Resonator mit einer hohen Güte ist.

Ferner kann bei einem erfindungsgemäßen System der Resonator zumindest einen Teil der Energie des Abfragesignals solange aufgrund der hohen Güte in sich speichert, bis eine umgebungsbedingte Signalreflektion des Abfragesignals abgeklungen ist.

Bei einem erfindungsgemäßen System kann der Resonator, vorzugsweise ein piezoelektrischer, Dünnschichtresonator, ein dielektrischer Resonator oder ein Quarzstimmgabelresonator sein.

Auch kann der Resonator ein Eintor-Resonator sein.

Ferner kann der Resonator im Sinne der Erfindung mindestens eine

Resonanzfrequenz als Funktion einer Messgröße aufweisen, wobei die

Resonanzfrequenz temperaturgangskompensiert ist.

Bei einem erfindungsgemäßen System hatte sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Antwortsignal gegenüber dem Abfragesignal in der Frequenz verschoben ist.

Bei einem erfindungsgemäßen System ist das Abfragesignal, vorzugsweise als mindestens ein rechteckförmiger Abfrageimpuls und / oder ein Schwebungssignal und / oder ein frequenzmoduliertes Abfragesignal, von der Abfrageeinheit gesendet wird.

Ein Abfrageimpuls kann im Rahmen der Erfindung ein Impuls oder Signal mit rechteckiger Einhüllenden im Zeitbereich sein.

Ferner kann im Rahmen der Erfindung ein Abfrageimpuls ein Impuls oder Signal mit rechteckiger Amplitude im Zeitbereich sein.

Auch kann im Rahmen der Erfindung ein Abfrageimpuls ein Impuls oder Signal mit rechteckiger Leistung im Zeitbereich sein.

Ferner kann ein Abfragesignal im Rahmen der Erfindung ein Abfragesignal sein, dessen Frequenz mit einem weiten Beatsignal (Schwebungssignal oder auch Dither-Signal in der Fachliteratur genannt) periodisch erhöht und erniedrigt wird.

Wenn dieses frequenzmodulierte Abfragesignal jedesmal über die Resonanzfrequenz des Transponders fährt, so wird das Antwortsignal bei Resonanz erhöht und außerhalb erniedrigt. Die Einhüllende des Antwortsignals hat dabei die doppelte Frequenz wie das Beatsignal, da es ja sowohl bei der maximalen und auch bei der minimalen Frequenz abgesenkt wird. Wenn im Empfänger die Frequenz des

Abfragesignals auf das Maximum der Zweiten Harmonischen der Beatfrequenz im Antwortsignal gelockt wird, kann eine PLL aufgebaut werden, die eine extrem genaue Messung erlaubt.

Im Sinne der Erfindung kann das frequenzmodulierte Signal in ein

amplitudenmoduliertes Signal gewandelt werden. Die Einzelheiten dieser drahtlosen Umwandlung von Frequenzmodulation in Amplitudenmodulation durch

Hochfrequenzresonatoren zur genauen Bestimmung der Resonanzfrequenz von passiven akustoelektronischen Sensoren auf Basis wobei die emittierten

frequenzmodulierten Hochfrequenzimpulse von einem gepulsten Radar zur

Abtastung eines oberflächenwellenbasierten Sensors erzeugt werden. Der scharfe Vorzeichenübergang des amplitudenmodulierten Empfangssignals liefert ein Signal, auf dem eine Rückkopplungsschleife zur Überwachung des Resonanzsignals eingeregelt ist.

Ein Resonator wirkt durch seine Übertragungsfunktion wie ein Frequenz-Amplituden-Modulations-Konverter. Durch Anregung eines Schmalband-Resonators von seiner Resonanzfrequenz weg mit einem FM Signal mit einer Rate von der Kreisfrequenz ω auf einer der Resonanzflanken ist das zurückgegebene Signal eine bei ω modulierte Amplitude. Bei Resonanzfrequenz, wobei der Koeffizient erster Ordnung für eine Polynomentwicklung der Übertragungsfunktion null wird und der Koeffizient zweiter Ordnung dominant wird, wird die Frequenzmodulation bei ω zu einer Amplitudenmodulation bei 2ω, mit einem Beitrag bei ω nahe Null. Oberhalb der Resonanzfrequenz wird die Frequenzmodulation bei ω wieder zu einer

Amplitudenmodulation bei ω, diesmal jedoch mit einer 90° Phasenverschiebung der Amplitudenmodulation gegenüber dem Frequenzmodulationssignal gegenüber dem vorherigen Fall.

Im Rahmen der Erfindung kann bei einem System das Abfragesignal, vorzugsweise als mindestens ein rechteckförmiger Abfrageimpuls, von einer Signalquelle gesendet werden, welches nicht die Abfrageeinheit ist.

Bei einem erfindungsgemäßen System umfasst das passive kooperative Target keine aktiven elektronischen Bauelemente. Das hat den Vorteil, dass das System in rauen Bedingungen wie beispielsweise in einem Umfeld mit sehr hohen Temperaturen, oder auch unter Wasser einsetzbar ist.

Bei einem erfindungsgemäßen System umfasst das passive kooperative Target keine eigene Energiequelle umfasst. Das hat zum Vorteil, dass keine Batterie benötigt wird. Auch ist es nicht nötig Energie über induktive Übertragung oder über sogenannte near field communication (nfc Systeme) zu übertragen. Damit ist das System vollständig energieautonom und kann in rauen Bedingungen wie

beispielsweise in einem Umfeld mit sehr hohen Temperaturen, oder auch unter Wasser eingesetzt werden.

Ferner generiert bei einem erfindungsgemäßen System das passive kooperative Target seine zum Senden des Antwortsignals benötigte Energie über den akustischen Kanal aus dem Abfragesignal. Damit ist das System vollständig energieautonom und kann in rauen Bedingungen wie beispielsweise in einem Umfeld mit sehr hohen Temperaturen, oder auch unter Wasser eingesetzt werden.

Die Einsetzbarkeit eines erfindungsgemäßen Systems unter Wasser sowie auch in einer Umgebung bei der beispielsweise eine Komponente des Systems, nämlich entweder die Abfrageeinheit oder das passive kooperative Target innerhalb eines faradayschen Käfigs sich befindet, ist dank des akustischen Kanals möglich. Dieser akustische Kanal im Sinne der Erfindung wird vorzugsweise aus akustischen Signalen gebildet, die in einem Frequenzbereich von 1 kHz bis 10 THz,

vorzugsweise

einem ersten Frequenzbereich von 1 kHz bis 10 kHz, insbesondere 3 kHz bis 5 kHz, oder auch 5 kHz bis 10 kHz,

oder in einem zweiten Frequenzbereich von 10 kHz bis 50 kHz, insbesondere 10 kHz bis 19 kHz, oder auch 19 kHz bis 50 kHz, besonders bevorzugt 20 KHz bis 45 kHz oder 20 kHz bis 25 kHz oder 25 kHz bis 44 kHz oder 44 kHz bis 45 kHz.

einem dritten Frequenzbereich von 50 kHz bis 250 kHz, insbesondere 50 kHz bis 100 kHz, oder auch 100 kHz bis 250 kHz, oder

in einem vierten Frequenzbereich von 250 kHz bis 1 MHz, oder

in einem fünften Frequenzbereich von 1 MHz bis 10 MHz, oder

in einem sechsten Frequenzbereich von 10 MHz bis 100 MHz, oder

In einem siebten Frequenzbereich von 100 MHz bis 400 MHz, oder

in einem siebten Frequenzbereich von 400 MHz bis 600 MHz, oder

in einem achten Frequenzbereich von 600 MHz bis 900 MHz, oder

in einem neunten Frequenzbereich von 900 MHz bis 1 GHz, oder

in einem zehnten Frequenzbereich von 1 GHz bis 5 GHz, oder

in einem weiteren Frequenzbereich von 5 GHz bis 10 GHz, oder

auch in einem Frequenzbereich von 1 mHz bis zu 1 kHz, insbesondere 1 mHz bis 0,5 Hz, oder auch 0,5 Hz bis 1 Hz, insbesondere bevorzugt 1 Hz bis 500 Hz, insbesondere 1 Hz bis 100 Hz, vorzugsweise auch 70 Hz bis 95 Hz, oder auch 100 Hz bis 250 Hz, oder auch 250 Hz bis 1 kHz, sowie

in weiteren Frequenzbereichen von 20 Hz bis 20 kHz, oder 20 kHz bis 1 GHz, oder auch 1 GHz bis 10 THz liegen können.

Schall und/oder ultraschallgekoppeltes passives drahtloses

Schwingungssensorsystem

Diese Veröffentlichung stellt erstmals ein Instrumentierungsverfahren zur passiven Extraktion einer Resonanzfrequenz eines High-Q-Resonators über einen drahtlosen Ultraschall-Kanal vor. Als eine erste Anwendung wird eine passive drahtlose Temperaturmessung vorgestellt mit einem Nachweis des drahtlosen und passiven Betriebs der Vorrichtung. Temperaturauflösung von 0,17°C und ein Messbereich von 350 mm wurden gezeigt.

Passives drahtloses Erfassen ist ein Messverfahren, das eine analoge drahtlose Messung eines Wandlerelements ermöglicht.

Im Zeitalter des Internet-of-Things hat diese Technologie eine faire Chance aus der aktuellen Nischen der industriellen Sensortechnik für raue Umgebungen in den Mainstream-Markt aufzusteigen. Eine herkömmliche drahtlose Kommunikation basierend auf elektromagnetischer Wellenausbreitung ist in Situationen, in denen sich der Sensorknoten in einem leitfähigen Gehäuse, also Faraday' sehen Käfig, befindet, unwirksam, weshalb ein Verfahren basierend auf Ultraschallausbreitung kürzlich in der Veröffentlichung von Hagelauer, A.; Ussmueller, T.; Weigel, R.

SAW and CMOS RFID transponder-based wireless Systems and their applications. In Proceedings of the 2012 IEEE International Frequency Control Symposium (FCS), Baltimore, MD, USA, 21-24 May 2012; pp. 1-6 vorgeschlagen wurde.

Dieses Prinzip der Ultraschallausbreitung wird beschrieben in seinen Einzelheiten in der Veröffentlichung von 1. Hagelauer, A.; Ussmueller, T.; Weigel, R. SAW and CMOS RFID transponder-based wireless Systems and their applications. In

Proceedings of the 2012 IEEE International Frequency Control Symposium (FCS), Baltimore, MD, USA, 21-24 May 2012; pp. 1-6. auf die sich hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Die hier vorgestellte Arbeit ist ein Versuch, einen Chip-freien Ansatz durch Anpassung eines Stimmgabelresonators mit einem Ultraschallwandler zu untersuchen. Zunächst wird auf das Konzept der drahtlosen Abfrage von High-Q-Resonatoren eingegangen, gefolgt von einer Beschreibung des Experiments, das folgende Hypothese testet: können Ultraschallwandler und Kristallresonatoren als passive Funksensoren verwendet werden? Das wird dann gefolgt von einer Charakterisierung des Sensorelements und eine anschliessende Analyse seiner Leistung.

Konzept für das drahtlose Sensorsystem

Ähnlich zu drahtlosem passiven Messen mit akustischen Oberflächenwellen-bauelementen gekoppelten Antenne, basiert der vorgestellte Ansatz auf einer Zeitbereichstrennung des gesendeten und reflektierten Signals, wird in der Veröffentlichung von Reindl, L.; Scholl, G.; Ostertag, T.; Scherr, H.; Wolff, U.; Schmidt, F. Theory and application of passive SAW radio transponders as sensors. IEEE Trans. Ultrason. Ferroelectr. Freq. Control 1998, 45, 1281-1292. in seinen Einzelheiten bezüglich drahtlosem passiven Erfassen mit akustischen Oberflächenwellenbauelementen ausführlich beschrieben worauf hier ausdrücklich Bezug genommen wird, der vorgestellte Ansatz basiert auf einer Zeitbereichstrennung des gesendeten und reflektierten Signals. Das drahtlose Sensorsystem enthält ein Anregungs- und Empfangselement mit Signalverarbeitung am aktiven Teil und einen Transceiver mit einer oszillierenden Last auf dem passiven Sensorknoten. Der passive Sensorknoten besteht aus einem mit einem Abstrahlelement, d. h. einem Ultraschallwandler, elektrisch verbundenen Resonator. Gütefaktor, der Hauptgütefaktor für einen Resonator in dieser Anmeldung ist definiert als:

wobei ωο die Resonanzfrequenz, W die im Resonator gespeicherte Energie und P die Verlustleistung ist. Bei Resonatoren, die mit einem Abstrahlelement gekoppelt sind, ist die Verlustleistung aufgrund interner Material- und Widerstandsverluste gering, die Schwingzeit kann länger als Umgebungsechos sein, so dass eine kanalinvariante Messung der Resonanzfrequenz drahtlos möglich ist."

Figur 1 Grundkonzept eines drahtlosen Auslesens einer Resonanzfrequenz mittels Ultraschallwellenausbreitung.

Äußere Umwelteinflüsse wie Temperatur beeinflussen Materialeigenschaften wie der Steifigkeitstensor eines piezoelektrischen Resonators. Dies bewirkt eine

Frequenzverschiebung der Resonanzmode, wie sie durch die harmonische

Störtheorie erklärt wird. Dieser Effekt kann zur Temperaturmessung genutzt werden, passiv über eine drahtlose Verbindung und ist im Abschnitt 4 demonstriert.

Auch ist es im Rahmen der Erfindung möglich, einem passiven kooperativen Target ein Identifikationsmerkmal (eine ID) zuzuteilen um eine Identifikation zu ermöglichen und somit die Zuteilung eines Messwertes an eine bestimmte Messstelle zu ermöglichen. Einzelheiten über die Funktionsweise und Umsetzung der Signalabfrage und der Kodierung sowie der Art, Aufbau und Funktionsweise der Resonatoren eines solchen kombinierten Identifikations- und/oder Sensorsystems sind beschrieben in der DE 44 13 211 AI auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Ferner sind Einzelheiten über die Funktionsweise und Umsetzung der Signalabfrage und der Kodierung sowie der Art, Aufbau und Funktionsweise der Resonatoren eines solchen kombinierten Identifikations- und/oder Sensorsystems sind beschrieben in der US 5,691,698 auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Ferner sind Einzelheiten über die Funktionsweise, Aufbau und Umsetzung der Abfrageeinheit sowie der Art, Aufbau und Funktionsweise der Schallwandler im Falle von Ultraschallwandler eines solchen kombinierten Identifikations- und/oder Sensorsystems beschrieben in der US 7,061,381 B2 auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Femer sind Einzelheiten über die Funktionsweise, Aufbau und Umsetzung der Abfrageeinheit, der Signalabfrage, der Signalaussendung des Abfragesignals sowie Art, Aufbau und Funktionsweise der Energiespeicherung innerhalb des Resonators im Falle des Empfangs von gestreuten Signalen aus der Umgebung mit einer längeren Laufzeit als das nicht gestreute ursprüngliche Abfragesignal im Falle elektromagnetischer Signale, welches analog in Hinblick auf das physikalische Streuprinzip von Signalen im Rahmen der Erfindung auf die Streuung akustischer Signale angewendet werden soll ausführlich in der DE 10 057 059 AI beschrieben, auf die ausdrücklich Bezug genommen wird.

Konzeptentwurf

Der Hauptfokus für den Konzeptentwurf liegt auf der passiven Extraktion einer Resonanzfrequenz mit drahtloser Ultraschallabfrage. Dabei wird ein temperaturkompensierter Quartz- Stimmgabelresonator mit einem High-Q verwendet. Für die Realisierung des Sensorsystems wird später ein temperaturmessender Stimmgabelresonator in dieser Veröffentlichung vorgestellt. Der Instrumentierungsaufbau ist in Figur 2 dargestellt, die kommerziell erhältlichen elektronischen Komponenten weisen eine Mittenfrequenz von 40 kHz auf und wurden mit einer hochgenauen Impedanzmessung analysiert.

Figur 2 Messaufbau mit Laborausrüstung zum Konzeptentwurf mit einem Stimmgabelresonator.

An den Sender wird ein Puls mit einer Weite von 0,5 s angelegt, woraus sich eine Bandbreite von 2,4 Hz um die Resonanz ergibt. Dadurch wird das Schwingen des High-Q-Resonators bewirkt, der eine Zeitbereichstrennung von Tx und Rx ermöglicht. Figur 3 stellt das gemessene Zeitbereichssignal am Ultraschallempfänger dar. Die Anregungsfrequenz klingt nach dem Burst in weniger als 2 ms ab und der High-Q-Resonator beginnt in seiner Resonanzfrequenz zu schwingen. Die

Frequenzverschiebung von der Anregung auf die Resonanzfrequenz weist das vorgestellte Konzept auf. Ein rückgestreutes Signal könnte mit einer Kanalleistung von 36 dBmV über einen Abstand von 350 mm bei 100 ms Burst bei 2Vpp mit und SNR von 10 dB gemessen werden.

Figur 3. Rückgestreutes Signal: (a) Anregungsimpulsbreite von 0,502 s und Klingeln des High-Q-Faktor-Resonators bei Resonanzfrequenz mit Hüllkurvenanpassung (rot gestrichelt) zum Zerfall für die Q-Faktor-Berechnung; (b) Verschiebung von Anregungsfrequenz zu Resonanzfrequenz.

Sensorcharakterisierung

Als Sensor wird ein Temperaturmessoszillator (TSXO) verwendet, der als Stimmgabelresonator ausgebildet ist. Mit seinem High-Q-Faktor und einer niedrigen Frequenz im kHz-Bereich erreicht er lange Schwingzeiten. Für die Messung in Figur 4 wird in einer Klimakammer eine Temperaturrampe von -30°C bis + 90°C auf den Resonator angewendet. Er wird mit der Burst-Mode-Technik abgefragt und die temperaturabhängige Resonanzfrequenz mit einer eingeblendeten FFT im ungezwungenen Zeitrahmen gemessen, dargestellt in Figur 3 a als roter Bereich. Die Anregungsfrequenz wird über die Temperaturrampe eingestellt, indem sie auf die zuvor erhaltene Resonanzfrequenz eingestellt wird, die Rückkopplungskette der vorgestellten digital gesteuerten Phasenregelschleife vervollständigt. Dieses Prinzip der Anregungsfrequenz wird über die Temperaturrampe eingestellt, indem sie auf die zuvor erhaltene Resonanzfrequenz eingestellt wird, die Rückkopplungskette der vorgestellten digital gesteuerten Phasenregelschleife vervollständigt bei messenden Oszillatoren oder Resonatoren wird beschrieben in seinen Einzelheiten in der Veröffentlichung von Pohl, A.; Ostermayer, G.; Seifert, F. Wireless sensing using oscillator circuits locked to remote high-Q SAW resonators. IEEE Trans. Ultrason. Ferroelectr. Freq. Control 1998, 45, 1161-1168 beschrieben auf die sich hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Figur 4: (a) Charakterisierung der Resonanzfrequenz des Sensorelements als Funktion der Temperatur mit quadratischer Passung (b) Reste der angepassten Kurve in mHz. Der TSXO zeigt ein quadratisches Temperaturverhalten bei einer Empfindlichkeit -1,94 Hz/°C bei 25°C. Die Ausgleichskurve weist einen Wert für R-Quadrat von 1,0 und 4,3552 als Norm der Residuen mit 1819 Punkten auf. Die Parabelmuster im Residuum legen nahe, dass der Hauptgrund für die Residuen auf den Quantisierungsfehler des Temperatursensors zurückzuführen ist, der als Referenz mit einer Auflösung von 0,1 °C verwendet wird. Die aktuell verwendete FFT-Frequenzbandbreitenauflösung von 0,34 Hz begrenzt die Temperaturauflösung auf 0,17°C

Als Cramer Rao bound wie in der Veröffentlichung Kalinin, V. Comparison of frequency estimators for interrogation of wireless resonant SAW sensors. In Proceedings of the 2015 Joint Conference of the IEEE International Frequency Control Symposium & the European Frequency and Time Forum, Denver, CO, USA, 12-16 April 2015; pp. 498-503 in Bezug auf die Signalverarbeitung und Signalauswertung bei akustischen Bauelementen in seinen Einzelheiten beschrieben wird und worauf hier ausdrücklich Bezug genommen wird, ist deutlich geringer ist, kann eine bessere Auflösung für die Temperatur erreicht werden.

Schlussfolgerung

Diese Arbeit hat ein Messverfahren zur Extraktion einer Resonanzfrequenz eines High-Q-Resonators über einen drahtlosen Ultraschallkanal vorgestellt. Neben einem Konzeptentwurf des drahtlosen und passiven Betriebs der Vorrichtung wird eine passive drahtlose Temperaturmessung vorgestellt. Temperaturauflösung von 0,17°C und eine Messreichweite von 350 mm wurden gezeigt. Es hat sich gezeigt, dass eine Auslegung und Implementierung des vorgestellten Systems eine sorgfältige Abstimmung der Resonanzfrequenz und der Impedanz zwischen dem Wandler und dem Resonator erfordert. Zusätzlich und abhängig von den Geräuschpegeln der Umgebung muss der Q-Faktor des Resonators hoch sein (~ 100.000 ) zur präzisen drahtlosen Extraktion der Resonanzfrequenz. Die in diesem Beitrag vorgestellte neue drahtlose Erfassungstechnik weist signifikante Potentialanwendungen im Hinblick auf Messungen an bewegten Teilen auf, innerhalb geschlossener Hohlräume und in untergetauchten Umgebungen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in den Figuren dargestellten

Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt:

Figur 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Systems mit einem softwaredefinierten Radar als Abfrageeinheit;

Figur 2 eine schematische Darstellung des Konzeptentwurfs Messaufbaus;

Figur 3 eine Zeitbereichsmessung des Empfangssignals (returned signal);

Figur 5 eine Abbildung eines Messaufbaus;

Figur 4 oben: Charakterisierung des Sensorelements in Abhängigkeit von der Temperatur.

Figur 4 unten: eine Empfangssignalanalyse.

Figur 6 ein Meßdiagramm der Resonanzfrequenz gegenüber der Temperatur für einen 32,8 kHz Resonator;

Figur 1 : Messaufbau mit einem Signalgenerator als softwaredefinierten Radar funktionierend als Abfrageeinheit zur Aussendung eines akustischen Signals über einen akustischen Wandler, hier als Ultraschallwandler ausgeführt. Der

Ultraschallwandler sendet das akustische Signal über den akustischen Kanal zu dem weiteren akustischen Wandler, welcher mit einem Resonator als einem kooperativen passiven Target verbunden ist. Der Resonator speichert das empfangene

Abfragesignal, respektive die Energie des akustischen Signals welches von dem elektroakustischen Wandler (nämlich dem Resonator) in elektrische Energie gewandelt wurde, solange bis Signale aus der Umgebung abgeklungen sind.

Anschließend wandelt der Resonator die elektrische Energie wieder in akustische Energie und sendet sie über den akustischen Kanal an den ersten akustischen Wandler. Drahtloser Versuchsaufbau: Diese Messung erfolgt in einem Abstand von 50 mm mit einer 10 Vss- Abfragequelle. Eine Reichweite von bis zu 1 km wurde von den Autoren erreicht.

Bezugszeichenliste

1 Software definiertes Ultraschallradar

2 Mikrokontroller

3 DAC

4 Filter

5 Tx AMP

6 Rx AMP

7 Filter

8 ADC

9 Tx Signal

10 Rx Signal

11 Ultraschall Sensor/Etikett

12 Anpassung

13 Resonator

14 Last

15 Funktionsgenerator Tektronix AFG3102

16 Ultraschall Sender

17 OsziUoskop Rohde&Schwarz RTO1044

18 Ultraschall Empfänger

19 Messspannung (V)

20 Anregungsfrequenz = 39995,20 Hz

21 Pulsdauer = 0,502 Sekunden

22 Resonanzfrequenz = 39996,56 Hz

23 Abklingzeit = 0,502 Sekunden

24 Gütefaktor = 101788

25 Zeit (s)

26 Messspannung (V)

27 Zeit (s)

28 Resonanzfrequenz (kHz)

29 32,718 kHz Resonator

30 Quadratische Kurvenanpassung

31 Residuen der quadratischen Kurvenanpassung (mHz)

32 Temperatur (°C)

33 Funktionsgenerator

34 Ultraschall Sender

35 Ultraschall Empfänger

36 OsziUoskop

37 Resonator

38 Ultraschallwandler

39 Ermittelte Resonanzfrequenz (kHz)

40 DUT Antwort

41 PtlOO Referenz

42 Temperatur (°C)

43 Zeit (Stunden)