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1. (WO2019029858) BEHÄLTERBEHANDLUNGSANLAGE
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Behälterbehandlungsanlage

Die Erfindung eine Behälterbehandlungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Austauschen von austauschbaren Bauteilen einer in einem Reinraum angeordneten Behälterbehandlungsmaschine gemäß Anspruch 10.

Stand der Technik

Behälterbehandlungsanlagen sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt. Diese können mehrere Behälterbehandlungsmaschinen zum Behandeln von Behältern umfassen und dienen in der getränkeverarbeitenden Industrie grundsätzlich dazu, Behälter herzustellen, zu Befüllen und zu verpacken.

Je nach abzufüllendem Produkt oder zusätzlichen Anforderungen an die Sauberkeit können Teile der Behälterbehandlungsanlage, insbesondere einzelne Behälterbehandlungsmaschinen, in Reinräumen angeordnet sein. Dies trifft insbesondere auf Füllmaschinen und Verschließer zu, da hier das Produkt mit der Umgebungsluft in Berührung kommen kann, was zu unerwünschten Verunreinigungen führt.

Werden Wartungsarbeiten, beispielsweise im Zuge eines Formatwechsels, an dieser Behälterbehandlungsmaschine notwendig, ist ein Offnen des Reinraums und ein anschließendes Dekontaminieren nötig, sodass die Stillstandszeiten hier erheblich sein können.

Aufgabe

Ausgehend vom bekannten Stand der Technik besteht die zu lösende technische Aufgabe somit darin, eine Behälterbehandlungsanlage mit einer Behälterbehandlungsmaschine in einem Reinraum anzugeben, für die ein zeitsparender Formatwechsel durchgeführt werden kann.

Lösung

Diese Aufgabe wird durch die Behälterbehandlungsanlage gemäß Anspruch 1 und das Verfahren zum Austauschen von austauschbaren Bauteilen gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfasst

Die erfindungsgemäße Behälterbehandlungsanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Roboter umfasst, der in dem Reinraum angeordnet ist und zum Austauschen des austauschbaren Bauteils ausgebildet ist.

In diesem Zusammenhang bedeutet "Austauschen" eines (Bauteils, dass ein [Bauteil, das an der [Behälterbehandlungsmaschine angeordnet ist, durch den Roboter von der Behälterbehandlungsmaschine entfernt werden kann, und ein anderes Bauteil an (diese Stelle) der Behälterbehandlungsmaschine angebracht wird.

Unter dem Begriff des Bauteils kann prinzipiell jeder Teil der Behälterbehandlungsmaschine verstanden werden. Hierunter fallen jedoch insbesondere bei Formatwechseln zu wechselnde Bauteile wie Blasformen, Verschließer, Verschließelemente, Düsenstöcke, Führungsteile oder Halterungen.

Da der Roboter den Austausch des austauschbaren Bauteils vornehmen kann, ohne dass hierfür der Reinraum geöffnet werden muss, kann ein Formatwechsel schnell und insbesondere ohne Offnen und anschließende Dekontaminierung des Reinraums erfolgen, was die Stillstandszeiten der Behälterbehandlungsanlage auch bei einem Umrüsten erheblich reduzieren kann.

In einer Ausführungsform umfasst der Roboter einen Roboterarm, der fest im Reinraum montiert ist oder entlang einer in dem Reinraum angeordneten Führung beweglich angeordnet ist. Je nach Anforderungen können so unterschiedlich große Bewegungsspielräume für den Roboter gewährleistet werden.

In einer Weiterbildung dieser Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Führung mit einem Teil des Roboterarms einen Linearantrieb bildet. Diese sind sehr genau und energieeffizient steuerbar und können schmiermittelfrei ausgebildet sein, was die Gefahr von unerwünschten Verunreinigungen des Reinraums reduzieren kann.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass im Reinraum ein Magazin zum Lagern von austauschbaren Bauteilen angeordnet ist und der Roboter ist ausgebildet, eines der austauschbaren Bauteile aus dem Magazin zu entnehmen und an der Behälterbehandlungsmaschine anzubringen und ein an der Behälterbehandlungsmaschine angebrachtes, austauschbares Bauteil von dieser zu entfernen und dem Magazin zuzuführen. Da die auszutauschenden Bauteile dem Roboter bereits im Reinraum zur Verfügung stehen, kann das Umrüsten der Behälterbehandlungsanlage hier praktisch ohne Wechselwirkung mit der Außenwelt, insbesondere ohne physische Wechselwirkung, erfolgen, was auch die Interaktion mit den Bedienem reduziert.

In einer alternativen Ausführungsform ist eine Schleuse in der Wandung des Reinraums vorgesehen, in die von außerhalb des Reinraums ein austauschbares Bauteil eingebracht werden

kann, wobei der Roboter ausgebildet ist, das austauschbare Bauteil aus der Schleuse zu entnehmen und an der Behälterbehandlungsmaschine anzubringen und ein an der Behälterbehandlungsmaschine angebrachtes, austauschbares Bauteil von dieser zu entfernen und der Schleuse zuzuführen. Dies gestattet beispielsweise auch das Einbringen neuer, bisher in der Behälterbehandlungsanlage nicht verwendeter Bauteile (beispielsweise eine neue Blasform oder ein anderes Verschließelement), ohne dass hierzu ein Offnen des Reinraums notwendig wäre. So kann ein flexibles Umrüsten bei gleichzeitig geringen Stillstandszeiten der Behälterbehandlungsanlage erreicht werden.

In einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass in der Schleuse eine Sterilisationsvorrichtung angeordnet ist, die ein in die Schleuse von außerhalb des Reinraums eingebrachtes austauschbares Bauteil sterilisieren kann. Unerwünschte Kontamination des Reinraums kann so vermieden werden.

Die austauschbaren Bauteile können wenigstens eines von Verschließelementen, Klammersegmenten, Rutschen oder Spike-Elementen umfassen. Diese Bauteile sind verhältnismäßig klein und leicht und können so von üblicherweise erhältlichen Robotern auch in einem relativ klein dimensionierten Reinraum bewegt und an der Behälterbehandlungsmaschine angebracht bzw. von dieser entfernt werden.

In einer Ausführungsform ist dem Roboter eine Mediendurchführung für ein flüssiges und/oder gasförmiges Medium zugeordnet und ein Werkzeug des Roboters zum Austauschen des austauschbaren Bauteils kann pneumatisch oder hydraulisch durch das Medium bedient werden. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass dem Roboter eine elektrische Energiezufuhr zugeordnet ist und einem Werkzeug des Roboters ein Elektromotor zugeordnet ist, sodass das Werkzeug des Roboters durch den Elektromotor bedient werden kann.

Die Medienzufuhr kann dabei sowohl zum Führen eines gasförmigen als auch eines flüssigen Mediums ausgebildet und geeignet sein. Alternativ können auch zwei Mediendurchführungen vorgesehen sein, wobei eine dieser Durchführungen ein flüssiges und die andere ein gasförmiges Medium führen. Auch die Kombination mit dem Elektromotor zum Bedienen des Werkzeugs kann dasselbe Werkzeug betreffen, das pneumatisch oder hydraulisch durch besagtes Medium bedient werden kann. So kann ein und dasselbe Werkzeug auch mit unterschiedlichen Graden an Genauigkeit oder Leistung gesteuert werden. Alternativ können auch ein oder mehrere Werkzeuge des Roboters pneumatisch oder hydraulisch bedient werden, wohingegen andere Werkzeuge des Roboters in dieser Ausführungsform mit Hilfe eines oder mehrerer Elektromotoren bedient werden.

In einer weiteren Ausführungsform umfasst der Roboter eine Düse und ist ausgebildet, die [Behälterbehandlungsmaschine mit einem Medium, beispielsweise zum Schmieren oder zum Reinigen von Komponenten, zu beaufschlagen. Neben dem Formatwechsel können so auch andere Wartungsarbeiten an der Behälterbehandlungsmaschine vorgenommen werden, ohne dass hierfür eine Öffnung des Reinraums notwendig wäre.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Austauschen von austauschbaren Bauteilen einer in einem Reinraum angeordneten Behälterbehandlungsmaschine zum Behandeln von Behältern, wie Flaschen, in der getränkeverarbeitenden Industrie, wobei in dem Reinraum ein Roboter angeordnet ist, umfasst, dass der Roboter ein austauschbares Bauteil der Behälterbehandlungsmaschine von der Behälterbehandlungsmaschine entfernt und gegen ein anderes austauschbares Bauteil austauscht. Die Bauteile verbleiben also im Reinraum oder können über eine Schleuse aus dem Reinraum entfernt werden, ohne dass der Reinraum bei einem Formatwechsel zur äußeren Atmosphäre hin geöffnet werden müssten. Stillstandszeiten beim Formatwechsel können so reduziert werden.

In einer Weiterbildung dieses Verfahrens entfernt der Roboter das austauschbare Bauteil zuerst von der Behälterbehandlungsmaschine und führt es einem Magazin für austauschbare Bauteile oder einer von außerhalb des Reinraums erreichbaren Schleuse in der Wandung des Reinraums zu und nimmt danach das andere austauschbare Bauteil auf und bringt dieses andere austauschbare Bauteil anschließend an der Behälterbehandlungsmaschine an. Dieser Verfahrensablauf ist zeitlich besonders effektiv, was die möglichen Stillstandszeiten der Behälterbehandlungsanlage während des Umrüstprozesses noch weiter reduzieren kann.

In einer weiteren Ausführungsform wird der Roboter zumindest während dem Austausch des austauschbaren Bauteils zwischen einer ersten Position und einer zweiten Position entlang einer Führung bewegt Dabei muss nicht der ganze Roboter bewegt werden, sondern es kann auch lediglich ein Teil des Roboters, beispielsweise ein Roboterarm, entlang einer solchen Führung bewegt werden. Diese Ausführungsform gestattet das Erreichen vieler unterschiedlicher Positionen in der Behälterbehandlungsmaschine und damit das Austauschen unterschiedlicher austauschbarer Bauteile.

Femer kann vorgesehen sein, dass der Roboter zumindest ein Bauteil der Behälterbehandlungsmaschine durch Beaufschlagen mit einem Medium aus einer Düse des Roboters reinigt und/oder schmiert Auf diese Weise können in zeitsparender Art neben dem Formatwechsel auch weitere Wartungsariseiten und/oder Reinigungsarbeiten an der Behälterbehandlungsmaschine durchgeführt werden.

In einer weiteren Ausführungsform erfolgt der Austausch des austauschbaren Bauteils durch den Roboter vollautomatisch oder durch Steuerung durch einen Bediener von außerhalb des Reinraums. Die erste Alternative kann eine weitere Zeitersparnis mit sich bringen, wohingegen die Steuerung durch einen Bediener auch das Handhaben überraschender Ereignisse beim Formatwechsel oder anderen Funktionen ermöglicht.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Austausch des austauschbaren Bauteils während eines Stillstands der Behälterbehandlungsmaschine erfolgt oder während eines Behandlungsschrittes eines Behälters in der Behälterbehandlungsmaschine erfolgt, der das austauschbare Bauteil nicht verwendet.

Dabei ist unter dem .Stillstand" der Behälterbehandlungsmaschine zu verstehen, dass diese in einem gewissen Zeitraum, beispielsweise mehrere Minuten oder Stunden, keine Behandlung von Behältern durchführt und auch keine Bewegung von Bauteilen erfolgt, die Maschine also in der Tat stillsteht bzw. nicht produziert.

Ein Behandlungsschritt, der ein austauschbares Bauteil, das auszutauschen ist, nicht verwendet, ist dabei als eine solche Phase bei der Bewegung der Behälterbehandlungsmaschine zu verstehen, die je nach Durchsatz der Behälterbehandlungsmaschine wenige Sekunden oder wenige Minuten lang sein kann und während der das betreffende Bauteil weder verwendet noch bewegt wird. Alternativ kommen hier auch solche Prozessführungen in Frage, die zeitlich alternierend unterschiedliche Komponenten verwenden (beispielsweise unterschiedliche Füllorgane der Behälterbehandlungsmaschine).

Kurze Beschreibung der Figuren

Fig. 1 schematische Darstellung einer Behälterbehandlungsanlage gemäß einer Ausführungs- form

Fig. 2 schematische Ansicht einer Behälterbehandlungsanlage gemäß einer weiteren Ausführungsform

Fig. 3 schematische Ansicht einer Behälterbehandlungsanlage mit einem Roboter

Ausführliche Beschreibung

Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Behälterbehandlungsanlage 100 gemäß einer Ausführungsform. Die Behälterbehandlungsanlage umfasst in dieser Ausführungsform einen Reinraum 120, in dem eine Behälterbehandlungsmaschine 101 angeordnet ist Bei dieser Behäl- terbehandlungsmaschine kann es sich um jegliche in der getränkeverarbeitenden Industrie üblicherweise eingesetzte Maschine handeln. Insbesondere kommen hierbei Füller in Frage, die ein Produkt in einen Behälter abfüllen. [Ebenso kommen bevorzugt Formfüllmaschinen in Frage, bei denen ebenfalls das Produkt in den Vorformling zum Ausformen des Vorformlings zum fertigen Behälter eingebracht wird. Grundsätzlich können sämtliche Behälterbehandlungsmaschinen, die eine Behandlung eines Behälters oder Vorformlings mit zur Umwelt geöffnetem Innenraum behandeln, in dem Reinraum 120 angeordnet sein.

In der hier dargestellten Ausführungsform umfasst die Behälterbehandlungsmaschine ein Karussell 111, an dem mehrere Behälterbehandlungsstationen 112 angeordnet sind.

Die hier dargestellte Ausführungsform ist selbstverständlich nicht zwingend.

Auch wenn hier nicht gezeigt, ist doch vorgesehen, dass die Behälterbehandlungsmaschine eine irgendwie geartete Verbindung durch die Wandung des Reinraums 120 hindurch aufweist, über die Behälter von außerhalb des Reinraums 120 der Behälterbehandlungsmaschine 101 zugeführt werden können, ohne dass dies die kontrollierte Atmosphäre innerhalb des Reinraums 120 beeinträchtigt. Beispielsweise kann eine hier nicht dargestellte Schleuse vorgesehen sein, durch die Behälter kontinuierlich oder taktweise in den Reinraum geführt und über geeignete Transportmittel der Behälterbehandlungsmaschine 101 zugeführt werden können.

Erfindungsgemäß ist in dem Reinraum 120 weiterhin ein Roboter 102 angeordnet. Dieser Roboter ist ausgebildet, ein Bauteil, beispielsweise das Bauteil 140, der Behälterbehandlungsmaschine 101 gegen ein anderes Bauteil auszutauschen.

Dazu ist in dieser Ausführungsform ein Magazin 130 vorgesehen, in dem oder auf dem ein oder mehrere andere austauschbare Bauteile 131 gelagert sind. In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform kann der Roboter 102 daher das Bauteil 140 von der Behälterbehandlungsmaschine 101 entfernen und dem Magazin 130 zuführen. Femer kann der Roboter eines der in dem Magazin 130 vorgehaltenen austauschbaren Bauteile 131 aus dem Magazin entnehmen und der Behälterbehandlungsmaschine 101 zuführen.

Bei den austauschbaren Bauteilen kann es sich um unterschiedlichste Bauteile, insbesondere relativ kleine Bauteile, handeln. Dazu zählen unter anderem Blasformen und Verschließelemente oder Verschließeinrichtungen. Ferner fallen hierunter Klammersegmente oder Rutschen und Spike-Elemente. Auch andere verhältnismäßig kleine und leichte Bauteile können von dem Roboter je nach Bedarf und Ausbildung der Behälterbehandlungsmaschine

ausgetauscht werden. Insbesondere kann der Roboter 102 ausgebildet sein, Bauteile mit äußeren Abmessungen von bis zu 50 x 50 x 50 cm und einem Gewicht von bis zu 30 kg zu transportieren und auszutauschen (also an der Behälterbehandlungsmaschine 101 anzubringen oder von dieser zu entfernen).

In der hier dargestellten Ausführungsform umfasst der Roboter 102 einen Roboterarm 103, der beispielsweise an einer Halterung 105 des Roboters befestigt sein kann. Der Roboterarm 103 kann über mehrere Gelenke 132 und 133 und mehrere Segmente 134 und 135 verfügen, die jeweils mit wenigstens einem der Gelenke verbunden sind. Die Gelenke können drehbar, schwenkbar oder in irgendeiner anderen Weise beweglich ausgebildet sein, sodass unterschiedliche Segmente 134 und 135 relativ zueinander bewegt werden können.

Vorzugsweise ist der Roboterarm 103 über ein Gelenk mit der Halterung 105 verbunden. Die Halterung 105 kann entweder fest im Reinraum 120 montiert sein oder entlang einer Führung 104 beweglich gelagert sein. Bei der Führung 104 kann es sich um einen Stator handeln, sodass Führung 104 und Halterung 105 zusammen einen Linearantrieb bilden. Dies hat den Vorteil, dass auf Schmiermittel möglichst verzichtet werden kann und so Kontaminierungen des Reinraums 120 vermieden werden können. Die Befestigung des Roboterarms über die Halterung 105 an der Führung 104 erlaubt ferner eine Vergrößerung des Bewegungsspielraums des Roboters 102. Während in der hier dargestellten Ausführungsform der Roboterarm entlang einer an der "Decke" des Reinraums 120 angeordneten Führung 104 beweglich dargestellt ist, ist dies nicht zwingend. Die Führung 104 kann beispielsweise auch an einer der Seitenwände oder am Boden des Reinraums 120 angeordnet sein. Die letzte Variante bietet den Vorteil, dass eventuell austretende Schmiermittel oder ähnliche Substanzen direkt, beispielsweise in dafür vorgesehene Öffnungen oder Behältnisse am Boden, abgesaugt werden können und so die Gefahr einer Kontamination von in der Behälterbehandlungsmaschine behandelten Behältern vermindert werden kann.

Auch die Ausführungsform der Führung 104 als im Wesentlichen gerades Element ist nicht zwingend. Die Führung kann beispielsweise auch eine Krümmung aufweisen oder sich als Schlängellinie beispielsweise an der Decke des Reinraums 120 erstrecken, sodass ein möglichst großer Bereich des Reinraums 120 von dem Roboter 102 abgedeckt werden kann.

Ist beispielsweise die Behälterbehandlungsmaschine als Rundläufer ausgebildet, wie dies hier dargestellt ist, so kann vorgesehen sein, dass die Führung so ausgebildet ist, dass der Roboter 102 jede Stelle am Umfang der Behälterbehandlungsmaschine bzw. am Umfang des Karussells 111 erreichen kann.

Alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass das Karussell der Behälterbehand-lungsmaschine getaktet bewegt werden kann, sodass ein oder mehrere auszutauschende [Sauteile nacheinander durch sukzessive Drehung des Karussells in eine Position gebracht werden können, in der der Roboter 102 diese erreichen und austauschen kann. Die Führung muss in dieser Ausführungsfbrm nicht um die gesamte Behälterbehandlungsmaschine herumführen, sondern kann auch nur um einen Teil oder entlang eines Teils des Umfangs ausgebildet sein oder der Roboter 102 kann beispielsweise über die Halterung 105 fix im Reinraum angeordnet sein.

Für die hier dargestellte Ausführungsfbrm, aber auch für alle übrigen im Folgenden beschriebenen Ausführungsformen, gilt, dass der Roboter 102 entweder autonom oder wenigstens teilweise autonom handeln kann oder durch einen Bediener vorzugsweise von außerhalb des Reinraums gesteuert wird. Im ersten Beispiel kann dem Roboter 192 eine Prozessoreinheit zugeordnet sein, die bevorzugt als künstliche Intelligenz ausgebildet ist und über einen Speicher verfügt, in dem mehrere Bewegungsprofile abgelegt sind, die entsprechend dem Anforderungsprofil (auszutauschendes Bauteil und damit verbundene Aktionen) abgerufen und in eine Bewegung des Roboters umgesetzt werden können.

Wird der Roboter 192 durch einen Bediener gesteuert, ist vorgesehen, dass ein Bedienterminal, vorzugsweise außerhalb des Reinraums 120 angeordnet ist, sodass eine Steuerung des Roboters erfolgen kann, ohne dass hierzu der Reinraum geöffnet werden müsste. Das Bedienterminal kann über eine Datenleitung, bevorzugt auch eine drahtlose Verbindung, mit dem Roboter 102 verbunden sein, sodass Steuersignale ausgetauscht werden können.

Ebenso kann der Roboter 102 über geeignete Sensoren verfügen, die die Bestimmung der Position des Roboters relativ zu Bauteilen oder anderen Objekten innerhalb des Reinraums ermöglichen.

Femer kann vorgesehen sein, dass der Roboter über geeignete (hier nicht dargestellte) Mittel zur Selbstreinigung verfügt. Ist der Roboter 102 beispielsweise (wie in Fig. 3 beschrieben) mit einer Düse ausgestattet, mit der er Bauteile der Behälterbehandlungsmaschine reinigen kann, kann der Roboter femer so ausgebildet sein, dass er sich zumindest teilweise selbstreinigen kann. Auch dezidierte Reinigungseinrichtungen am Roboter sind hier denkbar.

Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsfbrm zur in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform für die Zuführung von austauschbaren Komponenten. In der hier dargestellten Ausführungsform ist in der Wandung des Reinraums 120 eine Schleuse 240 angeordnet. Diese Schleuse erlaubt eine

Verbindung des Innenraums des Reinraums 120 mit der äußeren Umgebung des Reinraums. Bevorzugt ist diese Verbindung nicht permanent geöffnet, sondern die Schleuse verfugt Ober verschließbare Zugänge 242 und 243, die beispielsweise als Türen ausgebildet sein können. Dabei kann vorgesehen sein, dass mechanische oder steuerungstechnische Maßnahmen ergriffen werden, die ein Offnen der Türen gleichzeitig verhindern. So kann sichergestellt werden, dass nur entweder die Tür 243 oder die Tür 242 geöffnet ist und eine Kontamination des Innenraums des Reinraums 120 vermieden wird.

Femer kann vorgesehen sein, dass in der Schleuse eine Sterilisationsvorrichtung angeordnet ist, die ein in die Schleuse eingebrachtes, austauschbares Bauteil 132 sterilisieren kann. Die Sterilisationsvorrichtung 241 kann beispielsweise als eine oder mehrere Düsen umfassend ausgebildet sein, die ein Sterilisationsmedium, bevorzugt ein flüssiges oder gasförmiges Medium, in dem Bereich der Schleuse 240 einbringen können, während die Offnungen 242 und 243 geschlossen sind, um sowohl die Atmosphäre innerhalb der Schleuse 240 als auch das darin eingebrachte Bauteil 132 zu sterilisieren. Beispielsweise kann eine Beaufschlagung mit einem sterilisierenden Medium, wie Wasserstoffperoxid, erfolgen. Auch das Einbringen von Peressigsäure in flüssiger Form oder als Nebel ist denkbar.

In jedem Fall ist der Roboter 102 derart ausgebildet, dass er ein zunächst von einem Bediener in die Schleuse 240 eingebrachtes, austauschbares Bauteil 131 aus der Schleuse entnehmen kann und dann der Behälterbehandlungsmaschine 101 zuführen bzw. an dieser befestigen kann. Analoges gilt natürlich auch für ein an der Behälterbehandlungsmaschine 101 angebrachtes, austauschbares Bauteil, das von der Behälterbehandlungsmaschine entfernt werden soll. In diesem Fall entnimmt der Roboter 102 dieses austauschbare Bauteil von der Behälterbehandlungsmaschine und platziert es durch die Öffnung 243 in der Schleuse 240, aus der es dann von einem Bediener über die Öffnung 242 entnommen werden kann. In einem solchen Fall kann das Sterilisieren des austauschbaren Bauteils bzw. der in der Schleuse herrschenden Atmosphäre nach Einbringen des austauschbaren Bauteils durch den Roboter 102 in die Schleuse 240 entfallen, da die Gefahr einer Kontamination des Innenraums des Reinraums 120 nicht mehr besteht. Dennoch kann es teilweise wünschenswert sein, das austauschbare Bauteil zu sterilisieren, was nach dem vorher beschriebenen Verfahren mit Hilfe der Sterilisationsvorrichtung möglich ist.

Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform, insbesondere des Roboters 102, als Teil der Behälterbehandlungsanlage 100.

In der hier dargestellten Ausführungsform verfügt der Roboter im Besonderen über ein Werkzeug 354, mit dem er mit auszutauschenden [Bauteilen, aber auch mit anderen Teilen der Behälterbehandlungsmaschine derart interagieren kann, dass ein Ausbau und Einbau eines austauschbaren Bauteils möglich wird. Beispielsweise kann es sich bei diesem Werkzeug um einen Greifer handeln. Die Ausführungsform ist auch nicht auf ein einzelnes Werkzeug beschränkt, sodass beispielsweise eine Art Schraubenzieher vorgesehen sein kann, um Schraubverbindungen zu lösen und femer der beschriebene Greifer vorgesehen sein kann, um die austauschbare Komponente zu greifen und von der Behälterbehandlungsmaschine zu entfernen oder an dieser anzubringen.

Das eine oder die mehreren Werkzeuge können über geeignete Antriebe angetrieben werden. So können beispielsweise ein oder mehrere Elektromotoren am oder im Roboter 102 vorgesehen sein, die einem entsprechenden Werkzeug 354 zugeordnet sind und angesteuert werden können, um dessen Bewegung oder Interaktion mit anderen Bauteilen der Behälterbehandlungsmaschine zu bewirken. Insbesondere kann es sich bei den Elektromotoren um Servomotoren handeln, die eine hohe Ansprechgenauigkeit besitzen.

Alternativ oder zusätzlich können auch ein oder mehrere Mediendurchführungen 351 vorgesehen sein, die beispielsweise auf der einen Seite mit einer ansteuerbaren Pumpe verbunden sind und auf der anderen Seite eine Verbindung mit dem Werkzeug 354 herstellen. Durch Beaufschlagen dieser Leitungen mit einem Medium (beispielsweise Flüssigkeit oder Gas) kann eine pneumatische oder hydraulische Bedienung des Werkzeugs 354 erfolgen.

Alternativ oder zusätzlich zu dieser Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Roboter 102 eine Düse 352 umfasst, über die ein Medium 353, beispielsweise ein sterilisierendes Medium wie Wasserstoffperoxid oder eine sterilisierende Flüssigkeit wie Peressigsäure, ausgebracht werden kann, um entweder eines der austauschbaren Bauteile oder eine andere Komponente der Behälterbehandlungsmaschine zu sterilisieren. Zusätzlich oder alternativ kann beispielsweh se über eine geeignete Düse auch ein Schmiermittel ausgebracht werden, das Komponenten oder auch austauschbare Bauteile der Behälterbehandlungsmaschine schmiert, falls dies nötig ist. Diese Düse kann auch vorteilhaft genutzt werden, um eine selbständige Reinigung des Roboters zu ermöglichen. Dazu kann der Roboter den Roboterarm derart bewegen, dass die Düse über eine oder mehrere der Komponenten des Roboters hinweg bewegt wird, sodass diese mit dem von der Düse 352 ausgebrachten Medium beaufschlagt werden können.