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1. (WO2019025594) VERFAHREN ZUR PRODUKTIONSPLANUNG
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Beschreibung

Verfahren zur Produktionsplanung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Produktionsplanung.

Bei einer neuen Produktgestaltung wird regelmäßig ein Produktmodell, etwa ein CAD-Modell und eine Stückliste, sowie eine Abfolge von Fertigungsschritten, etwa in der Gestalt ei-nes Arbeitsplans, bestimmt.

In der nachfolgenden Produktionsplanung wird der konkrete Fertigungsprozess basierend auf der vorhandenen Ausstattung und der Anlagenspezifikation definiert, etwa mittels einer Beschreibung oder Abbildungsstruktur mBOP. Da die Produktionsplanung von der verfügbaren Ausstattung abhängt, muss dieses Verfahren für jede Fertigungsanlage wiederholt werden.

Heute wird der Fertigungsprozess manuell für jede Fertigungs-anläge geplant. Aufgrund des dafür erforderlichen hohen Zeitaufwands ist die Markteinführungszeit für neue Produkte lang und die Fertigung unflexibel. Allerdings sind gerade diese beiden Ziele - eine kurze Markteinführungszeit und eine hohe Flexibilität - relevant für viele aktuelle Markttrends wie etwa Auftragsfertigungen oder Fertigungsdienstleistungen.

Im Industrie-4. O-Kontext sind "Plug-and-Produce"-Konzepte bekannt, welche eine flexiblere Produktionsplanung erlauben. Diese Konzepte basieren auf zwei grundsätzlichen Ansätzen:

Einerseits wird auf eine zentrale Planung abgestellt: Eine zentrale Planungslogik basiert auf Aufgabenbeschreibungen o-der Zielbeschreibungen und gleicht diese mit Fähigkeitsbeschreibung von Maschinen und Gerätschaften auf Fertigungsle-vel ab. Allerdings können die Fähigkeiten von Maschinen häufig nicht vollständig als deklarative Beschreibung ausgedrückt werden. Insbesondere gilt dies für komplexere Maschinen .

Andererseits bestehen dezentralisierte Ansätze: Solche Ansätze erfordern den Einsatz ausschließlich intelligenter Maschinen, welche selbst Planungsfähigkeiten aufweisen müssen.

Allerdings bleiben koordinierende Funktionen erforderlich, welche häufig zu suboptimalen Lösungen führen und einen zusätzlichen Kommunikationsaufwand bedingen.

Es ist folglich Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu entwickeln, welches eine verbesserte Produktionsplanung, insbesondere eine flexible Produktionsplanung, erlaubt und welches zweckmäßig mit verschieden-granulären Fähigkeitsbeschreibungen sowie mit Maschinen mit unterschiedlicher Komplexität um-gehen kann. Diese Aufgabe der Erfindung wird mit einem Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie mit einem Computerprogrammprodukt mit den in Anspruch 11 angegebenen Merkmalen gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den zugehörigen Unteransprüchen, der nachfolgen-den Beschreibung und der Zeichnung angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein Verfahren zur Produktionsplanung mittels einer Mehrzahl von Fertigungseinrichtungen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Aufgaben ei-nes Arbeitsplans mit Fertigungsfähigkeiten der Fertigungseinrichtungen einem Vergleich unterzogen und es wird oder werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren abhängig von dem oder den Ergebnis/sen des Vergleichs jeweils mindestens eine oder mehrere Fertigungseinrichtung/en zum Abgleich ihrer Fertigungs-fähigkeit/en mit der/den Aufgabe/n beauftragt. Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren anhand der Ergebnisse des Vergleichs und des Abgleichs die Produktionsplanung festgehalten. Vorteilhaft ist das Verfahren computerimplementiert oder es wird computergestützt oder computerbasiert aus-geführt.

Erfindungsgemäß lässt sich also situationsabhängig eine zentrale Produktionsplanung auf der Grundlage von Fähigkeitsbe- Schreibungen mit einer dezentralen Produktionsplanung auf Ebene einzelner Fertigungseinrichtungen einer Fertigungsanlage verknüpfen. Ein hierarchischer Ansatz vermeidet die Nachteile, welche mit einer zentralen Produktionsplanung oder mit einer dezentralen Produktionsplanung verbunden sind.

Die Erfindung erlaubt also eine situationsabhängige Produktionsplanung in einem Produktionsleitsystem (engl.: „Manufac-turing Execution System", MES) . Die Produktionsplanung hängt von dem oder den Ergebnis/sen des Vergleichs der Beschreibung der Aufgaben des Arbeitsplans (also gewissermaßen produktzentriert) mit der Beschreibung der Fertigungsfähigkeiten (also gewissermaßen anlagenzentriert) sowie von den jeweiligen Planungsalgorithmen ab. Bevorzugt erfolgt bei dem erfin-dungsgemäßen Verfahren der Vergleich nicht oder zumindest nicht nur syntaktisch, sondern insbesondere semantisch, d.h. mittels semantischen Vergleichs der jeweiligen Beschreibung der Aufgabe/n mit der jeweiligen Beschreibung der Fertigungsfähigkeit/en . Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung ist die situationsabhängige Entscheidung, ob die zentrale Planung basierend auf der Beschreibung der Aufgaben genügt oder ob eine dezentrale Produktionsplanung auf der Ebene der Fertigungseinheiten, etwa Maschinen, erfolgen muss. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist ein Kernproblem bei der flexiblen Produktionsplanung lösbar, nämlich die Überbrückung der Distanz zwischen der sehr abstrakten Aufgabenbeschreibung, etwa auf der Ebene des Produktionsleitsystems, und der Fähigkeitsbeschreibung auf Maschinenebene, welche häufig nicht mit der notwendigen Granularität beschrieben werden können, etwa weil Parameter nicht verfügbar sind.

Bevorzugt wird/werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine oder mehrere Fertigungseinrichtung/en dann zum Abgleich beauftragt, wenn zu mindestens einer Aufgabe des Arbeitsplans keine der Fertigungseinrichtungen zumindest eine zuordbare Fertigungsfähigkeit aufweist, also insbesondere dann, wenn der Beschreibung der zumindest einen Aufgabe des Arbeitsplans keine Beschreibung einer Fertigungsfähigkeit einer Ferti- gungseinrichtung zugeordnet werden kann. Ein solcher Fall kann etwa dann auftreten, wenn Fähigkeitsbeschreibungen von Fertigungseinrichtungen nicht hinreichend granulär oder hinreichend vollständig vorliegen oder Fähigkeitsbeschreibungen nicht vollständig ohne Rückgriff auf ein konkret zu fertigendes Produkt oder einen konkret erforderten Fertigungsgang spezifiziert werden können.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt der Vergleich und/oder der Abgleich semantisch und/oder mittels logischer Ausdrücke, insbesondere mittels einer Beschreibungslogik und/oder einer Prädikatenlogik erster Stufe und/oder eines multi-attributiven Vergleichs und/oder mittels eines constraint-basierten Vergleichs, ins-besondere mittels Lösens eines Bedingungserfüllungs-Problems (CSP = (engl.) „Constraint-Satisfaction Problem") .

Zweckmäßig erfolgt ein semantischer Vergleich insbesondere mittels „Complex Semantic Matchings" (s. vorzugsweise S.

Grimm, B. Motik, C. Preist: „Matching Semantic Service De-scriptions with Local Closed-World Reasoning", ESWC 2006, S. 575-589 und/oder Noia, Tommaso Di et al . : „A System for prin-cipled matchmaking in an electronic marketplace" , International Journal of Electronic Commerce 8.4 (2004), S. 9-37). Vorzugsweise werden für diesen semantischen Vergleich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Fähigkeitsbeschreibungen und/oder Aufgabenbeschreibungen und/oder Kontextbeschreibungen herangezogen, welche logische Ausdrücke, insbesondere Beschreibungslogik, und/oder Prädikatenlogik, vorzugsweise zumindest erster Stufe, umfassen.

Alternativ oder zusätzlich kann ein semantischer Vergleich mittels multi-attributiven Vergleichs (engl.: „multiattributive matching") (s. insbesondere Veit, Daniel:

„Matchmaking in electronic markets : An agent-based approach towards matchmaking in electronic negotiations" , Vol. 2882, Springer Science & Business Media, 2003) erfolgen, wobei Auf-gabenbeschreibung/en und/oder Fähigkeitsbeschreibung/en

und/oder zumindest eine oder mehrere vorzugsweise herangezogene Kontextbeschreibung/en Listen von Attributen umfassen und wobei zweckmäßig für einen, mehrere oder jeden Typ von Attributen eine eigene Vergleichsfunktion vorgesehen ist, die insbesondere eine semantische Vergleichsfunktion und/oder Zeichenkettenoperation und/oder mathematische Gleichung um-fasst .

Vorzugsweise wird zum Abgleich bei dem erfindungsgemäßen Ver-fahren der jeweiligen Fertigungseinrichtung eine Beschreibung der Aufgabe/n und vorzugsweise zumindest eine ggf. vorhandene Kontextbeschreibung übermittelt. Beim Abgleich wird zweckmäßig zumindest eine lokale, d.h. insbesondere eine auf die jeweilige Fertigungseinrichtung bezogene, Abgleichfunktion aus-gewertet, welche logische Werte, vorzugsweise „wahr" und/oder „falsch" und/oder „unbekannt" repräsentierend, annehmen kann. Bevorzugt wird zum Abgleich zumindest eine interne Simulation und/oder zumindest eine Bewegungsplanung und/oder zumindest ein sonstiger Planungsalgorithmus herangezogen. Vorteilhaft wird, sofern die jeweilige Fertigungseinrichtung eine fehlende Fähigkeitsbeschreibung ergänzen kann, diese Ergänzung als Ergebnis des Verfahrens ausgegeben.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt im Falle mindes-tens eines nicht-positiven Abgleichs zu zumindest einer Fertigungsfähigkeit zweckmäßig ein manueller Abgleich. In dieser Weiterbildung der Erfindung wird also nicht notwendigerweise allein auf einen automatisierten Abgleich abgestellt, sondern eine individuelle Kontrolle des automatisierten Verfahrens bleibt in dieser Weiterbildung möglich.

Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung wird vorzugsweise dann, wenn der Vergleich ergibt, dass sämtlichen Aufgaben des Arbeitsplans Fertigungsfähigkeiten der Fertigungseinrichtungen in einer Zuordnung zuordenbar sind, das Ergebnis dieses Vergleichs und/oder die Zuordnung als ein Ergebnis des Verfahrens festgehalten.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dann, wenn mehr Fertigungsfähigkeiten zur Verfügung stehen als vom Arbeitsplan gefordert, der Arbeitsplan des Produkts verfeinert. In dieser Weiterbildung der Er-findung kann also die Zuordnung von Fertigungsfähigkeiten zum Arbeitsplan optimiert werden, indem die Fertigungsfähigkeiten dem verfeinerten Arbeitsplan angepasst werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Vergleich zweck-mäßig mittels eines Produktionsleitsystems durchgeführt.

Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung wird bevorzugt ein Ergebnis des Abgleichs an das Produktionsleitsystem übermittelt .

Das erfindungsgemäße Computerprogrammprodukt zur Produktionsplanung ist zur Ausführung eines Verfahrens wie vorhergehend beschrieben ausgebildet.

Die bislang bekannten Lösungen hingegen beruhen entweder auf einer zentralisierten oder dezentralisierten Produktionsplanung, aber nicht auf einer situationsabhängigen Kombination dieser beiden Ansätze, etwa abhängig von einem Detailliert-heitsgrad der Fähigkeitsbeschreibungen der Fertigungseinrich-tungen.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein Ablaufdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Prinzipskizze sowie

Fig. 2 eine Systemarchitektur umfassend das Ausführungsbeispiel gem. Fig. 1 schematisch in einer Prinzipskizze.

Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt einen Ablaufplan eines Produktionsleitsystems MES einer nicht explizit in der Zeichnung dargestellten Fertigungsanlage. Die Fertigungsanlage umfasst eine Vielzahl von Fertigungseinrichtungen. Die jeweiligen

Fertigungseinrichtungen weisen Fertigungsfähigkeiten zur Fertigung von Produkten auf. Die Fertigungsfähigkeiten der Fertigungseinrichtungen sind in einer Fähigkeitsbeschreibung SD festgehalten. Das Produktionsleitsystem MES enthält einen Ar-beitsplan, der Aufgabenbeschreibungen TD umfasst, welche die Fertigungsanlage zur Fertigung eines bestimmten Produktes ausführen muss. Zusätzlich zu den Aufgabenbeschreibungen TD umfasst der Arbeitsplan auch Kontextbeschreibungen C zu den Aufgabenbeschreibungen . Die Kontextbeschreibungen C umfassen den technischen Kontext der jeweiligen Aufgabe, beispielsweise den zeitlichen Bezug zu vorhergehenden Aufgaben oder nachfolgenden Aufgaben des Arbeitsplans. In weiteren, nicht eigens dargestellten Ausführungsbeispielen, welche im Übrigen dem dargestellten entsprechen, können die Kontextbeschreibun-gen C ersatzlos entfallen.

Um den Fertigungsprozess zu planen, muss das Produktionsleitsystem MES die Aufgabenbeschreibungen TD und die Fähigkeitsbeschreibungen SD miteinander vergleichen.

Ein solcher Vergleich MA kann grundsätzlich auf verschiedene Arten erfolgen:

Im dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt ein Vergleich MA mittels „Complex Semantic Matchings" (s. etwa S. Grimm, B. Motik, C. Preist: „Matching Semantic Service Descriptions with Local Closed-World Reasoning" , ESWC 2006, S. 575-589 und Noia, Tommaso Di et al . : „A System for principled matchmaking in an electronic marketplace" , International Journal of

Electronic Commerce 8.4 (2004), S. 9-37), wobei die Fähigkeitsbeschreibungen und die Aufgabenbeschreibungen und die Kontextbeschreibungen mittels logischer Ausdrücke, beispiels- weise mittels Beschreibungslogik oder mittels Prädikatenlogik erster Stufe vorliegen.

In weiteren Ausführungsbeispielen kann stattdessen oder zu-sätzlich ein Vergleich MA auch mittels multi-attributiven Vergleichs (engl.: „multi-attributive matching") (s. etwa Veit, Daniel: „Matchmaking in electronic markets : An agent-based approach towards matchmaking in electronic negotia-tions" , Vol. 2882, Springer Science & Business Media, 2003) erfolgen, wobei die Aufgabenbeschreibungen und die Fähigkeitsbeschreibungen und die Kontextbeschreibungen Listen von Attributen sind und für jeden Typ von Attributen eine eigene Vergleichsfunktion definiert ist, die beispielsweise als semantische Vergleichsfunktion und/oder als Zeichenkettenopera-tion und/oder als mathematische Gleichung ausgestaltet ist.

Ein Beispiel in der Art eines Pseudocodes für eine multiattributive Fähigkeitsbeschreibung SD bildet eine Fähigkeitsbeschreibung eines Roboterarms, der eine Fertigungseinrich-tung bildet:

{ Fähigkeit: „Pick & Place"

Freiheitsgrade: 6 (Zahl)

Nutzlast: 0 bis 3 Kilogramm }.

Darüber hinaus kann die multi-attributive Beschreibung noch weitere Angaben zum Roboter-Arm enthalten, etwa Seriennummern, Hersteller, Typenbezeichnungen etc.

Die Aufgabenbeschreibung TD, hier als Pseudocode veranschau-licht, lautet beispielsweise:

{ Stücklänge: 200 Millimeter

Stückmasse: 0.5 Kilogramm

Aufgabe: Transport }.

Der multi-attributive Vergleich MA ordnet jedem relevanten

Attribut-Paar einen semantischen Ausdruck zu. Der semantische Vergleich wird für jedes Paar von Aufgabe und Fertigungsfähigkeit durchgeführt. Dazu wird Hintergrundwissen herangezo- gen, welches formal die Beziehung zwischen Ausdrücken buchhält. Beispielsweise wird für Verarbeitungsfunktionen eine Wissensbasis herangezogen, welche zwei Funktionen und eine Relation zwischen diesen Funktionen definiert:

Wissensbasis = {Transport, Pick-and-place, Pick-and-place c: Transport } .

Aufgrund des mittels der Wissensbasis bereitgehaltenen Wis-sens kann geschlossen werden, dass die Funktion Pick-and-place eine spezielle Ausprägung der allgemeineren Funktion Transport ist. Auf diese Weise kann eine Übereinstimmung von Aufgabe und Fertigungsfähigkeit festgestellt werden.

Anstelle einer oder sämtlicher oder zusätzlich zu einer oder beiden der zuvor genannten Arten des Vergleichs MA kann ein Vergleich MA auch mittels constraint-basierten Vergleichs (engl.: „constraint-based matching") erfolgen, wobei in diesem Falle der Vergleich erfolgt, indem ein Bedingungserfül-lungs-Problems (CSP = (engl.) „Constraint-Satisfaction Problem") gelöst wird.

Der Vergleich MA kann in unterschiedlichen Ergebnissen MAQ resultieren :

Falls sämtlichen Aufgabenbeschreibungen TD des Arbeitsplans passende Fähigkeitsbeschreibungen SD der Fertigungseinrichtungen der Fertigungsanlage gegenüberstehen, so ist das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „wahr".

Sofern eine Aufgabenbeschreibung TD und eine Fähigkeitsbeschreibung SD der Fertigungseinrichtungen der Fertigungsanlage nicht zusammenpassen, so ist das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „falsch".

Sofern zu jeder Aufgabenbeschreibung TD eine passende Fähigkeitsbeschreibung SD existiert, aber über die Anzahl an Aufgabenbeschreibungen TD hinaus noch zusätzliche Fähigkeitsbe- Schreibungen SD vorliegen, zu denen keine Aufgabenbeschrei-bung TD zugeordnet ist, so ist das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „überbestimmt" ovd.

Entsprechend ist das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „unterbestimmt" und, wenn zwar zu jeder Fähigkeitsbeschreibung SD eine passende Aufgabenbeschreibung TD existiert, aber über die Anzahl an Fähigkeitsbeschreibungen SD hinaus noch zusätzliche Aufgabenbeschreibungen TD vorliegen, zu denen keine Fähig-keitsbeschreibung SD zugeordnet ist.

Wenn das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „wahr" oder „falsch" ist, so wird das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA mittels der Ausgabe tof als Resultat RES ausgegeben.

Im Falle dass das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „überbestimmt" ovd ist, wird eine unvollständige Übereinstimmung IM festgestellt. In diesem Falle wird entweder gefordert, dass der Arbeitsplan mittels einer Aktualisierung UAL verfeinert wird, sodass aufgrund der so angepassten Aufgabenbeschreibungen TD ein Ergebnis MAQ als „wahr" oder „falsch" erhalten kann. Oder aber es wird festgelegt, dass die zugeordneten Fähigkeitsbeschreibungen SD stets kompatibel mit der entsprechenden Aufgabenbeschreibung TD sind, sodass bei unvollstän-diger Übereinstimmung IM das Ergebnis MAQ „wahr" oder

„falsch" stets allein aus der bestehenden unvollständigen Übereinstimmung IM abgeleitet werden kann. In diesem Falle wird das Ergebnis MAQ ebenfalls wie oben beschreiben mittels der Ausgabe tof als Resultat RES an den Produktionsplanungs-ingenieur kommuniziert.

Im Falle, dass das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA „unterbestimmt" und ist, d.h. es Aufgabenbeschreibungen TD, denen aufgrund der vorliegenden Daten keine Fähigkeitsbeschreibung SD zugeordnet werden kann, so sind die Fähigkeitsbeschreibungen SD der Fertigungseinrichtungen möglicherweise nicht hinreichend granulär bekannt oder hinreichend vollständig spezi- fiziert um das Ergebnis MAQ des Vergleichs MA abschließend als „wahr" oder falsch zu bestimmen.

Folglich werden die Fertigungseinrichtungen mit einem Ab-gleich NEG beauftragt, um ihre Tauglichkeit für die Aufgabenbeschreibung TD mit der Aufgabenbeschreibung TD abzugleichen. Dies wird typischerweise insbesondere für komplexe und flexible Fertigungseinrichtungen der Fall sein, bei welchen die Fähigkeitsbeschreibung nicht vollständig ohne Rückgriff auf das konkret zu fertigende Produkt oder auf den konkret erforderten Fertigungsgang spezifiziert werden kann, beispielsweise bei Robotern oder bei Werkzeugmaschinen.

Zum Abgleich NEG wird der jeweiligen Fertigungseinrichtung die Aufgabenbeschreibung TD und die ggf. vorhandene Kontextbeschreibung C übermittelt. Zum Abgleich wird eine lokale, d.h. auf die jeweilige Fertigungseinrichtung bezogene, Abgleichfunktion LM ausgewertet, welche die Werte „wahr" oder „falsch" oder „unbekannt" unk annehmen kann. Die Abgleich-funktion LM zieht beispielsweise interne Simulationen oder Bewegungsplanungen oder sonstige Planungsalgorithmen heran. Sofern die Fertigungseinrichtung die fehlende Fähigkeitsbeschreibung ergänzen und somit ein Ergebnis „wahr" oder „falsch" der Abgleichfunktion LM bestimmen kann, so wird die-ses Ergebnis mittels der Ausgabe tof als Ergebnis RES des

Verfahrens ausgegeben. Falls jedoch die Abgleichfunktion LM trotz des Abgleichs in einem Ergebnis „unbekannt" unk resultiert, so wird eine manuelle Auflösung MAR angestoßen.

Hinsichtlich einer unvollständigen Übereinstimmung IM kann standardmäßig angenommen werden, dass eine Aufgabenbeschreibung TD vollständig ist und alle zusätzlichen Fähigkeitsbeschreibungen SD, welche nicht in Übereinstimmung mit der Aufgabenbeschreibung TD gebracht werden können, ignoriert wer-den. Somit kann ein Ergebnis MAQ „wahr" unmittelbar erhalten werden und mittels der Ausgabe yes als Resultat an den Produktionsplanungsingenieur kommuniziert werden. Um die ignorierten Fähigkeits-Attribute transparent buchzuhalten werden diese in eine Voraussetzungsliste eingetragen, die regelmäßig mit einem Update UAL aktualisiert wird. Diese Voraussetzungsliste kann später herangezogen werden um die Produktspezifikation und den Arbeitsplan zu detaillieren.

Die globale Systemarchitektur ist in Fig. 2 gezeigt:

Das Produktionsleitsystem MES erhält die Aufgabenbeschreibungen TD aus dem Arbeitsplan BOP und der Stückliste BOM. Ar-beitsplan BOP und Stückliste BOM entstammen ihrerseits dem Produktionsplan/der Produktspezifikation PPD.

Auf der Ebene des Produktionsleitsystems MES werden die Aufgabenbeschreibungen TD mit den Fähigkeitsbeschreibungen SD mittels einer Vergleichseinheit PPM verglichen. Im Falle unvollständiger Übereinstimmungen IM wird einzelnen Fertigungseinrichtungen INTMA der Abgleich von Fähigkeitsbeschreibung SD und Aufgabenbeschreibung TD übertragen, welchen die Fertigungseinrichtung INTMA mittels einer Abgleicheinrichtung PP der Fertigungseinrichtung INTMA vornimmt. Die Fertigungseinrichtung INTMA gibt das Ergebnis des Abgleichs mittels der Abgleichfunktion LM an das Produktionsleitsystem MES zurück.

Das Produktionsleitsystem MES passt ggf. anhand der Ergeb-nissse MAQ des Vergleichs MA mittels der Vergleichseinheit PPM den Produktionsplan/die Produktspezifikation PPD an.