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1. (WO2019001822) SILAN, KAUTSCHUKMISCHUNG ENTHALTEND DAS SILAN UND FAHRZEUGREIFEN, DER DIE KAUTSCHUKMISCHUNG IN WENIGSTENS EINEM BAUTEIL AUFWEIST
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Beschreibung

Silan, Kautschukmischung enthaltend das Silan und Fahrzeugreifen, der die

Kautschukmischung in wenigstens einem Bauteil aufweist

Die Erfindung betrifft ein Silan, eine Kautschukmischung enthaltend das Silan und einen Fahrzeugreifen, der die Kautschukmischung in wenigstens einem Bauteil aufweist.

Silane sind als Zuschlagstoffe für Kautschukmischungen, insbesondere für Fahrzeugreifen, bekannt, und zwar insbesondere für Kautschukmischungen, die wenigstens eine

Kieselsäure als Füllstoff enthalten. Im Stand der Technik bekannte Silane gehen beispielsweise aus der DE 2536674 C3 und der DE 2255577 C3 hervor. Die Kieselsäure wird dabei mittels derartiger Silane an das oder die Polymer(e) angebunden, wodurch die Silane auch als Kupplungsagenzien bezeichnet werden. Durch die Anbindung der

Kieselsäure mittels Silan- Kupplungsagenzien ergeben sich Vorteile hinsichtlich des Rollwiderstandsverhaltens und der Prozessierbarkeit der Kautschukmischung. Hierzu weist das Silan üblicherweise wenigstens eine Schwefelgruppierung auf, die an der

Vulkanisation der Kautschukmischung beteiligt ist.

Neben den genannten Eigenschaften spielen aber auch weitere Eigenschaften der

Kautschukmischung, insbesondere bei der Anwendung im Fahrzeugreifen, eine wichtige Rolle, wie insbesondere die Steifigkeit der Mischung, die sich u. a. auf das Handling-Verhalten des Fahrzeugreifens auswirkt.

In der WO 2015/172915 AI wird eine Kautschukmischung enthaltend ein harnstoffhaltiges Silan offenbart, die im Vergleich zum Stand der Technik eine höhere Steifigkeit bei nahezu gleichbleibenden Indikatoren für Rollwiderstand und Nassgriff aufweist. Die

Harnstoffgruppe ist hierbei im sogenannten Spacer, also der Abstandsgruppe zwischen

Silizium (Anbindung an den Füllstoff) und Schwefel (Anbindung an den Dienkautschuk) enthalten.

In der JP P2002-201312 A werden Silane für Kautschukmischungen vorgeschlagen, die eine Harnstoffgruppierung oder ein Säureamid und einen Phenyl-Rest in der

Abstandsgruppe aufweisen, wodurch eine verbesserte Dispersion von Ruß oder

Kieselsäure als Füllstoffe in der Kautschukmischung erzielt werden könnte.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges Silan

bereitzustellen und eine Kautschukmischung mit dem Silan bereitzustellen, wodurch im Vergleich zum Stand der Technik eine weitere Verbesserung der Steifigkeit und damit der Handling-Prediktoren der Kautschukmischung, insbesondere für die Anwendung im Fahrzeugreifen, erzielt wird.

Gelöst wird die Aufgabe durch das erfindungsgemäße Silan gemäß Anspruch 1 , die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthaltend das Silan sowie den erfindungsgemäßen Fahrzeugreifen, der die erfindungsgemäße Kautschukmischung in wenigstens einem Bauteil aufweist.

Das erfindungsgemäße Silan weist folgende Formel I) auf:

I) (R^oSi-R^X-A-Y-tA-Y-lm-A-Sk-A-t-Y-Alm-Y-A-X-R^SiCR1^ ,

wobei o = l, 2 oder 3 sein kann und k eine ganze Zahl größer oder gleich 2 ist und die Reste R1 innerhalb der Silylgruppen
und auf beiden Seiten des Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein können und ausgewählt sind aus Alkoxygruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, Cycloalkoxygruppen mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen, Phenoxygruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, Arylgruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, Alkylgruppen mit 1 bis 10

Kohlenstoffatomen, Alkenylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen,

Alkinylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, Aralkylgruppen mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen, Halogeniden oder

Alkylpolyethergruppen -0-(R6-0)r-R5 wobei R6 gleich oder verschieden sind und verzweigte oder unverzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische, aromatische oder gemischt aliphatisch/aromatische zweibindige C1-C30- Kohlenwasserstoffgruppen sind, vorzugsweise -CH2-CH2-, r eine ganze Zahl von 1 bis 30, vorzugsweise 3 bis 10 ist, und R5 unsubstituierte oder substituierte, verzweigte oder unverzweigte, einbindige Alkyl-, Alkenyl-, Aryl- oder

Aralkylgruppen, vorzugsweise -C13H27 Alkyl-Gruppe sind

oder

zwei R1 bilden eine cyclische Dialkoxygruppe mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen wobei dann o < 3 ist,

oder es können zwei oder mehr Silane gemäß Formel I) über Reste R1 verbrückt sein; und

wobei die Reste R2 innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden sein können und lineare oder verzweigte Alkylgruppen mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen oder Cycloalkylgruppen mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen oder Arylgruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen oder Alkenylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, Alkinylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen oder Aralkylgruppen mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen beinhalten; und

wobei die Gruppen X innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein können und ausgewählt sind aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -C(=0)0-, -OC(=0)-, -OC(=0)NH-,

-HNC(=0)0-, -R3NC(=0)NR3-, -R3NC(=NR3)NR3-, -R3NC(=S)NR3-, wobei die Reste R3 innerhalb einer Gruppe X und eines Moleküls gleich oder verschieden sein können und ausgewählt sind aus einem Wasserstoffatom oder wie für R2 definiert unter der Bedingung, dass wenigstens ein R3 innerhalb einer jeden Gruppe X ein Wasserstoffatom ist; und

wobei die Gruppen A innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein können und aromatische Gruppen sind, und

wobei die Gruppen Y innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein können und ausgewählt sind aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -C(=0)0-, -OC(=0)-, -OC(=0)NH-,

-HNC(=0)0-, -R4NC(=0)NR4-, -R4NC(=NR4)NR4-, -R4NC(=S)NR4-, wobei die Reste R4 innerhalb einer Gruppe Y und eines Moleküls gleich oder verschieden sein können und ausgewählt sind aus einem Wasserstoffatom oder wie für R2 definiert unter der Bedingung, dass wenigstens ein R4 innerhalb einer jeden Gruppe Y ein Wasserstoffatom ist; und wobei jedes m unabhängig voneinander eine ganze Zahl von 0 bis 4 ist, und wobei das Silan auch in Form von Oligomeren vorliegen kann, die durch Hydrolyse und Kondensation von Silanen der Formel I) entstehen.

Im Vergleich zu aus dem Stand der Technik bekannten Silanen weist das

erfindungsgemäße Silan mit der Gruppe -R2-X-A-Y-[A-Y-]m-A- eine vergleichsweise lange und rigide Abstandsgruppe auf, die wenigstens zwei aromatische Gruppen A und die Verknüpfungseinheiten X und Y umfasst. Hierdurch wird erfindungsgemäß ein neuartiges Silan bereitgestellt. Eine Kautschukmischung, die das erfindungsgemäße Silan enthält, weist überraschenderweise eine höhere und damit verbesserte Steifigkeit auf, welche insbesondere auf die zwei vorhandenen aromatischen Gruppen A in Kombination mit den Verknüpfungseinheiten X und Y innerhalb einer Abstandsgruppe (d. h. auf jeder Seite der Sk-Gruppierung) zurückgeführt werden könnte. Die erfindungsgemäße

Kautschukmischung weist somit verbesserte Handling-Prediktoren auf und der erfindungsgemäße Fahrzeugreifen zeigt u. a. ein verbessertes Handling- Verhalten.

Im Folgenden werden das erfindungsgemäße Silan und dessen bevorzugte

Ausführungsformen erläutert. Sämtliche Aspekte gelten auch für das Silan in der erfindungsgemäßen Kautschukmischung und im erfindungsgemäßen Fahrzeugreifen.

Wie in Formel I) dargestellt, ist der allgemeine prinzipielle Aufbau des Silans

symmetrisch, wobei die Sk-Gruppe als Mittelpunkt angesehen wird. Allerdings können einzelne Gruppierungen und Parameter auf beiden Seiten unterschiedlich sein, sodass das Molekül im speziellen nicht spiegelsymmetrisch sein muss.

Bevorzugt sind die Gruppierungen und Parameter auf beiden Seiten der Sk-Gruppe gleich, wodurch eine vergleichsweise einfache Syntheseroute möglich ist.

In der Formel I) können die m auf beiden Seiten jeweils unabhängig voneinander Werte von 0 bis 4 annehmen. Die Gruppierung [A-Y-] kann somit zusätzlich auf jeweils beiden Seiten oder nur auf einer Seite der Schwefelgruppierung Sk mit m =1 im Molekül vorhanden sein, womit das Silan auf jeder Seite oder nur auf einer Seite drei aromatische Gruppen A aufweist oder sich mit m = 2 oder 3 oder 4 auf einer oder beiden Seiten unabhängig voneinander wiederholen, wodurch sich die Zahl der aromatischen Gruppen A entsprechend erhöht. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist m auf beiden Seiten gleich 0, d .h. bevorzugt ist jedes m = 0. Ein derartiges Molekül ist vergleichsweise einfach herzustellen, wobei das erfindungsgemäße Wesen des Moleküls, nämlich die dann zwei vorhandenen aromatischen Gruppen auf jeder Seite in Kombination mit den Verknüpfungen X und Y in der Abstandsgruppe vorhanden ist, sodass hiermit bereits eine verbesserte Steifigkeit in der Kautschukmischung erzielt wird.

Die Gruppen X können wie zu Formel I) ausgeführt innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein und sind ausgewählt aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -C(=0)0-, -OC(=0)-, -OC(=0)NH-,

-HNC(=0)0-, -R3NC(=0)NR3-, -R3NC(=NR3)NR3-, -R3NC(=S)NR3-, wobei die Reste R3 innerhalb einer Gruppe X und eines Moleküls gleich oder verschieden sein können und ausgewählt sind aus einem Wasserstoffatom oder wie für R2 definiert unter der Bedingung, dass wenigstens ein R3 innerhalb einer jeden Gruppe X ein Wasserstoffatom ist.

Die Gruppen -FiNC(=0)- und -C(=0)NH- sind Carbonsäureamidgruppen, wobei die beiden unterschiedlichen Schreibweisen die möglichen Konnektivitäten innerhalb des Moleküls zum Ausdruck bringen sollen. Es ist somit denkbar, dass das Stickstoffatom der Gruppe X in der Ausführung Säureamid an der aromatischen Gruppe A anknüpft oder an dem Rest R2.

Die Gruppen -C(=0)0- und -OC(=0)- sind Estergruppen, wobei auch hier mit den beiden Schreibweisen analog zu den Säureamidgruppen die unterschiedlichen Konnektivitäten hinsichtlich A und R2 gemeint sind.

Die Gruppen -OC(=0)NH- und -FiNC(=0)0- sind Urethangruppen, wobei auch hier mit den beiden Schreibweisen analog zu den Säureamidgruppen die unterschiedlichen

Konnektivitäten hinsichtlich A und R2 gemeint sind.

Die Gruppe -R3NC(=0)NR3- stellt eine Harnstoffgruppe dar, wobei wenigstens einer der Reste R3 ein Wasserstoffatom ist.

Die Gruppe -R3NC(=NR3)NR3- stellt eine Guanidingruppe dar, wobei wenigstens einer der Reste R3 ein Wasserstoffatom ist.

Die Gruppe -R3NC(=S)NR3- stellt eine Thioharnstoffgruppe dar, wobei wenigstens einer der Reste R3 ein Wasserstoffatom ist.

Bevorzugt ist jedes der R3 einer jeden Gruppe X ein Wasserstoffatom.

Für den Fall, dass R3 ein organischer Rest ist wie für R2 definiert, ist es besonders bevorzugt, wenn R3 ausgewählt ist aus Alkylresten mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen oder aromatischen Resten mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie z. B. einem Phenylrest.

Bevorzugt ist es, dass die Gruppen X ausgewählt sind aus den Gruppen -HNC(=0)-, - C(=0)NH-, -OC(=0)NH-, -HNC(=0)0-, -R3NC(=0)NR3-, -R3NC(=NR3)NR3-, - R3NC(=S)NR3-, und zwar mit der oben genannten Bedingung für R3.

Besonders bevorzugt sind die Gruppen X ausgewählt aus den Gruppen -HNC(=0)-, - C(=0)NH-, -OC(=0)NH-, -HNC(=0)0-, -R3NC(=0)NR3-, wiederum bevorzugt aus den

Gruppen -HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -R3NC(=0)NR3-.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist X auf beiden Seiten des Moleküls gleich und eine Harnstoffgruppe -HNC(=0)NH- mit jedem R3 = Wasserstoffatom.

Die Gruppen Y können wie zu Formel I) ausgeführt innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein und sind ausgewählt aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -C(=0)0-, -OC(=0)-, -OC(=0)NH-,

-HNC(=0)0-, -R4NC(=0)NR4-, -R4NC(=NR4)NR4-, -R4NC(=S)NR4-, wobei die Reste R4 innerhalb einer Gruppe Y und eines Moleküls gleich oder verschieden sein können und ausgewählt sind aus einem Wasserstoffatom oder wie für R2 definiert unter der Bedingung, dass wenigstens ein R4 innerhalb einer jeden Gruppe Y ein Wasserstoffatom ist.

Für die jeweiligen Gruppen gelten die obigen Ausführungen zu X.

Auch jedes R4 ist bevorzugt in den jeweiligen Gruppen ein Wasserstoffatom. Für den Fall, dass R4 ein organischer Rest ist wie für R2 definiert, ist es besonders bevorzugt, wenn R4 ausgewählt ist aus Alkylresten mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen oder aromatischen Resten mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie z. B. einem Phenylrest.

Bevorzugt ist es, dass die Gruppen Y ausgewählt sind aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -OC(=0)NH-, -HNC(=0)0-, -R4NC(=0)NR4-,

-R4NC(=NR4)NR4-, -R4NC(=S)NR4-, und zwar mit der oben genannten Bedingung für R4. Besonders bevorzugt sind die Gruppen Y ausgewählt aus den Gruppen

-HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -OC(=0)NH-, -HNC(=0)0-, -R4NC(=0)NR4-, wiederum bevorzugt aus den Gruppen -HNC(=0)-, -C(=0)NH-, -R3NC(=0)NR3-.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist Y auf beiden Seiten des Moleküls gleich und eine Säureamidgruppe -FiNC(=0)- oder -C(=0)NH-.

Bevorzugt ist hierbei eine Konnektivität, die am einfachen Beispiel mit m = 0

folgendermaßen aussieht:

(R1)oSi-R2-X-A-HN-C(=0)-A-Sk-.

Das Stickstoffatom der Säureamidgruppe ist somit gemäß dieser bevorzugten

Ausführungsform auf beiden Seiten des Moleküls an diejenige aromatische Gruppe A angebunden, die X und Y verknüpft. Diese bevorzugte Ausführung ist nicht auf m = 0 beschränkt, sondern gilt für alle Kombinationen der beiden m mit Werten von 0 bis 4.

Bei den aromatischen Gruppen A kann es sich prinzipiell um jede aromatische Gruppe handeln, wobei die A innerhalb eines Moleküls und auf jeder Seite des Moleküls gleich oder verschieden zueinander sein können. Die aromatischen Gruppen A können hierbei Heteroatome enthalten und/oder an einem oder mehreren Atomen des aromatischen Gerüstes Substituenten (für ein jeweiliges Wasserstoffatom) tragen, und zwar zusätzlich zu den formelgemäßen Substituenten X, Y und Sk.

Bevorzugt ist es, dass die aromatischen Gruppen A ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Phenyl-, Naphthyl-, Pyridyl-, Pyridazyl-, Pyrimidyl-, Pyrazyl-, Triazyl-, Chinolyl-, Pyrrol-, Furan-, Thiophen-, Pyrazol-, Imidazol-, Thiazol- und Oxazol-Resten. Die Gruppen A verbinden X und Y sowie Y und Sk sowie Y und Y im Fall von m = 1 bis 4, wobei X, Y und Sk formal jeweils auch Substituenten der jeweiligen aromatischen Gruppe A sind.

Die Verknüpfung der genannten Gruppen an der jeweiligen aromatischen Gruppe kann dabei über alle denkbaren Atome des aromatischen Gerüsts erfolgen. Bei einem monozyklischen Aromaten mit sechs Gerüstatomen wie einem Phenylrest heißt das z. B., dass die Gruppen in para-, meta- oder ortho- Position zueinander angeordnet sein können. Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind alle A auf beiden Seiten des Moleküls Phenyl-Reste.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind X und Y sowie Y und Sk sowie Y und Y im Fall von m = 1 bis 4 jeweils in para-Stellung zueinander an der jeweiligen aromatischen Gruppe A angeordnet.

Hierdurch ergibt sich eine längliche Molekülstruktur des Silans, die insbesondere in einer Kautschukmischung zu einer weiteren Erhöhung von deren Steifigkeit beitragen kann.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind X und Y sowie Y und Y im Fall von m = 1 bis 4 in para-Stellung sowie Y und Sk jeweils in ortho-Stellung zueinander an der jeweiligen aromatischen Gruppe A angeordnet.

Hierdurch ergibt sich eine rigide Molekülstruktur des Silans, die insbesondere in einer Kautschukmischung zu einer weiteren Erhöhung von deren Steifigkeit beitragen kann.

Die Reste R1 des erfindungsgemäßen Silans können innerhalb der Silylgruppen
und auf beiden Seiten des Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein und sind ausgewählt aus Alkoxygruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, Cycloalkoxygruppen mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen, Phenoxygruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen,

Arylgruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, Alkylgruppen mit 1 bis 10

Kohlenstoffatomen, Alkenylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, Alkinylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, Aralkylgruppen mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen, Halogeniden oder

Alkylpolyethergruppen -0-(R6-0)r-R5 wobei R6 gleich oder verschieden sind und verzweigte oder unverzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische, aromatische oder gemischt aliphatisch/aromatische zweibindige Ci-C3o-Kohlenwasserstoffgruppen sind, vorzugsweise -CH2-CH2-, r eine ganze Zahl von 1 bis 30, vorzugsweise 3 bis 10 ist, und R5 unsubstituierte oder substituierte, verzweigte oder unverzweigte, einbindige Alkyl-, Alkenyl-, Aryl- oder Aralkylgruppen, vorzugsweise -C13H27 Alkyl-Gruppe sind

oder

zwei R1 bilden eine cyclische Dialkoxygruppe mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen wobei dann o < 3 ist,

oder es können zwei oder mehr Silane gemäß Formel I) über Reste R1 verbrückt sein. Sämtliche genannten Reste R1 und Verknüpfungen können innerhalb einer Silyl-Gruppe miteinander kombiniert sein.

Für den Fall, dass zwei Silane gemäß Formel I) mit einander verbrückt sind, teilen sie sich einen Rest R1. Auf diese Weise können auch mehr als zwei Silane aneinander verknüpft sein. Im Anschluss an die Synthese des Silans gemäß Formel I) ist es somit denkbar, dass zwei Silane gemäß Formel I) über die Reste R1 miteinander verbrückt werden. Auf diese Weise können auch mehr als zwei Silane aneinander verknüpft werden, wie beispielsweise über Dialkoxygruppen.

Das erfindungsgemäße Silan kann auch Oligomere umfassen, die durch Hydrolyse und Kondensation der Silane der Formel I) entstehen.

Das Silan gemäß Formel I) umfasst bevorzugt in jeder Silylgruppe
wenigstens einen Rest R1, der als Abgangsgruppe dienen kann, wie insbesondere Alkoxy-Gruppen oder sämtliche andere der genannten Gruppen, die mit einem Sauerstoffatom an das Siliziumatom gebunden sind, oder Halogenide.

Es ist bevorzugt, dass die Reste R1 Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder Halogenide umfassen, besonders bevorzugt sind Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Reste R1 innerhalb einer Silylgruppe
gleich und Alkoxygruppen mit 1 oder 2

Kohlenstoffatomen, also Methoxygruppen oder Ethoxygruppen, ganz besonders bevorzugt Ethoxygruppen, wobei o = 3 ist.

Aber auch bei Oligomeren oder im Fall, dass zwei R1 eine Dialkoxy-Gruppe bilden, sind die übrigen Reste R1 bevorzugt Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder Halogenide oder Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 1 oder 2

Kohlenstoffatomen, also Methoxygruppen oder Ethoxygruppen, ganz besonders bevorzugt Ethoxygruppen.

Die Reste R2 des erfindungsgemäßen Silans können innerhalb eines Moleküls gleich oder verschieden voneinander sein und sind lineare oder verzweigte Alkylgruppen mit 1 bis 20

Kohlenstoffatomen oder Cycloalkylgruppen mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen oder

Arylgruppen mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen oder Alkenylgruppen mit 2 bis 20

Kohlenstoffatomen, Alkinylgruppen mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen oder Aralkylgruppen mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen.

Es ist bevorzugt, dass die Reste R2 lineare oder verzweigte Alkylgruppen mit 2 bis 8

Kohlenstoffatomen oder Cycloalkylgruppen mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen, wie insbesondere Cyclohexylreste, sind.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind alle Reste R2 innerhalb eines Moleküls gleich und Alkylreste mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere bevorzugt 2 oder 3 Kohlenstoffatome, wobei Propylreste mit 3 Kohlenstoffatomen ganz besonders bevorzugt sind.

Die Gruppierung Sk stellt eine Sulfidbrücke aus k Schwefelatomen dar, wobei die k Schwefelatome aneinandergereiht sind, sodass das Molekül eine poly sulfidische

Gruppierung aufweist. Der Index k ist dabei eine ganze Zahl größer oder gleich 2.

Bevorzugt ist k eine ganze Zahl von 2 bis 10 (einschließlich 2 und 10), besonders bevorzugt 2 bis 8, ganz besonders bevorzugt 2, 3 oder 4.

Wie dem Fachmann bekannt, lässt sich eine synthesebedingt erhaltene Disulfidgruppierung in einem weiteren Verfahrensschritt unter Zugabe von elementaren Schwefel durch Aufschwefelung in Polysulfide überführen, wodurch k größer oder gleich 3 erhalten wird, siehe hierzu Wang et al, Journal of Sulfur Chemistry, 2013, 34, 55-66.

Prinzipiell kann die Aufschwefelung auch zu einem früheren Verfahrensstadium

vorgenommen werden, wie insbesondere bei den Ausgangsmolekülen bei der Synthese, sodass das Molekül gemäß Formel I) als Polysulfid mit k größer oder gleich 3 synthetisiert sein kann.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist k gleich 2, sodass das Molekül eine disulfidische Gruppierung aufweist.

In einer besonders bevorzugten und beispielhaften Ausführungsform der Erfindung weist das erfindungsgemäße Silan die folgende Formel II) auf:


Hierbei sind im Hinblick auf Formel I) m = 0, alle R1 Ethoxygruppen, beide R2

Propylreste, beide X Harnstoffgruppen, alle A Phenylreste, wobei alle Verknüpfungen in para-Stellung angeordnet sind und jedes Y eine Säureamidgruppe, dessen Stickstoffatom an den jeweiligen Phenylrest zur Harnstoffgruppe (X) angeknüpft ist.

Das Silan gemäß Formel II) stellt ein bevorzugtes erfindungsgemäßes Beispiel dar. Hiermit wird eine besonders hohe Steifigkeit und geringe Rückprallelastizität in der

erfindungsgemäßen Kautschukmischung erzielt. Letztere weist somit verbesserte Handling- und Nassbrems-Indikatoren auf.

Besonders bevorzugt ist k hierbei gleich 2, wodurch sich die genannten Vorteile in besonderem Maße ergeben.

Ein beispielhaftes und bevorzugtes Silan mit k = 2 ist in Formel IV) dargestellt:


In einer weiteren besonders bevorzugten und beispielhaften Ausführungsform der Erfindung weist das erfindungsgemäße Silan die folgende Formel III) auf:


Hierbei sind im Hinblick auf Formel I) m = 0, alle R1 Ethoxygruppen, beide R2 Propylreste, beide X Harnstoffgruppen, alle A Phenylreste, wobei im Unterschied zu Formel II) die Sk-Gruppe und die jeweilige Säureamidgruppe am Phenylrest in ortho-Stellung zueinander angeordnet sind.

Das Silan gemäß Formel III) stellt ein bevorzugtes erfindungsgemäßes Beispiel dar. Hiermit wird eine besonders hohe Steifigkeit in der erfindungsgemäßen

Kautschukmischung erzielt. Letztere weist somit verbesserte Handling-Indikatoren auf.

Besonders bevorzugt ist k hierbei gleich 2, wodurch sich die genannten Vorteile in besonderem Maße ergeben.

Ein beispielhaftes und bevorzugtes Silan mit k = 2 ist in Formel V) dargestellt.


Die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthält wenigstens ein erfindungsgemäßes Silan. Es ist prinzipiell denkbar, dass die Kautschukmischung mehrere erfindungsgemäße Silane unterschiedlicher Ausfuhrungsformen, also mit ggf. unterschiedlichen Gruppen X, Z, A, R1, R2, ggf. R3, unterschiedlichen Verknüpfungen an den aromatischen Gruppen A, sowie mit unterschiedlichen Werten k und/oder m im Gemisch enthält. Insbesondere kann die Kautschukmischung auch ein Gemisch zweier oder mehrerer Silane I), II), III), IV) oder V) enthalten. Die Kautschukmischung kann das erfindungsgemäße Silan gemäß den gezeigten Formeln I) bis V) auch in Kombination mit anderen im Stand der Technik bekannten Silanen enthalten.

Solche aus dem Stand der Technik bekannten Kupplungsagenzien sind bifunktionelle Organosilane, die am Siliciumatom mindestens eine Alkoxy-, Cycloalkoxy- oder

Phenoxygruppe als Abgangsgruppe besitzen und die als andere Funktionalität eine Gruppe aufweisen, die gegebenenfalls nach Spaltung eine chemische Reaktion mit den

Doppelbindungen des Polymers eingehen kann. Bei der letztgenannten Gruppe kann es sich z. B. um die folgenden chemischen Gruppen handeln:

-SCN, -SH, -NH2 oder -Sx- (mit x = 2 bis 8).

So können als Silan-Kupplungsagenzien z. B. 3-Mercaptopropyltriethoxysilan,

3-Thiocyanato-propyltrimethoxysilan oder 3,3'-Bis(triethoxysilylpropyl)polysulfide mit 2 bis 8 Schwefelatomen, wie z. B. 3,3'-Bis(triethoxysilylpropyl)tetrasulfid (TESPT), das entsprechende Disulfid (TESPD) oder auch Gemische aus den Sulfiden mit 1 bis 8

Schwefelatomen mit unterschiedlichen Gehalten an den verschiedenen Sulfiden, verwendet werden. TESPT kann dabei beispielsweise auch als Gemisch mit Industrieruß

(Handelsname X50S® der Firma Evonik) zugesetzt werden.

Im Stand der Technik bekannt ist auch ein Silan-Gemisch, welches zu 40 bis 100 Gew.-% Disulfide, besonders bevorzugt 55 bis 85 Gew.-% Disulfide und ganz besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.-% Disulfide enthält. Ein solches Gemisch ist z.B. unter dem Handelsnamen Si 266® der Firma Evonik erhältlich, welches z.B. in der DE 102006004062 AI beschrieben ist.

Auch geblockte Mercaptosilane, wie sie z. B. aus der WO 99/09036 bekannt sind, können als Silan-Kupplungsagens eingesetzt werden. Auch Silane, wie sie in der WO 2008/083241 AI, der WO 2008/083242 AI, der WO 2008/083243 AI und der WO 2008/083244 AI beschrieben sind, können eingesetzt werden. Verwendbar sind z. B. Silane, die unter dem Namen NXT (z.B. 3-(Octanoylthio)-l-Propyl-Triethoxysilan) in verschiedenen Varianten von der Firma Momentive, USA, oder solche, die unter dem Namen VP Si 363® von der Firma Evonik Industries vertrieben werden.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung enthält die

Kautschukmischung das Silan gemäß Formel IV).

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung enthält die

Kautschukmischung das Silan gemäß Formel V).

Bei der erfindungsgemäßen Kautschukmischung handelt es sich bevorzugt um eine Kautschukmischung, die für den Einsatz in Fahrzeugreifen geeignet ist und hierzu bevorzugt wenigstens einen Dienkautschuk enthält.

Als Dienkautschuke werden Kautschuke bezeichnet, die durch Polymerisation oder Copolymerisation von Dienen und/oder Cycloalkenen entstehen und somit entweder in der Hauptkette oder in den Seitengruppen C=C-Doppelbindungen aufweisen.

Der Dienkautschuk ist dabei ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus natürlichem

Polyisopren und/oder synthetischem Polyisopren und/oder epoxidiertem Polyisopren und/oder Butadien-Kautschuk und/oder Butadien-Isopren-Kautschuk und/oder

lösungspolymerisiertem Styrol-Butadien-Kautschuk und/oder emulsionspolymerisiertem Styrol-Butadien-Kautschuk und/oder Styrol-Isopren-Kautschuk und/oder

Flüssigkautschuken mit einem Molekulargewicht Mw von größer als 20000 g/mol und/oder Halobutyl-Kautschuk und/oder Polynorbornen und/oder Isopren-Isobutylen-Copolymer und/oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk und/oder Nitril-Kautschuk und/oder

Chloropren-Kautschuk und/oder Acrylat-Kautschuk und/oder Fluor-Kautschuk und/oder Silikon-Kautschuk und/oder Polysulfid-Kautschuk und/oder Epichlorhydrin-Kautschuk und/oder Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymer und/oder hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk und/oder hydriertem Styrol-Butadien-Kautschuk.

Insbesondere Nitrilkautschuk, hydrierter Acrylnitrilbutadienkautschuk,

Chloroprenkautschuk, Butylkautschuk, Halobutylkautschuk oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk kommen bei der Herstellung von technischen Gummiartikeln, wie Gurte, Riemen und Schläuche, und/oder Schuhsohlen zum Einsatz.

Vorzugsweise ist der Dienkautschuk ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus natürlichem Polyisopren und/oder synthetischem Polyisopren und/oder Butadien-Kautschuk und/oder lösungspolymerisiertem Styrol-Butadien-Kautschuk und/oder emulsionspolymerisiertem Styrol-Butadien-Kautschuk.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden in der Kautschukmischung wenigstens zwei verschiedene Dienkautschuk-Typen eingesetzt.

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthält als Füllstoff bevorzugt wenigstens eine Kieselsäure, wodurch die Vorteile des erfindungsgemäßen Silans besonders hervortreten. Die Begriffe "Kieselsäure" und Silika" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung synonym verwendet.

Bei den Kieselsäuren kann es sich um die dem Fachmann bekannten Kieselsäuren, die als Füllstoff für Reifenkautschukmischungen geeignet sind, handeln. Besonders bevorzugt ist es allerdings, wenn eine fein verteilte, gefällte Kieselsäure verwendet wird, die eine

Stickstoff-Oberfläche (BET-Oberfläche) (gemäß DIN ISO 9277 und DIN 66132) von 35

bis 400 m2/g, bevorzugt von 35 bis 350 m2/g, besonders bevorzugt von 100 bis 320 m2/g und ganz besonders bevorzugt von 100 bis 235 m2/g, und eine CTAB-Oberfläche (gemäß ASTM D 3765) von 30 bis 400 m2/g, bevorzugt von 30 bis 330 m2/g, besonders bevorzugt von 95 bis 300 m2/g und ganz besonders bevorzugt von 95 bis 200 m2/g, aufweist.

Derartige Kieselsäuren führen z. B. in Kautschukmischungen für innere Reifenbauteile zu besonders guten physikalischen Eigenschaften der Vulkanisate. Außerdem können sich dabei Vorteile in der Mischungsverarbeitung durch eine Verringerung der Mischzeit bei gleichbleibenden Produkteigenschaften ergeben, die zu einer verbesserten Produktivität führen. Als Kieselsäuren können somit z. B. sowohl jene des Typs Ultrasil® VN3

(Handelsname) der Firma Evonik als auch Kieselsäuren mit einer vergleichsweise niedrigen BET-Oberfläche (wie z. B. Zeosil® 1115 oder Zeosil® 1085 der Firma Solvay) als auch hoch dispergierbare Kieselsäuren, so genannte HD-Kieselsäuren (z. B. Zeosil® 1165 MP der Firma Solvay).

Die Menge der wenigstens einen Kieselsäure beträgt dabei bevorzugt 5 bis 300 phr, besonders bevorzugt 10 bis 200 phr, ganz besonders bevorzugt 20 bis 180 phr. Im Falle unterschiedlicher Kieselsäuren ist mit den angegebenen Mengen die Gesamtmenge an enthaltenen Kieselsäuren gemeint.

Die in dieser Schrift verwendete Angabe phr (parts per hundred parts of rubber by weight) ist die in der Kautschukindustrie übliche Mengenangabe für Mischungsrezepturen. Die Dosierung der Gewichtsteile der einzelnen Substanzen wird in dieser Schrift auf 100 Gewichtsteile der gesamten Masse aller in der Mischung vorhandenen hochmolekularen (Mw größer als 50.000 g/mol) und dadurch festen Kautschuke bezogen.

Die in dieser Schrift verwendete Angabe phf (parts per hundred parts of filier by weight) ist die in der Kautschukindustrie gebräuchliche Mengenangabe für Kupplungsagenzien für Füllstoffe. Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung bezieht sich phf auf die vorhandene Kieselsäure, das heißt, dass andere eventuell vorhandene Füllstoffe wie Ruß nicht in die Berechnung der Silanmenge mit eingehen.

Bevorzugt enthält die erfindungsgemäße Kautschukmischung wenigstens ein Silan der Formel I), bevorzugt wenigstens das Silan gemäß Formel IV) und/oder Formel V) in einer Menge von 1 bis 25 phr und im bevorzugten Fall mit Kieselsäure als Füllstoff bevorzugt 2 bis 20 phf

Das oder die erfindungsgemäßen Silane werden bei der Herstellung der

erfindungsgemäßen Kautschukmischung bevorzugt in wenigstens einer Grundmischstufe zugegeben, die bevorzugt wenigstens einen Dienkautschuk und bevorzugt wenigstens eine Kieselsäure als Füllstoff enthält.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur

Herstellung der erfindungsgemäßen Kautschukmischung, wobei wenigstens ein erfindungsgemäßes Silan wie vorstehend beschrieben bevorzugt in wenigstens einer Grundmischstufe zugegeben wird.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das wenigstens eine erfindungsgemäße Silan zuvor auf Kieselsäure aufgezogen und in dieser Form in die Kautschukmischung eingemischt.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen

Kautschukmischung ist es somit bevorzugt, wenn das wenigstens eine erfindungsgemäße Silan zuvor auf Kieselsäure aufgezogen und in dieser Form in die Kautschukmischung eingemischt wird.

Die so erhaltene Kautschukgrundmischung enthaltend wenigstens ein erfindungsgemäßes Silan wird anschließend durch Zugabe von Vulkanisationschemikalien, s. unten insbesondere ein Schwefelvulkanisationssystem, zu einer Kautschukfertigmischung verarbeitet und im Anschluss vulkanisiert, wodurch ein erfindungsgemäßes Vulkanisat der erfindungsgemäßen Kautschukmischung erhalten wird.

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung kann Ruß als weiteren Füllstoff enthalten, und zwar bevorzugt in Mengen von 2 bis 200 phr, besonders bevorzugt 2 bis 70 phr.

Weitere ggf. verstärkende Füllstoffe sind z.B. Kohlenstoffnanoröhrchen (carbon nanotubes (CNT) inklusive diskreter CNTs, sogenannte hollow carbon fibers (HCF) und modifizierte CNT enthaltend eine oder mehrere funktionelle Gruppen, wie Hydroxy-, Carboxy und Carbonyl-Gruppen), Graphit und Graphene und sogenannte„carbon-silica dual-phase filier".

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung kann weitere Füllstoffe enthalten.

Die Menge an weiteren Füllstoffen beträgt gemäß einer Ausführungsform der Erfindung 0,1 bis 3 phr.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform beträgt die Menge an weiteren Füllstoffen 0 phr. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung beträgt die Menge an weiteren Füllstoffen 0,1 bis 50 phr, bevorzugt 0,1 bis 30 phr, besonders bevorzugt 0,1 bis 10 phr.

Zu den weiteren (nicht verstärkenden) Füllstoffen zählen im Rahmen der vorliegenden Erfindung Alumo Silicate, Kaolin, Kreide, Stärke, Magnesiumoxid, Titandioxid oder Kautschukgele sowie Fasern (wie zum Beispiel Aramidfasern, Glasfasern, Carbonfasern, Cellulosefasern).

Zinkoxid gehört im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht zu den Füllstoffen.

Des Weiteren kann die Kautschukmischung übliche Zusatzstoffe in üblichen

Gewichtsteilen enthalten, die bei deren Herstellung bevorzugt in wenigstens einer Grundmischstufe zugegeben werden. Zu diesen Zusatzstoffen zählen

a) Alterungsschutzmittel, wie z. B. N-Phenyl-N'-(l,3-dimethylbutyl)-p-phenylendiamin (6PPD), N,N'-Diphenyl-p-phenylendiamin (DPPD), N,N'-Ditolyl-p-phenylendiamin (DTPD), N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin (IPPD), 2,2,4-Trimethyl-l,2-dihydrochinolin (TMQ),

b) Aktivatoren, wie z. B. Zinkoxid und Fettsäuren (z. B. Stearinsäure) und/oder sonstige Aktivatoren, wie Zinkkomplexe wie z.B. Zinkethylhexanoat,

c) Ozonschutzwachse,

d) Harze, insbesondere Klebharze für innere Reifenbauteile, die nicht den oben bevorzugt genannten Kohlenwasserstoffharzen entsprechen,

e) Mastikationshilfsmittel, wie z. B. 2,2'-Dibenzamidodiphenyldisulfid (DBD) und

f) Prozesshilfsmittel, wie insbesondere Fettsäureester und Metallseifen, wie z.B.

Zinkseifen und/oder Calciumseifen

g) Weichmacher, wie insbesondere wie aromatische, naphthenische oder paraffinische Mineralölweichmacher, wie z.B. MES (mild extraction solvate) oder RAE (Residual Aromatic Extract) oder TDAE (treated distillate aromatic extract), oder Rubber-to-Liquid-Öle (RTL) oder Biomass-to-Liquid-Öle (BTL) bevorzugt mit einem Gehalt an

polyzyklischen Aromaten von weniger als 3 Gew.-% gemäß Methode IP 346 oder Rapsöl oder Faktisse oder Flüssig-Polymere, deren mittleres Molekulargewicht (Bestimmung per GPC = gel permeation chromatography, in Anlehnung an BS ISO 11344:2004) zwischen 500 und 20000 g/mol liegt, wobei Mineralöle als Weichmacher besonders bevorzugt sind. Bei der Verwendung von Mineralöl ist dieses bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus DAE (Destillated Aromatic Extracts) und/oder RAE (Residual Aromatic Extract) und/oder TDAE (Treated Destillated Aromatic Extracts) und/oder MES (Mild Extracted Solvents) und/oder naphthenische Öle.

Der Mengenanteil der Gesamtmenge an weiteren Zusatzstoffen beträgt 3 bis 150 phr, bevorzugt 3 bis 100 phr und besonders bevorzugt 5 bis 80 phr.

Im Gesamtmengenanteil der weiteren Zusatzstoffe kann Zinkoxid (ZnO) in den oben genannten Mengen enthalten sein. Hierbei kann es sich um alle dem Fachmann bekannten Typen an Zinkoxid handeln, wie z.B. ZnO-Granulat oder -Pulver. Das

herkömmlicherweise verwendete Zinkoxid weist in der Regel eine BET-Oberfläche von weniger als 10 m2/g auf. Es kann aber auch ein Zinkoxid mit einer BET-Oberfläche von 10 bis 100 m2/g, wie z.B. so genannte„nano -Zinkoxide", verwendet werden.

Die Vulkanisation der erfindungsgemäßen Kautschukmischung wird bevorzugt in

Anwesenheit von Schwefel und/oder Schwefelspendern mit Hilfe von

Vulkanisationsbeschleunigern durchgeführt, wobei einige Vulkanisationsbeschleuniger zugleich als Schwefelspender wirken können. Dabei ist der Beschleuniger ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Thiazolbeschleunigern und/oder Mercaptobeschleunigern und/oder Sulfenamidbeschleunigern und/oder Thiocarbamatbeschleunigern und/oder Thiurambeschleunigern und/oder Thiophosphatbeschleunigern und/oder

Thioharnstoffbeschleunigern und/oder Xanthogenat-Beschleunigern und/oder Guanidin-Beschleunigern. Bevorzugt ist die Verwendung eines Sulfenamidbeschleunigers, der ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus N-Cyclohexyl-2-benzothiazolsufenamid (CBS) und/oder N,N-Dicyclohexylbenzothiazol-2-sulfenamid (DCBS) und/oder

Benzothiazyl-2-sulfenmorpholid (MBS) und/oder N-tert-Butyl-2-benzothiazylsulfenamid (TBBS) oder eines Guanidin-Beschleunigers wie Diphenylguanidin (DPG).

Als schwefelspendende Substanz können dabei alle dem Fachmann bekannten

schwefelspendenden Substanzen verwendet werden. Enthält die Kautschukmischung eine schwefelspendende Substanz, ist diese bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend z.B. Thiuramdisulfide, wie z.B. Tetrabenzylthiuramdisulfid (TBzTD) und/oder

Tetramethylthiuramdisulfid (TMTD) und/oder Tetraethylthiuramdisulfid (TETD), und/oder Thiuramtetrasulfide, wie z.B. Dipentamethylenthiuramtetrasulfid (DPTT), und/oder Dithiophosphate, wie z.B.

DipDis (Bis-(Diisopropyl)thiophosphoryldisulfid) und/oder Bis(0,0-2-ethylhexyl-thiophosphoryl)Polysulfid (z. B. Rhenocure SDT 50®, Rheinchemie GmbH) und/oder Zinkdichloryldithiophosphat (z. B. Rhenocure ZDT/S®, Rheinchemie GmbH) und/oder Zinkalkyldithiophosphat, und/oder 1 ,6-Bis(N,N-dibenzylthiocarbamoyldithio)hexan und/oder Diarylpolysulfide und/oder Dialkylpolysulfide.

Auch weitere netzwerkbildende Systeme, wie sie beispielsweise unter den Handelsnamen Vulkuren®, Duralink® oder Perkalink® erhältlich sind, oder netzwerkbildende Systeme, wie sie in der WO 2010/049216 A2 beschrieben sind, können in der Kautschukmischung eingesetzt werden. Dieses System enthält ein Vulkanisationsmittel, welches mit einer Funktionalität größer vier vernetzt und zumindest einen Vulkanisationsbeschleuniger. Besonders bevorzugt ist die Verwendung der Beschleuniger TBBS und/oder CBS und/oder Diphenylguanidin (DPG).

Außerdem können in der Kautschukmischung Vulkanisationsverzögerer vorhanden sein.

Die Begriffe„vulkanisiert" und„vernetzt" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung synonym verwendet.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden bei der Herstellung der schwefelvemetzbaren Kautschukmischung mehrere Beschleuniger in der Fertigmischstufe zugegeben.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen schwefelvemetzbaren Kautschukmischung erfolgt nach dem in der Kautschukindustrie üblichen Verfahren, bei dem zunächst in ein oder mehreren Mischstufen eine Grundmischung mit allen Bestandteilen außer dem

Vulkanisationssystem (Schwefel und vulkanisationsbeeinflussende Substanzen) hergestellt wird. Durch Zugabe des Vulkanisationssystems in einer letzten Mischstufe wird die Fertigmischung erzeugt. Die Fertigmischung wird z.B. durch einen Extrusionsvorgang oder Kalandrieren weiterverarbeitet und in die entsprechende Form gebracht.

Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung durch Vulkanisation, wobei aufgrund des im Rahmen der vorliegenden Erfindung zugegebenen Vulkanisationssystems eine

Schwefelvemetzung stattfindet.

Die oben beschriebene erfindungsgemäße Kautschukmischung ist besonders für die

Verwendung in Fahrzeugreifen, insbesondere Fahrzeugluftreifen geeignet. Hierbei ist die Anwendung in allen Reifenbauteilen prinzipiell denkbar, insbesondere in einem

Laufstreifen, insbesondere in der Cap eines Laufstreifens mit Cap/Base-Konstruktion. Die Cap ist hierbei der Teil des Laufstreifens des Fahrzeugreifens, der mit der Fahrbahn in Berührung kommt, während die Base der radial darunter befindliche innere Teil des Laufstreifens ist, der nicht mit der Fahrbahn in Berührung kommt.

Zur Verwendung in Fahrzeugreifen wird die Mischung als Fertigmischung vor der Vulkanisation bevorzugt in die Form eines Laufstreifens gebracht und bei der Herstellung des Fahrzeugreifenrohlings wie bekannt aufgebracht. Die Herstellung der

erfindungsgemäßen Kautschukmischung zur Verwendung als Seitenwand oder sonstige Body- Mischung in Fahrzeugreifen erfolgt wie bereits beschrieben. Der Unterschied liegt in der Formgebung nach dem Extrusionsvorgang bzw. dem Kalandrieren der Mischung. Die so erhaltenen Formen der noch unvulkanisierten Kautschukmischung für eine oder mehrere unterschiedliche Body-Mischungen dienen dann dem Aufbau eines

Reifenrohlings. Als Body-Mischung werden hierbei die Kautschukmischungen für die inneren Bauteile eines Reifen, wie im Wesentlichen Squeegee, Innenseele (Innenschicht), Kernprofil, Gürtel, Schulter, Gürtelprofil, Karkasse, Wulstverstärker, Wulstprofil,

Hornprofil und Bandage. Der noch unvulkanisierte Reifenrohling wird anschließend vulkanisiert.

Zur Verwendung der erfindungsgemäßen Kautschukmischung in Riemen und Gurten, insbesondere in Fördergurten, wird die extrudierte noch unvulkanisierte Mischung in die entsprechende Form gebracht und dabei oder nachher häufig mit Festigkeitsträgern, z.B. synthetische Fasern oder Stahlcorde, versehen. Zumeist ergibt sich so ein mehrlagiger Aufbau, bestehend aus einer und/oder mehrerer Lagen Kautschukmischung, einer und/oder mehrerer Lagen gleicher und/oder verschiedener Festigkeitsträger und einer und/oder mehreren weiteren Lagen dergleichen und/oder einer anderen Kautschukmischung.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Fahrzeugreifen, der die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthaltend wenigstens ein erfindungsgemäßes Silan in wenigstens einem Bauteil aufweist.

Der vulkanisierte Fahrzeugreifen weist wenigstens in einem Bauteil ein Vulkanisat wenigstens einer erfindungsgemäßen Kautschukmischung auf. Dem Fachmann ist bekannt, dass die meisten Substanzen, wie z. B. die enthaltenen Kautschuke und Silane,

insbesondere das erfindungsgemäße Silan, entweder bereits nach dem Mischen oder erst nach der Vulkanisation in chemisch veränderter Form vorliegen.

Unter Fahrzeugreifen werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Fahrzeugluftreifen und Vollgummireifen, inklusive Reifen für Industrie- und Baustellenfahrzeuge, LKW-, PKW- sowie Zweiradreifen verstanden.

Bevorzugt weist der erfindungsgemäße Fahrzeugreifen die erfindungsgemäße

Kautschukmischung wenigstens im Laufstreifen auf. Bevorzugt weist der

erfindungsgemäße Fahrzeugreifen die erfindungsgemäße Kautschukmischung wenigstens in der Seitenwand auf. Die erfindungsgemäße Kautschukmischung ist ferner auch für andere Bauteile von Fahrzeugreifen geeignet, wie z. B. insbesondere dem, Hornprofil, sowie innere Reifenbauteile. Die erfindungsgemäße Kautschukmischung ist ferner auch für andere technische Gummiartikel, wie Bälge, Förderbänder, Luftfedern, Gurte, Riemen oder Schläuche, sowie Schuhsohlen geeignet.

Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.

Das Silan gemäß Formel IV) als erfindungsgemäßes Beispiel wurde auf folgende Weise hergestellt:

1. Herstellung von Bis-(4-carboxyphenyl)-disulfid nach dem Syntheseschema gemäß Formel VI)


Zu einer Lösung von 4-Mercaptobenzoesäure (7.50 g, 48.6 mmol, 1.0 Äq.) in Ethanol (500 mL, EtOH) wurde bei Raumtemperatur tropfenweise eine gesättigte, ethanolische

Iodlösung (insgesamt 25 mL) gegeben. Bei der Zugabe entfärbte sich die Iodlösung und die Reaktionsmischung trübte sich ein. Die Zugabe von Iod wurde solange fortgesetzt, bis die entstandene Suspension aufgrund des überschüssigen Iods eine blass gelbe Farbe annahm.

Anschließend wurde die Reaktionsmischung mittels Büchnertrichter filtriert und der Rückstand wurde mit kaltem demineralisiertem Wasser (4 x 50 mL) und kaltem Ethanol (4 x 50 mL) gewaschen, um das überschüssige Iod zu entfernen.

Nach Trocknen im Hochvakuum konnte die Zielverbindung in Form eines weißen Pulvers (6.69 g, 21.8 mmol, 90%) isoliert werden.

!H NMR (500 MHz, DMSO-Λ; Dimethylsulfoxid) δ 13.08 (s, 2H), 7.97 - 7.88 (m, 4H), 7.67 - 7.59 (m, 4H).

13C NMR (126 MHz, DMSO-ώ) δ 167.22, 141.16, 130.83, 130.31, 126.54.

2. Herstellung von 1-(4'-Αηιίηο 1ΐ6ηνΠ-3-(3"-(η·ί6ί1ιοχν8ί1ν1 Γο νΠ-1ιαπΐ8ίοΓΓ nach dem Syntheseschema gemäß Formel VII)


Zu einer Lösung von /?ara-Phenylendiamin (10.00 g, 92.5 mmol, 2.0 Äq.) in

Dichlormethan (300 mL DCM) wurde bei Raumtemperatur tropfenweise 3-(Isocyanatopropyl)-triethoxysilan (11.44 mL, 11.44 g, 46.2 mmol, 1.0 Äq.) gegeben. Nach Rühren über Nacht wurde das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt und es konnte ein grauer Feststoff (21.57 g) als Rohprodukt erhalten werden.

Die säulenchromatographische Aufreinigung erfolgte in mehreren kleinen Portionen zu je ca. 3 - 4 g (jeweils ca. 74 w% Ausbeute) an Kieselgel (DCM/EtOH 9: 1).

Nach dem Trocknen am Hochvakuum konnte die Zielverbindung in Form eines leicht grauen Feststoffes (extrapoliert für gesamtes Produkt: 15.96 g, 44.9 mmol, 97% bezogen auf Silan) isoliert werden.

!H NMR (500 MHz, DMSO-Λ) δ 7.82 (s, 1H), 6.98 (d, J= 8.7 Hz, 2H), 6.45 (d, J= 8.7 Hz, 2H), 5.91 (t, J= 5.8 Hz, 1H), 4.66 (s, 2H), 3.74 (q, J= 7.0 Hz, 6H), 3.00 (q, J= 6.8 Hz, 2H), 1.48 - 1.39 (m, 2H), 1.14 (t, J= 7.0 Hz, 9H), 0.57 - 0.49 (m, 2H).

13C NMR (126 MHz, DMSO-ώ) δ 155.69, 143.33, 129.62, 120.22, 114.12, 57.70, 41.81, 23.49, 18.24, 7.25.

3. Herstellung von Bis-(4-carboxylchloridophenyl)-disulfid (in situ) nach dem

Syntheseschema gemäß Formel VIII)


Zu einer Suspension von Bis-(4-carboxyphenyl)-disulfid (1.96 g, 6.4 mmol, 1.0 Äq.) in Tetrahydrofuran (60 mL THF) wurde Dimethylformamid (0.1 mL DMF, cat.) gegeben. Bei 0 °C wurde Oxalylchlorid (5.49 mL, 8.12 g, 64.0 mmol, 10.0 Äq.) tropfenweise zu der Reaktionsmischung gegeben und für 30 min bei der Temperatur gerührt. Anschließend wurde die entstandene gelbe Lösung für weitere 3 h bei RT gerührt. Danach wurden das Lösungsmittel und überschüssiges Oxalylchlorid abdestilliert. Es konnte ein gelber Feststoff isoliert werden, der ohne weitere Analytik oder Aufreinigung (aufgrund der Reaktivität) für den nächsten Syntheseschritt verwendet wurde.

4. Herstellung des Silans gemäß Formel II) nach dem Syntheseschema gemäß Formel IX)

I


Zu einer Lösung von l-(4-aminophenyl)-3-(3-(triethoxysilyl)propyl)-harnstoff (2.55 g, 7.17 mmol, 2.2 Äq.) und Triethylamin (2.11 mL, 1.65 g, 16.3 mmol, 5.0 Äq.) in THF (10 mL) wurde bei RT eine Lösung von Bis-(4-carboxylchloridophenyl)-disulfid (1.12 g, 3.26 mmol, 1.0 Äq.) in THF (40 mL) über einen Zeitraum von 15 min. getropft. Die entstandene blass gelbe Suspension wurde anschließend über Nacht gerührt und danach abfiltriert. Der Filterkuchen wurde mit kaltem THF (2 x 10 mL) gewaschen. Nach Trocknen im

Hochvakuum konnte die Zielverbindung in Form eines weißen Pulvers (2.39 g, 2.44 mmol, 75 %) isoliert werden.

!H NMR (500 MHz, DMSO-Λ) δ 10.13 (s, 2H), 8.45 (s, 2H), 7.94 (d, J= 8.5 Hz, 4H), 7.67 (d, J= 8.6 Hz, 4H), 7.56 (d, J= 9.0 Hz, 4H), 7.34 (d, J= 9.0 Hz, 4H), 6.23 (t, J= 5.8 Hz, 2H), 3.74 (q, J= 7.0 Hz, 12H), 3.03 (q, J= 6.6 Hz, 4H), 1.52 - 1.41 (m, 4H), 1.14 (t, J = 7.0 Hz, 18H), 0.60 - 0.51 (m, 4H).

13C NMR (126 MHz, DMSO-ώ) δ 164.32, 155.34, 139.05, 136.78, 134.16, 132.49, 128.75, 126.38, 121.10, 117.79, 57.80, 56.12, 41.84, 23.45, 18.31, 7.32.

29Si NMR (99 MHz, DMSO-ώ) δ -44.52.

Die Herstellung des Silans V) als weiteres erfindungsgemäßes Beispiel, also des bezüglich der disulfidischen Gruppe ortho-verknüpften Silans, erfolgt prinzipiell analog zur

Herstellung des Silans IV). Im Folgenden werden daher nur die Unterschiede beschrieben. Die Synthese geht von dem kommerziell erhältlichen Bis-(2-carboxyphenyl)-disulfid aus, welches gemäß Schema X) mittels Oxalylchorid zu Bis-(2-carboxylchloridophenyl)-disulfid umgesetzt wird:


Zu einer Suspension von Bis-(2-carboxyphenyl)-disulfid (2.94 g, 9.6 mmol, 1.0 Äq.) in THF (60 mL) wurde DMF (0.15 mL, cat.) gegeben. Bei 0 °C wurde Oxalylchlorid (8.23 mL, 12.19 g, 96.0 mmol, 10.0 Äq.) tropfenweise zu der Reaktionsmischung gegeben und für 30 min bei der Temperatur gerührt. Anschließend wurde die entstandene gelbe Lösung für weitere 3 h bei RT gerührt. Danach wurden das Lösungsmittel und überschüssiges Oxalylchlorid abdestilliert.

Es konnte ein gelber Feststoff isoliert werden, der ohne weitere Analytik oder

Aufreinigung (aufgrund der Reaktivität) für den nächsten Syntheseschritt verwendet wurde.

Anschließend erfolgt gemäß Syntheseschema XI) die Umsetzung mit l-(4-aminophenyl)-3-(3-(triethoxysilyl)propyl)-harnstoff, welches wie oben beschrieben hergestellt wird.


Zu einer Lösung von l-(4-aminophenyl)-3-(3-(triethoxysilyl)propyl)-harnstoff (7.51 g, 21.1 mmol, 2.2 Äq.) und Triethylamin (6.65 mL, 4.86 g, 48.0 mmol, 5.0 Äq.) in THF (30 mL) wurde bei RT eine Lösung von Bis-(2-carboxylchloridophenyl)-disulfid (3.30 g, 9.6 mmol, 1.0 Äq.) in THF (80 mL) über einen Zeitraum von 15 min. getropft. Die entstandene blass gelbe Suspension wurde anschließend über Nacht gerührt und danach abfütriert. Das Filtrat wurde eingeengt und der erneut ausgefallene Feststoff wurde erneut abfütriert. Der Filterkuchen wurde mit kaltem THF (2 x 25 mL) und dem. Wasser (2 x 25 mL) gewaschen.

Nach Trocknen im Hochvakuum konnte die Zielverbindung in Form eines weißen Pulvers (2.70 g, 2.75 mmol, 29 %) isoliert werden.

!H NMR (500 MHz, DMSO-Λ) δ 10.41 (s, 2H), 8.39 (s, 2H), 7.76 (d, J= 7.6 Hz, 1H), 7.72 (d, J= 8.1 Hz, 1H), 7.60 (d, J= 9.0 Hz, 3H), 7.50 (ddd, J= 8.5, 7.4, 1.5 Hz, 2H), 7.40 - 7.34 (m, 6H), 6.14 (t, J= 5.7 Hz, 2H), 3.75 (q, J= 7.0 Hz, 12H), 3.05 (q, J= 6.6 Hz, 4H), 1.54 - 1.42 (m, 4H), 1.15 (t, J= 7.0 Hz, 18H), 0.63 - 0.51 (m, 4H).

13C NMR (126 MHz, DMSO-d6) δ 165.20, 155.21, 136.85, 136.49, 134.67, 132.32, 131.30, 128.37, 126.25, 126.09, 120.76, 117.77, 57.73, 41.77, 23.39, 18.25, 7.27.

29Si NMR (99 MHz, DMSO-d6) δ -44.57.

Das hergestellte Silan gemäß Formel IV) und/oder V) wird in eine erfindungsgemäße Kautschukmischung enthaltend wenigstens einen Dienkautschuk und wenigstens eine Kieselsäure als Füllstoff eingemischt. Bevorzugt wird das Silan gemäß Formel IV) und/oder V) hierzu zuvor auf eine Kieselsäure aufgezogen und anschließend in dieser Form der Kautschukmischung zugegeben.

Das Aufziehen auf Kieselsäure erfolgt z. B. folgendermaßen:

Zu einer Suspension von Kieselsäure, z. B. granulierter Kieselsäure, in DMF wird bei Raumtemperatur eine Lösung des Silans gemäß Formel IV) und/oder V) in dem

gewünschten Verhältnis Kieselsäure / Silan gelöst in DMF gegeben. Beispielsweise werden 31,2 g Kieselsäure (VN3, Firma Evonik) und 4,62 g des Silans gemäß Formel IV) und/oder V) verwendet. Die entstehende Suspension wird über Nacht bei 120 °C gerührt und anschließend wird das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach einem Tag Trocknen am Hochvakuum bei 40 °C wird die so erhaltene modifizierte Kieselsäure mittels Mörser zerkleinert. Anschließend wird einen weiteren Tag bei 40 °C am

Hochvakuum getrocknet.

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung wird beispielsweise in Form eines

vorgeformten Laufstreifens eines Fahrzeugreifens (wie oben beschrieben) auf einen Reifenrohling aufgebracht und anschließend mit diesem vulkanisiert.

Im Folgenden werden beispielhafte erfindungsgemäße Kautschukmischungen enthaltend die Silane gemäß Formel IV) oder V) beschrieben und mit Kautschukmischungen enthaltend ein aus dem Stand der Technik bekanntes Silan verglichen. Die

Zusammensetzungen und Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die

Vergleichsmischungen sind mit V, die erfindungsgemäßen Mischungen sind mit E gekennzeichnet. Die Mischungen VI und El sowie V2 und E2 sowie V3 und E3 und E4 enthalten dabei jeweils molgleiche Mengen des Silans aus dem Stand der Technik (VI, V2, V3) bzw. des erfindungsgemäßen Silans IV) (El, E2, E3) bzw. des erfindungsgemäßen Silans V) (E4).

Die Silane sind jeweils auf die Kieselsäure (95 phr in jeder Mischung) aufgezogen, sodass die jeweils Silan-modifizierte Kieselsäure eingemischt wurde. Die Mengenangaben beziehen sich damit auf die Produkte der Modifizierungsreaktionen, wobei in jeder Mischung 95 phr Kieselsäure eingesetzt wurden. Die Restmenge (Differenz: Tabellenwert minus 95 phr) stellt somit an die Kieselsäure angebundenes Silan dar.

Die Mischungsherstellung erfolgte ansonsten nach dem in der

Kautschukindustrie üblichen Verfahren unter üblichen Bedingungen in zwei Stufen in einem Labormischer mit 80 Milliliter bis 3 Liter Volumen, bei dem zunächst in der ersten Mischstufe (Grundmischstufe) alle Bestandteile außer dem Vulkanisationssystem

(Schwefel und vulkanisationsbeeinflussende Substanzen) für 200 bis 600 Sekunden bei 145 bis 165 °C, Zieltemperaturen von 152 bis 157 °C, vermischt wurden. Durch Zugabe des Vulkanisationssystems in der zweiten Stufe (Fertigmischstufe) wurde die

Fertigmischung erzeugt, wobei für 180 bis 300 Sekunden bei 90 bis 120 °C gemischt wurde.

Aus sämtlichen Mischungen wurden Prüfkörper durch Vulkanisation nach tgs (gemessen am Moving Disc Rheometer gemäß ASTM D 5289-12/ ISO 6502) unter Druck bei 160°C hergestellt und mit diesen Prüfkörpern für die Kautschukindustrie typische

Materialeigenschaften mit den im Folgenden angegebenen Testverfahren ermittelt.

• Shore-A-Härte (Sh A) bei Raumtemperatur gemäß ISO 868

• Rückprallelastizität bei Raumtemperatur gemäß ISO 4662

• dynamischer Speichermodul E' bei 55 °C gemäß DIN 53 513 bei 0,15 % und 6 % Dehnung

• Spannungswert bei 50%, 100%, 200%, 300% und 400% Dehnung bei

Raumtemperatur gemäß ISO 37, Prüfkörper Schulterstab Typ 3

Verwendete Substanzen:

a) Kieselsäure: Ultrasil® VN3, Fa. Evonik, jeweils 95 phr, Restmenge jeweils

angebundenes Silan

b) TESPD (3,3'-Bis(triethoxysilylpropyl)disulfid)

c) Erfindungsgemäßes Silan gemäß Formel IV), hergestellt wie vorstehend beschrieben

d) Erfindungsgemäßes Silan gemäß Formel V), hergestellt wie vorstehend

beschrieben

e) Alterungsschutzmittel, Ozonschutz wachs, Zinkoxid, Stearinsäure

f) DPG und CBS

Wie in Tabelle 1 erkennbar, liegen die Kautschukmischungen El bis E4 auf einem höheren Steifigkeitsniveau und weisen eine höhere Härte auf. Die erfindungsgemäßen

Ausführungsbeispiele, also die Mischungen mit den erfindungsgemäß hergestellten Silanen zeigen somit insbesondere verbesserte Handling-Indikatoren.

Die erfindungsgemäßen Beispiele El bis E3 enthaltend das Silan gemäß Formel IV) weisen zudem mit den (im Vergleich zu VI bis V3) geringeren Rückprallelastizitäten verbesserte Nassbrems-Indikatoren auf.

Tabelle 1

Bestandteile Einheit VI V2 V3 El E2 E3 E4

NR phr 20 20 20 20 20 20 20

SSBR phr 80 80 80 80 80 80 80

TDAE phr 35 35 35 35 35 35 35

Kieselsäure a) + TESPD b) phr 98,4 99,4 100,5 - - - - Kieselsäure a) + Silan IV) c) phr - - - 102,7 105,2 107,8 - Kieselsäure a) + Silan V) d) phr - - - - - - 107,8

Sonstige Zusatzstoffe e) phr 9 9 9 9 9 9 9

Beschleuniger ^ phr 3,6 3,6 3,6 3,6 3,6 3,6 3,6

Schwefel phr 2 2 2 2 2 2 2

Eigenschaften

S50 MPa 1,1 1,2 1,2 1,4 1,5 1,9 1,8

S100 MPa 1,9 1,9 2,0 2,3 2,6 3,1 3,0

S200 MPa 3,9 4,0 4,2 4,7 5,8 6,3 6,1

S300 MPa 6,3 6,6 7,0 7,6 9,6 10,1 9,7

S400 MPa 9,0 9,2 9,9 10,8 13,4 13,8 13,3

E' (6%) MPa 8,5 9,5 8,3 10,1 10,5 11,6 10,9

E' (0,15 %) MPa 17,0 18,7 16,0 21,5 21,6 24,9 29,8

Härte RT Sh A 71,4 71,9 71,5 75 77,9 79 79,7

Rückpr. RT % 17,4 17,4 18 15,8 16,6 15,8 25,4