Einige Inhalte dieser Anwendung sind momentan nicht verfügbar.
Wenn diese Situation weiterhin besteht, kontaktieren Sie uns bitte unterFeedback&Kontakt
1. (WO2019001821) MIKROSKOP UND VERFAHREN ZUM MIKROSKOPIEREN EINER PROBE UNTER EINEM VERÄNDERBAREN MECHANISCHEN PARAMETER
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Mikroskop und Verfahren zum Mikroskopieren einer Probe unter einem veränderbaren mechanischen Parameter

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Mikroskop und ein

Verfahren zum Mikroskopieren einer Probe, wobei bei dem

Mikroskop ein mechanischer Parameter veränderbar ist. Der mechanische Parameter ist bevorzugt durch einen Neigungswinkel gebildet, der in mindestens eine Raumrichtung zwischen einem

Objektiv des Mikroskops und einem Objekttisch des Mikroskops veränderbar ist. Dieser Neigungswinkel beschreibt eine Neigung zwischen dem Objektiv und dem Objekttisch, welche auch als Tilt bezeichnet wird.

Die JP 2001059599 A2 und die JP 2010102344 A2 zeigen ein

Schwenkarmstativ für ein Digitalmikroskop. Das

Schwenkarmstativ umfasst einen um eine horizontale Drehachse schwenkbaren Schwenkarm.

Aus der DE 10 2013 005 999 AI und der DE 10 2013 222 295 AI ist ein Schwenkarmstativ für ein Digitalmikroskop bekannt, bei welchem eine Schwenkarmbewegung durch eine um eine Drehachse angeordnete High Torque-Magnetbremse blockierbar ist. Die Blockierung kann für die Dauer eines Tastendruckes eines

Tasters durch das Lösen der High Torque-Magnetbremse

aufgehoben werden. Der Taster ist so am Schwenkarm angeordnet, dass er sich mit mindestens einem Finger derselben Hand bequem drücken lässt.

Die US 6,642,686 Bl zeigt einen ansteuerbaren Dreharm, mit welchem insbesondere medizinische Operationen unterstützt werden können. Der Dreharm kann beispielsweise ein Mikroskop als Instrument tragen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht ausgehend vom Stand der Technik darin, die Anwendungsmöglichkeiten für ein

Mikroskop, bei welchem ein mechanischer Parameter, wie ein Neigungswinkel zwischen einem Objektiv und einem Objekttisch veränderbar ist, zu erweitern.

Die genannte Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß dem beigefügten Anspruch 1 sowie durch ein Mikroskop gemäß dem beigefügten nebengeordneten Anspruch 15.

Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Mikroskopieren einer Probe mit einem Mikroskop, insbesondere mit einem digitalen

Mikroskop. In dem digitalen Mikroskop erfolgt bevorzugt eine elektronische Bildwandlung, wobei das aufgenommene Bild in Form von digitalen Daten weiterverarbeitet und zur Anzeige auf einer elektronischen Bildwiedergabeeinrichtung gebracht wird. Das Mikroskop umfasst bevorzugt mindestens ein Objektiv und bevorzugt einen Bildsensor zum Wandeln eines von dem Objektiv auf den Bildsensor unmittelbar oder mittelbar abgebildeten Bildes .

An dem Mikroskop ist ein mechanischer Parameter veränderbar.

Der mechanische Parameter ist bevorzugt durch eine Position, durch einen Winkel oder durch einen Abstand gebildet, welche bzw. welcher auf die Probe, auf einen Objekttisch, auf den Bildsensor, auf das Objektiv, auf eine Objektivkomponente, auf einen Filter und/oder auf eine Beleuchtungsquelle des

Mikroskops bezogen ist. Somit kann der mechanische Parameter beispielsweise durch eine Höhe und/oder eine laterale Position des Objekttisches, durch einen Abstand zum Bildsensor oder durch eine Zoom-Einstellung gebildet sein. Der mechanische Parameter ist alternativ bevorzugt durch eine Position, durch einen Winkel oder durch einen Abstand eines Einstellelementes gebildet, welches zur Einstellung einer physikalischen Größe am Mikroskop dient. Es kann sich beispielsweise um ein

drehbares Einstellelement handeln, mit welchem beispielsweise eine Wellenlänge, eine Helligkeit am Mikroskop oder eine

Polarisation oder Phase in einem Beleuchtungs- oder

Detektionskanal des Mikroskops eingestellt werden kann.

Der mechanische Parameter ist bevorzugt durch einen

Neigungswinkel gebildet, der in mindestens eine Raumrichtung zwischen dem Objektiv des Mikroskops und dem Objekttisch des Mikroskops veränderbar ist. Bei dem Mikroskop ist der

Neigungswinkel zwischen dem Objektiv und dem die Probe

tragendenden Objekttisch des Mikroskops veränderbar. Der

Objekttisch dient zum Anordnen der Probe. Der Neigungswinkel ist zwischen einer optischen Achse des Objektivs und einer Senkrechten auf dem Objekttisch definiert. Der Neigungswinkel beschreibt eine Neigung zwischen dem Objektiv und dem

Objekttisch, welche auch als Tilt bezeichnet wird. Eine

Neigungsachse ist durch eine Rotationsachse der Neigung gebildet, die senkrecht zur optischen Achse ausgerichtet ist. Der Neigungswinkel ist in mindestens eine Raumrichtung

definiert und kann aber beispielsweise auch in

Kugelkoordinaten durch zwei Werte definiert sein.

Das Verfahren umfasst einen Schritt, bei welchem ein erster Wert des einzustellenden mechanischen Parameters ausgewählt wird. Der erste einzustellende Wert des mechanischen

Parameters definiert, welches Maß der mechanische Parameter nach der Einstellung aufweisen soll. In einem weiteren Schritt wird ein elektrisch steuerbares elektromechanisches

Betätigungselement angesteuert, um den ersten einzustellenden Wert des mechanischen Parameters einzustellen. Das

Betätigungselement dient dazu, dass der mechanische Parameter auf den ersten einzustellenden Wert eingestellt wird. In einem weiteren Schritt wird mithilfe des Mikroskops ein erstes mikroskopisches Bild der Probe aufgenommen, während der erste Wert des mechanischen Parameters eingestellt ist.

In einem weiteren Schritt wird ein zweiter einzustellender Wert des mechanischen Parameters ausgewählt. Der zweite Wert unterscheidet sich vom ersten Wert. Der zweite einzustellende Wert des mechanischen Parameters definiert, welches Maß der Neigungswinkel nach der Einstellung aufweisen soll. In einem weiteren Schritt wird das elektrisch steuerbare

elektromechanische Betätigungselement angesteuert, um den zweiten einzustellenden Wert des mechanischen Parameters einzustellen. In einem weiteren Schritt wird mithilfe des Mikroskops ein zweites mikroskopisches Bild der Probe

aufgenommen, während der zweite Wert des mechanischen

Parameters eingestellt ist.

Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass die mikroskopischen Bilder jeweils unter einem definierten Wert des mechanischen Parameters,

beispielsweise unter einem definierten Wert des

Neigungswinkels aufgenommen werden, sodass auf dieser Basis eine weiterführende mikroskopische Untersuchung der Probe ermöglicht wird. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt beispielsweise eine verbesserte weiterführende Untersuchung von kontrastarmen Proben. Da der Bediener durch das

erfindungsgemäße Verfahren bei der Einstellung der definierten Werte des mechanischen Parameters unterstützt wird, ist die Untersuchung von Proben unter unterschiedlichen Werten des mechanischen Parameters weit weniger aufwändig und weniger fehleranfällig .

Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens umfassen weiterhin einen Schritt, der jeweils nach dem

Ansteuern des elektrisch steuerbaren Betätigungselementes durchzuführen ist. In diesem Schritt erfolgt ein Fokussieren der Probe; insbesondere ein Nachfokussieren der Probe, da durch die Veränderung des mechanischen Parameters,

beispielsweise durch die Veränderung des Neigungswinkels oder durch die Veränderung der Höhe des Objekttisches die Probe nicht mehr unbedingt durch das Objektiv fokussiert sein muss. Alternativ oder ergänzend erfolgt hierbei ein erneutes

Zentrieren der Probe im aufzunehmenden Bild, wofür der

Objekttisch in seiner Höhe und/oder auch lateral verschoben wird .

Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist das

Betätigungselement durch einen mit einem Elektromotor

antreibbaren Aktuator gebildet, durch welchen der mechanische

Parameter verstellbar und einstellbar ist. Durch ein Bestromen des Elektromotors kann der mechanische Parameter verstellt werden .

Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform ist der

mechanische Parameter manuell veränderbar. Der Bediener des Mikroskops verstellt den mechanischen Parameter mit seiner menschlichen Kraft, wofür er bevorzugt zunächst eine

Entsperreinrichtung betätigen muss. Das Betätigungselement ist durch eine elektrisch steuerbare Feststelleinrichtung gebildet ist, mit welcher der mechanische Parameter feststellbar ist. Die Feststelleinrichtung ist bevorzugt durch eine elektrisch steuerbare mechanische Bremse oder durch eine High-Torque- Magnetbremse gebildet. Bei dieser zweiten bevorzugten

Ausführungsform umfassen die Schritte des Ansteuerns des elektrisch steuerbaren Betätigungselementes jeweils einen Teilschritt, bei welchem ein zeitlicher Verlauf einer manuell bewirkten Veränderung des Wertes des mechanischen Parameters gemessen wird. Hierzu dient bevorzugt ein Winkelsensor oder ein Abstandssensor. In einem weiteren Teilschritt wird ein Zeitpunkt prognostiziert, in welchem der zuvor bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des mechanischen Parameters zu dem jeweils einzustellenden Wert des mechanischen Parameters führen wird. Dementsprechend wird die elektrisch betätigbare Feststelleinrichtung zu dem zuvor bestimmten Zeitpunkt angesteuert, sodass gewährleistet wird, dass der jeweils einzustellende Wert des mechanischen

Parameters, wie beispielweise der jeweils einzustellende Wert des Neigungswinkels auch tatsächlich erzielt wird und

beispielsweise eine Abhängigkeit der Genauigkeit von der Größe des Winkels oder vom Abstand zwischen dem Objektiv und der Probe ausgeschlossen wird. Durch das Ansteuern der elektrisch betätigbaren Feststelleinrichtung wird der mechanische

Parameter fixiert, sodass er manuell nicht mehr veränderbar ist .

Bei Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, umfasst der Schritt des

Prognostizierens des Zeitpunktes, in welchem der zuvor

bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden Wert 0Ziei des Neigungswinkels führen wird, bevorzugt mehrere

Teilschritte. In einem Teilschritt wird ein Ausgangswert 0Start des Neigungswinkels gemessen, wozu bevorzugt ein Winkelsensor verwendet wird. In einem weiteren Schritt werden eine

Winkelgeschwindigkeit ω und eine Winkelbeschleunigung aus dem zuvor bestimmten zeitlichen Verlauf der manuellen

Veränderung des Wertes des Neigungswinkels bestimmt. In einem weiteren Teilschritt wird auf der Grundlage der nach t

aufgelösten Gleichung Θζιθι = 0Start + ω · t + Ή · · t2 mithilfe von t der Zeitpunkt prognostiziert, in welchem der zuvor bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden Wert 0Ziei des Neigungswinkels führen wird.

Das Prognostizieren des Zeitpunktes, in welchem der zuvor bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des mechanischen Parameters zu dem jeweils

einzustellenden Wert des mechanischen Parameters führen wird, wird bevorzugt laufend wiederholt, bis die manuelle

Veränderung des Wertes des mechanischen Parameters zu dem jeweils einzustellenden Wert des mechanischen Parameters geführt hat. Durch das laufende Wiederholen wird eine hohe Genauigkeit der Prognose erzielt. Bei Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, wird entsprechend das Prognostizieren des

Zeitpunktes, in welchem der zuvor bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden Wert 0Ziei des Neigungswinkels führen wird, bevorzugt laufend wiederholt, bis die manuelle Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden Wert 0Ziei des Neigungswinkels geführt hat.

Bei Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, werden zum

Prognostizieren des Zeitpunktes, in welchem der zuvor

bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden Wert 0Ziei des Neigungswinkels führen wird, bevorzugt weiterhin eine Masseverteilung am Mikroskop und/oder eine manuell zum

Verändern des Wertes des Neigungswinkels aufgebrachte Kraft berücksichtigt. Hierdurch kann der Zeitpunkt, in welchem der zuvor bestimmte zeitliche Verlauf der manuellen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels zu dem jeweils einzustellenden

Wert 0Ziei des Neigungswinkels führen wird, genauer

prognostiziert werden.

Bei Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, ist das Objektiv bevorzugt an einem Schwenkarm des Mikroskops befestigt. Bei dem Schwenkarm kann es sich um eine Komponente eines

Schwenkarmstativs handeln. Der Schwenkarm kann auch als

Tiltarm bezeichnet werden. Der Schwenkarm ist schwenkbar, wodurch der Neigungswinkel zwischen dem Objektiv dem

Objekttisch veränderbar ist.

Alternativ oder ergänzend ist bevorzugt der Objekttisch drehbar. Der Objekttisch ist bevorzugt in einer Achse drehbar, welche parallel zur Erstreckungsebene des Objekttisches angeordnet ist oder besonders bevorzugt in der

Erstreckungsebene des Objekttisches liegt. Durch ein Drehen des Objekttisches in dieser Achse ist der Neigungswinkel zwischen dem Objektiv dem Objekttisch veränderbar. Der

Objekttisch kann auch um eine Achse drehbar sein, die

senkrecht zur Erstreckungsebene des Objekttisches ausgerichtet ist. Eine Drehung um diese Achse führt zu einer Veränderung des Neigungswinkels, wenn sich die Probe auf dem Träger auch in die Höhe erstreckt.

Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen umfasst das

Verfahren einen weiteren Schritt, bei welchem eine Rückmeldung an den Bediener erzeugt wird, wenn der Wert des mechanischen Parameters um ein vordefiniertes Maß verändert wurde und/oder wenn der jeweils einzustellende Wert des mechanischen

Parameters eingestellt wurde. Hierdurch wird die Bedienung des Mikroskops erleichtert, da der Bediener schnell erfassen kann, ob der jeweils einzustellende Wert des mechanischen Parameters bereits erzielt wurde. Zudem kann der Bediener jeweils eine Rückmeldung erhalten, wenn der Wert des mechanischen

Parameters um ein vordefiniertes Maß verändert wurde;

beispielsweise wenn der Wert des Neigungswinkels um

beispielsweise 5° verändert wurde. Die Rückmeldung ist

bevorzugt visuell, akustisch und/oder haptisch wahrnehmbar.

Die Rückmeldung an den Bediener ist besonders bevorzugt haptisch wahrnehmbar und wird bevorzugt mit der elektrisch betätigbaren Feststelleinrichtung erzeugt. Hierfür wird bei den Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, die Veränderung des Wertes des Neigungswinkels, d. h. insbesondere die

Schwenkbewegung des Schwenkarmes bzw. die Drehung des

drehbaren Objekttisches, in ihrer zeitlichen Veränderung bevorzugt kurz unterbrochen, was der Bediener spüren kann, sodass der Bediener Kenntnis davon erlangt, dass der Wert des Neigungswinkels um ein vordefiniertes Maß verändert worden ist. Die Unterbrechungen der zeitlichen Veränderung des Wertes des Neigungswinkels werden insbesondere dadurch erzeugt, dass die elektrisch betätigbare Feststelleinrichtung in Form einer Bremse die Schwenkbewegung des Schwenkarmes bzw. die Drehung des drehbaren Objekttisches für eine sehr kurze Zeitdauer unterbricht .

Die Rückmeldung an den Bediener ist alternativ oder ergänzend bevorzugt akustisch wahrnehmbar und wird bevorzugt mit einem Summer oder einem vergleichbaren akustischen Signalgeber erzeugt. Durch die akustischen Signale erfährt der Bediener, dass der Wert des mechanischen Parameters um ein

vordefiniertes Maß verändert wurde bzw. dass der jeweils einzustellende Wert des mechanischen Parameters eingestellt wurde .

Bei bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen

Verfahrens erfolgen die Schritte des Auswählens des jeweils einzustellenden Wertes des mechanischen Parameters manuell durch den Bediener. Der Bediener gibt zwei oder mehrere einzustellende Werte des mechanischen Parameters vor, die er bevorzugt über eine Benutzerschnittstelle eingibt.

Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen des

erfindungsgemäßen Verfahrens wird der jeweils einzustellende

Wert des mechanischen Parameters aus mehreren gespeicherten Werten ausgewählt. Die gespeicherten Werte sind bevorzugt während der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens für eine zuvor mikroskopierte Probe ausgewählt und danach

gespeichert worden. Somit werden die gleichen Werte des mechanischen Parameters für beide zu mikroskopierenden Proben ausgewählt und entsprechende mikroskopische Bilder

aufgenommen, wodurch beispielsweise eine erweiterte Auswertung durch einen Vergleich vorgenommen werden kann. Die

gespeicherten Werte stellen bevorzugt Vorab-Programmierung oder eine Voreinstellung dar, auf welche während der

Durchführung des Verfahrens zugegriffen wird.

Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen des

erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Auswählen des jeweils einzustellenden Wertes des mechanischen Parameters dadurch, dass der zuvor ausgewählte Wert des mechanischen Parameters um ein Inkrement inkrementiert wird. Bei Ausführungsformen, bei denen der mechanische Parameter durch den Neigungswinkel gebildet ist, wird die Probe dadurch hinsichtlich des

Neigungswinkels rasterartig mikroskopiert. Der erste Wert des mechanischen Parameters stellt einen Startwert dar.

Besonders bevorzugt werden nicht lediglich zwei Werte des mechanischen Parameters, sondern eine Vielzahl der Werte des mechanischen Parameters ausgewählt und eingestellt.

Entsprechend umfasst das Verfahren bevorzugt einen Schritt, in welchem ein weiterer sich von den anderen Werten des

mechanischen Parameters unterscheidender einzustellender Wert des mechanischen Parameters ausgewählt wird. In einem weiteren Schritt erfolgt ein Ansteuern des elektrisch steuerbaren

Betätigungselementes, um den weiteren einzustellenden Wert des mechanischen Parameters einzustellen. In einem weiteren

Schritt erfolgt ein Aufnehmen eines weiteren mikroskopischen Bildes der Probe unter dem eingestellten weiteren Wert des mechanischen Parameters. Die genannten Schritte werden

bevorzugt für weitere Werte des mechanischen Parameters mehrfach wiederholt.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist bevorzugt zum

Mikroskopieren von mindestens zwei Proben ausgebildet. Dabei werden zum Aufnehmen der mikroskopischen Bilder der ersten Probe und zum Aufnehmen der mikroskopischen Bilder der zweiten

Probe jeweils die gleichen ersten Werte des mechanischen

Parameters, die gleichen zweiten Werte des mechanischen

Parameters und ggf. auch die gleichen weiteren Werte des mechanischen Parameters ausgewählt und eingestellt. Somit werden für die mindestens zwei Proben mikroskopische Bilder unter den gleichen Werten des mechanischen Parameters

aufgenommen .

Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen des

erfindungsgemäßen Verfahrens werden zum Aufnehmen des ersten mikroskopischen Bildes der Probe und zum Aufnehmen des zweiten mikroskopischen Bildes sowie ggf. zum Aufnehmen der weiteren mikroskopischen Bilder unterschiedliche Vergrößerungen des

Objektivs gewählt und/oder unterschiedliche Objektive genutzt. Somit kann eine Anpassung an die räumliche Ausdehnung der Probe vorgenommen werden oder besondere Bereiche der Probe können beispielsweise mit einer höheren Vergrößerung

mikroskopiert werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen

Verfahrens umfasst einen weiteren Schritt, bei welchem eine 2 , 5-dimensionale oder dreidimensionale Wiedergabe der Probe aus den mehreren mikroskopischen Bildern erzeugt wird.

Bevorzugt wird eine Vielzahl der Werte des bevorzugt durch den Neigungswinkel gebildeten mechanischen Parameters ausgewählt und eingestellt, um eine entsprechende Vielzahl der

mikroskopischen Bilder aufzunehmen und für die Erzeugung der 2 , 5-dimensionalen bzw. dreidimensionalen Wiedergabe der Probe zu verwenden. Da die Probe unter unterschiedlichen Werten des Neigungswinkels oder eines Probenabstandes mikroskopiert wird, können aus den mikroskopischen Bildern auch

Tiefeninformationen gewonnen werden.

Beim Aufnehmen der mikroskopischen Bilder der Probe unter den verschiedenen Neigungswinkeln kann es dazu kommen, dass ein oder mehrere Bereiche der Probe verdeckt sind. Daher werden bevorzugt weitere mikroskopische Bilder der Probe unter weiteren eingestellten Neigungswinkeln aufgenommen, um

diejenigen Bereiche der Probe aufzunehmen, die unter anderen Neigungswinkeln verdeckt sind.

Das erfindungsgemäße Mikroskop dient zum Mikroskopieren einer Probe. Es umfasst bevorzugt ein Objektiv zum optischen

Abbilden der Probe. Das Mikroskop umfasst weiterhin bevorzugt einen Objekttisch zum Anordnen der Probe. Ein mechanischer Parameter am Mikroskop ist veränderbar. Bevorzugt ist als mechanischer Parameter ein Neigungswinkel zwischen dem

Objektiv und dem Objekttisch veränderbar. Das Mikroskop umfasst zudem ein elektrisch steuerbares Betätigungselement zum Einstellen eines Wertes des mechanischen Parameters sowie eine Steuereinheit, welche zur Ausführung des

erfindungsgemäßen Verfahrens konfiguriert ist. Die

Steuereinheit ist bevorzugt zur Ausführung bevorzugter

Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens

konfiguriert. Das Mikroskop weist bevorzugt auch Merkmale auf, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren angegeben sind.

Weitere Einzelheiten und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter

Ausführungsformen der Erfindung, unter Bezugnahme auf die

Zeichnung. Es zeigen:

eine erste bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Mikroskops;

eine zweite bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mikroskops;

Fig. 3: das in Fig. 1 gezeigte Mikroskop in zwei Zuständen während der Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens; und

Fig. 4: das in Fig. 2 gezeigte Mikroskop in zwei Zuständen während der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens .

Fig. 1 zeigt eine erste bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Mikroskops. Das Mikroskop umfasst einen Standfuß Ol, auf welchem ein Objekttisch 02 befestigt ist. Am Standfuß 01 ist weiterhin ein Schwenkarm 03 drehbar gelagert, der mit einem elektromotorisierten Aktuator 04 gegenüber dem

Standfuß 01 geschwenkt werden kann, sodass er sich auch gegenüber dem Objekttisch 02 und einer darauf befindlichen Probe 06 (gezeigt in Fig. 2) neigt. Am Schwenkarm 03 sind ein Objektiv 07 und ein optisches Modul 08 befestigt. Das

Schwenken des Schwenkarmes 03 kann über eine Entsperrtaste 09 entsperrt werden.

Alternativ zum elektromotorisierten Aktuator 04 kann eine elektrisch betätigbare Bremse 11 (gezeigt in Fig. 2) am

Schwenkarm 03 verwendet werden, welche ein Schwenken des

Schwenkarmes 03 gegenüber dem Standfuß 01 und dem Objekttisch 02 durch ein Abbremsen sperren kann. Das Drehmoment zum

Schwenken des Schwenkarmes 03 muss somit durch den Bediener aufgebracht werden. Die elektrisch betätigbare Bremse 11 (gezeigt in Fig. 2) des Schwenkarmes 03 wird so angesteuert, dass ein weiteres manuelles Schwenken des Schwenkarmes 03 nicht mehr möglich ist, sobald ein zu erzielender Wert des Schwenkwinkels erreicht ist.

Fig. 2 zeigt eine zweite bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mikroskops, die wie die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform den Objekttisch 02, das Objektiv 07 und das optische Modul 08 umfasst. Im Gegensatz zu der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform sind das Objektiv 07 und das optische Modul 08 nicht an einem schwenkbaren Schwenkarm befestigt, sondern fix angeordnet. Stattdessen ist der

Objekttisch 02 drehbar. Die Drehbewegung des Objekttisches 02 ist mit der elektrisch betätigbaren Bremse 11 abbremsbar, sodass der Objekttisch 02 hinsichtlich seiner Drehbarkeit fixiert werden kann. Die in Fig. 2 gezeigte Ausführungsform umfasst ein weiteres Objektiv 12 und ein weiteres optisches Modul 13, welche unter dem Objekttisch 02 angeordnet sind.

Fig. 3 zeigt das in Fig. 1 gezeigte Mikroskop in zwei

Zuständen während der Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens. Der linke Teil der Fig. 3 zeigt das Mikroskop in einer Ausgangssituation, in welcher der Schwenkarm 03 nicht geneigt ist, sodass ein Neigungswinkel Θ gleich Null ist.

Verfahrensgemäß wird ein einzustellender Wert Θζιθι des

Neigungswinkels Θ ausgewählt.

Der rechte Teil der Fig. 3 zeigt das Mikroskop in einer

Situation, während der einzustellende Wert Θζιθι des

Neigungswinkels Θ verfahrensgemäß eingestellt wird, was durch ein Betätigen der Entsperrtaste 09 ermöglicht wird. Der

Schwenkarm 03 wurde durch Antreiben des elektromotorisierten Aktuators 04 bereits bis zu einem Wert 0aktueii des

Neigungswinkels Θ geschwenkt. Das Antreiben des

elektromotorisierten Aktuators 04 wird fortgesetzt, bis der einzustellende Wert Θζιθι des Neigungswinkels Θ erreicht ist.

Fig. 4 zeigt das in Fig. 2 gezeigte Mikroskop in zwei

Zuständen während der Durchführung des erfindungsgemäßen

Verfahrens. Der linke Teil der Fig. 4 zeigt das Mikroskop in einer Ausgangssituation, in welcher der Objekttisch 02 nicht geneigt ist, sodass ein Neigungswinkel Θ gleich Null ist.

Verfahrensgemäß wird ein einzustellender Wert Θζιθι des

Neigungswinkels Θ ausgewählt.

Der rechte Teil der Fig. 3 zeigt das Mikroskop in einer

Situation, während der einzustellende Wert Θζιθι des

Neigungswinkels Θ verfahrensgemäß eingestellt wird. Der

Objekttisch 02 wird manuell gedreht, wobei der Objekttisch 02 bereits bis zu einem Wert 0aktueii des Neigungswinkels Θ gedreht wurde. Verfahrensgemäß wird die Drehbewegung des Objekttisches 02 gemessen und es wird ein Zeitpunkt prognostiziert, zu welchem der einzustellende Wert Θζιθι des Neigungswinkels Θ erreicht wird. Zu diesem Zeitpunkt wird die elektrisch

betätigbaren Bremse 11 angesteuert, sodass eine weitere

Drehbewegung des Objekttisches 02 nicht mehr möglich ist.

Bezugszeichenliste

01 Standfuß

02 Objekttisch

03 Schwenkarm

04 elektromotorisierter Aktuator 05

06 Probe

07 Objektiv

08 optisches Modul

09 Entsperrtaste

10

11 elektrisch betätigbare Bremse

12 weiteres Objektiv

13 weiteres optisches Modul