Einige Inhalte dieser Anwendung sind momentan nicht verfügbar.
Wenn diese Situation weiterhin besteht, kontaktieren Sie uns bitte unterFeedback&Kontakt
1. (WO2018145137) BIEGEWERKZEUG-SPEICHERVORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM BESCHICKEN EINER BIEGEPRESSE
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

BIEGEWERKZEUG-SPEICHERVORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM BESCHICKEN EINER BIEGEPRESSE

Die Erfindung betrifft eine Biegewerkzeug-Speichervorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruch 1.

AT 516 624 Bl offenbart ein Werkzeugmagazin mit einer Vielzahl an Speicherplätzen zur Speicherung von Umformwerkzeugen für eine Umformpresse. Eine Transportvorrichtung zum Transportieren der Umformwerkzeuge ist zwischen den Speicherplätzen und einer Über- gabeposition verfahrbar. Ein Zwischenspeicher ist in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer

Umformpresse aufgestellt und wird durch zwei ringförmige, im Ganzen drehbare Werkzeugspeicher gebildet. Zwischen den Werkzeugmagazinen und dem Zwischenspeicher, die jeweils ein eigenes Gestell aufweisen und auch unabhängig voneinander einsetzbar sind, werden Umformwerkzeuge transportiert. Eine solche Anordnung erfordert viel Platz und ist mit erhebli- chem konstruktioneilen und steuerungstechnischen Aufwand verbunden. Die Speicherdichte, d.h. die Anzahl der Umformwerkzeuge bezogen auf den erforderlichen Raum, ist zu gering, um den Anforderungen an eine moderne Fertigung zu genügen.

EP 2 946 846 Bl offenbart eine Werkzeugwechselvorrichtung, die - ähnlich wie in der AT 516 624 Bl offenbart - einen ringförmigen, im Ganzen drehbaren Werkzeugspeicher offenbart, d.h. sämtliche Speicherplätze sind auf der ringförmigen Plattform ausgebildet und drehen sich bei jedem Wechselvorgang mit. Eine solche Konstruktion erfordert einen starken und zuverlässigen und somit auch teuren Antrieb. Die Umformwerkzeuge müssen auch dann bewegt (gedreht) werden, wenn sie gar nicht benötigt werden.

WO 2016109862 AI offenbart eine Beschickungsvorrichtung zum Beschicken einer Biegepresse mit Biegewerkzeugen. Diese umfasst einen Werkzeugspeicher mit einer Vielzahl von Führungsschienen zum Halten und Führen von Biegewerkzeugen und eine Transfereinrichtung zum Verschieben der Biegewerkzeuge. Eine Zwischenablage mit zumindest einer Füh- rungsschiene ist vorgesehen, um die Möglichkeiten beim Rangieren der Biegewerkzeuge zu erweitern. Dabei sind Werkzeugspeicher und Zwischenablage relativ zueinander bewegbar.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und eine Speichervorrichtung zur Verfügung zu stellen, die in kompakter Bauweise konstruiert werden kann und durch die der erforderliche Platzbedarf verringert werden kann und. Die Beschickung von Biegepressen bzw. das Auswechseln von Biegewerkzeugen soll schneller von statten gehen. Die Speicherdichte soll erhöht und die Kosten der Herstellung sollen verringert werden.

Diese Aufgabe wird durch eine eingangs genannte Speichervorrichtung dadurch gelöst, dass die Biegewerkzeug-Speichervorrichtung zwischen der Übergabestelle und dem Bereitstel-lungspfad eine Dreheinrichtung zum Drehen der Biegewerkzeuge aufweist.

Aufgrund der Dreheinrichtung können die Biegewerkzeuge in der Speichervorrichtung in einer Orientierung, die zum Bereitstellungspfad geneigt ist, gespeichert werden. Dadurch kann der zur Verfügung stehende Raum optimal ausgenutzt werden. Darüber hinaus kann schon im Bereitstellungspfad die richtige Orientierung und Reihenfolge der Biegewerkzeuge für die Biegepresse festgelegt werden.

Die Dreheinrichtung ist ein Verbindungsglied zwischen der ersten Transfereinrichtung und dem Bereitstellungspfad. Sie übergibt ein (von der ersten Transfereinrichtung kommendes) Biegewerkzeug an den Bereitstellungspfad bzw. dreht ein (an die erste Transfereinrichtung zu übergebendes) Biegewerkzeug aus dem Bereitstellungspfad heraus.

Die erste Transfereinrichtung kann insbesondere derart ausgebildet sein, dass sie in mehreren Ebenen der Speichervorrichtung gespeicherte Biegewerkzeuge abholen kann. An der Überga-bestelle werden die Biegewerkzeuge von der ersten Transfereinrichtung entweder direkt oder über eine Anschlussstelle an die Dreheinrichtung übergeben (dies kann z.B. mittels eines Manipulators der ersten Transfereinrichtung erfolgen), oder an eine Zwischenverbindung, über die das Biegewerkzeug in Folge die Dreheinrichtung erreicht, übergeben.

Der Bereitstellungspfad (auch Beschickungspfad genannt) dient dem Beschicken einer angeschlossenen Biegepresse und/oder (umgekehrt) dem Beschicken der Speichervorrichtung mit Biegewerkzeugen. Die Orientierung des Bereitstellungspfades ist üblicherweise durch die Biegepresse bzw. deren Werkzeughalterungen vorgegeben und verläuft somit parallel zur Biegelinie der Biegepresse. Der Bereitstellungspfad der Speichervorrichtung kann eine Werkzeugführung zum Halten und Führen von Biegewerkzeugen umfassen. Unter dem Begriff „Bereitstellungspfad" wird im Sinne vorliegender Anmeldung ein Pfad verstanden, über den Biegewerkzeuge von der Dreheinrichtung wegbewegbar sind (z.B. in Richtung einer angeschlossenen Biegepresse) und/oder (aus der entgegengesetzten Richtung kommend) zur Dreheinrichtung hin bewegbar sind. Der Bereitstellungspfad im Sinne vorliegender Anmeldung kann, muss aber nicht, eine vollständige Verbindung zwischen der Dreheinrichtung und einer (anzuschließenden) Biegepresse bilden. Der Bereitstellungspfad der Speichervorrichtung kann aber auch nur einen Abschnitt einer solchen Verbindung bilden oder überhaupt nur eine Anschlussstelle, an die eine weiterführende Werkzeugführung angeschlossen werden kann, sein. Unter Bereitstellungspfad kann auch ein Führungsabschnitt verstanden werden, der als Parkposition für eine verfahrbare Transfereinrichtung zum Verschieben der Biegewerkzeuge dient.

Vorzugsweise umfasst die Speichervorrichtung einen mit der Dreheinrichtung zusammenwirkenden Antrieb, insbesondere einen Motor, durch den die Dreheinrichtung antreibbar ist. Der Antrieb kann dabei durch eine Steuereinrichtung angesteuert werden. Der Beschickungsvorgang kann dadurch automatisiert werden.

Die Speicherplätze für die Biegewerkzeuge sind vorzugsweise stationär, d.h. relativ zu bzw. an dem Gestell fix angeordnet. Das Gestell kann regalartig, vorzugsweise mit mehreren Regalebenen, ausgebildet sein, z.B. in Form eines Schrankes.

Die Speicherplätze, die erste Transfereinrichtung, die Dreheinrichtung und der Bereitstellungspfad können jeweils zum Halten und Führen von Biegewerkzeugen eine oder mehrere Werkzeugführungen in Form von Führungsschienen, die im Wesentlichen horizontal verlaufen, aufweisen. Die Biegewerkzeuge werden dabei von einer Werkzeugführung in die andere übergeben und sind somit während des gesamten Transfervorganges zuverlässig gehalten bzw. geführt. Die Werkzeugführungen haben bevorzugter Weise linearen Verlauf.

Die Biegewerkzeuge für eine Biegepresse weisen jeweils einen Formabschnitt zum Formen eines Werkstückes und einen Führungsabschnitt zum Halten und Führen des Biegewerkzeuges in einer Werkzeugführung auf. Der Führungsabschnitt definiert daher die Führungsrichtung.

Vorzugsweise ist die Speichervorrichtung dazu ausgebildet Oberwergzeuge (hängend) und Unterwerkzeuge (stehend) zu beherbergen.

Bevorzugt umfasst die Speichervorrichtung eine Dreheinrichtung für Oberwerkzeuge und eine Dreheinrichtung für Unterwerkzeuge, wobei die Dreheinrichtungen vorzugsweise übereinander angeordnet sind. Die Drehachsen der Dreheinrichtungen können dabei zusammenfallen.

Der Abstand der in der Speichervorrichtung vorgesehenen Speicherplätze zueinander kann je nach Werkzeugtyp unterschiedlich groß sein, damit eine möglichst hohe Packungsdichte er-zielt werden kann. Für die Einlagerung von breiteren Werkzeugen werden größere Abstände zwischen den einzelnen Speicherplätzen vorgesehen sein. Bei dünneren Werkzeugen werden Speicherplätze mit geringerem Abstand verwendet werden. Speicherplätze können auch derart ausgebildet sein, dass in einem Speicherplatz mehrere (insbesondere gleiche) Werkzeuge gespeichert werden. Wenn der Speicherplatz durch eine Werkzeugführung bzw. Speicherschiene gebildet wird, können mehrere Werkzeuge hintereinander angeordnet werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Dreheinrichtung zumindest eine, um eine vorzugsweise vertikale Drehachse drehbare (bevorzugt lineare) Werkzeugführung aufweist, die in einer ersten Drehstellung in fluchtender Ausrichtung mit dem Bereitstellungspfad steht und in einer zweiten Drehstellung zur Übergabestelle weist, wobei vorzugsweise der Drehwinkel zwischen der ersten Drehstellung und der zweiten Drehstellung zumindest 45°, vorzugsweise zumindest 60° beträgt. Unter fluchtender Ausrichtung wird insbesondere verstanden, dass ein Biegewerkzeug von der Werkzeugführung der Dreheinrichtung durch Verschieben entlang der Werkzeugführung in die Werkzeugführung des Bereit-Stellungspfades verschoben werden kann.

In dieser Ausführungsform kann die Dreheinrichtung in Form einer Drehscheibe ausgebildet sein. Das Biegewerkzeug muss lediglich in die Werkzeugführung verfahren und anschließend gedreht werden. Die Dreheinrichtung bildet somit ein Bindeglied zwischen erster Transfereinrichtung und Bereitstellungspfad.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Dreheinrichtung zu-mindest zwei, um die Drehachse drehbare (bevorzugt lineare) Werkzeugführungen aufweist, wobei die Werkzeugführungen zueinander geneigt sind, vorzugsweise um einen Winkel von zumindest 60°. Das Transferieren von Biegewerkzeugen an den Bereitstellungspfad, insbesondere in einer bestimmten Reihenfolge, wird durch diese Maßnahme wesentlich erleichtert und zeitlich verkürzt. Es können dadurch nämlich gleichzeitig zwei Biegewerkzeuge von der Dreheinrichtung gehalten bzw. gedreht werden oder relativ zur Dreheinrichtung bewegt werden. So kann ein Biegewerkzeug von der ersten Transfereinrichtung auf die Dreheinrichtung bewegt werden, während gleichzeitig ein anderes Biegewerkzeug von der Dreheinrichtung auf den Bereitstellungspfad bewegt wird. Der Rüstvorgang einer Biegepresse und damit auch die Gesamttaktzeiten verkürzen sich dadurch merklich.

In einer Ausführungsform kreuzen sich die zumindest zwei Werkzeugführungen, vorzugsweise in der Drehachse. Dies ermöglicht auch ein bloßes Wenden eines Biegewerkzeuges. Z.B. könnten zwei Werkzeugführungen 90° zueinander geneigt sein.

In einer anderen Ausführungsform verlaufen die Werkzeugführungen der Dreheinrichtung kreuzungsfrei; sie sind dann radial von der Drehachse beabstandet und können z.B. dreiecks-förmig oder vierecksförmig angeordnet sein. Dadurch kommt es zu keinen Behinderungen bei mehreren Werkzeugen.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkzeugführungen an einer vorzugsweise scheibenförmigen Plattform, die um die Drehachse drehbar gelagert ist, angeordnet sind. Die Plattform kann z.B. in Form einer kreisförmigen Scheibe ausgebildet sein oder lediglich als ein die Werkzeugführungen tragendes Gerüst, Träger oder Rahmen sein.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass in zumindest einer Drehstellung der Dreheinrichtung eine erste Werkzeugführung der Dreheinrichtung in fluchtender Ausrichtung mit dem Bereitstellungspfad steht und eine zweite Werkzeugführung der Dreheinrichtung zur Übergabestelle weist. Damit kann die Dreheinrichtung an einer Seite (Übergabestelle) mit einem Biegewerkzeug beladen werden und gleichzeitig an einer anderen Seite (Bereitstellungspfad) entladen werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest eine Werkzeugführung der Dreheinrichtung relativ zur Plattform um eine Schwenkachse, die von der Drehachse beabstandet und parallel zur Drehachse ist, schwenkbar ist. Für den Beladevorgang kann die Werkzeugführung ausgeschwenkt werden, um an der Übergabestelle mit der (Werk-zeugführung der) ersten Transfereinrichtung in fluchtende Ausrichtung zu gelangen. Dies erweitert die Möglichkeiten der Beladevorgänge der Dreheinrichtung. Unabhängig von der Anzahl und Anordnung der Werkzeugführungen der Dreheinrichtung kann dadurch gewährleistet werden, dass immer eine Werkzeugführung mit dem Beschickungspfad fluchtet und eine andere Werkzeugführung zum Beladen orientiert ist. Um auch letzteres zu erreichen, wird -wenn nötig - die betreffende Werkzeugführung um die Schwenkachse geschwenkt.

Die Dreheinrichtung kann einen oder mehrere Antriebe aufweisen, durch den die Werkzeug-führung(en) relativ zur Plattform verschwenkbar ist/sind. Der Antrieb kann dabei durch eine Steuereinrichtung angesteuert werden. Der Beschickungsvorgang kann dadurch automatisiert werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Schwenkbewegung der zumindest einen Werkzeugführung um die Schwenkachse durch einen vorzugsweise an der Plattform ausgebildeten Anschlag begrenzt ist. Durch den Anschlag kann eine bestimmte Ori-entierung definiert werden, insbesondere jene Orientierung, in der die Werkzeugführung mit der ersten Transfereinrichtung fluchtet.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zumindest eine Werkzeugführung der Dreheinrichtung zwischen ihrem ersten Ende und ihrem zweiten Ende eine Ebene, die senkrecht zur Längsrichtung der Werkzeugführung steht und die Drehachse enthält, passiert. Die Werkzeugführung erstreckt sich somit um die Mittelebene hinaus. Dadurch kann die Dreheinrichtung bei geringstem Platzbedarf Biegewerkzeuge aufnehmen. Der Durchmesser einer scheibenförmigen Plattform kann daher sehr gering gehalten werden.

Wenn die Dreheinrichtung durch eine scheibenförmige Plattform gebildet wird, ist es bevorzugt, wenn deren Durchmesser höchstens das 1,5 -fache der Länge der Werkzeugführungen der Speicherplätze beträgt.

Vorzugsweise weisen das erste Ende und das zweite Ende der zumindest einen Werkzeugführung der Dreheinrichtung im Wesentlichen denselben Abstand von der Drehachse auf. Auch diese Maßnahme wirkt sich positiv auf den Platzbedarf und die Kompaktheit der Dreheinrichtung aus.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zumindest eine Werkzeugführung der Dreheinrichtung an der Stelle, an der sie der Drehachse am nächsten kommt, einen Abstand zur Drehachse aufweist, wobei der Abstand vorzugsweise zumindest ein Viertel der Länge der Werkzeugführung beträgt. In dieser Ausführungsform gehen die Werkzeugführungen nicht durch die Drehachse hindurch, sondern verlaufen dezentral. Dadurch wird verhindert, dass sich die Werkzeugführungen kreuzen und sich Biegewerkzeuge gegenseitig behindern. Auch können durch diese Maßnahme mehrere, insbesondere drei oder vier, Werkzeugführungen an der Dreheinrichtung bei geringstem Platzbedarf vorgesehen werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkzeugführungen der Dreheinrichtung entlang den Seiten eines vorzugsweise gleichseitigen Polygons, vorzugsweise eines gleichseitigen Dreiecks oder eines Quadrats, verlaufen. Die Drehachse liegt dabei im Mittelpunkt des gleichseitigen Polygons. Eine solche symmetrische Anordnung erweitert die Möglichkeiten eines gleichzeitigen Be-/Entladens der Dreheinrichtung.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Speicherplätze jeweils eine Werkzeugführung zum Halten und Führen von zumindest einem Biegewerkzeug umfassen. Das Speichern kann damit ebenso wie das Transferieren mittels Werkzeugführungen, insbesondere Führungsschienen, erfolgen, wodurch das Biegewerkzeug (mit seinem Führungsabschnitt) ständig in einer Führung gehalten oder verschoben wird.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkzeugführungen der Speicherplätze zu der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades geneigt sind, Vorzugs- weise um einen Winkel von zumindest 45°, besonders bevorzugt um einen Winkel von zumindest 60°, insbesondere um einen Winkel von 60° oder um einen Winkel von 90°. Wie bereits erwähnt ergibt sich dadurch eine besonders platzsparende Konstruktion. Die Speicherplätze können entlang der Richtung des Bereitstellungspfades nacheinander angeordnet sein. Zumindest gruppenweise sind die Werkzeugführungen der Speicherplätze dabei parallel zueinander angeordnet.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zumindest eine erste Transfereinrichtung zum Aufnehmen eines Biegewerkzeuges eine Werkzeugaufnahme, mit der die Speicherplätze und die Übergabestelle anfahrbar sind, umfasst. Die Werkzeugaufnahme dient dem sicheren Halten des Biegewerkzeuges während des Verfahrens mit der ersten Transfereinrichtung. Es ist bevorzugt, wenn die Werkzeugaufnahme zumindest in zwei Raumrichtungen (horizontal und vertikal) verfahrbar ist, um die in mehreren Ebenen angeordneten Speicherplätze anfahren zu können.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkzeugaufnahme eine Werkzeugführung zum Halten und Führen von zumindest einem Biegewerkzeug umfasst, wobei die Werkzeugführung der Werkzeugaufnahme mit den Werkzeugführungen der Speicherplätze in fluchtende Ausrichtung bringbar ist. D.h. die Biegewerkzeuge können zwischen der Werkzeugaufnahme und den Speicherplätzen bzw. auch der Dreheinrichtung (entlang der Werkzeugführung) verschoben werden können.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkzeugführung der Werkzeugaufnahme um eine zur Drehachse der Dreheinrichtung parallele Schwenkachse schwenkbar ist, vorzugsweise um einen Winkel von zumindest 45°, besonders bevorzugt um einen Winkel von zumindest 60°, insbesondere um einen Winkel von 60°. Dadurch können bei entsprechender Anordnung von Werkzeugführungen an der Dreheinrichtung (z.B. bei drei Werkzeugführungen, die jeweils um 60° zueinander geneigt sind) zumindest zwei Werkzeugaufnahmen der Dreheinrichtung beladen werden, ohne letztere dazwischen drehen zu müssen. Dies stellt daher eine vorteilhafte Erweiterung der Rangier- bzw. Rüstvorgänge dar.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Transfereinrichtung einen mit der Werkzeugaufnahme verfahrbaren Manipulator aufweist, durch den ein Biegewerkzeug entlang der Werkzeugführung in die und/oder aus der Werkzeugaufnahme verschiebbar ist. Das Abholen bzw. Speichern von Biegewerkzeugen kann damit vollautomati-siert werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Speichervorrichtung zumindest eine zweite Transfereinrichtung, mittels derer ein Biegewerkzeug entlang der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades verschiebbar ist, aufweist. Damit kann der Be-schickungs- bzw. Rückholvorgang unabhängig von der ersten Transfereinrichtung erfolgen. Das Konzept der Dreheinrichtung stellt eine Trennung zwischen dem eigentlichen Beschi-ckungs- bzw. Rückholvorgang entlang des Bereitstellungspfades und dem Abholen bzw. Einspeichern der Biegewerkzeuge aus den bzw. in die Speicherplätze(n) durch die erste Transfereinrichtung dar. Die erste Transfereinrichtung und die zweite Transfereinrichtung arbeiten pa-rallel. Die Dreheinrichtung stellt ein Bindeglied zwischen erster und zweiter Transfereinrichtung dar.

Die erste Transfereinrichtung und die zweite Transfereinrichtung können durch eine Steuereinrichtung unabhängig voneinander ansteuerbar sein. Die Transfereinrichtung können daher zeitlich parallel arbeiten.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zweite Transfereinrichtung ein entlang der Werkzeugführung, vorzugsweise in der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades verfahrbares Shuttle, vorzugsweise in Form eines Schlittens oder Wagens, um-fasst, wobei vorzugsweise das Shuttle eine lösbare Kupplung zum Anbinden eines Biegewerkzeuges an das Shuttle aufweist. Das Shuttle kann an ein längliches Zug-/Druckübertra-gungsmittel (insbesondere in Form einer Kette, eines Seils oder eines Bandes) angebunden sein. Ein Antrieb, der vorzugsweise mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, wirkt auf das ein-/ausfahrbare Zug-/Druckübertragungsmittel und bewegt damit das Shuttle entlang der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades. Ein solches Antriebskonzept wird auch als Zug-/Druckaktuator bezeichnet.

Bevorzugt ist somit eine Ausführungsform, bei der die zweite Transfereinrichtung ein ausfahrbares längliches (insbesondere flexibles) Zug- und Druckübertragungsmittel, vorzugsweise in Form einer Kette, eines Seils oder eines Bandes, das entlang der Werkzeugführung, vorzugsweise in der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades bewegbar ist, aufweist. Zu-sätzlich kann ein Speicher, insbesondere eine Aufrolleinrichtung oder ein Speicher mit spiralartig und/oder mäanderartig verlaufender Kulissenführung, zum Halten des Zug- und Druckübertragungsmittels im eingefahrenen Zustand vorgesehen sein.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass Speicherplätze einer ersten Gruppe von Speicherplätzen durch zueinander parallele erste Werkzeugführungen und Speicherplätze einer zweiten Gruppe von Werkzeugführungen durch zueinander parallele zweite Werkzeugführungen gebildet sind, wobei die ersten Werkzeugführungen zu den zweiten Werkzeugführungen geneigt sind, vorzugsweise um einen Winkel von zumindest 45°, besonders bevorzugt um einen Winkel von zumindest 60°, insbesondere um einen Winkel von 60°.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Dreheinrichtung zwischen Speicherplätzen der ersten Gruppe und Speicherplätzen der zweiten Gruppe angeordnet ist. Damit kann der Bereich um die Dreheinrichtung optimal für Speicherplätze genutzt werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Dreheinrichtung vom Gestell getragen wird, wobei vorzugsweise die Dreheinrichtung in einem Regalfach des Gestells angeordnet ist. Die Dreheinrichtung wird somit vom selben Gestell getragen, an dem auch die Speicherplätze ausgebildet sind. Die Speichervorrichtung kann als kompakte Kon-struktion verwirklicht werden und sämtliche Funktionen in sich vereinen (Speicherung, Bereitstellung in einer gewünschten Reihenfolge und Orientierung und Beschickung einer Biegepresse).

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass der Bereitstellungspfad ei-nen ersten Führungsabschnitt und einen zweiten Führungsabschnitt aufweist, wobei zumindest ein Teil der zweiten Transfereinrichtung in ihrer eingefahrenen Position in dem ersten Führungsabschnitt angeordnet ist und wobei ein Biegewerkzeug entlang des zweiten Füh-

ningsab Schnittes aus der und/oder in die Speichervorrichtung verschiebbar ist, und dass zumindest ein Teil der Dreheinrichtung zwischen dem ersten Führungsabschnitt und dem zweiten Führungsabschnitt des Bereitstellungspfades angeordnet ist. Damit wird einerseits eine Parkposition für die zweite Transfereinrichtung geschaffen, andererseits kann die zweite Transfereinrichtung gleichzeitig zum Transferieren eines Biegewerkzeuges von der Dreheinrichtung in den Bereitstellungspfad und (ohne die Bewegungsrichtung zu ändern) zum Beschicken einer Biegepresse verwendet werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Speicherplätze in zu-mindest zwei Ebenen angeordnet sind, wobei vorzugsweise mehrere Speicherplätze in einem Regalfach des Gestells angeordnet sind

Vorzugsweise ist zumindest ein Teil der Speicherplätze unterhalb und/oder oberhalb der Dreheinrichtung angeordnet ist. Durch dies Maßnahmen wird der zur Verfügung stehende Raum bestmöglich genutzt.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zumindest eine erste Transfereinrichtung an einer ersten Seite des Gestells und der Bereitstellungspfad an einer der ersten Seite gegenüberliegenden Seite des Gestells angeordnet ist, wobei die Dreheinrichtung eine Durchreiche zwischen den gegenüberliegenden Seiten des Gestells bildet. Die Transfereinrichtungen sind sich dadurch nicht im Weg und behalten maximale Bewegungsfreiheit.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Transfereinrichtung, die zweite Transfereinrichtung und die Dreheinrichtung jeweils zumindest einen Antrieb und/oder Aktuator aufweisen und durch eine Steuereinrichtung ansteuerbar sind. Dadurch können die einzelnen Aktionen der verschiedenen Komponenten bestmöglich aufeinander abgestimmt werden. Konkret weisen die erste Transfereinrichtung und die zweite Transfereinrichtung jeweils zumindest einen Verfahrantrieb und die Dreheinrichtung einen Drehantrieb (zum Drehen der Werkzeugführung um die Drehachse) auf.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Speichervorrichtung modulartig erweiterbar ist und/oder aus zumindest zwei miteinander lösbar verbundenen Speichermodulen, die jeweils eine Vielzahl von Speicherplätzen aufweisen, gebildet ist. Dadurch kann die Speicherkapazität je nach Bedarf verändert werden. Z.B. kann als Basisausstattung ein erstes Speichermodul (das auch die Dreheinrichtung umfasst) mit entsprechender Speicherkapazität an Werkzeugen vorgesehen werden. Ein zweites Speichermodul bietet die Möglichkeit zur Speichererweiterung, z.B. für die Bearbeitung von Dickblech und/oder Dünnblech und/oder anderen Werkstückarten. Die Speichergröße ist durch den Anbau bzw. das Anschließen von weiteren Speichermodulen beliebig erweiterbar.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Speichervorrichtung zumindest eine von außerhalb der Speichervorrichtung, vorzugsweise über eine Ladeluke, zu-gängliche Ladestelle zum insbesondere manuellen Bestücken der Speichervorrichtung mit Biegewerkzeugen aufweist, wobei vorzugsweise die Ladestelle durch die erste Transfereinrichtung anfahrbar ist und/oder durch zumindest eine Werkzeugführung gebildet ist. Dies ermöglicht ein hauptzeitparalleles Einlagern und Auslagern von Werkzeugen während des Betriebes durch eine Bedienperson, d.h. die Rüst- bzw. Biegevorgänge müssen nicht unterbro-chen werden, um den Einsatz von neuen (bislang noch nicht in der Speichervorrichtung vorhandenen) Werkzeugen zu ermöglichen.

Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Anordnung aus einer Biegepresse und zumindest einer an die Biegepresse bzw. deren Werkzeughalterung(en) angeschlossenen Biegewerkzeug-Speichervorrichtung. Bevorzugt ist dabei, wenn eine erste Speichervorrichtung an einer Seite der Biegepresse angeschlossen ist und eine zweite Seite an der gegenüberliegenden Seite der Biegepresse angeschlossen ist. Die Speichervorrichtungen sind dabei über die Werkzeughalte-rung(en) der Biegepresse (indirekt) miteinander verbunden. Dadurch können die Rüst- und Wechselvorgänge noch schneller von statten gehen.

Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren zum Beschicken einer Biegepresse mit Biegewerkzeugen und/oder zum Auswechseln von Biegewerkzeugen in einer Biegepresse, wobei die Biegepresse mit einer erfindungsgemäßen Biegewerkzeug-Speichervorrichtung verbunden ist, und dass Biegewerkzeuge zwischen den Speicherplätzen der Biegewerkzeug-Spei-chervorrichtung und der Werkzeughalterung der Biegepresse durch Betätigung der ersten Transfereinrichtung, Betätigung der Dreheinrichtung und Verschieben der Biegewerkzeuge entlang des Bereitstellungspfades an die Biegepresse ausgegeben und/oder von der Biegepresse eingeholt werden.

Im Folgenden wird ein möglicher Allgemeiner Ablauf beim Werkzeugwechsel näher beschrieben: die erste Transfereinrichtung entnimmt (mittels eines Manipulators) ein Biegewerkzeug aus dem Speicherplatz und schiebt dieses in die Dreheinrichtung (auch Werkzeug-wendeeinheit genannt). Der Manipulator kann z.B. einen magnetischen und/oder mechanischen Greifer und/oder einen Sauggreifer umfassen.

Das Biegewerkzeug kann nun in der Dreheinrichtung gewendet oder normal ausgerichtet in die Bereitstellungslinie (Bereitstellungspfad) geschwenkt werden. Daraufhin schiebt die zweite Transfereinrichtung (auch Biegelinienmanipulator genannt) das Werkzeug zur gewünschten Position in der Werkzeughalterung der Biegepresse. Durch die Trennung der zweiten Transfereinrichtung und der ersten Transfereinrichtung können diese unabhängig voneinander arbeiten. Während die zweite Transfereinrichtung noch das Werkzeug bewegt, kann die erste Transfereinrichtung bereits ein weiteres Werkzeug aus einem Speicherplatz entneh-men und damit die Dreheinrichtung beladen.

Die Biegewerkzeug-Speichervorrichtung kann die gleichen Komponenten für Oberwerkzeuge und Unterwerkzeuge aufweisen: Speicherplätze, erste Transfereinrichtungen, Dreheinrichtungen und zweite Transfereinrichtungen. Speicherung und Beschickung der Ober- und Unter-Werkzeuge erfolgt nach dem oben beschriebenen Prinzip jeweils unabhängig voneinander.

In einer Ausführung als Regalspeicher stehen die Unterwerkzeuge jeweils in Werkzeugführungen und hängen die Oberwerkzeuge jeweils in Werkzeugführungen. In der Werkzeugfüh-rung eines Speicherplatzes können mehrere Werkzeuge sortenrein gespeichert werden. Um die Speicherkapazität zu erhöhen, kann das Regal in der Länge gestreckt oder höher gebaut werden. Die Höhen- sowie S ei tenab stände der Speicherschienen sind entsprechend dem zu speicherndem Werkzeug angepasst.

Die Dreheinrichtung stellt das Verbindungsglied zwischen der ersten und zweiten Transfer-einrichtung dar. Das Werkzeug wird in die Dreheinrichtung eingeschoben, bzw. eingezogen und wahlweise durch eine Drehung links oder rechts zur Biegelinie geschwenkt. Anhand der Drehrichtung kann die Orientierung (Wendung des Werkzeugs) definiert werden. Die zweite Transfereinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass sie das Werkzeug durch die Dreheinrichtung hindurch in die Werkzeughalterung der Biegepresse schiebt bzw. (in umgekehrter Richtung) das Werkzeug aus der Biegepresse heraus in die Dreheinrichtung zieht.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert.

Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Biegewerkzeug-Speichervorrichtung von einer ersten Seite;

Fig. 2 die Biegewerkzeug-Speichervorrichtung von der gegenüberliegenden Seite;

Fig. 3 eine an die Speichervorrichtung angeschlossene Biegepresse;

Fig. 4 eine Dreheinrichtung mit vier Werkzeugführungen;

Fig. 5 eine Dreheinrichtung mit zwei sich kreuzenden Werkzeugführungen;

Fig. 6 eine Variante einer Speichervorrichtung;

Fig. 7 eine Variante einer Dreheinrichtung mit schwenkbaren Werkzeugführungen;

Fig. 8 eine Variante einer Dreheinrichtung mit drei Werkzeugführungen;

Fig. 9 eine weitere Variante einer Speichervorrichtung;

Fig. 10 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1;

Fig. 11 eine Variante mit Ladestelle und modulartiger Bauweise;

Fig. 12 ein an ein Biegewerkzeug angekoppeltes Shuttle in der Werkzeugführung des Bereitstellungspfades.

Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf glei-che Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.

Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.

Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispie-len können für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.

Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verste-hen, dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe 1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze 1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10 oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8, 1, oder 5,5 bis 10.

Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.

Fig. 1, 2 und 3 zeigen eine Biegewerkzeug-Speichervorrichtung 1 zum Speichern von Biegewerkzeugen 2. An einem regalartigen Gestell 3 sind eine Vielzahl von Speicherplätzen 4 mit Biegewerkzeugen 2 (hier: Ober- und Unterwerkzeuge) angeordnet.

Nachfolgend werden die unterwerkzeugbezogenen Komponenten der Speichervorrichtung 1 näher erläutert. Die oberwerkzeugbezogenen Komponenten funktionieren auf demselben Prinzip, außer dass die Oberwerkzeuge hängend (und nicht stehend) transportiert und gespeichert werden.

Aus Fig. 2 ist ein Bereitstellungspfad 10 in Form einer Werkzeugführung 11, entlang derer die Biegewerkzeuge 2 ausgegeben und eingeholt werden, zu sehen.

An der gegenüberliegenden Seite (Fig. 1) ist eine erste Transfereinrichtung zum Transferieren von Biegewerkzeugen 2 zwischen den Speicherplätzen 4 und einer Übergabestelle 6 angeordnet.

Zwischen der Übergabestelle 6 und dem Bereitstellungspfad 10 weist die Speichervorrichtung eine Dreheinrichtung 7 zum Drehen der Biegewerkzeuge 2. Die Dreheinrichtung stellt ein Bindeglied zwischen der ersten Transfereinrichtung 5 und einer (weiter unten noch im Detail beschriebenen) zweiten Transfereinrichtung 20 dar.

Die Dreheinrichtung 7 weist zumindest eine, um eine vorzugsweise vertikale Drehachse 8 drehbare Werkzeugführung 9 auf, die in einer ersten Drehstellung in fluchtender Ausrichtung mit dem Bereitstellungspfad 10 steht und in einer zweiten Drehstellung zur Übergabestelle 6 (siehe Fig. 1 und 10) weist. Der Drehwinkel zwischen der ersten Drehstellung und der zweiten Drehstellung beträgt vorzugsweise zumindest 45°, vorzugsweise zumindest 60° (siehe auch die Varianten gemäß Fig. 4, 5 und 8, bei denen dieser Drehwinkel 90° bzw. 120° beträgt).

Bevorzugt ist, wenn die Dreheinrichtung 7 zumindest zwei, um die Drehachse 8 drehbare Werkzeugführungen 9 aufweist, wobei die Werkzeugführungen 9 zueinander geneigt sind,

vorzugsweise um einen Winkel von zumindest 60°. Eine Ausführungsform mit zwei Werkzeugführungen 9 ist in Fig. 5, mit drei Werkzeugführungen 9 in den Fig. 7 und 8 und mit vier Werkzeugführungen 9 in Fig. 4 gezeigt.

Die Werkzeugführungen 9 der Dreheinrichtung 7 sind an einer scheibenförmigen Plattform 17, die um die Drehachse 8 drehbar gelagert ist, angeordnet sind.

In zumindest einer Drehstellung der Dreheinrichtung steht eine erste Werkzeugführung 9 der Dreheinrichtung 7 in fluchtender Ausrichtung mit dem Bereitstellungspfad 10 und weist eine zweite Werkzeugführung 9 der Dreheinrichtung 7 zur Übergabestelle 6.

Fig. 7 zeigt eine besondere Ausführungsform, bei der die Werkzeugführungen 9 der Dreheinrichtung 7 relativ zur Plattform 17 um Schwenkachsen 19, die von der Drehachse 8 beabstandet und parallel zur Drehachse 8 sind, schwenkbar sind. Dadurch kann - wie in Fig. 6 dar-gestellt - das Biegewerkzeug an zwei Positionen an die Dreheinrichtung übergeben oder von der Dreheinrichtung entladen werden, wodurch die Möglichkeiten für Beschickungs- und Speichervorgänge erweitert werden. Insbesondere kann die Transfereinrichtung 5 ein Biegewerkzeug an eine Werkzeugführung 9 der Dreheinrichtung 7 übergeben, dann an die zweite Position fahren und dort von einer anderen Werkzeugführung 9 der Dreheinrichtung 7 ein an-deres Biegewerkzeug aus der Dreheinrichtung 7 entnehmen und dieses zu einem Speicherplatz 4 bringen.

Die Schwenkbewegung der Werkzeugführungen 9 um die Schwenkachse 19 kann durch einen vorzugsweise an der Plattform 17 ausgebildeten Anschlag 18 begrenzt sein. Ein (nicht darge-stellter) Antrieb kann durch eine Steuereinrichtung angesteuert werden, um diese Schwenkbewegung um die Schwenkachse 19 zu bewirken.

Die Werkzeugführungen der Dreheinrichtung 7 sind derart ausgebildet, dass jede Werkzeugführung zwischen ihrem ersten Ende und ihrem zweiten Ende eine Ebene, die senkrecht zur Längsrichtung der jeweiligen Werkzeugführung steht und die Drehachse 8 enthält, passiert. Das erste Ende und das zweite Ende der jeweiligen Werkzeugführungen 9 der Dreheinrichtung 7 weisen in allen dargestellten Ausführungsformen im Wesentlichen denselben Abstand von der Drehachse 8 auf.

Während sich die Werkzeugführungen 9 in Fig. 5 kreuzen, sind die Werkzeugführungen 9 in den Fig. 4 und 8 kreuzungsfrei angeordnet. An der Stelle, an der sie der Drehachse 8 am nächsten kommen, weisen sie einen Abstand A zur Drehachse 8 auf, wobei der Abstand A vorzugsweise zumindest ein Viertel der Länge der Werkzeugführung 9 beträgt.

Besonders bevorzugt ist, wenn die Werkzeugführungen 9 der Dreheinrichtung 7 entlang den Seiten eines vorzugsweise gleichseitigen Polygons, vorzugsweise eines gleichseitigen Dreiecks oder eines Quadrats, verlaufen.

Im Folgenden werden die Speicherplätze 4 und die erste Transfereinrichtung 5 näher beschrieben:

Die Speicherplätze 4 umfassen jeweils eine Werkzeugführung 14 zum Halten und Führen von zumindest einem Biegewerkzeug 2 (Fig. 1, 6 und 9).

Die Werkzeugführungen 14 der Speicherplätze 4 sind zu der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 geneigt, vorzugsweise um einen Winkel von zumindest 45°, besonders bevorzugt um einen Winkel von zumindest 60°. In Fig. 1 beträgt dieser Winkel 90°, in Fig. 6 be-trägt dieser Winkel 60°.

Die erste Transfereinrichtung 5 zum Aufnehmen eines Biegewerkzeuges 2 umfasst eine Werkzeugaufnahme 15, mit der die Speicherplätze 4 und die Übergabestelle 6 anfahrbar sind. Die Werkzeugaufnahme 15 umfasst eine Werkzeugführung 16 zum Halten und Führen von zumindest einem Biegewerkzeug 2. Die Werkzeugführung 16 der Werkzeugaufnahme 15 ist mit den Werkzeugführungen 14 der Speicherplätze 4 in fluchtende Ausrichtung bringbar, sodass ein Biegewerkzeug 2 von einem angefahrenen Speicherplatz 4 in die Werkzeugaufnahme 15 verschoben werden kann.

In der besonderen Ausführungsform der Fig. 9 ist die Werkzeugführung 16 der Werkzeugaufnahme 15 um eine zur Drehachse 8 der Dreheinrichtung 7 parallele Schwenkachse 13

schwenkbar (hier um einen Winkel von zumindest 60°). Dadurch können zwei Werkzeugführungen 9 der Dreheinrichtung 7 beschickt werden (siehe die beiden um 60° geneigten Pfeile in Fig. 9), ohne die Dreheinrichtung 7 drehen zu müssen.

Die erste Transfereinrichtung 5 kann einen mit der Werkzeugaufnahme 15 verfahrbaren Manipulator 12 aufweisen (in Fig. 1 und 8 schematisch dargestellt), durch den ein Biegewerkzeug 2 entlang der Werkzeugführung 14, 16 in die und/oder aus der Werkzeugaufnahme 15 verschiebbar ist.

Die Speichervorrichtung 1 weist auch eine zweite Transfereinrichtung 20, mittels derer ein

Biegewerkzeug 2 entlang der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 verschiebbar ist, auf (Fig. 2 und 3).

Die zweite Transfereinrichtung 20 kann ein entlang der Werkzeugführung 11, vorzugsweise in der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 verfahrbares Shuttle 21, vorzugsweise in Form eines Schlittens oder Wagens, umfassen. Das Shuttle 21 kann eine lösbare (z.B. mechanische, magnetische oder Saug-) Kupplung zum Anbinden eines Biegewerkzeuges 2 an das Shuttle 21 aufweisen. Das Shuttle 21 kann selbstfahrend oder durch ein (nicht dargestelltes) längliches Zug-/Druckübertragungsmittel (insbesondere eine Kette) verfahren werden. Das Zug-/Druckübertragungsmittel kann ebenfalls in der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 verfahrbar sein.

Wenn - wie in Fig. 9 dargestellt - Speicherplätze 4 einer ersten Gruppe 22 von Speicherplätzen durch zueinander parallele erste Werkzeugführungen 14 und Speicherplätze einer zweiten Gruppe 23 von Werkzeugführungen durch zueinander parallele zweite Werkzeugführungen 24 gebildet sind, wobei die ersten Werkzeugführungen 14 zu den zweiten Werkzeugführungen 24 geneigt sind (hier um einen Winkel von 60°), kann dadurch der zur Verfügung stehende Platz bestens ausgenutzt werden. Dies vor allem dann, wenn die Dreheinrichtung 7 zwischen Speicherplätzen 4 der ersten Gruppe 22 und Speicherplätzen 4 der zweiten Gruppe 23 angeordnet ist.

Aus Fig. 1 ist weiters zu sehen, dass die Dreheinrichtung 7 vom Gestell 3 getragen wird und in einem Regalfach des Gestells 3 angeordnet ist.

Der Bereitstellungspfad 10 kann einen ersten Führungsabschnitt 25 und einen zweiten Führungsabschnitt 26 aufweisen, wobei zumindest ein Teil der zweiten Transfereinrichtung 20 (hier das Shuttle 21) in ihrer eingefahrenen Position in dem ersten Führungsabschnitt 25 ange-ordnet ist und wobei ein Biegewerkzeug 2 entlang des zweiten Führungsabschnittes 26 aus der und/oder in die Speichervorrichtung 1 verschiebbar ist. Zumindest ein Abschnitt der Dreheinrichtung 7 ist zwischen dem ersten Führungsabschnitt 25 und dem zweiten Führungsabschnitt 26 des Bereitstellungspfades 10 angeordnet (siehe z.B. Fig. 4).

Wie aus Fig. 1 zu sehen sind die Speicherplätze 4 in zumindest zwei Ebenen angeordnet, wobei mehrere Speicherplätze 4 in einem Regalfach des Gestells 3 angeordnet sein können. In der dargestellten Ausführungsform ist zumindest ein Teil der Speicherplätze 4 unterhalb und/oder oberhalb der Dreheinrichtung 7 angeordnet.

Ein bevorzugter Aspekt ist auch, dass die zumindest eine erste Transfereinrichtung 5 an einer ersten Seite des Gestells 3 (Fig. 1) und der Bereitstellungspfad 10 an einer der ersten Seite gegenüberliegenden Seite des Gestells 3 (Fig. 2) angeordnet ist. Die Dreheinrichtung 7 bildet eine Durchreiche zwischen den gegenüberliegenden Seiten des Gestells 3.

Fig. 3 zeigt eine Anordnung aus einer Biegepresse 27 und einer an die Biegepresse angeschlossenen Biegewerkzeug-Speichervorrichtung 1. Bei einem Verfahren zum Beschicken einer Biegepresse 27 mit Biegewerkzeugen 2 und/oder zum Auswechseln von Biegewerkzeugen 2 in die Biegepresse 27 werden Biegewerkzeuge 2 zwischen den Speicherplätzen 4 der Biegewerkzeug-Speichervorrichtung 1 und der Werkzeughalterung 28 der Biegepresse 27 durch Betätigung der ersten Transfereinrichtung 5, Betätigung der Dreheinrichtung 7 und Verschieben der Biegewerkzeuge 2 entlang des Bereitstellungspfades 10 (mittels zweiter Transfereinrichtung 20) an die Biegepresse 27 ausgegeben und/oder von der Biegepresse 27 eingeholt.

Ein großer Vorteil ist darin zu sehen, dass die erste und zweite Transfereinrichtung unabhängig voneinander arbeiten können, wodurch die Taktzeiten in der Fertigung von Werkstücken deutlich verringert werden können.

Während Fig. 3 nur eine an die Biegepresse 27 angeschlossene Speichervorrichtung 1 zeigt, könnten in einer erweiterten Ausführungsform zwei Speichervorrichtungen an die Biegepresse angeschlossen sein. Dabei ist bevorzugt, wenn eine erste Speichervorrichtung an einer Seite der Biegepresse (siehe Fig. 3) und eine zweite Speichervorrichtung an der gegenüberlie-genden Seite der Biegepresse angeschlossen ist. Durch das Vorsehen zweier Speichervorrichtungen können die Rüst- und Wechselvorgänge weiter verkürzt werden.

Fig. 11 zeigt eine Speichervorrichtung 1, die modulartig erweiterbar ist bzw. aus zumindest zwei miteinander lösbar verbundenen Speichermodulen 30, 31, die jeweils eine Vielzahl von Speicherplätzen 4 aufweisen, gebildet ist. Dabei kann die Dreheinrichtung 7 in dem ersten Speichermodul 30 untergebracht sein, während das zweite Speichermodul 31 nur Speicherplätze 4 beherbergen kann. Die (in Fig. 11 nicht dargestellte) erste Transfereinrichtung 5 kann derart ausgebildet sein, dass sie die Speicherplätze des ersten und zweiten Speichermodules anfahren kann.

Fig. 11 zeigt auch eine von außerhalb der Speichervorrichtung 1, z.B. über eine Ladeluke, zugängliche Ladestelle 29 zum insbesondere manuellen Bestücken der Speichervorrichtung 1 mit Biegewerkzeugen 2 (hier für Ober- und Unterwerkzeuge). Die Ladestelle 29 kann durch die erste Transfereinrichtung 5 anfahrbar sein und ist bevorzugt durch zumindest eine Werk-zeugführung gebildet. Damit können die Biegewerkzeuge, die in die Ladestelle gestellt werden, von der ersten Transfereinrichtung in derselben Weise abgeholt werden, wie die Biegewerkzeuge, die in den Speicherplätzen angeordnet sind. Die Werkzeugführung der Ladestelle 29 ist ist vorzugsweise parallel zu den Werkzeugführungen der Speicherplätze 4.

Fig. 12 zeigt schließlich die zweite Transfereinrichtung 20. Ein Shuttle 21 ist entlang der Werkzeugführung 11, hier sogar in der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 bzw. (im weiteren Verlauf) in der Werkzeughalterung 28 einer angeschlossenen Biegepresse 27 (siehe Fig. 3) verfahrbar. Das Shuttle 21 wird durch ein längliches Zug-/Druckübertra-gungsmittel 32 geschoben bzw. gezogen. Das Übertragungsmittel 32 ist vorzugsweise aus Kettengliedern gebildet. Das Zug- und Druckübertragungsmittel 32 ist entlang der Werkzeugführung 11, hier in der Werkzeugführung 11 des Bereitstellungspfades 10 bzw. (im weiteren Verlauf) in der Werkzeughalterung 28 einer angeschlossenen Biegepresse 27 (siehe Fig. 3) verfahrbar.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die Komponenten, insbesondere die erste Transfereinrichtung, die zweite Transfereinrichtung und die Dreheinrichtung durch eine Steuereinrichtung ansteuerbar sein können. Das Zusammenspiel zwischen diesen Komponenten kann dadurch optimiert werden.

Bezugszeichenaufs

Biegewerkzeug-SpeichervorrichLadestelle

tung erstes Speichermodul

Biegewerkzeug zweites Speichermodul Gestell Zug-/Drucküb ertragungsmittel Speicherplatz

erste Transfereinrichtung

Übergabestelle

Dreheinrichtung

Drehachse

Werkzeugführung

Bereitstellungspfad

Werkzeugführung

Manipulator

Schwenkachse

Werkzeugführung

Werkzeugaufnahme

Werkzeugführung

Plattform

Anschlag

Schwenkachse

zweite Transfereinrichtung

Shuttle

erste Gruppe von Speicherplätzen

zweite Gruppe von Speicherplätzen

Werkzeugführungen

erster Führungsabschnitt

zweiter Führungsabschnitt

Biegepresse

Werkzeughalterung