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1. (WO2018130435) DIAGNOSEVERFAHREN UND DIAGNOSESYSTEM FÜR EIN FAHRZEUG
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Beschreibung

Diagnoseverfahren und Diagnosesystem für ein Fahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Diagnoseverfahren sowie ein Diagnosesystem für ein Fahrzeug, insbesondere für ein Schienenfahrzeug .

Die Erzeugung und Auswertung von Diagnosemeldungen spielt ei-ne zunehmende Rolle für den Betrieb und die Instandhaltung eines Fahrzeugs. Den meisten Steuerprozessen innerhalb des Fahrzeugs ist zumindest eine Subsystemsteuereinheit zugeordnet. Die Subsystemsteuereinheit hat die Funktion, bei Eintreten bestimmter Ereignisse jeweils eine zugehörige, vordefi-nierte Diagnosemeldung zu erzeugen.

Insbesondere in Schienenfahrzeugen sind häufig mehrere Ether-net-basierte Steuernetze angeordnet. An diese Steuernetze ist eine Vielzahl von Subsystemsteuereinheiten angeschlossen, welche unter anderem ausgebildet sind, Diagnosemeldungen zu erzeugen. Für Diagnosemeldungen ist es dabei wünschenswert, einen Zeitpunkt der Erzeugung der Diagnosemeldung in die Diagnosemeldung einzutragen. Die Eintragung erfolgt in der Regel durch die Subsystemsteuereinheiten. Dabei wird beispiels-weise ein sogenannter Zeitstempel in die Diagnosemeldung eingetragen .

Es ist bekannt, einen Zeitgeber der jeweiligen Subsystemsteuereinheit, welcher für die Ermittlung des Zeitpunkts der Er-zeugung der Diagnosemeldung erforderlich ist, als Echtzeitgeber, insbesondere Echtzeituhr, auszubilden. Der EchtZeitgeber kann als gepufferter EchtZeitgeber ausgebildet sein, d.h. als EchtZeitgeber, welcher bei einem abgeschalteten Diagnosesystem, welches zur Ausführung des Diagnoseverfahrens ausgebil-det ist, weiterläuft. Zudem ist es bei der Verwendung von gepufferten und/oder nicht-gepufferten Zeitgebern bekannt, den Zeitgeber der jeweiligen Subsystemsteuereinheit zu synchronisieren. Die Synchronisation einer Vielzahl von Subsystemsteu- ereinheiten dauert jedoch vergleichsweise lang. Insbesondere während einer Startphase, beispielsweise während eines Boots, des das Diagnoseverfahren ausführenden Diagnosesystems, in der viele Zeitgeber noch nicht synchronisiert sind, ist eine zeitliche Einordnung mehrerer Diagnosemeldungen nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Diagnoseverfahren bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Diagnoseverfahren umfassend: Erzeugen einer Diagnosemeldung mittels einer dezentralen Subsystemsteuereinheit, Bereitstellen einer Zeitinformation mittels eines Zeitgebers der Subsystemsteuereinheit, Be-reitstellen einer Referenzzeitinformation, welche eine Echtzeit repräsentiert, Synchronisieren des Zeitgebers der Subsystemsteuereinheit anhand der Referenzzeitinformation und Bereitstellen einer Relativzeitinformation anhand der Zeitinformation, welche eine zwischen dem Erzeugen der Diagnosemel-dung und dem Synchronisieren des Zeitgebers bestehende Zeitdauer repräsentiert.

Mit der Erfindung wurde erkannt, dass die Subsystemsteuereinheit nach dem Start des Gesamtsystems häufig Diagnosemeldun-gen erzeugt, bevor der Zeitgeber der Subsystemsteuereinheit synchronisiert ist. Der Grund hierfür ist, dass die Subsystemsteuereinheit häufig in einer Frühphase nach dem Einschalten einen Selbsttest einer angebundenen Komponente des Fahrzeugs durchführt. Beim Erzeugen der Diagnosemeldung verfügt der Zeitgeber jedoch in dieser Frühphase noch nicht über eine synchronisierte Echtzeit. Bei einer Verwendung der von dem Zeitgeber bereitgestellten Zeitinformation als Zeitstempel (vor dem Synchronisieren) ist eine Auswertung des Zeitstempels der Diagnosemeldung nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich. Die Erfindung löst dieses Problem, indem eine Relativzeitinformation anhand der Zeitinformation der Subsystemsteuereinheit bereitstellt wird, anhand derer ein Zeitpunkt der Erzeugung der Diagnosemeldung ermittelbar ist.

Die dezentrale Subsystemsteuereinheit ist vorzugsweise an ein Steuernetz angeschlossen. Der Begriff „Steuernetz" kann als Netzwerk zur Steuerung von Fahrzeug-Grundfunktionen verstan-den werden. Zu diesen Fahrzeug-Grundfunktionen gehören insbesondere ein Fahrbetrieb mit Antriebs-, Roll- und Bremsphasen, eine Steuerung der Fahrzeugtüren und/oder eine Menschen-Maschine-Kommunikation für den Fahrzeugführer. Alternativ oder zusätzlich kann der Begriff „Steuernetz" als ein Betrei-bernetz verstanden werden, welches beispielsweise einem Fahrgastinformationssystem zugrundeliegt .

Das Steuernetz ist vorzugsweise als Ethernet-Netzwerk ausgebildet. In einer besonderen Ausführung kann das Steuernetz als ein Profinet-Netzwerk ausgebildet sein. Das Steuernetz kann zudem eine Ringtopologie aufweisen.

Die dezentrale Subsystemsteuereinheit ist beispielsweise als Antriebssteuerung, Bremssteuerung, Steuerung des Fahrzeug-Türsystems, Steuerung einer Mensch-Maschine-Schnittstelle für eine Eingabe von Informationen durch den Fahrzeugführer und/oder eine Ausgabe von Informationen an den Fahrzeugführer, Steuerung einer Fahrzeugsicherung, etc. ausgebildet.

Das Bereitstellen der Referenzzeitinformation erfolgt vorzugsweise mittels eines EchtZeitgebers . Der Fachmann versteht den Begriff „Echtzeit", vorzugsweise als koordinierte Echtzeit, die im Rahmen der fachmännischen Ausdrucksweise häufig kurz als UTC (Coordinated Universal Time) bezeichnet wird.

Das Erzeugen der Diagnosemeldung umfasst vorzugsweise ein durch ein vordefiniertes Ereignis ausgelöstes Erzeugen. Ein Beispiel für eine Diagnosemeldung ist eine Fehlermeldung, deren Erzeugen durch Steuerdaten ausgelöst wird, welche ein vordefiniertes Plausibilitätskriterium nicht erfüllen.

Der Zeitgeber der dezentralen Subsystemsteuereinheit ist vorzugsweise als Softwarekomponente ausgebildet. Weiter Vorzugs- weise empfängt der Zeitgeber ein Taktsignal von einer Hardware-Komponente über eine Unterbrechungsanforderung (Inter-rupt-Request ) .

Der Fachmann versteht den Begriff „Synchronisieren" vorzugsweise derart, dass der Zeitgeber der Subsystemsteuereinheit eine Anfrage einer Referenzzeitinformation stellt. In Antwort auf die Anfrage empfängt der Zeitgeber die Referenzzeitinformation (beispielsweise eingebettet in eine Nachricht) . Weiter vorzugsweise erfolgt das Synchronisieren unter Verwendung von NTP (NTP: Network Time Protocol) . Nach dem Synchronisieren entspricht die mittels des Zeitgebers bereitgestellte Zeitinformation der Referenzzeitinformation und der Zeitgeber gilt als „synchronisiert". Mit anderen Worten: Die Subsystemsteu-ereinheit führt die eigene Zeitinformation nach einem Start des Gesamtsystems mit ihrem lokalen Takt weiter bis eine Synchronisation, beispielsweise mit einem NTP-Server, erfolgt und der Status „synchronisiert" eingenommen wird. Nach der Synchronisation wird die Referenzzeit weitergeführt. Bei der Synchronisation kann eine Latenzzeit, welche zumindest eine Übertragungsdauer der Referenzzeitinformation zur Subsystemsteuereinheit repräsentiert, berücksichtigt werden.

Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfah-rens umfasst: Ermitteln einer DiagnoseechtZeitinformation, welche einen DiagnoseechtZeitpunkt des Erzeugens der Diagnosemeldung repräsentiert, anhand der Relativzeitinformation und der Referenzzeitinformation.

Das Ermitteln der DiagnoseechtZeitinformation erfolgt vorzugsweise, indem eine Differenz zwischen Referenzzeitinformation und Relativzeitinformation berechnet wird.

Der Fachmann versteht den Wortbestandteil „Zeitpunkt" im Be-griff „DiagnoseechtZeitpunkt" vorzugsweise als einen festgelegten Punkt innerhalb einer mittels des Zeitgebers angegebenen Zeitdauer, wobei die Lage des Zeitpunkts durch Zeitein- heiten (z.B. Sekunden, Minuten, Tage, Wochen und/oder Monate) beschrieben und auf einen Nullpunkt bezogen ist.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung der vorstehend beschrie-benen Ausführungsform wird die DiagnoseechtZeitinformation vor dem Synchronisieren anhand der Relativzeitinformation und der Referenzzeitinformation ermittelt und nach dem Synchronisieren anhand einer mittels des synchronisierten Zeitgebers bereitgestellten Zeitinformation ermittelt. Vorzugsweise wird nach dem Synchronisieren die mittels des synchronisierten

Zeitgebers bereitgestellte Zeitinformation als Diagnoseechtzeitinformation verwendet. Dies stellt eine besonders zweckmäßige Weiterbildung dar, da sich die Diagnoseechtzeitinfor-mation nach dem Synchronisieren unmittelbar aus der mittels des synchronisierten Zeitgebers bereitgestellten Zeitinformation ergibt und die Diagnosemeldung unmittelbar nach einem Eintrag der ermittelten DiagnoseechtZeitinformation zur Auswertung weitergeleitet werden kann (d.h. es muss nicht mehr auf das Synchronisieren gewartet werden) .

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens umfasst: Einschalten der dezentralen Subsystemsteuereinheit, Starten des Zeitgebers auf das Einschalten hin, Inkrementieren eines Zählerwerts nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitdauer nach dem Starten oder einem letzten

Inkrementieren mittels des Zeitgebers, Speichern eines Diagnosezählerwerts, welcher den Zählerwert beim Erzeugen der Diagnosemeldung repräsentiert und Speichern eines Synchronisationszählerwerts, welcher den aktuellen Zählerwert beim Syn-chronisieren des Zeitgebers repräsentiert, wobei die Relativzeitinformation als Differenz zwischen dem Diagnosezählerwert und dem Synchronisationszählerwert erzeugt wird. Dies stellt eine besonders einfache und zweckmäßige Erzeugung der Relativzeitinformation dar.

Der Fachmann versteht die Formulierung „nach dem letzten Inkrementieren" dahingehend, dass ein erstes Inkrementieren nach Ablauf der vorgegebenen Zeitdauer nach dem Starten er- folgt, wobei jedes weitere Inkrementieren innerhalb eines Betriebs (d.h. bevor das System neu gestartet wird) nach Ablauf der vorgegebenen Zeitdauer nach dem zuletzt erfolgten Inkrementieren erfolgt.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens umfasst: Speichern der Diagnosemeldung mittels einer Speichereinheit der Subsystemsteuereinheit zumindest bis zum Synchronisieren. Nach dem Synchronisieren wird vorzugsweise die DiagnoseechtZeitinformation ermittelt, nämlich vorzugsweise anhand der Relativzeitinformation und der Referenzzeitinformation. Mit anderen Worten: Solange der Zeitgeber der Subsystemsteuereinheit noch nicht synchronisiert ist, wird die Diagnosemeldung mittels der Speicherein-heit der Subsystemsteuereinheit gespeichert. Nach dem Synchronisieren kann die Referenzzeitinformation genutzt werden, um in Verbindung mit der Relativzeitinformation die Diagnoseechtzeitinformation zu ermitteln.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung der beiden vorstehend beschriebenen Ausführungsformen erfolgt das Speichern des Diagnosezählerwertes durch Eintragen des Diagnosezählerwertes in die Diagnosemeldung. Da die Diagnosemeldung mittels der Speichereinheit gespeichert wird, bewirkt das Eintragen des Diag-nosezählerwertes auch ein Speichern des Diagnosezählerwertes.

Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens umfasst: Zuordnen der DiagnoseechtZeitinformation zu der Diagnosemeldung und Senden der Diagnosemeldung zu ei-ner Auswerteeinheit. Das Zuordnen erfolgt vorzugsweise durch Eintragen der DiagnoseechtZeitinformation in die Diagnosemeldung. Weiter vorzugsweise wird der Diagnosezählerwert (beim Eintragen der DiagnoseechtZeitinformation) durch die Diagnoseechtzeitinformation in der Diagnosemeldung ersetzt.

Die Auswerteeinheit ist vorzugsweise als zentrale Stelle zum Auswerten der Diagnosemeldung ausgebildet. Vor einem Übertragen der Diagnosemeldung an die Auswerteeinheit kann die Diag- nosemeldung in einer zentralen Speichereinheit des Schienenfahrzeugs zwischengespeichert werden. Mit anderen Worten: Das Senden der Diagnosemeldung an die Auswerteeinheit umfasst ein Senden der Diagnosemeldung an die zentrale Speichereinheit, Zwischenspeichern der Diagnosemeldung in der zentralen Speichereinheit und Übertragen der Diagnosemeldung von der zentralen Speichereinheit an die zentrale Auswerteeinheit. Die zentrale Auswerteeinheit kann vorzugsweise außerhalb des Schienenfahrzeugs angeordnet sein.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens wird die Referenzzeitinformation mittels einer zentralen Steuereinheit, insbesondere eines zentralen NTP-Servers, des Fahrzeugs bereitgestellt. Die zentrale Steuereinheit umfasst vorzugsweise einen gepufferten EchtZeitgeber .

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens umfasst der Zeitgeber der de-zentralen Subsystemsteuereinheit eine logische Uhr.

Vorzugsweise wird der Diagnosemeldung eine Sequenznummer zugeordnet wird, welche bei einer Mehrzahl erzeugter Diagnosemeldungen eine Reihenfolge der Diagnosemeldungen repräsen-tiert. Weiter vorzugsweise wird einer Diagnosemeldung, die innerhalb eines Zeitabschnitts, dessen Dauer durch die vorgegebene Zeitdauer bestimmt ist, erzeugt wird, die Sequenznummer individuell zugeordnet.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung wird die Diagnoseechtzeitinformation nach einem Verlust der Synchronisation des Zeitgebers anhand der Relativzeitinformation und der Referenzzeitinformation ermittelt. Dieser Weiterbildung liegt der Gedanke zugrunde, dass der synchronisierte Zeitgeber die Synchronisation wieder verlieren kann. Der Verlust der Synchronisation wird beispielsweise von der Subsystemsteuereinheit festgestellt, wenn die Subsystemsteuereinheit auf eine Anfrage einer Referenzzeitinformation von einem NTP-Server keine Antwort erhält. Ein weiteres Beispiel für den Verlust der Synchronisation tritt dann auf, wenn die Subsystemsteuereinheit festgestellt, dass die Differenz zwischen einer empfangenen Referenzzeitinformation und einer aktuellen Zeitin-formation des Zeitgebers einen vorgegebenen Schwellwert überschreitet. In dem letztgenannten Fall nimmt die Subsystemsteuereinheit die Referenzzeitinformation für eine Synchronisation nicht an. Mit anderen Worten: Die Subsystemsteuereinheit vertraut der Referenzzeitinformation nicht (aufgrund der starken Abweichung) und der Zeitgeber gilt als „nicht synchronisiert" .

Die Erfindung betrifft ferner eine Diagnosesystem für ein Fahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug, umfassend: eine dezentrale Subsystemsteuereinheit, welche ausgebildet ist, eine Diagnosemeldung zu erzeugen und eine Zeitinformation mittels eines Zeitgebers bereitzustellen, und einen zentralen Zeitgeber, welcher ausgebildet ist, eine Referenzzeitinformation zu erzeugen, welche eine Echtzeit repräsentiert, wobei der Zeitgeber der Subsystemsteuereinheit anhand der Referenzzeitinformation synchronisierbar ist und wobei eine anhand der Zeitinformation ermittelbare Relativzeitinformation eine zwischen einem Erzeugen der Diagnosemeldung und einem Synchronisieren des Zeitgebers bestehende Zeitdauer repräsen-tiert.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Diagnosesystems umfasst eine zentrale Steuereinheit, insbesondere ein zentraler NTP-Server, des Fahrzeugs den zentralen Zeitgeber.

Zu Ausführungsformen, Ausführungsdetails und Vorteilen des erfindungsgemäßen Diagnosesystems kann auf die Beschreibung zu den entsprechenden Verfahrensmerkmalen verwiesen werden. Das Diagnosesystem ist vorzugsweise ein Diagnosesystem des Fahrzeugs.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen erläutert:

Figur 1 ein Schienenfahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Diagnosesystem gemäß einem Ausführungsbeispiel,

Figur 2 ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel und

Figur 3 einen schematischen Aufbau eines erfindungsgemäßen Diagnosesystems gemäß einem Ausführungsbeispiel .

Figur 1 zeigt ein Schienenfahrzeug 1 in einer schematischen Seitenansicht. Das Schienenfahrzeug 1 ist als ein Verband von mehreren Wagen 121, 122 usw. ausgebildet, die miteinander mechanisch gekoppelt sind und eine Zugeinheit bilden. In der betrachteten Ausführung ist das Schienenfahrzeug 1 als sogenannter Triebzug ausgebildet. Hierzu ist zumindest einer der Wagen des Verbands mit einer Antriebseinheit 114 zum Antrei-ben wenigstens einer Achse 116 versehen. Die Antriebseinheit 114 weist einen Elektromotor (nicht gezeigt) auf. In einer weiteren Ausführung ist denkbar, dass das Schienenfahrzeug 1 als einzelner Triebwagen ausgebildet ist. Außerdem kann das Schienenfahrzeug 1 einen Verband von antriebslosen Reisezug-wagen aufweisen, welcher mit zumindest einem Triebfahrzeug, z.B. einer Lokomotive, gekoppelt ist.

Das Schienenfahrzeug 1 weist eine Anzahl von Betriebsmitteln 1201, 1202, 1203, 1205, 1206, 1207, 1208, 1211 und 1213 auf, die einen Betrieb des Schienenfahrzeugs 1 ermöglichen. Diese können insbesondere als Steuereinheit, Sensoreinheit und/oder Aktoreinheit ausgebildet sein.

Die in Figur 1 beispielhaft gezeigten Betriebsmittel sind Be-triebsmittel 1201 der Antriebseinheit 114, Betriebsmittel 1202 einer Bremseinrichtung 119, Betriebsmittel 1203 einer Türeinrichtung, Betriebsmittel 1205 eines Klimatisierungsaggregats, Betriebsmittel 1206 eines Fahrgastinformationssys- tems, Betriebsmittel 1207 und 1208 einer Mensch-Maschine-Schnittstelle für den Triebfahrzeugführer, Betriebsmittel 1211 einer Notbremseinrichtung und Betriebsmittel 1213 einer Zugsicherung .

Ein Subsystem bezeichnet jeweils einen Verbund von Betriebsmitteln, die gemäß einer zugeordneten Funktionalität unter diesen Begriff zusammengefasst sind. Beispiele für Subsysteme sind „Türen", „Bremse", „Klimatisierung", „Zugsicherung", „Fahrgastinformationssystem". Als Zugsicherungssysteme sind beispielsweise PZB („Punktförmige Zugbeeinflussung"), LZB („Linienzugbeeinflussung"), ETCS („European Train Control System") denkbar.

Figur 2 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Diagnoseverfahrens, welches einen Verfahrensablauf anhand von Verfahrensschritten, die von einem Diagnosesystem 30 durchgeführt werden, repräsentiert. Ein Diagnosesystem 30, welches zur Ausführung des Verfahrens ausgebildet ist, zeigt Figur 3.

Figur 3 zeigt das Diagnosesystem 30 als leittechnisches System des Schienenfahrzeugs 1 in einer schematischen Ansicht. Diese umfasst ein Steuernetz 22, welches eine ringförmige Netzwerkstruktur aufweist. Das Steuernetz 22 ist als Ether-net-Netzwerk ausgebildet, insbesondere gemäß dem Profinet-Standard. Das System weist außerdem eine zentrale Steuereinheit 20 auf, welche an das Steuernetz 22 angeschlossen ist. Die oben genannten Subsysteme weisen jeweils zumindest eine Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 auf, die zur Steuerung eines oder mehrerer Betriebsmittel des entsprechenden Subsystems vorgesehen ist. Die Subsystemsteuereinheiten 10, 12, 14 und 16 sind jeweils zur Steuerung einer Aufgabe in Verbindung mit der dem jeweiligen Subsystem zugeordneten Funktionalität vorgesehen. Die Subsystemsteuereinheiten 10, 12, 14 und 16 sind jeweils an das Steuernetz 22 angeschlossen. In den Figuren 1 und 4 sind als Subsystemsteuereinheit 10 eine Antriebssteuerung, als Subsystemsteuereinheit 12 eine Bremssteuerung, als Subsystemsteuereinheit 14 eine Steuerung des Fahrzeugtürsystems, als Subsystemsteuereinheit 16 eine Steuerung der Zugsicherung dargestellt.

In einem Verfahrensschritt A wird das Diagnosesystem 30 gestartet, indem ein Boot durchgeführt wird. Im Wege des Starts des Diagnosesystems 30 wird die zentrale Steuereinheit 20, die dezentralen Subsystemsteuereinheiten 10, 12, 14 und 16 sowie ein NTP-Server 36 eingeschaltet und hochgefahren.

Das Einschalten der Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 in einem Verfahrensschritt AA löst ein Starten C eines Zeitgebers 11, 13, 15 bzw. 17 der Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 aus, welcher sich in einem Status „nicht synchro-nisiert" befindet. Der Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 der Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 ist als logische Uhr ausgebildet .

Nach dem Starten C inkrementiert der Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 einen Zählerwert z einmal pro Sekunde um den Wert

Eins. Mit anderen Worten: Der Zählerwert z hat beim Starten oder unmittelbar nach dem Starten C einen Wert von zs art : = 0. Nach Verstreichen einer vorgegebenen Zeitdauer dtD := 1 Sekunde ab dem Start des Zeitgebers 11, 13, 15 bzw. 17 wird der Zählerwert zs art aktualisiert, indem er um den Wert „1" in einem Verfahrensschritt D inkrementiert wird. Das Inkre-mentieren D wird jeweils nach Verstreichen der vorgegebenen Zeitdauer dtD nach dem letzten Inkrementieren wiederholt.

Die Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 erzeugt in einem Verfahrensschritt E eine Diagnosemeldung 40. Die Diagnosemeldung 40 kann beispielsweise eine Fehlermeldung sein, deren Erzeugen durch Steuerdaten ausgelöst wird, welche ein vordefiniertes Plausibilitätskriterium nicht erfüllen. Die Diagnosemeldung 40 wird in einem Verfahrensschritt EE mittels einer Speichereinheit 29, 37, 38 bzw. 39 der Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 gespeichert.

In einem Verfahrensschritt F wird der aktuelle Zählerwert z beim Erzeugen E der Diagnosemeldung 40 als Diagnosezählerwert zD gespeichert, indem dieser in die Diagnosemeldung 40 eingetragen und somit gemeinsam mit der Diagnosemeldung 40 mittels der Speichereinheit 29, 37, 38 bzw. 39 gespeichert wird.

Das in Bezug auf Figur 2 beschriebene Ausführungsbeispiel bezieht sich auf eine Situation, in der eine Diagnosemeldung 40 zeitlich vor einem Synchronisieren des Zeitgebers 11, 13, 15 bzw. 17 erzeugt wird. Anhand des Ausführungsbeispiels wird erläutert, wie eine Diagnoseechtzeitinformation für die Diagnosemeldung 40 erzeugt wird und der Diagnosemeldung als Zeitstempel zugeordnet wird. Dies schließt nicht aus, dass eine weitere Diagnosemeldung 43 nach dem Synchronisieren erzeugt wird. Diese weitere Diagnosemeldung 43 erhält eine Diagnoseechtzeitinformation anhand der mittels des synchronisierten Zeitgebers 11, 13, 15 bzw. 17 bereitgestellten Zeitinformation der Subsystemsteuereinheit beim Erzeugen der Diagnosemeldung 43 (siehe unten) .

In der Situation nach dem Erzeugen der Diagnosemeldung 40 wird der Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 in einem Verfahrensschritt G synchronisiert. Dafür stellt der NTP-Server 36 eine Referenzzeitinformation tE in einem Verfahrensschritt GG be-reit, welche eine Echtzeit repräsentiert. Der NTP-Server 36 umfasst dafür einen EchtZeitgeber 23. Die Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 empfängt die Referenzzeitinformation tE in einem Verfahrensschritt GGG. Der Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 führt die empfangene Referenzzeitinformation tE als Echtzeit weiter (Mit anderen Worten: Der Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 befindet sich in dem Status „synchronisiert".) . Der aktuelle Zählerwert z beim Synchronisieren des Zeitgebers 11, 13, 15 bzw. 17 wird in einem Verfahrensschritt GGGG mittels der Speichereinheit 29, 37, 38 bzw. 39 der Subsystemsteuer-einheit 10, 12, 14 bzw. 16 als Synchronisationszählerwert zs gespeichert .

In einem Verfahrensschritt H wird eine Relativzeitinformation d erzeugt und bereitgestellt, welche als Differenz zwischen dem Synchronisationszählerwert zs und dem Diagnosezählerwert zD berechnet wird:

d := (zs - zD) .

Anhand der Relativzeitinformation d und der Referenzzeitinformation tE wird in einem Verfahrensschritt J eine Diagnose-echtzeitinformation tDE ermittelt, welche einen Diagnoseechtzeitpunkt des Erzeugens E der Diagnosemeldung 40 repräsentiert. Diagnoseechtzeitinformation tDE entspricht der Differenz zwischen der Referenzzeitinformation tE und der Relativzeitinformation d:


Die Diagnoseechtzeitinformation tDE wird der Diagnosemeldung 40 in einem Verfahrensschritt K (als Zeitstempel) zugeordnet, insbesondere durch Eintragen der Diagnoseechtzeitinformation tDE in die Diagnosemeldung 40. In einem Verfahrensschritt L wird die Diagnosemeldung 40 gemeinsam mit der Diagnoseechtzeitinformation tDE an die zentrale Steuereinheit 20 gesendet und übertragen.

Für mehrere innerhalb der vorgegebenen Zeitdauer dtD erzeugte Diagnosemeldungen 40, 41, 42 ist allein anhand der Relativzeitinformation d und der Referenzzeitinformation tE eine Reihenfolge dieser Diagnosemeldungen 40, 41, 42 nicht

ermittelbar. Hierfür wird jeder innerhalb der vorgegebenen

Zeitdauer dtD erzeugen Diagnosemeldungen 40, 41, 42 eine individuelle Sequenznummer NSeq zugeordnet. So wird beispielsweise der ersten Diagnosemeldung 40, welche innerhalb einer Sekunde (nach Inkrementieren des Zählerwertes) erzeugt wird, die Sequenznummer NSeq = 1 zugeordnet. Der zweiten Diagnosemeldung 41, welche nach der ersten Diagnosemeldung 40 erzeugt wird, wird die Sequenznummer NSeq = 2 zugeordnet. Der dritten Diagnosemeldung 42 wird die Sequenznummer NSeq = 3 zugeordnet, etc .

Wird nach dem Synchronisieren G in einem Verfahrensschritt M eine weitere Diagnosenachricht 43 erzeugt, wird als Diagnoseechtzeitinformation tZsynch die von dem synchronisierten Zeitgeber 11, 13, 15 bzw. 17 bereitgestellte Zeitinformation beim Erzeugen M der Diagnosemeldung 43 eingetragen.

Erhält die Subsystemsteuereinheit 10, 12, 14 bzw. 16 auf eine Anfrage einer Referenzzeitinformation keine Antwort von dem NTP-Server 36, begibt sie sich in den Status „nicht-synchronisiert" . Eine weitere DiagnoseechtZeitinformation tDE für eine weitere Diagnosemeldung wird nun wieder auf Basis einer Relativzeitinformation d und einer (bei einem erneuten Synchronisieren) bereitgestellten Referenzzeitinformation ermittelt .