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1. (WO2018086735) BODENFRÄSMASCHINE
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

BODENFRÄSMASCHINE

[0001 ] Die Erfindung betrifft eine Bodenfräsmaschine.

[0002] Eine gattungsgemäße Bodenfräsmaschine umfasst einen Maschinenrahmen, mit dem Maschinenrahmen verbundene Fahreinrichtungen, wie beispielsweise Kettenlaufwerke oder Räder, einen Antriebsmotor, typischerweise einen Dieselmotor, einen Fahrstand, von dem aus die Bedienung der Bodenfräsmaschine erfolgt, sowie eine Bodenfräseinrichtung umfassend eine Fräswalze und einen diese umgebenden Fräswalzenkasten. Der Fräswalzenkasten weist quer zur Rotationsachse der Fräswalze angeordnete höhenverstellbare Seitenschilde auf, wobei ein außenliegender Seitenschild im Wesentlichen bündig mit einer Außenseite, vorliegend auch als Nullseite bezeichnet, des Maschinenrahmens abschließt und ein innenliegender Seitenschild von einer gegenüberliegenden Außenseite in Richtung zur Maschinenlängsmitte hin versetzt ist, beispielsweise zur Anbindung eines Antriebsgetriebes für die Fräswalze. Der innenliegende Seitenschild schließt somit nicht bündig mit der der Nullseite gegenüberliegenden Außenseite der Bodenfräsmaschine ab. Eine solche gattungsgemäße Bodenfräsmaschine ist beispielsweise aus den Patentveröffentlichungen DE 10 2012 021 379 A1 bekannt.

[0003] Bodenfräsmaschinen werden üblicherweise zum Auffräsen des Bodenuntergrundes eingesetzt. Bodenfräsmaschinen vom Typ Straßenfräse werden konkret beispielsweise zum Abfräsen von Straßenbelägen bei Straßeninstandsetzungsarbeiten verwendet. Dabei wird die Fräswalze in den Bodenuntergrund eintauchend rotierend über den abzutragenden Bodenuntergrund bewegt und fräst dabei das Bodenmaterial in einer gewünschten Frästiefe ab. Die Fräswalze ist für eine kontrollierte Materialführung bekanntermaßen in dem zum Bodenuntergrund hin geöffneten Fräswalzenkasten angeordnet. Dieser kann starr mit dem Maschinenrahmen oder relativ beweglich zum Ma-

schinenrahmen an diesem befestigt sein. Der Fräswalzenkasten stellt somit eine zum Bodenuntergrund hin geöffnete Umhausung für die Fräswalze dar, wobei er zur Anpassung an verschiedene Frästiefen unter anderem die Seitenschilden umfasst, die einander gegenüberliegend zu beiden Seiten entlang der Rotationsachse der Fräswalze angeordnet sind. Die Seitenschilde sind relativ zur Fräswalze in ihrer Höhenposition verstellbar, beispielsweise über Hydraulikzylinder oder ähnlich geartete verstellt Einrichtungen, bzw. können in einem schwimmenden Zustand über den Boden geführt werden. Der Grundaufbau und Funktionsweise solcher Seitenschilde ist beispielsweise in der DE 10 2011 147 710 A1 angegeben, auf die hiermit Bezug genommen wird.

[0004] Eine große Herausforderung beim Einsatz solcher Bodenfräsmaschinen ist eine exakte Führung der Maschine über den abzufräsenden Bodenuntergrund. Üblicherweise orientiert sich der Fahrer der Bodenfräsmaschine dabei an der Außenseite bzw. der Nullseite der Bodenfräsmaschine. Diese Nullseite befindet sich dort, wo die Fräswalze stirnseitig im Wesentlichen bündig mit dem Maschinenrahmen abschließt. Konkret ist an dieser Stelle der außenliegende Seitenschild vorhanden. Der Fahrer der Bodenfräsmaschinen kann dann beispielsweise entlang von auf dem Bodenuntergrund aufgebrachten Markierungen, beispielsweise Farbmarkierungen, Bordsteinen etc., entlang fräsen. Für solche Arbeiten ist es beispielsweise aus der DE 10 2012 021 379 A1 bekannt, eine von außen kommende seitliche Einbuchtung im Maschinenrahmen vorzusehen, um den Verlauf der nullseitigen Fräskante beispielsweise über eine geeignete Bodenmarkierung oder einen Bordstein als Referenzlinie zum Steuern der Bodenfräsmaschine zu nutzen. Problematisch sind allerdings solche Einsatzsituationen, in denen die Fräsarbeiten nicht auf der Nullseite erfolgen, sondern auf der innen liegenden Stirnseite der Fräswalze. Bei solchen auch als innenseitiges Fräsen bezeichneten Fräsarbeiten fräst der Bediener der Bodenfräsmaschine nahezu blind und muss sich beispielsweise an einem in Arbeitsrichtung weit vor der Bodenfräsmaschine befindlichen Bereich orientieren oder umständlich eine Übertragung der innenliegenden Referenz auf die Nullseite durch beispielsweise entsprechend beabstandete Farbmarkierungen vorbereitend durchführen.

[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Möglichkeit anzugeben, bei einer gattungsgemäßen Bodenfräsmaschine die Führung der Bodenfräsmaschine beim innenseitigen Fräsen zu erleichtern.

[0006] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einer Bodenfräsmaschine gemäß dem unabhängigen Anspruch. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0007] Der Grundgedanke der Findung besteht darin, dass ein Sichtschacht vorhanden ist, derart, dass vom Fahrstand aus der innenliegende Seitenschild und/oder der in Arbeitsrichtung vor dem innenliegende Seitenschild befindliche Bodenbereich wenigstens teilweise sichtbar ist. Der Sichtschacht verläuft somit durch einen Innenbereich der Bodenfräsmaschine hindurch. Die Ausbildung des Masch inenrah mens und die Anordnung der weiteren Maschinenkomponenten erfolgt somit derart, dass eine den Sichtschacht bildende Freilassung durch die Maschine hindurch vom Fahrstand in Richtung innerer Seitenschild erhalten wird, über die vom Fahrstand aus der Blick auf wenigstens einen Teil des innenliegenden Seitenschildes und/oder des in Arbeitsrichtung vor dem innenliegenden Seitenschild liegenden Bodenbereiches möglich ist. Der Sichtschacht ist somit ein Blickkanal, durch den hindurch der Fahrer auf den inneren Seitenschild und/oder den in Arbeitsrichtung vor der Spitze des Seitenschildes liegenden Bodenbereich sehen kann. Die Arbeitsrichtung bezeichnet dabei diejenige Richtung, in die sich die Bodenfräsmaschine beim Fräsen bewegt. Dies entspricht in der Regel der Vorwärtsrichtung der Bodenfräsmaschine. Damit erstreckt sich der Sichtschacht vom Fahrstand aus bis in einen über den innen liegenden Seitenschild angeordneten Bereich und/oder bis über den in Arbeitsrichtung vor dem innenliegenden Seitenschild liegenden Bodenbereich. Der Sichtschacht weist dazu in Blickrichtung eines auf dem Fahrstand befindlichen Fahrers aus einen Schachteingang, einen Schachtbereich und einen Schachtausgang auf. Der Schachtbereich bezeichnet somit den Innenbereich des Sichtschachtes zwischen dem Schachteingang und dem Schachtausgang. Der Sichtschacht verläuft dabei wenigstens entlang eines Sehstrahls des in üblicher Bedienhaltung auf dem Fahrstand befindlichen Fahrers auf das bisher im Stand der Technik verdeckte innenliegende Seitenschild bzw. dem vor diesem Seitenschild liegenden Bodenbereich. Damit steht dem Fahrer eine Möglichkeit zur Verfügung, nunmehr auch mithilfe des innen liegenden Seitenschildes ein exaktes Manövrieren der Bodenfräsmaschine, insbesondere entlang einer innenliegender Fräskante und/oder einer innenliegenden Referenz, zu ermöglichen.

[0008] Insbesondere bei einer Anordnung des Fahrstandes in vertikaler Richtung oberhalb der Bodenfräseinrichtung ist es bevorzugt, wenn der Sichtschacht in vertikaler Richtung nach unten im Wesentlichen geradlinig verläuft, insbesondere in Bezug auf seine zentrale Schachtachse. Die zentrale Schachtachse bezeichnet eine Verbindunggerade, die die Mittelpunkte der horizontalen Konturen des Sichtschachtes in verschiedenen vertikalen Höhen verbindet. Dies bedeutet, dass sowohl die Seitenwände als auch die in Arbeitsrichtung gesehen Vorderwand und Rückwand des Sichtschachtes im Wesentlichen vertikal verlaufen. Dabei ist festzuhalten, dass die den Sichtschacht begrenzenden Wände nicht zwangsläufig plan ausgebildet sein müssen aber können. Mit umfasst sind insbesondere auch solche Ausführungsformen, bei denen in der Horizontalebene gesehen beispielsweise wenigstens teilweise eine Begrenzung des Sichtschachtes durch andere Maschinenelemente erfolgt.

[0009] Alternativ ist es auch möglich, den Sichtschacht derart auszubilden, dass er in vertikaler Richtung nach unten und in Arbeitsrichtung nach vorn schräg verläuft, insbesondere in Bezug auf seine zentrale Schachtachse. Eine solche Anordnung ist insbesondere dann vorteilhaft und sinnvoll, wenn der Blick vom Fahrstand aus auf einen Bereich des innenliegenden Seitenschildes ermöglicht werden soll, der in Arbeitsrichtung vor der üblichen Bedienposition des im Fahrstand befindlichen Fahrers erfolgt. Je schräger der Sichtschachtverlauf ist, desto größer kann auch der durch den Sichtschacht sichtbare Bodenbereich in Arbeitsrichtung vor dem innenliegenden Seitenschild sein.

[0010] Um ein möglichst exaktes Manövrieren der Bodenfräsmaschine zu ermöglichen, reicht es im Prinzip zunächst aus, wenn der Sichtschacht derart ausgebildet ist, dass beispielsweise der in Arbeitsrichtung vorn liegende Spitzen bereich des Seitenschildes vom Fahrstand aus sichtbar ist. Besonders bevorzugt ist es jedoch, wenn sich der Sichtschacht in Arbeitsrichtung der Bodenfräsmaschine über die Länge, und insbesondere über die gesamte Länge, des Seitenschild erstreckt. Dadurch kann der Fahrer der Bodenfräsmaschine die Position des innenliegenden Seitenschildes zum Boden Untergrund besonders gut beobachten. Ergänzend oder alternativ ist der Sichtschacht ferner so dimensioniert, dass der Blick auf einen in Arbeitsrichtung vor der Vorderkante des inneren Seitenschildes liegenden Bodenbereich vom Fahrstand aus möglich ist.

[0011 ] Die konkrete Dimensionierung des Sichtschachtes kann prinzipiell von den aktuell vorliegenden baulichen Gegebenheiten an der Bodenfräsmaschine abhängig gemacht werden. Es hat sich jedoch als optimal herausgestellt, wenn der Sichtschacht verhältnismäßig schmal und sich in der Horizontalebene mit seiner Längsachse in Arbeitsrichtung erstreckend ausgebildet ist. Dabei ist es bevorzugt, wenn das Verhältnis der horizontalen Erstreckung des Sichtschachtes quer zur Arbeitsrichtung zur horizontalen Erstreckung des Sichtschachtes in Arbeitsrichtung im Bereich von 1 :4 bis 1 :15, insbesondere im Bereich von 1 :5 bis 1 :10, liegt. Die Erstreckung des Sichtschachtes quer zur Arbeitsrichtung und die Erstreckung des Sichtschachtes in Arbeitsrichtung bemessen sich dabei in einer virtuellen horizontalen Referenzebene. Wesentlich ist ferner die jeweils durchschnittliche Erstreckung, sodass es auch hier nicht auf einen geradlinigen Wandverlauf bzw. ein über die jeweilige Erstreckung hinweg konstanten Abstand der jeweils einander gegenüberliegenden Schachtwände ankommt.

[0012] Bevorzugt ist der Sichtschacht in einer horizontalen Ebene gesehen zu allen vier Seiten, insbesondere von Teilen des Maschinenrahmens, umgeben. Damit ist eine besonders kompakte Ausbildung des Sichtschachtes unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer hohen Maschinenstabilität möglich.

[0013] Um hier für eine zusätzliche Stabilität zu sorgen, kann es bevorzugt vorgesehen sein, dass wenigstens eine Querstrebe vorhanden ist, die den Sichtschacht quer zur Längsrichtung der Bodenfräsmaschine überspannt. Eine Querstrebe bezeichnet somit ein stegartiges Verbindungsteil, welches insbesondere die einander gegenüberliegenden Längsseiten des Sichtschachtes miteinander verbindet. Selbstverständlich können auch hier mehrere, insbesondere zueinander beanstandete, Querstreben vorgesehen sein. Die Querstreben sind im Verhältnis zur Gesamterstreckung des Sichtschachtes ferner bevorzugt verhältnismäßig schmal gehalten, sodass die mit den Querstreben einhergehende Sichtbeeinträchtigung des Blickes durch den Sichtschacht hindurch vernachlässigbar ist.

[0014] Der Sichtschacht mündet um Fahrer hin bevorzugt in einer Sichtöffnung im Fahrstandboden des Fahrstandes. Dies bedeutet, dass der Schachteingang in Fahrstandboden angeordnet ist. Dadurch ist es möglich, dass der auf dem Fahrstand befindliche Fahrer besonders gut nach unten in den Sichtschacht blicken kann. Der Fahrstandboden bezeichnet denjenigen Teil des Fahrstandes, auf dem der Fahrer im Fahrstand üblicherweise steht.

[0015] Bevorzugt ist es, wenn der Sichtschacht eine Schutzabdeckung aufweist. Mithilfe der Schutzabdeckung ist es möglich, den Sichtschacht zumindest teilweise, insbesondere im Bereich des Schachteingangs, abzudecken und auf diese Weise beispielsweise einen Durchfallschutz und/oder einen Schutz gegen Staub und Lärm zu erreichen.

[0016] Dabei kann im Hinblick auf die konkrete Ausgestaltung der Schutzabdeckung auf eine Vielzahl weiterbildender Merkmale zurückgegriffen werden. So kann es sich bei der Schutzabdeckung beispielsweise um ein Schutzgitter handeln, welches den Sichtschacht überdeckt. Ergänzend oder alternativ kann die Schutzabdeckung eine transparente Schutzscheibe, insbesondere aus einem kratzfesten Kunststoff, umfassen. Der Vorteil dieser Weiterbildung liegt darin, dass beispielsweise eine Weiterleitung von im Bereich der Fräseinrichtung entstehendem Staub und Lärm zum Fahrstand hin im Bereich des Sichtschachtes vermieden werden kann. Bevorzugt schließt die Schutzabdeckung bündig mit dem Fahrstandboden ab, um eine Stolpergefahr zu mindern. Es ist schließlich auch möglich, dass die Schutzabdeckung eine Klappe umfasst, die zwischen einer den Sichtschacht abdeckenden Abdeckposition und einer den Blick durch den Sichtschacht freigegebenen Freigabeposition

verstellbar ist. Bei dieser Ausführungsform hat der Fahrer somit beispielsweise die Wahl, ob er lieber über einen geschlossenen Fahrstandboden oder über die durch den erfindungsgemäßen Sichtschacht geschaffenen Sichtverhältnisse verfügen möchte. Eine solche Klappe kann beispielsweise über ein Schwenkgelenk oder eine Schiebeführung zwischen den beiden genannten Positionen verstellbar sein.

[0017] Der Sichtschacht kann grundsätzlich dort angebracht werden, wo optimale Sichtverhältnisse auf den innenliegenden Seitenschild vom auf dem Fahrstand befindlichen Fahrer gegeben sind. Idealerweise ist der Sichtschacht dazu in Bezug auf die Breite der Bodenfräsmaschine im mittleren Drittel angeordnet. Die Breite der Bodenfräsmaschine bestimmt sich dabei aus dem maximalen Abstand der beiden sich in der horizontalen Ebene in Arbeitsrichtung erstreckenden einander gegenüberliegenden Außenseiten der Bodenfräsmaschine.

[0018] Im Fahrstand ist üblicherweise ein Bereich vorhanden, von dem aus im Arbeitsbetrieb die Bedienung der Bodenfräsmaschine vom Fahrer erfolgt. Dieser Bereich wird vorliegend als Bedienstelle bezeichnet. Der Sichtschacht liegt nun erfindungsgemäß bevorzugt neben dieser Bedienstelle. Häufig umfasst der Fahrstand einen Fahrersitz, damit der Fahrer im Arbeitsbetrieb zumindest wahlweise auch aus einer sitzenden Position heraus die Bedienung der Bodenfräsmaschine übernehmen kann. Für diesen Fall ist der Sichtschacht besonders bevorzugt in Arbeitsrichtung der Bodenfräsmaschine gesehen neben dem Fahrersitz angeordnet, sodass sich der Fahrer im Arbeitsbetrieb aus einer Sitzbedienposition heraus zur Innenseite der Maschine lehnen und in den Sichtschacht blicken kann. Besonders bevorzugt ist es daher, wenn der Sichtschacht in der Horizontalebene gesehen zwischen der Bedienstelle, insbesondere dem Fahrersitz, und einem Bedienpult verläuft.

[0019] Ideal ist es, wenn der Sichtschacht derart bemessen ist, dass er die Sicht vom Fahrstand aus bis auf einen vor einer Vorderspitze des innenliegenden Seitenschildes liegenden Bodenbereich freigibt. Der Fahrer kann dann durch den Sichtschacht den noch nicht von der Bodenfräseinrichtung überfahrenen Bereich einsehen und somit die Steuerung der Maschine exakter gestalten.

[0020] In konstruktiver Hinsicht hat sich als bevorzugt erwiesen, wenn der Sichtschacht quer zur Arbeitsrichtung gesehen zwischen einem Aufstieg, insbesondere im hinteren Teil der Bodenfräsmaschine, und einer hinteren Abstreiferführung liegt. Die Abstreiferführung dient dazu, einen in Arbeitsrichtung hinter der Fräswalze angeordneten Abstreiferschild bei einer Höhenverstellung zu verstellen.

[0021 ] Die Vorteile der Erfindung treten insbesondere bei einer Bodenfräsmaschine vom Typ Heckrotorfräse hervor. Solche Heckrotorfräsen zeichnen sich dadurch aus, dass die Fräseinrichtung im hinteren Bereich der Bodenfräsmaschine, insbesondere zwischen den beiden hinteren Fahreinrichtungen, angeordnet ist. Ideal ist es ferner, wenn der Fahrstandes in Vertikalrichtung gesehen oberhalb der Bodenfräseinrichtung angeordnet ist. Dann kann die Dimensionierung des Sichtschachtes verhältnismäßig klein gehalten werden.

[0022] Um dem Fahrer der Bodenfräsmaschine optimale Sichtverhältnisse für verschiedene Arbeitssituationen zur Verfügung zu stellen, ist es ferner bevorzugt, wenn ergänzend zum Sichtschacht eine seitlich außenliegende Rahmenaussparung vorhanden ist, über die ein in Arbeitsrichtung vor der Bodenfräseinrichtung liegender Bodenbereich, insbesondere auf Seiten des bündig mit dem Maschinenraum abschließenden Seitenschildes, vom Fahrstand aus einsehbar ist. Auf diese Weise kann der Fahrer auch bei einer Orientierung auf der Nullseite der Fräsmaschine optimal die Fräsarbeiten kontrollieren. Diese seitlich zur Nullseite hin geöffnete Ausnehmung kann ferner zur Aufnahme einer zwischen einer Ausschwenkposition und einer Einschwenkposition verstellbaren Fahreinrichtung genutzt werden, wie beispielsweise in der DE19631042A1 beschrieben.

[0023] Damit die über den Sichtschacht erhaltene Sichtverhältnisse auf den innenliegenden Seitenschild und/oder auf einen Bereich in Arbeitsrichtung vor dem innenliegenden Seitenschild liegenden Bodenbereich, insbesondere auch bei verschiedenen Tageszeiten und/oder Witterungsbedingungen, optimal ist, ist es bevorzugt, wenn eine Ausleuchteinrichtung vorhanden ist, die derart ausgebildet ist, dass sie die relevanten Bereiche des innenliegenden Seitenschildes und/oder den vor und/oder neben dem innen liegenden Seitenschild vorhandenen Bodenbereich ausleuchtet. Dadurch wird dieser unter der Maschine liegende Bereich zusätzlich ausgeleuchtet, wodurch die Sichtbedingungen für den Fahrer erheblich verbessert werden. Eine solche Ausleuchteinrichtung kann beispielsweise eine LED-Einrichtung sein.

[0024] Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen schematisch:

Figur 1A: eine Seitenansicht auf eine Bodenfräsmaschine vom Typ Heckrotorfräse;

Figur 1 B: eine stark schematisierte Draufsicht auf die Bodenfräsmaschine aus Fig. 1A; und

Figur 2: eine Draufsicht auf den hinteren Bereich der Bodenfräsmaschine aus Figur 1 A.

[0025] Aus der Seitenansicht gemäß Figur 1A sind die wesentlichen Elemente einer gattungsgemäßen Bodenfräsmaschine 1 ersichtlich. Die Bodenfräsmaschine 1 umfasst neben einem Maschinenrahmen 2 Fahreinrichtungen 3, beispielsweise Kettenlaufwerke oder Räder, einen Antriebsmotor 4, konkret einen Dieselmotor, eine Bodenfräseinrichtung 5 sowie einen Fahrstand 10. Die Fahreinrichtungen 3 sind mit dem Maschinenrahmen 2, beispielsweise über Hubsäulen, verbunden, so dass der Maschinenrahmen 2 gegenüber dem Bodenuntergrund höhenverstellbar ist. Die für den Betrieb der Bodenfräsmaschine erforderliche Antriebsenergie wird über den Antriebsmotor 4 zur Verfügung gestellt. Die Bedienung der Bodenfräsmaschine 1 erfolgt im Arbeitsbetrieb von einem auf dem Fahrstand 10 befindlichen Fahrer. Bei der dargestellten Bodenfräsmaschine 1 handelt sich konkret um eine sogenannte Heckrotorfräse, bei der die Bodenfräseinrichtung 5 unterhalb des Fahrstandes 10 im Heckbereich der Bodenfräsmaschine 1 angeordnet ist.

[0026] Das Auffräsen des Bodenuntergrundes erfolgt mithilfe der Bodenfräseinrichtung 5. Diese umfasst neben einem Fräswalzenkasten 6 eine im Fräswalzenkasten 6 angeordnete Fräswalze 7, bei der es sich üblicherweise um ein Tragrohr mit einer auf seiner Außenmantelfläche angeordneten Vielzahl von Fräswerkzeugen handelt. Die Fräswalze 7 ist um eine horizontal und quer zur Arbeitsrichtung A verlaufende Rotationsachse R rotierbar innerhalb des Fräswalzenkastens 6 angeordnet. Die Arbeitsrichtung A bezeichnet diejenige Bewegungsrichtung r Bodenfräsmaschine 5 im Fräspro-zess. Vorliegend entspricht dies der Vorwärtsrichtung.

[0027] Um auch bei verschiedenen Frästiefen einen optimalen Abschluss des Fräswalzenkasten 6 zu den Seiten hin zu ermöglichen, umfasst der Fräswalzen kästen 6 höhenverstellbare Seitenschilde 8, konkret einen außenliegenden Seitenschild 8A (Figur 1A) und einen innenliegenden Seitenschild 81 (Figur 2). Bei den Seitenschilden handelt es sich um im Wesentlichen plattenförmige Elemente, die sich in vertikaler Richtung sowie in Arbeitsrichtung A erstrecken.

[0028] Figur 1 B zeigt die Bodenfräsmaschine aus Fig. 1 A in einer stark vereinfachten Draufsicht, um insbesondere die Relativlage der beiden Seitenschilde 8A und 81, des Fahrstandes 10 und der Sichtschachtes 9 zu verdeutlichen. Deutlich ist erkennbar, dass die Bodenfräseinrichtung 5 in Bezug auf die Breite B der Bodenfräsmaschine quer zur Arbeitsrichtung A außermittig versetzt ist derart, dass die Bodenfräseinrichtung 5 auf einer Seite, der sogenannten Nullseite N, im Wesentlichen bündig mit der Außenseite des Maschinenrahmens 2 abschließt und auf der gegenüberliegenden Seite zur Längsmitte M der Masch inen breite hin versetzt ist. Damit liegt der außenliegende Seitenschild 8A somit im Wesentlichen auf Höhe der Außenseite der Bodenfräsmaschine 1 und der innenliegende Seitenschild 8I nicht.

[0029] Um ein möglichst exaktes Manövrieren der Bodenfräsmaschine 1 bei Fräsarbeiten zu ermöglichen, orientiert sich der auf dem Fahrstand 10 befindliche Fahrer üblicherweise an auf dem Bodenuntergrund befindlichen Markierungen und gleicht diese mit Bezugspunkten an der Bodenfräsmaschine 1 ab. Ein besonders beliebter Bezugspunkt ist dabei das außen liegende Seitenschild 8A, welches der Fahrer vom Fahrstand 10 aus aufgrund der im Wesentlichen bündig mit der Außenseite des Maschinenrahmens 2 abschließenden Anordnung dieses Seitenschildes gut einsehen kann. Dies ist dann möglich, wenn nullseitig gefräst wird, d.h. die entstehende Fräskante auf der Nullseite verläuft. Wird dagegen innenseitig gefräst bzw. führt der Fahrer Bodenfräsmaschine 1 entlang einer innenliegenden Fräskante am Seitenschild 8, musste er bisher über die gesamte Maschine hinweg in Arbeitsrichtung A nach vorne eine entsprechende Markierung suchen oder die Markierungen auf dem Bodenuntergrund musste von der Innenseite auf die Nullseite zusätzlich übertragen werden.

[0030] Dieses vergleichsweise umständliche Vorgehen kann mithilfe der Erfindung vermieden werden. Konkret weist die erfindungsgemäße Bodenfräsmaschine 1 dazu einen Sichtschacht 9 auf, der eine Sichtverbindung bzw. einen Sichtkanal vom Fahrstand 10 aus auf den innenliegenden Seitenschild 81 freigibt. Damit durchläuft das Innere der Bodenfräsmaschine 1 in dem bestimmten Bereich eine den Sichtschacht 9 bildenden, insbesondere im Wesentlichen kontinuierliche, Durchbrechung, durch die hindurch der Fahrer gezielt auf den innenliegenden Seitenschild 81 und/oder insbesondere einen vor dem Seitenschild 81 liegenden Bodenbereich blicken kann. Es ist ihm nun möglich, unmittelbar beim innenseitigen Fräsen auch den innenliegenden Seitenschild 81 als Bezugsreferenz zum Führen der Bodenfräsmaschine 1 zu nutzen. Fig. 1 B verdeutlicht dabei, dass der Sichtschacht 9 dazu bevorzugt in Vertikalrichtung oberhalb des innenliegenden Seitenschildes 81 angeordnet ist und sich in Arbeitsrichtung A im Wesentlichen über die gesamte Längserstreckung des Seitenschildes erstreckt.

[0031 ] Zur konkreten Ausgestaltung und Lage des Sichtschachtes 9 an der Bodenfräsmaschine 1 wird insbesondere auf die Figur 2 Bezug genommen. Hier sind die Fahreinrichtungen aus Übersichtlichkeitsgründen ausgeblendet. Figur 2 betrifft eine Draufsicht auf ca. die in Arbeitsrichtung Art hintere Hälfte der Bodenfräsmaschine 1 aus den Figuren 1A und 1 B. Der Sichtschacht 9 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel in den Fahrstandboden 13 eingelassen und schließt somit mit seiner Eingangsöffnung 12 bündig mit der Oberfläche des Fahrstandbodens 13 ab. Die Kontur des Sichtschachtes 9 ist in der Horizontalebene im Wesentlichen rechteckig, wobei der Sichtschacht in der Horizontalebene in Arbeitsrichtung A eine Länge L aufweist, die erheblich größer ist als die Erstre-ckung Q des Sichtschachtes 9 quer zur Arbeitsrichtung A. Der Sichtschacht 9 erstreckt sich somit vom Fahrstandboden 13 so weit in vertikaler Richtung nach unten, dass der innenliegende Seitenschild 8 des Fräswalzenkastens 6 durch ihn hindurch vom Fahrstand aus erkennbar ist. Der üblicherweise auf dem Fahrersitz 14, der die übliche Bedienstelle des Fahrstandes 10 darstellt, befindliche Fahrer kann somit durch den Sichtschacht 9 hindurch auf den Seitenschild 81 und einen vor dem Seitenschild 81 liegenden Bereich des Bodenuntergrundes blicken und somit auch mithilfe des Seitenschild 81 als Referenz die Bodenfräsmaschine 1 im Fräsprozess dirigieren

[0032] In der konkreten Anordnung befindet sich der Sichtschacht 9 somit horizontal und quer zur Arbeitsrichtung A gesehen zwischen einem hinteren Aufstieg 15, über den der Fahrer vom Boden in den Fahrstand 10 gelangen kann, und einer hinteren Abstreiferführung 16, die der Führung eines hinteren Abstreiferschildes des Fräswalzenkastens 6 in bekannter Weise dient.

[0033] Der Sichtschacht 9 verläuft in der Horizontalebene gesehen ferner zwischen dem Fahrersitz und einem Bedienpult 20. Auch diese Anordnung ist wesentlich. Der Fahrer kann sich somit vom Fahrersitz 14 in Richtung zum Bedienpult 20 über den Sichtschacht 9 lehnen und dadurch auch für längere Arbeitsintervalle, in denen er durch den Sichtschacht 9 nach unten blickt, eine vergleichsweise komfortable Körperhaltung einnehmen.

[0034] Der Sichtschacht ist von einer optionalen Schutzabdeckung 19 nach oben hin überdeckt. Dies kann beispielsweise ein Schutzgitter oder auch eine Schutzscheibe sein. Die klappenartige Schutzabdeckung ist idealerweise zwischen einer Abdeckposition und einer Freigabeposition verstellbar, so dass wahlweise der Schachteingang 12 des Sichtschachtes von der Schutzabdeckung überdeckt ist oder nicht.

[0035] Die Rahmengestaltung der Bodenfräsmaschine 1 umfasst ferner eine nullseitige Rahmenaussparung 17, die einerseits der wahlweisen Aufnahme einer in Arbeitsrichtung vor die Bodenfräseinrichtung 5 schwenkbaren Fahreinrichtung 2 dient. Andererseits kann der Fahrer, sofern die Fahreinrichtung 2 ausgeschwenkt ist, über die Aussparung 1 7 insbesondere den vor dem nullseitigen Seitenschild 8A liegenden Bodenbereich einsehen. Im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Sichtschacht 9 ist die Rahmenaussparung 17 in der Horizontalebene zu einer Außenseite, konkrete der Nullseite, hin geöffnet, sodass sie im Wesentlichen eine seitliche Einbuchtung darstellt. Der Sichtschacht 9 hingegen ist von seiner Kontur her zumindest teilweise vollständig vom Maschinenrahmen 2 in der Horizontalebene umgeben und somit von diesem zu allen Seiten in der Horizontalebene begrenzt.

[0036] Der Sichtschacht 9 wird ferner zur Stabilitätsverbesserung von Querstreben 1 1 in Querrichtung bzw. über den Abstand der beiden Längsseiten des Sichtschachtes 9 überspannt. Die Anzahl der Querstreben kann dabei variieren. Insbesondere ist es auch möglich, den Sichtschacht 9 zumindest teilweise in Arbeitsrichtung A gesehen nach hinten hin zur Außenumgebung geöffnet auszubilden.

[0037] Um die Sichtverhältnisse durch den Sichtschacht 9 möglichst optimal für den Fahrer gestalten zu können, kann ferner eine Ausleuchteinrichtung 18 vorgesehen sein, die insbesondere zum Bodenuntergrund gerichtet am Maschinenrahmen 2 derart angeordnet ist, dass wenigstens ein Teil des innenliegenden Seitenschildes 81 und/oder des in Arbeitsrichtung A vor dem innenliegenden Seitenschild 81 befindliche Bodenbereich ausgeleuchtet wird.