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1. (WO2018077541) BLASENFREIE NIEDERDRUCKPUMPE FÜR VERFLÜSSIGTES GAS
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.
Beschreibung

Titel:

Blasenfreie Niederdruckpumpe für verflüssigtes Gas

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Niederdruckpumpe für verflüssigtes Gas, insbesondere für verflüssigtes Erdgas (LNG) zur Verwendung als Motorkraftstoff.

Stand der Technik

Für Nutzfahrzeuge wurden in der Vergangenheit Dieselmotoren auf den ottomotorischen Gas- Betrieb umgerüstet. Es erfolgte eine Entfernung des kompletten Dieselsystems, eine Reduzierung des Verdichtungsverhältnisses sowie der Einbau ottomotorischer Komponenten wie Zündsystem und

Drosselklappe (Monovalentes Konzept) sowie des Gassystems.

Da die ursprünglich für Dieselbetrieb vorgesehenen Motoren nicht für die erhöhte Wärmebelastung eines stöchiometrischen Otto-motorischen Betriebs ausgelegt waren, griff man auf eine Mager- bzw. Magermixverbrennung zurück. Erst mit dem Ziel EU RO VI erfolgte ein weitgehender Übergang auf den

stöchiometrischen Betrieb, wobei die Wärmebelastung durch konstruktive Maßnahmen bzw. durch AGR abgefangen wurde.

Besonders im Fernverkehr wird nun nach Konzepten gesucht, um den

Wirkungsgradverlust, aber auch Leistungs- und Drehmomentnachteil gegenüber dem Dieselbetrieb aufzuholen.

Das aussichtsreichste Potenzial, bei allerdings aufwendiger Systemumgebung, wird der Diffusionsverbrennung mit Gasventilen für die Hochdruck-Direkteinblasung zugeordnet. Erwartete Vorteile sind ein hoher dieselmotorischer Motorwirkungsgrad, kurze Reaktionszeiten bei Dynamik und höherer low end

torque im Vergleich zu anderen Gasmotoren sowie Robustheit gegenüber kleinen Methanzahlwerten (geringe Klopfneigung trotz Varianz der

Erdgasqualität), Reduktion der Partikelemissionen im Vergleich zum Dieselmotor und Verminderung der CH4- Emissionen gegenüber homogener Gemischbildung durch reduzierten Gaseintrag in die Totvolumen des Brennraums.

Bei der Diffusionsverbrennung erfolgt die Gaseinblasung wie beim Dieselmotor innerhalb eines kleinen Kurbelwinkelbereiches direkt in die Verbrennung. Die EP 1 546 548 Bl, die US 2004 011 323 AI sowie die die WO 2014 037 068 AI geben einen Überblick über den diesbezüglichen allgemeinen Stand der Technik.

Für die Diffusionsverbrennung sind Gasdrücke deutlich über dem

Verbrennungsdruck erforderlich, woraus sich die Bezeichnung High Pressure -Direct Injection (HP-DI) ableitet. Die Verbrennung kann beispielsweise durch eine vorausgehende Dieseleinspritzung eingeleitet werden.

Zur Bereitstellung der hohen Gasdrücke offenbaren die US 2014 230 458 AI, die US 2014 290 280 AI sowie die WO 2016 112 462 AI verschiedene Konzepte. Dabei ist jeweils der Hochdruckpumpe eine Vorförderpumpe vorgeschaltet, die die flüssige Phase des Gaskraftstoffs mit einem Druck von einigen bar bis einigen zehn bar in die Hochdruckpumpe fördert.

Offenbarung der Erfindung

Im Rahmen der Erfindung wurde eine Niederdruckpumpe zur Bereitstellung von blasenfreiem verflüssigtem Gas entwickelt. Diese Niederdruckpumpe umfasst eine mit einem Vorratsbehälter für das Gas verbindbare Verdichtereinheit zur Druckerhöhung des Gases. Diese Verdichtereinheit kann vorteilhaft ein veränderbares Arbeitsvolumen aufweisen, wobei die flüssige Phase des Gases durch Vergrößerung des Arbeitsvolumens in das Arbeitsvolumen einsaugbar und durch Verkleinerung des Arbeitsvolumens aus dem Arbeitsvolumen ausstoßbar ist. Die Verdichtereinheit kann beispielsweise eine Kolbenpumpe sein, aber auch eine drehende Pumpe. Verwendbar sind beispielsweise auch Zahnradpumpen.

Erfindungsgemäß ist ausgangsseitig der Verdichtereinheit ein druckdichter Pufferbehälter angeordnet. Der Pufferbehälter weist in dem Bereich, den in der flüssigen Phase des Gases enthaltene Gasblasen auf Grund ihres Auftriebs in dieser flüssigen Phase anstreben, einen mit einer Ventilanordnung

verschließbaren Auslass auf. Dabei ist die Ventilanordnung dazu ausgebildet, mindestens dann automatisch zu schließen, wenn der Pegel der flüssigen Phase des Gases in dem Pufferbehälter eine vorgegebene Höhe überschreitet.

Es wurde erkannt, dass der Pufferbehälter die Gasblasenbildung, zu der eine Niederdruckpumpe prinzipiell neigt, im Wesentlichen vollständig kompensiert. Die flüssige Phase, die sich in Bezug auf das Schwerefeld der Erde unten im

Pufferbehälter sammelt, ist blasenfrei und kann daher beispielsweise von einer dem Pufferbehälter nachgeschalteten Hochdruckpumpe mit besonders hohem Wirkungsgrad weiter komprimiert werden.

Speziell verflüssigtes Erdgas, das als Motorkraftstoff verwendet wird, wird in kryogenen Vorratsbehältern typischerweise unter einer Temperatur und einem Druck gelagert, die in Kombination auf der Siedekennlinie liegen. Das bedeutet, dass eine geringfügige Erhöhung der Temperatur, eine geringfügige

Verringerung des Drucks oder eine Kombination hieraus zur Bildung von

Gasblasen führen können. Das Ansaugen des Gases in den Arbeitsraum der Niederdruckpumpe geht zwangsläufig mit einer Verringerung des Drucks einher. Unabhängig hiervon ist eine Wärmeaufnahme des flüssigen Gases von der Pumpe möglich, so dass sich die Temperatur des flüssigen Gases erhöht.

Obwohl durch die Komprimierung des flüssigen Gases ein größerer Abstand von der Siedekennlinie erreicht werden kann, ist es möglich, dass lokal Gasblasen temporär erhalten bleiben. Wird also eine Niederdruckpumpe nach dem bisherigen Stand der Technik als Vorförderpumpe eingesetzt, um eine

Gasblasenbildung beim Ansaugen des Gases durch die Hochdruckpumpe zu verhindern und den Wirkungsgrad der Hochdruckpumpe zu erhöhen, so kann dieser Wirkungsgrad durch die Blasenbildung in der Vorförderpumpe im

Endeffekt verschlimmbessert werden.

Der Pufferbehälter sorgt dafür, dass die flüssige Phase und die gasförmige Phase des Gases sicher voneinander getrennt werden. Dabei ist über das

Volumen des Pufferbehälters einstellbar, wieviel Zeit für die Abgabe der

Gasblasen aus der flüssigen Phase des Gases zur Verfügung steht. Wieviel Zeit benötigt wird, richtet sich unter anderem nach Gasart, Massenstrom, Temperatur und Druck. Indem mit dem Pufferbehälter die Gasblasen sicher von der flüssigen Phase des Gases abgetrennt werden können, kann die Niederdruckpumpe letzten Endes ihre beabsichtigte Funktion voll erfüllen, nämlich den Druck des Gases so weit erhöhen, dass der Zustand des Gases sich im durch Druck und Temperatur aufgespannten Zustandsraum von der Siedekennlinie weg bewegt.

Diesbezügliche„Reserven" haben bei der weiteren Kompression des Gases in einer nachgeschalteten Hochdruckpumpe die Wirkung, dass sich dort durch Ansaugen und Wärmeaufnahme keine Blasen mehr bilden. Eine Blasenbildung in der Hochdruckpumpe ist ein potentiell selbstverstärkender Effekt, denn sie verschlechtert den Wirkungsgrad, so dass die Hochdruckpumpe entsprechend mehr Verlustwärme produziert, die wiederum die Temperatur des Gases erhöht und die Blasenbildung weiter anregt.

Wenn der Weg des Gases vom Vorratsbehälter bis hin zur Einspritzung unter hohem Druck in seiner Gesamtheit betrachtet wird, dann ist es unvermeidlich, dass irgendwann beim Ansaugen der flüssigen Phase des Gases Blasen gebildet werden. Es ist energetisch vorteilhaft, diese Blasenbildung in die

Verdichtereinheit der Niederdruckpumpe zu verlagern. Die Blasenbildung verschlechtert zwar den Wirkungsgrad der Verdichtereinheit, doch da die

Verdichtereinheit nur einen vergleichsweise geringen Druck von einigen bar erzeugen muss, geht hierdurch vergleichsweise wenig Energie verloren. Bei der Hochdruckpumpe, die Drücke von einigen hundert bar erzeugt, wirkt sich jede Einbuße an Wirkungsgrad deutlich stärker aus.

Wichtig für die Trennung der Gasphase von der flüssigen Phase im

Pufferbehälter ist die Ventilanordnung am Auslass des Pufferbehälters. Diese

Ventilanordnung ist in gewisser Weise das Gegenteil eines Überlaufs: Wenn viel flüssige Phase vorhanden ist, schließt sie automatisch, damit keine Flüssigkeit durch den Auslass abgegeben wird. Wenn wenig flüssige Phase vorhanden ist, öffnet die Ventilanordnung, damit die gasförmige Phase des Gases aus dem

Pufferbehälter entweichen und Platz für die flüssige Phase freimachen kann. Die Ventilanordnung sorgt also dafür, dass aus dem Auslass nur Gas austritt.

In Anwendungen, in denen das verflüssigte Gas einer wesentlichen Komponente der Umgebungsatmosphäre entspricht, wie etwa Sauerstoff oder Stickstoff, kann der Auslass die aus den abgetrennten Gasblasen gebildete gasförmige Phase an die Atmosphäre abgeben. Bei verflüssigtem Erdgas ist dies nicht wünschenswert, da das darin enthaltene Methan eine 25mal stärkere Treibhauswirkung hat als CO2 und sich außerdem in geschlossenen Räumen ein zündfähiges Gemisch mit dem Luftsauerstoff bilden kann.

Daher ist in einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung der Auslass mit einer Rückführleitung gekoppelt, die mit einem Bereich des

Vorratsbehälters, der die gasförmige Phase des Gases enthält, verbindbar ist. Die Rückführleitung enthält ein Rückführventil, welches als Überdruckventil oder als Rückschlagventil ausgebildet ist und bei Überschreiten eines vorgegebenen Drucks PR in Richtung auf den Vorratsbehälter öffnet. Dabei öffnet ein einfaches Rückschlagventil, sobald sich am Auslass des Pufferbehälters ein Überdruck gegenüber dem Vorratsbehälter bildet, d.h., sobald die Druckgrenze PR=0 überschritten wird. Ein Überdruckventil hingegen kann flexibel so eingestellt werden, dass es erst dann öffnet, wenn eine von Null verschiedene Druckgrenze PR überschritten wird. Die Druckgrenze PR kann darüber hinaus als Absolutwert oder als Relativwert bezogen auf den Druck im Vorratsbehälter vorgewählt werden.

Im Vorratsbehälter kann das rückgeführte Gas wieder kondensieren. Der Druck PR ist vorteilhaft etwas niedriger eingestellt als der durch die Verdichtereinheit erzeugte Druck pv im Inneren des Pufferbehälters.

Das Anfahren der Niederdruckpumpe verläuft unterschiedlich, je nachdem, ob das Rückführventil als Rückschlagventil oder als Überdruckventil ausgebildet ist. Wird ein Rückschlagventil verwendet, wird bei der Befüllung des Pufferbehälters mit der flüssigen Phase des Gases zunächst vorrangig die gasförmige Phase über die Rückführleitung in den Vorratsbehälter geführt, bis die flüssige Phase den vorgegebenen Pegel erreicht und die Ventilanordnung schließt. Wird

hingegen ein Überdruckventil verwendet, wird vorrangig Druck im Pufferbehälter aufgebaut und die gasförmige Phase dort komprimiert. Dann steht beispielsweise schneller ein vorgegebener Vorförderdruck zur Verfügung, den eine

nachgeschaltete Hochdruckpumpe zum Arbeiten benötigt.

In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Pufferbehälter mit einer Sicherheitsleitung gekoppelt, die mit dem Vorratsbehälter verbindbar ist. Die Sicherheitsleitung umgeht die Ventilanordnung am Auslass und enthält ein Sicherheitsventil, welches als Überdruckventil ausgebildet ist und bei Überschreiten eines vorgegebenen Drucks ps in Richtung auf den

Vorratsbehälter öffnet. Auf diese Weise wird ein unzulässiger Druckaufbau im Pufferbehälter vermieden.

Vorteilhaft mündet die Sicherheitsleitung in den Bereich des Pufferbehälters, in dem sich die flüssige Phase des Gases sammelt. Da die flüssige Phase eine deutlich größere Dichte hat als die gasförmige Phase, kann auf diese Weise im Falle eines unzulässigen Druckaufbaus schnell eine möglichst große Menge an Gas in den Vorratsbehälter transportiert und der Druck schnell abgebaut werden

Vorteilhaft ist eine Steuerung und/oder Regelung für die Verdichtereinheit vorgesehen, die dazu ausgebildet ist, den Druck pv im Pufferbehälter unterhalb des Drucks ps zu halten. Wenn Gas durch die Sicherheitsleitung in den

Vorratsbehälter entspannt wird, ist die zuvor für die Kompression verwendete Energie verloren. Es ist effizienter, die Verdichtereinheit rechtzeitig vorher abzuregein und die überschüssige Energie somit gar nicht erst aufzuwenden.

Die Ventilanordnung kann in beliebiger Weise ausgeführt sein, die geeignet ist, auf den Pegel der flüssigen Phase im Pufferbehälter zu reagieren.

Beispielsweise kann der Füllstand im Pufferbehälter elektronisch gemessen und bei Bedarf ein Magnetventil aktiviert werden. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Ventilanordnung ein Schwimmerventil mit einem durch die flüssige Phase des Gases betätigbaren Schwimmer. Diese einfache Lösung, die keine elektrische Hilfsenergie benötigt, ist besonders ausfallsicher.

Für die relative bauliche Anordnung der Verdichtereinheit und des

Pufferbehälters zueinander gibt es zwei mögliche Ausgestaltungen, die jeweils spezifische Vorteile haben.

Die Verdichtereinheit kann außerhalb des Pufferbehälters angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass ihre Verlustwärme an die Umgebung abgegeben wird und nicht an das Gas. Dafür kann mehr Wärme aus der Umgebung in das Gas eingetragen werden.

Alternativ kann die Verdichtereinheit innerhalb des Pufferbehälters angeordnet sein. Dies minimiert den Wärmeeintrag aus der Umgebung um den Preis, dass die Verlustwärme der Verdichtereinheit unmittelbar an das Gas abgegeben wird.

Eine weitere mögliche Kombination beinhaltet die Anordnung der Pumpe der Verdichtereinheit im Pufferbehälter und die Anordnung der zugehörigen

Antriebsquelle außerhalb des Pufferbehälters. Dann wird derjenige Anteil der Verlustwärme, der von der Antriebsquelle herrührt, nicht mehr unmittelbar an das Gas abgegeben. Beispielsweise kann die Antriebsquelle ein Motor sein, dessen rotatorische Energie über eine Welle in die Verdichtereinheit im Pufferbehälter geführt ist.

In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind der Pufferbehälter, und/oder die Verdichtereinheit, dazu ausgebildet, innerhalb des Vorratsbehälters betrieben zu werden. Auf diese Weise können Leitungswege eingespart werden, und der Wärmeeintrag in das Gas kann minimiert werden.

Der Vorratsbehälter wird thermisch nur wenig aus dem Gleichgewicht gebracht. Auf der anderen Seite stellt eine Anordnung der Verdichtereinheit und des Pufferbehälters außerhalb des Vorratsbehälters mehr Freiheitsgrade bereit.

Die Verdichtereinheit ist vorteilhaft zur Erzeugung eines Drucks pv von 5 bar oder weniger, bevorzugt von 3 bar oder weniger, ausgebildet. Dieser Druckwert kann ein Absolutwert sein oder auch ein Relativwert, beispielsweise bezogen auf den Druck im Vorratsbehälter. Dann wird im durch Temperatur und Druck

aufgespannten Zustandsraum des Gases ein hinreichender Abstand zur

Siedekennlinie gewonnen, ohne dass hierfür auf Grund des durch die

Blasenbildung verschlechterten Wirkungsgrades der Verdichtereinheit allzu viel Energie aufzuwenden wäre. Eine weitere Möglichkeit, vorteilhaft unter Nutzung eines Steuergerätes, ist die Erzeugung eines konstanten Differenzdrucks zum Druck im Vorratsbehälter. Damit wird der gewünschte Abstand zur

Siedekennlinie sicher eingehalten.

Die Niederdruckpumpe gemäß der Erfindung kann isoliert eingesetzt werden und blasenfreies verflüssigtes Gas unter dem Druck pv liefern. Der

Hauptanwendungszweck ist jedoch die Verwendung als Vorförderpumpe für eine Hochdruckpumpe.

Daher bezieht sich die Erfindung nach dem zuvor Gesagten auch auf ein System zur Bereitstellung von blasenfreiem verflüssigtem Gas unter Hochdruck PH.

Dieses System umfasst eine Hochdruckpumpe, die zur Erzeugung des Drucks PH ausgebildet ist. Erfindungsgemäß ist der Hochdruckpumpe eingangsseitig mit dem Bereich des Pufferbehälters verbunden, in dem sich die flüssige Phase des Gases sammelt.

Die Hochdruckpumpe ist vorteilhaft zur Erzeugung eines Drucks PH von 300 bar oder mehr, bevorzugt von 500 bar oder mehr, ausgebildet. Diese Drücke werden in aktuellen HP-DI-Einblassystemen, in denen gasförmiger Kraftstoff unmittelbar in den Brennraum eines Motorzylinders eingebracht wird, angestrebt.

Somit bezieht sich die Erfindung auch auf ein Einspritz- oder Einblassystem für einen mit verflüssigtem Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor. Dieses

Einspritz- oder Einblassystem umfasst mindestens einen Injektor, dem eingangsseitig das Erdgas im gasförmigen Zustand unter einem Hochdruck PH zugeführt wird. Erfindungsgemäß ist das beschriebene System aus

Hochdruckpumpe und Niederdruckpumpe zur Erzeugung des Hochdrucks PH vorgesehen.

Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren näher dargestellt.

Ausführungsbeispiele

Es zeigt:

Figur 1 Ausführungsbeispiel der Niederdruckpumpe 2 mit außerhalb des

Pufferbehälters 5 angeordneter Verdichtereinheit 4;

Figur 2 Ausführungsbeispiel der Niederdruckpumpe 2 mit innerhalb des

Pufferbehälters 5 angeordneter Verdichtereinheit 4;

Figur 3 Beispielhafte schematische Gesamtansicht des Systems 9 zur

Hochdruckerzeugung und des Einspritz- oder Einblassystems 10.

Nach Figur 1 wird das Gas 1 in einem Vorratsbehälter 3 gelagert. Die flüssige Phase la des Gases 1 sammelt sich im Bereich 31. Die gasförmige Phase lb des Gases 1 sammelt sich im darüber liegenden Bereich 32.

Die flüssige Phase la des Gases 1 ist in die Verdichtereinheit 4 geführt. Die Verdichtereinheit 4 ist als Kolbenpumpe ausgeführt und umfasst ein

Pumpengehäuse 40 mit einem Arbeitsvolumen 41, das durch einen entlang der Längsachse des Pumpengehäuses 40 verschiebbaren Kolben 42 vergrößerbar und verkleinerbar ist. Die Verschiebung des Kolbens 42 wird durch eine rotatorische Antriebsquelle 43 angetrieben. Wird der Kolben 42 nach rechts bewegt, wird das Arbeitsvolumen 41 vergrößert und flüssiges Gas la durch das Einlassventil 44 angesaugt, wobei sich Blasen lc bilden. Wird der Kolben 42 nach links bewegt, wird das Arbeitsvolumen verkleinert und das flüssige Gas la einschließlich der gebildeten Blasen lc durch das Auslassventil 45 ausgestoßen. Das Gemisch aus flüssigem Gas la und Blasen lc wird mit dem Druck pv dem Pufferbehälter 5 zugeführt. Der Druck pv wird in der Steuereinheit 46, die die rotatorische Antriebsquelle 43 ansteuert, eingestellt.

Im Pufferbehälter 5 sammelt sich die flüssige Phase la des Gases 1 im Bereich 51. In dieser flüssigen Phase la erfahren die Blasen lc einen Auftrieb 53 und steigen daher in den Bereich 52, um dort eine zusammenhängende gasförmige Phase lb zu bilden.

Die gasförmige Phase lb des Gases 1 wird aus dem Bereich 52 des

Pufferbehälters 5 durch einen Auslass 55 abgezogen, der mit einer

Ventilanordnung 54 versehen ist. Die Ventilanordnung 54 enthält ein

Schwimmerventil 54a mit einem Schwimmer 54b, der sich mit dem Pegel ld der flüssigen Phase la des Gases 1 im Pufferbehälter 5 bewegt. Erreicht dieser Pegel ld die vorgegebene Höhe 56, schließt das Schwimmerventil 54a.

Vom Auslass 55 führt eine Rückführleitung 57 zurück in den Bereich 32 des Vorratsbehälters 3, in dem sich dort die gasförmige Phase lb des Gases 1 sammelt. Die Rückführleitung 57 ist mit einem Rückführventil 57a versehen, das bei Überschreiten eines vorgegebenen Drucks PR in Richtung auf den

Vorratsbehälter 3 öffnet. Der Druck PR ist etwas kleiner eingestellt als pv. Das Rückführventil 57a dient hauptsächlich dazu, einen Gasfluss nur vom Bereich 52 des Pufferbehälters 5 in den Bereich 32 des Vorratsbehälters 3 zuzulassen, nicht jedoch in der umgekehrten Richtung.

Aus dem Bereich 51 des Pufferbehälters 5 ist die flüssige Phase la des Gases 1 unter dem Druck pv durch einen Grundablass 59 abziehbar.

Der Pufferbehälter 5 ist zur Vermeidung eines unzulässigen Druckaufbaus zusätzlich noch über eine Sicherheitsleitung 58 mit dem Vorratsbehälter 3 verbunden. Diese Sicherheitsleitung 58 enthält ein Sicherheitsventil 58a, das bei Überschreiten eines Drucks ps öffnet. Dieser Druck ps ist größer eingestellt als der Druck pv, der von der Verdichtereinheit 4 erzeugt wird. Die Sicherheitsleitung 58 mündet in den Bereich 51 des Pufferbehälters 5, in dem sich dort die flüssige Phase la des Gases 1 sammelt, um erforderlichenfalls schnell eine große Stoffmenge an Gas 1 abführen zu können. Auf Seiten des Vorratsbehälters 3 mündet die Sicherheitsleitung 58 wiederum in den Bereich 31, in dem sich die flüssige Phase la des Gases 1 sammelt. Auf diese Weise wird der

Vorratsbehälter 3 so wenig wie möglich aus dem Gleichgewicht gebracht, wenn ihm Gas la durch die Sicherheitsleitung 58 zugeführt wird.

Die Verdichtereinheit 4 und der Pufferbehälter 5 bilden gemeinsam mit der Rückführleitung 57 und der Sicherheitsleitung 58 die Niederdruckpumpe 2. Um

die Niederdruckpumpe 2 in Betrieb zu nehmen, ist der Eingangsanschluss des Ansaugventils 44 der Verdichtereinheit 4 mit dem Bereich 31 des

Vorratsbehälters 3 zu verbinden, in dem sich die flüssige Phase la des Gases 1 sammelt. Mit diesem Bereich 31 ist in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel auch die Sicherheitsleitung 58 verbunden. Die Rückführleitung 57 ist hingegen in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel mit dem Bereich 32 des Vorratsbehälters 3 verbunden, in dem sich dort die gasförmige Phase lb des Gases 1 sammelt.

Der Grundablass 59 des Pufferbehälters 5 ist mit jedem beliebigen

nachgeschalteten Gerät, das verflüssigtes Gas la unter dem Druck pv benötigt, verbindbar.

Figur 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Niederdruckpumpe 2. Im Unterschied zu Figur 1 ist die Verdichtereinheit 4 hier innerhalb des

Pufferbehälters 5 angeordnet. Die Zuführung aus dem Bereich 31 des

Vorratsbehälters 3 zum Eingangsanschluss des Einlassventils 44 der

Verdichtereinheit 4 ist also in den Pufferbehälter 5 hinein geführt. Das

Auslassventil 45 der Verdichtereinheit 4 entlässt das auf den Druck pv

verdichtete Gemisch aus flüssiger Phase la des Gases 1 und Gasblasen lc unmittelbar in die im Bereich 51 des Pufferbehälters befindliche flüssige Phase la des Gases 1. Durch den Auftrieb 53 bewegen sich die Gasblasen lc in den Bereich 52 des Pufferbehälters 5 und bilden dort eine zusammenhängende gasförmige Phase lb. Die Steuereinheit 46 für die rotatorische Antriebsquelle 43 der Verdichtereinheit 4 ist außerhalb des Pufferbehälters 5 angeordnet und über ein Kabel mit dieser Antriebsquelle 43 verbunden.

Figur 3 verdeutlicht die Einbettung der Niederdruckpumpe 2 in das System 9, das verflüssigtes Erdgas la aus dem Vorratsbehälter 3 entnimmt und auf den Hochdruck PH bringt. Das aus dem Grundablass 59 des Pufferbehälters 5 mit dem Druck pv entnommene flüssige Gas la wird der Hochdruckpumpe 6 zugeführt und in der Hochdruckpumpe 6 auf den Hochdruck PH gebracht. Im Verdampfer 71 wird das flüssige Gas la in den gasförmigen Zustand überführt, bevor es über den Injektor 7 in den Zylinder 81 des Motors 8 überführt wird. Das System 9 bildet gemeinsam mit dem Verdampfer 71 und dem Injektor 7 das Einspritz- oder Einblassystem 10 für die Kraftstoffversorgung des Motors 8.