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1. WO2017198387 - SCHEIBENBREMSE FÜR EIN NUTZFAHRZEUG, BREMSBELAG UND BREMSBELAGSATZ

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, Bremsbelag und Bremsbelagsatz

BESCHREIBUNG

Die Erfindung betrifft eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe übergreifenden, vorzugsweise als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel, der an einem ortsfesten Bremsträger angeordnet ist und mit einer Zuspanneinrichtung zum Zuspannen der Bremse, zwei Bremsbelägen, die jeweils einen Belagträger und einen darauf befestigten Reibbelag aufwei-sen, von denen der eine als zuspannseitiger Bremsbelag mittels der Zuspanneinrichtung auf der einen Seite der Bremsscheibe gegen die Bremsscheibe pressbar ist und von der andere als reaktionsseitiger Bremsbelag auf der gegenüberliegenden Seite der Bremsscheibe angeordnet ist, und die jeweils in einen Belagschacht eingesetzt sind, wobei der Bremssattel eine zentrale Satte-löffnung über der Bremsscheibe aufweist, durch welche die zwei Bremsbeläge in die Belagschächte einsetzbar sind. Die Erfindung bezieht sich auch auf einen Bremsbelag für eine solche Scheibenbremse und auf einen Bremsbelagsatz für eine solche Scheibenbremse.

Bei einer gattungsgemäßen, insbesondere als Schiebesattel-Bremse ausgebildeten Scheibenbremse, wird im Fall einer Bremsung mittels einer Zuspanneinrichtung, die pneumatisch oder elektromotorisch betätigbar ist, ein aktionsseiti-ger Bremsbelag gegen eine fahrzeugseitige Bremsscheibe gepresst. Im weiteren Verlauf des Bremsvorgangs wird der Bremssattel, bezogen auf die Brems-scheibe, entgegen der Zuspannrichtung des aktionsseitigen Bremsbelages verschoben unter Mitnahme und Anpressen des gegenüberliegenden, reaktions-seitigen Bremsbelages an die andere Seite der Bremsscheibe.

Zum Stand der Technik sei zunächst die DE 40 20 287 A1 genannt. Nach die-ser Schrift ist an den beiden Bremsbelägen jeweils eine als Blattfeder ausgebildete Belagfeder vorgesehen. Die Belagträger werden nach dem Einführen in ihren Belagschacht jeweils mit der Belagfeder gehalten, die ihrerseits in montierter Stellung gemeinsam durch einen von der Oberseite auf die Blattfeder wirkenden, in Querrichtung zur Längsachse der Blattfeder sich erstreckenden Haltebügel gesichert sind. Zur Festlegung der Belagfeder sind an den Belagträger (bzw. die Belagträgerplatte) mit Hinterschneidungen versehene Laschen angeformt, die schlitzförmige Ausnehmungen in der Belagfeder durchtreten, die dabei die Hinterschneidungen hintergreifen, so dass ein Formschluss gebildet ist, durch den die Belagfeder in radialer Richtung gehalten wird und zwar so, dass ein selbsttätiges Lösen in entspannter oder teilentspannter Lage ausgeschlossen ist. Einen weiteren ähnlichen Stand der Technik zeigt die DE 14 2014 1 06 090 A1 . Der Bremssattel weist nach diesen Schriften jeweils eine zentrale Sattelöffnung über der Bremsscheibe aufweist, durch welche die zwei Bremsbeläge in die Belagschächte einsetzbar sind, was eine einfachen Wechsel er Bremsbeläge ermöglicht. Andererseits macht es dies notwendig. Die Bremsbeläge in den Belagschächten auch einfache Weise radial - bezogen im Rahmen dieser Anmeldung auf die Bremsscheibendrehachse nach außen hin -zu sichern.

Bei Festsattelbremsen ist dieses Problem nicht in dieser Form gegeben, da dort in der Regel eine Strebe über die Bremsscheibe geführt ist, die zwar eine Belüftungsöffnung aufweisen kann, die aufgrund ihrer Dimensionierung aber nicht zum Belagwechsel gedacht und bestimmt ist. Ein Belaghaltebügel, der sich über die Sattelöffnung erstreckt, ist damit nicht erforderlich.

Weitergebildet wird die eingangs beschriebene Lösung jeweils in den Patenten EP 1 963 702 B1 und der EP 2 255 1 01 B1 . Durch diese Lösungen wird mittels einer an dem Belagträger festgelegten und vorzugsweise relativ zu dieser radial beweglichen Haube, welche von der oder von einem Teil der Belagfeder durchsetzt wird, erreicht, dass die Belagfeder insbesondere im Belastungsbereich lastübertragend stets sicher eingespannt ist.

Zum technologischen Hintergrund seien noch die EP 0 694 1 34 B1 , die DE 1 0 201 2 1 1 0 461 A1 und die WO 2014/079 869 A1 genannt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenbremse der gattungs-gemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass mit konstruktiv einfachen Mitteln ein gutes Bremsverhalten erzielt wird. Eine weitere Aufgabe besteht darin, einen entsprechenden Bremsbelag und einen entsprechenden Bremsbelagsatz bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die weitere Aufgabe wird durch einen Bremsbelag mit den Merkmalen des Anspruchs 22 und durch einen Bremsbelagsatz mit den Merkmalen des Anspruchs 29 gelöst.

Anspruch 1 schafft eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe übergreifenden, vorzugsweise als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel, der an einem ortsfesten Bremsträger angeordnet ist und mit einer Zuspanneinrichtung zum Zuspannen der Bremse, und mit zwei Bremsbelägen, die jeweils einen Belagträger und einen darauf befestigten Reibbelag aufwei-sen, von denen der eine als zuspannseitiger Bremsbelag mittels der Zuspanneinrichtung auf der einen Seite der Bremsscheibe gegen die Bremsscheibe pressbar ist und von der andere als reaktionsseitiger Bremsbelag auf der gegenüberliegenden Seite der Bremsscheibe angeordnet ist, wobei die Bremsbeläge jeweils in einen Belagschacht eingesetzt sind -bzw. bei der Montage ein-setzbar sind (so dass sie durch diese Öffnung hindurch„passen müssen) - und wobei der Bremssattel eine zentrale Sattelöffnung über der Bremsscheibe aufweist, durch welche die zwei Bremsbeläge in den jeweiligen Belagschacht einsetzbar sind. Dabei ist zudem ein Niederhaltebügel vorgesehen, der derart ausgebildet ist, dass er lediglich den einen der beiden, vorzugsweise aber nicht zwingend - den reaktionsseitigen Bremsbelag in seinem Belagschacht radial sichert, wobei der Niederhaltebügel mit einem bzw. seinem von dem reaktionsseitigen Bremsbelag abgewandten Ende an dem Bremssattel gehalten ist, insbesondere lösbar oder unlösbar dort gehalten ist.

Einerseits werden derart eine vorteilhafte Scheibenbremse und ein besonders vorteilhafter reaktionsseitiger oder zuspannseitiger Bremsbelag geschaffen, der eine einfache sowie kurze und vorteilhaft auf die Funktion des Niederhaltens dieses einen Bremsbelages beschränkte Bauform aufweist. Der kurze

Niederhaltebügel führt durch den geringeren Materialeinsatz zu einer Gewichts-und Kostenreduzierung der Bremse.

Es ist vorteilhaft, dass der Niederhaltebügel lediglich den einen der beiden Bremsbeläge ganz oder teilweise axial parallel zur Bremsscheibe übergreift, um ihn zu sichern. Derart wird dieser Belag quasi radial„von oben" im Belag-schacht des Bremsträgers oder des Bremssattels gehalten und gegen (zu große radiale) Bewegungen gesichert. Dabei kann der niedergehaltene Belag in einen Belagschacht des Bremsträgers oder des Bremssattels einsetzbar sein. Es ist eine besonders bevorzugte Variante ist es, wenn beide Bremsbeläge in Belagschächten des Bremsträgers angeordnet sind und durch die Öffnung im

Bremssattel - die für die Bremsbeläge eine Montageöffnung ist - in diese einsetzbar sind, und zwar im Wesentlichen radial von oben und ggf. ergänzend durch eine axiale kleinere Bewegung. Ein Bremsträger mit Belagschächten auf beiden Seiten der Bremsscheibe ist sehr stabil und vorteilhaft. Der Belag-Schacht stützt den Belag in Umfangsrichtung und radial nach unten zur Bremsscheibe hin. Nach oben hin sichert dann den einen Bremsbelag er axial„kurze" Niederhaltebügel gegen Ausfallen und zu große radiale Bewegungen, ggf. unterstützt von einer dazwischen angeordneten Feder. Der andere Bremsbelag wird auf andere Weise - nicht von dem gleichen Niederhaltebügel - radial ge-sichert.

Ein Sichern des reaktionsseitigen Bremsbelages mit dem„kurzen" Niederhaltebügel hat den Vorteil, dass sie leicht realisierbar ist, insbesondere, wenn dieser im Bremssattel axial unbeweglich gehalten ist und sich bei Bremsungen relativ zum Bremssattel insbesondere im Bereich seiner Rückenplatte nicht verschiebt.

Dabei kann nach Varianten der Niederhaltebügel an dem Bremssattel lösbar oder unlösbar befestigt sein oder einstückig mit diesem ausgestaltet sein.

Vorteilhaft ist eine optionale Ausgestaltung des Niederhaltebügels mit diesem Bremsbelag als Baueinheit, die als Ganzes beim Belagwechsel ausgetaucht wird. Dies ist einfach und führt zu einer einfachen und sicheren Erneuerung aller zu wechselnden Elemente an der Baueinheit„reaktionsseitiger Belag" (Bremsbelag, Belagfeder, wenn vorhanden: Haube und Niederhaltebügel).

Der Niederhaltebügel kann auf dem Belagträger aufliegen oder ihn

hintergreifen und derart mit diesem zusammenwirken. Er kann auch

formschlüssig mit ihm zusammenwirken, so beispielsweise z.B. mit einem Vorsprung formschlüssig in ihn im Bereich einer entsprechenden Vertiefung eingreifen (oder umgekehrt).

Als eine mögliche - besonders vorteilhafte - Variante kann der Niederhaltebügel unverlierbar mit dem Belag verbunden werden, insbesondere unverlierbar mit dem Belagträger verbunden werden. Dies hat den Vorteil, das diese Baugruppe komplett verbaut wird und somit ein Falschverbau ausgeschlossen wird.

Falschverbau bedeutet in diesem Fall, das die Rückenplatte zur Bremsscheibe hin verbaut wäre.

Dabei sind unterschiedliche Verbindungsarten zwischen Niederhaltebügel und Bremsbelag möglich. Die Verbindung kann über eine Haube erfolgen, wobei hier eine oder mehrere Laschen vorgesehen werden, welche den

Niederhaltebügel ganz oder teilweise umgreifen und anschließend über Schweißung, Nietung, Vertaumeln oder ähnliche Verfahren so montiert wird, das eine Demontage ohne Zerstörung eines Bauteils nicht mehr möglich ist. Die Umgreifung kann nach hinten, wie in den Skizzen dargestellt oder nach oben erfolgen.

Die Verbindung kann auch über einen Bundbolzen erfolgen, der z.B. durch den Niederhaltebügel durchgereift und auf die Haube aufgeschweißt oder vernietet (stoff- kraft- oder formschlüssig) wird.

Die Verbindung kann auch über einen Bolzen erfolgen, der in der

Belagrückenplatte fest oder verschiebbar befestigt ist.

Der Niederhaltebügel kann auch die Belagrückenplatte ganz oder teilweise durchgreifen. Anschließend wird bei einer solchen Variante auf einem

Niederhaltebügel eine Feder dauerhaft befestigt, so das der Niederhaltebügel -wie oben bereits erwähnt - unverlierbar mit dem Belag verbunden ist.

In einem weiteren Konzept kann die Belaghaltefeder vom Belag weg verlagert werden. In einem vom Belag entfernten Bereich treten in der Regel geringere Temperaturen als direkt am Belag auf, was sich positv auf die Lebensdauer als auch auf die größere Auswahlmöglichkeit von Federmaterialien auswirkt. Da die Federn gegen Korrosion mit einer Beschichtung geschützt sind, bei denen sich die Temperatur ebenfalls auf die Lebensdauer auswirkt, könnte auch hier eine Verbesserung erfolgen. Der Niederhaltebügel wird hierbei mit dem Belag fest oder mit Spiel zum Toleranzausgleich verbunden. Die Feder drückt in diesem Fall den Niederhaltebügel nach unten. Über den Niederhaltebügel wird der Belag nach unten auf den Bremsträger gedrückt. Diese Federung kann über unterschiedliche Federausführungen erfolgen z.B. : Blattfeder, Spiralfeder, Schenkelfeder, ...

Eine Arretierung bzw. ein Halten des Niederhaltebügels am Belag und/oder am Bremssattel kann einfach mittels eines oder mehreren Befestigungsmitteln, insbesondere Bolzen(s) oder Klammer(n) oder einer oer mehreren Schraube(n) erfolgen.

So ist es denkbar, und vorteilhaft einfach, wenn der Niederhaltebügel an einem Teil des reaktionsseitigen Bremsbelags unlösbar festgelegt ist. Er kann beispielsweise auch an dem Belagträger stoffschlüssig befestigt sein, beispielsweise schweißend.

Anspruch 22 schafft einen vorteilhaften Bremsbelag für eine Scheibenbremse nach einem der darauf bezogenen Ansprüche, der einen Belagträger und einen darauf befestigten Reibbelag aufweist, welcher Bremsbelag zum Zusammenwirken mit dem Niederhaltebügel ausgebildet ist. Der Niederhaltebügel und der Bremsbelag können - müssen aber nicht zwingend - dabei eine Baueinheit bilden.

Vorzugsweise ist dabei der Niederhaltebügel derart ausgebildet, dass er lediglich einen von zwei der beiden Bremsbeläge in seinem Belagschacht an einer Scheibenbremse radial sichert.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der Niederhaltebügel an dem reaktionsseitigen Bremsbelag festgelegt ist, da dieser im Bremssattel axial festgelegt ist und nicht mit zunehmendem Verschleiß in diesem verschoben wird. Insofern kann die Erfindung hier einfach realisiert werden. Sie ist aber nicht auf diese Variante zu beschränken.

Nach einer weiteren vorteilhaften Variante, die näher in den Unteransprüchen 1 6 bis 20 beschreiben ist, ist eine Kabelbrücke vorgesehen, an der wenigstens ein Signalkabel angeordnet und gehalten ist, welche Kabelbrücke die Öffnung des Bremssattels überbrückt und welche in wenigstens zwei Bereichen direkt oder indirekt an dem Bremssattel befestigt ist. Derart kann ein Signalkabel trotz des„kurzen" Niederhaltebügels gut über die Öffnung des Bremssattels gelegt werden.

Geschaffen wird auch ein Bremsbelagsatz mit einem reaktionsseitigen Bremsbelag nach einem der Ansprüche 22 bis 28 und mit einem zuspannseitigen Bremsbelag, der mittels wenigstens eines Formschlusselementes am Belagträger radial im Bremsträger gesichert ist. Derart benötigt dieser Bremsbelag auf der Zuspannseite keinen Niederhaltebügel zur radialen Sicherung. Darüber hinaus reduziert dieser Belag den Effekt des Schrägverschleißes. Nach einer Erkenntnis der Erfindung muss der reaktionsseitige Beklag diese Bauform nicht unbedingt auch aufweisen. Er kann vielmehr auch ohne Vorsprünge ausgestaltet werden. Dann ist der„kurze" Niederhaltebügel besonders vorteilhaft. Insge- samt wird derart eine sehr kostengünstige Scheibenbremse mit zwei auf ihre Aufgaben optimal angepassten Bremsbelägen als Belagsatz geschaffen.

Geschaffen wird kurzgefasst auch vorteilhaft eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe übergreifenden, vorzugsweise als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel, der an einem ortsfesten Bremsträger befestigt ist und eine zentrale Sattelöffnung über der Bremsscheibe aufweist, mit einer Zuspanneinrichtung zum Zuspannen der Bremse, und mit zwei durch die Sattelöffnung einsetzbaren Bremsbelägen, die jeweils einen Belagträger und einen darauf befestigten Reibbelag aufweisen, von denen der eine als zu-spannseitiger Bremsbelag mittels der Zuspanneinrichtung auf der einen Seite der Bremsscheibe gegen die Bremsscheibe pressbar ist und von der andere als reaktionsseitiger Bremsbelag auf der gegenüberliegenden Seite der Bremsscheibe angeordnet ist, und wobei ein Niederhaltebügel vorgesehen ist, der derart ausgebildet ist, dass er lediglich den einen der beiden Bremsbeläge im Belagschacht radial sichert bzw. radial relativ zur Bremsscheibendrehachse niederhält.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen :

Fig. 1 in a) eine perspektivische Ansicht einer ersten erfindungsgemäßen Scheibenbremse und in b) einen Ansicht eines Bremsträgers der Scheibenbremse aus a) ;

Fig. 2 die Ansicht aus Fig. 1 a mit teilweise ausgeblendetem Brems- sattel ;

Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines zuspannseitigen Bremsbelages der Scheibenbremse aus Fig. 1 (und der Scheibenbremse aus Fig. 9) ;

Fig. 4 einen ersten reaktionsseitigen Bremsbelag mit einer Belagfe- der, einer Haube und einem daran angeordneten Niederhaltebügel ;

Fig. 5 eine teilgeschnittene Ansicht der Anordnung aus Fig. 4;

Fig. 6 den Bremsbelag der Anordnung aus Fig. 4 und 5;

Fig. 7 den Niederhaltebügel der Anordnung aus Fig. 4;

Fig. 8 eine Haube der Anordnung aus Fig. 4;

Fig. 9 eine perspektivische Ansicht einer zweiten erfindungsgemäßen Scheibenbremse;

Fig. 1 0 die Ansicht aus Fig. 9 mit teilweise ausgeblendetem Bremssat- tel ;

Fig. 1 1 eine Variante eines reaktionsseitigen Bremsbelags mit einem daran angeordneten Niederhaltebügel ;

Fig. 1 2 eine teilgeschnittene Ansicht der Anordnung aus Fig. 1 1 ;

Fig. 1 3 den Bremsbelag der Anordnung aus Fig. 1 1 und 1 2;

Fig. 14 den Niederhaltebügel der Anordnung aus Fig. 1 1 ;

Fig. 1 5 eine Haube des Bremsbelags aus Fig. 13 und 14;

Fig. 1 6 eine weitere Variante eines reaktionsseitigen Bremsbelags mit einem daran angeordneten Niederhaltebügel ; und

Fig. 1 7 in a) eine perspektivische Ansicht eines Teils einer dritten wei- teren erfindungsgemäßen Scheibenbremse, in b) einen Schnitt durch einen Teilbereich der Anordnung aus a), in c) eine teilgeschnittene Ansicht eines Teilbereichs der Anordnung aus a), und in d) einen Niederhaltebügel der Anordnung aus a) in separater perspektivischer Darstellung;

Fig. 1 8 eine perspektivische Ansicht eines Teils einer vierten weiteren erfindungsgemäßen Scheibenbremse;

Fig. 1 9 in a) eine perspektivische Ansicht eines Teils einer fünften weiteren erfindungsgemäßen Scheibenbremse und in b) einen Niederhaltebügel für die Anordnung aus a) in jeweils separater perspektivischer Darstellung;

Fig. 20 in a) eine perspektivische Ansicht eines Teils einer weiteren erfindungsgemäßen Scheibenbremse und in b) einen Niederhaltebügel für die Anordnung aus Fig. 1 9 oder 20a) in jeweils separater perspektivischer Darstellung:

Fig. 21 in a) eine perspektivische Ansicht eines Teils einer sechsten weiteren erfindungsgemäßen Scheibenbremse mit einer Kabelbrücke und in b) die Kabelbrücke der Scheibenbremse aus a); und

Fig. 22 in a) eine perspektivische Ansicht eines Teils einer siebten weiteren erfindungsgemäßen Scheibenbremse mit einer anders als in Fig. 21 gestalteten Kabelbrücke, in b) eine Ausschnittsvergrößerung aus a), in c) die Kabelbrücke der Scheibenbremse aus a) und in d) einen Belaghaltebügel der Scheibenbremse aus a).

In der Fig. 1a und 2 sowie der Fig. 9 und 10 ist jeweils eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug abgebildet. Die Scheibenbremse weist einen eine Bremsscheibe 2 übergreifenden Bremssattel 1 auf. Nicht dargestellt ist ein zugehöriger elektrischer oder pneumatischer Aktuator (z.B. ein Bremszylinder). Die Bremsscheibe 2 weist eine Bremsscheibendrehachse D auf. Der Bremssattel 1 ist an einem Bremsträger 3 angeordnet. Hier ist der Bremssattel 1 in bevorzugter Ausgestaltung bezogen auf die Bremsscheibe 2 axial in Richtung der Bremsscheibendrehachse D (auf welche sich hier Begriffe wie„axial" und„radial" beziehen) verschiebbar an dem Bremsträger 3 angeordnet. Dazu ist der Bremssattel 1 auf hier nicht im Detail erkennbaren Führungsholmen 4 gelagert, die mit dem ortsfest am Fahrzeug gehaltenen Bremsträger 3 verbunden sind.

Der Bremssattel 1 umfasst einen Zuspannabschnitt 1 a, einen Sattelrücken 1 b und zwei Zugstreben 1 c. Der Zuspannabschnitt 1 a nimmt eine nicht gezeigte Zuspanneinrichtung der Scheibenbremse 1 auf.

Der Zuspannabschnitt 1 a verläuft mit einer Seite parallel zu der Ebene der Bremsscheibe 2 auf einer Seite der Bremsscheibe 2. Auf der anderen Seite der Bremsscheibe 2 ist, ebenfalls parallel zu der Bremsscheibe 2 verlaufend, der Sattelrücken 1 b angeordnet. Der Sattelrücken 1 b ist mit dem Zuspannabschnitt 1 a an jeweils einem Ende mit jeweils einer Zugstrebe 1 c, verbunden. Die Zugstreben 1 c verlaufen dabei im Wesentlichen rechtwinklig zum Zuspannabschnitt 1 a und zum Sattelrücken 1 b.

Der Zuspannabschnitt 1 a, der Sattelrücken 1 b und die Zugstreben 1 c legen in dieser Anordnung eine zentrale Öffnung 1 d zwischen sich fest, welche die Bremsscheibe 2 überspannt. Die Öffnung 1 d weist eine gedachte Längsmittellinie auf, welche in der Ebene der Bremsscheibe 2 liegt und die gedachten Mitten der Zugstreben 1 c verbindet. Außerdem weist die Öffnung 1 d eine weitere gedachte Quermittellinie auf, welche eine gedachte Mitte des Zuspannab-schnitts 1 a mit einer gedachten Mitte des Sattelrückens 1 b verbindet.

Beidseits der Bremsscheibe 2 ist jeweils ein Bremsbelag 1 00, 200 vorgesehen (in Fig. 9 nicht dargestellt). Der eine Bremsbelag 1 00 - nachfolgend auch zu-spannseitiger Bremsbelag 1 00 genannt - ist auf der Seite einer Zuspanneinrichtung angeordnet. Der weitere Bremsbelag 200 - nachfolgend auch reaktionssei-tiger Bremsbelag 200 genannt - ist auf der der Zuspannseite gegenüberliegenden Seite der Bremsscheibe 2 angeordnet.

Die zentrale Sattelöffnung 1 d über der Bremsscheibe ist dazu ausgelegt bzw. so dimensioniert, dass die zwei Bremsbeläge durch die Sattelöffnung in den Bremsträger einsetzbar sind, was einen einfachen Belagwechsel ermöglicht.

Eine Bremsung erfolgt mittels der im Zuspannabschnitt 1 a des Bremssattels 1 dort in einem Aufnahmeraum angeordneten Zuspanneinrichtung mit einem Bremshebel, der in einem Dom bzw. dem Zuspannabschnitt 1 a des Bremssattels 1 positioniert ist. Die Zuspanneinrichtung wird von einem nicht dargestellten Aktuator betätigt. Sie ist vorzugsweise pneumatisch betätigt oder elektro-mechanisch. Dazu wird sie vorzugsweise mit einem Bremszylinder versehen, der an dem Bremssattel der Scheibenbremse angeordnet werden kann (hier nicht dargestellt).

Die beiden Bremsbeläge 1 00, 200 sind während Bremsungen beidseitig an die Bremsscheibe 2 anpressbar. Der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 kontaktiert bei einer Ausgestaltung als Schiebesattelbremse bei einer Bremsung die Bremsscheibe 2. Im weiteren Verlauf wird mittels auftretender Reaktionskräfte der Bremssattel 1 entgegengesetzt verschoben, unter Mitnahme des reaktions-seitigen Bremsbelags 200, bis dieser gleichfalls an der Bremsscheibe 2 reibend zur Anlage kommt.

Jeder der Bremsbeläge 1 00, 200 - siehe Fig. 3, 4 und 11 und 16 - weist jeweils einen Belagträger 1 1 0, 210 und einen auf der der Bremsscheibe 2 zugewandten Seite daran befestigten Reibbelag 1 20, 220 auf, der in Funktion, also bei einer Bremsung, gegen die Bremsscheibe 2 gepresst ist.

Die Bremsbeläge 100, 200 sind durch die zentrale Öffnung 1 d für einen Wechsel und zur Wartung erreichbar. Sie können„von oben" radial durch diese zentrale Öffnung 1 d in zugehörige Belagschächte eingesetzt und wieder daraus entnommen werden. Die Begriffe„oben" und„unten" werden nachfolgend in diesem Sinne verwendet.

Ein zuspannseitiger Belagschacht 1 1 für den zuspannseitigen Bremsbelag 1 00 ist im Bremsträger 3 auf der Seite der Zuspanneinrichtung bzw. in einem zu-spannseitigen Abschnitt des Bremsträgers ausgebildet. Dies ist in Fig. 1 b zu erkennen.

Es ist vorgesehen, dass, dass der Bremsträger 3 rahmenartig einen oberen Randbereich der Bremsscheibe 2 umgreift und einen zuspannseitigen und einen reaktionsseigen Abschnitt aufweist. Dann wird ein zweiter Belagschacht 12 für den reaktionsseitigen Bremsbelag vorzugsweise auch im Bremsträger 6 ausgebildet (auf der Reaktionsseite, siehe Fig. 1 a und b). Der reaktionsseitige Belagschacht 1 2 für den reaktionsseitigen Bremsbelag 1 00 kann alternativ aber auch im Bremssattel 1 ausgebildet sein (wenn der Bremsträger nur einen zu-spannseitigen Abschnitt aufweist und keinen reaktionsseitigen Abschnitt; hier nicht dargestellt).

Die Belagschächte 1 1 , 1 2 sind (siehe Fig. 1 a und 1 b) jeweils seitlich (bzw. in Drehrichtung U und gegen die Drehrichtung U) durch Abstützflächen 1 1 a, 1 1 b; 1 2a, 1 2b an Bremsträgerhörnern 1 3, 14 sowie 1 5, 1 6 begrenzt und weisen jeweils einen Belagschachtgrund 1 1 c, 1 2c auf, der zwischen den Bremsträger-hörnern 1 3 und 14 bzw. 1 5 und 1 6 ausgebildet ist.

Der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 und der reaktionsseitige Bremsbelag 200 sind hier verschieden ausgebildet. Dabei kann der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 wiederum auf verschiedenste Weise ausgebildet werden. Die in Fig. 2 und 3 gewählte Darstellung ist insofern zwar besonders vorteilhaft, aber nicht zwingend.

Der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 der Fig. 2 und 3 (für die Bremse der Fig. 1 und der Fig. 9 geeignet) weist den Belagträger 1 1 0 und das daran einseitig angeordnete Belagmaterial 1 20 auf, das im eingebauten Zustand zur Bremsscheibe 2 gerichtet ist. Der Belagträger 1 1 0 weist wiederum zwei Seitenkanten 1 1 1 , 1 1 2 auf, die parallel zu den zugehörigen Abstützflächen der Bremsträger-hörnern 1 3, 14 liegen. Bezogen auf die bevorzugte Drehrichtung U (entsprechend einer Vorwärtsfahrt) ist die eine Seitenkante 1 1 1 auslaufseitig ausgebildet und dient derart als Abstützfläche bei Bremsungen aus der Vorwärtsfahrtrichtung. Bezogen auf die bevorzugte Drehrichtung U (entsprechend einer Vorwärtsfahrt) ist die weitere Seitenkante 1 1 2 einlaufseitig ausgebildet. Sie dient derart als Abstützfläche bei Bremsungen aus der Rückwärtsfahrtrichtung.

An den Seitenkanten 1 1 1 , 1 1 2 - hier an deren im Belagschacht 1 1 untere Rändern - steht jeweils wenigstens ein Vorsprung 1 1 3, 1 14 in voneinander abgewandten Richtungen nach außen vor. Jeder dieser Vorsprünge 1 1 3, 1 14 greift jeweils in einen zugehörigen Hinterschnitt 1 7, 1 8 des Bremsträgers 3 (siehe

Fig. 1 b) ein, die jeweils in den Bremsträgerhörnern 13, 14 des zuspannseitigen Belagschachtes 1 1 ausgebildet sind. Derart ist der eingebaute zuspannseitige Bremsbelag 1 00 im Bremsträger 3 radial gesichert und auch gegen ein Ausdrehen bei Bremsungen gesichert. Die Vorsprünge dienen ferner als weitere

Abstützbereiche bei Bremsungen. Beim Wechseln wird der neue Bremsbelag 1 00 radial eingesetzt und dann axial so verschoben, dass die Vorsprünge 1 13 und 1 14 in die Hinterschnitte 1 7, 1 8 greifen.

Der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 kann ferner eine Belagfeder 1 30 aufweisen. Diese untergreift hier mittig einen an dem bzw. mit dem Belagträger 1 1 0 einstückig ausgebildeten Haltebügel 1 1 5. Die Belagfeder 1 30 ist derart radial gesichert. Die Belagfeder 1 30 weist ferner beidseits des Haltebügels jeweils einen Schlitz 1 31 , 1 32 auf, der von Laschen/Vorsprüngen 1 1 6, 1 1 7 an der Ober-seite des Belagträgers 1 1 0 durchsetzt ist. Derart ist die Belagfeder 130 axial und gegen ein Ausdrehen gesichert. Enden 1 33, 1 34 der Belagfeder 1 30 liegen vorzugsweise auf den Bremsträgerhörner 1 3, 14 federnd auf. Durch die Federvorspannung wird derart der zuspannseitigen Bremsbelag 1 00 in seinem im Belagschacht 1 2 im Bremsträger 3 nach oben gezogen.

Derart ist der zuspannseitige Bremsbelag 1 00 im Bremsträger 3 gut insbesondere radial gesichert und gehalten. Einen am Bremssattel festgelegten Niederhaltebügel benötigt er daher nicht.

Der reaktionsseitige Bremsbelag 200 der Fig. 4 oder der Fig. 11 weist wiederum einen Belagträger 21 0 auf und das daran einseitig angeordnete Belagmaterial 220, das im eingebauten Zustand zur Bremsscheibe 2 gerichtet ist.

Der Belagträger 21 0 weist wiederum zwei Seitenkanten 21 1 , 212 auf, die hier parallel ausgerichtet sind und zusätzlich parallel zu den zugehörigen Abstütz-flächen 1 2a, b der Bremsträgerhörner 1 5, 1 6 des reaktionsseitigen Belagschachtes 1 2 des Bremsträgers 3 (Fig. 1 a) liegen.

Bezogen auf die bevorzugte Drehrichtung U (entsprechend einer Vorwärtsfahrt) ist die eine Seitenkante 21 1 wiederum auslaufseitig ausgebildet und dient derart als Abstützfläche bei Bremsungen aus der Vorwärtsfahrtrichtung. Bezogen auf die bevorzugte Drehrichtung U (entsprechend einer Vorwärtsfahrt) ist die weitere Seitenkante 212 wiederum einlaufseitig ausgebildet. Sie dient derart primär als Abstützfläche bei Bremsungen aus der Rückwärtsfahrtrichtung.

Der reaktionsseitige Bremsbelag 200 weist - siehe Fig. 4 und 5 sowie 12, 13 und 15 - eine Belagfeder 230 auf. An der oberen Längskante des Belagträgers 21 0 ist die Belaghaltefeder 230 vorzugsweise mit einer Haube 240 - Fig. 5, 6, 8 und 12, 13 und 15 - unlösbar befestigt bzw. angeordnet/gehalten. Vorzugsweise ist die Haube 240 begrenzt an dem Belagträger 21 0 auslenkbar.

An den Seitenkanten 21 1 , 21 2 - hier an deren im Belagschacht 1 2 unteren Rändern - des Belagträgers 21 0 steht jeweils hier kein Vorsprung in voneinander abgewandten Richtungen nach außen vor. Daher ist dieser Bremsbelag derart nicht radial gesichert. Er benötigt daher eine andere Einrichtung zur radialen Sicherung im Belagschacht. Um den reaktionsseitigen Bremsbelag 200 radial in seinem Belagschacht 1 2 zu sichern, ist (insofern) ein Niederhaltebügel 250 vorgesehen. Dieser kann ein- oder mehrstückig ausgelegt sein.

Der Niederhaltebügel 250 ist an seinem einen Ende 251 am Bremssattel 1 festgelegt, so dass er sich bei Bremsungen nicht von diesem löst. Zum Belagwechsel kann er hingegen vom Bremssattel 1 gelöst werden.

Der Niederhaltebügel 250 ist derart ausgelegt und derart bemessen, dass er lediglich den einen der beiden Bremsbeläge 1 00, 200 niederhält. Hier ist dies der reaktionsseitige Bremsbelag 220, den er niederhält, nicht aber der zu-spannseitigen Bremsbelag 1 00, den er nicht radial sichert bzw. niederhält.

Der Niederhaltebügel 20 ist vorzugsweise senkrecht zu seiner Axialrichtung ein eher flaches Bauteil. Dies ist vorteilhaft aber nicht zwingend. Es ergibt sich aber eine platzsparende Ausgestaltung. Der Querschnitt des Niederhaltebügels 250 kann vorzugsweise rechteckig sein mit zwei parallelen Schmalseiten und zwei parallelen Langseiten.

Derart wirkt dieser Niederhaltebügel 250 mit dem Bremsbelag 220 zusammen. Der Bremsbelag 220 ist dazu ausgelegt, von diesem Niederhaltebügel 250 direkt oder über eines oder mehrere zwischengeschaltete Elemente niedergehal-ten zu werden. Er erstreckt sich vom Bremssattelrücken 1 b aus parallel zur

Bremsscheibenachse in die Sattelöffnung 1 d, in welche er vorsteht, die er aber nicht vollständig überbrückt. Sein vom Bremssattel 1 abgewandtes Ende 252 übergreift den Belagträger 21 0 des reaktionsseitigen Bremsbelages 200. Dieses Ende 252 übergreift aber vorzugsweise nicht auch die Bremsscheibe 2 und weiter vorzugsweise nicht auch den zuspannseitigen Bremsbelag 100 (siehe Fig. 1 und 9).

Zudem wird auch die Sattelöffnung 1 d nicht in axialer Richtung (parallel zur Bremsscheibe) vollständig übergriffen. Daher ist dieser Niederhaltebügel 250 konstruktiv einfach und dennoch sehr sicher. Er muss nur an einem Rand der

Öffnung 1 d am Bremssattel 1 befestigt werden, vorzugsweise an dem Sattelrücken 1 b.

Vorzugsweise übergreift das vom Bremssattel 1 abgewandte Ende 252 des Niederhaltebügels 250 zumindest den Belagträger 21 0 des reaktionsseitigen Bremsbelages 200. Es übergreift ferner vorzugsweise auch axial ausgehend vom Bremssattel 1 die Haube 240, welche von der Belagfeder 230 oder einem Teil der Belagfeder 230 durchsetzt ist.

Nach einer Variante ist es vorteilhaft, wenn der Niederhaltebügel 250 den reaktionsseitigen Bremsbelag 200 nur axial übergreift und derart radial sichert, aber nicht an dem Bremsbelag 200 befestigt ist. Derart wird eine gute radiale Sicherung des reaktionsseitigen Bremsbelages 200 erreicht.

Nach einer weiteren Variante ist es hingegen vorteilhaft, wenn der Niederhaltebügel 250 an dem reaktionsseitigen Bremsbelag 200 auch befestigt ist. Derart wird eine einfach handhabbare Montageeinheit gebildet, die den Belagwechsel erleichtert.

Nach einer Weiterbildung dieser Variante ist es vorteilhaft, wenn der Niederhaltebügel 250 an dem reaktionsseitigen Bremsbelag 200 unlösbar befestigt ist.

Derart wird einerseits eine einfach handhabbare Montageeinheit gebildet und andererseits sichergestellt, dass bei einem Belagwechsel auch sicher der (in-folge vieler Bremsungen stark belastete) Niederhaltebügel 250 mit ausgetauscht wird.

Zum Lösen wird lediglich die Fixierung des Niederhaltebügels 250 am Bremssattel 1 gelöst. Dann wird der reaktionsseitige Bremsbelag 200 mitsamt dem Niederhaltebügel 250 als Baueinheit gewechselt. Vorzugsweise umfasst diese Baueinheit vorteilhaft auch die Belagfeder 230. Und weiter vorzugsweise umfasst diese Baueinheit vorteilhaft auch die Haube 240.

Das Befestigen des Niederhaltebügels 250 an dem reaktionsseitigen Bremsbe-lag 220 kann auf verschiedene Weise erfolgen, so durch eine formschlüssige oder stoffschlüssige Verbindung mit einem Teil des reaktionsseitigen Bremsbelages 220. Als dieses Teil bietet sich nach einer Variante - siehe Fig. 1 6 - der Belagträger 21 0 an oder es bietet sich die Belagfeder 230 an (jeweils nicht dargestellt). Und als dieses Teil bietet sich - wenn vorhanden - auch die Haube 240 an. Diese vorteilhafte Variante ist in den Zeichnungen Fig. 1 bis 1 5 realisiert worden.

Der Niederhaltebügel 250 kann mit der Haube 240 stoffschlüssig verbunden, so beispielsweise mit dieser direkt oder indirekt (über ein Zwischenteil wie einen

Bolzen) verschweißt oder verlötet sein. Der Niederhaltebügel 250 kann auch an die Haube 240 angeschraubt sein oder an der Haube 240 mit einem Niet befestigt sein (nicht dargestellt).

Alternativ ist es auch vorteilhaft, wenn die Haube 240 ein einstückig angeformtes Teil wie einen Arm oder mehrere Arm oder sogar einen umfangsgeschlos-senen Ring 245 (Fig. 6) aufweist, welche/welcher vorzugsweise einstückig mit ihr ausgebildet ist/sind und mit welchen der Niederhaltebügel 250 unlösbar an die Haube 240 angebunden wird. Der Ring 245 wird vorzugsweise von dem Niederhaltebügel 250 durchsetzt (Fig. 4). Ergänzend kann der Niederhaltebügel 250 an dem Ring 245 stoffschlüssig z.B. schweißend festgelegt sein.

In einer Seitenansicht (siehe z.B. Fig. 4) kann der Niederhaltebügel 250 gestuft ausgebildet sein. Dies dient u.a. dazu, um einen Höhenversatz zum Bremssat-tel 1 auszugleichen. Diese Z-Form kann zudem auch für ein einfaches und unkompliziertes Festlegen des Niederhaltebügels 250 an dem Bremssattel 1 genutzt werden.

Das eine Ende des Niederhaltebügels 250, welches an dem Bremssattel 1 be-festigt ist, kann dort auf verschiedenste Weise festgelegt sein. Vorteilhaft ist, dieses Ende mit einem Stift 255 (Fig. 1 a, Fig. 9) am Bremssattel 1 formschlüssig zu fixieren. Dazu durchsetzt der Stift 255 Öffnungen 1 e, die hier Bohrungen sind, in zwei beabstandeten Laschen 1 f am Bremssattel 1 und übergreift den Niederhaltebügel 250, dessen Ende 251 am Bremssattel 1 zwischen den La-sehen 1 f liegt. Eine hier T-förmige Ausgestaltung des Endes 251 stellt sicher, dass der Niederhaltebügel 250 nicht in axialer Richtung durch die Laschen 1 f rutschen kann.

An den beiden Enden der Belaghaltefeder 230 - siehe wieder Fig. 4 - sind Schlitze 231 , 232 vorgesehen, die von an den Belagträger 21 0 angeformten Laschen oder Vorsprüngen 21 3, 214 an der Oberseite des Belagträgers 21 0 durchsetzt sind.

Zur vorzugsweise unlösbaren Verbindung der Belaghaltefeder 230 mit dem Belagträger 210 ist die Haube 240 vorgesehen, die, wie insbesondere in Fig. 4 und auch Fig. 15 zu sehen, vorzugsweise einen im Querschnitt nahezu rechteckigen Querschnitt aufweist, mit zwei parallelen Schenkeln 241 , 242, die durch einen Steg 243 oberhalb des Belagträgers 210 und einen weiteren Steg 244 (der eine Öffnung des Belagträgers 210 durchsetzt) miteinander verbunden sind.

Etwa mittig zwischen den Schlitzen 231 , 232 ist in die Belaghaltefeder 3 ein Längsschlitz 233 eingebracht, durch den der eine der Schenkel 242 der Haube 240 gesteckt ist, der ebenso wie der gegenüberliegende Schenkel 241 an einer zugeordneten Breitseite des Belagträgers 210 anliegt oder nahezu anliegt.

Wie in der Fig. 5 weiter deutlich erkennbar ist, ist die Belaghaltefeder 230 vorzugsweise breiter bzw. dicker als die axiale Dicke des Belagträgers 210, so dass die Belaghaltefeder 230 in Richtung des Reibbelages 220 übersteht, während ihre andere Längskante etwa mit der Rückseite des Belagträgers 210 fluchtet. In der Fig. 5 ist auch zu erkennen, dass sich an den Schenkel 241 unten der Verbindungssteg 244 anschließt, der parallel zum Steg 243 verläuft.

Durch eine vorzugsweise stoffschlüssige Verbindung ist ein zerstörungsfreies Lösen der Haube 240 ausgeschlossen, wodurch eine sichere Befestigung der Belaghaltefeder 230 gewährleistet ist. Die Haube 240 kann dazu auch stoffschlüssig an der Belaghaltefeder 230 oder dem Belagträger 210 befestigt sein.

Im Übrigen sind die Schenkel 241 , 242 in ihrem Grundriss hier vorzugsweise trapezförmig gestaltet, wobei die Breitseite durch den Steg 243 gebildet wird, während der Verbindungsteg 244, welcher hier das Durchgangsloch 215 in dem Belagträger 210 verschieblich durchsetzt, die schmalere Seite definiert. Wie bereits ausgeführt, ist der Längsschlitz 233, bezogen auf die Längserstreckung der Be-laghaltefeder 230, vorzugsweise etwa mittig angeordnet. Ganz besonders bevorzugt ist er genau mittig angeordnet (siehe auch zum Hintergrund die Patente EP 1 963 702 B1 und der EP 2 255 101 B1 ).

Vorzugsweise ist die Haube 240 an dem Belagträger 210 begrenzt radial aus-lenkbar. Dazu durchsetzt die Haube 240 mit dem Steg 244 das Durchgangsloch 215.

Da der reaktionsseitige Bremsbelag 220 seine Position im Bremssattel 1 auch mit zunehmendem Verschleiß nicht verändert, ist es möglich, den Niederhaltebügel 250 direkt als Baueinheit mit dem reaktionsseitigen Bremsbelag 200 auszubilden. Hierzu bietet sich die Haube 240 besonders an, die derart um eine weitere, bisher nicht bekannte Funktion - die Fixierung des Niederhaltebügels -erweitert wird (so in Figur 4, 1 1 sowie 5 und 1 2). Derart wird ein besonders vorteilhafter reaktionsseitiger Bremsbelag 200 geschaffen, der einen kurzen und vorteilhaft auf die Funktion des Niederhaltens dieses einen Bremsbelages beschränkte Bauform aufweisenden Niederhaltebügel 250 als vorzugsweise inte-grierten Bestandteil aufweist. Zu nennende Vorteile sind auch die einfache

Montage, reduzierte Herstellkosten, kleinere Belastungen und eine Gewährleistung eines korrekten Einbaus.

Vorteilhaft ist daher die Ausgestaltung des Niederhaltebügels 250 mit diesem Bremsbelag als Baueinheit, die als Ganzes beim Belagwechsel ausgetaucht wird. Dies ist einfach und führt zu einer Erneuerung aller zu wechselnden Elemente an der Baueinheit„reaktionsseitiger Belag" (Bremsbelag, Belagfeder, wenn vorhanden : Haube und Niederhaltebügel).

Während nach Fig. 2 bis 8 der Niederhaltebügel 250 den Ring 245 der Haube 240 durchsetzt, an dem er vorzugsweise auch stoffschlüssig festgesetzt ist, ist nach Fig. 9 bis 15 vorgesehen, einen Stift (Bundbolzen, Kopfbolzen oder dgl.) 254 zur Befestigung des Niederhaltebügels 250 an der Haube 240 und damit an dem Bremsbelag 200 zu nutzen. Der Stift 250 durchsetzt den Niederhalte-bügel im Bereich einer Bohrung 253 (Fig. 14) radial und ist beispielsweise an die Haube 240 angeschweißt oder dort in anderer Weise befestigt (z.B. durch Nieten, Pressen usw.). Der Ring 245 kann aus Laschen der Haube 240 gebildet sein und umfangsgeschlossen oder nicht umfangsgeschlossen ausgebildet sein.

Der Niederhaltebügel 250 kann auch direkt an der Belagfeder 230 oder an dem Belagträger 21 0 angeordnet werden (die letztgenannte Variante ist beispielhaft in Fig. 1 6 dargestellt).

Der Belagträger 21 0 weist nach Fig. 1 6 eine Öffnung 21 6 auf, in welche das zum Belagträger 210 weisende Ende 252 (dies bedeutet auch„ein näher zum Belagträger 21 0 liegender Abschnitt") des Niederhaltebügels 250 eingreift. Die Öffnung 21 6 kann sacklochartig ausgestaltet sein oder als Durchgangsöffnung. Das andere Ende 251 des Niederhaltebügels 250 (bzw. ein näher zum Brems-

sattel 1 liegender Bereich) kann an/in der Öffnung 1 d (vorzugsweise unlösbar) form- und/oder stoffschlüssig festgelegt sein. Das näher zum Bremssattel 1 liegende Ende 251 des Niederhaltebügels 250 weist zum Bremssattel 1 und wird dort (vorzugsweise lösbar) form- und/oder stoffschlüssig (in hier nicht darge-stellter Weise, z.B. ähnlich zu Fig. 1 a oder 17 festgelegt. Ergänzend kann eine Feder 256 an dem Niederhaltebügel 250 vorgesehen sein, welche für eine federnde Abstützung dieses Bremsbelages 210 relativ zu einem Widerlager wie dem Bremssattel 1 nutzbar ist (hier nicht dargestellt).

Der Niederhaltebügel 250 kann derart die Belagrückenplatte bzw. den

Belagträger 210 ganz oder teilweise durchgreifen. Anschließend wird auf dem Niederhaltebügel die Feder 256 befestigt. Derart ist der Niederhaltebügel - wie oben bereits erwähnt - nebst Feder 256 unverlierbar mit dem reaktionsseitigen Bremsbelag 200 verbunden. Die Belaghaltefeder wird derart vom Bremsbelag 200 weg verlagert bzw. axial beabstandet. Dies bietet die eingangs hierzu beschriebenen Vorteile.

Nach Fig. 17a, 17b, 17c und 17d weist der Niederhaltebügel 250 eine Durchgangsöffnung 257 (z.B. eine Bohrung) vorzugsweise parallel zur Bremsscheibe 2 auf, um das eine Ende 251 des Niederhaltebügels 250, welches an dem

Bremssattel 1 befestigt ist, dort mit einem/dem Bolzen bzw. Stift 255 zu halten, der hier parallel zur Ebene der Bremsscheibe 2 verläuft. Dazu durchsetzt der Bolzen bzw. Stift 255 die Durchgangsöffnung 257 und die Laschen 1 f am Bremssattel 1 . Der Bolzen bzw. Stift 255 hat an einem Ende einen Kopf 255a außerhalb der beiden Laschen 1 f und wird mit einem Sicherungselement 260 (hier Scheibe und Splint) an seinem anderen Ende gesichert. Ein Formschlussmittel wie ein Vorsprung 258 unten am Belaghaltebügel an dem anderen Ende 252 des Niederhaltebügels am Belagträger 210 oder an der Belagfeder 230 wirkt formschlüssig mit einem korrespondierenden Formschlussmittel an dem Belagträger 210 zusammen, so dass der Bremsbelag axial und radial fixiert ist. Das Ende 251 des Niederhaltebügels 250, welches an dem Bremssattel 1 befestigt ist, greift zudem axial in eine Ausnehmung 1 g des Bremssattels 1 , die den Niederhaltebügel 250 zusätzlich am Bremssattel sichert.

Eine Kontur 2502 (eine Art Vorsprung) am Ende 251 des Niederhaltebügels

250 am Bremssattel 1 begrenzt das Verdrehen des hier vorzugsweise nicht mit dem Bremsbelag 200 verbunden Niederhaltebügels 250 und gewährleistet das Einhalten einer vorgegebenen Hüllkontur der Bremse. Bei den vorgenannten Varianten wird dies ebenfalls durch das Ende 251 des Niederhaltebügels 250 am Bremssattel 1 realisiert. Eine weitere Kontur 2501 (ein Vorsprung nach unten) am Niederhaltebügel, welche in die Ausnehmung 1 g eingeschoben wird, erleichtert die Montage des Niederhaltebügels 250, welcher gegen eine Belagfeder 230 gedrückt werden muss, um den Bolzen 255 einzuführen.

Nach Fig. 18 wird der Niederhaltebügel 250 am Bremssattel 1 in einfacher Weise mit einer oder mehreren Schrauben 259 lösbar befestigt, die in den Bremssattel 1 eingeschraubt sind, z.B. in hier radialer Richtung.

Eine bzw. die Durchgangsöffnung 257 oder die Durchgangsöffnungen 257 für den Bolzen bzw. Stift 255 zum Befestigen bzw. Halten des Niederhaltebügels 250 kann einen runden Querschnitt aufweisen oder einen anderen, so einen eckigen (dargestellt in Fig. 19a, Fig. 19b; Fig. 20a, Fig. 20 b). Der Stift kann dazu passend die Form eines Rundstiftes bzw. eines Flachsteges aufweisen (hier nicht dargestellt, der an einem Ende auch gebogen ausgebildet sein kann bzw. eine Abwinklung aufweisen kann oder einen vergrößerten Kopf, so dass er einseitig an der Durchgangsöffnung anliegt und nicht durch diese durchrutschen kann). Auf der anderen Seite der Durchgangsöffnung kann er mit einem Splint oder einer Mutter auf einem Gewindeabschnitt oder mit einem anderen geeigneten Mittel gesichert werden. Der Stift 255 in Form des Flachsteges wird durch eine oder mehrere Durchgangsöffnung(en) 257 des Niederhaltebügels 250 und eine oder mehrere entsprechende Durchgangsöffnung(en) der Lasche oder Laschen 1 f am Bremssattel 1 gesteckt und fixiert. Derart wird auch eine Verdrehsicherung für den Niederhaltebügel 250 realisiert.

Der Niederhaltebüg el 250 kann auf verschiedene Weise hergestellt werden. Er kann als Stanz-/Biegeteil (siehe z.B. Fig. 19a (als flach auf dem Bremsbelag 200 aufliegender Flachsteg mit zwei Laschen 261 ) oder Fig. 20a (als senkrecht auf dem Bremsbelag 200 aufliegender Flachsteg)) ausgebildet sein oder bei-spielsweise als gegossenes Teil oder als ein auf andere Weise hergestelltes Teil.

Nachfolgend werden die Ausführungsbeispiele der Fig. 21 a, b und 22 a-c näher betrachtet.

Zur Verschleißerkennung eines infolge von Bremsungen auftretenden Verschleißes der Bremsbeläge bzw. derer Reibbeläge 220 ist in diese jeweils ein Verschleißsensor (hier nicht dargestellt) integriert. Mit den Verschleißsensoren ist jeweils ein Signalkabel (hier nicht dargestellt) verbunden. Dieses weist we- nigstens einen Leiter auf, vorzugsweise wenigstens einen elektrischen Leiter. Der wenigstens eine Leiter kann von einer Isolierung und/oder einem Kabelmantel umgeben sein.

Wenigstens eines der Signalkabel ist, die Öffnung 1 d des Bremssattels 1 vollständig überquerend, verlegt und - (hier nicht zu erkennen) zu einer Bremsbelagverschleiß- Ermittlungs- und ggf. Anzeigeeinrichtung der Scheibenbremse geführt. Dazu ist das Signalkabel an einer Kabelbrücke 271 angeordnet und gehalten. Die Kabelbrücke 271 brückt bzw. übersetzt die Öffnung 1 d des Bremssattels 1 vollständig. Vorzugsweise brückt sie die Öffnung 1 d in axialer Richtung parallel oder im Wesentlichen parallel zur Bremscheibendrehachse bzw. -achse vollständig.

Die Kabelbrücke 271 kann aus Metall bestehen. Sie kann zudem vorteilhaft ein-fach als ein Stanz-/Biegeteil aus einem Metallblech ausgebildet sein. Sie kann aber auch aus einem anderen Material bestehen.

Die Kabelbrücke 271 weist vorzugsweise einen mittleren Stegabschnitt 272 auf. Dieser Stegabschnitt 272 ist hier gerade ausgestaltet. Er erstreckt sich hier im eingebauten Zustand parallel zur oder im Wesentlichen parallel zur Bremsscheibendrehachse D.

Der Stegabschnitt 272 weist vorzugsweise an seinen beiden voneinander abgewandten Enden erste und zweite Befestigungsmittel 273 und 274 auf. Diese ersten und zweiten Befestigungsmittel 273 und 274 des Kabelhalters bzw. der Kabelbrücke 271 271 dienen zur Befestigung des Kabelhalters 271 an korrespondierenden ersten und zweiten Gegenbefestigungsmitteln 275, 276 des Bremssattels 1 - Fig. 21 - oder eines am Bremssattel 1 befestigten Elementes - Fig. 22.

Die ersten und zweiten Befestigungsmittel 273 und 274 des Kabelhalters bzw. der Kabelbrücke 271 und die korrespondierenden ersten und zweiten Gegenbefestigungsmittel 275, 276 des Bremssattels 1 können auf einer Seite der Öffnung 1 d eine weitestgehend toleranzfreie erste Befestigung bzw. auf der ande-ren Seite der Öffnung 1 d des Bremssattels 1 eine toleranzausgleichend wirkende zweite Befestigung ausgebildet sein.

Dazu können die ersten und zweiten Befestigungsmittel 273, 274 nach einer -konstruktiv baulich einfach realisierbaren - Variante als ein Kreisloch 273 und ein Langloch 274 an bzw. in den gegenüberliegenden Enden des Kabelhalters 271 ausgebildet sein. Die korrespondierenden Gegenbefestigungsmittel 275, 276 können dann beispielsweise vorteilhaft und einfach als Schrauben 275, 276 oder Stifte oder dgl. des Bremssattels 1 ausgebildet sein, die am Brems-sattel 1 festgelegt sind, beispielsweise in Bohrungen des Bremssattels 1 festgeschraubt sind.

Wenn das eine Ende des Niederhaltebügels 250, welches an dem Bremssattel 1 befestigt ist, mit einem Stift 255 (Fig. 1a, Fig. 9; Fig. 21 ) am Bremssattel 1 formschlüssig fixiert ist, kann dieser am Bremssattel 1 festgelegte Stift 255 die Bohrung 276 - vorzugsweise das Langloch zum Toleranzausgleich - durchsetzen. Das Langloch 276 kann sich dann auf dem Stift verschieben. Das Ende des Niederhaltebügels 250 mit der Bohrung 276 ist dann wie eine Unterlegscheibe zwischen einem Kopf des Stiftes 255 und einer Anlagefläche des Bremssattels 1 angeordnet. Diese Befestigungsvariante ist konstruktiv einfach und kostengünstig, da ein einziges Befestigungsmittel - der Stift 255 - doppelt genutzt wird.

Der Querschnitt des Stegabschnittes 272 des Kabelhalters 271 ist nach einer bevorzugten Ausführung vorzugsweise U-förmig. Dabei ist die geschlossene Seite des U vorzugsweise zu den Bremsbelägen 100, 200 hin gewandt, um derart eine Schirmung gegen Wärme, die von der Bremsscheibe und den Bremsbelägen abgestrahlt wird, zu realisieren. Das Signalkabel kann dann in den U-förmigen Stegabschnitt 272 hineingelegt und in diesem befestigt sein. Dazu können Laschen 277 an dem Stegabschnitt 272 ausgebildet sein, die nach dem Einlegen des Signalkabels 271 in den Stegabschnitt 272 so umgebogen werden, dass das Signalkabel abschnittsweise ganz oder im Wesentlichen umfangsgeschlossen an dem Stegabschnitt 272 gehalten ist.

Der Stegabschnitt 272 kann die Öffnung 1 d frei übergreifen. Dies bedeutet, dass der Stegabschnitt 272 nur an den beiden Enden - beispielsweise nach der vorstehend beschriebenen Art an dem Bremssattel 1 befestigt ist und vorzugsweise nicht an anderen Elementen der Scheibenbremse.

Der Stegabschnitt 272 kann aber auch optional oder alternativ (an einem seiner Enden oder eher mittig im Stegbereich 271 ) an dem die Öffnung 1 d nicht vollständig überquerenden Niederhaltebügel 250 festgelegt sein, der nur einen der beiden Bremsbeläge 100, 200 niederhält.

Dazu ist es vorteilhaft, wenn eine weitere Lasche 278 des Stegabschnittes 272 an dem Belaghaltebügel 250 festgelegt ist (siehe Fig. 22a-c). Dieses Festlegen kann auf verschiedene Weise erfolgen. So kann es nach einer bevorzugten Variante derart erfolgen, dass die Lasche 278 um einen Steg 262 an dem Nieder-haltebügel 250 gelegt ist und diesen umfasst. Es ist dabei weiter vorteilhaft, wenn der Steg 272 wie eine Art Fingerelement axial vom Ende des Niederhaltebügels 250 vorsteht, an dem er den ihm zugeordneten Bremsbelag radial niederhält. Derart ist es auf einfache Weise möglich, dass sich der Niederhaltebügel 250 und der Stegabschnitt 271 relativ zueinander begrenzt bewegen, insbesondere verschwenken können. Solche Relativbewegungen können bei Bremsungen auftreten. Die Lasche 278 kann dann allein das Gegenbefestigungsmittel 276 bilden. Dier Niederhaltebügel 250 ist ein an dem Bremssattel 1 befestigtes Teil, so dass die Kabelbrücke 271 derart wiederum - indirekt - an dem Bremssattel 1 befestigt ist.

Der Stegabschnitt 272 kann an dem Belaghaltebügel 250 aber auch auf andere Weise befestigt ein, beispielsweise mittels wenigstens einer Schraube oder einem Niet.

Es ist insofern - die Variante der Fig. 22 abstrahierend - vorteilhaft, wenn die Kabelbrücke 271 an dem Niederhaltebügel 250, insbesondere an dem Steg 262 des Niederhaltebügels 250, kraft- und/oder formschlüssig befestigt ist. Ein Kraftschluss kann beispielsweise durch ein klemmendes seitliches Anbringen der Kabelbrücke 272 an dem Niederhaltebügel 250 realisiert werden (nicht dar-gestellt). Dabei ist insbesondere ein seitliches - tangentiales - Ansetzen in Um-fangsrichtung an den Niederhaltebügel 250 an einer Schmalseite des Niederhaltebügels 250 möglich.

Gebildet wird derart eine Art von Kabelbrücke 272, welche vorzugsweise die Funktion einer Kabelführung sowie einer thermischen und mechanischen

Abschirmung übernimmt. Dabei ist die Kabelbrücke 272 hier wiebeschreiben einerseits auf der Zuspannseite am Bremssattel 1 fest angebunden

(Schraubverbindung). Auf der Reaktionseite ist eine Art toleranzausgleichend wirkende Loslagerung derart dargestellt, dass die Kabelbrücke über ein

Langloch am Belaghaltbügelbolzen bzw. Stift 255 fixiert ist. Somit kann die Kabelbrücke 272 gut die Sattelverformung kompensieren.

Die Befestigung kann aber auch so dargestellt werden, das der Belaghaltebolzen bzw. Stift als Festlager und die Befestigung am Sattel auf er aneren Seite der Öffnung 1 d als Loslager ausgeführt wird.

Die Kabelführung an der Kabelbrücke 272 ist so ausgeführt, das sie so weit wie möglich von der Bremsscheibe entfernt ist, um die Temperaturbelastung so gering wie möglich zu halten. Anderseits wird die Kabelführung so plaziert, das sie sich im Schatten der axialen Zugstreben des Bremssattels 1 befindet, damit sie vor Fremdkörpern (z.B. Eis, Schmutz, Steine) welche von der Felge mitgenommen werden, gut geschützt ist. Das ermöglicht eine Reduzierung der Blechstärke an der Kabelführung auf ein Minimum.

Die Erfindung wird durch die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele nicht eingeschränkt. Sie ist im Rahmen der beigefügten Ansprüche in verschiedener Weise modifizierbar.

BEZUGSZEICHENLISTE

Bremssattel 1

Zuspannabschnitt 1a

Sattel rücken 1b

Zugstrebe 1 c

Öffnung 1d

Öffnungen (Bohrungen) 1e

Laschen 1f

Ausnehmung 1g

Bremsscheibe

Bremsscheibendrehachse

Bremsträger

Führungsholme

Belagschächte 11, 12

Abstützflächen 11a, 11b; 12a, 12b Belagschachtgrund 11c; 12c

Bremsträgerhörner 13, 14 sowie 15, 16 Hinterschnitt 17, 18

Bremsbelag 100

Belagträger 110

Seitenkanten 111, 112

Vorsprung 113, 114

Haltebügel 115

Laschen 116, 117

Reibbelag 120

Belagfeder 130

Schlitz 131, 132

Enden 133, 134

Bremsbelag 200

Belagträger 210

Seitenkanten 211,212

Laschen 213,214

Durchgangsloch 215

Öffnung 216

Formschlussmittel

Reibbelag

Belagfeder

Schlitze

Haube

Schenkel

Steg

Verbindungssteg

Ring

Niederhaltebügel

Ende

Ende

Bohrung

Stift

Bolzen/Stift

Feder

Durchgangsöffnung

Vorsprung

Schrauben

Sicherungselement

Laschen

Steg

Konturen

Kabelbrücke

Stegabschnitt

Befestigungsmittel

Gegenbefestigungsmittel

Laschen

Lasche

Drehrichtung U Drehachse D