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1. (WO2017157542) BEDIENVORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM ERFASSEN EINER BENUTZERAUSWAHL ZUMINDEST EINER BEDIENFUNKTION DER BEDIENVORRICHTUNG
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Bedienvorrichtung und Verfahren zum Erfassen einer Benutzerauswahl mindest einer Bedienfunktion der Bedienvorrichtung

BESCHREIBUNG:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erfassen einer Benutzerauswahl einer oder einiger oder aller Bedienfunktionen aus einer vorbestimmten Menge mehrerer Bedienfunktionen einer Bedienvorrichtung. Die Benutzerauswahl kann der Benutzer mittels seiner Finger ausführen. Zu der Erfindung gehört auch eine Bedienvorrichtung, durch welche mehrere Bedienfunktionen bereitgestellt sind, aus denen ein Benutzer eine Benutzerauswahl gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren treffen kann. Schließlich gehört zu der Erfindung noch ein Kraftfahrzeug mit der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung.

In einem Kraftfahrzeug kann eine zentrale Bedienvorrichtung bereitgestellt sein, die es einem Benutzer des Kraftfahrzeugs ermöglicht, mehrere unterschiedliche Fahrzeugkomponenten mittels einer jeweiligen Bedienfunktion zu bedienen. Beispielsweise können eine Bedienfunktion für eine Klimatisie-rungseinrichtung und eine Bedienfunktion für eine Medienwiedergabeeinrich-tung, beispielsweise ein Radio, und eine Bedienfunktion für die Navigationseinrichtung des Kraftfahrzeugs bereitgestellt sein. Jede Bedienfunktion kann beispielsweise eine Benutzerschnittstelle, insbesondere eine graphische Benutzerschnittstelle (GUI - graphical user interface), für die jeweilige Fahr-zeugkomponente umfassen. Möchte ein Benutzer des Kraftfahrzeugs nun mehrere der Fahrzeugkomponenten bedienen, so muss die jeweilige Bedienfunktion für die Fahrzeugkomponente in der Bedienvorrichtung aktivieren. Dies ist in der Regel nur nacheinander möglich, was das Bedienen zeitauf-wändig und dahingehend umständlich macht, das zwischen den Bedienfunk-tionen gewechselt werden muss. Möchte ein Fahrer beispielsweise abwechselnd das Radio bedienen, die Klimatisierungseinrichtung justieren und in der Navigationseinrichtung Einstellungen vornehmen, so ist er jedes Mal dazu genötigt, die entsprechende Bedienfunktion in der Bedienvorrichtung zu aktivieren.

Eine Bedienvorrichtung für ein Kraftfahrzeug kann zum Erfassen von Benutzereingaben beispielsweise einen Touchscreen (Berührungsbildschirm) aufweisen. Im Zusammenhang mit der Erfassung von Benutzereingaben an ei-nem Touchscreen ist aus der DE 10 2010 048 745 A1 bekannt, dass auf der Anzeigefläche eines Touchscreens mehrere graphische Objekte dargestellt werden können, die durch Antippen ausgewählt oder aktiviert werden können. Wird dagegen auf dem Touchscreen eine 2-Finger-Bedienung detek-tiert, so wird ein Verschiebemodus für die Objekte aktiviert, um die Objekte auf der Anzeigefläche neu arrangieren zu können.

Auch aus der DE 10 2008 022 752 A1 ist bekannt, an einem Touchscreen mehrere Berührungspositionen zu detektieren und hierdurch Vorgänge bei der Bedienung zu steuern, beispielsweise das Zoomen von Kartendarstel-lungen, das Drehen von Kartendarstellungen oder das Auswählen eines Objekts.

Aus der DE 10 2008 048 825 A1 ist ein Bildschirm bekannt, der eine Gestenerkennungseinheit aufweist, durch welche eine Aktivierungsgeste erkannt wird, die das Annähern einer ausgespreizten Hand an den Bildschirm erkennt und daraufhin einen Modifiziermodus für die Bedienvorrichtung aktiviert.

Bedienvorrichtungen, durch welche mehrere Bedienfunktionen bereitgestellt sind, sind aber nicht nur im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen bekannt. Auch beispielsweise ein portables, mobiles Endgerät, wie beispielsweise ein Smartphone oder ein Tablet-PC, stellt mehrere Bedienfunktionen bereit, jeweils eine zum Bedienen eines Programms oder einer Applikation des Endgeräts.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Bedienvorrichtung, die eine vorbestimmte Menge auswählbarer Bedienfunktionen bereitstellt, die Nutzung mehrerer dieser Bedienfunktionen effizienter zu gestalten.

Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der abhängigen Patentansprüche, die folgende Beschreibung sowie die Figuren offenbart.

Durch die Erfindung ist ein Verfahren zum Erfassen einer Benutzerauswahl einer oder einiger oder aller Bedienfunktionen aus einer vorbestimmten Menge mehrerer Bedienfunktionen einer Bedienvorrichtung bereitgestellt. Die Bedienvorrichtung kann beispielsweise zum Bedienen mehrerer Fahr-zeugkomponenten eines Kraftfahrzeugs oder mehrerer Applikationen eines mobilen Endgeräts, wie beispielsweise eines Smartphones oder Tablet-PCs, vorgesehen sein. In der Bedienvorrichtung wird durch eine Steuereinrichtung jeder der Bedienfunktionen der besagten Menge jeweils ein Finger einer Hand eines Benutzers zugeordnet. Durch eine Erfassungseinrichtung wird an einer vorbestimmten Berührfläche der Bedienvorrichtung eine Fingerberührung zumindest eines der Finger der Hand, insbesondere mehrerer Finger, erfasst. Falls mehrere Fingerberührungen erfasst werden, so ist vorgesehen, dass es sich um gleichzeitige Fingerberührungen handelt. Durch die Erfassungseinrichtung wird des Weiteren ermittelt, welcher der Finger der Hand die Berührfläche berührt, ob also beispielsweise ein Daumen und ein Zeigefinger oder ein Daumen und ein Mittelfinger die jeweils eine Fingerberührung durchführen. Bei der besagten Berührfläche kann es sich beispielsweise um eine Oberfläche handeln, beispielsweise die Oberfläche eines Touchscreens oder die Oberfläche einer berührungssensitiven Bedienfläche, das heißt ei-nes sogenannten Touchpads, oder aber auch um eine virtuelle Berührfläche, die frei im Raum definiert sein kann. Durch die Steuereinrichtung wird als die Benutzerauswahl insgesamt jede der Bedienfunktionen, deren zugeordneter Finger die Berührfläche berührt, festgelegt. Die Benutzerauswahl wird durch Auswahldaten, welche jede ausgewählte Bedienfunktion identifizieren, an einen nachfolgenden Prozessschritt der Bedienvorrichtung signalisiert. In dem Prozessschritt stehen also mit den Auswahldaten Informationen bereit, welche der Bedienfunktionen der Benutzer mittels seiner Finger ausgewählt hat.

Durch die Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass ein Benutzer gleichzeitig mehrere Bedienfunktionen auswählen kann und hierbei die Auswahl eine beliebige Kombination der vorhandenen auswählbaren Bedienfunktionen der Menge sein kann, da der Benutzer mit jedem Finger einzeln festlegen kann, welche der Bedienfunktionen er auswählen möchte. Hierbei ist insbesondere natürlich vorgesehen, dass pro Finger jeweils eine andere der Bedienfunktionen zugeordnet ist.

Zu der Erfindung gehören auch vorteilhafte Weiterbildungen, durch deren Merkmale sich zusätzliche Vorteile ergeben.

Gemäß einer Weiterbildung wird die Benutzerauswahl erst festgelegt, falls durch die Erfassungseinrichtung eine Bestätigungsgeste der Hand detektiert wird. Der Benutzer kann also mit zumindest einem Finger eine Fingerberüh-rung an der Berührfläche ausführen und eine Bedienfunktion vorläufig markieren, ohne dass hierdurch zunächst die Benutzerauswahl festgelegt wird. Erst nachdem er auch die Bestätigungsgeste ausgeführt hat, ist die Benutzerauswahl festgelegt. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass der Benutzer an der Berührfläche noch umgreifen kann, das heißt die Fingerberührung ändern kann, und erst die abschließende Kombination an Fingerberührungen mittels der Bestätigungsgeste bestätigt und hierdurch die Benutzerauswahl festgelegt wird.

Um beim Ausführen der Bestätigungsgeste nicht versehentlich die Fingerbe-rührungskombination zu verändern, sieht eine Weiterbildung vor, dass als die Bestätigungsgeste eine Gesamtbewegung der Hand mitsamt den die Berührfläche berührenden Fingern in eine vorbestimmte Richtung entlang der Berührfläche detektiert wird. Der Benutzer kann also die Stellung der Finger an seiner Hand beibehalten und muss lediglich die gesamte Hand in die vorbe-stimmte Richtung bewegen. Hierdurch ist verhindert, dass es beim Ausführen der Bestätigungsgeste zu einer Veränderung der Kombination der Fingerberührungen kommt.

Um die Auswahl der Bedienfunktionen übersichtlicher zu gestalten, ist eine Weiterbildung vorgesehen, bei welcher die Bedienfunktionen der Menge, das heißt die auswählbaren Bedienfunktionen, jeweils durch ein eigenes graphisches Objekt auf einer Anzeigefläche repräsentiert, also beispielsweise auf einem Bildschirm angezeigt werden. Ein solches graphisches Objekt kann beispielsweise ein Icon oder ein Schriftzug sein. In dem Prozessschritt wird das jeweilige graphische Objekt jeder aus der Benutzerauswahl ausgeschlossenen Bedienfunktion, das heißt jede nicht ausgewählte Bedienfunktion der Menge, von der Anzeigefläche gelöscht. Jedes durch die Benutzerauswahl ausgewählte Objekt bleibt weiterhin angezeigt. Hierdurch kann der Benutzer mit einer einzigen Auswahl all diejenigen graphischen Objekte ent-fernen, die er nicht angezeigt haben möchte. Die Kombination der zu löschenden Objekte beziehungsweise der verbleibenden Objekte ist dabei beliebig einstellbar, da für jedes graphische Objekt ein Finger genutzt werden kann. Durch diese Weiterbildung kann ein Benutzer beispielsweise eine Menüstruktur an seine Bedürfnisse anpassen, das heißt die Menüstruktur indivi- dualisieren. Hierzu behält er diejenigen Menüeinträge als graphische Objekte durch Fingerberührung bei, die er nutzen möchte.

Bevorzugt ist hierbei vorgesehen, dass die graphischen Objekte in einem anderen räumlichen Bereich angezeigt werden, als die jeweilige Fingerberührung des zumindest einen Fingers erfasst wird. Der Benutzer muss also mit seinen Fingern nicht das jeweilige graphische Objekt berühren, sondern kann auf eine Berührfläche neben den graphischen Objekten die Fingerberührung ausführen. Hierdurch bleiben beim Anlegen der Finger an die Be-rührfläche, das heißt während der Fingerberührungen, die graphischen Objekte für den Benutzer sichtbar. Hierbei kann vorgesehen sein, dass diejenigen graphischen Objekte, zu denen eine Fingerberührung des zugeordneten Fingers erkannt wurde, graphisch markiert werden.

Im Zusammenhang mit dem Repräsentieren der auswählbaren Bedienfunktion durch ein jeweiliges graphisches Objekt sieht eine Weiterbildung vor, dass in dem besagten Prozessschritt jede ausgewählte Bedienfunktion aktiviert wird, also beispielsweise eine jeweilige graphische Benutzerschnittstelle gestartet oder angezeigt wird, und hierbei die Anzeigefläche derart eingeteilt betrieben wird, dass gleichzeitig jeder aktivierten Bedienfunktion ein jeweiliger eigener Teilbereich der Anzeigefläche zum Ausgeben von jeweiligen Funktionsdaten bereitsteht. Insbesondere werden mehrere Bedienfunktionen aktiviert. Beispielsweise wird also die Anzeigefläche derart eingeteilt, dass jede Bedienfunktion ihre graphische Benutzerschnittstelle anzeigen kann. So kann also ein Benutzer eine persönliche Auswahl von Bedienfunktionen treffen und hat gleichzeitig auf der Anzeigefläche alle Bedienfunktionen verfügbar, das heißt sie sind von ihm bedienbar.

Im Folgenden sind Weiterbildungen beschrieben, die das Erfassen der Fin-gerberührung und das Identifizieren der Finger betreffen.

Gemäß einer Weiterbildung wird die Fingerberührung des zumindest einen Fingers an der Berührfläche durch eine Sensormatrix mit näherungssensitiven und/oder berührungssensitiven Sensoren, also beispielsweise kapaziti-ven Sensoren, detektiert. Hierdurch kann eine Fingerberührung beispielsweise an einem Touchscreen oder einem Touchpad, erkannt werden. Zusätzlich oder alternativ dazu kann vorgesehen sein, dass die Fingerberührung des zumindest einen Fingers an der Berührfläche mittels einer Kamera detektiert wird. Hierzu kann eine Objekterkennungseinrichtung Kamerabilder oder Bild- daten der Kamera auswerten. Bei der Kamera kann es sich insbesondere um eine Time-of-Flight-Kamera (TOF-Kamera) handeln, durch welche auch Abstandsdaten ermittelt werden können, die beim Detektieren eines Abstands eines Fingers von der Berührfläche genutzt werden können.

Eine Weiterbildung sieht vor, dass zum Identifizieren des zumindest einen die Berührfläche berührenden Fingers eine Anordnung von Berührstellen der berührenden Finger an der Berührfläche zugrundegelegt wird. Es kann also beispielsweise vorgesehen sein, dass die graphischen Objekte auf der An-zeigefläche in einem vorbestimmten Anordnungsmuster angezeigt werden und die Berührstellen der Finger dahingehend überprüft werden, welches Berührmuster sie bilden. Durch Vergleichen des Anordnungsmusters mit dem Berührmuster kann festgestellt werden, welcher Finger die Berührfläche berührt. Zusätzlich oder alternativ zum Analysieren der Anordnung von Be-rührstellen sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor, dass die Finger der Hand mittels der besagten Time-of-Flight-Kamera erfasst werden und in SD-Bilddaten der Time-of-Flight-Kamera jeder Finger der Hand erkannt und ein jeweiliger Abstand jedes Fingers zur Berührfläche ermittelt wird. Hierdurch ist dann bekannt, welcher Finger die Berührfläche berührt. Mittels dieser Lösung kann auch die besagte virtuelle Berührfläche realisiert werden.

Zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist durch die Erfindung eine Bedienvorrichtung zum Erfassen einer Benutzerauswahl einer o-der einiger oder aller Bedienfunktionen aus einer vorbestimmten Menge mehrerer Bedienfunktionen der Bedienvorrichtung bereitgestellt. Die erfindungsgemäße Bedienvorrichtung umfasst eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen einer Fingerberührung zumindest eines Fingers einer Hand eines Benutzers (insbesondere mehrerer Finger) an einer vorbestimmten Berührfläche der Bedienvorrichtung und zum Ermitteln, welcher der Finger der Hand die Berührfläche berührt. Des Weiteren umfasst die Bedienvorrichtung eine Steuereinrichtung, die dazu eingerichtet ist, jeder der Bedienfunktionen der Menge jeweils einen Finger der Hand des Benutzers zuzuordnen und als die Benutzerauswahl insgesamt jede der Bedienfunktionen, deren zugeordneter Finger die Berührfläche berührt, festzulegen und die Benutzerauswahl durch Auswahldaten, welche jede ausgewählte Bedienfunktion identifizieren, an einen nachfolgenden Prozessschritt der Bedienvorrichtung zu signalisieren. Die Steuereinrichtung kann beispielsweise auf der Grundlage einer Prozessoreinrichtung, beispielsweise eines MikroControllers oder Mikroprozessors, realisiert sein. Insgesamt ist die Bedieneinrichtung dazu eingerichtet, eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen. Hierzu kann beispielsweise auch ein entsprechendes Programmmodul vorgesehen sein, welches beispielsweise durch die Prozessoreinrichtung der Steuereinrichtung ausgeführt werden kann und welches beim Ausführen die durch die Steuereinrichtung auszuführenden Schritte des Verfahrens realisiert oder durchführt.

Wie bereits ausgeführt, ist die Bedienvorrichtung insbesondere auch in einem Kraftfahrzeug vorteilsbringend einsetzbar. Entsprechend sieht die Erfin-dung auch ein Kraftfahrzeug mit einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung vor. Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug ist bevorzugt als Kraftwagen, insbesondere als Personenkraftwagen oder Lastkraftwagen, ausgestaltet.

Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der er- findungsgemäßen Bedienvorrichtung beim Anzeigen von graphischen Objekten, die jeweils eine auswählbare Bedienfunktion der Bedienvorrichtung repräsentieren;

Fig. 2 eine schematische Darstellung der Bedienvorrichtung von

Fig. 1 beim Erfassen mehrerer Fingerberührungen an einer Berührfläche;

Fig. 3 eine schematische Darstellung der Bedienvorrichtung beim Erfassen einer Bestätigungsgeste;

Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Hand eines Benutzers während einer Auswahl zweier anderer Bedienfunktionen der Bedienvorrichtung; und

Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Anzeigefläche der Bedienvorrichtung, die derart eingeteilt betrieben wird, dass mehrere Bedienfunktionen gleichzeitig jeweilige Funktionsdaten ausgeben können.

Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.

In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.

Fig. 1 zeigt eine Bedienvorrichtung 1 , die beispielsweise in einem Kraftfahr-zeug 2 oder (nicht dargestellt) in einem portablen, mobilen Endgerät, beispielsweise einem Smartphone oder einem Tablet-PC, bereitgestellt sein kann. Die Bedienvorrichtung 1 kann eine Anzeigeeinrichtung 3 mit einer Anzeigefläche 4 aufweisen. Die Anzeigeeinrichtung 3 kann beispielsweise ein Bildschirm oder eine Kopf-oben-Anzeige (Head-up-Display) sein. Ein Anzei-geinhalt auf der Anzeigefläche 4 kann durch eine Steuereinrichtung 5 gesteuert sein, die beispielsweise auf der Grundlage eines MikroControllers o-der Mikroprozessors realisiert sein kann. Durch die Steuereinrichtung 5 können beispielsweise Gerätekomponenten 6, beispielsweise Fahrzeugkomponenten des Kraftfahrzeugs 2, durch ein entsprechendes Steuersignal 7 ge-steuert werden. Die Gerätekomponenten 6 sind in der Fig. 1 lediglich durch ein einzelnes Element dargestellt. Für jede der Gerätekomponenten 6 kann durch die Steuereinrichtung 5 eine jeweilige Bedienfunktion 8 bereitgestellt sein, durch die beispielsweise eine graphische Benutzerschnittstelle zum Bedienen der jeweiligen Gerätekomponente oder eine Steuerfunktion zum Auslösen einer Gerätefunktion der jeweiligen Gerätekomponente realisiert sein kann. Durch die Steuereinrichtung 5 können durch entsprechende Graphikdaten 9 auf der Anzeigefläche 4 der Anzeigeeinrichtung 3 die Bedienfunktionen 8 jeweils durch ein graphisches Objekt 10, beispielsweise ein Icon oder einen Schriftzug, oder einen Menüeintrag, repräsentiert sein.

Bei der Bedienvorrichtung 1 ist es ermöglicht, dass ein Benutzer nun gleichzeitig mehrere der graphischen Objekte 10 auswählt und hierdurch beispielsweise in einem Menü eine Auswahl der dem Benutzer auf der Anzeigefläche 4 anzubietenden Bedienfunktionen 8, das heißt eine Auswahl der nur noch anzuzeigenden graphischen Objekte 10, trifft. Es kann auch eine gleichzeitige Aktivierung mehrerer der Bedienfunktionen 8 durch eine entsprechende gleichzeitige Auswahl mehrerer der graphischen Objekte 10 realisiert sein. Zum Erkennen oder Erfassen der Benutzerauswahl kann die Be-dienvorrichtung 1 eine Erfassungseinrichtung 1 1 aufweisen, die beispielsweise eine Kamera 12, insbesondere eine TOF-Kamera, und/oder eine näherungssensitive und/oder berührungssensitive Sensormatrix 13 umfassen kann. Die Sensormatrix 13 kann beispielsweise an der Anzeigefläche 4 bereitgestellt sein, das heißt die Anzeigeeinrichtung 3 ist in diesem Fall ein Touchscreen. Ein Erfassungsbereich 14 der Kamera 12 kann ebenfalls auf die Anzeigefläche 4 gerichtet sein.

Fig. 2 veranschaulicht, wie nun durch die Steuereinrichtung 5 erkannt wird, dass der Benutzer mit Fingern 15 seiner Hand 16 die Anzeigefläche 4 be-rührt. Die Anzeigefläche 4 stellt in diesem Fall eine Berührfläche dar. Durch die Steuereinrichtung 5 sind den Bedienfunktionen 8 jeweils einer der Finger 15 der Hand 16 zugeordnet. Entsprechend ist auch jedem der graphischen Objekte 10 jeweils einer der Finger zugeordnet. Eine mögliche Zuordnung ist in Fig. 2 durch entsprechende Buchstaben A, B, C, D, E veranschaulicht.

Durch die Erkennungseinrichtung 1 1 kann erkannt werden, mit welchem der Finger 15 der Benutzer die Berührfläche in Form der Anzeigefläche 4 berührt. In dem gezeigten Beispiel sind es die Finger A, B, also beispielsweise der Daumen und der Zeigefinger.

Es können beispielsweise auf der Grundlage von 3D-Bilddaten 12' der Kamera 12 und/oder Berührdaten 17 der Sensormatrix 13 durch die Erfassungseinrichtung 1 1 entsprechende Fingerberührungen 18 erkannt und an die Steuereinrichtung 15 signalisiert. Es wird auch signalisiert, welche der Finger 15, also hier die Finger A, B, die Fingerberührungen 18 an der Berührfläche in Form der Anzeigefläche 4 durchführen.

Fig. 3 veranschaulicht, wie der Benutzer durch eine Bestätigungsgeste 19 die Auswahl der durch die Fingerberührungen 18 ausgewählten Bedienfunk-tonen 8 bestätigt. Durch die Steuereinrichtung 5 werden durch Anpassen der entsprechenden Graphikdaten 9 die übrigen, nicht ausgewählten graphischen Objekte 10 auf der Anzeigefläche 4 gelöscht. Es kann nun vorgesehen sein, dass nur noch ein so angepasstes Bedienmenü dem Benutzer zukünftig auf der Anzeigefläche 4 angezeigt wird.

Die Bestätigungsgeste kann beispielsweise eine Bewegung der Hand zusammen mit den Fingern 15 entlang einer vorbestimmten Bewegungsrichtung, beispielsweise in Fig. 3 nach oben, sein. Mit dem Erkennen der Bestä-tigungsgeste 19 werden durch die Steuereinrichtung 5 Auswahldaten 20 erzeugt, welche beschreiben, welche der Bedienfunktionen 8 der Benutzer ausgewählt hat.

Fig. 4 veranschaulicht, mit welcher Fingerstellung 21 der Benutzer zwei an-dere Bedienfunktionen 8, nämlich diejenigen, welche den Fingern A, E zugeordnet sind, an der Bedienfläche auswählen könnte.

Fig. 5 veranschaulicht alternativ zum Konfigurieren eines Bedienmenüs, wie die ausgewählten Bedienfunktionen 8, wie sie durch die Auswahldaten 20 beschrieben sind, gleichzeitig aktiviert werden können und auf der Anzeigefläche 4 gemäß der Anzahl der ausgewählten Bedienfunktionen für jede Bedienfunktion eine Teilfläche oder ein Teilbereich 22 bereitgestellt wird, in welchem jede aktivierte Bedienfunktion 8 jeweils Funktionsdaten ausgibt, beispielsweise Zustandsdaten anzeigt oder Berührflächen oder Bedienflä-chen zum Empfangen von Benutzereingaben für die jeweilige Bedienfunktion 8 bereitstellt. Fig. 5 zeigt beispielhaft, wie vier Bedienfunktionen 8 durch die Anzeigeeinrichtung 3 angezeigt werden können. Beispielsweise können eine Klimatisierungseinstellung 23, eine Navigationsbedienung 24, eine Medien-abspielbedienung 25 zum Abspielen beispielsweise von Musikdateien S1 , S2, und eine Sitzeinstellfunktion 26 zum Einstellen einer Sitzstellung als jeweilige Bedienfunktion 8 gleichzeitig auf der Anzeigefläche 4 in einem jeweiligen Teilbereich 22 dargestellt sein.

Somit ermöglicht die Bedienvorrichtung 1 eine Mehrberührungs-Gestenbedienung oder Multi-Touch-Gestenbedienung zur Menü-Auswahl mehrerer Bedienfunktionen 8. Die Gestenbedienung an der berührungssensitiven Anzeigefläche 4 eines Touchscreens 3 oder auch an einer virtuellen Berührebene oder einer Berührebene eines Touchpads dient zur Erfassung einer Wunschanordnung der Menüstruktur oder zum gleichzeitigen Aktivieren mehrerer Bedienfunktionen.

Im Falle der Menüanordnung kann, wie in Fig. 1 dargestellt, zunächst eine Standardausrichtung der einzelnen Menüpunkte in Form eines jeweiligen graphischen Objekts 10, beispielsweise für Radio, Navigation, angezeigt

werden. Fig. 2 veranschaulicht, wie die Auswahl mittels Erfassung von Fingerberührungen 18 oder Finger-Taps erfolgt, wobei die Anzahl und die Fingerposition ermittelt werden. Fig. 3 zeigt, wie durch das Schieben nach oben oder eine alternative Bewegungsrichtung alle Menüpunkte in Form der gra-phischen Objekte 10 außer den ausgewählten ausgeblendet werden.

Die beschriebenen Gesten können an dem Touchscreen durch die Sensormatrix 13 oder frei in der Luft durch berührungsloses Erfassen mittels einer TOF-Kamera erkannt werden. Entsprechende Programmmodule sind mit geringem Aufwand an die jeweilige Ausgestaltung der Bedienvorrichtung 1 anpassbar.

Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung eine Multi-Gestenbedienung zur Menü-Selektierung bereitgestellt werden kann.