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1. (WO2017153240) KRAFTFAHRZEUG MIT EINER KOMMUNIKATIONSEINHEIT FÜR MEHRERE STEUEREINHEITEN
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KRAFTFAHRZEUG MIT EINER KOM MUNIKATIONSEINHEIT FÜR MEHRERE

STEUEREINHEITEN

BESCHREIBUNG:

Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einer Kommunikationseinheit, die zumindest ein Funkmodul aufweist, um eine Funkverbindung mit zumindest einem fahrzeugexternen Objekt für einen Austausch von Kommunikationsdaten bereitzustellen oder zu betreiben. In dem Kraftfahrzeug sind mehrere Funktionsprogramme vorgesehen, die jeweils eine Fahrzeugfunktionalität auf Basis dieser Kommunikationsdaten bereitstellen. Zu der Erfindung gehört auch ein Verfahren zum Bereitstellen dieser Fahrzeugfunktionalitäten.

In einem Kraftfahrzeug können sogenannte Online-Fahrzeugfunktionalitäten bereitgestellt sein, welche Kommunikationsdaten nutzen, die über eine Funkverbindung aus einem fahrzeugexternen Objekt empfangen und/oder an das fahrzeugexterne Objekt ausgesendet werden. Ein Beispiel für eine solche Fahrzeugfunktionalität ist die Car-2-Car-Kommunikation, wie sie beispielsweise auf der Internetseite www.car-2-car.org beschrieben ist. Die Car-2-Car-Meldungen stellen dabei die Kommunikationsdaten dar. Eine andere Fahrzeugfunktionalität dieser Art ist die Fernwartung, bei welcher beispielsweise Softwareupdates über eine Funkverbindung in das Kraftfahrzeug übertragen und dort in eine Steuereinheit oder ein Steuergerät eingespielt oder abgespeichert werden können. Das Softwareupdate stellt dann die Kommu-nikationsdaten dar. Jede dieser Fahrzeugfunktionalitäten kann jeweils durch ein Funktionsprogramm realisiert sein.

Bei heutigen Kraftfahrzeugen ist in der Regel vorgesehen, diese Funktionsprogramme in der Kommunikationseinheit bereitzustellen, welche auch das zumindest eine Funkmodul aufweist, mittels welchem die jeweilige Funkverbindung zu dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt, also beispielsweise einem anderen Kraftfahrzeug oder einem Mobilfunknetzwerk, bereitgestellt wird. Dies weist den Nachteil auf, dass die Anzahl und/oder der Umfang der Funktionsprogramme durch die Rechenleistung der Kommunikati-

onseinheit begrenzt sind. Andererseits weist das Bereitstellen einer zusätzlichen Prozessoreinrichtung zum Ausführen weiterer Funktionsprogramme das Problem auf, dass die Funktionsprogramme dahingehend angepasst oder umstrukturiert werden müssen, dass sie von dieser Prozessoreinrich-tung aus indirekt über die Kommunikationseinheit Kommunikationsdaten mit den fahrzeugexternen Objekten austauschen können. Dies erfordert also einen Anpassungsaufwand bei den Funktionsprogrammen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einem Kraftfahrzeug Funktions-Programme zu betreiben, die darauf angewiesen sind, Kommunikationsdaten mit fahrzeugexternen Objekten auszutauschen.

Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merk-male der abhängigen Patentansprüche, die folgende Beschreibung sowie die Figur offenbart.

Durch die Erfindung ist ein Kraftfahrzeug bereitgestellt, das die beschriebene Kommunikationseinheit aufweist, welche zumindest ein Funkmodul aufweist und dazu eingerichtet ist, mittels des zumindest einen Funkmoduls eine jeweilige Funkverbindung zu zumindest einem fahrzeugexternen Objekt zu betreiben, um Kommunikationsdaten mit diesem auszutauschen. In dem Kraftfahrzeug sind mehrere Funktionsprogramme bereitgestellt, welche dazu eingerichtet sind, eine jeweilige Fahrzeugfunktionalität bereitzustellen, die auf den Kommunikationsdaten basiert, also das Aussenden von Kommunikationsdaten hin zu dem zumindest fahrzeugexternen Objekt und/oder das Empfangen von Kommunikationsdaten aus dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt vorsieht. Bei dem fahrzeugexternen Objekt kann es sich in der beschriebenen Weise z.B. um ein anderes Kraftfahrzeug oder eine Infra-Strukturkomponente (d.h. ein fest im Verkehrswegesystem angeordnetes Objekt, beispielsweise eine Ampel und/oder ein Verkehrsschild) oder ein Mobilfunknetzwerk oder ein WLAN Netzwerk (WLAN - Whireless Local Area Network) oder einen Server des Internets handeln. Ein solcher Server kann ein sogenanntes Backend darstellen, welches Daten aus mehreren Kraft-fahrzeugen empfängt und diese z.B. aggregiert, um hierdurch eine Umgebungsbeschreibung oder Umfeldbeschreibung zu erzeugen.

Um nun die Anzahl und/oder den Umfang der Funktionsprogramme unabhängig von einer Rechenleistung der Kommunikationseinheit zu machen, ist

erfindungsgemäß vorgesehen, dass mehrere von der Kommunikationseinheit verschiedene Steuereinheiten bereitgestellt sind (also beispielsweise weitere oder andere Steuergeräte), von denen jede ein Dienstmodul aufweist. Ein solches Dienstmodul kann eine elektronische Schaltung und/oder einen Pro-grammcode umfassen. Jedes Dienstmodul ist dazu eingerichtet, unabhängig von den Funktionsprogrammen die Kommunikationsdaten von der jeweiligen Steuereinheit aus, in welcher sich das Dienstmodul befindet, über die Kommunikationseinheit und die jeweilige Funkverbindung mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt auszutauschen. Ein Dienstmodul stellt also all diejenigen Dienstfunktionen oder Dienstfunktionalitäten bereit, die zum eigentlichen Austauschen der Kommunikationsdaten mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt nötig sind. Die Funktionsprogramme sind auf den besagten Steuereinheiten verteilt angeordnet und dazu eingerichtet, die Kommunikationsdaten nicht selbst mit einem fahrzeugexternen Objekt aus-zutauschen sondern stattdessen die Kommunikationsdaten nur mit dem jeweiligen Dienstmodul der Steuereinheit auszutauschen. Mit anderen Worten muss keines der Funktionsprogramme dazu eingerichtet sein, selbst die Kommunikationsdaten über die Kommunikationseinheit und eine Funkverbindung mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt auszutauschen. Stattdessen ist vorgesehen, dass jedes Funktionsprogramm den Austausch der Kommunikationsdaten lediglich mit dem jeweiligen Dienstmodul seiner Steuereinheit ausführt oder durchführt.

Durch den Betrieb des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs ergibt sich das folgende erfindungsgemäße Verfahren zum Bereitstellen mehrerer Fahrzeugfunktionalitäten, die auf den beschriebenen Kommunikationsdaten basieren, die wiederum mit fahrzeugexternen Objekten ausgetauscht werden. In dem Kraftfahrzeug betreibt die Kommunikationseinheit mittels zumindest eines Funkmoduls eine jeweilige Funkverbindung zu zumindest einem fahr-zeugexternen Objekt. Mehrere Funktionsprogramme stellen jeweils eine der Fahrzeugfunktionalitäten bereit, also beispielsweise eine Navigation und/oder eine Car-2-X-Kommunikation. Die Funktionsprogramme selbst sind auf mehrere von der Kommunikationseinheit verschiedene Steuereinheiten verteilt angeordnet, wo sie jeweils ausgeführt werden. Hierbei betreiben die Steuereinheiten jeweils ein Dienstmodul, welches unabhängig von den Funktionsprogrammen die Kommunikationsdaten von der jeweiligen Steuereinheit aus über die Kommunikationseinheit und die jeweilige Funkverbindung mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt austauscht. Die Funktionsprogramme selbst tauschen die Kommunikationsdaten mit dem jeweiligen

Dienstmodul der Steuereinheit aus. Mit anderen Worten müssen die Funktionsprogramme nur dazu ausgelegt sein, die Kommunikationsdaten innerhalb der Steuereinheit mit dem Dienstmodul auszutauschen. Die einheitenexterne Kommunikation, also von der Steuereinheit bis hin zum jeweiligen fahrzeug-externen Objekt, wird durch das Dienstmodul durchgeführt oder bereitgestellt.

Durch die Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass die Rechenleistung im Kraftfahrzeug dadurch angepasst werden kann, dass entsprechend viele und/oder leistungsstarke Steuereinheiten bereitgestellt werden, die von der eigentlichen Kommunikationseinheit verschieden sind. Dennoch muss keines der Funktionsprogramme dazu angepasst werden, von der jeweiligen Steuereinheit aus die Kommunikationsdaten mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt auszutauschen. Den Austausch der Kommunikationsdaten kann das Funktionsprogramm mit dem jeweils lokalen, in der Steuereinheit bereitgestellten Dienstmodul durchführen. Die eigentliche Übertragung, das heißt der Austausch mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt, wird durch das Dienstmodul durchgeführt. Dem jeweiligen Funktionsprogramm ist es somit egal, wo es ausgeführt wird.

Zu der Erfindung gehören auch optionale Weiterbildungen, durch deren Merkmale sich zusätzliche Vorteile ergeben.

Gemäß einer Weiterbildung sind die Dienstmodule der Steuereinheiten gleich ausgestaltet. Insbesondere ist hierbei vorgesehen, dass eine Applikationsschnittstelle (API - Application Programming Interface), über welche der Austausch der Kommunikationsdaten zwischen dem Dienstmodul und einem Funktionsprogramm durchgeführt wird, bei jedem der Dienstmodule gleich ausgestaltet ist. Hierdurch ist es dann in vorteilhafter Weise frei einstellbar oder auswählbar, auf welcher Steuereinheit ein Funktionsprogramm installiert oder bereitgestellt wird.

Die Dienstmodule sind bevorzugt dazu eingerichtet, für die Funktionsprogramme eine Authentifizierung bei dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt und/oder eine Verschlüsselung von auszusendenden Kommunikationsdaten und/oder eine Entschlüsselung empfangener Kommunikationsdaten durchzuführen. Hierdurch können die Funktionsprogramme besonders einfach ausgestaltet sein.

Um nicht schon beim Herstellen des Kraftfahrzeugs festgelegt zu sein, welches Funktionsprogramm in welcher Steuereinheit betrieben werden soll, ist bevorzugt vorgesehen, in zumindest zwei der Steuereinheiten jeweils eine Kopie desselben Funktionsprogramms bereitzustellen. Die Steuereinheiten sind dabei dazu eingerichtet, jeweils eine der Kopie zur Zeit zu betreiben. Die durch das Funktionsprogramm bereitgestellte Fahrzeugfunktionalität wird also zu jedem Zeitpunkt nur durch eine Kopie des Funktionsprogramms bereitgestellt. Es ist aber möglich, zu einem anderen Zeitpunkt dieselbe Fahrzeugfunktionalität durch eine Kopie in einer anderen Steuereinheit bereitzu-stellen. Hierdurch sind die Fahrzeugfunktionalitäten in dem Kraftfahrzeug verlagerbar, das heißt an unterschiedlichen Ausführungsorten bereitstellbar.

Besonders bevorzugt ist hierbei, dass die Steuereinheiten dazu eingerichtet sind, einen Wechsel durchzuführen, der hier als Gerätewechsel bezeichnet ist. Für den Gerätewechsel wird eine der Kopien des Fahrzeugprogramms im laufenden Betrieb des Kraftfahrzeugs angehalten. Es wird ein Parametersatz ermittelt, welcher einen aktuellen Betriebszustand der angehaltenen Kopie beschreibt. Der Betriebszustand beschreibt den aktuellen Zustand der Fahrzeugfunktionalität. Es wird bei einer anderen Kopie des Funktionsprogramms mittels dieses Parametersatzes der Betriebszustand eingestellt und diese Kopie in Betrieb genommen. Mit anderen Worten macht diese Kopie des Funktionsprogramms also dort weiter, wo die vorangegangene Kopie angehalten wurde. Hierdurch ist also ein nahtloser Gerätewechsel von einer Steuereinheit zu einer anderen möglich. Im Kraftfahrzeug wird hierbei die Fahrzeugfunktionalität kontinuierlich, das heißt ohne eine sprunghafte Veränderung des Betriebszustands, bereitgestellt.

Bevorzugt wird dies für ein sogenanntes Load-Balancing verwendet. Hierbei ist eine Arbitereinheit vorgesehen, die dazu eingerichtet ist, eine jeweilige Ressourcenauslastung der Steuereinheiten zu ermitteln und durch den beschriebenen Gerätewechsel die Ressourcenauslastungen der Steuereinheiten aneinander anzugleichen. Beispielsweise kann der Gerätewechsel ausgelöst werden, falls eine Ressourcenauslastung einer der Steuereinheiten größer als ein vorbestimmter Schwellenwert ist.

Bei den beschriebenen Fahrzeugfunktionalitäten handelt es sich insbesondere um zumindest eine der folgenden: eine Navigation, eine Sprachbedienung, eine Verarbeitung von Sensorsignalen, eine Car-2-X-Kommunikation und/oder eine Fernwartung. Die Car-2-X-Kommunikation findet hierbei zwi-

sehen dem Kraftfahrzeug einerseits und einem Fremdfahrzeug (Car-2-Car) und/oder einer Infrastrukturkomponente andererseits statt. Eine Infrastrukturkomponente ist eine fest im Verkehrswegesystem angeordnetes Objekt, beispielsweise eine Ampel und/oder ein Verkehrsschild.

Um die Kommunikationsdaten zuverlässig mit dem zumindest einen fahrzeugexternen Objekt auszutauschen, ist insbesondere vorgesehen, dass das zumindest eine Funkmodul der Kommunikationseinheit ein Mobilfunkmodul, beispielsweise ein LTE-Modul (LTE-Long Term Evolution), und/oder ein WLAN-Modul und/oder eine Bluetooth-Modul umfasst.

Um die die Funktionsprogramme aufweisenden Steuereinheiten untereinander und mit der Kommunikationseinheit zu koppeln, ist bevorzugt vorgesehen, dass die Kommunikationseinheit und die Steuereinheiten über ein pa-ketorientiertes Datennetzwerk miteinander gekoppelt sind. Besonders bevorzugt ist hierbei, dass ein Ethernet-Netzwerk, insbesondere ein Gigabit-Ethernet, bereitgestellt ist. Ein paketorientiertes Datennetzwerk weist den Vorteil auf, dass die Nutzung des Datennetzwerks bedarfsgerecht und dynamisch angepasst wird. Es ist beim Konfigurieren des Kraftfahrzeugs keine Festlegung beispielsweise von fest vorgegebenen Zeitslots nötig.

Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug ist bevorzugt als Kraftwagen, insbesondere als Personenkraftwagen, ausgestaltet.

Zu der Erfindung gehören auch Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, die Merkmale aufweisen, wie sie bereits im Zusammenhang mit den Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs beschrieben worden sind. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens hier nicht noch einmal beschrieben.

Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt die einzige Figur (Fig.) eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs.

Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.

Die Figur zeigt ein Kraftfahrzeug 1 , bei dem es sich beispielsweise um einen Kraftwagen, insbesondere einen Personenkraftwagen, handeln kann. In dem Kraftfahrzeug 1 sind mehrere Funktionsprogramme 2 bereitgestellt, durch die jeweils eine Fahrzeugfunktionalität F1 , F2, F3, F4 bereitgestellt sein kann. Als Fahrzeugfunktionalitäten F1 , F2, F3, F4 können beispielsweise vorgesehen sein: eine Fernwartung von Komponenten des Kraftfahrzeugs 1 , beispielsweise das Einspielen von Update-Software, und/oder eine Umfeldüberwachung auf der Basis einer Car-2-X-Kommunikation und/oder das Übertragen von Sensordaten und/oder eine Online-Spracherkennung und/oder eine online-basierte Sprachbedienung. Die Fahrzeugfunktionalitäten F1 -F4 basieren hierbei auf einem Austausch von Kommunikationsdaten 3 mit fahrzeugexternen Objekten 4, bei denen es sich beispielsweise um Fremdfahrzeuge und/oder einen oder mehrere Server des Internets 5 handeln kann.

Zum Übertragen der Kommunikationsdaten 3 zwischen den Objekten 4 und dem Kraftfahrzeug 1 kann eine Kommunikationseinheit 6 in dem Kraftfahrzeug 1 bereitgestellt sein. Die Kommunikationsdaten 3 können dabei über eine jeweilige Funkverbindung 7 mit den Objekten 4 ausgetauscht werden. Zum Aufbauen und/oder Aufrechterhalten oder Betreiben der Funkverbindungen 7 weist die Kommunikationseinheit zumindest ein Funkmodul 8 auf, beispielsweise ein Mobilfunkmodul, das eine Mobilfunkverbindung mit einem Mobilfunknetz 9 auf Grundlage einer SIM (Subscriber Identification Module) oder einer eSIM (embedded SIM) aufbauen kann. Über das Mobilfunknetz 9 kann z.B. mit Servern des Internets kommuniziert werden. Zumindest ein weiteres Funkmodul kann für das Bereitstellen einer WLAN-Verbindung und/oder einer Bluetooth-Verbindung BT vorgesehen sein. Die WLAN-Verbindung zu einem Fremdfahrzeug kann auf der Basis des Standards WLANp (Standard IEEE802.1 1 p) und/oder Bluetooth LE (LE - Low Energy) bereitgestellt sein. Die Kommunikationseinheit 6 kann beispielsweise ein Steuergerät für ein Antennenmodul 6', beispielsweise eine Dachantenne, sein.

Der Austausch der Kommunikationsdaten 3 über die Funkverbindungen 7 kann durch einen Firewall-Schutzmechanismus FW geschützt sein, um eine Manipulation des Kraftfahrzeugs 1 von außerhalb zu verhindern. Die Kom-munikationseinheit 6 kann des Weiteren eine an sich bekannte Notruf-Funktion 10 aufweisen, die auch als eCall bezeichnet wird.

Die Funktionsprogramme 2 müssen dagegen nicht durch die Kommunikationseinheit 6 ausgeführt werden.

Stattdessen können weitere Steuergeräte oder Steuereinheiten 1 1 über ein Datennetzwerk 12 in dem Kraftfahrzeug 1 mit der Kommunikationseinheit 6 gekoppelt sein. Jede der Steuereinheiten 6 kann eine Prozessoreinrichtung 13 aufweisen, beispielsweise einen oder mehrere Mikroprozessoren oder MikroController, durch welche jeweils zumindest eines der Funktionspro-gramme 2 ausgeführt werden kann, so dass durch die jeweilige Steuereinheit 1 1 die entsprechende Fahrzeugfunktionalität F1 -F4 des ausgeführten Funktionsprogramms 2 bereitgestellt oder realisiert oder ausgeführt wird. Welches Funktionsprogramm 2 auf welcher Steuereinheit 1 1 ausgeführt wird, kann beispielsweise in Abhängigkeit davon festgelegt werden, welche weiteren Komponenten von dem Funktionsprogramm 2 zum Bereitstellen der Fahrzeugfunktionalität F1 -F4 noch benötigt werden. Beispielsweise kann ein Funktionsprogramm 2 eine oder mehrere Busanschlüsse 14 zum Kommunizieren mit weiteren Fahrzeugkomponenten benötigen. Die Busanschlüsse können beispielsweise für einen CAN-Bus (CAN - Controller Area Network) und/oder einen LIN-Bus (LIN - Local Interconnect Network) sein. Eine Steuereinheit 1 1 kann auch beispielsweise an eine Kamera 14 angeschlossen sein, über welche eine Umfeld Überwachung oder Fahrzeuginnenraumüberwachung als Fahrzeugfunktionalität F3 ermöglicht ist. Ein Funktionsprogramm 2 kann beispielsweise ein Mikrofon 15 als Datenquelle für Mikrofon-daten benötigen und auf einer entsprechenden Steuereinheit 1 1 , an welcher ein Mikrofon 15 angeschlossen ist, betrieben werden. Beispiele für geeignete Steuereinheiten 1 1 sind: ein Gateway zum Koppeln von Datennetzwerken und/oder Bussystemen des Kraftfahrzeugs 1 , ein Fahrerassistenzsystem, ein Infotainmentsystem (Informations- und Unterhaltungssystem), ein Fahrzeu-ginformationssystem.

Obwohl die Funktionsprogramme 2 nicht direkt durch die Kommunikationseinheit 6 selbst ausgeführt werden und damit keinen direkten Zugang zu den Funkverbindungen 7 über die Funkmodule 8 haben, sind die Funktionspro-

gramme 2 nicht in besonderer Weise angepasst worden, um zusätzlich über das Datennetzwerk 12 mit der Kommunikationseinheit 2 kommunizieren zu können. Stattdessen ist in jeder Steuereinheit 1 1 ein Dienstmodul 16 bereitgestellt, welches den Datenaustausch zwischen der jeweiligen Steuereinheit 1 1 und der Kommunikationseinheit 6 und weiter bis hin zum jeweiligen fahrzeugexternen Objekt 4 verwaltet oder steuert oder konfiguriert. Beispielsweise kann durch jedes Dienstmodul 16 beispielsweise eine Authentifizierung und/oder Verschlüsselung für die Übertragung der Kommunikationsdaten 3 durchgeführt werden. Innerhalb jeder Steuereinheit 1 1 findet ein interner Austausch 17 der Kommunikationsdaten 3 zwischen dem Dienstmodul 16 einerseits und dem jeweiligen Funktionsprogramm 2 andererseits statt. Somit muss jedes Funktionsprogramm 2 nur dahingehend ausgelegt oder gestaltet sein, dass es innerhalb einer Steuereinheit 1 1 Kommunikationsdaten mit dem Dienstmodul 16 austauschen kann.

Die Dienstmodule 16 können bei allen Steuereinheiten 1 1 derart gleichartig ausgestaltet sein, dass ein Funktionsprogramm 2 abwechselnd auch auf zwei unterschiedliche Steuereinheiten 1 1 ausgeführt werden kann. Hierzu ist dann in jeder Steuereinheit 1 1 beispielsweise eine Kopie des jeweiligen Funktionsprogramms F1 -F4 bereitgestellt. Durch eine Arbitereinheit 18 können jeweilige Auslastungsdaten 19 der Steuereinheiten 1 1 ermittelt werden, also beispielsweise eine Prozessorauslastung der jeweiligen Prozessoreinrichtung 13. Die Arbitereinheit 18 kann beispielsweise ein Programmmodul einer der Steuereinheiten 1 1 oder eines weiteren Steuergeräts sein. In Ab-hängigkeit von den Auslastungsdaten 19 kann durch die Arbitereinheit 18 gesteuert werden, welche der Kopien eines Funktionsprogramms 2 gestartet oder betrieben wird. Hierdurch kann ein Load-Balancing 20 erreicht werden, also ein Angleich der Auslastung der Steuereinheiten 1 1 . Um einen Wechsel zwischen den Steuereinheiten 1 1 zu ermöglichen, kann zu einem angehalte-nen Funktionsprogramm 2 ein Parametersatz 21 ermittelt werden, welcher den aktuellen Betriebszustand des Funktionsprogramms beschreibt. Eine Kopie des Funktionsprogramms auf einer anderen Steuereinheit 1 1 kann dann dahingehend konfiguriert werden, dass es bei seiner Ausführung dort die jeweilige Fahrzeugfunktionalität F1 -F4 fortführt, wo das angehaltene Funktionsprogramm 2 aufgehört hat.

Somit ist bei dem Kraftfahrzeug 1 ermöglicht, dass Fahrzeugfunktionalitäten F1 -F4 auf mehrere Steuergeräte oder Steuereinheiten 1 1 verteilt werden, ohne dass die Funktionsprogramme 2 hierzu angepasst werden müssen,

weil eigene Dienstmodule 16 jeder Steuereinheit 1 1 eine entsprechende Kommunikations-Infrastruktur, beispielsweise für die Authentifizierung und/oder Verschlüsselung, bereitstellen. Durch gleichartige Softwarearchitektur in den Steuereinheiten 1 1 , also insgesamt durch gleichartige Beschaffen-heit der Dienstmodule 16, ist auch eine dynamische Verteilung der Fahrzeugfunktionalitäten F1 -F4 zwischen den Steuereinheiten 1 1 zur Laufzeit möglich, um hierdurch das beschriebene Load-Balancing 20 zu ermöglichen. Die dynamische Verteilung der Fahrzeugfunktionalitäten F1 -F4 geschieht zur Laufzeit über die Arbitereinheit 18, welcher entsprechend der Kopien der Funktionsprogramme 2 anhält beziehungsweise startet oder aktiviert.

Es gibt also bevorzugt mehrere Instanzen (Steuergeräte wie beispielsweise ein Gateway für Kommunikationsnetzwerke des Kraftfahrzeugs, ein Infotain-mentsystem, ein Fahrerassistenzsystem), die alle separate Kern-Dienste o-der Dienstmodule 16 aufweisen. Die Steuerung der Funkverbindungen 7, also die Modemfunktion der Funkmodule 8, und die Dienstmodule 16 sind somit auf zumindest zwei verschiedenen Steuergeräten oder Steuereinheiten 1 1 beziehungsweise die Kommunikationseinheit 6 verteilt angeordnet. Durch jedes Dienstmodul 16 kann eine Authentifizierung und/oder Identifizierung des jeweiligen Funktionsprogramms 2 durchgeführt werden. Eine Steuereinheit 1 1 kann auch beispielsweise durch ein mit dem Kraftfahrzeug 1 gekoppeltes, portables, mobiles Endgerät, beispielsweise ein Smartphone oder ein Tablet-PC; realisiert oder bereitgestellt sein.

Durch das Load-Balancing 20 ist die Verteilung der Funktionsprogramme 2 an die unterschiedliche Rechenleistung der Steuereinheiten 1 1 anpassbar. Durch die gleichartige Ausgestaltung der Dienstmodule 16 und der Betriebssysteme zum Ausführen der Funktionsprogramme 2 lassen sich die Funktionsprogramme 2 auch nachträglich auf frei auswählbaren Steuereinheiten 1 1 ausführen.

Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung mittels einer Kommunikationseinheit und mehreren Steuereinheiten eine dezentralisierte Connec-ted-Car-Architektur bereitgestellt und durch eine Arbitereinheit ein Load-Balancing durchgeführt werden kann.