In Bearbeitung

Bitte warten ...

Einstellungen

Einstellungen

Gehe zu Anmeldung

1. WO2017085203 - FÖRDERSYSTEM

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

FÖRDERSYSTEM

TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Fördertechnik und betrifft ein Fördersystem zum Fördern von Fördergütern. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Fördern und Abgeben von Fördergütern mit einem solchen Fördersystem.

TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND

Zur Förderung frei aufliegender Transportgüter sind unterschiedliche Fördersysteme bekannt.

Die WO 2016/1 19071 A1 wurde am 22.01 .201 6 im Namen der WRH Walter Reist Holding AG eingereicht und zeigt eine Fördereinheit für eine Fördereinrichtung in der Art eines Kippschalenförderers. Die gezeigte Fördereinheit weist einen Grundkörper sowie ein Auflageelement auf, welches eine Auflagefläche ausbildet. Mittels eines Neigemechanismus kann die Auflagefläche gegenüber dem Grundkörper geneigt werden, wodurch ein auf der Auflagefläche angeordnetes Fördergut zu einer Abgabeseite hin abgegeben werden kann. Die Auflagefläche wird dabei wenigstens teilweise von einem Umfassungsrahmen umfasst, der das Fördergut in bestimmten Situation gegen ein Abgleiten von der Auflagefläche sichern soll. Die Anmeldung offenbart, dass eine Fördereinheit auf einem Förderwagen angeordnet sein kann, der entlang einer Längsführungseinrichtung bewegbar ist.

Die DE 10 2006 007 838 A1 wurde am 1 7.02.2006 eingereicht und zeigt einen Kippschalenförderer. Dieser weist entlang einer endlosen Bahn verfahrbare Wagen auf, die mit kippbaren Schalen zur Aufnahme und zum Abgeben von Waren versehen sind. Die Formen zweier unmittelbar hintereinander angeordneter Schalen sollen gemäss der genannten Anmeldung so miteinander korrespondierend ausgebildet sein, dass die Schalen in der Förderebene im Wesentlichen spaltfrei gegeneinander verdrehbar sind. Gezeigt werden dazu Schalen, die sichelförmig ausgebildet sind. Die Anmeldung offenbart, dass die Schalen zum Abladen von auf den Schalen gelagerten Waren quer zur Verfahrrichtung der Wagen kippbar sein sollen. Dadurch soll die Bildung von Abständen zwischen den Schalen während Kurvenstrecken vermieden werden, und so ein gezieltes Beladen und Entladen der Schalen entlang der gesamten Förderstrecke ermöglicht werden.

Die DE 10 2009 034 935 A1 wurde am 28.07.2009 eingereicht und zeigt eine Anlage zum Transportieren und Sortieren von Paketen und dergleichen Güter. Die gezeigte Anlage umfasst ausschliesslich herkömmliche identische Transportmittel. Die Art und Grösse des verwendeten einheitlichen Transportmittels richtet sich dabei nach dem grössten zu transportierende Transportgut, wie dies im Stand der Technik auch sonst üblich ist. Um kleinere und/oder flachformatige Güter besser fördern zu können, werden diese Güter gemäss der Druckschrift nicht auf den einzelnen Transportmitteln aufliegend, sondern in auf diesen Transportmitteln aufliegenden als Kassetten ausgebildeten Haltemitteln transportiert.

Die WO 201 2/068699 A1 wurde am 25. 1 1 .201 1 im Namen der FE AG AG eingereicht und zeigt ein Plattenelement eines Förderers zum Ausbilden einer zusammengesetzten Förderfläche, sowie einen Förderer mit einem Förderelement und einer Mehrzahl von Plattenelementen. Die gezeigten Plattenelemente weisen an zwei sich gegenüberliegenden Endabschnitten jeweils einen Überlappungsbereich auf. Ebenfalls bilden die Plattenelemente eine Plattenförderfläche aus, wobei die beiden Überlappungsbereiche jeweils wenigstens einen Teil der Plattenförderfläche ausbilden. Die beiden Überlappungsbereiche sind jeweils komplementär zueinander ausgebildet, so dass zwei aneinander gefügte Plattenelemente eine gemeinsame zusammengesetzte Förderfläche ausbilden können. Solche Förderer sind gut für den Transport von Stückgütern geeignet, da mit ihnen selbst relativ schwere oder räumlich sperrige Transportgüter auf grössere Förderflächen verteilt werden können. Jedoch besteht bei solchen Förderern die Gefahr, dass bestimmte Arten von Fördergütern insbesondere bei Steigungen oder Gefällen in der Förderstrecke, oder bei hohen Fördergeschwindigkeiten in Kurvenstrecken, zu rutschen oder rollen beginnen und so beschädigt oder vom Förderer fallen können.

Eine ähnlich gestaltete Fördereinrichtung wird in der WO 2012/068691 A1 offenbart.

DARSTELLU NG DER ERFI N DU NG

Die bekannten Fördersysteme eignen sich jeweils zum Fördern einer bestimmten Gruppe von Fördergut, wogegen mit ihnen andere Arten von Fördergut nicht oder nur sehr eingeschränkt (etwa mit reduzierter Fördergeschwindigkeit) gefördert werden können.

Als Folge davon müssen bislang für viele Anwendungen - wie etwa im Rahmen von Produktions-, Sortier-, Kommissions- oder Speditionsanlagen - häufig mehrere unterschiedliche Fördersysteme parallel zueinander betrieben werden. Dies führt einerseits zu einem erhöhten Platzbedarf für die Förderanlagen, andererseits jedoch auch zu relativ hohen Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten. Müssen zudem die mit den unterschiedlichen Systemen geförderten Güter zusammengeführt werden - etwa im Rahmen einer Kommissionierung - , so wird dazu eine zusätzliche Anlage benötigt oder das Zusammenführen muss manuell erfolgen, was häufig ebenfalls mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb unter anderem die Aufgabe zugrunde eines oder mehrere der obgenannten Probleme zu lösen. Insbesondere sollen ein Fördersystem und ein Verfahren zur Verfügung gestellt werden, mit welchem eine Vielzahl auch sehr unterschiedlicher Güter gefördert und/oder sortiert werden kann.

Diese und andere Aufgaben werden durch die Ansprüche 1 und 23 gelöst. Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Ein erfindungsgemässes Fördersystem zum Fördern von Fördergütern weist in der Regel eine Förderstrecke und wenigstens ein entlang der Förderstrecke verfahrbares und zum Fördern eines ersten Förderguts ausgelegtes erstes Fördermittel auf.

Ebenso weist es in der Regel wenigstens ein entlang der Förderstrecke zusammen mit dem ersten Fördermittel verfahrbares und zum Fördern eines sich in der Art vom ersten Fördergut unterscheidenden zweiten Förderguts ausgelegtes zweites Fördermittel.

Ein erstes und ein zweites Fördergut können insbesondere dadurch verschiedenartig sein, dass sie sich z.B. in der ihrer Grösse (d.h. ihrer räumlichen Dimensionen) und/oder ihres Gewichts und/oder ihrer äusseren Form und/oder ihrer chemischen Zusammensetzung und/oder der Haftreibungskoeffizienten ihrer Oberflächen unterscheiden.

Ein für das Fördern einer Vielzahl von Fördergütern besonders geeignetes Fördersystem kann mit einer Ausgestaltung der Erfindung erzielt werden, bei der das wenigstes eine erste Fördermittel eine aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzte Förderauflage zum Fördern eines frei auf der zusammengesetzten Förderauflage liegenden ersten Förderguts aufweist oder bei der das wenigstens eine erste Fördermittel wenigstens ein Tablett zum Fördern eines auf dem Tablett liegenden ersten Förderguts aufweist.

Gemäss einer Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems weist das zweite Fördermittel wenigstens eine aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzte Förderauflage zum Fördern eines frei auf der zusammengesetzten Förderauflage liegenden zweiten Förderguts auf oder weist das zweite Fördermittel wenigstens ein Tablett zum Fördern eines auf dem Tablett liegenden zweiten Förderguts auf.

Gemäss einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Fördersystems zum Fördern von Fördergütern, weist dieses eine Förderstrecke und wenigstens eine entlang der Förderstrecke verfahrbare, aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzte Förderauflage als erstes Fördermittel zum Fördern eines frei auf der Förderauf läge liegenden ersten Förderguts auf. Ebenso weist dieses wenigstens ein entlang der Förderstrecke zusammen mit der Förderauflage verfahrbares Tablett als zweites Fördermittel zum Fördern eines auf dem Tablett liegenden zweiten Förderguts auf.

Mit einer solchen erfindungsgemässen Ausgestaltung eines Fördersystems kann einerseits insbesondere selbst verhältnismässig grosses und /oder schweres Stückgut auf der zusammengesetzten Förderauflage gefördert werden. Andererseits kann aber auch z.B. Schüttgut, wie z.B. Klein- bzw. Massenteilen, lose oder z. B. in kleinen Säcken verpackt zuverlässig auf dem Tablett gefördert werden. Damit wird es für eine Vielzahl von Anwendungen möglich eine Mannigfaltigkeit unterschiedlicher Güter mit demselben Fördersystem zu fördern bzw. zu verarbeiten.

Gemäss einer Ausgestaltung eines Fördersystems weist dieses als erstes Fördermittel wenigstens ein Tablett zum Fördern eines auf dem Tablett liegenden ersten Förderguts auf. Ebenso weist es als zweites Fördermittel wenigstens ein Tablett zum Fördern eines auf dem Tablett liegenden zweiten Förderguts auf.

In einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Fördersystems umfasst das erste Fördermittel wenigstens ein Tablett einer ersten Art, das zum Fördern eines ersten Förderguts ausgelegt ist und das zweite Fördermittel umfasst wenigstens ein Tablett einer zweiten Art, das zum Fördern eines zweiten Förderguts ausgelegt ist, wobei die Tabletts der zweiten Art eine in Förderrichtung gesehen grössere räumliche Ausdehnung aufweisen als die Tabletts der ersten Art. Somit wird es möglich auch im Vergleich zu erstem Fördergut grösseres zweites Fördergut mit dem Fördersystem zu fördern und gleichzeitig die Förderkapazität des Fördersystems zu optimieren.

In Ergänzung kann eine Ausgestaltung eines Fördersystems auch ein entlang der Förderstrecke zusammen mit einem ersten wenigstens ein Tablett einer ersten Art umfassenden Fördermittel und einem zweiten wenigstens ein Tablett einer zweiten Art umfassenden zweiten Fördermittel verfahrbares weiteres (drittes) Fördermittel aufweisen, das z. B. eine aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzte Förderauflage zum Fördern eines frei auf der Förderauf läge liegenden weiteren Förderguts aufweist, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.

Durch die erfindungsgemässe mögliche Verwendung von Tabletts werden zudem auch Fördersysteme mit Linienführungen mit relativ stark ansteigenden oder abfallenden Förderabschnitten, möglich, da Transportgüter auf solchen Abschnitten sicher von den Tabletts gefördert werden können.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Fördersystem eine Mehrzahl von aus aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzten Förderauflagen und/oder eine Mehrzahl von Tabletts.

Die zusammengesetzten Förderauflagen und/oder Tabletts können jeweils gleichartig oder verschiedenartig ausgebildet sein. So ist es z.B. möglich, dass ein Fördersystem mehrere Tabletts unterschiedlicher Grössen aufweist.

Insbesondere kann ein Fördersystem verschieden Arten von Tabletts mit in Förderrichtung jeweils unterschiedlichen Dimensionen aufweisen, wie nachfolgend noch genauer erörtert wird.

Gemäss einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Fördersystems kann für bestimmte Arten von Transportgütern, insbesondere für solche geringerer Dimensionen, durch die Verwendung von wenigstens einem oder mehreren Tabletts einer ersten Art mit in Förderrichtung geringer Dimension und Tabletts einer zweiten Art mit im Vergleich zu den Tabletts der ersten Art in Förderrichtung grösserer Dimension die Stückzahl der pro Zeiteinheit förderbaren Transportgüter erhöht werden.

In einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Fördersystems ist die Förderstrecke als Endlosschleife ausgebildet. Dadurch können Güter auch während längeren Zeiträumen mit einer kontinuierlich hohen Förderleistung gefördert werden.

In einer Ausgestaltung werden das wenigstens eine erste Fördermittel und das wenigstens eine zweite Fördermittel wenigstens abschnittsweise entlang der Förderstrecke von einer Förderkette angetrieben. Dadurch kann auf einfache und zuverlässige Weise auch eine Vielzahl erster Fördermittel und zweiter Fördermittel angetrieben werden .

Die Förderkette kann als Endlosschleife ausgebildet sein.

Eine Förderkette, insbesondere eine als Endlosschleife ausgebildete Förderkette, kann bei Bedarf mit nur einem Antriebsmodul oder einer geringen Anzahl von Antriebsmodulen angetrieben werden, was die Kosten für die Anschaffung und Wartung einer solchen Ausführungsform eines erfindungsgemässen Fördersystems im Vergleich zu vielen konventionellen Systemen reduziert.

In einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Förderstrecke eine Förderschiene zur direkten oder indirekten Führung des wenigstens einen ersten Fördermittels und des wenigstens einen zweiten Fördermittels auf. Insbesondere können z.B. Tragelemente einer zusammengesetzten Förderauflage, sowie Tabletts direkt oder indirekt sicher und präzise geführt werden. Ebenso kann dadurch eine einfache Montage des Fördersystems erreicht werden.

Es kann vorgesehen sein, dass die Tragelemente des wenigstens einen ersten Fördermittels, sowie des wenigstens einen zweiten Fördermittels jeweils über ein Befestigungsmittel mit entlang der Förderschiene geführten und verfahrbaren Förderelementen verbunden sind. Insbesondere können wenigstens eine zusammengesetzte Förderauf lage sowie wenigstens ein Tablett jeweils über ein Befestigungsmittel mit entlang der Förderschiene geführten und verfahrbaren Förderelementen verbunden sein. Es ist auch möglich, dass wenigstens einzelne erste Fördermittel und/oder zweite Fördermittel nicht über ein Befestigungsmittel mit entlang der Förderschiene geführten und verfahrbaren Förderelementen verbunden sind.

In einer Ausgestaltung des Fördersystems nach der Erfindung sind die Tragelemente und/oder das Befestigungsmittel so ausgebildet, dass an ihnen wahlweise sowohl ein Tragelement als auch ein Tablett befestigt werden kann. Dadurch sind ein besonders kostengünstiger Aufbau eines solchen Fördersystems, sowie ein einfacher Ersatz defekter Teile und/oder eine einfache Anpassung des Fördersystems an geänderte Anforderungen möglich.

Ein besonders energieeffizientes Fördersystem kann bei Bedarf erzielt werden, wenn die Förderelemente jeweils einen Förderwagen aufweisen. Ein solcher Förderwagen kann eine Laufrolle oder mehrere Laufrollen aufweisen, die auf einer Lauffläche oder auf mehreren Laufflächen einer Förderschiene laufen. Dadurch kann eine besonders geräusch- und reibungsarme Förderung auch schwerer Fördergüter erzielt werden.

Ein besonders vielseitiges Fördersystem kann erzielt werden, wenn die Förderschiene einen in Schienenrichtung verlaufenden Kanal umschliesst und die Förderwagen als Innenläufer in dem Kanal geführt werden. Dadurch kann eine Verschmutzung der Förderwagen und/oder von Laufflächen der Förderschiene reduziert werden.

Ebenso kann so die Anzahl offen zugänglicher beweglicher Teile des Fördersystems verringert werden, wodurch die Verletzungsgefahr für Benutzer reduziert werden kann.

Ein Förderwagen kann insbesondere Laufrollen (bzw. Tragrollen) aufweisen die entlang von Laufflächen in einem in Schienenrichtung verlaufenden Kanal einer Förderschiene abrollen. Besonders gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn ein Förderwagen wenigstens eine Führungsrolle und wenigstens zwei Laufrollen aufweist, wie nachfolgend noch genauer gezeigt wird.

Solche Förderwagen können gleichermassen zur Förderung von Tragelementen einer zusammengesetzten Förderauflage, als auch zur Förderung von Tabletts verwendet werden. Dadurch können auf einfache Weise Fördersysteme unterschiedlicher Abfolgen von zusammengesetzten Förderauflagen und Tabletts aufgebaut werden, defekte Komponenten ersetzt und bestehende Systeme schnell erweitert und/oder an neue Förderanforderungen angepasst werden. Auch wird es dadurch möglich auch verschiedenartige zusammengesetzte Förderauflagen und/oder verschiedenartige Tabletts auf einfache Weise miteinander in einem Fördersystem zu kombinieren.

In einer Ausgestaltung des Fördersystems weisen die Förderwagen jeweils genau zwei Laufrollen auf und bilden jeweils ein Kettenglied einer Förderkette, insbesondere einer als Endlosschleife ausgebildeten Förderkette.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung werden die Förderwagen als Innenläufer in dem Kanal geführt und können mechanisch miteinander wirkverbunden sein, so dass sie eine Förderkette bilden können, insbesondere eine als Endlosschleife ausgebildete Förderkette. Dazu können die Förderwagen z.B. über Gelenkverbindungen - insbesondere über Kugelgelenke - verbunden werden.

Eine solche aus in einem Kanal laufenden Förderwagen gebildete Förderkette (auch Kanalkette genannt) ermöglicht einen besonders hohen Gestaltungsfreiraum bei

der räumlichen Linienführung der Förderstrecke. Dies unter anderem deshalb, weil die Förderwagen die von z.B. Tragelementen bzw. Tabletts auf sie ausgeübten Kräfte und Momente in vorteilhafter Weise auf die Förderschiene übertragen können. Beispielsweise können mit einer solchen Ausgestaltung eines Fördersystems nach der Erfindung auf einfache Weise auch Wendelabschnitte in die Förderstrecke integriert werden. Somit können auf einfache Weise auch Förderstrecken gebildet werden, die sich über mehrere in vertikaler Richtung stark voneinander beabstan-deten Ebenen erstrecken.

Gemäss einer Ausgestaltung des Fördersystems können die Tragelemente einer zusammengesetzten Förderauflage jeweils wenigstens eine Elementförderfläche zur aufliegenden Förderung des Förderguts aufweisen. Mehrere Tragelemente können so eine Segmentfolge bilden. Ein Tragelement kann beispielsweise eine Trägerplatte sein.

Ein für die Aufnahme gerade schwerer Fördergüter besonders geeignetes Fördersystem kann erzielt werden, wenn sich aneinander angrenzende Tragelemente einer zusammengesetzten Förderauflage wenigstens teilweise überlappen, so dass ihre Elementförderflächen eine zusammengesetzte Förderauflage bilden.

Nach einer Ausgestaltung des Fördersystems weist ein Tablett eine Tablettplatte mit einer Tablettförderfläche auf, wobei die Tablettplatte mit einer Kippvorrichtung verbunden ist, welche die Tablettplatte in einer ersten Drehrichtung um eine parallel zur Förderrichtung der Förderstrecke angeordnete Kippachse von einer Trans- portstellung in eine erste Entladestellung kippen kann, um ein auf der Tablettförderfläche liegendes Fördergut quer zur Förderstrecke in eine erste Richtung zu entladen. Dadurch wird ein einfaches Entladen des Tabletts ermöglicht, ohne dass das Fördergut etwa von einer äusseren Entladevorrichtung gegriffen werden müsste.

Alternativ oder in Ergänzung zur Entladung mittels einer Kippvorrichtung kann das Entladen eines Förderguts von einem Tablett jedoch auch z.B. durch ein aktives Greifen und/oder Ansaugen und/oder mittels einer (elektro-) magnetischen Verbindung wenigstens unterstützt werden.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Tablettförderfläche eines Tabletts wenigstens teilweise gekrümmt, bzw. schalenförmig. Dadurch kann die Gefahr eines Verrutschens und/oder Drehens bestimmter Transportgüter während des Fördervorganges zusätzlich reduziert werden. Ebenso kann dadurch bei Bedarf eine definierte Positionierung des Transportguts auf einem Tablett erreicht oder wenigstens unterstützt werden.

Ein besonders vielseitiges und auch modulares Fördersystem kann mit einer Ausgestaltung der Erfindung erzielt werden, bei der die Tablettplatte eines Tabletts um die Kippachse von der Transportstellung in eine zweite Entladestellung gekippt werden kann, um ein auf der Tablettförderfläche liegendes Fördergut quer zur Förderstrecke in eine zweite seitliche Richtung zu entladen.

Ein einfaches Kippen der Tablettplatte kann erzielt werden, wenn die Kippvorrichtung ein Steuerelement aufweist, über welches die Tablettplatte im Zusammenwirken mit einer Steuerkulisse in die erste oder zweite Entladestellung gekippt wird, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Tablettförderfläche eines Tabletts wenigstens teilweise von einem Rückhalterahmen umrandet. Eine solche Ausgestaltung ist besonders geeignet um auf kurvigen und/oder ab-/aufsteigenden Abschnitten der Förderstrecke ein Verrutschen oder Wegrollen des Transportguts vom Tablett zu vermeiden. Ein Rückhalterahmen kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein.

Ein Rückhalterahmen kann z.B. fest mit der Tablettförderfläche eines Tabletts -bzw. der Tablettplatte - verbunden sein, oder gegenüber der Tablettförderfläche verschiebbar sein, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird. Ein Rückhalterahmen und eine Tablettplatte können insbesondere auch einstückig ausgebildet sein.

Ein Tablett kann zudem einen optionalen Marker aufweisen, über welchen sich ein Tablett und/oder ein auf einem Tablett liegendes Transportgut eindeutig identifizieren lässt.

Eine zusammengesetzte Förderauflage kann zudem einen optionalen Marker aufweisen, über welchen sich die zusammengesetzte Förderauflage und/oder ein auf der zusammengesetzten Förderauflage, oder in einem bestimmten Bereich der zusammengesetzten Förderauflage liegendes Transportgut eindeutig identifizieren lässt.

Als Marker kann beispielsweise ein RFI D-Tag oder eine optische Markierung wie eine Beschriftung oder ein Barcode verwendet werden. Ebenso ist die Verwendung mehrerer Marker derselben Art oder unterschiedlicher Arten möglich.

Alternativ oder in Ergänzung können in einem Marker (insbesondere einem RFI D-Tag) auch vor und/oder während und/oder nach dem Beladen eines Transportmittels mit einem Transportgut Informationen abgespeichert werden, insbesondere Informationen zur Art des Transportguts und/oder zur Identität des Transportguts und/oder zum Beladevorgang und/oder zur Destination des Transportguts.

Alternativ oder in Ergänzung kann ein oder können mehrere Marker auch Informationen zu bestimmten Eigenschaften eines ersten oder zweiten Fördermittels zur Verfügung zu stellen. Insbesondere kann ein Marker Informationen zur Tragfähigkeit und/oder den räumlichen Dimensionen eines ersten oder zweiten Fördermittels, insbesondere eines Tabletts, zur Verfügung stellen.

Ebenso kann eine zusammengesetzte Förderauflage einen oder mehrere Marker aufweisen, die Informationen zur verbleibenden Distanz bis zu wenigstens einem Ende der zusammengesetzten Förderauflage und/oder der Gesamtlänge der zu-

sammengesetzten Förderauflage zur Verfügung stellen. Solche Informationen können beispielsweise verwendet werden, um eine Förderauflage effizienter zu beladen und damit die Förderleistung eines Fördersystems zu optimieren.

Alternativ oder in Ergänzung können die von einem Marker zur Verfügung gestellten Informationen verwendet werden, um bestimmte Informationen aus einer Datenbank abzurufen, insbesondere Informationen betreffend einem von einem ersten oder zweiten Fördermittel geförderten Fördergut und/oder Informationen (z.B. Dimensionen und/oder Tragfähigkeit) zu dem betreffenden Fördermittel.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Fördersystem wenigstens eine aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzte Förderauflage, welche ein sich über die aufeinanderfolgenden Tragelemente erstreckender Marker aufweist. Auf diese Weise kann eine besonders effiziente Ausnutzung der Förderauflage erzielt werden, da dadurch etwa die Distanzen zu den beiden Enden der Förderauflage besonders einfach und präzise bestimmt werden kann. Alternativ oder in Ergänzung können auch einzelne Marker auf jedem, auf jedem zweiten, jedem dritten oder allgemein jedem i-ten (i= 1 , 2, 3,...N ) Tragelement angebracht sein.

Eine einfache und für das Transportgut schonende Entladung des Transportguts kann erzielt werden, wenn der Rückhalterahmen so gestaltet ist, dass er beim Kippen der Tablettplatte relativ zur Tablettförderfläche anhebbar oder absenkbar ist, um ein Abrutschen des Transportguts von der Tablettförderfläche zwecks Entladung zu erleichtern.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung bilden auf der Förderstecke wenigstens zwei Tabletts direkt hintereinander angeordnet eine Komposition von Tabletts. Durch eine solche Komposition kann bei Bedarf eine zeitnahe Beladung, Förderung, Entladung und/oder Weiterverarbeitung mehrerer Fördergüter erzielt werden.

Die Anzahl Tabletts in einer Komposition kann gemäss einer Ausgestaltung der Fördervorrichtung so gewählt werden, dass die von den Tabletts einer Komposition auf eine Förderschiene ausgeübte mechanische Belastung eine vorgegebene maximal zulässige Belastung nicht überschreiten kann.

Alternativ oder in Ergänzung dazu können einzelne Tabletts oder Kompositionen von Tabletts auch so zueinander angeordnet, bzw. beabstandet, sein, dass bei der gegebenen Linienführung des Fördersystems keine zeitgleich stattfindende Förderung schwerer Fördergüter auf aufsteigenden Abschnitten und/oder Kurvenabschnitten der Förderstrecke stattfinden kann. Dadurch können die auf eine Förderkette und/oder auf einen Abschnitt einer Förderstrecke und/oder auf ein Antriebsmodul wirkenden Belastungsspitzen reduziert werden. Gemäss einer solchen Ausgestaltung der Erfindung werden also zusammengesetzte Förderauflagen und Tabletts des Fördersystems derart zueinander angeordnet, dass deren Abfolge auf die räumliche Linienführung des Fördersystems angepasst ist, um Belastungsspitzen bei der Förderung zu reduzieren. Ebenfalls kann dadurch bei Bedarf ein Antrieb geringerer Leistung verwendet werden, was eine ökonomisch und/oder ökologisch vorteilhaft sein kann.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Fördersystem eine Mehrzahl von Kompositionen von Tabletts, die entlang der Förderstrecke jeweils in einem Abstand voneinander angeordnet sind. Dadurch kann ein Fördersystem mit konstanten zu erwartenden Warte- bzw. Förderzeiten erzielt werden . Die Abstände zwischen den Kompositionen können je nach Anwendung konstant oder variabel sein.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das Fördersystem eine erste Beladevorrichtung zur Beladung eines ersten Fördermittels, beispielsweise einer zusammengesetzten Förderauflage, mit einem Fördergut auf. Eine solche erste Beladevorrichtung kann beispielsweise ein der Förderstrecke seitlich zulaufendes Förderband sein.

Gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das Fördersystem eine zweite Beladevorrichtung zur Beladung eines zweiten Fördermittels auf, beispielsweise eines sich in einer Förderstellung befindlichen Tabletts.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind die erste und die zweite Beladevorrichtung identisch, d.h. weist das Fördersystem eine gemischte Beladevorrichtung auf, die sowohl zur Beladung eines ersten Fördermittels, insbesondere einer zusammengesetzten Förderauflage, als auch zur Beladung eines zweiten Fördermittels, insbesondere eines sich in einer Förderstellung befindlichen Tabletts geeignet ist.

In einer Ausgestaltung weist das Fördersystem eine erste Entladevorrichtung zum Entladen von Fördergut von der zusammengesetzten Förderauflage weg auf. Das Entladen kann insbesondere in seitlicher Richtung weg von der zusammengesetzten Förderauflage erfolgen, jedoch ist z.B. auch ein Entladen in einer vertikalen Richtung möglich. Ein Entladen in mehrere unterschiedliche Richtungen ist möglich.

Es ist erfindungsgemäss möglich, dass das Fördersystem mehrere erste Entladezonen aufweist, die mehrere gleichartige und/oder unterschiedliche Arten von Entladevorrichtungen umfassen können.

Eine Ausgestaltung eines Fördersystem mit einer für eine Vielzahl von Transportgütern verwendbarer erster Entladevorrichtung kann erzielt werden, wenn die erste Entladevorrichtung eine Schiebevorrichtung aufweist, die quer zur Förderrichtung der Förderstrecke in den Förderbereich der Förderstrecke hineinbewegt werden kann, um ein auf einer zusammengesetzten Förderauflage aufliegendes Fördergut quer zur Förderrichtung zu verschieben und damit die zusammengesetzte Förderauflage zu entladen.

Alternativ oder in Ergänzung kann ein Fördersystem auch ein Abweiselement (bzw. Ablenkelement) auf, das in den Förderbereich der Förderstrecke hineinbewegt werden kann, um ein auf einer zusammengesetzten Förderauflage aufliegendes Fördergut quer zur Förderrichtung abweisen zu können und damit die zusammengesetzte Förderauflage zu entladen, während das Fördergut dieser in Förderrichtung bewegt wird.

Im Kontext der vorliegenden Anmeldung bedeutet„quer zur Förderrichtung" in einem bestimmten Winkel zur Förderrichtung der Fördervorrichtung, Insbesondere kann der Winkel 90 Winkelgrad betragen.

In einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Fördersystem eine zweite Entladevorrichtung zum Entladen von Fördergut von einem zweiten Fördermittel, insbesondere von einem Tablett auf.

Ein einfaches Entladen eines Tabletts kann erzielt werden, wenn die zweite Entladevorrichtung eine Steuerkulisse zum Steuern der Entladung des Tabletts aufweist. Eine solche Steuerkulisse kann z.B., wie weiter oben erwähnt, mit einem am Tablett angeordneten Steuerelement zusammenwirken, um einen Kippvorgang zur Ausgabe eines von dem Tablett geförderten Förderguts zu steuern.

Eine Steuerkulisse kann zu- und wegschaltbar sein, so dass ein Tablett an einer zweiten Entladevorrichtung bei Bedarf entladen oder nicht entladen werden kann.

Bei Bedarf können mehrere erste und/oder zweite Entladevorrichtungen in einer oder in mehreren räumlich zusammengefassten Entladezonen angeordnet sein.

Einer ersten oder einer zweiten Entladevorrichtung kann wenigstens ein, oder können mehrere, Weiter- bzw. Wegförderungsvorrichtungen zugeordnet sein. Alternativ oder in Ergänzung kann einer Entladevorrichtung eine Sammeivorrichtung zugeordnet sein, in welcher die entladenen Transportgüter gesammelt und wenigstens temporär gespeichert werden.

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Fördervorrichtung wenigstens einen Sensor auf, der erfasst, ob ein bestimmtes erstes und/oder ein zweites Fördermittel von einem Transportgut besetzt ist, insbesondere ob ein bestimmter Abschnitt einer zusammengesetzten Förderauflage oder ein bestimmtes Tablett von einem Transportgut besetzt ist.

Alternativ oder in Ergänzung kann ein Sensor auch bestimmen, ob eine sich an einem bestimmten Ort der Förderstrecke befindende Transporteinheit (bzw. sich befindendes Transportmittel) eine erste oder eine zweite Transporteinheit (bzw. ein erstes oder zweites Transportmittel) ist und/oder die Identität eines Tabletts be-stimmen.

Alternativ oder in Ergänzung kann ein Sensor die Art und/oder die Grösse und/oder das Gewicht und/oder die diesem zugeordnete Destination eines vom Fördersystem geförderten Förderguts erfassen. Als Sensoren können beispielsweise optische Sensoren (z.B. Kameras, Lichtschranken, Laserscanner) oder auch akustische Sensoren (z.B. Ultraschall-Systeme) oder Antennen (z.B. für RFI D) verwendet werden.

Alternativ oder in Ergänzung kann ein Sensor auch bestimmen, ob ein Transportgut auf einem Abschnitt der zusammengesetzten Förderauf lage oder auf einem Tablett gefördert wird, um beispielsweise eine diesem entsprechende Entladevorrichtung zu aktivieren.

Ein erfindungsgemässes Verfahren zum Betrieb eines erfindungsgemässen Fördersystems umfasst normalerweise die folgenden Schritte:

- Bereitstellen des Fördersystems;

- Beladen des wenigstens einen ersten Fördermittels mit einem ersten Fördergut; und/oder

- Beladen des wenigstens einen zweiten Fördermittels mit einem zweiten Fördergut;

- Fördern des wenigstens einen ersten Fördermittels entlang der Förderstrecke zu einer ersten Entladevorrichtung und Entladen des ersten Förderguts; und/oder

- Fördern des wenigstens einen zweiten Fördermittels zu einer zweiten Entladevorrichtung und Entladen des zweiten Förderguts des zweiten Förderguts in einer Entladestelle.

Gemäss einer Ausgestaltung des Verfahrens weist das wenigstens eine erste Fördermittel und /oder das wenigstens eine zweite Fördermittel ein Tablett auf , das vor dem Schritt des Beiadens in eine Beladestellung gebracht wird und/oder während dem Beladen in einer Beladestellung gehalten wird.

Gemäss einer Ausgestaltung des Verfahrens wird das erste oder das zweite Fördergut durch einen Schiebevorgang quer zur Förderrichtung entladen. Dadurch wird

ein einfaches und schonendes Entladen des ersten oder zweiten Förderguts von einer aus einer Anzahl von aufeinanderfolgenden Tragelementen zusammengesetzten Förderauflage ermöglicht.

Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens umfasst zudem die folgenden Verfahrensschritte:

- Zuführen eines zu fördernden Gegenstandes;

- Klassifizieren des Gegenstandes als erstes Fördergut oder als zweites Fördergut.

Eine solche Klassifizierung kann basierend auf der Art des Gegenstandes erfolgen. Stückgüter, wie z. B. grössere Gegenstände oder in Kisten oder andersartig verpackte Zusammenstellungen mehrerer kleinerer Gegenstände können so beispielsweise als erste Fördergüter klassiert werden und auf einen Abschnitt einer zusammengesetzten Förderauflage oder ein Tablett einer grossen Grösse geladen werden. Schüttgut oder kleinere Güter, die auf der zusammengesetzten Förderauflage aufgrund ihrer Form und/oder ihres Gewichts und/oder ihrer Oberflächenbeschaffenheit nicht zuverlässig und/oder schonend transportiert werden könnten, können beispielsweise als zweite Fördergüter klassiert werden und auf ein Tablett einer bestimmten/passenden Grösse geladen werden.

Alternativ oder in Ergänzung kann die Klassifizierung der Güter basierend auf deren Grösse und/oder Gewicht erfolgen.

Nach einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens, wird vor dem Beladen eines ersten und/oder eines zweiten Fördermittels, insbesondere einer zusammengesetzten Förderauf lage und/oder eines Tabletts bestimmt, ob eine solche Beladung nicht zu einer kritischen mechanischen Belastung des Fördersystems führen würde. Dazu kann z.B. ermittelt werden, wie die an ein erstes bzw. zweites Fördermittel (respektive der zusammengesetzten Förderauflage bzw. dem Tablett) angrenzenden Abschnitte des Fördersystems bereits mit Fördergut beladen sind. Eine solche Bestimmung kann beispielsweise über eine mechanische Vorrichtung zur Gewichtsmessung der Fördergüter und/oder die Messung der Verformung einer Förderschiene und/oder eines Tabletts und/oder eines Tragelements erfolgen. Alternativ oder in Ergänzung können dazu auch optische Sensoren verwendet werden. Auf diese Weise kann eine Beschädigung der Fördervorrichtung durch mechanische Überlast aufgrund ungleichmässig verteilter Fördergüter verhindert werden .

Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung kann ein erfindungsgemässes Fördersystem jedoch wenigstens temporär auch so betrieben werden, dass Fördergut nur auf Förderauflagen transportiert wird oder dass Fördergut nur auf Tabletts transportiert wird.

KU RZE ERLÄUTERUNG ZU DEN FIGU REN

Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Beschreibung werden Aspekte der Erfindung näher erläutert. Es zeigen schematisch:

eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems in einer Draufsicht;

eine Ausgestaltung einer erfindungsgemässen zusammengesetzten Förderauflage mit mehreren darauf geförderten Fördergütern in einer perspektivischen Ansicht von oben;

eine Ausgestaltung einer zusammengesetzten Förderauflage umfassend zwei Tragelemente in einer perspektivischen Ansicht von oben;

eine zusammengesetzte Förderauflage gemäss der Ausgestaltung aus Fig. 3 in einer Ansicht von vorne;

eine erste erfindungsgemässe Ausgestaltung zweier Tabletts, die als Kippschalen ausgebildet sind, in einer perspektivischen Ansicht von oben;

eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Tabletts in einer Ansicht von vorne;

die Ausgestaltung des Tabletts aus Fig. 6 in einem gekippten Zustand;

eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems in einer Draufsicht;

Fig. 9 eine Ausgestaltung einer Entladevorrichtung mit einer Schiebevorrichtung in einer Draufsicht;

Fig. 1 0 eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems in einer

Draufsucht;

Fig. 1 1 eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems in einer

Draufsicht.

WEGE ZU R AUSFÜH RUNG DER ERFI N DUNG

In den nachfolgenden Figuren und der dazugehörigen Beschreibung sind sich entsprechende Teile, soweit nicht anders vermerkt ist, mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Figur 1 zeigt schematisch eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems 1 umfassend zwei entlang einer Förderstrecke 30 verfahrbare zusammengesetzte Förderauflagen 1 0. 1 , 1 0.2, die erste Fördermittel 6 darstellen. Zum Zwecke besserer Veranschaulichung ist die Förderstrecke 30 unterbrochen dargestellt. Die zusammengesetzten Förderauflagen 1 0. 1 , 1 0.2 sind jeweils aus einer Anzahl aufeinanderfolgender Tragelemente 1 1 . 1 , 1 1 .2 zusammengesetzt. In der gezeigten Ausgestaltung sind die beiden Förderauflagen 1 0. 1 , 1 0.2 unterschiedlich ausgebildet (nicht dargestellt) . Eine erste Förderauflage 1 0. 1 kann z. B. aus einem sehr hitzebeständigen Material gebildet sein, so dass mit ihr auch relativ heisse Fördergüter gefördert werden können. Die zweite Förderauflage 1 0.2 kann dage-

gen z.B. eine Oberfläche aus einem Kunststoff mit einem hohen Haftreibungskoeffizienten aufweisen, so dass bestimmte grosse Fördergüter sicher transportiert werden können. Die beiden zusammengesetzten Förderauflagen 10.1, 10.2 dienen zum Fördern von frei darauf liegenden Fördergütern (nicht dargestellt). Das gezeigte Fördersystem 1 weist zudem mehrere Tabletts 20.1 , 20.2 auf, die in der gezeigten Ausführungsform als Kompositionen von Tabletts 27.1, 27.2 zusam-mengefasst sind und als zweite Fördermittel 7 dienen. Die Tabletts 20.1 , 20.2 sind über eine gemeinsame Förderkette 47 mit den zusammengesetzten Förderauflagen 10.1, 10.2 verbunden und so mit diesen entlang der Förderstrecke 30 verfahrbar. Die Tabletts 20.1,20.2 dienen zum Fördern von auf ihnen aufliegendem zweiten Fördergut (nicht dargestellt).

Die Figur 2 zeigt schematisch eine Ausgestaltung einer zusammengesetzten Förderauflage 10.1 gemäss der Erfindung. Diese ist in der Art eines Kettenförderers aus mehreren plattenförmigen Tragelementen 11.1, 11.2 ausgebildet. Die Tragelemente 11.1, 11.2 weisen auf ihrer Oberseite jeweils eine Elementoberfläche 12.1, 12.2 zur aufliegenden Förderung des Förderguts 2.1 in Förderrichtung F auf. Die Tragelemente 11.1, 11.2 sind so geformt und schuppenartig zueinander angeordnet, dass aneinander angrenzende Tragelemente 11.1, 11.2 sich teilweise überlappen. Dadurch entsteht eine zusammengesetzte bewegliche Förderfläche, die wie gezeigt auch die Förderung grösserer Transportgüter ermöglicht.

Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Ausgestaltung der Erfindung, bei der die Tragelemente 11.1, 11.2 einer zusammengesetzten Förderauflage 10.1 jeweils über ein Befestigungsmittel 41 mit entlang einer C-förmigen Förderschiene 31 geführten und verfahrbaren Förderelementen 40 verbunden sind. Die Förderelemente 40 weisen jeweils einen Förderwagen 42 auf. Dieser Förderwagen 42 ist als Innenläufer in einem in Schienenrichtung verlaufenden Kanal 32 in der Förderschiene 3 1 angeordnet und weist in der gezeigten Ausführungsform zwei Tragrollen 43. 1 , 43.2 auf, die auf Laufflächen im Kanal 32 abrollen. Ebenso weisen die gezeigten Förderwagen 42 Führungsrollen 44 auf, welche auf weiteren Führungsflächen der Förderschiene 3 1 abrollen und die Förderung der Förderwagen 42 entlang der Förderstrecke 30 wenigstens unterstützen.

Die Figur 5 zeigt eine Komposition 27 zweier Tabletts 20. 1 eines ersten Typs, die über eine in einer Förderschiene 3 1 geführten und aus mehreren Förderwagen 42 gebildeten Förderkette 47 verbunden sind. Beide Tabletts 20. 1 befinden sich in einer Transportstellung. Ein Tablett 20. 1 der dargestellten Ausführungsform umfasst jeweils eine Tablettplatte 21 , die eine ebene Tablettförderfläche 22 aufweist, auf welche ein Fördergut (nicht dargestellt) geladen werden kann. Die Tablettplatte 2 1 ist mit einer Kippvorrichtung 24 ( nur teilweise sichtbar) verbunden, welche die Tablettplatte 2 1 um eine parallel zur Förderrichtung F der Förderstrecke 30 angeordnete Kippachse von der Transportstellung in eine erste oder zweite Entladestellung kippen kann, um ein auf der Tablettförderfläche 22 liegendes Fördergut quer zur Förderstrecke 30 in zu entladen. Zur Steuerung des Kippens weist das gezeigte Tablett 20. 1 auf zwei Seiten jeweils ein als Rolle ausgebildetes Steuerelement 25.1 , 25.2 auf, über welches die Tablettplatte 2 1 im Zusammenwirken mit einer entlang der Förderstrecke 30 angeordneten Steuerkulisse (nicht dargestellt) in die erste o-der zweite Entladestellung kippen kann. Das in Figur 5 gezeigte Tablett 20. 1 des ersten Typs weist zudem einen zweiteilige Rückhalterahmen 23 auf, der verhindert, dass ein auf der Tablettförderfläche 22 liegendes Transportgut ungewollt vom Tablett 20. 1 rutschen oder rollen kann. Der Rückhalterahmen 23 ist dabei so gestaltet, dass er beim Kippen der Tablettplatte 2 1 anhebbar gegenüber der Tablettförderfläche 22 ist, wodurch die Abgabe eines sich auf der Tablettförderfläche 22 befindlichen Transportguts mittels Abrutschen unterstützt wird.

Die Figuren 6 und 7 zeigen eine Ausgestaltung eines Tabletts 20.2 eines zweiten Typs für ein erfindungsgemässes Fördersystem 1 . Figur 6 zeigt das Tablett 20.2 in einer Transportstellung. Das Tablett 20.2 umfasst eine Tablettplatte 2 1 mit einer Tablettförderfläche 22, auf welcher ein zu förderndes Transportgut 2.2 angeordnet ist. Die Tablettplatte 2 1 ist über eine Kippvorrichtung 24 mit einem Förderwagen 42 verbunden. Die Kippvorrichtung 24 umfasst ein zwei Rollen umfassendes Steuerelement 25. 1 , 25.2. Die Rollen des Steuerelements 25. 1 , 25.2 laufen jeweils auf der Förderstrecke zugeordneten Steuerkulissen 66. 1 , 66.2. U m das Tablett 20.2 in der Transportstellung zu halten, können die Steuerkulissen 66. 1 , 66.2 so relativ zur Förderstrecke ausgerichtet sein, dass die Tablettförderfläche 22 im Wesentlichen horizontal liegt, wie in Figur 6 dargestellt ist.

Figur 7 zeigt ein Tablett 20.2 in einer Entladestellung. Um diese zu erhalten wurde die Tablettplatte 2 1 mittels der Kippvorrichtung 24 um eine parallel zur Förderrichtung der Förderstrecke angeordnete Kippachse A gekippt. Dieser Kippvorgang wurde dabei wie dargestellt durch das Zusammenwirken der Steuerelemente 25. 1 , 25.2 mit der Steuerkulissen 66. 1 , 66.2 eingeleitet.

Figur 8 zeigt eine Ausgestaltung eines Fördersystems 1 mit einer geschlossenen Förderstrecke 30 entlang derer eine Anzahl zusammengesetzter Förderauflagen unterschiedlicher Arten/Typen 1 0.1 , 1 0.2 sowie Tabletts unterschiedlicher Arten/Typen 20. 1 , 20.2 (zusammengesetzte Förderauflagen und Tabletts sind nicht im Detail dargestellt) verfahren werden. Die zusammengesetzten Förderauflagen 1 0.1 , 1 0.2 und Tabletts 20. 1 , 20.2 werden von einer als Endlosschleife ausgebildeten Förderkette (nicht dargestellt) angetrieben, die ihrerseits von einem zentralen Antriebsmodul 5 angetrieben wird. Das Fördersystem 1 umfasst zudem Sensoren 4. 1 , 4.2, welche die Beladung der an ihnen vorbei geführten zusammengesetzten Förderauflagen 1 0.1 , 1 0.2 und Tabletts 20.1 , 20.2 erfassen. Das Fördersystem 1 weist zudem eine erste Beladevorrichtung 5 1 zum Beladen der zusammengesetzten Förderauflagen 1 0. 1 , 1 0.2 mit Fördergut (nicht gezeigt) auf. Ebenso umfasst das Fördersystem 1 eine zweite Beladevorrichtung 55 zum Beladen der Tabletts 20. 1 , 20.2 mit Fördergut ( nicht gezeigt) auf. Sensoren 4. 1 , 4.2, Antriebsmodul 5 und die beiden Beladevorrichtungen 5 1 , 5 werden von einer Steuerung 3 gesteuert. Entlang der Förderstrecke 30 sind drei Entladezonen mit ersten Entladevorrichtungen 61 . 1 , 61 .2 zur zum Entladen der zusammengesetzten Förderauflagen 1 0. 1 , 1 0.2 und/oder zweite Entladevorrichtungen 65. 1 , 65.2 zur Entladung der Tabletts 20.1 , 20.2 angeordnet. Die Tabletts 20.1 , 20.2 weisen zudem Marker auf (nicht dargestellt), mit deren Hilfe mittels der Sensoren 4. 1 , 4.2 die Art des Tabletts 1 0. 1 , 1 0.2 und/oder die Identität (z. B. Nummer) des Tabletts 1 0. 1 , 1 0.2 und/oder das damit geförderte Transportgut bestimmt werden kann.

Figur 9 zeigt schematisch eine Ausgestaltung einer ersten Entladevorrichtung 61 zur seitlichen Entladung von Fördergütern 2.1 von einer zusammengesetzten Förderauflage 1 0. 1 . Die Entladevorrichtung 61 umfasst dazu eine Schiebevorrichtung 62, die quer zur Förderrichtung F der Förderstrecke 30 in den Förderbereich der Förderstrecke 30 hinein bewegt werden kann, um ein auf der zusammengesetzten Förderauflage 1 0. 1 aufliegendes Fördergut 2. 1 quer zur Förderrichtung auf eine Wegförderungsvorrichtung 63 zu verschieben und damit die zusammengesetzte Förderauflage 1 0. 1 zu entladen.

Figur 10 zeigt schematisch eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems 1 ähnlich der in Figur 1 dargestellten Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems 1 . Das gezeigte Fördersystem 1 weist mehrere Tabletts 20. 1 , 20.2, 20.3 auf, die in der gezeigten Ausführungsform als Kompositionen von Tabletts 27.1 , 27.2 zusammengefasst sind und als zweite Fördermittel dienen. Wie schematisch dargestellt umfasst das Fördersystem 1 sowohl Tabletts 20. 1 ,

20.2 mit einer in Förderrichtung grösseren räumlichen Ausdehnung und Tabletts

20.3 mit einer in Förderrichtung im Vergleich zu den anderen Tabletts 20. 1 , 20.2 kleineren räumlichen Ausdehnung. Auf diese Weise können zweite Fördergüter (nicht dargestellt) mit unterschiedlichen äusseren Abmessungen auf Tabletts passender Grösse transportiert werden, und gleichzeitig auch die Förderleistung des Fördersystems 1 im Vergleich zu dem in Figur 1 gezeigten Fördersystem 1 für eine Vielzahl von Anwendungen erhöht werden. Die Zusammenstellung einer Komposition von Tabletts 20. 1 , 20.2, 20.3 kann in Abhängigkeit von den mit dem För- dersystem 1 zu fördernden Fördergütern erfolgen. Daneben umfasst die dargestellte Ausgestaltung des erfindungsgemässen Fördersystems 1 verfahrbare zusammengesetzte Förderauflagen 1 0.1 , 1 0.2, die erste Fördermittel darstellen. Auf den zusammengesetzten Förderauflagen 1 0.1 , 1 0.2 sind gleichmässig voneinander beabstandete Marker 50.3 angebracht, welche in diesem Fall RFID-Tags mit Barcodes und Beschriftungen sind. Diese stellen unter anderem einer Beladevorrichtung (nicht dargestellt) Informationen zur Belastbarkeit der jeweiligen Förderauflagen 1 0.1 , 1 0.2 und zur verbleibenden Distanz zu wenigstens einem Ende der Förderauflage zur Verfügung. Auf diese Weise kann z.B. vor dem Beladen mit einem besonders grossen Fördergut sichergestellt werden, dass tatsächlich auf der Förderauflage 1 0.1 , 1 0.2 noch ausreichend Raum für die Aufnahme des Förderguts vorhanden ist. Wie schematisch dargestellt weisen auch die Tabletts 20.1 , 20.2 mit der in Förderrichtung grösseren räumlichen Ausdehnung Marker 50.1 auf, welche in dieser Ausgestaltung ebenfalls RFID-Tags mit Barcodes und Beschriftungen sind. Ebenso weisen die Tabletts 20.3 mit der in Förderrichtung kleineren räumlichen Ausdehnung Marker 50.2 auf. Diese Marker 50. 1 , 50.2 können unterschiedliche abrufbare Informationen etwa zu der mechanischen und räumlichen Transportkapazität der einzelnen Tabletts 20.1 , 20.2, 20.3, sowie zu dem auf diesen geförderten Fördergut enthalten.

Figur 1 1 zeigt schematisch eine Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Fördersystems 1 , das mehrere entlang einer Förderstrecke 30 verfahrbare erste Fördermittel 6 aufweist, die als Tabletts 20.3 mit einer in Förderrichtung eher geringen räumlichen Ausdehnung aufweist. Ebenso weist das Fördersystem 1 mehrere entlang der Förderstrecke 30 zusammen mit den ersten Fördermitteln 6, respektive Tabletts 20.3 , verfahrbare zweite Fördermittel 7 auf, die als Tabletts 20. 1 mit einer in Förderrichtung im Vergleich zu den ersten Fördermitteln 6 räumlich grösseren Ausdehnung. Die ersten Fördermittel 6 sind insbesondere zum Fördern von relativ kleinem ersten Fördergut ausgelegt, wogegen die zweiten Fördermittel 7 zum För-dem von im Vergleich zum ersten Fördergut grösserem zweiten Fördergut ausgelegt sind. Die ersten und die zweiten Fördermittel sind mit Förderwagen 42 verbunden, die gemeinsam eine Förderkette 47 bilden.