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1. (WO2015197341) VERFAHREN, VORRICHTUNG UND PRODUKT ZUM ERLEICHTERTEN ERLERNEN EINER FREMDSPRACHE
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Verfahren, Vorrichtung und Produkt zum erleichterten Erlernen Fremdsprache

Beschreibung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren, eine Vorrichtung und ein Produkt zum erleichterten Erlernen einer Fremdsprache.

In DE 10 2007 01 3 027 A1 und DE 1 00 61 774 A1 sind sehr viele verschiedene Möglichkeiten beschrieben, einzelne Wörter oder Ausdrücke in einer ersten Sprache (Ausgangssprache) und in mehreren Fremdsprachen wiederzugeben . Problematisch an diesen Druckschriften ist, dass deren Inhalte nur bedingt verständlich sind und diese daher keine klare und verständliche technische Lehre vermitteln .

Aus DE 1 98 53 314 A1 ist eine Audiosignal-Verarbeitungseinrichtung bekannt, die den sogenannten Verdeckungseffekt mildern oder aufheben soll . Dazu umfasst die Einrichtung mindestens einen Eingangskanal für ein Audiosignal, einen dem Eingangssignal nachgeschalteten Verstärker und wenigstens zwei Ausgangskanäle zum Anschluss eines Stereokopfhörers. Die Einrichtung weist ferner mindestens zwei Filter oder eine Filtergruppe auf, mittels derer das über den Eingangskanal zugeführte Audiosignal in wenigstens zwei verschiedene Frequenzbereiche aufgeteilt und das derart in verschiedene Frequenzbereiche aufgeteilte Audiosignal den Ausgängen getrennt zugeführt wird .

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren, eine Vorrichtung und ein Produkt zur Verfügung zu stellen, die das Erlernen einer Fremdsprache erleichtern und den Lernfortschritt beschleunigen .

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben .

Gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Bearbeitung von Texten für eine spätere akustische Wiedergabe zum erleichterten Erlernen einer Fremdsprache wird ein Ausgangstext in einer ersten Sprache (Ausgangssprache) und ein eine Übersetzung des Ausgangstextes darstellender Fremdsprachentext in einer zweiten, von der ersten Sprache abweichenden Sprache (zu erlernende Fremdsprache) derart in Textabschnitte gegliedert, dass eine wechselweise akustische Wiedergabe eines Textabschnitts oder einer Gruppe von mehreren Textabschnitten des Fremdsprachentextes und einzelner Textabschnitte oder einer Gruppe korrespondierender vollständiger oder teilweiser Textabschnitte des Ausgangstextes als eine Sequenz vorgegeben ist, wobei korrespondierende Textabschnitte als Textabschnittspaare bezeichnet werden und wobei korrespondierende Gruppen von Textabschnitten als Textabschnittsgruppenzuordnungen bezeichnet werden, wobei die Textabschnittspaare und/oder die Textabschnittsgrup-penzuordnungen überwiegend zumindest teilweise zeitlich überlappend angeordnet sind und wobei die Textabschnittspaare und/oder die Textab-schnittsgruppenzuordnungen überwiegend vollständig innerhalb eines Zeitfensters von sechs Sekunden angeordnet sind . Bevorzugt sind die Textabschnittspaare und/oder die Textabschnittsgruppenzuordnungen überwiegend vollständig innerhalb eines Zeitfensters von fünf (weiter bevorzugt vier und besonders bevorzugt drei) Sekunden angeordnet. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass eine Sequenz stets aus einem vollständigen Text einer Fremdsprache und einer vollständigen oder teilweisen Übersetzung dieses Textes in einer Ausgangssprache besteht.

Die Gl iederung erfolgt dabei vorzugsweise derart,

- dass die spätere akustische Wiedergabe von einem Lernenden oder einem Lehrenden individuell variiert werden kann und/oder dass verschiedene, variierende (aber nicht mehr aktiv variierbare) Wiedergaben in einfacher Art und Weise erzeugt und gespeichert werden können .

Auf die beiden vorstehenden Varianten wird nachfolgend in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Produkt und in Verbindung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung noch im Detail eingegangen.

Mit„Texten" sind insbesondere aus mehreren Sätzen bestehende Geschich-ten, Sachtexte, literarische Werke oder sonstige Texte sowie Teile davon gemeint, die übergeordnete, zusammenhängende Sinneinheiten darstellen . Ebenfalls von dem Begriff „Text" umfasst sein sollen Gedichte oder sonstige, aus einer Vielzahl von Phrasen (aber nicht zwangsläufig aus vollständigen Sätzen) bestehende, einen übergeordneten Sinnzusammenhang ergebende Texte. Der Begriff „Text" soll allerdings nicht die Aneinanderreihung einzelner Wörter oder Phrasen in einer Art und Weise umfassen, die keinen übergeordneten Sinnzusammenhang ergibt, beispielsweise die Aneinanderreihung der Wiedergaben einzelner Vokabeln oder Ausdrücke sowie deren Übersetzung .

Mit„einer überwiegenden Länge von weniger als sechs (bzw. bevorzugt fünf/vier/drei/zwei) Sekunden" ist gemeint, dass mehr als 50 Prozent aller Textabschnitte der Ausgangssprache und der Fremdsprache eines Textes derart in Textabschnittspaare gegliedert sind, dass deren vollständige akustische Wiedergabe ein Zeitfenster von maximal sechs (bzw. bevorzugt fünf/vier/drei/zwei) Sekunden einnimmt. Dies gilt analog alternativ oder in Ergänzung für die Textabschnittsgruppenzuordnungen . Bevorzugt ist die Länge von mehr als 70 Prozent aller Textabschnittspaare (und optional auch der Textabschnittsgruppenzuordnungen) kürzer als sechs (bzw.

bevorzugt fünf/vi er/drei/zwei) Sekunden, weiter bevorzugt mehr als 80

Prozent und besonders bevorzugt mehr als 90 oder sogar 1 00 Prozent. Die sich vorstehend und im Folgenden auf prozentuale Angaben von Textabschnitten beziehenden Angaben sind auf die Anzahl der Textabschnitte der Fremdsprache einer Lerneinheit bezogen . Bei der Bestimmung der Länge eines Zeitfensters soll der Beginn eines Zeitfensters durch den Beginn der Wiedergabe des ersten Phonems eines Textabschnittspaares (bzw. einer Textabschnittsgruppenzuordnung) gelten und das Ende eines Zeitfensters durch das Beenden (Ausklingen) des letzten Phonems des gleichen Textabschnittspaares (bzw. der Textabschnittsgruppenzuordnung). Phasen, in denen ein Textabschnittspaar oder eine Textabschnittsgruppenzuordnung möglicherweise durch einen oder mehrere andere Textabschnitte„unterbrochen" sind, zählen ebenfalls zu dem Zeitfenster, so dass alle Zeitfenster aus genau einem Zeitraum mit einem Startzeitpunkt und einem Endzeitpunkt bestehen .

Mit einer Lerneinheit ist insbesondere eine Sequenz eines vollständigen Textes oder eines Teils eines vollständigen Textes gemeint, die vorzugs-weise auf eine Zeit von 30 Sekunden bis zehn Minuten begrenzt sind .

Besonders geeignet erscheinen Lerneinheiten mit Längen von einer bis fünf Minuten, insbesondere mit Längen von 80 bis 1 60 Sekunden .

Mit einer„überwiegend teilweise überlappenden Anordnung" ist gemeint, dass mehr als 50 Prozent der Textabschnitte des Fremdsprachentextes und der korrespondierenden vollständigen oder teilweisen Textabschnitte des Ausgangstextes zeitlich zumindest teilweise überlappend angeordnet sind . Dies gilt analog alternativ oder in Ergänzung für Textabschnittsgruppenzu-ordnungen, d .h . für Gruppen von Textabschnitten (Textabschnittsgruppen) des Fremdsprachentextes und (vollständigen oder teilweisen) korrespondierenden Gruppen von Textabschnitten (Textabschnittsgruppen) der Ausgangssprache. Mit„zumindest teilweise überlappend" ist insbesondere gemeint, dass ein Textabschnitt einer ersten Sprache akustisch wiedergegeben wird und vor Beendigung der Wiedergabe dieses Textabschnitts die Wiedergabe des korrespondierenden Textabschnitts der zweiten Sprache beginnt. Diese Art der zeitl ichen Anordnung wird im Folgenden auch als Pseudo-Synchronizität bezeichnet. Die Wiedergabe von Textabschnittspaaren (bestehend aus einem Textabschnitt der Fremdsprache und einem

korrespondierenden vollständigen oder teilweisen Textabschnitt der Ausgangssprache) erfolgt insofern überwiegend pseudo-synchron . Bevorzugt werden mehr als 70 Prozent der Textabschnittspaare pseudo-synchron wiedergegeben, weiter bevorzugt mehr als 80 Prozent und besonders bevorzugt mehr als 90 oder sogar 1 00 Prozent. In den meisten Fällen besteht ein Textabschnittspaar aus einem Wort des Fremdsprachentextes und einem korrespondierenden Wort des Ausgangstextes (das üblicherweise eine wörtliche Übersetzung ist). Ein besonderer Vorteil der zumindest teilweisen Überlappung in Verbindung mit der Erfindung ist, dass - obwohl ein vollständiger Text in der Fremdsprache wiedergegeben wird - in sehr engem zeitlichen Zusammenhang pseudo-synchron der Text der Ausgangssprache akustisch aufgenommen wird, wodurch ein sehr schnelles und eingängiges Verständnis und ein hoher Lernfortschritt auch in Bezug auf den Aufbau eines Fremdsprachenwortschatzes erzielt werden . Das Vorste-hende gilt analog oder in Ergänzung auch für Textabschnittsgruppenzuord-nungen . Als pseudo-synchron soll insoweit auch angesehen werden, wenn eine Textabschnittsgruppe der Fremdsprache zumindest teilweise überlappend mit einer Textabschnittsgruppe der Ausgangssprache wiedergegeben wird .

Zu berücksichtigen ist auch, dass ein einzelnes Wort des Fremdsprachentextes in manchen Fällen nur durch mehrere Wörter in der Ausgangssprache wiedergegeben werden kann, insbesondere durch n Wörter, wobei n eine ganze Zahl größer als 1 ist. In diesem Fall besteht ein Textabschnitts-paar aus einem Wort der Fremdsprache und den n korrespondierenden Wörtern der Ausgangssprache. Beispiel : ein Wort der Fremdsprache „Scende" (Ital ienisch) korrespondiert mit drei Wörtern der Ausgangssprache:„Er geht hinunter." (Deutsch).

Ebenfalls gibt es Fälle, in denen mehrere Wörter der Fremdsprache, insbesondere m Wörter, wobei m eine ganze Zahl größer als 1 ist, durch genau ein korrespondierendes Wort der Ausgangssprache wiedergegeben werden . In diesem Fall besteht ein Textabschnittspaar aus m Wörtern der Fremd- spräche und genau einem Wort der Ausgangssprache. Beispiel : ein Wort der Ausgangssprache:„Friedensgespräche" (Deutsch) korrespondiert mit zwei Wörtern der Fremdsprache:„peace tal ks" (Engl isch).

Schl ießl ich gibt es Redewendungen und Ausdrücke, die nicht wörtlich, sondern nur inhaltlich (mit anderen Worten oder durch korrespondierende Redewendungen bzw. Ausdrücke) wiedergegeben werden . In diesem Fall besteht ein Textabschnittspaar aus m Wörtern der Fremdsprache, wobei m eine ganze Zahl größer oder gleich 1 ist und n Wörtern der Ausgangsspra-che, wobei n eine ganze Zahl größer oder gleich 1 ist. Beispiel : Die englische Redewendung„it's raining cats and dogs" (Fremdsprache) korrespondiert mit der deutschen Übersetzung„es regnet in Strömen". In diesem Fall besteht das Textabschnittspaar aus sechs Wörtern der englischen Sprache (Fremdsprache) und vier Wörtern der deutschen Sprache (Ausgangsspra-che).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass als Textabschnittspaar vorliegend stets die kleinste Einheit korrespondierender Paare aus einem oder mehreren Wörtern der Fremdsprache und der Ausgangssprache angesehen wird . Dies sind in den meisten Fällen ein Wort der Fremdsprache und ein korrespondierendes Wort der Ausgangssprache (wörtliche Übersetzung). Es kann sich jedoch auch - wie vorstehend erläutert - um ein oder mehrere Wörter der Fremdsprache und um ein oder mehrere korrespondierende Wörter der Ausgangssprache handeln .

Der prozentuale Anteil von Textabschnittspaaren wird dadurch bestimmt, dass auf der Grundlage des Fremdsprachentextes (Text der zu erlernenden Fremdsprache, die üblicherweise zeitlich zuerst wiedergegeben wird) die Zahl der vorhandenen Textabschnittspaare wie vorstehend beschrieben ermittelt wird, wobei die kleinste eindeutige Wortpaarung des Fremdsprachentextes, die eine eindeutige, separate Entsprechung im Ausgangstext hat, als Textabschnittspaar angesehen wird . Füllwörter, die nur in einer Sprache vorkommen und in der anderen Sprache keine Entsprechung

haben, werden nicht als Teile von Textabschnittspaaren angesehen und daher bei der Ermittlung des prozentualen Anteils ausgelassen .

Als eine Gruppe von Textabschnitten (Textabschnittsgruppe) werden im vorliegenden Fall insbesondere zwei oder mehr (bevorzugt 2-6, besonders bevorzugt 2-5 und weiter bevorzugt 2-4) Textabschnitte des Fremdsprachentextes bezeichnet, die zusammenhängend (d .h . ohne größere Sprechpausen wie oben erwähnt) wiedergegeben werden. Als solche werden vorzugsweise solche Textabschnitte zur einer Textabschnittsgruppe zu-sammengeführt, die

- inhaltlich und strukturell zusammengehören,

- in sich noch keine vollständige Sinneinheit bilden und/oder

- als Gruppe zur strukturellen und inhaltlichen Vervollständigung der übergeordneten Struktur (insbesondere eines vollständigen Satzes) beitragen .

Beispiel : Die Wörter„das blaue Auto" können in einem Satz als Gruppe von drei Textabschnitten aufgefasst werden, da sie inhaltlich und strukturell zusammengehören . Substantive (wie z.B.„Auto") benötigen im Deutschen einen Artikel („das"), und das vom Substantiv abhängige Adjektiv„blaue" definiert das Substantiv genauer.

Die Wörter„das blaue Auto" bilden auch noch keine vollständige Sinneinheit bilden, da das Verb fehlt.

In einem Satz kann diese Textabschnittsgruppe eine essenzielle Rolle spielen : Etwa in dem Satz;„Das blaue Auto fährt" als Subjekt oder in dem Satz:„Hugo kauft das blaue Auto" als Objekt.

In dem Satz:„Wir steigen in das blaue Auto" besteht die Textabschnittsgruppe nunmehr aus vier Textabschnitten („in das blaue Auto") und würde dann die Funktion einer adverbialen Bestimmung erfüllen .

In der Regel sollen erfindungsgemäß Textabschnittsgruppen räumlich eng zusammen stehen . Allerdings gibt es hier abhängig von Sprachen und Strukturen auch Ausnahmen . Dies ist der Grund für die zahlreichen Formu-lierungen mit dem bereits erläuterten Begriff „überwiegend". Ein Beispiel hierfür sind die trennbaren Verben im Deutschen, deren Präfix sich je nach Situation an das äußerste Ende eines Satzgefüges verschieben kann . In diesem Fall bildet etwa das Verb„stattfinden" eine Gruppe von zwei Textabschnitten („findet" statt"):„Der Empfang findet direkt im Anschluss an die Premiere im Empfangsbereicht oberhalb des Foyers, welches [Anmerkung : hier können beliebig viele Einschübe ergänzt werden], statt."

Ein gemäß der Erfindung bearbeiteter Text mit Gruppen von Textabschnitten in der Fremdsprache und korrespondierenden Gruppen von Textab-schnitten in der Ausgangssprache, d .h . mit Textabschnittsgruppenzuord-nungen, macht die Textabschnittsgruppenzuordnungen in einem engen zeitlichen Zusammenhang hörbar. Dabei wird angestrebt, Textabschnittsgruppen überwiegend innerhalb eines Zeitfensters von sechs Sekunden (bevorzugt fünf Sekunden, weiter bevorzugt vier Sekunden und besonders bevorzugt drei Sekunden) vollständig wiederzugeben .

Soweit es aufgrund syntaktischer oder anderer Gründe nicht mögl ich ist oder bewusst darauf verzichtet wird, Textabschnittspaare bzw. Textab-schn ittsgruppenzuordnungen innerhalb eines Zeitfensters von sechs (bzw. vorzugsweise fünf/vier/drei/zwei) Sekunden wiedergebbar anzuordnen (Anmerkung : dies sind weniger als 50 Prozent aller Textabschnittspaa-re/Textabschnittsgruppenzuordnungen, vorzugsweise deutlich weniger als 50 Prozent, nämlich weniger als 30/20/1 0 Prozent), wird bevorzugt zumindest bei in Sätzen gegliederten Texten der Grundsatz verfolgt, dass Text-abschnittspaare innerhalb der Wiedergabe eines Satzes angeordnet werden, d.h . dass jeder mit einem Textabschnitt eines Satzes des Fremdsprachentextes korrespondierender Textabschnitt der Ausgangssprache zumindest teilweise (und vorzugsweise vollständig) wiedergegeben wird, bevor der folgende Satz des Fremdsprachentextes wiedergegeben wird . Mit anderen Worten ausgedrückt, erfolgt die Wiedergabe des Fremdsprachentextes (vorzugsweise vollständig) und des Ausgangstextes (vollständig oder teilweise) Satz für Satz, wobei die Textabschnitte, wie vorstehend erläutert, überwiegend pseudo-synchron wiedergegeben werden .

Die akustische Wiedergabe verschiedener Varianten von Texten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Verfahren bearbeitet wurden, ermögl ichen es einem eine Fremdsprache Erlernenden, in besonders einfacher Art und Weise die Sprache zu erlernen, da durch die akustische Wiedergabe entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren überarbeiteter Texte das auditorische sensorische Gedächtnis des Menschen systematisch genutzt und damit die natürliche Assoziationsfähigkeit des Gehirns besonders effizient ausgenutzt wird . Dies gilt insbesondere, wenn korrespondierende Textabschnittspaare überwiegend innerhalb eines Zeitfensters von zwei Sekunden und besonders bevorzugt innerhalb von einer Sekunde angeordnet sind .

Es ist bevorzugt, wenn die Textabschnitte des Fremdsprachentextes und/oder die Textabschnittsgruppen des Fremdsprachentextes überwiegend vor den korrespondierenden Textabschnitten bzw. Textabschnittsgruppen des Ausgangstextes angeordnet werden, d .h . der Text der Fremdsprache läuft in der Regel vor. Damit ist gemeint, dass bei mehr als 50 Prozent der Textabschnittspaare der Textabschnitt des Fremdsprachentextes zumindest teilweise zeitlich vor dem Textabschnitt des Ausgangstextes wiedergegeben wird bzw. dass die Wiedergabe einer Textabschnittsgruppe des Fremdsprachentextes vor der Wiedergabe der korrespondierenden Textabschnittsgruppe des Ausgangstextes beginnt. Vorzugsweise gilt diese Reihenfolge für mehr als 70 Prozent, weiter bevorzugt für mehr als 80 Prozent und besonders bevorzugt für mehr als 90 oder sogar 1 00 Prozent aller Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen . Durch diese

Reihenfolge wird die zu erlernende Fremdsprache selbst bei vollständiger Wiedergabe des korrespondierenden Ausgangstextes aufgrund der Anord-

nung der Textabschnitte bzw. der Textabschnittsgruppen in den Vordergrund gerückt.

Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden korrespondierende Textabschnitte, d .h . Textabschnittspaare, und/oder Textabschnittsgruppenzuordnungen so ausgewählt und einander zugeordnet, dass diese überwiegend ohne Unterbrechung durch andere Textabschnitte bzw. andere Textabschnittsgruppen zusammenhängend wiedergegeben werden . Mit„überwiegend ohne Unterbrechung" ist vorliegend - im Fall der Textabschnittspaare - gemeint, dass bei mindestens 50 Prozent der Textabschnittspaare auf den Beginn der Wiedergabe eines Textabschnitts der Fremdsprache (d .h . eines Wortes) unmittelbar das korrespondierende Wort der Ausgangssprache folgt. Mit„überwiegend ohne Unterbrechung" ist vorliegend - im Fall der Textabschnittsgruppenzuordnungen -gemeint, dass bei mindestens 50 Prozent der Textabschnittsgruppenzuord-nungen auf den Beginn der Wiedergabe einer Textabschnittsgruppe der Fremdsprache (d .h . einer Gruppe von Textabschnitten des Fremdsprachentextes) unmittelbar die Wiedergabe der korrespondierenden Textabschnittsgruppe des Ausgangstextes beginnt. Bevorzugt gilt das Vorstehende für 70 Prozent aller Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen . Weiter bevorzugt gilt dies für 80 Prozent aller Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen und besonders bevorzugt für 90 oder sogar 1 00 Prozent aller Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppen-zuordnungen . In diesem Fall ist die Ausnutzung des auditorischen sensori-sehen Gedächtnisses besonders effizient.

In einer weiteren praktischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden alle Textabschnitte und/oder Textabschnittsgruppen der Ausgangssprache und der Fremdsprache indiziert (d .h . es werden für jeden Textabschnitt eindeutige Indizes vergeben) und/oder als separate Daten gespeichert, um die Reihenfolge und die relative zeitliche Anordnung der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen zueinander mit Hilfe der vergebenen Indizes bzw. durch Zugriff auf die separaten Daten zum Zwecke der Variation beliebig steuern zu können . Mit der vorstehend angesprochenen bel iebigen Steuerung ist insbesondere gemeint, dass die Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Ausgangssprache und die Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Fremdsprache durch deren separate Indizierung bzw. Speicherung in ihrer Reihenfolge zwar vorgegeben sind, aber hinsichtlich ihrer akustischen Wiedergabe variierbar sind . Damit ist zunächst gemeint, dass die Lautstärke der Wiedergabe der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Ausgangssprache und der Wiedergabe der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Fremdsprache separat steuerbar sind . Ferner können in diesem Fall die Startzeitpunkte der Wiedergabe der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Ausgangssprache und der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen der Fremdsprache relativ zueinander verschoben werden, wodurch die Pseudo-Synchronizität variiert wird . D.h . der Beginn der Wiedergabe eines Textabschnitts bzw. einer Textabschnittsgruppe der Fremdsprache kann relativ zu der Wiedergabe des korrespondierenden Textabschnitts bzw. der korrespondierenden Textabschnittsgruppe der Ausgangssprache - ausgehend von einer vorgegebenen Anordnung der Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen -zeitlich vor oder zurück verschoben werden . Die Möglichkeit der Verschie-bung kann insbesondere so weit gehen, dass Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen vollständig sequentiell , d .h . ohne Überlappung, nacheinander wiedergegeben werden und/oder dass Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen gleichzeitig, d .h . vollständig synchron, wiedergegeben werden .

Eine„Kreuzverschiebung" dergestalt, dass ein - in der vorgegebenen Reihenfolge der Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppen - führender (d .h. zeitlich vorlaufender) Textabschnitt bzw. eine führende Textabschnittsgruppe des Fremdsprachentextes so weit nach hinten verschoben wird, dass er bzw. sie zeitl ich gegenüber dem korrespondierenden Textabschn itt bzw. der korrespondierenden Textabschnittsgruppe des Ausgangssprachentextes nachläuft, kann als besonderes Hervorhebungsmittel genutzt werden, um bei einem eine Fremdsprache Erlernenden die Auf-

merksamkeit zu erhöhen, beispielsweise um darauf hinzuweisen, dass die Satzstellung des Fremdsprachentextes gegenüber der Satzstellung des Ausgangssprachentextes hinsichtl ich dieser Textabschnitte bzw. Textab-schnittsgruppenzuordnungen voneinander abweicht. So können die Wieder-gabemöglichkeiten für Lernende und Lehrende auf einfache Art und Weise erweitert werden .

In einer weiteren praktischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Phoneme oder Gruppen von Phonemen einzelner Textabschnitte (des Fremdsprachentextes und/oder des Ausgangssprachentextes) mit individuellen Priorisierungsparametern versehen, die es ermöglichen, eine spätere Wiedergabe dieser Phoneme oder Gruppen von Phonemen unter Berücksichtigung eines auswählbaren Soll-Priorisierungsparameters individuell zu steuern . Insbesondere können einzelne Wörter mit individuellen Priorisierungsparametern versehen sein. Diesbezüglich wird insbesondere auf folgende, nicht beschränkende Beispiele verwiesen :

Priorisierung von Wörtern mit Zahlenpriorisierungsparametern :

Wenn beispielsweise einzelne Wörter mit Zahlen (Zahlenpriorisierungsparametern) priorisiert werden, können diese Zahlenpriorisierungsparameter für eine spätere (eindimensionale) Variation der akustischen Wiedergabe genutzt werden . Die Priorisierung erfolgt in diesem Fall dadurch, dass für jedes Wort ein Zahlenpriorisierungsparameter zwischen 1 und 10 vergeben wird, wobei 1 für eine niedrige und 1 0 für eine hohe Priorisierung steht. Durch Auswahl eines Soll-Zahlenpriorisierungsparameters von einem

Lernenden oder Lehrenden vor der akustischen Wiedergabe eines Textes kann dann eine Variation der Wiedergabe insofern erfolgen, als dieser einen Soll-Zahlenpriorisierungsparamter auswählt und nach Auswahl dieses Soll-Zahlenpriorisierungsparameters nur noch solche Wörter akustisch wiedergeben werden, deren Zahlen-Priorisierungsparameter mindestens dem Soll-Priorisierungsparameter entspricht.

Wurden beispielsweise in dem Textabschnittspaar mit Ausgangssprache Deutsch und Fremdsprache Englisch

„He was greatly interested" -„Er war sehr interessiert"

die deutschen Wörter wie folgt priorisiert:

„Er (1 0) war (5) sehr (5) interessiert (1 0)",

würden bei Wahl eines Soll-Priorisierungsparameters zwischen 6 und 9 nur die Wörter„Er" und„interessiert" wiedergegeben werden .

Priorisierung von Wörtern mit Farben :

Analog zu Vorstehendem können einzelne Phoneme oder Gruppen von Phonemen auch mit Farben priorisiert werden, indem einzelnen Phonemen oder Gruppen von Phonemen Farbpriorisierungsparameter zugeordnet werden . Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass bestimmten Wortarten feste Farben zugeordnet werden, beispielsweise könnten Substantiven die Farbe grün und Verben die Farbe blau zugeordnet werden . Durch Wahl eines oder mehrerer Soll-Priorisierungsparameter können in diesem Fall gezielt nur bestimmte Wortarten wiedergegeben werden . Im Vergleich zu den Zahlenpriorisierungsparametern kann mit den Farbpriori-sierungsparametern insoweit auch eine zweidimensionale Auswahl erfolgen, indem mehrere Farben und/oder Mischfarben ausgewählt werden.

Die Priorisierung kann auch dazu genutzt werden, die Lautstärke bei der akustischen Wiedergabe priorisierter Phoneme oder Gruppen von Phonemen auf der Grundlage des jeweiligen Priorisierungsparameters zu wählen .

Eine Priorisierung kann sowohl in der Ausgangssprache als auch in der Fremdsprache erfolgen . Sie erfolgt vorzugsweise zumindest in der Ausgangssprache, insbesondere um Phoneme, Wörter oder Gruppen von Phonemen in der Ausgangssprache bei fortschreitendem Lernzustand

akustisch in den Hintergrund treten zu lassen oder vollständig ausblenden (d .h . die akustische Wiedergabe„unterdrücken") zu können .

In einer weiteren praktischen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens werden zwischen einzelnen Textabschnitten des Fremdspra-chentextes und/oder des Ausgangstextes Sprechpausen im Bereich von einer Zehntelsekunde bis zwei Sekunden angeordnet. Damit sind insbesondere„künstliche" Sprechpausen gemeint, die als Unterbrechung des natürlichen Sprachflusses wahrgenommen werden, wenn nur die Spur der Fremd-spräche oder nur die Spur der Ausgangssprache wiedergegeben wird .

Solche„künstlichen" Sprechpausen sind insbesondere erforderl ich, wenn die korrespondierenden Textabschnitte des Ausgangstextes vollständig pseudosynchron wiedergegeben werden sollen. Werden korrespondierende Textabschnitte des Ausgangstextes - insbesondere nach voranschreiten-dem Lernfortschritt - zunehmend teilweise ausgeblendet (d .h . nicht mehr wiedergegeben) und die korrespondierenden Textabschnitte des Ausgangstextes daher dann nur noch teilweise wiedergegeben, ist es ggf. hilfreich, wenn die vorstehend erwähnten„künstl ichen" Sprechpausen wieder verringert oder ganz entfernt werden können . Hierauf wird im Folgenden in Verbindung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem erfindungsgemäßen Produkt noch detaillierter Bezug genommen .

Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung und ein Produkt zur akustischen Wiedergabe eines Textes zum erleichterten Erlernen einer Fremdsprache, wobei von der Vorrichtung und/oder dem Produkt ein Ausgangstext in einer ersten Sprache und ein Fremdsprachentext des Ausgangstextes in einer zweiten Sprache in Textabschnitten (unabhängig von manuellen Eingriffen oder Programmierfähigkeiten eines Benutzers) wechselweise wiedergebbar ist, wobei korrespondierende Textabschnitte und/oder korrespondierende Gruppen von Textabschnitten bei der Wiedergabe überwiegend innerhalb eines Zeitfensters von sechs (bzw. bevorzugt fünf/vi er/drei/zwei) Sekunden angeordnet sind . Dabei umfassen die Vorrichtung und das Produkt jeweils mindestens eine Konfiguration mit einer sich zumindest teilweise zeitlich überlappenden Wiedergabe korrespondierender Textabschnitte und/oder korrespondierende Gruppen von Textabschnitten . Bei dieser Konfiguration ist die zumindest teilweise zeitliche Überlappung vorzugsweise bei mindestens 50 Prozent, weiter bevorzugt bei mindestens 70 Prozent, weiter bevorzugt bei mindestens 80 Prozent und besonders bevorzugt bei mindestens 90 oder sogar 1 00 Prozent aller Textabschnittspaare und/oder korrespondierender Gruppen von Textabschnitten (Textabschnittsgruppenzuord-nungen) gegeben . Insbesondere betrifft die Erfindung eine Vorrichtung und ein Produkt, bei welchen ein gemäß dem vorstehend beschriebenen Verfah-ren überarbeiteter Text zum Einsatz kommt. Das vorstehend und nachfolgend mehrfach verwendete Wort„wechselweise" soll bedeuten, dass die Wiedergabe der Textabschnitte einer Sprache (in der Regel der Fremdsprache) zeitlich (meist nur geringfügig) gezielt vor der Wiedergabe der korrespondierenden Textabschnitte der anderen Sprache (in der Regel der

Ausgangssprache) beginnt. Dies umfasst eine rein sequentielle Wiedergabe (getrennt voneinander und nacheinander) sowie eine - wie aus den noch folgenden Ausführungsbeispielen ersichtl ich werden wird - pseudosynchrone Wiedergabe (teilweise zeitlich überlappend).

Mindestens der Fremdsprachentext (Text in der zu erlernenden Fremdsprache) wird dabei vorzugsweise (zumindest textabschnittsgruppenweise) in einer natürlichen Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke wiedergegeben , besonders bevorzugt so, dass bei vollständiger Ausblendung des Ausgangstextes keine unnatürlichen Pausen (zumindest innerhalb von Textab-schnittsgruppen) entstehen . Dazu werden die Textabschnitte der Ausgangssprache überwiegend pseudo-synchron und/oder in natürlichen Sprechpausen angeordnet. Ebenfalls bevorzugt ist es, wenn die Textabschnitte des Fremdsprachentextes überwiegend vor den korrespondierenden Textabschnitten des Ausgangstextes wiedergegeben werden, d .h . zu mehr als 50 Prozent, bevorzugt mehr als 70 Prozent, weiter bevorzugt mehr als 80 Prozent und besonders bevorzugt mehr als 90 oder sogar 1 00 Prozent). Darüber hinaus wird vorzugsweise angestrebt, dass korrespondierende Textabschnitte (d .h . Textabschnittsspaare) zu mehr als 50 Prozent, bevor- zugt zu mehr als 70 Prozent, besonders bevorzugt zu mehr als 80 Prozent und weiter bevorzugt zu mehr als 90 oder sogar 1 00 Prozent aus einem einzelnen Wort der Fremdsprache und den korrespondierenden Phonemen der Ausgangssprache bestehen .

Erfindungsgemäße Vorrichtungen umfassen insbesondere auch Software, die auf einem geeigneten elektronischen Gerät, wie z.B. einem PC oder einem Smartphone, installiert ist und ausgeführt werden kann, um die akustische Wiedergabe eines Textes in der vorstehend beschriebenen Art und Weise zu ermöglichen . Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Software Indizes, die einzelnen Textabschnitten des Ausgangstextes und einzelnen Textabschnitten des Fremdsprachentextes zugeordnet wurden, erfasst und auf der Grundlage dieser Indizes die zugeordneten Textabschnitte in einer bestimmten, festgelegten Reihenfolge wiedergibt. Dabei kann die Software auch bestimmte Triggerfunktionen umfassen, die es ermögl ichen, die Wiedergabe einzelner Textabschnitte oder einzelne Phoneme von Textabschnitten durch Setzen bestimmter Trigger zu betonen, zu unterdrücken, zeitl ich versetzt wiederzugeben oder auf andere Art und Weise zu variieren . Als solche Trigger können beispielsweise wie vorste-hend beschriebene Priorisierungsparameter eingesetzt werden. Ein Vorteil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass dem Nutzer einer solchen Vorrichtung auf einfache Art und Weise die Mögl ichkeit geboten werden kann, selbst ein oder mehrere Trigger zu setzen und somit die akustische Wiedergabe seinem individuellen Lernfortschritt anzupassen.

Erfindungsgemäße Produkte umfassen insbesondere Dateien, die auf Datenträgern gespeichert und/oder aus dem Internet abrufbar sein können, um verschiedene, bereits vorkonfigurierte Audiosequenzen wiederzugeben . Mit diesen Audiosequenzen sind variierende akustische Wiedergaben der gleichen Lerneinheiten gemeint. Nur beispielhaft wird diesbezüglich auf die Mögl ichkeit verwiesen, einen Ausgangstext und einen dazugehörigen

Fremdsprachentext in drei verschiedenen Varianten wiederzugeben :

In einer ersten Variante werden der Ausgangstext und der dazugehörige Fremdsprachentext in Textabschnitten wechselweise vollständig wiedergegeben. In einer zweiten Variante werden der Ausgangstext und der Fremdsprachentext in der gleichen Reihenfolge wechselweise wiedergegeben, wobei die Lautstärke des Fremdsprachentextes reduziert ist. In einer dritten Variante werden der Ausgangstext und der Fremdsprachentext in der gleichen Reihenfolge wechselweise wiedergegeben, wobei die Lautstärke des Fremdsprachentextes nochmals reduziert ist.

Die Vorrichtung und/oder das Produkt umfasst in weiteren praktischen

Ausführungsformen Mittel, welche es ermöglichen, mindestens einen der im Folgenden genannten Parameter zu variieren :

a) Grad der Überlappung von korrespondierenden Textabschnitten

und/oder korrespondierenden Gruppen von Textabschnitten , d .h . Variation des zeitlichen Abstandes zwischen dem Beginn der Wiedergabe eines Textabschnitts bzw. einer Textabschnittsgruppe der

Fremdsprache und einem korrespondierenden Textabschnitt bzw. einer korrespondierenden Textabschnittsgruppe der Ausgangssprache; der Grad der Überlappung kann insbesondere von 0 bis 1 variieren, wobei 0 bedeutet, dass es überhaupt keine Überlappung gibt, d .h . dass ein Textabschnitt des Ausgangstext sequenziell oder sogar nach einer kurzen Pause nach einem Textabschnitt des Fremdsprachentextes wiedergegeben wird und wobei 1 bedeutet, dass korrespondierende Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppen des Fremdsprachentextes und des Ausgangstextes sich vollständig überlappen . Eine vollständige Überlappung kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn einzelne Wörter der Fremdsprache und der Aus- gangssprache gleichen Ursprungs sind, identisch oder ähnlich ausgesprochen werden oder es aus anderen Gründen dem Gehirn leicht fällt, diese beiden Wörter auch bei gleichzeitiger akustischer Wahrnehmung parallel aufzunehmen .

b) Lautstärke gesamter Textabschnitte, Textabschnittsgruppen und/oder einzelner Phoneme des Ausgangstextes und/oder des Fremdsprachentextes.

c) Umfang der Wiedergabe (vollständige und teilweise) einzelner Textabschnitte des Ausgangstextes und/oder des Fremdsprachentextes, d .h . Unterdrückung einzelner Wörter und/oder Phoneme der Fremdsprache und/oder der Ausgangssprache.

d) Besondere Betonung oder Hervorhebung einzelner Wörter und/oder Phoneme der Fremdsprache und/oder der Ausgangssprache.

e) Abspielgeschwindigkeit: Die Geschwindigkeit kann selektiv nur für eine Sprache oder synchron für beide Sprachen verändert werden, insbesondere, wenn der Lernende sich mit der vorgegebenen Geschwindigkeit unterfordert fühlt oder um dem Lernenden die Möglichkeit zu bieten, die akustische Wahrnehmung an persönliche Erfahrungen oder Gewohnheiten in Verbindung mit der Wahrnehmung der Sprachen anzupassen .

f) Sprechpausen zwischen einzelnen Textabschnitten und/oder Textabschnittsgruppen des Fremdsprachentextes und/oder des Ausgangstextes: Insbesondere wenn korrespondierende Textabschnitte der Ausgangssprache vollständig wiedergegeben werden, ist es sinnvoll und häufig der Fall, dass zwischen einzelnen Textabschnitten oder Gruppen von Textabschnitten der Fremdsprache und/oder der Ausgangssprache„künstl iche" Sprechpausen von wenigen Zehntelsekunden bis zu mehreren Sekunden kreiert werden, die insbesondere für die Wiedergabe von korrespondierenden oder anderen Textabschnitten der Ausgangssprache genutzt werden . Wenn in einem fortgeschrittenen Lernstadium die korrespondierenden Textabschnitte der Ausgangssprache nur noch teilweise wiedergegeben werden, insbesondere in Form von vereinzelten Schlagworten, ist es vorteilhaft, wenn die zuvor„künstlich" kreierten Sprechpausen wieder vollständig oder zumindest teilweise„beseitigt" werden . Daher ist es vorteilhaft, wenn eine erfindungsgemäße Vorrichtung oder das Produkt Mittel

aufweisen, um die Sprachpausen zwischen einzelnen Textabschnitten oder Gruppen von Textabschnitten modifizieren zu können. Sprechpausen werden vorzugsweise so weit reduziert, dass korrespondierende Textabschnitte bei pseudosynchroner Wiedergabe akustisch gut verständlich und vom Gehirn effizient aufnehmbar sind . Sie werden weiter bevorzugt zumindest so weit verringert, dass sich zumindest eine sequenzielle wechselweise Wiedergabe von Textabschnitten des Fremdsprachentextes und des Ausgangstextes mit Pausen innerhalb von zusammenhängenden phonetischen Sequenzen von maximal 1 -3 Zehntelsekunden ergeben .

Ein erfindungsgemäßes Produkt muss nicht zwangsläufig bel iebig variierbar gestaltet sein . Es kann sich insoweit auch um ein in seiner Komplexität reduziertes Produkt handeln, das dem Nutzer eine beschränkte Auswahl an Variationen zur Verfügung stellt. Vorteile eines solchen Produktes sind nicht nur eine einfache Bedienung für den Nutzer, sondern auch eine einfache und kostengünstige Herstellmöglichkeit und die Möglichkeit, ein solches Produkt nahezu überall auf üblichen Wiedergabegeräten abspielen zu können. Das Produkt kann beispielsweise in Form einer Audiodatei gespei-chert auf einer Speicherkarte oder einer CD vorliegen, für welche nahezu jedermann über ein entsprechendes Abspielgerät verfügt. Bei einem solchen Produkt können beispielsweise fünf Lerneinheiten mit jeweils 9 bzw. 1 0 Variationen wie folgt gespeichert sein :

Track 01 -09: neun Variationen der ersten Lerneinheit

Track 1 0-1 9: zehn Variationen der zweiten Lerneinheit

Track 20-29: zehn Variationen der dritten Lerneinheit

Track 30-39: zehn Variationen der vierten Lerneinheit

Track 40-49: zehn Variationen der fünften Lerneinheit

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch eine Anzeige aufweisen oder mit einer Anzeige verbunden sein, mittels welcher Textabschnitte des Ausgangstextes und/oder Textabschnitte des Fremdsprachentextes

und/oder sonstige Zusatzinformationen zu den Texten vollständig oder teilweise visuell wiedergebbar sind . Diesbezüglich wird insbesondere auf die Möglichkeit verwiesen, parallel zur Wiedergabe der Textabschnitte des Fremdsprachentextes oder einzelne Wörter einer zu erlernenden Fremd-spräche zeitlich parallel zur akustischen Wiedergabe auf einer Anzeige optisch wiederzugeben . Eine solche Anzeige kann darüber hinaus oder alternativ dazu genutzt werden, durch Symbole oder auf andere Art und Weise auf abweichende Satzstellungen in der ersten und in der zweiten Sprache hinzuweisen . Auf einer entsprechenden Anzeige können - abhän-gig vom Kenntnisstand eines Lernenden - auch selektiv Wörter eines bestimmten Grundwortschatzes oder besonders seltene und/oder schwierige Wörter der Fremdsprache und/oder der Ausgangssprache wiedergegeben werden, um die Aufmerksamkeit des Lernenden zu erhöhen und das visuelle Gedächtnis zusätzlich anzusprechen .

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Erlernen einer Fremdsprache mit Hilfe einer Vorrichtung oder eines Produkts nach einem der vorstehenden Ansprüche, gemäß welchem ein Text wechselweise in Textabschnitten oder Gruppen von Textabschnitten eines Ausgangstextes in einer ersten Sprache (Ausgangssprache) und Textabschnitten oder Gruppen von Textabschnitten eines Fremdsprachentextes (Fremdsprache) in einer zweiten Sprache wiedergegeben wird, wobei korrespondierende Textabschnittspaare oder korrespondierende Gruppen von Textabschnittspaaren (Textab-schnittsgruppenzuordnungen) überwiegend ohne Unterbrechung unmittelbar aufeinander folgend innerhalb eines Zeitfensters von sechs (bzw. bevorzugt fünf/vier/drei/zwei) Sekunden wiedergegeben werden und wobei der Text wiederholt in mindestens zwei verschiedenen Variationen wiedergegeben wird . Die erste und die wiederholte (variierte) Wiedergabe erfolgen vorzugsweise innerhalb eines Zeitfensters von maximal 60 Minuten, weiter bevorzugt innerhalb eines Zeitfensters von maximal 1 5 Minuten und besonders bevorzugt innerhalb eines Zeitfensters von maximal 8 Minuten . Es können auch mehr als zwei Wiederholungen durchgeführt werden . Vorzugsweise wird bei wiederholten Wiedergaben der Ausgangstext nur

teilweise oder weiter verkürzt wiedergegeben . Ebenfalls bevorzugt ist es, wenn bei der wiederholten Wiedergabe, die Wiedergabegeschwindigkeit erhöht, der Grad der Überlappung erhöht, die Lautstärke der Wiedergabe des Textabschnittes der Ausgangssprache vollständig oder teilweise reduziert und/oder eine wie vorstehend erläuterte Priorisierung vorgenommen wird, um die Fähigkeiten des auditorischen sensorischen Gedächtnisses des Lernenden effizient auszunutzen . Mit anderen Wort ausgedrückt wird gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren bei wiederholten Wiedergaben die Aufmerksamkeit zunehmend auf den Fremdsprachentext gelenkt, indem der Ausgangstext in der Lautstärke reduziert, vollständig oder teilweise ausgeblendet, dessen Wiedergabegeschwindigkeit erhöht und/oder der Informationsgehalt auf andere Art und Weise reduziert wird .

Die Art der Variation kann nach einem vorgegebenen Muster erfolgen oder individuell anhand einer Auswertung der ersten Textwiedergabe und/oder auf der Grundlage sonstiger analytischer Auswertungen erfolgen, insbesondere aufgrund einer Verständnisbefragung des Lernenden nach der ersten Wiedergabe des Textes.

Weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung sind nachfolgend im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben . Es zeigen :

Fig . 1 ein Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei Spuren, wobei die obere Spur ein Lautstärkediagramm einiger Textabschn itte einer Fremdsprache wiedergibt und die untere Spur in zeitlicher Relation zu der oberen Spur ein Lautstärkediagramm korrespondierender Textabschnitte einer Ausgangssprache wiedergibt,

Fig . 2 ein weiteres Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei

Spuren,

Fig . 3 ein weiteres Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei Spuren,

Fig . 4 ein weiteres Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei

Spuren,

Fig . 5 ein weiteres Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei

Spuren und

Fig . 6 ein weiteres Beispiel eines Lautstärke-Zeit-Diagramms mit zwei

Spuren .

Nachfolgend sind mehrere Lautstärke-Zeit-Diagramme 1 0 wiedergegeben, die jeweils eine obere Spur 1 2 einer Fremdsprache und eine untere Spur 14 einer Ausgangssprache umfassen. Auf der y-Achse jeder Spur 1 2, 14 ist die auf ein Maximum von 1 normierte Lautstärke (lineare Skalierung) aufgetragen, auf den mit X1 X2 bezeichneten x-Achsen ist die Zeit in Sekunden aufgetragen .

In Figur 1 ist exemplarisch ein Zeitfenster eines Textes von etwa 1 3 Sekunden wiedergegeben (ungefähr von der 26. Sekunde bis zur 39. Sekunde). In den Figuren 2-6 sind Zeitfenster von ca. acht Sekunden (Fig. 2), ca. 26 Sekunden (Fig . 3), ca. 22 Sekunden (Fig . 4 und 5) und ca. 4,5 Sekunden (Fig . 6) wiedergegeben .

Mit Hilfe von Figur 1 wird nun zunächst das Grundprinzip der Erfindung erläutert. Im Anschluss daran werden in Verbindung mit den Figuren 2-6 weitere Details der Erfindung beschrieben .

In dem in Figur 1 dargestellten Beispiel ist die zu erlernende zweite Sprache Englisch (dargestellt auf der xi-Achse) und die Ausgangssprache Deutsch (dargestellt auf der X2-Achse). Englisch ist damit in diesem Ausführungsbeispiel die zu erlernende Fremdsprache. Dies ist auch daran zu

erkennen, dass diese Sprache überwiegend zeitlich„vorläuft", d .h. vor der Ausgangssprache (Deutsch) wiedergegeben wird . Die mit den Lautstärkekurven korrespondierenden Wörter sind in Figur 1 unmittelbar unter den Lautstärkekurven wiedergegeben, so dass die relative zeitl iche Anordnung der Textabschnitte zu erkennen ist. Als erstes Wort wird gemäß dem in Figur 1 dargestellten Beispiel der Textabschn itt ti F„He" der Fremdsprache in dem Zeitfenster von ca. 26,0 s bis 26,4 s wiedergegeben. Als korrespondierender Textabschnitt ti A der Ausgangssprache wird in dem Zeitfenster von ca. 26,35 s bis ca. 26,6 s das Wort„Er" wiedergegeben .„He" und„Er" bilden zusammen ein korrespondierendes Textabschnittspaar. Dieses

Textabschnittspaar erstreckt sich über das Zeitfenster von 26,0 s bis 26,6 s, d .h . über eine Länge von ca. 0,6 s, wobei sich die korrespondierenden Textabschnitte (geringfügig) überlappen .

Figur 1 zeigt mit den Wörtern„was",„greatly",„interested",„and",„after",„I", „had",„talked",„a",„while",„he",„said",„my",„German",„was",„very" und „rare" und den korrespondierenden Textabschnitten des Ausgangstextes 1 7 folgende weitere Textabschnittspaare sowie deren zeitliche relative Anordnung .

ti F : He ti A: Er

\.2F '. was Ϊ2Α: war

t3F : greatly Ϊ3Α: sehr

UF: interested UA: interessiert


t6F : after Ϊ6Α: nachdem

t7F: I t7A: ich

tsF : had teA: hatte

tgF : tal ked ΪΘΑ: gesprochen

ti oF : a tl OA : eine

ti 1 F: while tl 1 A : Weile

ti 2F : he tl 2A : er

ti 3F : said tl 3A : sagte

ti 4F : my ti 4A: mein

ti 5F : German ti 5A: Deutsch

ti 6F : was ti 6A: sei

ti 7F : very ti 7A: sehr

ti 8F : rare ti 8A: selten

Wie in Figur 1 zu erkennen ist, sind die Textabschnittspaare überwiegend so zueinander angeordnet, dass diese innerhalb eines Zeitfensters von ungefähr 2 s liegen . Die meisten Textabschnittspaare liegen sogar - wie beispielsweise das erste Textabschnittspaar„ti F-ti A" - innerhalb eines Zeitfensters von maximal 1 s. Ausnahmen von dieser Regel sind die Textabschnittspaare „teF-teA"„had"-„hatte" und „t9F-t9A"„tal ked"-„geredet". Das Zeitfenster dieser Textabschnittspaare beträgt ungefähr 3,7 s („had"-„hatte") bzw. 2,7 s („tal ked"-„geredet"). Damit beansprucht lediglich das Textab-schnittspaar„had"-„hatte" ein Zeitfenster von mehr als 3 s, so dass insgesamt 1 7 von 18 Textabschnittspaaren innerhalb eines Zeitfensters von 3 s wiedergegeben werden . Dies entspricht ungefähr 95 Prozent aller Textabschnittspaare dieses Ausführungsbeispiels.

1 6 von 18 Textabschnittspaaren beanspruchen insgesamt ein Zeitfenster von weniger als 2 s. Dies sind damit ungefähr 89 Prozent aller Textabschnittspaare des Ausführungsbeispiels.

In dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Fremdsprachentext der zweiten Sprache (Fremdsprache) in natürl icher Art und Weise wiedergegeben . Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass einzelne Gruppen von Textabschnitten, wie z.B.„He was greatly interested" und„and after I had talked a while", zusammenhängend wiedergegeben sind und dazwischen eine natürliche, den Sinnzusammenhang unterstützende Sprechpau-se 1 6 von ca. 0,5 s eingelegt wurde. Drei längere Sprechpausen der

Fremdsprache sind in Figur 1 exemplarisch mit 1 6 gekennzeichnet. Weitere, kürzere Sprechpausen (nicht gekennzeichnet) 1 6 finden sich zwischen einzelnen Wörtern, wie z.B. zwischen„greatly" und„interested". In Figur 1 ist ferner erkennbar, dass die Sprechpausen 1 6 genutzt werden, um die Ausgangssprache innerhalb dieser Sprechpausen 1 6 wiederzugeben .

Vorzugsweise wird in einer auf einen Textabschnitt der Fremdsprache folgenden Sprechpause 1 6 ein korrespondierender Textabschnitt der Ausgangssprache wiedergegeben . Darüber hinaus erfolgt eine weitere Verdichtung der Fremdsprache und der Ausgangssprache dadurch, dass diese pseudo-synchron angeordnet sind, so dass eine zumindest teilweise Überlappung zwischen Textabschnitten der Fremdsprache und korrespondierenden Textabschnitten der Ausgangssprache entsteht. Korrespondie-rende Textabschnitte sind vorzugsweise überwiegend derart überlappend angeordnet, dass lange Silben der Fremdsprache und/oder in ihrer Lautstärke bei üblicher und natürlicher Betonung der Textabschnitte zurücktretende (d .h . insbesondere Phoneme mit geringem Lautstärkeniveau, z.B. geringer als 0,5 auf einer auf 1 nivell ierten Skala) zur Anordnung von Lautstärkemaxima der Ausgangssprache genutzt werden . Bereiche mit

Lautstärkemaxima werden vorzugsweise so angeordnet, dass sie sich nicht oder nur teilweise überlappen (vgl . vorstehende Ausführungen hierzu).

Dem in Figur 1 gezeigten Beispiel können folgende Gruppen von Textab-schnitten entnommen werden :

tgi F: He was greatly interested

tg i A: Er war sehr interessiert

tg2F : and after I had talked a while

tg2A: und nachdem ich eine Weile geredet hatte

tg 3F : he said

tg3A: sagte er

tg4F : my German was very rare

tg4A: mein Deutsch sei sehr selten

Daraus ergeben sich die folgenden korrespondierenden Textabschnittsgruppen, welche auch als Textabschnittsgruppenzuordnungen tg i F-tg i A, tg2F-tg2A, tg 3F-tg 3A und tg4F-tg4A bezeichnet werden. Die Gliederung der Textabschnittsgruppen der Fremdsprache ist in dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel erkennbar an den gekennzeichneten, längeren

Sprechpausen 1 6. Bei den Gruppen handelt es sich um zwei oder mehr Textabschnitte der Fremdsprache und korrespondierende Textabschnitte der Ausgangssprache, wobei zumindest eine der Gruppen ohne oder mit nur minimalen Sprechpausen (von maximal drei Zehntelsekunden, bevorzugt maximal zwei Zehntelsekunden und besonders bevorzugt maximal eine Zehntelsekunde) wiedergegeben werden . Ebenfalls bevorzugt ist es, wenn die Textabschnittsgruppe der Fremdsprache und die korrespondierenden Textabschnittsgruppen der Ausgangssprache beide überwiegend zusammenhängend wiedergegeben werden . Eine Textabschnittsgruppe besteht vorzugsweise aus zwei bis sechs Textabschnitten . In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Textabschnittsgruppenzuordnungen tg i , tg 3 und tg4 innerhalb eines Zeitfensters von vier Sekunden angeordnet. Die Textab-schnittsgruppenzuordnung tg2 beansprucht etwas mehr Zeit als vier Sekunden . Damit sind die oben genannten Textabschnittsgruppenzuordnungen zu 75 Prozent innerhalb eines Zeitfensters von vier Sekunden angeordnet und zu 1 00 Prozent innerhalb eines Zeitfensters fünf Sekunden angeordnet.

Wie aus dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ferner erkennbar ist, werden sowohl der Fremdsprachentext als auch der Ausgangstext in einer in der jeweiligen Sprache korrekten und üblichen Art und Weise (Grammatik und Syntax) wiedergegeben, d .h . die Sätze in der ersten Spur 1 2 und in der zweiten Spur 14 sind in ihrer jeweiligen Sprache grammatikalisch und syntaktisch korrekt. Dieses Grundprinzip wird vorzugsweise bei allen

Ausführungsformen der Erfindung umgesetzt.

Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel kann auch die Gruppe von Textabschnitten„had tal ked" als eine eigenständige Textabschnittsgruppe angesehen werden . Die Textabschnittsgruppenzuordnung„had

tal ked" -„geredet hatte" ist innerhalb eines Zeitfensters von ca. drei Sekunden angeordnet. Wenn„had tal ked" als eine Textabschnittsgruppe angesehen wird, kann„a while" ebenfalls als eine eigenständige Textabschnittsgruppe angesehen werden . In dem in Figur 1 dargestellten Ausfüh-rungsbeispiel ist ersichtlich, dass die Textabschnittsgruppenzuordnung bestehend aus„had talked" und„geredet hatte" die Textabschnittsgruppenzuordnung„a while" -„eine Weile" insoweit unmittelbar umschl ießt, als zeitlich vor der Textabschnittsgruppenzuordnung„a while" -„eine Weile" die Textabschnittsgruppe der Fremdsprache„had tal ked" wiedergegeben ist und zeitlich nach der Textabschnittsgruppenzuordnung„a while" -„eine Weile" die Textabschnittsgruppe der Ausgangssprache„geredet hatte" wiedergegeben ist. Eine derartige unmittelbare„Umschließung" (Einklammerung) ist bevorzugt, um einen engen zeitlichen Zusammenhang zwischen einer Textabschnittsgruppe der Fremdsprache und einer korrespondieren-den Textabschnittsgruppe der Ausgangssprache herzustellen, wenn diese - beispielsweise syntaxbedingt - nicht selbst pseudosynchron wiedergegeben werden können . Bevorzugt sind 70 Prozent, besonders bevorzugt 80 Prozent und weiter bevorzugt 90 oder sogar 1 00 Prozent aller Textabschnittspaare bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen pseudosynchron oder gemäß einer wie vorstehend beschriebenen„Umschließung" angeordnet.

In den in den Figuren 2-4 dargestellten Ausführungsbeispielen sind Textabschnitte mit Italienisch als Fremdsprache und Deutsch als Ausgangssprache dargestellt. Auch wenn sich verschiedene Sprachen, insbesondere aufgrund deren Satzbildungsvorschriften, unterschiedl ich gut für die Real isierung der Erfindung eignen, ist es vorliegend nicht relevant, dass in den Ausführungsbeispielen unterschiedliche Fremdsprachen dargestellt wurden .

Figur 2 zeigt zunächst ein Beispiel dafür, wie trotz unterschiedl icher Anordnung der Wörter innerhalb eines Satzes in der Fremdsprache und in der Ausgangssprache eine pseudo-synchrone Anordnung erzielt und eine Erhöhung der Aufmerksamkeit eines Lernenden erzielt werden kann . Eine

Sprechpause 1 6 zwischen den Textabschnitten Ja megera" und„lo teneva" des Italienischen (Fremdsprache) wurde vollständig für die Anordnung der korrespondierenden Textabschnitte des Deutschen„behielt ihn die böse Frau" genutzt, wobei der erste deutsche Textabschnitt („behielt") und die beiden letzten deutschen Textabschnitte („böse" und„Frau") teilweise überlappend mit Teilen der korrespondierenden italienischen Textabschnitte angeordnet sind . Lautstärkemaxima sind bei den genannten Textabschnitten wechselweise angeordnet, so dass man die einzelnen Silben trotz der Pseudo-Synchronizität gut hören kann .

Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einem deutlich reduzierten Lautstärkepegel der Ausgangssprache (Deutsch). Die Lautstärke sämtl icher dargestellter Textabschnitte der Ausgangssprache wurde um 1 5 Dezibel (db) reduziert.

Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei welchem anhand von zwei Gruppen von Textabschnitten eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die erste Gruppe von unmittelbar aufeinander folgenden Textabschnitten der Fremdsprache „que",„era" und„piccino" sowie die korrespondierende Gruppe von Textabschnitten der Ausgangssprache„als",„er" und„klein" innerhalb eines Zeitfensters von ca. 2,5 s angeordnet.

Die Gruppe der Textabschnitte„in" und„realtä" sowie die korrespondieren-de Gruppe der Textabschnitte„in" und„Wahrheit" ist innerhalb eines

Zeitfensters von ca. 2,0 s angeordnet.

Dabei wurden beide Gruppen in natürlicher Art und Weise gesprochen und pseudo-synchron so angeordnet, dass sie von einem Lernenden akustisch deutlich verstanden und erkannt werden können .

Figur 5 zeigt das gleiche Ausführungsbeispiel wie Figur 4, wobei in Figur 5 andere Details hervorgehoben sind . Durch die in y-Richtung weisenden Doppelpfeile sind korrespondierende Gruppen von Textabschnitten der Fremdsprache und der Ausgangssprache dargestellt, insbesondere die Textabschnittsgruppen

tgi F: que era piccino

tg i A: als er klein war

und

tg2F : In realtä

tg2A: In Wahrheit

Ferner wird durch die in Richtung der xi-Richtung weisenden Pfeile mit den Hinweisen„Italienisch führt" dargestellt, dass die Textabschnittsgruppen tg 1 F und tg2F der Fremdsprache (d .h . die zu erlernende Fremdsprache) vorzugsweise zeitl ich„vorlaufen", d .h. dass die akustische Wiedergabe einer Gruppe von Textabschnitten oder eines Textabschnitts der Fremdsprache beginnt in der überwiegenden Zahl der Fälle vor der akustischen Wiedergabe der korrespondierenden Textabschnittsgruppe bzw. des kor-respondierenden Textabschnitts der Ausgangssprache. Dennoch kommt es zu einer zeitl ichen Überlappung der korrespondierenden Textabschnitte bzw. Textabschnittsgruppenzuordnungen . Ausnahmen von dieser Regel können insbesondere als Mittel zur Betonung von Besonderheiten zugelassen werden .

In Figur 6 sind Textabschnitte mit Französisch als Fremdsprache und Deutsch als Ausgangssprache dargestellt. Es sind die folgenden Textabschnittspaare dargestellt, wobei die Textabschnittspaare durch die Textabschnitte ti F-tsF der Fremdsprache (Französisch) sowie die korrespondieren-den Textabschnitte ti A-tsA der Ausgangssprache (Deutsch) gebildet sind :

ti F: Comment ti A: Wie

t2F : peut-on Ϊ2Α: kann man

t3F : posseder Ϊ3Α: besitzen


t5F : etoiles Ϊ5Α: Sterne

An dem Beispiel ist erkennbar, dass ein Textabschnitt in der Regel aus einem Wort besteht. Ist in einer der beiden Sprachen (Ausgangssprache oder Übersetzungssprache/Fremdsprache) ein Wort - wie vorstehend in t2F bei„peut-on" - durch einen Bindestrich („-") oder auf andere Art und Weise (z.B. durch ein Apostroph„ ' " etc.) mit einem anderen Wort zu einer„Einheit" verbunden, so wird diese Einheit mit dem korrespondierenden Textabschnitt (hier: t2A) als Textabschnittspaar angesehen .

Die in der vorl iegenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein . Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Sie kann im Rahmen der Ansprüche und unter Berücksichtigung der Kenntnisse des zuständigen Fachmanns variiert werden .

Bezugszeichen liste

10 Lautstärke-Zeit-Diagramm

12 Spur (obere)

14 Spur (untere)

16 Sprechpause