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1. WO2011063919 - THERMISCH SENSIBLES AUFZEICHNUNGSMATERIAL

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

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Thermisch sensibles Aufzeichnungsmaterial

Gängige Thermopapiere haben zwar oberflächlich keine toxischen, hautreizenden oder allergieauslösenden Eigenschaften, da sie mit Schutzschichten überzogen sind, enthalten jedoch eine Vielzahl bedenklicher Komponenten und sind daher z.B. nur im indirekten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen.

Als besonders problematisch im Sinne einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen erscheint insbesondere der stetig wachsende Thermopapiermarkt. Mit den Papieren arbeiten z.B. alle Bondrucker, viele Fax-Geräte und Billigdrucker. Sie sind - je nach Hersteller - mit einigen Dutzend Chemikalien bestückt, deren ökologische Verträglichkeit häufig zu wünschen übrig lässt.

Insbesondere Bisphenol A ist ein Umwelthormon und wirkt ähnlich wie Östrogen, das weibliche Sexualhormon, und kann somit das menschliche Hormonsystem beeinflussen. Bisphenol A ist eine der Chemikalien mit dem höchsten Produktionsvolumen in Europa - jedes Jahr werden 1,15 Millionen Tonnen des Grundstoffes verbraucht. Über 90 Prozent des Bisphenol A sind Ausgangsprodukte für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Lacken - jedoch auch über Thermopapier kommt der Mensch in Kontakt mit der Chemikalie.

Thermopapiere sind heute aus vielen Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Als Eintrittskarten, Belege oder Preisetiketten im Supermarkt, als Fahrscheine sowie bei vielen anderen Anwendungen, bei denen schnell und primär von technisch ungeschultem Personal eine Information ausgedruckt werden muss. Um der ständig steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wird kontinuierlich in den Thermobereich investiert.

Beim Thermodruck wird die Schrift oder das Bild durch die direkte Übertragung der Wärme auf das Thermopapier erzeugt. Dies geschieht über den Thermokopf des Druckers, der aus vielen kleinen Heizelementen besteht. Diese Heizelemente werden elektronisch angesteuert und erzeugen die thermische Energie, welche die

BESTÄTIGUNGSKOPIE

Farbreaktion auf dem funktionalen Thermostrich auslöst und somit Schriften, Barcodes oder Grafiken erzeugt.

Thermopapiere bestehen aus einem hochwertigen Basispapier, das speziell für die Thermotechnologie entwickelt wurde. Bereits in der Papiermaschine wird ein Vorstrich aufgebracht, der Voraussetzung für eine hohe Bildqualität ist, die Wärmeleitung in das Papier verhindert und die einwandfreie Funktion und die Sensitivitätseigenschaften des darauf liegenden Thermostrichs unterstützt. Der Thermostrich enthält die wesentlichen, funktionellen Bestandteile wie Farbbildner und Farbentwickler. Durch punktuelle Hitzeübertragung des Thermodruckers auf den Thermostrich entsteht eine chemische Reaktion, welche die Entwicklung der Schrift oder des Bildes hervorruft. Zusätzlich können Thermopapiere noch mit einer Schutzschicht auf der Vorder- oder Rückseite versehen werden. Ein Deckstrich auf der Vorderseite (Topcoat) ist sinnvoll, wenn das Papier mechanischer Beanspruchung, chemischen Einflüssen oder Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Ein Rückseitenstrich (Backcoat) bringt zusätzlichen Schutz beim Bedrucken, Laminieren und vielem mehr.

Als Grundvoraussetzung für einen perfekten Ausdruck muss das Papier passend zum Drucker und zur Anwendung gewählt werden. Für diese Auswahl ist die Sensitivität ausschlaggebend. Man unterscheidet zwischen statischer und dynamischer Sensitivität. Die dynamische Sensitivität ist besonders bei der Auswahl des richtigen Papiers für einen bestimmten Drucker von Bedeutung. Je schneller ein Drucker arbeitet, desto geringer ist die Verweilzeit unter der Thermoleiste. Ein schnelles Gerät benötigt daher ein Papier mit hoher dynamischer Sensitivität. Setzt man ein Thermopapier mit zu geringer Sensitivität ein, reicht die Wärme nicht aus, um ein Schriftbild mit vollständiger Schwärzung zu erzeugen, was die Haltbarkeit der Schrift verringert. Die statische Sensitivität sagt aus, bei welcher Temperatur die Schwärzung eines Thermopapiers beginnt. Der Wert der statischen Sensitivität ist wichtig, wenn das Papier höheren Umgebungstemperaturen wie z.B. im Parkticket-Bereich ausgesetzt ist.

Bei vorschriftsmäßiger Aufbewahrung können je nach Produkt unterschiedliche Haltbarkeit bis zu 10 Jahren erreicht werden. Verschiedene Umwelteinflüsse können die Haltbarkeit des Schriftbildes jedoch stark verringern- real sind die Ausdrucke oft nach wenigen Jahren unlesbar. Ausdrucke in Plastikhüllen werden schwarz oder auf eine Unterlage aufgeklebt, fleckig. Faktoren, die die Haltbarkeit der Ausdrucke begrenzen, sind zum Beispiel Feuchtigkeit, Wärme, Öl- und Fettverbindungen, Lösungsmittel und Weichmacher. Ein einfaches Beispiel ist eine Kassenquittung in einer Kunststofftasche, welche sich durch die diffundierende Weichmacher schwarz verfärbt.

Thermopapiere können je nach eingesetztem Druckverfahren auf der funktionalen Seite, wie auch auf der Rückseite bedruckt werden. Generell sollte beim Bedrucken der Thermoschicht immer darauf geachtet werden, dass die Maschineneinstellungen dem Papier angepasst werden. Die Druckfarben müssen allerdings kompatibel mit der Thermoschicht sein, egal ob auf der Thermoseite oder auf der Rückseite gedruckt wird. Thermopapierhersteller arbeiten mit verschiedenen Thermokopf-, Drucker- und Druckwerk- Herstellern zusammen, um die Thermopapier-Sorten und die Geräte optimal aufeinander abzustimmen. Vor entsprechenden Freigaben werden umfangreiche Tests durchgeführt, um eine lange Haltbarkeit der Thermodrucker oder einzelner Komponenten bei gleichbleibend gutem Ausdruck zu garantieren. Sorten-und geräteabhängige Freigaben gibt es von IBM, Epson, Seiko, MWCR, Hengstler oder Mettler-Toledo. Des Weiteren wird in regelmäßigen Abständen die laufende Produktion diversen umfangreichen Tests unterworfen, um sicherzustellen, dass auf allen Geräten ein optimaler Ausdruck und eine lange Haltbarkeit der einzelnen Komponenten gewährleistet werden kann.

Neben Kassenrollen im POS-Bereich sind die bevorzugten Anwendungsgebiete ATM-Belege oder auch Diagrammpapiere für medizinische Aufzeichnungsgeräte. Die Sensitivität erlaubt auf nahezu allen erhältlichen Thermodruckern die Generierung eines optimalen Ausdrucks.

Es gibt auch zweiseitig gestrichenes Thermopapier, d.h. beide Seiten des Papiers sind mit einem Thermofunktionsstrich versehen. Dieses funktioniert nur in speziell dafür vorgesehenen Thermodruckern und ermöglicht dann den gleichzeitigen Ausdruck auf Vorder- und Rückseite, beispielweise von Kassenrollen. Manche Papiere sind nicht nur in weiß sondern auch in beliebigen Farben erhältlich oder zusätzlich im Offset-Verfahren bedruckt.

Darüber hinaus sind Thermoetiketten in den Bereichen Verkauf, Logistik, Spedition und Versand sowie allgemein in der Industrie wegen der vielfältigen Vorteile des Thermodrucks kaum noch wegzudenken. Da ein Etikett in erster Linie als Informationsträger dient, müssen alle Daten, die auf das Etikett gedruckt werden, auch der Barcode. Stabiles Thermopapier verwendet man als Kinokarte, als Fahrschein oder Wettschein - Anwendungen, bei denen gute Stabilität, Haltbarkeit und Bedruckbarkeit essentiell sind. Dem Papier werden oft Sicherheitsmerkmale wie UV-Fasern oder magnetische Partikel mitgegeben, um sie fälschungssicher zu machen.

Ein derzeit standardmäßig eingesetztes wärmeempfindliches Aufzeichnungsverfahren nutzt eine Schicht, deren Hauptkomponenten ein Leukofarb Stoff, der bei Raumtemperatur farblos oder leicht gefärbt ist, und ein Farbentwickler, wie ein organisches Säurematerial, sind und die in der Lage ist, durch Reaktion des Leukofarbstoffs bei Erwärmung Farbbildung hervorzurufen. Die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht wird durch Hinzufügen eines Sensibilisators zu dem vorstehend erwähnten Leukofarbstoff und Farbentwickler hergestellt, wodurch ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial hergestellt wird.

Die Patentveröffentlichungen EP-A-0 968 837, US-A-5,256,621 und US-A-6,093,678 können neben Anderen als Beispiele für Patentliteratur erwähnt werden, die sich mit wärmeempfindlichem Aufzeichnungsmaterial befasst. Auch US-A-4,849,396, US-A-5,446,009, EP-A-0 526 072 und WO-A-0035679 beschreiben den Stand der Technik, insbesondere im Zusammenhange mit dem Einsatz von Metallsalzen. Die zwei zuerst genannten Veröffentlichungen nutzen ein Farbbildungssystem des Metallchelattyps entweder allein oder mit konventionellem Leukofarbstoff und Entwickler. In den beiden zuletzt genannten Veröffentlichungen werden harnstoffbasierten Chemikalien eingesetzt. US-A-4,849,396 (Jujo Paper) bezieht sich auf ein Thermopapier, bei dem das Druckbild durch Anwendung eines Farbbildungssystems des Metallchelattyps entsteht.

Bekannt sind reaktive Tinten (GB1469437, 1977-04-06, OZALID CO LTD; LANDAU R von Ink OZALID CO Ltd) die, wenn sie auf einen alkalische Oberfläche gebracht werden, aus einer Vorstufe einen farbigen Ausdruck liefern. Eine wässrige Lösung enthält ein Eisenoder Titanchelat, einen Polyhydroxyverbindung (Tannin, Pyrocatechol, Pyrogallol, Gallussäure oder wasserlösliche Derivate), Ascorbinsäure und das Natriumsalz der Chromotropsäure. Eine typische Tinte enthält Wasser, Eisenammoniumoxalat, Eisen-EDTA, Titankaliumoxalat, Oxalsäure, Zitronensäure, Tannin, das Natriumsalz der Chromotropsäure, Pyrogallol, Ascorbinsäure, Pyrocatechol, Ethylenglycol und Sorbitol. Bekannt sind unsichtbare Tinten (GB1292831, 1972-10-11, MEREDITH CORP (US) und FR2028486 (AI) und DE1946393 (AI)) mit einer phenolischen oder enolischen Gruppe, die mit einem oxidierenden Metallion reagiert um damit eine Farbbildung zu erreichen. Dazu gemischt werden ein Bindemittel und ein Träger Lösungsmittel. Die reaktive Komponente ist z.B. Gallusäure, Propylgallat, Acetoacetat, Phenol, Resorcin, Kresol, Vanillin, Guajakol oder Zinkresorzinat. Als Entwickler dienen Eisensalze, oxidierende Metallsalze, Zitronensäure oder Bleiionen und Kongorot oder Yylenolorange. Als Bindemittel dienen Polyvinylpyrrolidon,

Cellulosehydroxypropoxyether oder Polyamid. Träger sind Glycole, Glycolether, Ester and Etheralkohole. Optional Zusatzstoffe sind Fluorophore z.B. Methylumbelliferon, Zitronensäure, Füller z.B. Silica oder Silikate, Antioxidantien und UV-Stabilisatoren z.B. 2,4-Dihydroxybenzophenon.

Bekannt sind auch andere unsichtbare Tinten z.B. (GB1350930, 1974-04-24, DICK CO AB auch NL7103180 (A), FR2084649 (A5), DE2112380 (AI) von A B DICK CO) die neben Gallussäure z.B. Leukofarbstoffe enthalten.

Bekannt sind wärmesensitive Tinten (JP2265978, 1990-10-30, MATSUSHITA TOSHIHIKO; MORISHITA SADAO, MITSUBISHI PAPER MILLS LTD) unter Verwendung einer arom. Isocyanat-Komponente, einer Imino- Komponente, einem org.

Lösungsmittel und Gallotannin bzw. Methyl-gallate, Ethylgallate, Trimethoxygallate oder Galliussäure-3-methylether.

Bekannt sind Aufzeichnungstinten (JP58183769, 1983-10-27, AKUTSU HIDEKAZU; FUJII TADASHI; MURAKAMI KAKUJI; ARIGA TAMOTSU; KAZAMI TAKEO von RICOH KK) aus einem N-Alkanolaminsalz der m-Digallussäure um die Wasserfestigkeit eines gefärbten Materiales zu erhöhen ohne die Löslichkeit des Farbstoffs zu verändern.

Bekannt sind Tinten die phenolische Komponenten (bevorzugt Gallussäure und Pyrogallol) enthalten (JP57207659, 1982-12-20, OOWATARI AKIO, von EPSON CORP) um dem Druck eine rasche Trocknung zu ermöglichen und den Drucker-Nozzle nicht zu verstopfen und frei von gelöstem Sauerstoff mit einem pH-Wert von 12-14.

Bekannt ist weiters eine Farbtinte (JP9059547, 1997-03-04, KAWASHIMA SEIJI) die eine farblose Tinte verwendet aus z.B. Zinkchlorid, Salizylsäure, Tannin u.ä. mit einem Farbmittel als elektronengebenden Komponente und die Farbe durch Zugabe von Wasser entfärbt wird. Bekannt sind Inkjettinten aus dem Tannin der Kaki (KR20040012361, 2004-02-11, SON GYU, YOUNGDONG AGRICLTUVAL) als Ersatz für übliches Tannin, mit reduzierten Produktionskosten und einer sicheren Versorgungslage. Die Tinte enthält verschiedene Komponenten u.a. Wasser, organische Lösungsmittel, Farbstoffe, Tannin, Extrakt der Kaki enthaltend Gallussäure, Ellagsäure und Catechin.

Bekannt ist eine Inkjet-Tinte die das Verstopfen der Düsen verhindern soll (JP2005272762, 2005-10-06, KONO MONICHIRO; IIDA YASUHARU von TOYO INK MFG CO).

Die Tinte enthält 0.3-10 wt. Lebensmittelfarbe, , 45-98.7 wt.% Ethanol, 0.5-5 wt.% Tannin, , 0-30 wt.% Propylenglycol, 0.5-5 wt.% Natriumlaktat und 0-5 wt.% Wasser. Bekannt ist ein Aufzeichnungsmaterial für Tinten (JP1241487,1989-09-26, HAYAMA KAZUHIDE; YAMASHITA AKIRA von MITSUBISHI PETROCHEMICAL CO), welches 0.1 bis 30 % einer Komponente mit einer phenolischen OH-Gruppe enthält sowie ein Bindemittel von 5-95wt.% Polyvinylalkohol und 95-5wt.% eines kationischen wasserlöslichen Harzes. Die phenolische Komponente hat zumindest zwei

Hydroxylgruppen besipielsweise Hydrochinon, Tannin, Resorzin, Di-t-butylphenol, Phloroglucinol oder Bis(4-hydroxyphenol)methan.

Bekannt ist ein farbreaktives Schreibmaschinenpapier (GB856188, 1960-12-14, NEALE DAVID JOHN von CARIBONUM LTD) unter Verwendung eines farblosen„Farbbandes" und eines imprägnierten Papiers primär mit Molybdaten und Wolframaten .

Bekannt ist ein Inkjetpapier (JP57087987, 1982-06-01, MURAKAMI MUTSUAKI; SEKIGUCHI YUMIKO von MATSUSHITA ELECTRIC IND CO LTD) mit verbesserter Lichtstabilität auf holzfreiem Papier durch metallische Oxide u.ä. z.B. Wolframphosphat, metallische Chloride (z.B..: Chromchlorid) und oder Tannin mit einem PVA-Binder und einem weißen Füller (z.B. Calciumcarbonat, etc.)

Bekannt ist ein Kopiersystem (GB191016515, 1911-06-08, CAMERON DUNCAN) unter Verwendung von feuchtem mit Tannin oder Gallussäure getränktem Papier zum pausen von mit Eisengallustinte geschriebenen Texten. Als Zusätze dienen Natriumsulfit, Borax und Phenol.

Bekannt ist ein Kopierverfahren (GB943401, Feb. 11, 1959, IMAGIC PROCESS Ltd, auch NL267030 (A), NL248292 (A), GB991599 (A), BE595169 (A), DE1269630 (Bl)) unter Einsatz von Eisensulfat oder Chromaten als Entwickler und Polyphenol, Pyrogallussäure oder Tannin.

Bekannt ist ein thermisches Aufzeichnungsverfahren (JP4307289, 1992-10-29, MORITA YASUYOSHI; MURATA TATSUYA; KOYABU KYOKO von OJI PAPER CO) mit zweischichtigem Aufbau wobei eine Schicht ein Eisensalz einer Fettsäure und ein Gallussäurederivat enthält und die zweite Schicht einen Elektronendonator-Farbprecursor enthält.

Bekannt ist eine drucksensitive Aufzeichnungsschicht (JP1271284, 1989-10-30, TAJIRI MASANAO; SHINKOU KAZUYUKI; SHIOI SHUNSUKE von KANZAKI PAPER MFG CO LTD) unter Verwendung von mikroverkapselten Reaktanden: 1.) Elektronen-übertragenden Farbformer 2.) Ligand mit phenolischen OH-Gruppen (z.B. Gallate, Salizylsäure,..) und 3.) Desensitizer mit 4.) einer Eisen(lll)-Deckschicht.

Bekannt ist ein thermisches Aufzeichnungsverfahren (JP60083886, 1985-05-13, MATSUSHITA TOSHIHIKO; MORISHITA SADAO von MITSUBISHI PAPER MILLS LTD) mit

einer Schicht aus Alkylgallaten mit einem Schmelzpunkt von 60-180 °C und einer Empfangsschicht aus Eisensalzen (Bevorzugt als Dispersion von Eisenstearat). Bekannt ist ein analoges thermisches Aufzeichnungsverfahren (JP60083885, 1985-05-13, MATSUSHITA TOSHIHIKO; MORISHITA SADAO von MITSUBISHI PAPER MILLS LTD) oder JP60063192 (1985-04-11, MATSUSHITA TOSHIHIKO; MORISHITA SADAO von MITSUBISHI PAPER MILLS LTD)

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Thermopapier mit einer wärmeempfindlichen Beschichtung bereitzustellen, die deutlich geringe Giftigkeit und weniger Allergieauslösende Komponenten enthält und die weniger Umweltverschmutzung verursacht als die bekannten Leukofarbstoff-basierten Thermopapiere.

Trotzdem soll das Material:

- hohe statische und dynamische Farbgebungsempfindlichkeit zeigen

- ohne Vergrauung bei der Herstellung aufgebracht werden können und insbesondere

- eine deutlich längere Haltbarkeit aufweisen als Leukofarbstoff-Thermopapiere.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial. Im Besonderen bezieht sich die Erfindung auf ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das eine verbesserte Dauerhaftigkeit eines lesbaren Druckbildes aufweist und ökologisch verträglich ist.

Die vorliegende Erfindung betrifft daher eine wärmeempfindliche Aufzeichnungszusammensetzung gemäß Anspruch 1 und ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das die erfindungsgemäße Aufzeichnungszusammensetzung verwendet.

Das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial hat eine solche Struktur, dass eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht, die in der Lage ist, durch Erwärmung eine Farbentwicklung hervorzurufen, auf einem Trägersubstrat bereitgestellt ist.

Als Trägersubstrate kommen dabei im Wesentlichen ggf. aus mehreren Schichten aufgebaute bahnförmige Materialien, wie Papier, synthetisches Papier oder ggf. beschichtete Kunststofffolien in Frage.

Die Hauptschichten des erfindungsgemäßen Aufzeichungsmaterials sind zumindest Rohpapier, Rohkunststoff oder ein entsprechendes Material und die erfindungsgemäße Beschichtung. Zusätzlich können die Hauptschichten Vorbeschichtung und/oder Oberflächenbeschichtung auf einer oder beiden Seiten der Bahn umfassen. Zumindest sind ein Farbbildner, ein Entwickler und ein Bindemittel im Strich. Bei Erhitzung auf eine geeignete Temperatur schmilzt zumindest ein Teil der Komponenten und lässt somit Reaktionen von anderen Komponenten des Strichs zu, wobei als Folge der chemischen Reaktion eine Farbe mit dem Auge erkennbar wird.

Ein Thermodrucker, der mit einem Thermokopf ausgerüstet ist, wird gewöhnlich als Erwärmungsmittel zum Hervorrufen der Farbentwicklung verwendet.

Das wärmeempfindliche Aufzeichnungssystem, welches das vorstehend erwähnte wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial verwendet, ist gegenüber anderen herkömmlichen Aufzeichnungssystemen von Vorteil, weil die Schritte der Entwicklung und der Bildfixierung (siehe Laser, o.ä.) nicht notwendig sind, das Aufzeichnen leicht unter Verwendung einer verhältnismäßig einfachen Vorrichtung erreicht werden kann und die Servicekosten verringert werden können.

Ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial wird hergestellt, indem mit einer Streichmaschine ein Strich auf eine geeignete Rohpapierbahn, einen Kunststofffilm, ein harzbeschichtetes Papier oder entsprechendes Material aufgetragen wird, wonach die Bahn in den meisten Fällen getrocknet und kalandriert wird. Der verwendete Strich wird normalerweise hergestellt, indem zumindest ein Farbbildner, zumindest ein Metallsalz (Reaktand A) und ein Reaktand B getrennt pulverisiert oder mikronisiert werden, um eine Dispersion herzustellen.

Die beiden Reaktanden werden auf eine geeignete Partikelgröße gemahlen um geringe Diffusionswege und damit ein rasches Ansprechen des Materials sicherzustellen. Die auf diese Weise hergestellte disperse Mischung wird mit dem Bindemittel und anderen Hilfsstoffen vermengt und mit der Streichmaschine appliziert.

Erfindungsgemäß sollen Reaktanden für ein umweltfreundliches Thermodruckverfahren eingesetzt werden, die einerseits biologisch abbaubar sind und andererseits ubiquitäre Metalle ohne toxische Eigenschaften enthalten.

Natürliche Gerbstoffe und darauf aufgebaut Farbkoppler sowie Eisen, als einem untoxischen Metall.

Beide Reaktanden werden in einer Schicht vorzugsweise mikroverkapselt mit einem Bindemittel eingebracht und gegen Diffusion der Komponenten geschützt. Thermisches Erwärmen auf weniger als 100 °C, bevorzugt weniger als 90° C schmilzt zumindest einen der beiden Reaktanden, der sodann in organischer Schmelze mit dem anderen Reaktanden reagiert.

Als Reaktand B werden im Wesentlichen Metallchelat- bzw. Komplexbildende Di- oder Poylhydroxycarbonverbindungen verwendet, die mindestens 2 nebeneinander stehende OH- Gruppen aufweisen.

Gerbstoffe sind eine heterogene Gruppe von zumeist Di- oder Polyphenolverbindungen, deren größte Gruppe die Gallussäureabkömmlinge darstellen. Gallate sind synthetische Derivate der Gallussäure. Die wichtigsten, sogar nach dem Lebensmittelgesetz zulässigen, Gallate sind: Propylgallat (E 310), Octylgallat (E 311) und Dodecylgallat (E 312). Gallate werden vorwiegend als Antioxidationsmittel in der Fettphase sowie in Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt.

Blauschwarze Farbprodukte entstehen auch bei der Zugabe von Eisen(lll)-Salzen zu Gerbstoffen, wie Extrakten der Rinde von Eiche, Fichte, Lärche, Schwarzerle, der Blätter und Früchte vieler Sumach-Arten (z.B. des Perückenbaumes), und des schwarzen Tees. Die genannten Pflanzenteile enthalten besonders viele Tannine (Gerbstoffe). Gerbstoffe sind im Pflanzenreich weit verbreitet.

Es handelt sich bei diesen vor allem um Di- oder Polyphenole (aromatische Systeme mit zwei oder mehreren Hydroxylgruppen), die sich meist von der Gallussäure ableiten lassen und oft mit anderen Phenolen und Zuckern kondensiert sind.

Erfindungsgemäß sind diese Rohstoffe hydrophob oder sind durch insbesondere Veresterung der phenolischen Gruppen oder Säuren hydrophobisiert und bilden den Reaktanden B.

Geeignete Verbindungen sind beispielsweise Laurylgallat, Octylgallat, Propylgallat Ethylgallat oder Methylagallat.

Vorteilhafterweise werden diese Verbindungen als Lösung in oder als Suspension mit einem niedrig schmelzenden Trägermaterial eingesetzt. Der Schmelzpunkt des Trägermaterials liegt dabei vorzugsweise unter 100°C, besonders bevorzugt unter 80°C.

Geeignete Trägermaterialien sind freie Fettsäuren, wie Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure oder Behensäure.

Eisen ist für den Menschen ein essentielles Spurenelement. Eisen ist z.B. Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin und verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut. Eisen kommt in mehreren Oxidationsstufen vor, wobei jedoch nur Fe2+ - zweiwertiges Eisen, Ferroverbindungen - und Fe3+ - dreiwertiges Eisen, Fernverbindungen - eine Bedeutung für den Organismus haben, höhere Wertigkeiten sind instabil und stellen starke Oxidationsmittel dar. Eisen liegt ohne Sauerstoff meist in zweiwertiger Form vor und wirkt dann als Reduktionsmittel. In Anwesenheit von Luft wandelt sich zweiwertiges Eisen rasch in Fe3+ - Verbindungen um - diese sind terminale Elektronenakzeptoren. Während Fe2+ Salze gut löslich sind, sind die meisten Fe3+ - Salze bei neutralem pH-Wert schwer löslich. Lösliche Eisensalze sind z.B. Oxalate -bekannter weise können mit Oxalsäure unlösliche Eisensalze gelöst und partiell entfärbt werden - dies kann in der Wiederaufarbeitung der erfindungsgemäßen Thermopapiere mit Vorteil eingesetzt werden.

Da die meisten Eisensalze und die bekannte Eisengallusttinte in der Regel hydrophil sind, werden erfindungsgemäß die Salze des dreiwertigen Eisens mit langkettigen Fettsäuren eingesetzt um das Eisen in eine fettlösliche Form zu verwandeln die in organischer Phase mit den hydrophoben Gerbstoffen unter Komplex- und Farbbildung reagieren kann.

Dazu geeignet sind beispielsweise Eisenbehenat, Eisenstearat, Eisenpalmitat, Eisenmyristat, Eisendodecylat, Eisen-Zink-Stearat, Eisen-Zink-Montanat, Eisen-Zink-Behenat, Eisen-Calcium-Behenat, Eisen-Aluminium-Behenat und Eisen-Magnesium-Behenat.

Hier läuft die Reaktion auch ohne Wasser an - die Wahl von zwei wasserlöslichen Reaktanden würde abgesehen von ungünstigeren gesundheitsrelevanten Eigenschaften Wasser oder analoge Coreaktanden zur Ausbildung des Farbstoffs benötigen.

Die Reaktanden werden zur Herstellung des Aufzeichnungsmaterials zu Partikel einer Größe von maximal 20 μιη verarbeitet. Geeignete Verarbeitungsverfahren sind beispielsweise Mahlen, Sprühtrocknen, Sprüherstarren, oder Verarbeiten mitvibrierenden oder rotierende Teilezerstäubern.

Um einen vorzeitigen Kontakt der Reaktanden A und B in der Beschichtung zu verhindern, kann zumindest ein Reaktand mit einer Schutzhülle bzw. Beschichtung gegen Diffusion versehen. Diese Beschichtung bzw. Umhüllung der Partikel besteht vorzugsweise aus einem geeigneten Polymer, beispielweise Polyacrylamid, Polyacrylsäure, Dextrin, Stärke oder aber aus anorganischen Salzen, Keramiken Quarz, Silikaten oder Aluminiumoxid.

Die Partikel werden zur Aufbringung auf Papier, Wellpappe oder Karton mit den in der Papierindustrie üblichen Verfahren der Papierbeschichtung, insbesondere der letzten Papierbeschichtungsschritte gecoatet. Derartige Papierbeschichtungsverfahren sind aus dem Stand der Technik bekannt und dem Fachmann geläufig.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann durch andere druck-, lack- oder papiertechnische Verfahren wie Aufrakeln, Sprühen, Tauchbeschichten oder gängige Druckverfahren, wie Tief- Flexo-, Sieb-, Offset-, Digitaldruck, Curtain Coating oder Walzenauftragsverfahren mit Walzen- Gleich- oder Gegenlauf auf das Trägersubstrat aufgebracht werden.

Unabhängig vom Trägermaterial ist es vorteilhaft die Partikel auf die Oberfläche des beschichteten Materials mit einem Adhäsionsmittel, beispielsweise mit einem Kleber auf Stärkebasis oder auf Basis biologisch verträglicher und/oder abbaubarer Polymere zu binden. Derartige Adhäsionsmittel sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt.

Gegebenenfalls kann die Beschichtungszusammensetzung Stabilisatoren aufweisen um ein Vergrauen oder eine Braunfärbung, insbesondere bei Einwirkung von Feuchtigkeit und/oder Wärme zu verhindern. Geeignete Stabilisatoren sind dabei pH-Stabilisatoren, Reduktionsmittel und Polymerisationsinhibitoren, vorzugsweise Polymere wie Polyacrylamide und starke oder mittelstarke nichtflüchtige Säuren.

Die erfindungsgemäßen technologischen Neuerungen sind:

- Farbstabil, nicht bleichbar bedruckte Papiere, Folien und Materialoberflächen

- Erzeugung und Veränderung der Farbe durch lokalen Wärmetransfer

- Frei wählbarer Farben ohne toxische organische Chemikalien

- Allenfalls sehr materialschonender Aufbau durch nanometrisch dünne Schichten

Die für die thermische Beschriftung benötigten Energiequellen weisen bevorzugt geringe thermische Divergenz, eine große Energiedichte (durch die starke Bündelung und die Selbstverstärkung der Energie) und große zeitliche und räumliche Kohärenz auf. Damit sind primär neben Thermoköpfen auch Laser als Lichtquellen geeignet. Auch andere thermische Lichtquellen sind nach geeigneter optischer Aufbereitung ebenfalls zu verwenden (LEDS, Hochenergielampen mit Hg, oder Metalldampf o.a.) weisen jedoch oft geringe Energiedichte auf. Thermische Auslösung des Effekts durch eine heiße Oberfläche ist ebenfalls möglich und kann durch thermische Stempel oder Walzen vorgenommen werden.

Die thermische Intensität kann rein schwarz/weiß (bzw. bicolor) gesteuert werden oder wird dadurch kontrolliert, dass jeder bei der graphischen Zeichnung die verwendete Farbe einen Prozentsatz der Intensität von 0 - 100 % zuweist. Da der Thermokopf proportional gepulst oder anders in seiner Intensität gesteuert wird ist, stellt dieser Prozentsatz dar, wie lange die Hitzepulse dauern oder wie hoch die Intensität der Wärmeeinwirkung ist. Grundsätzlich wird die Intensitätseinstellung direkt darauf bezogen, wie tief der Farbeffekt ist.

Hochtemperatureffekte erzeugen toxische Abgase und Materialänderungen und sind im Bürobetrieb unerwünscht bzw. untragbar. Der Thermodrucker soll daher bei Materialoberflächen-Temperaturen von typischerweise weniger als 100°C nanodünne chromophore Schichten ohne signifikante Emission von Abtrageprodukten erzielen. Der Gesamtenergieverbrauch des Systems ergibt sich primär nur aus der thermischen Leistung plus Abwärme, der Energieverbrauch des Vorschubs ist dagegen unerheblich, ein zusätzlicher Fixierprozess des Toners mit Hitze ist primär nicht vorgesehen, kann aber sekundär mit dem Verfahren kombiniert werden. Daher verbraucht das Gerät primär nur im direkten Druckbetrieb Energie. Typische Drucker haben derzeit "Standby"-Leistungen zwischen etwa 5 und 30 Watt und ziehen im Druckbetrieb bis zu 1000 W Leistung. Der Thermodrucker kann hier auch durch geringeren Energieverbrauch und das Fehlen jeglicher Aufheizzeit bis zum ersten Blatt sich deutlich von bestehenden Druckverfahren abheben.

In den Figuren 1 bis 7 ist das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial dargestellt:

Die Bezugszeichen sind wie folgt zuzuordnen:

1. Trägermaterial

2. Reaktand A

3. Reaktand B

4. Diffusionsschutzhülle

5. Bindemittel

Als Farbbildner dienen die beiden beschriebenen Substanzgruppen die nach Reaktionen einen farbigen Metallkomplex bilden. Im Detail sind beispielhafte Ausführungen wie folgt möglich:

Fig l:

Diese Ausführung zeigt eine simple Mischung der Farbbildner (2,3) mit dem Bindemittel (5). Hier ist eine Reaktion durch innere Diffusion unvermeidbar - das Papier dunkelt nach und ist längerfristig nicht stabil.

Fig 2:

Diese Ausführung zeigt ein simples sequenzielles Auftragen der Farbbildner (2,3) allenfalls vermischt mit dem Bindemittel (5). Hier ist eine Reaktion durch innere Grenzflächendiffusion unvermeidbar - das Papier dunkelt nach - nicht so stark wie in der in Fig. 1 dargestellten und ist längerfristig nicht stabil.

Insbesondere ist die Farbreaktion langsam und schwach, da die Komponenten einige μιτι voneinander entfernt sind.

Fig 3:

Diese Ausführung zeigt ein Auftragen des Farbbildners (3) als Dispersion im Farbbildner (2) allenfalls vermischt mit dem Bindemittel (5). Hier ist eine moderate Reaktion durch Grenzflächendiffusion unvermeidbar - das Papier dunkelt nach - nicht so stark wie die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform und ist moderat stabil. Im Gegensatz zu der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die Farbreaktion intensiv und rasch, da die Komponenten hochdispers vorliegen.

Fig. 4:

Diese Ausführung zeigt ein Auftragen der beiden Farbbildners (2 + 3) als Dispersion im Bindemittel (5). Hier ist eine schwache unspezifische Reaktion durch Grenzflächendiffusion gegeben - das Papier dunkelt nur schwach nach und ist relativ stabil. Im Gegensatz zu der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die Farbreaktion intensiv und rasch, da die Komponenten hochdispers vorliegen.

Fig. 5:

Diese Ausführung zeigt ein Auftragen des Farbbildners (3) als Dispersion im Farbbildner (2) allenfalls vermischt mit dem Bindemittel (5). Hier ist eine Reaktion durch Grenzflächendiffusion durch die Umhüllung der dispergierten Phase mit einer Sperre (4) vermieden - das Papier dunkelt nicht nach und ist stabil. Im Gegensatz zu der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die Farbreaktion intensiv und rasch, da die Komponenten hochdispers vorliegen.

Fig. 6:

Diese Ausführung zeigt ein Auftragen der beiden Farbbildners (2 + 3) als Dispersion. Hier ist eine Reaktion durch Grenzflächendiffusion durch die Umhüllung der dispergierten Phase mit einer Sperre (4) vermieden - das Papier dunkelt nicht nach und ist stabil. Im Gegensatz zu der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die Farbreaktion intensiv und rasch, da die Komponenten hochdispers vorliegen. Welcher der beiden Farbbildner die Sperrbeschichtung trägt und ob allenfalls beide eine Beschichtung tragen, kann anwendungsgemäß variiert werden.

Fig. 7:

Diese Ausführung zeigt ein Auftragen der beiden Diffusions-gesperrten Farbbildners (2 + 3) als Dispersion im Bindemittel (5) analog Fig. 6.

Beispiele:

Beispiel 1 - Synthese einer fein dispersen optimal schmelzenden hydrophoben Eisenverbindung:

Ein wasserlösliches Eisensalz (zumeist Eisen(lll)sulfat, Eisen(lll)chlorid, Eisen(lll)ammoniumsulfat) wird in einer wässrigen Lösung mit einer organischen Lösung einer langkettigen bevorzugt aliphatischen Säuren (zumeist Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Stearin- oder Behensäure) zur Reaktion gebracht. Das unlösliche Eisensalz fällt aus und wird abgetrennt.

Analog kann die Reaktion allenfalls auch ohne Lösungsmittel in Schmelze erfolgen. Sodann wird das Eisensalz geschmolzen und in einem rotierenden Tellerzerstäuber zu wenigen μηΊ-großen Partikeln zerstäubt die zumeist kurz gewaschen werden. Das Molverhältnis der Reaktanden wird zumeist so gewählt, dass der Schmelzpunkt der resultieren Mischung aus Eisensalz und zumeist überschüssiger Säure im idealen Schmelzbereich des Thermodruckers von zumeist 60 - 90 °C liegt.

Alternativ kann das Salz auch zu vermählen werden wobei die wachsartige Konsistenz bei der Vermahlung zu berücksichtigen ist.

Beispiel 2 - Synthese einer fein dispersen optimal schmelzenden hydrophoben Gallussäureverbindung:

Ein bevorzugt unter 100 °C schmelzendes Salz der Gallussäure - zumeist Laurylgallat -wird am rotierenden Tellerzerstäuber aus einer Schmelze fein zerstäubt. Ein Zusatz von Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Stearin- oder Behensäure steuert den Schmelzpunkt der resultierenden Partikel.

Beispiel 3 - Synthese feindisperser umhüllter Partikel

Ein unter 100 °C schmelzende Partikelpräparation aus Beispiel 8 und oder 9 wird mit einer Diffusionsschutzhülle gekapselt. Dabei wird eine wässrige Dispersion der Partikel mit einem geeigneten Polymer und zumeist nötigem Detergenz vermischt und im Sprühtrockner unter milden Bedingungen getrocknet. Es bilden sich mit einem Polymer (z.B. Polyacrylsäure, Polyacrylamid, Dextrin, Stärke,..) umhüllt Partikel. Alternative können auch So I/Gel -Verfahren die Partikel mit einer dünnen Schicht aus Quarz, Aluminiumoxid u.ä. beschichten. Analoge Präzipitationsverfahren als Diffusionssperrschichten aus der Effektpigmenttechnologie sind ebenfalls verwendbar (präzipitierende Auffällung).

Beispiel 4 - Zusätze und Bindemittel

Als Bindemittel können alle in der Papierindustrie üblichen Binder verwendet werden, wobei die Gallussäureverbindung durch den Zusatz von Amiden - bevorzugt Polyamiden und durch einen sauren pH-Wert vergilbungsstabil gemacht werden. Besonders geeignet sind hiezu Polyacrylamid und Phosphorsäure bei einem pH-Wert unter jenem der freien Gallussäure.