In Bearbeitung

Bitte warten ...

Einstellungen

Einstellungen

Gehe zu Anmeldung

1. WO2010017937 - VORRICHTUNG ZUR ANLAGE EINER PERKUTANEN ENDOSKOPISCHEN GASTROSTOMIE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Vorrichtung zur Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) für die künstliche Ernährung mit Sondennahrung als enterale Ernährung.

Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist ein endoskopisch angelegter direkter Zugang zum Magen, der die Bauchwand durchdringt. Die PEG erlaubt die künstliche Ernährung eines Patienten mit einer Sondennahrung.

Bei einem bekannten Verfahren zur Anlage einer PEG wird die PEG-Sonde für die enterale Ernährung mittels eines Fadens durch den Mund des Patienten, die Speiseröhre, den Magen und die Bauchwand nach außen gezogen. Hierzu wird nach Einführen eines Gastroskops in den Magen des Patienten und ausreichender Luftinsufflation eine Kanüle in den Magen eingeführt. Anschließend wird durch die Kanüle ein Faden in den Magen vorgeschoben, der mit der Biopsiezange des Gastroskops erfasst und durch die Speiseröhre und den Mund des Patienten herausgezogen wird. An dem Faden wird dann die PEG-Sonde befestigt, die daraufhin durch Zug an dem Faden zusammen mit der Kanüle aus dem Magen des Patienten herausgezogen wird, bis die Rückhaltescheibe der Sonde an der Mageninnenwand anliegt.

Um die Anlage einer PEG-Sonde für den Arzt zu vereinfachen, sind verschiedene Vorrichtungen bekannt, mit denen der Faden in den Magen des Patienten eingeführt werden kann.

Die US-A-5,810,835 beschreibt eine bekannte Vorrichtung zur Anlage einer PEG, die über eine Punktionskanüle zur Punktion des Magens und eine Einführkanüle zum Einfuhren des Fadens in den Magen des Patienten verfügt. Die bekannte Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Einführkanüle die Punktionskanüle umschließt, wobei die Punktionskanüle aus der Einfuhrkanüle vorsteht, so dass der Arzt mit der Punktionskanüle den Magen punktieren und nach der Punktion die Punktionskanüle aus der Einruhrkanüle herausziehen kann. Die Punktionskanüle ist eine Stahlkanüle, während die Einfuhrkanüle eine Kunststoffkanüle ist, die an die Stahlkanüle angeformt ist. Dabei ist insbesondere der Bereich entscheidend, an dem die Punktionskanüle aus der Einfuhrkanüle austritt. In diesem Bereich sollte ein möglichst gleichmäßiger Übergang zwischen Punktions- und Einfuhrkanüle gegeben sein, so dass die Einstichkräfte gering sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Punktionskanüle nicht oder nur unter großer Kraft vorschieben lässt, wodurch das Risiko einer Verletzung der Bauchwand erhöht wird.

Die gleichmäßige Anformung der beiden Kanülen fuhrt in der Praxis zu Problemen bei der Herstellung. Darüber hinaus besteht ein hohes Risiko für Stichverletzungen durch die freiliegende Spitze der aus der Einfuhrkanüle herausgezogenen Punktionskanüle.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der dem Arzt die Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) erleichtert wird, wobei das Risiko von erhöhten Einstichkräften verringert wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausfuhrungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) verfugt über einen Griffteil zur Handhabung der Vorrichtung, wobei der Griffteil eine bereits integrierte oder aufsteckbare drehbare Fadenrolle aufweist, auf der ein Faden aufgerollt ist, der in den Magen des Patienten eingeführt werden soll. Damit stellt die erfindungsgemäße Vorrichtung gleichzeitig den Faden bereit.

Neben der Punktionskanüle zur Punktion des Magens verfugt die erfindungsgemäße Vorrichtung über eine Einfuhrkanüle zum Einfuhren des auf der Fadenrolle aufgerollten Fadens in den Magen. Dabei wird der Faden durch die Einfuhrkanüle geführt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Punktionskanüle als eine die Einführkanüle umschließende Außenkanüle ausgebildet ist, während die Einführkanüle als eine von der Punktionskanüle umschlossene Innenkanüle ausgebildet ist, wobei die Einführkanüle in der Punktionskanüle längsverschiebbar geführt ist.

Bei der Punktion des Magens ist die Einfuhrkanüle in die Punktionskanüle zurückgezogen. Die Ausbildung der Einfuhrkanüle als Innenkanüle und der Punktionskanüle als Außenkanüle hat den entscheidenden Vorteil, dass die Punktion allein mit der Punktionskanüle vorgenommen werden kann. Das Problem der Ausbildung eines gleichmäßigen Übergangs zwischen einer Einfuhrkanüle als Außenkanüle und einer Punktionskanüle als Innenkanüle entfallt bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Folglich kann auch nicht das Problem der Entstehung eines so genannten Zeltdacheffektes auftreten, das auf erhöhte Einstichkräfte zurückzufuhren ist.

Darüber hinaus können Punktions- und Einfuhrkanüle als Stahlkanülen mit einem verhältnismäßig geringen technischen Aufwand und relativ geringen Kosten in großen Stückzahlen hergestellt werden, ohne dass die beiden Kanülen zur Erzielung eines gleichmäßigen Übergangs aneinander anzuformen wären.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung stellt also dem Arzt eine Baugruppe zur Verfügung, mit der alle bisher erforderlichen Komponenten, wie Punktionskanüle, Einfuhrkanüle und Faden so bereitgestellt werden, dass die zum Einfuhren des Fadens erforderlichen Schritte vom Arzt auf einfache Weise sicher durchgeführt werden können.

Die Erfindung sieht unterschiedliche Ausfuhrungsformen vor, die sich zum Einen dadurch unterscheiden, dass die Fadenrolle mit dem in die Einfuhrkanüle einzuführenden Faden entweder bereits in den Griffteil integriert ist oder später auf den Griffteil aufgesteckt wird. Bei der Ausfuhrungsform mit der in den Griffteil integrierten Fadenrolle befindet sich der Faden bereits in der Einführkanüle, wobei das mit der Biopsiezange zu greifende Fadenende aus der Einführkanüle vorsteht, die aus der Punktionskanüle vorgeschoben werden kann. Demgegenüber muss der Faden bei der Ausfuhrungsform mit aufsteckbarer Fadenrolle erst in die Einfuhrkanüle eingeführt werden. Zum Anderen unterscheiden sich die Ausführungsformen dadurch, dass bei einer Ausfuhrungsform ein Mandrin zur Fixierung des Fadens Verwendung findet, der bei den anderen Ausfuhrungsformen fehlt.

Sämtliche Ausführungsformen haben aber gemeinsam, dass die Punktionskanüle als Außenkanüle an dem Griffteil befestigt ist und die Einführkanüle als Innenkanüle an einem in dem Griffteil längsverschiebbar geführten Schieber befestigt ist. Durch Verschieben des Schiebers in dem Griffteil kann die Einführkanüle also in die Punktionskanüle zurückgezogen oder aus der Punktionskanüle vorgeschoben werden.

Vor der Punktion befindet sich der Schieber in der ersten Position, in der das distale Endstück der Einführkanüle in die Punktionskanüle zurückgezogen ist. Vorzugsweise sind an dem Griffteil und dem Schieber Arretierungsmittel vorgesehen, die den Schieber in der ersten Position gegen unbeabsichtigtes Verschieben sichern. In dieser Position kann die Punktionskanüle mit einer bekannten Nadelschutzhülle geschützt sein, die vor der Punktion abgezogen wird.

Nach der Punktion wird der Schieber in eine zweite Position vorgeschoben, in der das distale Endstück der Einführkanüle ein kurzes Stück aus der Punktionskanüle vorsteht. Da das distale Endstück der Punktionskanüle als Nadelspitze ausgebildet ist und das distale Endstück der Einführkanüle stumpf ist, stellt die ein kurzes Stück aus der Punktionskanüle vorstehende stumpfe Einführkanüle sicher, dass Verletzungen durch die Nadelspitze der Punktionskanüle nicht möglich sind.

Die Einführkanüle der erfindungsgemäßen Vorrichtung dient zur Aufnahme des Fadens, der eingeführt werden soll. Vorzugsweise ist der Faden ein Doppel-Faden, der an dem distalen Ende eine Schlaufe bildet.

Der auf der Fadenrolle aufgerollte Faden erstreckt sich bei der Ausführungsform mit integrierter Fadenrolle durch die Einfuhrkanüle und steht ein kurzes Stück aus der Einführkanüle heraus. In der zurückgezogenen Position des Schiebers werden sowohl die Einführkanüle als auch das aus der Einführkanüle vorstehende Fadenende von der Punktionskanüle umschlossen. In der vorgeschobenen Position des Schiebers kann das aus der Einfuhrkanüle vorstehende Fadenende hingegen mit der Biopsiezange erfasst werden.

An dem Griffteil und dem Schieber können vorzugsweise weitere Arretierungsmittel vorgesehen sein, die den Schieber in der vorgeschobenen Position gegen unbeabsichtigtes Verschieben sichern. Im Gegensatz zu den Arretierungsmitteln, die den Schieber in der zurückgezogenen Position gegen unbeabsichtigtes Verschieben sichern, sind die Arretierungsmittel zur Sicherung des Schiebers in der vorgeschobenen Position vorzugsweise derart ausgebildet, dass der Schieber in dieser Position dauerhaft festgelegt ist und überhaupt nicht mehr oder nur nach Lösen einer besonderen Verriegelung zur Aufhebung der Sicherung der Arretierungsmittels verschoben werden kann. Dadurch ist sichergestellt, dass Verletzungen an der Nadelspitze der Punktionskanüle ausgeschlossen sind, die ansonsten dann möglich wären, wenn sich der Schieber noch unbeabsichtigt verschieben ließe.

Die Arretierungsmittel zum Festlegen des Schiebers in der vorgeschobenen oder zurückgezogenen Position können unterschiedlich ausgebildet sein. Bevorzugte Ausfuhrungsformen sehen einen auf den Griffteil aufsetzbaren Arretierungs-Clip vor, der den Schieber in der zurückgezogenen Position festhält. Anstelle eines Arretierungs-Clips können die Arretierungsmittel aber auch Nasen oder Ausnehmungen aufweisen, wobei die Nasen einschnappend oder einrastend in die Ausnehmungen eingreifen.

Eine weitere besonders bevorzugte Ausfuhrungsform der Erfindung sieht vor, dass Fadenrolle und Schieber derart miteinander verbunden sind, dass beim Vorschieben des Schiebers in den Griffteil die Fadenrolle zum Abspulen des Fadens gedreht wird. Dadurch wird sichergestellt, dass der Faden sich von der Fadenrolle nicht vorzeitig abwickeln kann. Nur beim Vorschieben des Schiebers wird ein Fadenstück mit der erforderlichen Länge bereitgestellt.

Bei einer besonders bevorzugten Ausfuhrungsform ist die Fadenrolle als Zahnrad und der Schieber als Zahnstange ausgebildet, wobei das Zahnrad der Fadenrolle in der Zahnstange des Schiebers kämmt. Dadurch wird die translatorische Bewegung des Schiebers in die rotatorische Bewegung des Zahnrads umgesetzt.

Bei einer weiteren besonders bevorzugten Ausfuhrungsform ist die Fadenrolle an dem Griffteil lösbar befestigt. Dies erleichtert die Handhabung, indem nach der Befestigung der PEG-Sonde an dem Fadenende die Sonde mit dem Faden einfacher herausgezogen werden kann, wenn die Fadenrolle von dem Griffteil getrennt ist. Auch wird die Produktion vereinfacht, wenn sich der Faden auf die Fadenrolle erst aufwickeln und dann die Fadenrolle in den Griffteil einsetzen lässt.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Griffteil ein die Fadenrolle zumindest teilweise umschließendes Gehäuseteil auf, in dem die Fadenrolle angeordnet ist. Das Gehäuseteil weist die Fadenrolle zumindest teilweise umgreifende Seitenwände auf, wobei die Fadenrolle eine einrastend in Ausnehmungen der Seitenwände eingesetzte Achse aufweist.

Bei der Ausführungsform der Erfindung, die nicht von einem Mandrin Gebrauch macht, ist vorzugsweise eine Klemmeinrichtung für den Faden vorgesehen, die zwischen einer den Faden freigebenden und einer den Faden festklemmenden Position verstellbar ist. Die Klemmeinrichtung wirkt derart mit dem Schieber zusammen, dass die Klemmeinrichtung den Faden freigibt, wenn der Schieber vorgeschoben ist. Ansonsten hält die Klemmeinrichtung den Faden fest. Dadurch wird sichergestellt, dass der durch die Einführkanüle geführte Faden beim Vorschieben des Schiebers weder zurückgezogen noch vorgeschoben werden kann. Zwar wird ein Verschieben des Fadens in der Einführkanüle schon dadurch verhindert, dass die Fadenrolle mit dem Schieber in Eingriff ist, mit der Klemmeinrichtung wird aber eine zusätzliche Zugkraft auf den Faden ausgeübt, die den Faden in der vorgesehenen Position hält.

Die Klemmeinrichtung weist vorzugsweise ein erstes und zweites Klemmteil auf, zwischen denen der Faden geführt ist. Vorzugsweise ist der eine Klemmteil ortsfest an dem Schieber und der andere Klemmteil beweglich an dem Schieber angeordnet. Der bewegliche Klemmteil weist einen Ansatz auf, der beim Vorschieben des Schiebers gegen einen Anschlag stößt, so dass der bewegliche Klemmteil zum Freigeben des Fadens zurückgedrückt wird. Erst wenn sich der Schieber in der vorgeschobenen Position befindet, in der der Schieber vorzugsweise arretiert ist, wird der Faden freigegeben, so dass der Faden nach dem Fassen mit der Biopsiezange herausgezogen werden kann.

Bei der Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die von einem Mandrin Gebrauch macht, erübrigt sich eine Klemmeinrichtung, die den Faden festklemmt, da der Faden durch den Mandrin in der Einführkanüle gegen Zurückziehen gesichert ist und mit dem Mandrin aus der Punktionskanüle herausgeschoben werden kann.

Der Mandrin ist vorzugsweise in dem Schieber längsverschiebbar geführt, so dass der Mandrin in der Einführkanüle verschoben werden kann. Vorzugsweise ist die Länge des Mandrins derart bemessen, dass der Mandrin aus der Einfuhrkanüle vorsteht, wenn der Mandrin in den Schieber eingeschoben ist. Wenn sich der Schieber dabei in der vorgeschobenen Position befindet, steht auch die Einfuhrkanüle mit dem Mandrin aus der Punktionskanüle vor, so dass nach Zurückziehen des Mandrins aus der Einfuhrkanüle der Faden mit der Biopsiezange erfasst werden kann.

Bei der Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die von einem Mandrin Gebrauch macht, ist eine Klemmeinrichtung, die den Faden festklemmt, nicht erforderlich, da der Faden in der Einfuhrkanüle von dem Mandrin gegen Zurückziehen gesichert ist. Eine bevorzugte Ausfuhrungsform sieht jedoch eine Klemmeinrichtung auch bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Mandrin vor, die sicherstellt, dass der Faden nach Herausziehen des Mandrins nicht zurückgezogen wird. Die Klemmeinrichtung weist ein oder mehrere Klemmteile auf, die federnd gegen den Mandrin vorgespannt sind, wenn der Mandrin in den Schieber eingeschoben ist. Die Klemmteile stellen sicher, dass der Faden an dem Mandrin anliegt. Vorzugsweise sind die Klemmteile an dem Schieber vorgesehene Lippen, die in einer Ausnehmung des Schiebers zur Aufnahme des Mandrins radial nach innen zeigen. Dabei liegt der Faden vorzugsweise in einer längslaufenden Führungsnut des Mandrin.

Der Faden ist vorzugsweise ein Doppel-Faden, der am distalen Ende eine Schlaufe bildet, die aus dem distalen Endstück der Einfuhrkanüle vorsteht. Die Bildung einer Schlaufe mit dem Doppel-Faden erleichtert zum einen das Greifen des Fadens mit der Biopsiezange und andererseits die Befestigung der PEG-Sonde an dem Faden.

Die längslaufende Nut an dem Mandrin ist vorzugsweise zu beiden Seiten des Mandrins vorgesehen, so dass der Doppel-Faden an der einen Seite des Mandrins bis zu der Spitze des Mandrins geführt und von der Spitze des Mandrins an der anderen Seite des Mandrins wieder zurückgeführt werden kann.

Die alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die nicht von einem Mandrin Gebrauch macht, zeichnet sich dadurch aus, dass die Fadenrolle drehbar an einem Aufsatzstück befestigt ist, das auf den Griffteil aufsetzbar ist. Dieser Ausführungsform ist der Vorzug zu geben, wenn die Fadenrolle bei der Punktion als störend empfunden werden sollte.

Das Aufsatzstück mit der Fadenrolle kann an dem Griffteil arretiert werden, so dass das Aufsatzstück an dem Griffteil gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert ist. Hierzu weist das Aufsatzstück vorteilhafterweise Klemmelemente auf, die beim Aufsetzen des Aufsatzstücks das proximale Endstück des Griffteils umgreifen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Aufsatzstück einen hohlzylindrischen Körper auf, durch den der Faden geführt ist, wobei sich der hohlzylindrische Körper in den Durchgang des Schiebers erstreckt, wenn das Aufsatzstück auf den Griffteil aufgesetzt ist. Vorzugsweise ist der Durchgang in dem Schieber mit einem Ventil verschlossen, wobei das Ventil derart ausgebildet ist, dass beim Aufsetzten des Aufsatzstücks auf den Griffteil das Ventil von dem hohlzylindrischen Körper des Aufsatzstücks geöffnet wird.

Im Folgenden werden die Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die nicht von einem Mandrin Gebrauch machen, und die Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die von einem Mandrin Gebrauch macht, unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 Eine Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Mandrin in perspektivischer Darstellung,

Fig. 2 einen Schnitt durch die erfϊndungsgemäße Vorrichtung ohne Mandrin von

Fig. 1,

Fig. 3 den hinteren Teil der Vorrichtung von Fig. 2 in teilweise geschnittener

Darstellung,

Fig. 4 einen Schnitt durch den vorderen Teil der Vorrichtung von Fig. 1 in vergrößerter Darstellung,

Fig. 5 einen Schnitt durch den vorderen Teil der Einführkanüle und der

Punktionskanüle der Vorrichtung von Fig. 1 in vergrößerter Darstellung, wobei die Einfuhrkanüle aus der Punktionskanüle vorgeschoben ist,

Fig. 6 den Ausschnitt A von Fig. 2 in vergrößerter Darstellung,

Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie B-B von Fig. 6,

Fig. 8 den hinteren Teil der Vorrichtung von Fig. 1 in perspektivischer

Darstellung, wobei der Schieber in den Griffteil vorgeschoben ist,

Fig. 9 eine Teilansicht der Vorrichtung von Fig. 1 in teilweise geschnittener

Darstellung,

Fig. 10 eine perspektivische Darstellung der alternativen Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die von einem Mandrin Gebrauch macht, Fig. 1 1 den hinteren Teil der Vorrichtung von Fig. 10 in teilweise geschnittener

Darstellung,

Fig. 12 den vorderen Teil der Punktionskanüle und der Einruhrkanüle der

Vorrichtung von Fig. 10, wobei die Einfuhrkanüle mit dem Mandrin aus der Punktionskanüle vorgeschoben ist,

Fig. 13 einen Schnitt entlang der Linie C-C von Fig. 12,

Fig. 14 die Vorrichtung von Fig. 10 in teilweise geschnittener Darstellung aus der

Ansicht von oben, wobei der Schieber in den Griffteil eingeschoben und der Mandrin in den Schieber eingeschoben ist,

Fig. 15 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 10 in teilweise geschnittener

Darstellung, wobei der Schieber in den Griffieil eingeschoben und der Mandrin zurückgezogen ist,

Fig. 16 in perspektivischer Darstellung eine alternative Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Mandrin, wobei die Fadenrolle mit dem Faden an einem Aufsatzstück für den Griffteil drehbar gelagert ist, das noch nicht auf den Griffteil aufgesetzt ist,

Fig. 17 die Vorrichtung von Fig. 16 in perspektivischer Darstellung, wobei der

Schieber des Griffteils in den Griffteil eingeschoben ist,

Fig. 18 die Vorrichtung von Fig. 16 in geschnittener Darstellung und

Fig. 19 einen Schnitt durch die Vorrichtung von Fig. 17, wobei das Aufsatzstück auf den Griffteil aufgesetzt ist.

Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung eine erste Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Mandrin. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst einen Griffteil 1 , der in der Art eines „Schreibstiftes" ausgebildet ist. Der Griffteil 1 weist einen langgestreckten Körper IA auf, der in der Art eines Kolbens ausgebildet ist und ein im Wesentlichen dreieckförmigen Querschnitt hat. Der hohlförmige Körper IA weist ein geschlossenes distales Endstück IB und ein offenes proximales Endstück IC auf.

An der Unterseite des hohlförmigen Körpers IA ist ein Gehäuseteil 2 zur Aufnahme einer Fadenrolle 3 angeformt. In dem Gehäuseteil 2 ist die Fadenrolle 3 drehbar gelagert, deren vordere Hälfte von den Seitenwänden 2A und 2B des hinten offenen Gehäuseteils 2 seitlich umschlossen wird. Die Fadenrolle 3 weist eine Achse 3 A auf, die einrastend in nach hinten offenen Ausnehmungen 2C der Seitenwände 2A und 2B eingesetzt ist, so dass die Fadenrolle 3 drehbar in dem Gehäuseteil 2 gelagert ist. Die Rastverbindung erlaubt ein späteres Lösen der Fadenrolle 3 von dem Gehäuseteil 2.

Um den Griffteil 1 besser greifen zu können, ist an dem hohlförmigen Körper IA des Griffteils 1 ein ringförmiges Griffstück ID angeformt, das als Fingerauflage dienen kann.

An dem geschlossenen distalen Endstück IB des Griffteils 1 ist das proximale Endstück 4A einer Punktionskanüle 4 befestigt. Das distale Endstück 4B der Punktionskanüle 4 weist eine Nadelspitze 4C auf. Die Punktionskanüle 4 ist vorzugsweise eine Stahlkanüle.

Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung von Fig. 1. In dem Hohlraum IE des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 ist längsverschiebbar ein Schieber 5 geführt, der ein distales Endstück 5A und ein proximales Endstück 5B aufweist. Der Schieber 5 kann in dem hohlförmigen Körper IA zwischen einer ersten und einer zweiten Position verschoben werden. Fig. 2 zeigt den Schieber 5 in der ersten Position, in der der Schieber aus dem hohlförmigen Körper IA des Griffteils 1 herausgezogen ist.

In der Punktionskanüle 4 ist eine Einführkanüle 6 längsverschiebbar gefuhrt, deren Außendurchmesser geringfügig kleiner als der Innendurchmesser der Punktionskanüle 4 ist. Die Einführkanüle 6 ist vorzugsweise eine Stahlkanüle. Das proximale Endstück 6A der Einfϊihrkanüle 6 ist an dem distalen Endstück 5A des Schiebers 5 befestigt, so dass die Einfuhrkanüle 6 in der Punktionskanüle 4 durch Vor- und Zurückziehen des Schiebers 5 in die Punktionskanüle vorgeschoben oder aus der Punktionskanüle zurückgezogen werden kann.

Fig. 4 zeigt das distale Endstück 6B der in die Punktionskanüle 4 zurückgezogenen Einftihrkanüle 6, wenn sich der Schieber 5 in der zurückgezogenen Position befindet (Fig. 2). Wenn der Schieber 5 vorgeschoben wird, wird die Einführkanüle 6 in der Punktionskanüle 4 vorgeschoben. Fig. 5 zeigt die aus der Punktionskanüle 4 vorgeschobene Einrührkanüle 6, wenn sich der Schieber 5 in der vorgeschobenen Position befindet (Fig. 8).

Auf der Fadenrolle 3 ist ein Doppel-Faden 7 aufgerollt, der sich von der Fadenrolle durch das offene proximale Endstück IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 unterhalb des Schiebers 5 durch die Einführkanüle 6 erstreckt. Am distalen Ende bildet der Doppel-Faden 7 eine Schlaufe 7A. Fig. 2 zeigt, dass die Schlaufe 7A des Doppel-Fadens 7 zwar ein kurzes Stück aus der Einfuhrkanüle 6 vorsteht, jedoch von der Punktionskanüle 4 vollständig umschlossen wird, wenn sich der Schieber 5 in der zurückgezogenen Position befindet.

Die zurückgezogene Position des Schiebers 5 stellt die Ausgangsposition dar, in der die erfindungsgemäße Vorrichtung ausgeliefert wird. Um ein unbeabsichtigtes Verschieben des Schiebers 5 aus der Ausgangsposition zu verhindern, ist der Schieber 5 in dem Griffteil 1 gesichert. Zur Sicherung des Schiebers 5 in dem Griffteil 1 sind Arretierungsmittel 8 vorgesehen, die unterschiedlich ausgebildet sein können. Die Arretierungsmittel 8 können beispielsweise eine nur andeutungsweise dargestelle Rastnase 5C aufweisen, die zwischen dem distalen und proximalen Endstück 5A und 5B an der Oberseite des Schiebers 5 ausgebildet ist (Fig. 2). Die Nase 5C greift einschnappend in eine entsprechende Ausnehmung IF, die im oberen Teil des proximalen Endstücks IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 ausgebildet ist. Dadurch ist der Schieber 5 in der zurückgezogenen Position in dem Griffteil 1 festgelegt (Fig. 6). Beim Vorschieben des Schiebers 5 in den Griffteil 1 wird die Rastnase 5 C des Schiebers aus der Ausnehmung IF des Griffteils 1 herausgedrückt, so dass der Schieber dann frei beweglich ist. Der Schieber kann aber auch durch einen abnehmbaren Sicherungsclip in seiner Position gesichert werden, der bei der zweiten Ausführungsform verwendet wird, die nachfolgend noch beschrieben wird (Fig. 10).

Der Schieber 5 ist als Zahnstange ausgebildet, während die Fadenrolle 3 als Zahnrad ausgebildet ist. Fig. 3 zeigt die Zähne 5D an der Unterseite des als Zahnstange ausgebildeten Schiebers 5 und die Zähne 3B der als Zahnrad ausgebildeten Fadenrolle 3. Die Zähne 3B der Fadenrolle 3 kämmen in den Zähnen 5D des Schiebers 5. Beim Vorschieben des Schiebers 5 dreht sich die Fadenrolle 3 entgegen dem Uhrzeigersinn, so dass der Doppel-Faden 7 von der Fadenrolle abgespult wird, wobei die Fadenrolle vom Schieber zumindest für einen Teil der erforderlichen Umdrehungen angetrieben wird, so dass beim Vorschieben des Schiebers 5 die erforderliche Fadenlänge zur Verfügung steht.

Der Doppel-Faden 7 ist an dem Schieber 5 verklemmt, wenn der Schieber vorgeschoben wird. Dadurch wird sichergestellt, dass der Faden beim Vorschieben des Schiebers in seiner vorgegebenen Lage relativ zu der Einfuhrkanüle verbleibt.

Fig. 6 zeigt die Klemmeinrichtung 9 für den Faden 7, die sich zwischen dem distalen und proximalen Endstück 5A, 5B des Schiebers 5 befindet. Die Klemmeinrichtung 9 weist zwei federnd gegeneinander vorgespannte Klemmteile 9A, 9B auf. Die Klemmteile 9A, 9B sind plattenförmige Klemmkörper, die jeweils einen V-förmigen Ausschnitt 9C, 9D aufweisen. Die Klemmkörper sind derart angeordnet, dass die beiden Ausschnitte 9C und 9D eine Öffnung bilden, durch die der Doppel-Faden 7 geführt ist (Fig. 7). Werden die beiden Klemmkörper 9C, 9D gegeneinander verschoben, verringert oder vergrößert sich der Querschnitt des verbleibenden Spaltes, so dass der Faden freigegeben oder verklemmt wird.

Der obere Klemmkörper 9A ist fest mit dem Schieber 5 verbunden, während der untere Klemmkörper 9B an der Oberseite eines beweglichen Teils 9E angeformt ist, der unter der Einwirkung einer Kraft von oben nach unten gedrückt werden kann, so dass der Faden in der Öffnung zwischen den Klemmkörpern freigegeben wird.

Der bewegliche Teil des Schiebers 5 ist ein Filmscharnier 9E, das an dem distalen Endstück 5A des Schiebers 5 angeformt ist. Fig. 6 zeigt das Filmscharnier 9E in der Position, in der das Filmscharnier den unteren Klemmkörper 9B in der den Faden 7 festklemmenden Stellung hält.

In dem vorderen Bereich der Ausnehmung IE des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 ist ein Anschlag 1 G mit einer Schrägfläche ausgebildet, gegen den ein Ansatz 9F des unteren Klemmkörper 9B anschlägt, wenn der Schieber 5 vorgeschoben wird. Der untere Klemmkörper 9B wird dadurch nach unten gedrückt, wobei das Scharnierteil 9E nach unten wegklappt. Damit ist der Faden 7 in der Ausnehmung frei. Der Anschlag IG erfasst den Ansatz 9F des unteren Klemmkörpers 9B kurz bevor der Schieber 5 vollständig in den Griffteil 1 eingeschoben ist (Fig. 9). Nunmehr kann die Schlaufe 7A des Fadens mit der Biopsiezange erfasst und der Faden herausgezogen werden.

In der vorgeschobenen Position ist der Schieber 5 an dem Griffteil 1 einrastend festgelegt, so dass der Schieber nicht wieder zurückgezogen werden kann. Verletzungen an der Nadelspitze 4C der Punktionskanüle 4 sind ausgeschlossen, da die aus der Punktionskanüle 4 vorgeschobene und die Nadelspitze schützende Einführkanüle 6 gegen Zurückschieben gesichert ist.

Für die Sicherung des Schiebers 5 in der vorgeschobenen Position sind wieder Arretierungsmittel 10 vorgesehen, die eine am proximalen Endstück 5B des Schiebers 5 angeformte Rastnase 10A und eine Ausnehmung 1OB am oberen Teil des proximalen Endstücks IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils aufweisen (Fig. 8). Die Rastnase 10A und die Ausnehmung 1OB haben jeweils einen dreieckförmigen Querschnitt. Die Ausnehmung 1OB ist am hinteren Ende über einen schmalen Spalt IOC geöffnet, so dass die dreieckförmige Rastnase 10A beim Vorschieben des Schiebers 5 in die vordere Endposition durch den Spalt IOC in die dreieckförmige Ausnehmung 1OB gedrückt werden kann. Wenn sich die Rastnase 10A in der Ausnehmung 1OB befindet, hält die Rastnase den Schieber unverlierbar in der Endposition fest.

Der Schieber 5 weist ein Griffstück 5E auf, das von einer in der Gebrauchslage nach oben weisenden Ansatz 5F und einen nach hinten weisenden Ansatz 5 G gebildet wird. Der nach oben weisende Ansatz 5F des Griffstücks 5E bildet gleichsam einen Anschlag für den Schieber 5 in der vorgeschobenen Position, während der nach hinten weisende Ansatz 5G eine Abdeckung für die Fadenrolle 3 bildet, wenn der Schieber vorgeschoben ist.

Die Einführung des Fadens zur Anlage der PEG-Sonde mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt wie folgt. Zunächst befindet sich der Schieber in der in Fig. 1 gezeigten Ausgangsposition. Die Punktionskanüle 4 der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird unter endoskopischer Kontrolle in den Magen eingeführt. Dabei ist die Einführkanüle 6 mit der Fadenschlaufe 7A des Fadens 7 in der Punktionskanüle zurückgezogen, wobei der Faden 7 mit der Klemmeinrichtung 9 verklemmt ist. Daraufhin wird der Schieber 5 bis zum Anschlag nach vorne in die Endposition vorgeschoben (Fig. 8), so dass das distale Endstück 6B der Einführkanüle 6 aus der Punktionskanüle 4 vorsteht (Fig. 5). In der vorgeschobenen Position des Schiebers 5 gibt die Klemmeinrichtung 9 den Faden frei (Fig. 6). Die Fadenschlaufe 7A des Doppel-Fadens 7 kann nun mit der Biopsiezange erfasst und der Faden durch Magen, Speiseröhre und Mund herausgezogen werden. Dabei wird der Faden 7 von der Fadenrolle abgewickelt. Daraufhin wird die PEG-Sonde an der Fadenschlaufe 7A befestigt. Durch langsamen Zug an dem auf der Spule verbliebenen Doppel-Faden 7 kann die PEG-Sonde jetzt intragastral platziert werden. Hierzu kann die Fadenrolle vorteilhaft vom Griffteil der PEG Kanüle entfernt werden.

Nachfolgend wird die zweite Aüsführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung beschrieben, die von einem Mandrin Gebrauch macht. Die zweite Ausführungsform hat grundsätzlich den gleichen Aufbau wie die erste Ausfuhrungsform. Daher werden für die einander entsprechenden Teile auch die gleichen Bezugszeichen verwendet.

Die zweite Ausführungsform weist wieder einen in der Art eines „Schreibstiftes" ausgebildeten Griffteil 1 auf, in dem ein Schieber 5 längsverschiebbar geführt ist. An dem Griffteil 1 ist wieder eine Punktionskanüle 4 befestigt, in der eine Einführkanüle 6 längsverschiebbar geführt ist, die mit dem Schieber 5 verbunden ist. Insofern unterscheidet sich Aufbau und Funktionsweise der zweiten Vorrichtung nicht von der ersten Vorrichtung. Daher wird auf die Beschreibung der ersten Vorrichtung Bezug genommen.

Die zweite Ausfuhrungsform unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform im Wesentlichen dadurch, dass in den Schieber 5 ein Mandrin 11 eingeschoben ist, mit dem der Doppel-Faden in der richtigen Position gehalten wird. Da der Faden durch die sichere Fixierung des Mandrin von der Fadenrolle abgerollt werden kann, ist bei dieser Ausführungsform eine Verzahnung von Fadenrolle 3 und Schieber 5 zum Antrieb der Fadenrolle grundsätzlich nicht erforderlich. Eine Verzahnung kann hier aber zur Fixierung der Fadenrolle dienen, damit der Faden sich nicht vorzeitig lockert oder abrollt.

Fig. 15 zeigt den Mandrin 11, der in dem Schieber 5 längsverschiebbar geführt ist. An dem proximalen Endstück I IA des Mandrins 11 ist ein Griffstück I IB angeformt, das einen in der Gebrauchslage nach oben weisenden Ansatz 1 IC und einen nach hinten weisenden Ansatz 1 ID aufweist. Dieses Griffstück I IB ersetzt das Griffstück 5E der ersten Ausführungsform, das an das distale Endstück 5B des Schiebers 5 angeformt ist (Fig. 2). Der Schieber 5 weist eine im Wesentlichen zylindrische axiale Ausnehmung 5H auf, die sich zum distalen Endstück 5A des Schiebers 5 in einen Hohlraum 51 erstreckt, an den sich das proximale Endstück 6A der Einfuhrkanüle 6 anschließt. Am proximalen Endstück 5B des Schiebers 5 ist die axiale Ausnehmung 5H offen, so dass der Mandrin 11 in den Schieber eingeschoben werden kann. Fig. 14 zeigt den Mandrin 11 in der in den Schieber 5 eingeschobenen Ausgangsposition, wobei das proximale Endstück I IA des Mandrins in dem Schieber sitzt. Dabei bildet das Griffstück I IB des Mandrins 11 einen Anschlag, der an dem proximalen Endstück IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 anschlägt.

Der Mandrin 11 weist an zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils eine längslaufende Nut 1 IE auf, in der sich der Doppel-Faden 7 von der Fadenrolle 3 unter Ausbildung der Schlaufe 7A bis zu der Spitze des Mandrins und von der Spitze des Mandrins zurück zur Fadenrolle erstreckt (Fig. 14). Die Länge des Mandrins 11 ist derart bemessen, dass der Mandrin aus der Einführkanüle 6 nicht aber aus der Punktionskanüle 4 vorsteht, wenn der Mandrin 11 vollständig in den Schieber 5 eingeschoben ist.

Die alternative Ausfuhrungsform mit dem Mandrin verfugt nicht über eine Klemmeinrichtung zum Festklemmen des Fadens, sondern eine Klemmeinrichtung 12, die den an dem Mandrin 11 anliegenden Faden 7 gegen den Mandrin gedrückt hält. Die Klemmeinrichtung 12 weist zwei gegenüberliegende Lippen 12 A, 12B auf, die in dem sich an die axiale Ausnehmung 5H anschließenden Hohlraum 51 des Schiebers 5 radial nach innen zeigen. Die beiden Lippen 12 A, 12B halten den Faden zwar von beiden Seiten an dem Mandrin fest, verhindern aber nicht, dass der Mandrin aus dem Schieber herausgezogen werden kann.

In der in Fig. 10 gezeigten Ausgangspositionen ist der Schieber 5 bei der alternativen Ausfuhrungsform durch einen Arretierungs-Clip 13 gesichert, der klemmend auf das proximale Endstück IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 aufgesetzt ist. Der Arretierungs-Clip 13 weist den hohlförmigen Körper IA des Griffteils 1 seitlich umgreifende Bügel 13 A, 13B auf. An der Innenseite zwischen den beiden Bügeln 13 A, 13B ist an den Arretierungs-Clip eine vorspringende Nase 13C angeformt. Wenn der Arretierungs-Clip 13 auf den Griffteil 1 aufgesetzt ist, greift die Nase 13C in eine entsprechende Ausnehmung 5 J, die in dem Schieber 5 ausgebildet ist (Fig. 11). Dadurch wird der Schieber 5 in der Ausgangsposition festgehalten. Erst nach Abziehen des Arretierungs-Clips 13 ist der Schieber frei beweglich.

In der vorgeschobenen Endposition (Fig. 15) ist der Schieber 5 wieder einschnappend am Griffteil 1 festgelegt, in dem wie bei der ersten Ausfuhrungsform eine Rastnase 10A am proximalen Endstück 5B des Schiebers 5 in eine entsprechende Ausnehmung 1OB am proximalen Endstück IC des hohlförmigen Körpers IA des Griffteils 1 einschnappend eingreift (Fig. 8).

Nachfolgend wird die Funktionsweise der zweiten Ausführungsform beschrieben. Zum Einfuhren des Fadens 7 wird die Punktionskanüle 4 bei zurückgezogener Einfuhrkanüle 6 in den Magen eingeführt (Fig. 10). Dabei ist der durch die Einführkanüle 6 geführte Faden 7 durch den Mandrin 11 in der Einführkanüle festgelegt (Fig. 14). Anschließend wird der Schieber 5 bis zum Anschlag vorgeschoben, so dass die Einfuhrkanüle 6 mit dem Mandrin 11 aus der Punktionskanüle 4 vorsteht (Fig.12). Anschließend wird der Mandrin 1 1 aus Io

dem Schieber 5 teilweise herausgezogen, so dass die freiliegende Fadenschlaufe 7A mit der Biopsiezange erfasst werden kann (Fig. 15), wobei der Faden in seiner Lage durch die Klemmeinrichtung 12 fixiert bleibt. Nach vollständigem Herausziehen des Mandrins ist der Faden frei und kann herausgezogen oder von der Fadenrolle 3 abgespult werden.

Da der Faden beim Vorschieben des Schiebers 5 in den Griffteil 1 von dem Mandrin 11 von der Fadenrolle 3 abgespult wird, ist bei der Ausführungsforrn mit Mandrin eine Verzahnung von Fadenrolle und Schieber nicht erforderlich. Daher müssen Fadenrolle und Schieber nicht als Zahnrad bzw. Zahnstange ausgebildet sein.

Nachfolgend wird eine alternative Ausführungsform der Erfindung beschrieben, die sich von den unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 15 beschriebenen Ausführungsbeispielen dadurch unterscheidet, dass die Fadenrolle nicht an dem Griffteil, sondern an einem Aufsatzstück drehbar gelagert ist, dass auf den Griffteil aufsteckbar ist.

Fig. 16 zeigt in perspektivischer Darstellung die alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Mandrin. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst einen in der Art eines „Schreibstiftes" ausgebildeten Griffteil 100, der einen langgestreckten Körper 100A mit einem im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitt aufweist. Der hohlförmige Körper 100A weist ein geschlossenes distales Endstück 100B und ein offenes proximales Endstück 100C auf. An das distale Endstück 100B des hohlfbrmigen Körpers 100A ist ein vorderer ringförmiger Ansatz 100G und zwischen den distalen und proximalen Endstücken ist ein mittlerer ringförmiger Ansatz 10OH angeformt.

An dem geschlossenen distalen Endstück 100B des Griffteils 100 ist das proximale Endstück 400A einer Punktionskanüle 400 befestigt. Das distale Endstück 400B der Punktionskanüle 400 weist eine Nadelspitze 400C auf. Die Punktionskanüle 400 ist vorzugsweise eine Stahlkanüle.

Fig. 18 zeigt einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung von Fig. 16. In dem Hohlraum 100E des hohlfbrmigen Körpers 100A des Griffteils 100 ist längsverschiebbar ein Schieber 500 geführt, der ein distales Endstück 500A und ein proximales Endstück 500B aufweist. Der Schieber 500 kann in dem hohlförmigen Körper 10OA zwischen einer ersten und einer zweiten Position verschoben werden. Fig. 16 (Fig. 18) zeigt den Schieber 5 in der ersten Position, in der der Schieber vollständig aus dem hohlförmigen Körper 10OA des Griffteils 100 herausgezogen ist, während Fig. 17 (Fig. 19) den Schieber in der zweiten vollständig in den Körper 100A des Griffteils eingeschobenen zweiten Position zeigt.

In der Punktionskanüle 400 ist eine Einführkanüle 600 längsverschiebbar geführt, deren Außendurchmesser geringfügig kleiner als der Innendurchmesser der Punktionskanüle 400 ist. Die Einführkanüle 600 ist vorzugsweise eine Stahlkanüle. Das proximale Endstück 600A der Einführkanüle 600 ist an dem distalen Endstück 500A des Schiebers 500 befestigt, so dass die Einführkanüle 600 in der Punktionskanüle 400 durch Vor- und Zurückziehen des Schiebers 500 in die Punktionskanüle vorgeschoben oder aus der Punktionskanüle zurückgezogen werden kann.

Fig. 18 zeigt das distale Endstück 600B der in die Punktionskanüle 400 zurückgezogenen Einführkanüle 600, wenn sich der Schieber 500 in der zurückgezogenen Position befindet. Beim Vorschieben des Schiebers 500 wird die Einführkanüle 600 in der Punktionskanüle 400 vorgeschoben. Fig. 19 zeigt die aus der Punktionskanüle 400 vorgeschobene Einführkanüle 600, wenn sich der Schieber 500 in der vorgeschobenen Position befindet. Um den Schieber 500 besser greifen zu können, weist das proximale Endstück 500 B des Schiebers seitliche Ansätze 500F auf, die in der vorgeschobenen Position an dem proximalen Endstück des Griffteils anliegen.

Die zurückgezogene Position des Schiebers 500 stellt die Ausgangsposition dar, in der die erfϊndungsgemäße Vorrichtung ausgeliefert wird. Gegen unbeabsichtigtes Herausziehen des Schiebers 500 aus dem Griffteil ist der Schieber mit einem ringförmigen Ansatz 500G gesichert, der in eine ringförmige Ausnehmung 500H des Griffteils 100 greift.

Der Schieber 500 weist einen Durchgang 5001 auf, der sich von dem distalen zu dem proximalen Endstück 500A, 500B erstreckt. Im Bereich des distalen Endstücks 500A ist der Durchmesser des Durchgangs 5001 kleiner als im Bereich des proximalen Endstücks 500B. In dem distalen Endstück des Durchgangs 5001 sitzt das proximale Endstück 600A der Einführkanüle 600, während in dem proximalen Endstück des Durchgangs ein Ventil 800 mit einem aufspreizbaren Ventilkörper 800A sitzt, der den Durchgang verschließt.

Der in die Einführkanüle einzuführende Faden ist ein Doppel-Faden 700, der am distalen Ende eine Schlaufe 700A bildet. Der Faden 700 ist auf einer Fadenrolle 300 aufgerollt, die drehbar an einem Aufsatzstück 900 befestigt ist, das auf das proximale Endstück 100C des Griffteils 100 aufgesetzt wird.

Das Aufsatzstück 900 weist einen kreisförmigen Deckelteil 900A mit einer zentralen Öffnung 900B auf, an die sich ein hohlzylindrischer Körper 900C anschließt. An den Deckelteil 900A sind zwei nach vorne vorstehende Klemmelemente 900D mit nach innen weisenden Rastnasen 900E und zwei nach hinten weisende Schenkel 900F angeformt.

Die Fadenrolle 300 weist eine Achse 300A auf, die einrastend in nach oben offene Ausnehmungen 900G der Schenkel 900F eingesetzt sind, so dass die Fadenrolle drehbar in dem Aufsatzstück 900 gelagert ist. Der auf der Fadenrolle aufgerollte Faden 700 ist durch den hohlzylindrischen Körper 900C geführt, so dass die Fadenschlaufe 700A ein kurzes Stück aus dem hohlzylindrischen Körper vorsteht. Gegen unbeabsichtigtes Abrollen ist der Faden mit einer Fadenbremse 950 gesichert, die einen federnd gegen die Fadenrolle 300 vorgespannten Steg 950A aufweist, der an den Deckelteil 900A des Aufsatzstücks 900 angeformt ist.

Fig. 19 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung in geschnittener Darstellung, wobei das Aufsatzstück 900 auf den Griffteil 100 aufgesetzt ist. Dabei umgreifen die Klemmelemente 900D den Griffteil, so dass das Aufsatzstück einrastend oder einschnappend an dem Griffteil gesichert ist. Wenn das Aufsatzstück auf den Griffteil aufgesetzt ist, erstreckt sich der hohlzylindrische Körper 900C des Aufsatzstücks 900 in das proximale Endstück des Durchgangs 5001 in dem Schieber 500. Der hohlzylindrische Körper 900C des Aufsatzstücks 900 spreizt den Ventilkörper 800A des Ventils 800 radial nach außen, so dass das Ventil geöffnet ist.

Die Einführung des Fadens zur Anlage der PEG-Sonde mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt wie folgt. Zunächst befindet sich der Schieber 500 in der in Fig. 16 (Fig. 18) gezeigten Ausgangsposition. Die Punktionskanüle 400 der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird unter endoskopischer Kontrolle in den Magen eingeführt. Dabei ist die Einführkanüle 600 in der Punktionskanüle zurückgezogen. Daraufhin wird der Schieber 500 bis zum Anschlag nach vorne in die Endposition vorgeschoben, so dass das distale Endstück 600B der Einfuhrkanüle 600 aus der Punktionskanüle 400 vorsteht (Figuren 17 und 19).

Daraufhin wird das Aufsatzstück 900 auf den Griffteil aufgesetzt (Fig. 19), so dass der Faden 700 in die Einfuhrkanüle 600 eingeführt werden kann. Der Faden 700 wird solange in der Einführkanüle 600 vorgeschoben, bis die Fadenschlaufe 700A aus der Einführkanüle nach außen vorsteht. Dabei rollt sich der Faden 700 von der Fadenrolle 300 ab. Die Fadenschlaufe 700A kann nun mit der Biopsiezange erfasst und der Faden durch Magen, Speiseröhre und Mund herausgezogen werden. Anschließend wird die PEG-Sonde wieder an der Fadenschlaufe 700A befestigt. Durch langsamen Zug an dem Doppel-Faden 7 kann die PEG-Sonde jetzt wieder intragastral platziert werden.