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1. (WO2009150029) VORRICHTUNG ZUM KALTFOLIENPRÄGEN
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.
manroland AG

Vorrichtung zum Kaltfolienprägen

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transfer bildgebender Schichten von einer Trägerfolie auf Druckbogen nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.

Es ist bekannt metallische Schichten auf Druckbogen mittels eines Folientransfer-verfahrens herzustellen. So ist in der EP 0 569 520 B1 ein Druckmaterial und eine Druckvorrichtung, die dieses Material verwendet, beschrieben. Dabei ist eine Bogen verarbeitende Maschine gezeigt, die einen Anleger und einen Ausleger aufweist, wobei zwischen beiden Aggregaten Druckwerke und ein Beschichtungsmo-dul angeordnet sind. In wenigstens einem der Druckwerke wird ein Klebstoffmuster mittels des Flachdruckverfahrens aufgetragen. Dieses Klebstoffmuster ist in ei-nem kalten Druckverfahren aufgebracht und weist ein bestimmtes bildgebendes Sujet auf. In dem dem Druckwerk folgenden Beschichtungsmodul mit einem Gegendruckzylinder und einem Presswalze ist eine Folienführung vorgesehen. Diese ist in der Art konzipiert, dass von einer Folienvorratsrolle ein Folienstreifen bzw. eine Transferfolie durch den Transferspalt des Beschichtungsmodules zwischen dem Gegendruckzylinder und der Presswalze geführt wird. Der Folienstreifen wird auf der Auslaufseite nach dem Verlassen des Beschichtungsmodules wieder aufgewickelt. Die Transferfolie weist eine Trägerschicht auf, auf der bildgebende Schichten wie metallische Schichten, beispielsweise aus Aluminium, aufgebracht sein können. Zwischen der metallischen Schicht und der Trägerfolie ist eine Trennschicht vorgesehen, die dafür sorgt, dass die metallische Schicht von der Trägerschicht abziehbar ist.

Beim Transport von Druckbogen durch das Druckwerk wird jeder Druckbogen mit einem Klebstoffmuster versehen. Danach wird der Druckbogen durch das Be-Schichtungsmodul geführt, wobei mittels der Presswalze der auf dem Gegendruckzylinder aufliegende Druckbogen mit dem Folienmaterial in Verbindung gebracht wird. Dabei geht die nach unten liegende metallische Schicht eine enge Verbindung mit den mit Klebstoff versehenen Bereichen auf dem Druckbogen ein.

25.05.2009 Nach dem Weitertransportieren des Druckbogens haftet die metallische Schicht lediglich im Bereich der mit Klebstoff versehenen Muster an. Der Trägerfolie wird also die metallische Schicht im Bereich der Klebstoffmuster entnommen. Die auf diese Weise verbrauchte Transferfolie wird wieder aufgewickelt. Der Druckbogen wird im beschichteten Zustand ausgelegt.

Es ist bekannt derartige Beschichtungsmodule beispielsweise in Druckwerken von Druckmaschinen einzusetzen. Nachteilig an den bekannten Vorrichtungen ist, dass sie nicht flexibel einsetzbar sind.

Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Vorrichtung vorzusehen mittels derer der Übertrag einer bildgebenden Schicht z.B. einer Metallisierungsschicht, auf einen Druckbogen sicher, wirtschaftlich und exakt erfolgen kann, wobei die Vorrichtung für ein erweitertes Spektrum an Anwendungen handhabbar sein soll. Insbesondere soll eine partielle Folienaufbringung ermöglicht werden.

Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich in einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1.

Die Vorrichtung sieht ein Taktsystem zur Führung der Folienbahn vor.

In vorteilhafter Weise wird die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass eine Presswalze eine Pressfläche aufweist, die eine Teilfläche der Gesamtfläche eines Druckbogens einnimmt. In vorteilhafter Weise sind derartige Pressflächen als spannbare Segmente oder als ausgeschnittene Gummitücher oder als passgerecht hergestellte, vorzugsweise photopolymere Hochdruckplatten oder als lösbar, beispielsweise unter magnetischer Wirkung, anbringbare Presssegmente ausgeführt.

Hierzu können unterschiedliche Arbeitsmaterialen Anwendung finden. Verwendet werden können

- Ein so genanntes gestripptes Gummituch, bei dem die druckende Oberfläche bis auf die wirksame Fläche entfernt wurde

25.05.2009 - eine polymere Schneidplatte z.B. aus der Klischeeherstellung mittels eines Flachbettplotters, ggf. auch mit einem Trägermaterial aus Aluminium oder Polyester

- eine Fotopolymerplatte z.B. aus einer Belichtung ggf. mit Aluminiumblech/- folie als Trägermaterial.

- Verwendbar ist auch ein Gummituch, das auf einem Metallträger aufgebracht ist; ein solches Gummituch kann ggf. eine dämpfende Zwischenschicht aufweisen und mit einer dünnen, aber harten und glatten Deckschicht versehen sein.

Als Unterbau der entsprechenden partiellen Pressbespannung ist vorgesehen, eine Unterlage mit oder ohne dämpfende Wirkung z.B. ein Unterdrucktuch zu verwenden.

Als Spannsysteme ergeben sich eine Spannspindel wie in einem Gummizylinder bekannt oder auch so genannte Kombinationsspannschienen für Drucktücher oder Druckplatten, wie aus den Gummizylindern oder den Formzylindern bekannt sind. Die Oberfläche des Presszylinderaufzuges ist je nach Aufbau auch für profilierte Prägungen geeignet.

Dadurch ergibt sich ein erweitertes Anwendungsspektrum für das Verfahren des Kaltfolienprägens. Die Rüstzeitverkürzung wird durch vorbereitete Presszylinderaufzüge erreicht. Außerdem kann eine Registerautomation eingeführt werden.

Zur Lösung ist hinzuzufügen, dass der Presszylinder mit einem Registersystem z.B. über Registerpins ausgeführt ist. Der Presszylinder soll verstellbar sein z.B. in der Art eines Registersystems für automatische Druckplattenspannung. Das Seiten- und Umfangsregister kann wie bei einem Formzylinder einstellbar sein. Außerdem kann der Presszylinderaufzug mit Registerstanzungen versehen sein.

Die Vorrichtung ist in vorteilhafter Weise auch einsetzbar, um eine Verbesserung der Folienausnutzung dadurch zu erreichen, dass die Transferfolie in eine oder mehrere Teilfolienbahnen geringerer Breite aufgeteilt wird. In Kombination mit dem

25.05.2009 vorgenannten Verfahren können so auch unterschiedliche Folienarten nebeneinander eingesetzt werden.

Zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Beschichtungsverfahrens kann vorgese-hen sein, den Folienvorschub derart zu steuern, dass die Transferfolie dann angehalten wird, wenn keine Übertragung der bildgebenden bzw. Metallisierungsschicht erfolgt.

In vorteilhafter Weise kann eine Steuerung der Transferfolie derart erfolgen, dass beim Durchlaufen eines die Greifer des bogenführenden Gegendruckzylinders aufnehmenden Zylinderkanales der Folienvorschub angehalten wird, wobei die Presswalze dann unter der Transferfolie gleitend durchläuft.

Zur Verbesserung der Glanzwirkung kann die bildgebende Schicht mittels so ge-nannter UV-Unterdruckfarbe aufgebracht werden. Die UV-Unterdruckfarbe wird mittels des Druckwerkes für den Kleber in entsprechender Weise über eine Offsetdruckplatte aufgebracht.

Vorteilhafterweise ist es auch möglich, mehrere Beschichtungsmodule innerhalb einer Bogen verarbeitenden Maschine hintereinander vorzusehen. Damit kann die Aufbringung verschiedener bildgebenden Beschichtungen bzw. Metallisierungsschichten innerhalb eines Sujets nacheinander erfolgen. Hierbei ist es möglich, über ein einziges Klebermuster mit allen Bildmusterelementen die bildgebende Schichten nebeneinander zu übertragen. Es ist auch möglich ein erstes Kleber-muster in einem ersten Beschichtungsmodul mit einer ersten bildgebenden Be-schichtung bzw. Metallisierungsschicht zu versehen und überlagernd im Folgenden ein weiteres, das erste einschließende Klebermuster aufzutragen und mit einer anderen bildgebenden Beschichtung bzw. Metallisierungsschicht zu versehen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren näher dargestellt.

Dabei zeigt:

25.05.2009 Figur 1 eine grundsätzliche Darstellung einer Druckmaschine mit einer

Folientransfereinrichtung und

Figuren 2 bis 5 den Aufbau eines erfindungsgemäßen Beschichtungsmoduls mit einer Folientransfereinrichtung und verschiedenen Varianten zur taktweisen Folienführung

Figur 1 zeigt Teile einer Bogenrotationsdruckmaschine, die zwei Druckwerke ent-hält und für folgende Zwecke eingesetzt wird:

- Ein Druckbogen wird zunächst mit einem flächigen oder bildgebenden Klebstoffmuster versehen (Druckwerk als Auftragwerk 1 ).

- Im Folgedruckwerk wird der Druckbogen gemeinsam mit einer Transferfolie 5 unter Pressung durch einen Transferspalt 6 geführt, (Beschichtungswerk 2).

Das Auftragwerk 1 kann ein an sich bekanntes Offsetdruckwerk mit einem Farbwerk 11 , einem Plattenzylinder 12 und einem Drucktuchzylinder 13 sein. Der Drucktuchzylinder 13 wirkt mit einem Gegendruckzylinder 4 zusammen.

Das Beschichtungswerk 2 kann ebenfalls durch ein Offsetdruckwerk gebildet sein. Der Transferspalt 6 im Beschichtungswerk 2 wird durch eine Presswalze 3 und einen Gegendruckzylinder 4 gebildet. Die Presswalze 3 kann dem Drucktuchzylinder entsprechen. Die Presswalze 3 kann auch dem Formzylinder eines Lackmodu-les entsprechen. Innerhalb des für den Folientransfer genutzten Beschichtungs-werkes 2 ist eine Bahnführung 14 für Transferfolien dargestellt. Die Transferfolie 5 wird dabei durch Schutzeinrichtungen 15 des Beschichtungswerkes 2 ein- und wieder ausgeführt.

Die Folienvorratsrolle 8 ist dem Beschichtungswerk 2 auf der Seite der Bogenzu-führung zugeordnet. Die Folienvorratsrolle 8 weist einen Drehantrieb 7 zur kontinuierlichen geregelten Zuführung der Transferfolie zum Beschichtungswerk 2 auf. In der Folienzuführung können Umlenk- bzw. Spannwalzen zur Führung der

25.05.2009 Transferfolie 5 in einer im Wesentlichen konstanten Spannung gegenüber der Presswalze 3 vorgesehen sein. Auf der ablaufseitigen Seite des Druckwerkes ist eine Foliensammelrolle 9 für das verbrauchte Folienmaterial vorgesehen. Ein Drehantrieb 7 an der Foliensammelrolle 9 ist stets vorteilhaft. Es kann sogar vor-gesehen sein, dass die Transferfolie 5 mittels des Drehantriebs 7 ablaufseitig gefördert und zulaufseitig mittels einer Bremse straff gehalten wird.

Die Presswalze 3 (als Drucktuchzylinder oder Formzylinder oder separate Presswalze) trägt auf ihrer Oberfläche ein kompressibles bzw. dämpfendes, z.B. auch mit einer kompressiblen Zwischenschicht versehenes Element. Die Presswalze 3 kann dazu mit einer Pressbespannung 10 beispielsweise als Kunststoffüberzug, vergleichbar einem Gummituch bzw. Drucktuch, versehen sein, die in einem Zylinderkanal an Spannvorrichtungen gehalten wird.

Zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Beschichtungsverfahrens kann vorgesehen sein, den Folienvorschub der Transferfolie 5 von der Folienvorratsrolle 8 zum Transferspalt 6 und zur Foliensammelrolle 9 schrittweise steuerbar ist, wobei die Transferfolie 5 dann angehalten wird, wenn keine Übertragung bildgebender oder abdeckender Schichten erfolgen soll. Die zugehörige Vorrichtung beinhaltet vorzugsweise eine entsprechende Vorschubsteuerung für die Transferfolie 5, die dafür sorgt, dass wenigstens der im Bereich der Presswalze 3 und des Gegendruckzylinders 4 liegende Teil der Folienbahn stillsteht, solange der Zylinderkanal durchläuft. Hierzu wird später in Figuren 2 bis 5 Näheres erläutert.

Eine weitere Verbesserung der Folienausnutzung der beschriebenen Art ergibt sich, wenn die Transferfolie 5 in eine oder mehrere Teilfolienbahnen geringerer Breite aufgeteilt wird. Damit kann bei entsprechender Steuerung mit Hilfe der Einrichtung bzw. Einrichtungen zur Taktung des Folienvorschubes jeder der Teilfo-lienbahnen, die Ausnutzung der Transferfolie 5 auch bei zonal unterschiedlich langen Beschichtungsbereichen innerhalb eines Bogens verbessert werden.

25.05.2009 Weiterhin können in dem so gebildeten Folienapplikationsmodul aus dem Auftragwerk 1 und dem Beschichtungswerk 2 Trockner 16 vorgesehen sein, mittels derer der Kleberauftrag oder die gesamte Folienbeschichtung getrocknet werden können. Hier kommen z.B. UV-Trockner in Frage.

Weiterhin kann das Folienapplikationsmodul eine Überwachungseinrichtung 17 zur Abtastung der Bogenoberfläche enthalten. Die Überwachungseinrichtung 17 ermöglicht die Auswertung von Bildinhalten der Beschichtung und die Feststellung von Fehlern in der Folienbeschichtung. Eine derartige Überwachungseinrichtung kann auch in Verbindung mit der Druckmaschine vorgesehen sein, in die das Folienapplikationsmodul integriert ist. Dann kann sie beispielsweise in dem Bogen-ausleger der Druckmaschine oder einem letzten Druckwerk angeordnet sein.

Der Transport der Transferfolie 5 kann an oder zwischen Folienleitwalzen 14 mit-tels Prüfung der Bahnspannung der Folienbahn 5 überwacht werden. In einer Fo-lienbahnführung sind dazu eine oder mehrere Bahnspannungsmessvorrichtungen 19 vorgesehen.

Weiterhin kann zur Stabilisierung der Folienbahn 5 zwischen einer ersten Umlenkrolle und einer ersten Einlaufrolle zum Transferwerk eine Stabilisierungseinrich-tung 30 angeordnet sein, um Flatterbewegungen der Folienbahn 5 zu reduzieren. Die Stabilisierungseinrichtung 30 weist z. B. zwei drehbar gelagerte Rollen auf, die zum veränderbaren Einstellen des Umschlingungswinkels der Folienbahn 5 an den Leitwalzen vorgesehen ist, damit die Leitwirkung und die Dämpfungswirkung auf die Folienbahn 5 je nach Betriebszustand einstellbar ist. Die Einstellung der Stabilisierungseinrichtung 30 kann in Verbindung mit Einrichtungen zur Bahnspannungsregelung 19 und ggf. einer Sensoreinrichtung 20 zur Bahnbruchüberwachung vorgenommen werden.

Elektrische Signale der Bahnspannungsmesseinrichtungen werden ausgewertet. Hierzu sind verschieden Betriebszustände möglich:

1. Ein Bahnzug oberhalb eines vorgebbaren Minimalwerts wird als Signal für Vorhandensein der Folienbahn 5 gewertet und der Maschinensteuerung zugeführt.

25.05.2009 2. Ein Überschreiten des Maximalwerts des vorgebbaren Bahnzugs wird über Tänzerwalzen 18 oder Rollenantriebe 7 der Folienvorrats- 8 bzw. -sammelrolle 9 reduziert. Damit sind unzulässige Bahndehnung oder Bahnriss vermeidbar.

3. Bei Unterschreiten des minimal vorgebbaren Bahnzugs wird überprüft, ob die Bahnspannungsregelung noch aktiv ist. Ist eine Erhöhung der Bahnspannung über Tänzerwalzen 18 oder eine Bremse nicht möglich, wird Bahnriss erkannt.

Die zusätzlich gewonnene Information über die Bahnspannung als Istwert, insbesondere im Zusammenhang der genannten Auswertungen, kann für die Steuerung des Druck- bzw. Transferprozesses verwendet werden. Dazu ist das System an einen Leitstand der Druckmaschine koppelbar, über den die Sollwerte für maximale und minimale Bahnspannung eingebbar sind. Dies kann von der Art der verwendeten Transferfolie 5 und von den Druck- bzw. Transferbedingungen im Be-schichtungsmodul 2 im Zusammenhang mit den Eigenschaften des Bedruckstof-fes, des Kleber oder der Pressbespannung abhängig sein.

Die notwendigen Daten können über Schnittstellen direkt von Datenträgern an Folienvorratsrollen eingelesen und mittels Parameterwerten aus der Einstellung der Transferprozesses am Beschichtungsmodul 2 verändert werden.

Das den Folientransfer betreffende Verfahren wird in der beschriebenen Druckbzw. Applikationsmaschine gemäß Figur 1 wie folgt ausgeführt:

Es ist vorgesehen, wenigstens in einem dem Beschichtungswerk 2 folgenden Druckwerk 50 einen Farbdruck auf den mit einer metallisierten Schicht bildmäßig beschichteten Druckbogen aufzubringen. Hierbei wird der Druckbogen aus dem Beschichtungswerk 2 von dem Gegendruckzylinder 4 über eine Bogentransfer-trommel oder eine Bogentransfereinheit an einen Gegendruckzylinder 40 des Druckwerkes 50 überführt. Das Druckwerk 50 weist wie üblich in Offsetdruckwerken den Gegendruckzylinder 40, einen diesem zugeordneten Gummi- oder Drucktuchzylinder 41 und einen diesem zugeordneten Plattenzylinder 43 auf. Dem Plattenzylinder 43 sind hier schematisch dargestellt ein Farbwerk und ein Feuchtwerk zugeordnet.

25.05.2009 Zwischen Gegendruckzylinder 40 und Drucktuchzylinder 41 ist ein weiterer Druckspalt 60 gebildet. In diesem Druckspalt 60 wird Druckfarbe von einer auf dem Plattenzylinder 43 aufgespannten Druckplatte 44 aus über einen auf dem Drucktuchzylinder 41 angeordneten Bezug 42 auf den Druckbogen aufgebracht.

Das Spaltmaß des Druckspaltes 60 zwischen den Oberflächen des Drucktuchzylinders 41 und des Gegendruckzylinders 40 ist mit Hilfe von dem Drucktuchzylinder 41 zugeordneten Stelleinrichtungen 45 einstellbar. Hierbei wird im Bereich des Offsetdruckes gewöhnlich von einer Druckbeistellung gesprochen, da sich die ge-nannte Einstellung auf das Dickenmaß des zu verarbeitenden Bedruckstoffes bezieht, der in dem Druckspalt 60 bedruckt werden soll. Hierfür ist eine Druckpressung notwendig, um die Druckfarbe von dem Drucktuchzylinder 41 auf den an dem Gegendruckzylinder 40 gehaltenen Bedruckstoff zu übertragen. Die Einstellungen in Bezug auf den Transferspalt 6 erfolgen mittels weiteren Stell-einrichtungen 46, die der Presswalze 3 zugeordnet sind.

Die Stelleinrichtungen 45, 46 sind fachüblich in Offsetdruckmaschinen an Drucktuch- bzw. Gummizylindern von Druckwerken oder auch an Formzylindern von Lackmodulen eingesetzt.

Weiterhin soll als Oberfläche der Presswalze 3 eine kontuherte oder auch segmentierte Pressfläche in der Pressbespannung 10 vorgesehen sein. Dazu werden anstatt eines vollflächigen Pressbereiches auf einen oder mehrere zu beschichtenden Bereiche begrenzte segmentierte Pressbereiche auf der Presswalze 3 eingesetzt. Die segmentierte Pressfläche kann als isoliertes Flächenelement, als ringförmiges, schmales, die Presswalze 3 umschlingendes Flächenelement, als einer Mantellinie folgendes, einen begrenzten Umfangsabschnitt abdeckendes, über die Breite der Presswalze 3 reichendes Flächenelement oder aber in Form mehrere derartiger Flächenelemente ausgeprägt sein und so die Pressbespannung 10 bilden. Hierfür kann etwa ein ausgeschnittenes Drucktuch, eine bebilderbare Kunststoff-Hochdruckform oder ein auf einer glatten Unterlage vorzugsweise lösbar zu befestigendes, ggf. aufklebbares oder magnetisch anbringbares, Andrucksegment die segmentierte Pressfläche tragend verwendet werden. Ein an seiner Unterseite mit

25.05.2009 einer magnetischen Haftfläche versehenes Andrucksegment kann z.B. direkt auf der Oberfläche der Presswalze 3 aufgesetzt werden. Andererseits kann auch eine Magnetfolie auf die Oberfläche der Presswalze 3 aufgespannt werden, auf die dann zur Anbringung bzw. Positionierung der segmentierten Pressfläche 10 ein Andrucksegment mit magnetisch haftend ausgerüsteter Rückseite aufsetzbar ist. Die Oberfläche und der innere Aufbau des Andrucksegmentes sollen den weiter oben beschriebenen Angaben hinsichtlich Elastizität und Glätte entsprechen. Hierbei kann eine kompressible Unterlage vorgesehen sein, die eine vorzugsweise glatte relativ feste Funktionslage trägt.

Die Funktion dieser begrenzten segmentierten Pressfläche in der Pressbespannung 10 ist, dass - ähnlich wie beim Durchlauf eines Zylinderkanals der Presswalze 3 und des gegenüberliegenden Gegendruckzylinders 4 - die Einklemmung der Transferfolie 5 nur dann gegeben ist, wenn die segmentierte Pressfläche die Transferfolie 5 berührend den Transferspalt 6 durchläuft. Anders formuliert soll die Pressfläche nur in den Bereichen auf die Transferfolie 5 einwirken können, wo auch tatsächlich bildgebende Schichten von der Transferfolie 5 auf den Druckbogen zu übertragen sind.

Damit sind zwei Effekte in einem Beschichtungsmodul 2 mit in einer Pressbespannung 10 vorgesehener segmentierter Pressfläche erzielbar:

I. Zunächst kann zur Ausführung einer Folientaktung die Transferfolie 5 neben dem Zeitraum des Kanaldurchlaufes in sehr vorteilhafter Weise auch dann im Vorschub angehalten werden, wenn der zu beschichtende Bereich irgendwo innerhalb des Bildbereiches des Druckbogens liegt und noch nicht den Bereich der segmentierten Pressfläche erreicht hat oder der Bereich der segmentierten Pressfläche schon vor dem Ende des zu beschichtenden Bogenbe- reiches endet. Die Transferfolie 5 muss also nur dann transportiert werden, wenn die segmentierte Pressfläche innerhalb des Transferspaltes 6 zwischen

Presswalze 3 und Gegendruckzylinder 4 im Eingriff ist. So kann die Ausnutzung der Transferfolie 5 zwischen den zu beschichtenden Druckbogen fast vollständig erfolgen.

25.05.2009 Der Folientransport wird hierbei beim Einsatz einer ringförmigen Pressfläche nur beim Kanaldurchlauf angehalten.

Beim Einsatz von Pressflächen in Form einzelner oder mehrerer, zylinderbreiter, über Teilumfänge reichender Segmente kann der Folienvorschub zusätz- lieh während freier Flächen am Umfang der Presswalze 3 angehalten werden.

II. Eine weitere Verbesserung der Folienausnutzung der beschriebenen Art ergibt sich dadurch, dass die Transferfolie 5 in eine oder mehrere Teilfolienbahnen geringerer Breite aufgeteilt wird. Die ist insbesondere in Verbindung mit der segmentierten Pressfläche von großem Vorteil. Bei einer segmentierten

Pressfläche kann die Transferfolie 5 auf die Breite der Pressfläche beschränkt eingesetzt werden. Die Einsparung beim Folienverbrauch ist bedeutend. Die Folienführung im Transferspalt 6 wird durch eine vollflächige Auflage einer schmalen Bahn der Transferfolie 5 auf der segmentierten Pressfläche - zu- mindest im Transferspalt 6 - deutlich verbessert.

Damit kann bei entsprechender Steuerung mit Hilfe der Einrichtung bzw. Einrichtungen zur Taktung des Folienvorschubes jeder der Teilfolienbahnen, die Ausnutzung der Transferfolie 5 auch bei zonal unterschiedlich langen Be- schichtungsbereichen innerhalb eines Bogens verbessert werden. Dazu wird jede Teilfolienbahn nur genau in dem Bereich weitergefördert, wo die bildgebende Oberflächenschicht aufzutragen ist. In den nicht zu beschichtenden Bereichen kann jede Teilfolienbahn unabhängig von den anderen Teilfolienbahnen stillgesetzt werden, wobei damit kein unnötiger Folienverbrauch entsteht.

In Kombination mit dem vorgenannten Verfahren können so auch unterschiedliche Folienarten nebeneinander eingesetzt werden. Damit wird ermöglicht, dass Oberflächen unterschiedlicher Folienfarbe oder unterschiedlicher Glätte oder Struktur erzeugt werden.

Für den Aufbau der partiellen Pressbespannung können unterschiedliche, für sich bekannte Arbeitsmatehalen Anwendung finden. Verwendet werden können - gestripptes Gummituch, bei dem die druckende Oberfläche aus Gummi bis auf die beim Prägen zur Wirkung zu bringende Fläche entfernt wurde

25.05.2009 - polymere Schneidplatte (Klischee für Flexodruck), die mittels Flachbettplotter herstellbar und ggf. mit Träger aus Aluminium oder Polyester ausgerüstet ist

- eine Fotopolymerplatte (Flexodruck), deren Oberflächenkontur mit Belichtung und Auswaschen herstellbar ist (ggf. mit Träger aus Aluminium). - Verwendbar ist auch ein Gummituch mit einem Metallträger, das sich wie ein gestripptes Gummi- bzw. Drucktuch vorbereiten und einsetzen lässt.

Als Unterbau der entsprechenden Pressbespannung 10 mit segmentierten Pressflächen ist eine Unterlage mit oder ohne dämpfende Wirkung, wie ein Unterdruck-tuch (aber nur bei Pressbespannungen ohne steife Trägerschicht) verwendbar.

Spannsysteme im Zylinderkanal der Presswalze 3 zur Befestigung der Pressbespannung 10 können Spannspindeln wie in einem Gummizylinder oder Kombinationsspannschienen für Drucktücher oder Druckplatten sein, wie aus den Gummi-oder den Formzylindern bekannt. Die Oberfläche der Pressbespannung 10 ist je nach Aufbau auch für profilierte Prägungen geeignet. Dadurch ergibt sich ein erweitertes Anwendungsspektrum für das Verfahren des Kaltfolienprägens. Unter Anwendung der genannten Elemente ist eine sehr einfache und schnelle Handhabung der Einrichtung des Folienapplikationsmoduls möglich.

Erfindungsgemäß sind Vorrichtungen vorgesehen, die die taktweise Förderung der Folienbahn 5 erlauben. Hierbei können als Betriebsvarianten aus dem zuvor ausgeführten

- eine Kanaltaktung beim Durchlauf von Zylinderkanälen der Presswalze 3 und des Gegendruckzylinders 4,

- eine Formattaktung bei auf die Formatlänge des Folientransfers am Umfang der Presswalze 3 beschränkter Folienzuführung und

- eine Prägebereichstaktung bei Beschränkung der Folienführung auf durch segmentierte Pressbereiche in der Pressbespannung 10 der Presswalze 3 definierter Folienzuführung angeführt werden.

Für die Folienzuführung (auch die Abführung) ist üblicherweise der Antrieb der Folienrollen 8, 9 kontinuierlich vorgesehen, da die Masse der Folienrollen 8, 9 zu

25.05.2009 groß für einen schnellen Wechsel der Antriebsbewegung ist. Dadurch ergeben sich beim Abbremsen der Folienbahn bis zum erneuten Beschleunigen im Transferbereich in den Zu- und Abführbereichen der Folienbahn 5 gegenüber der Bewegung der Folienrollen 8, 9 überschüssige oder fehlende Folienlängen.

Daher werden erfindungsgemäß Lösungen vorgeschlagen, die die bei kontinuierlicher Nachförderung bzw. Abförderung der Folienbahn 5 anfallenden überschüssigen oder fehlenden Bahnstücke puffern können. Diese sind grundsätzlich schon mit den Tänzerwalzen 18 als eine Variante von Folienspeichern beschrieben. Die Tänzerwalzen 10 sind aber nicht genau genug auf den bei der beschriebenen mit hoher Geschwindigkeit ablaufenden Taktung im Folientransferprozess steuerbar, zumal sie üblicherweise weit vom Verbrauchsort weg und nah an der Folienrolle 8, 9 angeordnet sind, um dort die Bahnspannung aufrecht zu erhalten. In den Figuren 2 bis 5 sind daher weiter Möglichkeiten zum schnellen Ausgleich von Bahnverschiebungen bei der Folientaktung im Kaltfolienprozess angegeben.

In Figur 2 ist ein Folientransfermodul entsprechend Figur 1 dargestellt. Hier sind die Tänzerwalzen 18 angeordnet, um die Bahnspannung zur regeln. Zum Ausgleich von größeren Änderungen bei der Folienförderung, wie beim Anhalten der Folienförderung im Transferbereich (Bereich des Folientransfers zwischen Presswalze 3 und Gegendruckzylinder 4) ohne Folienverbrauch (Kanaltaktung, Format-taktung, Taktung über Prägebereiche), sind zusätzlich vor dem Einlauf der frischen Folienbahn 5 in den Transferspalt 6 und nach dem Austritt der verbrauchten Folienbahn 5 aus dem Transferspalt 6 als Antriebsgruppen 22 bezeichnete WaI-zenpaare 23, 24 angeordnet.

Die Antriebsgruppen 22 werden hier für alle folgenden Ausführungsformen mit beschrieben und zeigen je ein Walzenpaar, das die Folienbahn 5 einklemmen und so definiert hinsichtlich eines gewünschten Transportweges führen kann. Die WaI-zenpaare der Antriebsgruppen 22 bestehen in Figur 2 aus je einer Folienleitwalze 24 und einer Antriebswalze 23. Sowohl die Folienleitwalze 24 als auch die Antriebswalze 23 ist zumindest teilweise antreibbar. Der Antrieb der Antriebswalze 23 kann hierbei nicht nur in Transportrichtung der Folienbahn 5 (von Folienrolle 8

25.05.2009 zu 9) gerichtet sein, sondern kann auch Rückhubbewegungen erzeugen. Dies ist sinnvoll, da die Folienbahn 5 bei einer Abbremsung nicht sofort stehen bleibt und so über einen gewünschten Haltepunkt hinausläuft. Dadurch könnte ein Stück der Folienbahn 5 nicht genutzt werden. Ein kurzer definierter Rückhub nach dem Ab-bremsen und Anhalten der Folienbahn 5 im Transferbereich verringert oder eliminiert diesen unnötigen Folienverbrauch. Dazu ist der Antrieb der Antriebswalze 23 schnell steuerbar. Die Antriebswalze 23 selbst kann segmentiert sein, um die wechselnden Antriebsbewegungen schnell ausführen zu können. Weiterhin kann die Folienleitwalze 24 gegenüber der Antriebswalze 23 an- und abschwenkbar sein, sie kann aber auch dauernd an der Antriebswalze 23 angestellt bleiben.

So kann auch vorgesehen sein, dass die Folienleitwalze 24 eine mehr oder weniger durch die Folienbahn 5 gesteuerte Bewegung durchführen, während die Antriebswalze 23 eine Förderbewegung und die Rückhubbewegung ausführt. Die Fo-lienleitwalze 24 führt für einen definierten Zeitraum in Bezug auf die Folientrans-portrichtung eine rückdrehende Bewegung lediglich durch gesteuertes Anstellen gegen die auf der Antriebswalze 23 aufliegende Folienbahn 5 aus. Die Antriebswalze 23 führt dann eine kontinuierliche Transportbewegung gegen die Laufrichtung der Folienbahn 5 durch. Dies ist möglich da die Folienbahn 5 zu diesem Zeit-punkt wegen fehlender Anpressung durch die Presswalze 3 gegen den Gegendruckzylinder 4 im Transferbereich frei beweglich ist. . Weiterhin können die Antriebsgruppen 22 auch durch Abbremsung im Zeitpunkt des Folienstillstands, hier wenigstens auf der Zuführseite zum Transferspalt 6, die Folienbahn 5 im Transferbereich unter der notwendigen Spannung halten, damit bei erneutem Beginn des Folientransfers mit Pressung durch die Presswalze 3 gegen den Gegendruckzylinder 4 sofort wieder gute Transferqualität erreicht wird.

Das System der Antriebsgruppe 22 ist auch bei segmentiert angeordneten Folien-leitwalzen 24 bei formatbreiten Antriebswalzen 23 sowohl für die Führung einer vollformatig breiten Folienbahn 5 als auch für die Führung von, ggf. auch verteilt angeordneten, Teilfolienbahnen 5 geeignet. Hierzu können die Segmente der Folienleitwalze 24 entsprechend einstellbar auf die Positionen der Teilfolienbahnen 5 in axialer Richtung zur Presswalze 3 angeordnet sein.

25.05.2009 Die Antriebsgruppe 22 kann dadurch vereinfacht werden, dass die Antriebswalze 23 mit einer rauen oder adhäsiven Oberfläche oder als Saugwalze ausgeführt wird. Bei entsprechend großer Umschlingung durch die Folienbahn 5 kann dann eine ausreichende Haftung zur sicheren Führung der Folienbahn 5 an der Antriebwalze 23 erreicht werden. Dann könnte auf eine Folienleitwalze 24, auch in segmentierter Form, verzichtet werden. Dies ist auch hinsichtlich der formatbreiten Ausführung der Antriebswalze 23 unbedenklich. Eine als Saugwalze ausgeführte Antriebswalze 23 könnte dann so ausgeführt sein, dass bei Bedarf in Segmenten entsprechend der jeweils zu verarbeitenden Folienbahnbreiten schaltbaren Saugvorrichtungen vorgesehen werden.

Gemäß Figur 2 ist also vorgesehen die Folientaktung im Transferbereich mittels der Antriebsgruppen 22 gegenüber der Folienspeicherung mittels der Tänzer 18.1 , 18.2 auszuführen. Der Tänzer 18.1 im Bereich der Zufuhrrolle 8 nimmt dazu bei im Transferbereich still stehender Folienbahn 5 unter der Einwirkung der dort angeordneten Bahnspannungssensorik das Folienstück auf, das durch die Klemmung der Folienbahn 5 mittels der Antriebsgruppe 22 frei wird. Gleichzeitig gibt der Tänzer 18.2 ein Folienstück für die Folienaufwicklung frei, da dann keine Folienbahn 5 nachgefördert wird. Bei erneutem Einsetzen der Folienförderung nach Ende der Unterbrechung der Folienförderung im Transferbereich läuft der Ablauf der Folienfreigabe und Folienspeicherung an den Tänzern 18.2, 18.1 jeweils umgekehrt ab.

In Figur 3 ist eine vereinfachte Ausführungsform in einem Beschichtungswerk 2 gezeigt. Hier sind zum einen auch die Tänzer 18 dargestellt, die aber nur der Bahnspannungsregelung dienen sollen.

Weiterhin ist im Bereich der Folienzuführung zum Transferbereich mit dem Transferspalt 6 wieder eine Antriebsgruppe 22 vorgesehen. Auf der Auslaufseite aus dem Transferbereich ist eine pendelnd gehalterte Folienleitwalze 25 gezeigt. Die-se Folienleitwalze 25 kann eine quer zum Verlauf der Transportrichtung der Folienbahn 5 gerichtete Ausgleichsbewegung ausführen. Die Ausgleichsbewegung ist mit einer strichliierten Darstellung gekennzeichnet. Damit wird der Bahnweg der Folienbahn 5 verlängert und verkürzt. Wenn die Antriebsgruppe 22 also die Fo- 25.05.2009 lienbahn 5 zum Takten zurückhält oder rückfördert, kann die Folienleitwalze 25 eine Ausgleichsbewegung zur Verkürzung des Bahnweges ausführen und so ein Stück Folienbahn freigeben, um diese Bewegung gegenüber der Abförderbewe-gung auszugleichen. Wenn die Förderung der Folienbahn erneut beginnen soll, führt die Folienleitwalze 25 eine Bewegung zur Verlängerung des Bahnweges der Folienbahn 5 nach unten aus. So wird die Folienbahn 5 wieder beschleunigt bzw. das bei der Beschleunigung durch Freigabe an der Antriebsgruppe 22 frei gewordene Bahnstück kann ausgeglichen werden.

In Figuren 4 und 5 sind Varianten der Speicherwirkungen bei der Folientaktung gezeigt, die ein an sich bekanntes Prinzip einer Schlaufenbildung der Folienbahn durch Unterdruckeinwirkung nutzen Hierbei sind Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2,28.1 und 28.2 jeweils einer Seite des Beschichtungswerkes 2 zugeordnet. Die Folienspeicher 26.1 , 27.1 und 28.1 sind jeweils der Zuführseite der Folienbahn 5 zum Transferspalt 6 und damit der Zuführrolle 8 zugeordnet. Die Folienspeicher 26.2, 27.2 und 28.2 sind jeweils der Abführungsseite der Folienbahn 5 von dem Transferspalt 6 weg zugeordnet.

Jeder Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2,28.1 und 28.2 besteht aus einer Un-terdruckkammer, in die eine Folienschlaufe 29 der Folienbahn 5 hinein und wieder heraus geführt wird.

Die Wirkung der Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2,28.1 und 28.2 ist folgende: Durch absaugen von Luft (etwa mittels eines oder mehrerer Lüfter) an der Bodenseite der Unterdruckkammern wird die Folienschlaufe 29 jeweils mit einer gemäß dem Unterdruck sich einstellenden Kraft in die Unterdruckkammer hineingezogen. Diese Kraft überwiegt nicht die von der Bahnspannungsregelung vorgegebene Zugkraft der Folienbahn 5, da die Folienschlaufen 29 sonst in der Unterdruckkammern festgesaugt würden. Das System ist insofern selbstregulierend als die Folienschlaufen 29 gegen die Kraft des Unterdrucks frei in der Kammer pendeln können und so jeweils Folienbahnstücke aufnehmen oder freigeben. Da das System der Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2,28.1 und 28.2 frei pendelnd ausgeführt ist müssen hier mehr Antriebsgruppen vorgesehen werden als in den vorher dargestellten Systemen.

25.05.2009 Zur Regelung der Folienbahnförderung kann die Ausbildung der Größe der Folienschlaufen 29 (36, siehe Fig. 6) genutzt werden. Hierzu kann in jeder der Unterdruckkammern eine Sensorik vorgesehen sein, die etwa auf der Basis zur Ab-Standsmessung mittels Ultraschall ausgebildet ist. Diese Sensorik erfasst, wie weit die Folienschlaufe 29, 36 ausgebildet ist bzw. wie weit die Folienschlaufe 29, 36 in die Unterdruckkammer hineingezogen wird. Auf der Basis dieser ständig erfassten Messsignale kann dann mittels der Antriebe der Folienrollen 7, 8 und ggf. in Verbindung mit Tänzerwalzen die Folienbahnförderung reguliert werden.

Die beidseitige Anordnung der Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2, 28.1 und 28.2 (auch 32.1 , 32.2 in Fig. 6) dient dazu, dass die Taktung des Folienbahnvor-schubes beim Anhalten und Weiterführen des Folientransportes im Transferbereich wie folgt ausgeführt werden kann: a) Zum Anhalten Folientransfers und damit auch des Folientransportes im

Transferbereich (Transferspalt 6) wird durch das Stillsetzen der Antriebsgruppe 22 vor dem Transferspalt 6 bei laufender Folienrolle 7 eine auflaufende Folienbahnlänge frei und in den ersten Folienspeicher 26.1 , 27.1 , 28.1 oder 32.1 hineingezogen. b) Auf der Ablaufseite nach dem Transferbereich wird gleichzeitig die Folienbahn 5 aus dem zweiten Folienspeicher 26.2, 27.2, 28.2 oder 32.2 zur kontinuierlichen Aufwicklung freigegeben. c) Zum Fortsetzen des Folientransfers und damit dem erneuten Einsetzen des Folientransportes im Transferbereich wird die Antriebsgruppe wieder akti- viert und die eingezogene Folienschlaufe 29 aus dem ersten Folienspeicher

26.1 , 27.1 , 28.1 oder 32.1 wieder dem Transferbereich zugeführt. d) Gleichzeitig wird der zweite Folienspeicher 26.2, 27.2, 28.2 oder 32.2 wieder mit einer Folienschlaufe 29, 36 befüllt.

Gemäß Figur 4 sind zwei Varianten zur Anordnung von Folienspeichern 26.1 , 26.2, 27.1 und 27.2 gezeigt.

An der Unterseite des Folientransfermoduls der Beschichtungswerkes 2 sind kleine Folienspeicher 26.1 und 26.2 gezeigt. Diese sind mit den Antriebsgruppen 22

25.05.2009 des Transferbereiches am Transferspalt 6 kombiniert. Außerdem sind den Folienspeichern 26.1 , 26.2 jeweils Folienleitwalzen 14 zur Führung der Folienbahn 5 zugeordnet.

An der Oberseite des Folientransfermoduls der Beschichtungswerkes 2 sind grö-ßere Folienspeicher 27.1 und 27.2 gezeigt. Diese sind mit eigenen Antriebsgruppen und ggf. mit Antriebsgruppen 22 des Transferbereiches am Transferspalt 6 kombiniert. Außerdem sind den Folienspeichern 27.1 , 27.2 jeweils Folienleitwalzen 14 zur Führung der Folienbahn 5 zugeordnet. Die den Folienspeichern 27.1 , 27.2 zugeordneten Antriebsgruppen 22 dienen der Halterung der Folienbahn 5, wenn der Unterdruck an den Folienspeichern 27.1 , 27.2 zusammenbricht oder andere Störungen bei der Folienförderung auftreten. Außerdem entsteht mit diesen Antriebsgruppen 22 eine weitere Regelmöglichkeit für die Bahnförderung.

Das System der Folienspeicher 26.1 , 26.2 ist kleiner gebaut, damit besser integ-rierbar und wegen seines geringen Volumens reaktionsschnell. Mit diesem System können also kleinere Schwankungen in der Folienbahnförderung schnell und effektiv ausgeglichen werden und dient auch gleichzeitig zur Taktung. Das System der Folienspeichern 27.1 , 27.2 ist größer gebaut, damit aufnahmefähiger und kann größere Schwankungen in der Folienbahnförderung ausgleichen. Dies ist geeignet bei einer Taktung, die große Freiräume beim Folientransfer ü-berbrücken muss, wenn also am Umfang der Presswalze nur kurze Bereiche an Folie 5 transferiert werden sollen.

In Figur 5 ist eine Variante mit Folienspeichern 28.1 und 28.2 in einem Beschich-tungswerk 2 gezeigt, das noch größere Speicherungen erlaubt. Die Folienspeichern 28.1 , 28.2 sind senkrecht gestellt und direkt den Antriebsgruppen 22 des Transferbereiches am Transferspalt 6 zugeordnet. Durch die senkrechte Anordndung kann die Zuführung der Folienbahn 5 aus der Folienschlaufe 29 im Folienspeicher 28.1 so direkt und ohne Folienleiteinrichtung der ersten Antriebsgruppe 22 auf der Zuführseite zum Transferbereich zugeführt werden. Ebenso kann die Folienbahn 5 auf der Abführseite des Transferbereichs ohne Folienleitelemente an dem Folienspeicher 28.2 dessen Folienschlaufe 29 zugeleitet werden. In Figur 5 sind zwei Folienleitwalzen 14 zur Ausleitung aus dem Gehäuse des Beschich- 25.05.2009 tungswerkes 2 dargestellt. Auf der Zufuhrseite des Folienspeichers 28.1 und der Abfuhrseite des Folienspeichers 28.2 sind Walzenpaare 14 dargestellt, die als Klemmwalzen zur besseren Führung der Folienbahn 5 dienen. Die eine Folienwalze kann wiederum als Antriebswalze 24 ausgeführt sein, um auch hier die Folien-bahnförderung steuern zu können.

In Figur 6 ist entsprechend der zuvor dargestellten Funktionalitäten eine weitere Variante mit Folienspeichern 32.1 und 32.2 in einem Beschichtungswerk 2 gezeigt, das kompakt aufgebaut ist und größere Speicherungen erlaubt. Der Folien-Speicher 32.1 ist annähernd horizontal ablaufseitig unter der Folienrolle 7 angeordnet und der Folienspeicher 32.2 ist annähernd senkrecht auf der gegenüberliegenden Seite gestellt. Die Antriebsgruppe 33 mit zwei Folienleitwalzen 35 und einer Antriebswalze 34 auf der Zulaufseite des Transferbereiches ist nah am Transferspalt 6 zugeordnet. Die Antriebsgruppe 33 mit einer Folienleitwalze 35 und ei-ner Antriebswalze 34 auf der Ablaufseite vom Transferspalt 6 ist dem Folienspeicher 32.2 zugeordnet. Durch die horizontale Anordnung kann die Zuführung der Folienbahn 5 aus der Folienschlaufe 36 im Folienspeicher 32.1 kompakt angeordnet und über eine Glatt- und Stabilisierungseinrichtung 30 der ersten Antriebsgruppe 33 auf der Zuführseite zum Transferbereich (Transferspalt 6) zugeführt werden. Zur Zu- und Abführung der Folienbahn 5 zum und aus dem Folienspeicher 32.1 sind Folienleitwalzen 31 vorgesehen, um die Folienbahn 5 leicht beweglich zu halten.

Weiterhin kann die Folienbahn 5 auf der Abführseite des Transferbereichs nach dem Transferspalt 6 über die Folienbahn 5 glatt haltende Folienleitelemente 14 (in der Art einer Glatt- und Stabilisierungsvorrichtung) geführt werden. Diese Folienleitelemente 14 führen die Folienbahn 5 auch aus dem Bereich des Druckwerkschutzes 15 am Beschichtungswerk 2 heraus. Auf der Ablaufseite nach dem Transferbereich zum Folienspeicher 32.2 kann ebenso eine Antriebsgruppe 37 angeordnet sein, die eine Folienleitwalze 38 und eine Antriebswalze 39 aufweist. Zur Bildung einer Folienschlaufe 36 im Folienspeicher 32.2 wird die Folienbahn 5 ohne zusätzliche Leiteinrichtung zugeleitet. Die Abführung der Folienbahn 5 aus dem Folienspeicher 32.2 erfolgt über eine Folienleitwalze 31.

25.05.2009 Auf der Zufuhrseite und der Abfuhrseite des Folienspeichers 32.1 und auf der Abfuhrseite des Folienspeichers 32.2 ist je eine Folienleitwalze 31 dargestellt, die zur besseren Führung der Folienbahn 5 dienen, so dass die Folienbahn dem Folienspeicher 32.1 exakt zugeführt und aus dem Folienspeicher 32.2 glatt gehalten zur Aufwicklung abgeführt wird.

Alternativ kann die Antriebsgruppe 37 für die Ablaufseite der Folienbahn 5 an der Folienleitwalze 31 am Folienspeicher 32.2 angeordnet sein. Dazu kann wegen der großen Umschlingung die Folienleitwalze 31 selbst angetrieben sein oder es kann dieser auch eine weitere Antriebswalze zugeordnet werden.

Die Antriebsgruppen 22, ebenso die Folienleitwalze 25 aus Figur 3, können auch mit Saugwalzen kombiniert sein. Dann ist die Klemmung der Folienbahn nicht so kritisch. Die Steuerung der Saugluft an solchen Saugwalzen ist aber mit sehr hoher Taktfrequenz auszuführen.

Die Unterdruckkammern der Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2, 28.1 , 28.2, 32.1 und 32.2 können entsprechend den zu führenden Folien- oder Teilfolienbahnen ausgeführt sein. Wenn die Unterdruckkammern die Breite einer Foliebahn haben und verschiebbar sind, kann flexibel auf gewünschte Beschichtungsbedingungen reagiert werden.

Weiterhin können in den Arbeitsbereich überdeckenden Unterdruckkammern Trenneinrichtungen angeordnet sein, die jeweils die seitliche Lage der Folienbahn 5 oder Teilfolienbahnen begrenzen. Damit können die Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2, 28.1 , 28.2, 32.1 und 32.2 in vorteilhafter weise in mehrere parallele Unterdruckkammern unterteilt werden. Wenn Trenneinrichtungen in die Unterdruckkammern einsetzbar und/oder in den Unterdruckkammern quer zur Laufrichtung der Folien- oder Teilfolienbahnen 5 verschiebbar sind, lassen sich damit in der Breite einstellbare und von einander getrennte Unterdruckkammern bereitstellen. Diese sind auf einzelne Folienbahnen 5 unterschiedlicher Breite oder auf TeN-folienbahnen gleicher oder unterschiedlicher Breite abstimmbar. Somit wird die Bildung von Folienschlaufen 29, 36 verbessert und auf die jeweils zu führende Folien- oder Teilfolienbahnen bestens abgestimmt.

25.05.2009 Bei Abdeckung einzelner, nicht mit einer Folienbahn 5 belegter Kammern kann der Luftverbrauch der Unterdruckeinrichtung minimiert und besser regulierbar werden.

Es hat sich gezeigt, dass die Absaugung an den Unterdruckkammern der Folien-Speicher 26.1 , 27.1 , 28.1 , 32.1 auf der Zufuhrseite zum Transferbereich auch der Reinigung der Folienbahnen dienen kann. Dabei werden insbesondere Partikel, die an der Bahnkante anhaften (Glimmer, Staub, Verschmutzung) in den Unterdruckkammern angesaugt und über die Saugeinrichtungen abgeführt. Daher ist es vorteilhaft, wenn in der Unterdruckversorgung der Unterdruckkammern wenigstens eine Filtereinrichtung vorgesehen wird, die zur Abscheidung der Verschmutzungen dient. Damit kann gleichzeitig mit der Speicherung von Folienschlaufen 29, 36 auch eine Reinigung der Folienbahn vorgenommen werden, so dass der Transfer-prozess ungestört abläuft und die Beschichtungseinheit 2 sauber gehalten wird.

Die Anordnung der Folienspeicher 26.1 , 26.2, 27.1 , 27.2, 28.1 , 28.2, 32.1 und 32.2 und der Antriebsgruppen 22, 33 kann so ausgebildet sein, dass diese auch in vorhandenen Folientransfereinrichtungen gegen Tänzereinrichtung austauschbar sind. So kann eine effizientere Folienführung für vorhandene Systeme auf einfache Weise nachgerüstet werden.

Die Folienführung kann auch dann unterbrochen werden, wenn die Presswalze 3 eine nur teilweise belegte Pressfläche aufweist, so dass beim Durchlauf der nicht mit einer Pressfläche belegten Oberflächenbereiche im Transferspalt 6, die Folienbahn angehalten werden kann.

Die Folienzuführung und -abführung kann mit steuerbaren oder selbstregelnden Systemen wie Friktionswellen und Einzelantrieben an den Folienrollen 8, 9 in den Varianten einer formatbreiten Folienrolle oder mit mehreren Teilfolienrollen ausgeführt werden.

25.05.2009 Bezugszeichenliste

1 Auftragwerk

2 Beschichtungsmodul

3 Presswalze

4 Gegendruckzylinder

5 Transferfolie / Folienbahn

6 Transferspalt

7 Rollenantrieb

8 Folienvorratsrolle

9 Foliensammelrolle

10 Pressbespannung

11 Farb-/Feuchtwerk

12 Plattenzylinder

13 Drucktuch- / Gummizylinder

14 Folienleiteinrichtung

15 Druckwerksschutz

16 Trockner

17 Inspektionseinrichtung / Überwachungssystem

18 Tänzerwalze

19 Bahnspannungsüberwachungl

20 Bahnrissüberwachung

21 Druckzylinderblasvorrichtung

22 Zylinderkanal

22 Antriebsgruppe

23 Folienleitwalze

24 Antriebswalze

25 Folienleitwalze

26.1 Folienspeicher

26.2 Folienspeicher

27.1 Folienspeicher

27.2 Folienspeicher

28.1 Folienspeicher

28.2 Folienspeicher

25.05.2009 29 Schlaufe / Folienschlaufe

30 Stabilisierungseinrichtung

31 Folienleitwalze

32.1 Folienspeicher

32.2 Folienspeicher

33 Antriebgruppe

34 Antriebswalze

35 Folienleitwalze

36 Schlaufe / Folienschlaufe

37 Antriebsgruppe

38 Folienleitwalze

39 Antriebswalze

40 Gegendruckzylinder

41 Drucktuchzylinder

42 Drucktuch / Gummituch

43 Plattenzylinder

44 Druckplatte

45 Stelleinrichtung

46 Stelleinrichtung

50 Druckwerk

60 Druckspalt

25.05.2009