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1. (WO2009149901) REIBRING UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES REIBRINGS
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

REIBRING UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES REIBRINGS

Beschreibung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Reibrings gemäß Anspruch 1 sowie einen Reibring gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 10.

Bei Reibringen werden Karbonreibbeläge in der Regel in einen metallischen Körper mit kegelstumpfförmiger Ringfläche eingeklebt. Das Einziehen von einer mit Karbonbelag beklebten metallischen Trägerfolie ist ebenso möglich. Die Verbindung zwischen dem Reibbelagträger und dem Basiskörper wird in der Regel durch Verschweißen (siehe EP 792 715 B1) oder Formschluss bzw. durch Stoffschluss hergestellt. Streusinterbeläge werden meist auf einen planaren Körper gestreut und gebacken. Anschließend wird durch Umformen ein kegelstumpfförmiger Ring erzeugt. Das Einziehen einer besinterten Metallfolie sowie das Einbringen einer Belagabwicklung durch Stoff- oder Formschluss ist ebenfalls möglich.

Karbonreibbeläge zeichnen sich in der Regel durch eine gute Reibwertcharakteristik aus, haben aber im Vergleich zu Streusinterbelägen keine Offenporigkeit, die als ölspeicher dienen kann. Bei niederen Temperaturen neigen Karbonbeläge daher eher als Sinterbeläge zu einer Reduzierung des Reibwertes und damit zum Systemausfall. Zudem wird die durch Reibung entstehende Wärme hauptsächlich längs zur Faserrichtung weitergeleitet. Ein Wärmeübergang in den metallischen Basiskörper ist so nur bedingt möglich.

Streusinterbeläge hingegen zeichnen sich durch eine hohe Missbrauchssicherheit aus. Sie können aufgrund ihrer Offenporigkeit öl gut speichern, haben in der Regel im Vergleich zu Karbonbelägen aber etwas niedrigere Reibwerte. Sie sind darüber hinaus kostengünstig herstellbar und können Wärme gut abführen und sind auch bei sehr niedrigen Temperaturen funktionssicher.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines Reibrings zu schaffen, mit dem es möglich ist, einen Reibring zu schaffen, der die Vorteile der zuvor genannten Reibmaterialien zu kombinieren ermöglicht.

Hinsichtlich des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Lösung dieser Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1. Hinsichtlich des Reibrings erfolgt die Lösung dieser Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 10.

Erfindungsgemäß wird somit ein ringförmiger planarer Basisträger teilweise oder vollflächig mit einem ersten Reibbelagmaterial, insbesondere Streusinter, bestreut und gebacken. Durch das Freihalten von Zonen auf dem Basisträger ist es ferner möglich, ein zweites Reibbelagmaterial auf den Basiskörper aufzubringen, das sich hinsichtlich Beschaffenheit und Charakteristiken vom ersten Reibbelagmaterial unterscheidet. In die freigehaltenen Zonen kann das zweite Reibbelagmaterial eingebracht und mit dem Basiskörper auf geeignete Art und Weise fixiert werden.

Hierdurch ist es möglich, auf wirtschaftliche Art und Weise einen Hybrid-Reibbelag für einen Reibring herzustellen, der in der Lage ist, bei hervorragender Reibwertcharakteristik öl gut zu speichern und Wärme gut abzuleiten, also die Vorteile von Karbon- und Sinterreibbelägen zu vereinen.

Weitere Vorteile gemäß der Erfindung sind die größere ölunabhängigkeit, das verbesserte Kaltschaltverhalten sowie die erhöhte Leistungsdichte aufgrund der verbesserten Wärmeleitfähigkeit.

Ein weiterer Vorteil ist die Einstellbarkeit des Reibwerts über flächenmäßige Verteilung der jeweiligen Reibkomponenten.

Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.

Um Zonen für das zweite Reibmaterial freizuhalten, ist es möglich, den Basisträger während des Aufbringens des ersten Reibmaterials, also gleichzeitig zu diesem Aufbringen zu maskieren, so dass nur die nicht maskierten Bereiche des Basiskörpers mit dem ersten Reibbelagmaterial beschichtet und mit diesem verbunden werden.

Sodann wird in die freigehaltenen Zonen das zweite Reibmaterial eingebracht und fixiert.

Zum Freihalten ist es alternativ ferner möglich, den mit dem ersten Reibbelagmaterial versehenen Basiskörper durch Prägen oder durch eine spanende Bearbeitung mit Zonen in Form von Fenstern oder Taschen zu versehen, in die dann das zweite Reibbelagmaterial eingebracht werden kann.

Als erstes Reibbelagmaterial ist insbesondere ein metallisches Reibmaterial, insbesondere Streusintermaterial, vorgesehen.

Als zweites Reibbelagmaterial sind insbesondere Karbonbeläge der faserhaltige Reibbelagmaterialien denkbar.

Auch Kombinationen von Reibbelagmaterialien aus unterschiedlichen Materialkomponenten sind grundsätzlich möglich.

Ferner ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, sowohl einen planen Reibring herzustellen als auch nach dem Aufbringen der Reibbelagmaterialien den planen Basiskörper durch geeignete Umformverfahren in einen konusförmigen Körper umzuformen.

Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Reibrings anhand der einzigen Figur der Zeichnung.

Diese Figur zeigt eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Reibring 1 im planaren Zustand.

Der Reibring 1 weist einen kreisringförmigen Basiskörper 2 auf, der zwei kreisringförmige Belagflächen 3 und 4 aufweist, von denen aufgrund der gewählten Darstellung nur die Belagfläche 3 sichtbar ist, so dass die zweite gegenüberliegende Belagfläche 4 mit einem gestrichelten Pfeil angedeutet ist.

Die Belagflächen 3 und 4 werden jeweils von einem ersten Umfangsrand 5 großen Durchmessers und einem zweiten Umfangsrand 6 kleinen Durchmessers begrenzt, wie sich dies im Einzelnen aus der zeichnerischen Darstellung der Figur ergibt.

Der Basiskörper 2 kann ferner mit umfangsseitigen Nocken oder Lappen 10-15 versehen sein, wie sich dies ebenfalls aus der Figur ergibt.

Gemäß der Erfindung ist zumindest eine der Belagflächen, im dargestellten Beispielsfall die Belagfläche 3, mit einem Reibbelag versehen, der in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer 7 gekennzeichnet ist.

Erfindungsgemäß weist der Reibbelag 7 zumindest einen ersten Belagabschnitt 8 und einen zweiten Belagabschnitt 9 auf, die jeweils aus unterschiedlichen Reibbelagmaterialien bestehen.

Wie sich aus der zeichnerischen Darstellung der Figur ergibt, sind bei der dargestellten Ausführungsform die Belagabschnitte 8 und 9 jeweils abwechselnd benachbart zueinander auf der Belagfläche 3 angeordnet. Hierbei erstreckt sich jeder der Belagabschnitte 8 bzw. 9 vom Umfangsrand 5 großen Durchmessers zum Umfangsrand 6 kleinen Durchmessers, wie sich dies ebenfalls aus der Figur im Einzelnen ergibt.

Der Belagabschnitt 9 weist eine Breite Bi auf, während der Belagschnitt 8 eine Breite B2 aufweist. Diese Breiten sind je nach Anwendungsfall wählbar.

Die Länge L der Belagabschnitte 8 und 9 entspricht dem Abstand zwischen dem Umfangsrand 5 und dem Umfangsrand 6, wie sich dies ebenfalls aus der Figur ergibt.

Andere Anordnungen der Belagabschnitte 8 und 9, also beispielsweise Anordnungen mehrerer Belagabschnitte eines Reibbelagmaterials, an die sich wiederum eine Anordnung mehrerer Belagabschnitte des zweiten Reibmaterials anschließen, sind ebenfalls denkbar und von Anwendungsfall zu Anwendungsfall wählbar.

Neben der schriftlichen Offenbarung der Erfindung wird hiermit zu deren Ergänzung explizit auf die zeichnerische Darstellung verwiesen.

Bezuqszeichenliste

1 Reibring/Synchronring

2 Basiskörper

3, 4 Belagflächen

5 Umfangsrand großen Durchmessers

6 Umfangsrand kleinen Durchmessers

7 Reibbelag

8 erster Belagabschnitt

9 zweiter Belagabschnitt

10-15 Nocken

Bi Breite des ersten Belagabschnitts 8

B2 Breite des zweiten Belagabschnitts 9

L Länge der Belagabschnitte 8, 9