In Bearbeitung

Bitte warten ...

Einstellungen

Einstellungen

1. WO2009143638 - NADELEINHEIT MIT DREHBAREM STECHMITTEL

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Nadeleinheit mit drehbarem Stechmittel

Die Erfindung betrifft eine Nadeleinheit, die für medizinische Zwecke, insbesondere zur Verabreichung eines flüssigen Medikaments an eine Injektionsvorrichtung anbringbar ist.

Aus dem Stand der Technik sind bereits Nadeleinheiten bekannt, die auf eine Injektionsvorrichtung aufgesetzt werden, insbesondere durch den Verwender selbst. Die EP 1 483 004 Bl zeigt z. B. eine Nadeleinheit, die eine Nadel und einen Nadelträger aufweist, wobei die Nadeleinheit beidseitig vom Nadelträger, d.h. in distale und in proximale Richtung abragt. Der in distale Richtung weisende Teil dient zum Einstechen in die Haut eines Patienten, wobei der in proximale Richtung weisende Teil oder Fortsatz der Nadel als Stechmittel zum Durchstechen eines Septums eines Produktbehältnisses dient. Das Septum wird durchstochen beim Aufsetzen der Nadel auf das Produktbehältnis. Der in proximale Richtung weisende Teil der Nadel stellt nun eine Verbindung zu dem in dem Produktbehältnis aufgenommenen Medikament her. Das Medikament ist somit durch Ausübung eines Drucks auf einen Kolben des Produktbehältnisses durch die Nadel pressbar und wird am distalen Ende der Nadel ausgeschüttet.

Aufgabe der Erfindung ist die Anbringung einer Nadeleinheit an einer Inj ektions Vorrichtung zu verbessern.

Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte Weiterentwicklungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und aus der Beschreibung einschließlich Figuren.

Die Erfindung geht aus von einer Nadeleinheit für eine Injektionsvorrichtung. Die Nadeleinheit kann auf der Injektionsvorrichtung angeordnet sein oder von einer Person, wie z. B. den Verwender selbst als eine separate Einheit an eine Injektionsvorrichtung angebracht werden. Die Nadeleinheit kann z.B. an. einem Befestigungsglied der Injektionsvorrichtung oder einer Aufnahme für ein Produktbehältnis befestigt werden. Aus Hygienegründen ist es ratsam bei Injektions Vorrichtungen, mit denen nicht nur eine einmalige Produktausschüttung, sondern eine mehrfache Produktausschüttung möglich ist die Nadeleinheit nach jeder Injektion gegen eine neue auszutauschen, wodurch sich die Gefahr einer Infektion verringern lässt.

Die Nadeleinheit kann einen Nadelträger umfassen, an dem eine Injektionsnadel befestigt ist und von dem die Injektionsnadel in distale Richtung abragt. Der in distale Richtung abragende Teil der Injektionsnadel dient zum Einstechen in einen Patienten. Die Länge, mit der die Injektionsnadel distal von der Nadeleinheit abragt, kann z.B. für eine subkutane Injektion vorgesehen sein. Die Injektionsnadel kann aus Metall und der Nadelträger aus einem geeigneten Kunststoff sein, wobei bevorzugt ist, dass die Injektionsnadel dreh- und axialfest, insbesondere unlösbar, d.h. nur durch Zerstörung lösbar, mit dem Nadelträger zusammengefügt bzw. verbunden ist. Beispielsweise kann die Injektionsnadel mit dem Nadelträger verklebt oder eingeklebt sein, wobei der Nadelträger die Injektionsnadel auf einem Teil ihrer Länge umgibt.

Von der Nadeleinheit kann ferner ein Stechmittel in proximale Richtung abragen, das dazu dient, in ein Produktbehältnis eingeführt zu werden. Das Stechmittel kann geeignet sein, einen Verschluss eines Produktbehältnisses, wie z.B. ein Sepram, durchstechen zu können. Das Stechmittel kann von der Injektionsnadel gebildet werden. Die Injektionsnadel kann somit in Längsrichtung von dem Nadelträger aufgenommen sein und beidseitig von dem Nadelträger abragen.

Bevorzugt ist das Stechmittel ein von der Injektionsnadel separates Teil. Das Stechmittel kann z.B. einteilig mit dem Nadelträger sein, d.h. vom Nadelträger gebildet werden, oder ein separates Teil sein, das mit dem Nadelträger zusammengefügt ist. Nadelträger und Stechmittel können z.B. unlösbar, d.h. nur durch Zerstörung lösbar, zusammengefügt bzw. verbunden sein. Beispielsweise kann das Stechmittel mit dem Nadelträger verklebt, verpresst oder verschweißt sein.

Stechmittel, Nadelträger und Nadel können somit eine Einheit bilden.

Die Nadeleinheit kann einen insbesondere starren Fluidkanal umfassen. Über den Fluidkanal kann Produkt aus dem Produktbehältnis in einen Patienten transportiert bzw. ausgeschüttet werden. Es kann eine Öffnung vorgesehen sein, die die Umgebung des Fluidkanals mit dem Fluidkanal verbindet und in den Fluidkanal mündet. Eine Öffnung kann an einer Stelle gebildet sein, die sich in dem Produktbehältnis befindet, wenn die Nadeleinheit an der Inj ektions Vorrichtung oder an dem Produktbehältnis befestigt ist. Das Stechmittel kann die Öffnung an seiner proximalen Stirnseite oder an seinem proximalen Ende aufweisen. Bevorzugt weist das Stechmittel mindestens eine Öffnung auf, die seitlich in den Fluidkanal mündet. Das proximale Ende des Stechmittels kann somit verschlossen sein und/oder eine rotationssymmetrische Spitze aufweisen. Durch die Öffnung des Stechmittels kann ein Fluid dem Fluidkanal zugeführt werden, das vorzugsweise über die distale Spitze Injektionsnadel abgegeben wird. Wenn gleich die hier beschriebene Nadeleinheit besonders geeignet ist für eine Produktausschüttung, könnte sie auch grundsätzlich für eine Entnahme eines Fluids verwendet werden, wobei das Fluid an der Nadelspitze in den Kanal eintreten und über die Öffnung, an der der Fluidkanal zur Umgebung des Fluidkanals hin mündet, austreten kann, z. B. in das Produktbehältnis.

Die Nadeleinheit kann zum Zwecke der Zuführung und Abführung von Produkt zu und von dem Fluidkanal jeweils auch mehrere Öffnungen aufweisen. In bevorzugten Ausführungen umfasst die Nadeleinheit mindestens eine Öffnung, die in den Fluidkanal mündet und die Umgebung und den Fluidkanal verbindet ferner umfasst die Nadeleinheit eine weitere Öffnung, die an der Nadel angeordnet ist und über den Fluidkanal mit der mindestens eine Öffnung verbunden ist. Vorzugsweise weist der Fluidkanal ansonsten keine weiteren Öffnungen auf, so dass insoweit ein fiuiddichter Fluidkanal gebildet wird.

Im Folgenden wird eine Ausführung der Erfindung anhand von Figuren beschrieben. Die hierbei offenbarten Merkmale bilden je einzeln und in Kombination die Erfindung vorteilhaft weiter. Es zeigen:

Figuren 1-4 Teile einer Nadeleinheit,

Figuren 5 und 6 die Einzelteile einer Ampullenhalterung und eine bevorzugte

Ausführung einer Nadeleinheit, Figur 7 eine zusammengesetzte Ampullenhalterung zusammen mit einer darin aufgenommenen Ampulle, Figur 8 die Ampullenhalterung aus Figur 7 mit einer daran und einer an der

Ampulle angeordneten Nadeleinheit, Figur 9 eine bevorzugte Ausführung eines Befestigungsabschnitts der

Nadeleinheit, und Figur 10 eine bevorzugte Ausführung einer Verabreichungsvorrichtung.

Bezugnehmend auf die Figuren 1-4 werden mehrere Teile einer Nadeleinheit gezeigt, die einen Fluidkanal 6, 7, 8, 10, der auch als Fluidführungskanal bezeichnet werden kann, bilden. Die den Fluidkanal 6, 7, 8, 10 bildenden Teile sind ein Fortsatz 2, der auch als Stechmittel bezeichnet werden kann, ein Nadelträger 1, der auch als Kanülenträger bezeichnet werden kann, und eine Injektionsnadel 3, die auch als Kanülenrohr bezeichnet werden kann.

Die hohlzylindrische Iηjektionsnadel 3 weist bevorzugt einen konstanten Außendurchmesser D3 sowie einen konstanten Innendurchmesser auf. An ihrem distalen Ende befindet sich eine Schneidspitze, die im gezeigten Schnitt asymmetrisch ist. Die Injektionsnadel 3 dient zum Einstechen in die Haut eines Patienten und ist mit ihrem proximalen Ende an dem Nadelträger 1 befestigt. Die hierin gezeigte Befestigung besteht darin, dass ein Teil der Injektionsnadel in einer hohlzylindrischen Bohrung 5 aufgenommen ist, deren Innendurchmesser in etwa dem Außendurchmesser der Nadel 3 entspricht. Grundsätzlich könnte die Nadel 3 in dem hohlzylindrischen Abschnitt des Nadelträgers 1 eingepresst oder eingegossen sein, wie z.B.

bei der Spritzgussherstellung des Nadelträgers 1. Bevorzugt ist die Nadel in den Nadelträger 1 eingeklebt. Um Spannungsspitzen bei auf die Nadel 3 ausgeübten Querkräften zu verhindern, schließt sich an den Abschnitt 5 ein sich aufweitender, insbesondere trompetenfδrmig aufweitender Bereich an, der wie hier gezeigt ist, zum distalen Ende des Nadelträgers 1 reicht. Dieser Bereich kann alternativ oder zusätzlich auch dazu dienen, Klebstoff für die Klebeverbindung zwischen dem Nadelträger 1 und der Nadel 3 aufzunehmen. Bevorzugt wird somit, dass die Nadel 3 unlösbar an dem Nadelträger 1 befestigt ist. Die Nadel 3 ist aus einem entsprechend für Injektionsnadeln geeigneten Metall und der Nadelträger 1 bevorzugt aus Kunststoff.

Der Nadelträger 1 weist einen Abschnitt 8 des Fluidkanals auf, der sich an das proximale Ende der Injektionsnadel 3 anschließt. Der Abschnitt 8 kann bevorzugt hohlzylindrisch sein. Insbesondere weist der Abschnitt 8 in etwa den gleichen Fluidführungsquerschnitt, insbesondere den gleichen Innendurchmesser wie die Injektionsnadel 3 auf. Durch diese Gestaltung kann beim Übergang des Fluids von Abschnitt 8 in den Abschnitt 10 der Injektionsnadel 3 die Gefahr einer Wirbelbildung oder turbulenten Strömung verringert werden.

Der Nadelträger 1 weist ferner einen Abschnitt 7 des Fluidführungskanals auf, der einen größeren Fluidführungsquerschnitt aufweist als die Abschnitte 8 und 10 des Fluidführungskanals. Der Abschnitt 7 verjüngt sich in Richtung Injektionsnadel 3, d.h. dass sich der Fluidführungsquerschnitt in Abschnitt 7 in Richtung Nadel 3 verringert. Die Verringerung kann z.B. mit einer konstanten Rate, d.h. einem konstanten Gradienten oder wie hier dargestellt mit einem zunehmenden und/oder abnehmende Gradienten erfolgen. In Richtung Iηjektionsnadel 3 erfolgt zunächst eine Verringerung des Fluidführungsquerschnitts mit einem zunehmenden Gradienten. Anschließend erfolgt eine Verjüngung des Fluidführungsquerschnitts mit einem abnehmenden Gradienten. Im Längsschnitt kann der Abschnitt 7 des Fluidkanals eine konkave und/oder eine konvexe Wölbung der Kanalwand aufweisen. In Richtung zur Injektionsnadel 3 weist die Wandung des Abschnitts zunächst eine konkave Wölbung und anschließend eine konvexe Wölbung auf. Die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten, wie z.B. der Übergang von konkav auf konvex, kann stetig oder zumindest ohne scharfe Kante ausgestaltet sein. Gleiches gilt für den Übergang des Abschnitts 7 in den Abschnitt 8.

Der Nadelträger weist einen sich in distale Richtung erstreckenden, z.B. zylindrischen Schaft auf, in dem die Nadel 3 angeordnet und befestigt ist.

Der Nadelträger 1 ist mit einer Fügeverbindung 9 mit dem Fortsatz 2 verbunden. Die Fügeverbindung kann kraft-, stoff- oder formschlüssig sein. Insbesondere ist die Fügeverbindung fluiddicht. Eine besonders geeignete Fügeverbindung kann durch Verkleben, Verpressen, Verrasten oder Verschweißen erzielt werden.

Der mit dem Nadelträger 1 verbundene Fortsatz 2 weist einen Abschnitt 6 des Fluidführungskanals 6, 7, 8, 10 auf. Der Abschnitt 6 weitet sich in Richtung Injektionsnadel 3 auf, wie z.B. trichter- oder kegelförmig. Ein Mass für die Aufweitung kann ein Kegelwinkel von ca. 4° sein, um nur ein Beispiel zu nennen. Der Kegelwinkel kann z.B. aus einem Bereich von 1-45° sein, wobei eher geringere Kegelwinkel bevorzugt werden.

Bevorzugt ist, dass der Abschnitt 6 in den Abschnitt 7 mündet, wenn der Nadelträger 1 mit dem Fortsatz 2 verbunden ist. Die Abschnitte 6 und 7 können an der Mündung jeweils einen gleichen Fluidführungsquerschnitt, insbesondere Innendurchmesser, aufweisen.

Der Abschnitt 6 kann z.B. ein Querschnittsverhältnis von seinem größten Fluidführungsquerschnitt zu seinem kleinsten Fluidführungsquerschnitt von 4:1 aufweisen. Als vorteilhaft haben sich Querschnittsverhältnisse von 2:1 bis 10:1 herausgestellt. Das Verhältnis kann auch 2,5:1 betragen.

Das zu verabreichende Fluid wird von der Umgebung des Fortsatzes 2 über eine Öffnung 4 dem Fluidkanal 6, 7, 8, 10 zugeführt. Obwohl grundsätzlich eine Öffnung 4 ausreichen würde, sind in dem Beispiel vorteilhafterweise zwei Öffnungen 4 vorgesehen, die einander gegenüberliegend und seitlich des Fluidkanals 6 angeordnet sind. Ein Teil des Fluidkanals 6 ist somit zwischen den Öffnungen 4 angeordnet. Die Öffnungen 4 haben die Gestalt eines Langlochs, das z.B. zwischen 1 und 4 mm lang sein kann, wie z.B. 3 mm, und eine Breite wie der Durchmesser des zwischen den Öffnungen angeordneten Teils des Fluidkanals 6 aurweisen kann. Bevorzugt kann die Gesamtquerschnittsfläche der Öffnungen 4 größer sein als der kleinste Fluidführungsquerschnitt des Abschnitts 6. Vorteilhaft ist bereits der Querschnitt einer Öffnung 4 größer. Das Verhältnis der Gesamtquerschnittsfläche der Öffnungen 4 und des kleinsten Fluidführungsquerschnitts des Abschnitts 6 kann z.B. 7:1 betragen. Zumindest sollte die Gesamtquerschnittsfläche der Öffnungen 4 genauso groß wie der kleinste Fluidführungsquerschnitt sein. Das Querschnittsverhältnis kann sich z.B. in einem Bereich von 2:1 bis 10:1 bewegen.

Der Fortsatz 2 weist eine rotationssymmetrische Spitze auf, die in diesem Beispiel als Kegel ausgestaltet ist und das distale Ende des Fortsatzes 2 bildet. Die Anordnung der beiden Öffnungen 4 bewirkt, dass das Fluid seitlich, d.h. quer zur Längsachse, zugeführt und anschließend im Fluidführungskanal 6, 7, 8, 10 entlang der Längsachse in Richtung Nadel 3 transportiert wird.

Der Fortsatz 2 weist einen Verbindungsabschnitt 12 auf, mit dem die Einheit aus Nadelträger 1, Fortsatz 2 und Nadel 3 gegebenenfalls mittelbar oder unmittelbar mit einem Teil der Injektionsvorrichtung verbindbar ist. Alternativ könnte der Nadelträger 1 den Abschnitt 12 aufweisen.

Das proximale Ende des Nadelträgers 1 weist im Bereich des Fluidkanals 7 eine Vertiefung auf, die von einem ringförmigen Vorsprung umgeben wird. Der ringförmige Vorsprung ist in diesem Beispiel konzentrisch mit der Längsachse der Nadeleinheit 100. Der Fortsatz 2 weist an seinem distalen Ende eine Form auf, die in etwa einer Negativform der proximalen Stirnseite des Nadelträgers 1 entspricht. Insbesondere weist die distale Stirnseite des Fortsatzes 2 eine Ringnut, in die beim Zusammenfügen des Fortsatzes 2 mit dem Nadelträger 1 der ringförmige Vorsprung angeordnet wird, und einen kegelstumpfförmigen Vorsprung, der beim Zusammenfügen in die Vertiefung des Nadelträgers 1 eingreift, auf. Hierdurch wird bewirkt, dass eine besonders vorteilhafte Fügeverbindung 9, die insbesondere auch fluiddicht ist, erzielt wird. Durch das Ineinandergreifen der beiden Stirnseiten wird die für eine Fügeverbindung 9 nutzbare Oberfläche vergrößert.

Bei der Injektionsnadel 3 kann es sich um Nadeln mit einer großen Bandbreite von Durchmessern, Wandstärken und Längen handeln. Z.B. kann eine 23 Gauge Nadel genauso vorgesehen werden wie eine 31 Gauge Nadel. Die injizierbare Länge der Injektionsnadel 3 kann z.B. für eine subkutane oder transkutane Injektion vorgesehen sein.

Insbesondere wird in den Figuren 5 und 6 eine vollständige Nadeleinheit 100 gezeigt. Die Einheit aus Nadelträger 1, Fortsatz 2 und Injektionsnadel 3 ist über den Verbindungsabschnitt

12 mit einem Befestigungsabschnitt 13 verbunden. Der hülsenformige Befestigungsabschnitt

13 dient dazu, mit einem Befestigungsglied 20 verbunden zu werden und weist hierzu ein Gewinde, insbesondere ein Außengewinde auf. Die den Fluidkanal 6, 7, 8, 10 bildende Einheit ist axial fest mit dem Befestigungsabschnitt 13 verbunden. Je nach Anwendung kann die Einheit 1, 2, 3 relativ zu dem Befestigungsabschnitt 13 drehbar oder drehfest sein. Die Einheit 1, 2, 3 weist einen Verbindungsvorsprung 12a auf, der in eine am inneren Umfang des Befestigungsabschnitts 13 gebildete Ringnut 13c eingreift. Der Befestigungsabschnitt 13 ist bevorzugt dreh- und axial fest mit einem Gehäuse 14 verbunden. Grundsätzlich könnten der Befestigungsabschnitt 13 und das Gehäuse 14 auch einteilig gebildet sein, wobei die Mehrteiligkeit Vorteile bei der Herstellung der Nadeleinheit 100 hat. Das hülsenformige Gehäuse 14 umgibt umfangsseitig sowohl den Befestigungsabschnitt 13 als auch den Fortsatz 2 und dessen Spitze. Das Gehäuse 14 erstreckt sich in proximale Richtung zumindest bis zur Spitze oder wie hier gezeigt bis über die Spitze hinaus, so dass die Spitze des Fortsatzes 2 nicht über das proximale Ende des Gehäuses 14 hervorsteht. Durch den Überstand des Gehäuses 14 über die Spitze des Fortsatzes 2 wird die Gefahr eines versehentlichen Stechens durch die Spitze 2 verringert. Zwischen dem Befestigungsabschnitt 13 und dem Gehäuse 14 wird ein Ringspalt gebildet. Das Gehäuse 14, der Befestigungsäbschnitt 13 und die Einheit 1, 2, 3 sind konzentrisch zueinander angeordnet.

Das Gehäuse 14 weist an seinem distalen Ende eine Stirnfläche mit einer Öffnung auf, durch die die Iηjektionsnadel 3 mit einer bestimmten Länge hervortritt. Diese Länge entspricht im Wesentlichen der Injektionstiefe der Injektionsnadel 3, da das distale Ende des Gehäuses eine Anschlagfläche für den Körper des Patienten bildet. Das Gehäuse 14 kann z.B. aus Platzgründen eine Aussparung für den Nadelträger 1 aufweisen.

Die Nadeleinheit 100 weist ferner eine Verpackungshülse 15 auf, die in der in den Figuren 5 und 6 gezeigten Positionen über den äußeren Umfang des Gehäuses 14 konzentrisch angeordnet ist. Bevorzugt wird die Verpackungshülse 15 von dem Gehäuse 14 insbesondere reibschlüssig gehalten. Die Verpackungshülse 15 umgibt das Gehäuse 14 bevorzugt vollständig über den Umfang und auch über dessen Länge. Bevorzugt steht die Verpackungshülse 15 proximal über das proximale Ende des Gehäuses 14 zumindest ein Stück weit über. Die am proximalen Ende der Verpackungshülse 15 gebildete Öffnung, durch die das Gehäuse 14 mit der Einheit 1, 2, 3 einführbar oder herausziehbar ist, kann im Auslieferungszustand der Nadeleinheit 100 mit einer sog. Peelfolie verschlossen sein, um den Inhalt der Verpackungshülse 15 steril zu halten oder zumindest vor Verschmutzung zu schützen. Die Verpackungshülse 15 steht distal über das distale Ende der Nadel 3 über und ist dort stirnseitig verschlossen. Die Verpackungshülse 15 bildet insoweit einen geschlossenen Topf, der an seinem proximalen Ende eine Öffnung aufweist. Die Verpackungshülse 15 weist an ihrem äußeren Umfang eine Struktur auf, welche es einem Verwender der Vorrichtung besser ermöglicht, ein Drehmoment um die Längsachse auf die Verpackungshülse 15 aufzubringen. Da die Verpackungshülse 15 in ihrem auf dem Gehäuse 14 vollständig aufgesetzten Zustand zumindest reibschlüssig bevorzugt alternativ oder zusätzlich formschlüssig drehfest mit dem Gehäuse 14 verbunden ist, dreht sich das Gehäuse 14 zusammen mit dem Befestigungsabschnitt 13 mit der Verpackungshülse 15 mit, wenn ein Drehmoment auf die Verpackungshülse 15 aufgebracht wird.

Die Nadeleinheit 100 kann an eine Inj ektions Vorrichtung 50 angebracht werden (Figur 10). Teile der Inj ektions Vorrichtung, nämlich eine Ampullenhalterung 30 und ein Befestigungsglied 20, werden zusammen mit einer Ampulle 40 in den Figuren 5 und 6 vereinzelt, in Figur 7 zusammengesetzt und in Figur 8 zusammengesetzt mit einer aufgesetzten Nadeleinheit 100 gezeigt.

Bei der Ampulle 40, wie sie z.B. in den Figuren 5 und 6 gezeigt wird, handelt es sich um eine sog. Zweikammerampulle, die auch als Zweikammerkarpule bezeichnet werden kann, deren Besonderheit es ist, dass ein zu verabreichendes Produkt unmittelbar vor der Verabreichung aus zwei Komponenten zusammengemischt wird, die zur Lagerung in zwei verschiedenen Kammern enthalten sind. Z.B. kann die distale Kammer, d.h. die Kammer, die zwischen einem Verschluss 41, 42, 43, 44 und einem ersten Kolben 45 angeordnet ist, mit einem Feststoff wie z.B. einem körnigen oder pulverförmigen Material teilweise oder ganz gefüllt sein. Proximal des ersten Kolbens 45 befindet sich eine zweite Kammer, die zwischen dem ersten Kolben 45 und einem zweiten Kolben 46 angeordnet ist. In dieser Kammer kann sich z.B. ein flüssiger Bestandteil des Medikaments befinden. Beide Kolben 45, 46 liegen dichtend an einem hohlzylindrischen Gehäuseabschnitt 48 der Ampulle 40 an und können entlang dem Gehäuseabschnitt 48 verschoben werden.

Die Ampulle 40 weist im Bereich des Gehäuseabschnitts einen sog. Bypass 47 auf, der nach aussen eine Auswölbung bildet. Der Bypass 47 ist axial länger als der erste Kolben 45.

Zum Abmischen wird distal gerichtet ein Druck auf den zweiten Kolben 46 ausgeübt, der über das flüssige Produkt in der Kammer zwischen dem ersten Kolben 45 und dem Kolben 46 auf den Kolben 45 übertragen wird. Wenn der zweite Kolben 46 in distale Richtung verschoben wird, wird somit auch der ersten Kolben 45 verschoben und zwar bis in den Bereich des Bypasses 47. Durch die Auswölbung des Bypasses 47 kann, sofern sich der Kolben 45 vollständig im Bereich des Bypasses 47 befindet, das flüssige Produkt an dem Kolben 45 vorbei fließen in die distale Kammer und sich mit dem darin befindlichen Produktbestandteil mischen. Das Mischen kann vom Verwender durch Schütteln unterstützt werden. Das flüssige Produkt ist vollständig aus der proximalen Kammer beseitigt, wenn der zweite Kolben 46 an den ersten Kolben 45 anschlägt. Das Gemisch aus den beiden Produktbestandteilen kann eine homogene oder heterogene Mischung bilden. Die heterogene Mischung eines flüssigen Bestandteils mit Festkörperpartikeln wird allgemein als Dispersion, im Speziellen als Suspension bezeichnet. Das zu verabreichende Produkt kann dann über den Fluidkanal 6, 7, 8, 10 der Nadeleinheit 100, deren Öffnungen 4 sich innerhalb der Ampulle wie z.B. im Bereich 42 befinden, ausgeschüttet werden, indem die Kolben 45 und 46 in distale Richtung entlang des hohlzylindrischen Gehäuseabschnitts 48 verschoben werden.

Die Ampulle 40 weist einen Verschluss 41, 42, 43, 44 auf, der ein von dem Fortsatz 2 durchstechbares Septum 41 aufweist. Solche Septen können aus Gummi oder Kautschuk oder einem anderen geeigneten Kunststoff sein.

Das Septum 41 weist einen scheibenförmigen Abschnitt und einen sich daran in proximale Richtung anschließenden hohlzylindrischen Abschnitt auf. Der hohlzylindrische Abschnitt bildet in seinem Inneren eine Ausnehmung, in der in bevorzugten Ausführungen die Öffnungen 4 der vollständig aufgesetzten Nadeleinheit 100 platziert sind. Die Außenseite des hohlzylindrischen Abschnitts des Septums 41 zentriert das Septum 41 am inneren Umfang der Ampulle 40, insbesondere am distalen Ende der Ampulle 40. Am distalen Ende der Ampulle 40 ist ein ringförmig umlaufender Wulst gebildet, der radial nach außen ragt und allgemein als Abragung bezeichnet werden kann. Der Wulst 43 steht radial über den äußeren Umfang des hohlzylindrischen Abschnitts 48 der Ampulle 40. Mit anderen Worten weist die Ampulle 40 an der Stelle des Wulsts 43 einen größeren Außendurchmesser auf als im Bereich des hohlzylindrischen Abschnitts 48. Der Außendurchmesser des Wulsts 43 bildet in diesem Beispiel auch den größten Außendurchmesser der Ampulle 40. Der Wulst 43 ist einteilig mit dem hohlzylindrischen Abschnitt 48 verbunden. Dieser Teil der Ampulle kann aus Kunststoff oder aus Glas gebildet sein. Der scheibenförmige Teil des Septums 41 weist in etwa den gleichen Außendurchmesser auf wie der Wulst 43. Septum 41 und Wulst 43 werden zusammengehalten durch ein Umformteil 44, das z.B. aus einem Metallblech gefertigt sein kann. Dieses Teil kann auch als Krone bezeichnet werden. Das Umformteil 44 umgreift das Septum 41 und den Wulst 43 über den Umfang und sowohl distal des Septums 41 als auch proximal des Wulsts 43. Durch das Umformteil 44 werden Wulst 43 und Septum 41 axial fest verbunden, d.h. fluiddicht zusammengehalten. An der distalen Stirnseite weist das Umformteil 44 eine Öffnung auf, die z.B. kreisförmig sein kann und durch die der Fortsatz 2 durch das Septum 41 in das Innere der bevorzugt bereits abgemischten Ampulle 40 eingeführt werden kann.

Die Ampulle 40 weist zwischen dem hohlzylindrischen Teil 48 und dem Wulst 43 einen gegenüber dem Außendurchmesser des Abschnitts 48 eingeschnürten Hals auf, so dass das Umformteil 44 noch besser, insbesondere weiter nach innen, um das proximale Ende des Wulsts 43 umformbar ist. Das proximale Ende der Ampulle 40 ist offen, so dass eine Kolbenstange 52 (Figur 10) in die Ampulle 40 und auf den ersten Kolben 46 schiebbar ist.

An der Ampullenaumahrne 30 kann das Befestigungsglied 20 befestigt sein oder werden. Befestigungsglied 20 und Ampullenaufnahme 30 werden vorzugsweise als Ampullenhalterung bezeichnet. Das Befestigungsglied 20 ist hülsenförmig und dreh- und axialfest mit der Ampullenaufhahme 30 verbunden, insbesondere verrastet. Die Drehfestigkeit wird durch den Eingriff der Aussparung 23 in den Nocken 34 erzielt. Die axial feste Anordnung des Befestigungsglieds 20 an der Ampullenaufhahme 30 wird durch das Einrasten der Nocken 32 in die Fenster 22 erzielt.

Wie aus den Figuren 5 und 6 erkennbar ist, ist die Ampulle 40 über eine distale Öffnung der hülsenfδrrnigen Ampullenaufhahme 30 in diese eingeführt. Der Außendurchmesser des Verschlusses 41, 42, 43, 44 ist größer als der Innendurchmesser der Ampullenaufhahme 30, so dass der Verschluss am distalen Ende der Ampullenaumahme 30 anliegt. Wie insbesondere aus Figur 7 erkennbar ist, ist der Verschluss der Ampulle 40 zwischen der Ampullenaufhahme 30 und dem Befestigungsglied 20 axial eingefasst und somit axial fixiert. Die Einfassung kann beispielsweise ein geringes axiales Spiel der Ampulle 40 zulassen. Bevorzugt ist es jedoch, dass die Einfassung dergestalt ist, dass das axiale Spiel weiter verringert wird. Hierzu weist das distale Ende der Ampullenaufhahme 30 wenigstens eine Abragung, in diesem Fall vier Abragungen 35 auf, die sich in distale Richtung erstrecken und an denen der Verschluss 41, 42, 43, 44 anliegt. Die mindestens eine Abragung 35 kann starr, wie hier gezeigt, oder federnd an der Ampullenhalterung, insbesondere an der Ampullenaufhahme, angeordnet sein. Die federnde Anordnung hat zudem den Vorteil, dass ein axiales Spiel so gut wie nicht mehr vorhanden ist. Die federnde Anordnung kann dadurch erzielt werden, dass proximal der mindestens einen Abragung 35 ein sich in Umfangsrichtung erstreckender Schlitz vorgesehen ist, so dass der sich zwischen Schlitz und Abragung 35 befindliche Steg in Axialrichtung federn kann.

Der Verschluss 41, 42, 43, 44 kann von der distalen Seite her durch eine am inneren Umfang des Befestigungsglieds 20 gebildete Schulter eingefasst werden. Die Schulter kann teilweise oder vollständig über den Umfang umlaufen. Bevorzugt ist eine sich von der inneren Umfangsfläche nach innen erstreckende Abragung 28 vorgesehen, entweder alternativ oder zusätzlich zu der Schulter und kann als Einfassung für den Verschluss 41, 42, 43, 44 dienen. Die Abragung 28 weist an ihrer zum Verschluss 41, 42, 43, 44 hinweisenden Seite eine Abragung, insbesondere einen Nocken 27 auf, der gegen die distale Stirnfläche des Verschlusses drückt, insbesondere gegen das Umformteil 44. Durch die punktuelle Belastung des Nockens 27 kann sich ein Teil des Verschlusses, wie z.B. das Umformteil 44 elastisch oder plastisch verformen, wodurch eine sichere, spielarme Einfassung des Verschlusses 41, 42, 43, 44 zwischen der Ampullenaufhahme 30 und dem Befestigungsglied 20 erreicht wird. Der Nocken 27 kann starr oder in Längsrichtung federnd angeordnet sein.

Wie aus den Figuren 5-7 erkennbar ist, weist die Ampullenaufhahme 30 an ihrem äußeren Umfang ein Außengewinde 33 auf, mit dem die Ampullenhalterung in ein Gehäuse 51 der Injektionsvorrichtung 50 (Figur 10) einschraubbar ist, wobei das Gehäuse 51 ein entsprechendes Innengewinde für das Außengewinde 33 der Ampullenhalterung aufweist. Um dem Verwender die intuitive Handhabung der Vorrichtung 50 zu erleichtern, kann an der Ampullenhalterung 20, 30, insbesondere am Umfang der Ampullenaumahme 30 mindestens ein Pfeil angeordnet sein, der in die Drehrichtung zum Abmischen der Vorrichtung weist. Bevorzugt sind eine Vielzahl von Pfeilen über die Länge der Ampullenaufhahme 30 verteilt. Die Pfeile können z.B. aufgedruckt oder vorzugsweise als Erhebungen oder Vertiefungen, die insbesondere bereits bei der Spritzgussformung der Ampullenaufhahme 30 geformt werden, ausgebildet sein. Der mindestens eine Pfeil kann zwischen benachbarten Gewindegängen 33 angeordnet sein.

Die Ampullenhalterung, insbesondere die Ampullenaufhahme 30 weist ferner ein in radiale Richtung federnd gelagertes Rastglied 36 auf. Die Federung wird mittels eines sich in Umfangsrichtung erstreckenden Arms, der an der Ampullenhalterung 30 gebildet ist und an dem das Rastglied 36 gebildet ist, bewirkt. Die Funktion dieses Rastglieds 36, insbesondere Nockens, wird später mit Bezug auf Figur 10 beschrieben.

Das Befestigungsglied 20 weist ferner ein ein- oder mehrgängiges Gewinde, in diesem Beispiel in der Gestalt von zwei Gewindeabschnitten 21 auf, die es ermöglichen, dass die Nadeleinheit 100 mit dem auf dem Befestigungsabschnitt 13 befindlichen Außengewinde auf die Injektionsvorrichtung aufgeschraubt werden kann. Durch die Axialbewegung des Fortsatzes 2 beim Aufschrauben durchsticht die Spitze des Fortsatzes 2 das Septum 41. Das für das Aufschrauben erforderliche Drehmoment wird über die Verpackungshülse 15 oder das Gehäuse 14 aufgebracht. Nachdem die Nadeleinheit 100 vollständig aufgeschraubt ist, nimmt sie die in Figur 8 gezeigte Position ein. Die Öffnungen hier befinden sich nun innerhalb der Ampulle 40, so dass das distale Ende der Injektionsnadel 3 fluidisch mit dem Innern der Ampulle 40 verbunden ist. Ein distaler Abschnitt des Befestigungsglieds 20 befindet sich nun im Ringspalt zwischen dem Befestigungsabschnitt 13 und dem Gehäuse 14.

Sofern die Einheit 1, 2, 3 relativ zum Befestigungsabschnitt 13 drehbar angeordnet ist, besteht die Möglichkeit, dass der Fortsatz mit einer reinen Axialbewegung in das Septum 41 einsticht. Dies kann Vorteile hinsichtlich der Abdichtung zwischen Septum und Fortsatz ergeben. Bei einer relativ zum Befestigungsabschnitt 13 drehfest angeordneten Einheit 1, 2, 3 wird das Septum vom Fortsatz 2 mittels einer kombinierten Dreh- und Axialbewegung durchstochen, was Vorteile bietet hinsichtlich des für das Aufschrauben benötigten Drehmoments.

Wie aus den Figuren 5 und 9 erkennbar ist, weisen das Befestigungsglied 20 einen in Umfangsrichtung wirkenden Anschlag 26 und der Befestigungsabschnitt 13 einen ebenfalls in Umfangsrichtung wirkenden Anschlag 13a auf. Es können auch mehrere, wie in diesem Beispiel zwei solche Anschläge jeweils am Befestigungsglied 20 als auch am Befestigungsabschnitt 13 angeordnet sein.

Die Anschläge 26 und 13a bilden ein Anschlagpaar und sind so positioniert, dass sie in der vollständig aufgeschraubten Position der Nadeleinheit 100 (Figur 8) in einen Drehanschlag geraten, wodurch ein Weiterdrehen auf eine sichere Weise verhindert wird. Der Anschlag 13a ist am proximalen Ende des Befestigungsabschnitts 13 gebildet. Der Anschlag 26 ist an der Abragung 28 des Befestigungsglieds 20 gebildet. Optional könnte auch ein Axialanschlag statt eines Drehanschlags vorgesehen sein, wobei der Drehanschlag gegenüber einem Axialanschlag den Vorteil hat, dass die in Anschlag geratenen Teile weniger belastet werden. Denn durch die von der Gewindesteigung erzeugte Übersetzung ist mit einem bestimmten Drehmoment in Axialrichtung eine deutlich höhere Kraft erzielbar als in Umfangsrichtung.

Insbesondere kann das Befestigungsglied 20 eine oder mehrere Abragungen 24 oder 25 aufweisen, die kurz vor dem Erreichen des Drehanschlags mit der Nadeleinheit 100 verrasten, so dass eine Rückdrehung der Nadeleinheit 100 in entgegen gesetzte Richtung nur mit einem erhöhten Drehmoment oder gar nicht, d.h. nur durch Zerstörung eines Bauteils oder eines Teils eines Bauteils möglich ist. Alternativ können statt Abragungen 24, 25 Ausnehmungen vorgesehen sein, die dem gleichen Zweck dienen. Durch das Verrasten beim Aufschrauben erhält der Verwender zum einen ein taktiles Signal, das ihm anzeigt, dass die Nadeleinheit 100 nun vollständig aufgeschraubt ist. Zum andern verhindert es eine unbeabsichtigte Rückdrehung, so dass die Gefahr einer Fehlanwendung verringert werden kann. Sofern als Rückdrehsicherung Ausnehmungen oder Nocken 24 vorgesehen sind, greifen diese in das Gehäuse 14 der Nadeleinheit 100 ein, insbesondere in dessen im Ringspalt gebildete Stirnseite. Die Stirnseite kann hierzu mindestens eine Abragung, wie z.B. Rippen oder einen Nocken oder eine Ausnehmung aufweisen, die kurz vor oder beim Erreichen des Drehanschlags überfahren wird.

Alternativ oder zusätzlich kann eine Abragung 25 in der Gestalt eines in distale Richtung ragenden Nockens vorgesehen sein, der kurz vor oder beim Erreichen des Drehanschlags eine Abragung 13b, insbesondere einen Nocken, überfährt. Die Abragung 13b ist an der proximalen Stirnseite des Befestigungsabschnitts 13 und in Umfangsrichtung versetzt vor dem Anschlag 13a angeordnet. Der Abstand zwischen der Abragung 13b und dem Anschlag 13a kann insbesondere in etwa der in Umfangsrichtung gemessenen Breite der Abragung 25 entsprechen, wodurch erreicht wird, dass der Nocken 25 in einem vollständig aufgeschraubten Zustand zwischen dem Anschlag 13a und der Abragung 13b gehalten ist.

Eine Abragung 13b, die eine Schraubbewegung entgegen der Aufschraubrichtung zulässt, kann in Umfangrichtung beidseits abgeflachte Flanken aufweisen. Eine Abragung 13b, die verhindern soll, dass eine Drehung entgegen der Aufschraubrichtung möglich ist, kann beispielsweise die Form eines Sägezahns aufweisen, der ein Überfahren der Abragung 13b erlaubt aber eine Rückdrehung durch die steile Fläche des Sägezahns verhindert. Gleiches gilt selbstverständlich für die Verrastung der Ausnehmungen oder Abragungen 24 mit den Ausnehmungen oder Abragungen an dem Gehäuse 14.

Die Abragung 13b ist auf der als schraubenförmige Bahn ausgestalteten Stirnseite des Befestigungsabschnitts angeordnet. Die Schraubenform weist in etwa die Steigung des Gewindes des Befestigungsabschnitts 13 auf.

Eine bevorzugte Ausfuhrungsform einer Injektionsvorrichtung bei der die beschriebene Erfindung Anwendung finden kann, ist in Figur 10 gezeigt. Bei der Vorrichtung handelt es sich um eine Abmisch- und Ausschüttvorrichtung 50, die im Folgenden der Einfachheit halber nur als Inj ektions Vorrichtung bezeichnet wird. Die Inj ektions Vorrichtung 50 weist ein Gehäuse 51 auf mit einem Innengewinde, in welches die in Figur 7 gezeigte Ampullenhalterung 20, 30, welche ein Außengewinde 33 aufweist, einschraubbar ist. Innerhalb des hülsenfδrmigen Gehäuses 51 ist eine Kolbenstange 52 angeordnet, die mit einem Injektionsknopf 58 verbunden ist. Der Injektionsknopf 58 ist in einem Ausgangszustand der Injektionsvorrichtung 50, d.h. vor einer Abmischung der Produktbestandteile der Zweikammerampulle 40 auf seiner axialen Länge insbesondere vollständig von dem Gehäuse 51 umgeben. An dem Gehäuse 51 sind zwei radial nach aussen weisende Flügel 57 angeordnet. Durch, die plättchenfδrmigen Flügel wird dem Verwender der Vorrichtung das Halten und das Aufbringen eines notwendigen Drehmoments beim Abmischen erleichtert. Die Flügel 57 dienen somit als Greifhilfe und verbessern vorzugsweise im Zusammenspiel mit einem Greifabschnitt 29 die intuitiv richtige Handhabung. Die Flügel 57 befinden sich am proximalen Ende der Vorrichtung 50.

Die Injektionsvorrichtung kann in einer bevorzugten Ausführungsform eine äußere Hülse 29, die als Greifabschnitt dient, aufweisen, die der Verwender der Vorrichtung 50 mit einer Hand umgreifen kann, während er mit der anderen Hand an den Flügeln 57 das Gehäuse 51 auf die Ampullenhalterung, insbesondere in den zwischen der äußeren Hülse 29 und der Ampullenhalterung 30 gebildeten Ringspalt schraubt. Hierdurch wird der Vorteil erzielt, dass Patienten, die über eingeschränkte motorische Fähigkeiten verfügen, ein sicheres Abmischen der Produktbestandteile erlaubt wird. Am Ende der Abmischsequenz und gegebenenfalls einer Primesequenz geraten der am proximalen Ende der äußeren Hülse 29 gebildete Anschlag 29a und der vom Gehäuse 51 im Bereich des distalen Endes gebildete Anschlag 54a in einen Dreh- oder Axialanschlag, so dass dem Benutzer z.B. hierdurch angezeigt wird, dass der Abmischvorgang und Primevorgang beendet sind.

In einer alternativen, ebenfalls bevorzugten Ausführung kommt die Injektionsvorrichtung 50 ohne die äußere Hülse 29 aus. Der Verwender der Injektionsvorrichtung kann zur Aufbringung des Drehmoments die Verpackungshülse 15 oder das Gehäuse 14 mit der einen Hand und mit der anderen Hand das Gehäuse 5] oder gegebenenfalls daran befestigte Flügel 57 umgreifen. Die Abmischung funktioniert analog zur Ausführung mit einem hülsenförmigen Greifabschnitt 29, wobei das Ende des Abmischvorgangs z.B. durch den Dreh- oder Axialanschlag des distalen Endes des Gehäuses 51 an den in Figur 5 mit dem Bezugszeichen 31 bezeichneten ringförmig umlaufenden Kragen der Ampullenhalterung 20, 30 angezeigt wird. Diese Variante ist auch bei der Ausführung mit einer äußeren Hülse 29 möglich. Aufgrund der Drehanschläge 26, 13a zwischen Nadeleinheit 100 und Ampullenhalterung 20, 30 kann eine Überlastung der am Anschlag beteiligten Bauteile sicher verhindert werden, auch wenn das Drehmoment zum Abmischen über die Nadeleinheit 100 läuft.

Für beide Ausfuhrungsformen einer Injektionsvorrichtung 50 gilt, dass beim Ineinanderschrauben der Ampullenaufhahme 30 und des Gehäuses 51 beim Abmischen der Produktbestandteile die Kolbenstange 52 in einen Anschlag mit dem Kolben 46 gerät, wodurch sich das Gehäuse 51 relativ zu der Kolbenstange 52 in distale Richtung bewegt. Die Kolbenstange 52 bleibt hierbei axial fest relativ zur Ampulle 40 aufgrund der Haftreibung zwischen dem/den Kolben 45, 46 und der Ampullenwand. Die Kolbenstange 52 weist eine Aussparung auf, an deren distalen Ende 53 ein Anschlag 53 gebildet ist. Während des Einschraubens bewegt sich der von dem Gehäuse 51 gebildete Axialanschlag 56 in Richtung Anschlag 53. Der Injektionsknopf 58 tritt bei dieser Bewegung proximal aus dem Gehäuse 51 hervor. Sobald der Anschlag 56 an den Anschlag 53 anstößt, wird die Kolbenstange 52 mitgenommen, so dass die Kolbenstange 52 die Axialbewegung des Gehäuses 51 in distale Richtung relativ zu der Ampullenhalterung 30 und zur Ampulle 40 mitmacht. Die Kolbenstange 52 kann nun den Kolben 46 in Richtung distal verschieben, wodurch die Abmischsequenz durchgeführt wird, wie weiter oben beschrieben wurde. Am Ende des Abmischens kann das Rastglied 36 in ein Rastelement 54 eingreifen oder dieses überfahren, wodurch dem Verwender das Ende des Abmischvorgangs angezeigt werden kann. Der Verwender schüttelt nun die Vorrichtung 50, so dass sich die Produktbestandteile vermischen. Anschließend kann er die Vorrichtung primen, um eventuell in der Ampulle 40 noch enthaltene Luft aus der Ampulle 40 zu entfernen. Hierzu kann der Verwender die Schraubbewegung des Gehäuses 51 relativ zu der Ampullenhalterung 30 fortsetzen, wobei dann beide Kolben verschoben werden und das Volumen im Produktbehältais verkleinert wird, wodurch die Luft aus dem Produktbehältnis 40 über den FJuidkanal 6, 7, 8, 10 der Nadeleinheit 100 ausgestoßen wird. Am Ende der Primesequenz kann das Rastglied 36 in ein weiteres ebenfalls am inneren Umfang des Gehäuses 51 gebildetes Rastelement 55 einrasten, wodurch dem Verwender das Ende der Primesequenz angezeigt wird. Die Vorrichtung 50 ist nun bereit für eine Produktausschüttung, die nach dem Einstechen der Nadel 3 in eine gewünschte Körperstelle durch Drücken des Injektionsknopfs 58 in distale Richtung relativ zum Gehäuse 51 und zur Ampulle 40 bewirkt wird.

Die Rastelemente 54 und 55 können so gebildet sein, dass bei einer Wechselwirkung, insbesondere beim Überfahren des Rastglieds 36 über die Rastelemente 54 und 55 ein akustisches oder taktiles Signal erzeugt wird. Ferner ist durch eine in Umfangrichtung asymmetrische Ausbildung der Flanken am Rastglied 36 realisierbar, dass nachdem das Rastglied 36 die Rastelemente 54 oder 55 erreicht hat, ein Weiterdrehen in eine der Abmisch-oder Primebewegung entgegengesetzte Richtung nicht mehr möglich ist.

Bei der Ausführungsform mit einer äußeren Hülse 29 kann diese dreh- und axial fest mit der Ampullenaufnahme 30 verbunden sein, wie z.B. durch eine Rastverbindung oder durch eine einteilige Ausbildung mit der Ampullenhalterung 30 oder dem Befestigungsglied 20. Die äußere Hülse 29 kann sich von dem Befestigungsglied 20 soweit in proximale Richtung erstrecken, dass ihr proximales Ende proximal über das proximale Ende der Ampulle 40 und insbesondere auch über das proximale Ende der Produktbehältmsaumahme 30 ragt.

Die in Figur 10 gezeigte Ausführung hat den Vorteil, dass der Verwender der Vorrichtung 50 kein Gewinde sieht, was vor allem bei Menschen, die Technik skeptisch gegenüber stehen, von Vorteil ist. Z.B. kann auf der Außenseite des Gehäuses 51 eine Farbkodierung angegeben sein, aus der zusätzlich optisch ersichtlich ist, ob die Vorrichtung sich beim Abmischen oder beim Primen befindet oder ob die Vorrichtung fertig für eine Produktausschüttung ist. Z.B. kann eine erste Farbe so angeordnet sein, dass sie nach dem erfolgten Abmischen von der ersten Hülse 29 abgedeckt wird. Ferner kann eine zweite, andere Farbe vorgesehen sein, die nach dem Primen unter der zweiten Hülse 29 verschwindet. Beispielsweise kann nun eine dritte Farbe vorgesehen sein, die dem Verwender anzeigt, dass die Vorrichtung nun bereit ist für eine Produktausschüttung. Die äußere Hülse 29 kann z.B. mit einer reibungserhöhenden Struktur zur Verbesserung des Griffs versehen sein, wie z.B. Rippen oder Noppen oder ein reibungserhöhendes Material, wie z.B. eine Gummischicht. Gleiches gilt auch für die Flügel

57.