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1. WO2009047099 - HYDROAGGREGAT FÜR EINE SCHLUPFREGELBARE HYDRAULISCHE FAHRZEUGBREMSANLAGE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Beschreibung

Titel
Hydroaggregat für eine schlupfregelbare hydraulische Fahrzeugbremsanlage

Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem Hydroaggregat für eine schlupfregelbare Fahrzeugbremsanlage entsprechend den gattungsbildenden Merkmalen des Anspruchs 1.

Hydroaggregate für schlupfregelbare Fahrzeugbremsanlagen bestehen aus einem Gehäuseblock und einem elektronischen Steuergerät. Der Gehäuseblock weist eine Vielzahl von Ausnehmungen für hydraulische Bauelemente, wie beispielsweise Magnetventile, Pumpen oder Speicher, auf. Ferner sind am

Gehäuseblock Anschlüsse für die Radbremsen einer Fahrzeugbremsanlage und für einen Hauptbremszylinder einer Fahrzeugbremsanlage ausgebildet.
Bohrungen im Inneren des Gehäuseblocks stellen hydraulische Verbindungen zwischen diesen Aufnahmen her. Die Bauelemente sind üblicherweise in zwei voneinander getrennte Bremskreise miteinander verschaltet. Ein derart ausgebildeter Gehäuseblock ist beispielsweise bekannt aus
der DE 102 37 163 Al.

Das erwähnte elektronische Steuergerät wertet Signale aus von Sensoren an den Rädern des Fahrzeugs, welche die jeweils vorherrschenden
Schlupfverhältnisse erfassen und von Sensoren am Bremspedal des
Hauptbremszylinders, welche dessen Betätigung und den Umfang dieser Betätigung erfassen. Im Steuergerät werden die eingehenden Signale zu Ansteuersignalen weiterverarbeitet. Mit diesen Ansteuersignalen werden unter anderem die Magnetventile im Gehäuseblock angesteuert um in Abhängigkeit der jeweiligen Schlupfverhältnisse an den Rädern des Fahrzeugs den
Bremsdruck entsprechend zu regeln.

Darüber hinaus ist es bekannt, den Gehäuseblock mit einem einzelnen
Drucksensor zu versehen. Dieser Drucksensor erfasst üblicherweise den Druck an einem der Anschlüsse für den Hauptbremszylinder und liefert dem
Steuergerät damit ein weiteres Signal zur Steuerung einer
Fahrzeugbremsanlage. In der Broschüre „Fahrstabilisierungssysteme" der „Gelben Reihe" der Robert Bosch GmbH, Ausgabe 2004, ist auf Seite 90 in Bild 1 ein in Großserie vertriebenes Hydroaggregat anhand einer Explosionsdarstellung gezeigt. Dieses Hydroaggregat hat einen Drucksensor 9, der abseits einer gedachten Mittelachse durch den Gehäuseblock angeordnet ist.

Nachteilig ist, dass mit einem einzigen Drucksensor keine exakten Rückschlüsse auf die Druckverhältnisse aller hydraulischer Teilbereiche der
Fahrzeugbremsanlage möglich sind. Rechen- oder Schätzmodelle auf Basis des einzigen gemessenen Werts bergen ein Fehlerrisiko, das zwangsläufig die Regelgüte derartiger Fahrzeugbremsanlagen verschlechtert.

Vorteile der Erfindung

Demgegenüber weist ein Hydroaggregat für eine schlupfregelbare hydraulische Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 1 einen Gehäuseblock auf, der mit wenigstens einem zweiten Anschluss für einen zweiten Drucksensor versehen ist. Eine hydraulische Kontaktierung der Drucksensoren erfolgt durch im Inneren des Gehäuseblocks geführte Sacklochbohrungen. Letztere sind verhältnismäßig einfach mit geringem Aufwand herstellbar. Die Außenabmessungen eines Gehäuseblocks verändern sich aufgrund des zusätzlichen Anschlusses allenfalls unwesentlich. Anhand des wenigstens einen zweiten Drucksensors lässt sich ein zweiter druckbeaufschlagter Teilbereich einer Fahrzeugbremsanlage sensieren und damit die Regelgüte der Fahrzeugbremsanlage verbessern. Die
Sacklochbohrungen lassen sich in ihrer Anordnung und in ihrer Längen variieren, wodurch sich unterschiedliche hydraulische Teilbereiche der
Fahrzeugbremsanlage sensieren lassen. Diese Auswahl kann
anwendungsspezifisch erfolgen und kann erst im Verlauf der spanenden Bearbeitung des Gehäuseblocks endgültig festgelegt werden. Die
Drucksensoren sind an einer gemeinsamen Außenseite des Gehäuseblocks angebracht, wobei diese Außenseite auch geeignet ist zur Anbringung des elektronischen Steuergeräts. Dies vereinfacht eine Übertragung der Signale der Drucksensoren zur elektronischen Steuerung.

Selbst die Anordnung eines weiteren zweiten Anschlusses für einen zusätzlichen zweiten Drucksensor ist derart darstellbar, ohne die äußeren Abmessungen des Gehäuseblocks vergrößern zu müssen. Kompakte Abmessungen des
Gehäuseblocks sind für die Hersteller von Kraftfahrzeugen ein wesentliches

Argument, da die in Fahrzeugen zur Verfügung stehenden Einbauräume naturgemäß begrenzt sind.

Weitere Vorteile oder vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen oder aus der nachfolgenden Beschreibung.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung im Detail erläutert. Die einzige Figur zeigt anhand einer perspektivischen Darstellung einen Gehäuseblock eines Hydroaggregats mitsamt seinen Bohrungen und Ausnehmungen in einer bevorzugten Einbaulage.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

Der in der Figur dargestellte Gehäuseblock 10 eines Hydroaggregats besteht aus einem Quader aus Metall, in den durch spanende Bearbeitung eine Vielzahl von Ausnehmungen eingebracht wurden. Diese Ausnehmungen münden jeweils zu einer der Außenseiten des Gehäuseblocks 10 hin aus und enden im Inneren des Gehäuseblocks 10 sacklochförmig. Die verschiedenen Ausnehmungen sind durch horizontal und vertikal geführte Bohrungen im Inneren des Gehäuseblocks 10 hydraulisch miteinander zu Bremskreisen verschaltet.

Die Figur zeigt den Blick auf die Vorderseite eines Gehäuseblocks 10. Diese Vorderseite kann vorgesehen sein, um daran später das elektronische - A -

Steuergerät zu befestigen. An der Vorderseite münden insgesamt zwölf gleichartige kreisrunde Ventilbohrungen 12 aus. Diese Ventilbohrungen 12 sind auf vier, parallel zueinander verlaufende, horizontale Reihen 14, 16, 18 , 20 verteilt, die in unterschiedlichen Höhen angeordnet sind. In die Ventilbohrungen 12 werden in einem nachfolgenden Bestückungsprozess Magnetventile eingesetzt.

Weiterhin sind an der Vorderseite des Quaders hydraulische Anschlüsse 22, 24, 26 zu erkennen. Diese Anschlüsse 22 - 26 befinden sich im unteren Drittel des Gehäuseblocks 10. Ein erster Anschluss 22 ist zwischen den beiden
Ventilbohrungen 12 der vierten Reihe 20 auf einer vertikal durch den
Gehäuseblock 10 verlaufenden Mittelachse 28 angeordnet. Die Anschlüsse 24 und 26 sind gegenüber dem ersten Anschluss 22 erhöht, im Bereich zwischen der dritten Reihe 18 und der vierten Reihe 20 von Ventilbohrungen 12
angeordnet. Diese sogenannten zweiten Anschlüsse 24, 26 sind bezüglich der

Mittelachse 28 seitlich versetzt platziert. Sie befinden sich in etwa fluchtend unterhalb der beiden innenliegenden Ventilbohrungen 12. Alle drei Anschlüsse 22 - 26 bilden die Eckpunkte eines gedachten Dreiecks, so dass zwischen dem ersten Anschluss 22 und jeweils einem der zweiten Anschlüssen 24, 26 ein horizontaler und ein vertikaler Abstand besteht. Die Anschlüsse 22 - 26 werden zu einem späteren Zeitpunkt mit Drucksensoren (nicht gezeigt) bestückt.

An der, der Vorderseite gegenüber liegenden und in der Figur nach hinten weisenden Rückseite des Gehäuseblocks 10 ist ein Antriebsraum 30 zu erkennen, welcher zur Aufnahme eines Pumpenantriebs vorgesehen ist. Dieser

Antriebsraum 30 befindet sich in der Figur oberhalb der beiden zweiten
Anschlüsse 24 und 26 für Drucksensoren, ungefähr auf Höhe der dritten Reihe 18 der Ventilbohrungen 12. Zu beiden Seiten dieses Antriebsraums 30 erstrecken sich Pumpenbohrungen 32, 34. Diese fluchten zueinander und verlaufen in horizontaler Richtung durch den Gehäuseblock 10. Die
Pumpenbohrungen 32, 34 münden zur linken bzw. rechten Außenseite des Gehäuseblocks 10 hin aus und sind vorgesehen zur Aufnahme nicht dargestellter Pumpenelemente, die vom ebenfalls nicht gezeigten Pumpenantrieb zu einer hin-oder hergehenden Hubbewegung angetrieben werden.

Zur Rückseite des Gehäuseblocks 10 münden weiterhin zwei
Hauptbremszylinderanschlüsse 36, 38 aus. Letztere befinden sich unmittelbar unterhalb der Oberseite des Gehäuseblocks 10. Anhand dieser
Hauptbremszylinderanschlüsse 36, 38 wird eine hydraulische
Leitungsverbindung des Hydroaggregats mit einem Hauptbremszylinder zur

Betätigung einer Fahrzeugbremsanlage durch den Fahrer hergestellt.

An der Oberseite des Gehäuseblocks 10 sind nebeneinander liegend, vier Radbremszylinderanschlüsse 40, 42, 44, 46 vorgesehen. Sie dienen zum Anschluss von Bremsleitungen, welche die Radbremsen einer
Fahrzeugbremsanlage mit dem Hydroaggregat verbinden. Die beiden
innenliegenden Radbremszylinderanschlüsse 42 und 44 sind beispielsweise mit den Radbremsen rechts hinten (RR) und links hinten (LR) des Fahrzeugs kontaktiert.

An der zur Oberseite gegenüberliegenden Unterseite des Gehäuseblocks 10 sind schließlich noch zwei Speicherkammern 48 zu erkennen, die jeweils einem der Bremskreise einer Fahrzeugbremsanlage zugeordnet sind.

Bezüglich der Bohrungen im Gehäuseblock 10 zur hydraulischen Verknüpfung der erläuterten Ausnehmungen untereinander wird nachfolgend nur insoweit eingegangen, wie es für das Verständnis der Erfindung erforderlich ist. Diese Bohrungen verlaufen aus fertigungstechnischen Gründen horizontal oder vertikal im Gehäuseblock 10. Nicht explizit erläuterten Bohrungen, deren
funktionsbedingte Platzierung und Ausbildung am Gehäuseblock 10 zählt zum allgemeinen Stand der Technik und soll deshalb nicht beschrieben werden.

Für die Erfindung wesentlich ist unter anderem die nachfolgend erläuterte hydraulische Kontaktierung der Anschlüsse 22 - 26 für die Drucksensoren. Diese erfolgt durch jeweils eine, einem der Anschlüsse 22, 24, 26 zugeordnete
Sacklochbohrung 50, 52, 54. Alle Sacklochbohrungen 50 - 54 verlaufen in einer gemeinsamen Schnittebene durch den Gehäuseblock 10. Die zugeordneten Anschlüsse 22 - 26 für die Drucksensoren befinden sich jeweils in der
Umgebung des innenliegenden geschlossenen Endes einer der
Sacklochbohrungen 50 - 54.

Der auf der vertikalen Mittelachse 28 durch den Gehäuseblock 10 angeordnete erste Anschluss 22 ist durch eine erste, horizontal ausgerichtete und zu der in der Figur linken Außenseite des Gehäuseblocks 10 hin ausmündende erste Sacklochbohrung 50 kontaktiert. Diese erste Sacklochbohrung 50 durchdringt eine Ventilaufnahmebohrung 12 in der untersten, vierten Reihe 20. Diese Ventilbohrung 12 ist zur Aufnahme eines sogenannten Umschaltventils vorgesehen. Umschaltventile haben innerhalb einer Fahrzeugbremsanlage die Funktion, eine bestehende hydraulische Verbindung von einem der
Hauptbremszylinderanschlüsse 36, 38 zu den Radbremsanschlüssen 40 - 46 eines zugeordneten Bremskreises der Fahrzeugbremsanlage zu steuern. Der am ersten Anschluss 22 anzuordnende erste Drucksensor ist demnach in der Lage das am Hauptbremszylinderanschluss 36 vorherrschende Druckniveau zu sensieren.

Im Verlauf der weiteren Montage des Hydroaggregats wird die erste
Sacklochbohrung 50 zur Umgebung hin verschlossen. Dazu wird üblicherweise eine Kugel verwendet, die im Mündungsbereich der Sacklochbohrung 50 in den Gehäuseblock 10 eingepresst wird.

Die beiden zweiten Anschlüsse 24 und 26 für Drucksensoren sind über jeweils eine zweite Sacklochbohrung 52, 54 hydraulisch versorgt. Diese zweiten Sacklochbohrungen 52, 54 verlaufen parallel zueinander in vertikaler Richtung. Sie sind mit beidseitigem Abstand zur Mittelachse 28 des Gehäuseblocks 10 angeordnet und schließen damit einen rechten Winkel W mit der zum ersten

Anschluss 22 führenden ersten Sacklochbohrung 50 ein. Die zweiten
Sacklochbohrungen 52, 54 münden die beiden innenliegenden
Radbremsanschlüsse 42, 44 an der Oberseite des Gehäuseblocks 10 und durchqueren jeweils zwei untereinander angeordnete Ventilbohrungen 12 der ersten Reihe 14 und der zweiten Reihe 16. In der ersten, der Oberseite des

Gehäuseblocks 10 zugewandten Reihe 14 von Ventilbohrungen 12 werden Magnetventile eingebaut, über die in den Radbremsen ein Druckaufbau steuerbar ist, während sich in der darunter liegenden zweiten Reihe 16 diejenigen Magnetventile befinden, über die ein Druckabbau in der
entsprechenden Radbremse erfolgt. Die den zweiten Anschlüssen 24, 26 zugeordneten Drucksensoren erfassen somit die Druckverhältnisse an
Radbremsen die vorzugsweise unterschiedlichen Bremskreisen der
Fahrzeugbremsanlage angehören.

Wie erläutert ist bei der beschriebenen Ausführungsvariante der Erfindung, der erste Anschluss 22 für einen Drucksensor mit dem Anschluss 36 des
Hauptbremszylinders verbunden, während die beiden zweiten Anschlüsse 24, 26 an die Radbremsen unterschiedlicher Bremskreise angeschlossen sind. Diese Kontaktierung ist lediglich beispielhaft. Unter Beibehaltung der Lage der beschriebenen Anschlüsse 22 - 26 für die Drucksensoren lassen sich durch eine

Veränderung der Erstreckungsrichtung, der horizontalen oder der vertikalen Positionierung der Sacklochbohrungen 50 - 54 und/oder durch Variation der Erstreckungslänge dieser Sacklochbohrungen 50 - 54 Druckmittelverbindungen mit anderen hydraulischen Teilbereichen einer Fahrzeugbremsanlage herstellen. So wäre ist es beispielsweise vorstellbar, an wenigstens einen der beiden zweiten Anschlüsse 24, 26 anstelle eines Radbremsanschlusses 40 - 46 den jeweils zweiten Anschluss des Hauptbremszylinders 36 oder 38 anzuschließen. Selbstverständlich müssen auch nicht alle drei Anschlüsse 22, 24, 26 für Drucksensoren vorgesehen werden. Vielfach lässt sich bereits mit einem einzigen zweiten Anschluss 24 oder 26 für einen Drucksensor eine für den

Einsatzfall genügende Verbesserung der Regelgüte einer Fahrzeugbremsanlage erreichen.

Weitere Änderungen oder Ergänzungen am beschriebenen Ausführungsbeispiel sind möglich, ohne vom Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.