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1. WO2009024179 - VERFAHREN ZUM PARAMETRIEREN EINER SCHALTANLAGE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Verfahren zum Parametrieren einer Schaltanlage

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Parametrieren einer Schaltanlagenstation einer elektrischen Schaltanlage und zum Parametrieren von der Schaltanlagenstation zugeordneten Feldgeräten der elektrischen Schaltanlage, wobei bei dem Verfahren Parameter zum Parametrieren der Schaltanlagen-Station und Parameter zum Parametrieren der Feldgeräte erzeugt werden.

Automatisierungssysteme sind im Bereich der Schaltanlagentechnik bekanntermaßen hierarchisch aufgebaut, wobei ein oder mehrere Feldgeräte einer Schaltanlagenstation hierarchisch untergeordnet sind. Die Funktion der Feldgeräte besteht darin, auf der Feldleitebene Informationen, wie z. B. Messwerte oder Messwertmeldungen, die sich auf die elektrische Schaltanlage beziehen, zu erfassen. Betriebsrelevante Infor-mationen werden von den Feldgeräten über ein Kommunikations-netzwerk an die jeweils zugeordnete Schaltanlagenstation weitergeleitet. Die Schaltanlagenstation übernimmt die feldübergreifenden Aufgaben, wie z. B. Automatisierungsfunktionen, Stationsbetrieb, Archivierung und/oder Protokollumsetzung in Richtung einer übergeordneten Netzleitebene. Die genannten

Komponenten, also die Schaltanlagenstation sowie die untergeordneten Feldgeräte, werden bekanntermaßen über Konfigurationssysteme parametriert . Diese Konfigurationssysteme erzeugen Parametersätze zum Parametrieren der Schaltanlagenstation sowie Parametersätze zum Parametrieren der zugeordneten Feldgeräte.

Die genannten Konfigurationssysteme bestehen üblicherweise aus zwei Einheiten, nämlich einem Eingabesystem, das über eine Nutzerschnittstelle eine Parametereingabe ermöglicht, und einem Generier-Verwaltungssystem, das zur Erzeugung und Verwaltung ladbarer Parameterdateien bestimmt ist. Am Ende eines Parametriervorganges stellen die Konfigurationssysteme jeweils den Parametersatz zum Parametrieren der Schaltanlagenstation und die Parametersätze zum Parametrieren der Feldgeräte zur Verfügung. Die Parametersätze werden nachfolgend zu den Feldgeräten und der Schaltanlagenstation übertragen, damit dort die Geräteparametrierung stattfinden kann. Konfi-gurationssysteme der beschriebenen Art werden beispielsweise von der Fa. Siemens AG unter dem Produktnamen
DIGSI/Netzwerkkonfigurator vertrieben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Parametrieren einer Schaltanlagenstation und zum Parametrieren der zugeordneten Feldgeräte anzugeben, bei dem im Falle einer Änderung der Parametrierung einzelner oder mehrerer Geräte der Schaltanlage zuverlässig eine Aktualisierung aller betroffenen Parametrierungen erfolgt und gewährleistet ist, dass stets alle zu parametrierenden Feldgeräte sowie die

Schaltanlagenstation jeweils mit dem aktuellen Parametersatz ausgestattet sind. Insbesondere soll vermieden werden, dass einzelne der Feldgeräte oder die Schaltanlagenstation mit alten Parametersätzen betrieben werden, die nicht mehr zu den aktualisierten Parametersätzen der übrigen Geräte passen.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Verfahren der eingangs angegebenen Art erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in Unteransprüchen angegeben .

Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Gemeinschaftsparametersatz generiert wird, aus dem sowohl ein die Funktionsweise der Schaltanlagenstation festlegender Stationsparametersatz als auch für jedes Feldgerät jeweils ein Feldgeräteparametersatz extrahierbar ist, der Gemeinschaftsparametersatz in einem Kommunikationsnetzwerk allen daran an-geschlossenen Feldgeräten zur Verfügung gestellt wird und jedes Feldgerät den zugehörigen Feldgeräteparametersatz aus dem Gemeinschaftsparametersatz über das Kommunikationsnetzwerk extrahiert und sich gemäß dem extrahierten Feldgeräteparame-tersatz parametriert .

Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass bei diesem nicht separate Parametersätze zum Parametrieren der Schaltanlagenstation und separate Parametersätze zum Parametrieren der Feldgeräte erzeugt werden, sondern stattdessen ein einziger, einheitlicher Gemeinschaftsparametersatz, in dem alle für eine Parametrierung erforderlichen Daten enthalten sind. Durch den Gemeinschaftsparametersatz wird - im Unterschied zu dem eingangs erläuterten vorbekannten Verfahren - sichergestellt, dass alle Geräte stets mit dem aktuellen Parametersatz betrieben werden, da alle Geräte zu jedem Zeitpunkt auf ein und denselben Gemeinschaftsparametersatz zurückgreifen. Es ist somit bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht möglich, dass Geräte, aus welchen Gründen auch immer, auf unterschiedlich aktuelle Ein-zelparametersätze zurückgreifen können.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass die Feldgeräte ihren jeweils zugehörigen Feldgeräteparametersatz durch eine Extraktion aus dem Gemeinschaftsparametersatz gewinnen können; durch diese Vorgehensweise wird erreicht, dass die Feldgeräte nur diejenigen Daten über das Kommunikationsnetzwerk erfragen müssen, die für das jeweilige Gerät relevant und für die jeweilige Parametrierung erforderlich sind; irrelevante Datensätze müssen also nicht übertragen werden.

Aufgrund des Vorhandenseins eines Gemeinschaftsparametersat-zes ist es darüber hinaus möglich, Komponenten einer hierarchisch untergeordneten Ebene für Aufgaben einer übergeordneten Hierarchieebene einzusetzen. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist demgemäß vorgesehen, dass die Funktion der Schaltanlagenstation durch eines der Feldge-rate oder durch mehrere Feldgeräte gemeinsam wahrgenommen wird. Ein solches Verteilen der Schaltanlagenstationsfunktion auf eines oder mehrere Feldgeräte ist in vorteilhafter Weise möglich, weil in dem Gemeinschaftsparametersatz auch alle für den Betrieb der Schaltanlagenstation erforderlichen Daten enthalten sind, so dass durch eine entsprechende Extraktion der Parameter durch die Feldgeräte, sofern sie mit entsprechend geeigneter Hardware ausgestattet sind, auch die Feldgeräte die Funktionalität einer „virtuellen" Schaltanlagenstation übernehmen können.

Bevorzugt wird der Gemeinschaftsparametersatz mit einem Konfigurationssystem erzeugt, das an das Kommunikationsnetzwerk angeschlossen ist. Eine solche Ausgestaltung ermöglicht es beispielsweise, den erzeugten Gemeinschaftsparametersatz un-mittelbar in das Kommunikationsnetzwerk einzuspeisen und den an das Kommunikationsnetzwerk angeschlossenen Feldgeräten sowie - sofern vorhanden - der Schaltanlagenstation zeitnah zur Verfügung zu stellen.

Besonders bevorzugt wird das Kommunikationsnetzwerk mit einer Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur betrieben. Eine Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur ermöglicht es nämlich in vorteilhafter Weise, eine Aktualisierung der Parameter der Feldgeräte sowie der Parameter der Schaltanlagenstation zeitgleich auto- matisch anzustoßen, so dass die Aktualisierung der Parametersätze quasi parallel abläuft. Die Schaltanlage steht somit im Falle einer Parameteraktualisierung relativ zügig wieder für den normalen Betrieb zur Verfügung.

Vorzugsweise wird der Gemeinschaftsparametersatz innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur redundant gespeichert, um einen Datenverlust zu vermeiden.

Der Gemeinschaftsparametersatz kann innerhalb der Peer-to- Peer-Netzwerkarchitektur beispielsweise in einem Zentralgerät der Schaltanlagenstation gespeichert sein. Ist der Gemeinschaftsparametersatz in der Schaltanlagenstation gespeichert, so können die Feldgeräte diesen beispielsweise komplett oder in Teilen von der Schaltanlagenstation laden, ihren zugehörigen Feldgeräteparametersatz aus dem geladenen Gemeinschaftsparametersatz gewinnen und sich gemäß dem gewonnenen Feldge-räteparametersatz parametrieren.

Alternativ kann der Gemeinschaftsparametersatz innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur auch in einem Feldgerät gespeichert sein. Bei dieser Ausgestaltung können die übrigen Feldgeräte den Gemeinschaftsparametersatz vollständig oder in Teilen laden, den zugehörigen Feldgeräteparametersatz aus dem komplett oder in Teilen geladenen Gemeinschaftsparametersatz gewinnen und sich gemäß dem gewonnenen Feldgeräteparametersatz parametrieren.

Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der Gemein-schaftsparametersatz nicht in einer einzigen Komponente, sondern innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur verteilt gespeichert wird. Im Falle einer verteilten Abspeicherung kann nämlich mit einer noch größeren Sicherheit ein Datendiebstahl durch unbefugte Dritte vermieden werden; denn zum Stehlen des Gemeinschaftsparametersatzes muss in diesem Fall nicht nur die Sicherung eines der Speichergeräte (z. B. Feldgerät oder Schaltanlagenstation) der Peer-to-Peer-Netzwerkar-chitektur, sondern die Sicherung in jedem der an der Speiche-rung beteiligten Speichergeräte der Peer-to-Peer-Netzwerkar-chitektur überwunden werden.

Im Falle einer verteilten Speicherung des Gemeinschaftsparametersatzes innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Feldgeräte den zugehörigen Feldgeräteparametersatz aus dem verteilt gespeicherten Gemeinschaftsparametersatz über das Kommunikations-netzwerk extrahieren und sich gemäß dem extrahierten Feldgeräteparametersatz parametrieren.

Im Hinblick auf eine möglichst kostengünstige Durchführung des Verfahrens wird es darüber hinaus als vorteilhaft angesehen, wenn die Hardware der Feldgeräte für die Abspeicherung des Gemeinschaftsparametersatzes verwendet wird und die ver-teilte Abspeicherung des Gemeinschaftsparametersatzes innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur auf mindestens zwei Feldgeräte verteilt wird. Die Feldgeräte üben bei dieser Ausgestaltung des Verfahrens also eine Doppelfunktion auf: Zum einen stellen sie gemeinsam mit anderen Feldgeräten ein ver-teiltes Abspeichern des Gemeinschaftsparametersatzes zur Verfügung, und zum anderen übernehmen sie die für Feldgeräte übliche Feldgerätefunktion, wie sie eingangs beschrieben worden ist.

Alternativ zu einer Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur kann auch eine Server-Client-Netzwerkarchitektur gewählt werden; bei dieser Ausgestaltung werden die Feldgeräte den Gemeinschaftsparametersatz vorzugsweise unter Nutzung von Server-Client-Verbindungen laden. Auch bei der Verwendung einer Ser- ver-Client-Netzwerkstruktur wird es als vorteilhaft angesehen, wenn der Gemeinschaftsparametersatz redundant gespeichert wird.

Der Gemeinschaftsparametersatz kann innerhalb einer solchen Server-Client -Netzwerkarchitektur in einem Zentralgerät der Schaltanlagenstation oder alternativ in einem Feldgerät gespeichert sein.

Die Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Anordnung mit einer Schaltanlagenstation, Feldgeräten und einem Konfigurationssystem zum Parametrieren der Schaltanlagenstation und zum Parametrieren der Feldgeräte .

Erfindungsgemäß ist bei einer solchen Anordnung vorgesehen, dass das Konfigurationssystem geeignet ist, einen Gemeinschaftsparametersatz zu generieren, aus dem sowohl ein die Funktionsweise der Schaltanlagenstation festlegender Stationsparametersatz als auch für jedes Feldgerät jeweils ein Feldgeräteparametersatz extrahierbar ist, und in einem die Feldgeräte verbindenden Kommunikationsnetzwerk der jeweils aktuelle Gemeinschaftsparametersatz allen Feldgeräten zumindest zur Extraktion des eigenen Feldgeräteparametersatzes zur Verfügung steht .

Bezüglich der Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verwiesen, da die Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung denen des erfindungsgemäßen Verfahrens im Wesentlichen entsprechen.

Vorzugsweise ist die Schaltanlagenstation durch eines oder mehrere Feldgeräte gemeinsam gebildet, wobei das oder die Feldgeräte geeignet sind, aus dem Gemeinschaftsparametersatz den Stationsparametersatz zu extrahieren.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie-len näher erläutert; dabei zeigen beispielhaft

Figur 1 eine Anordnung, die zum besseren Verständnisses des technischen Hintergrunds erläutert wird,

Figur 2 ein erstes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, anhand derer beispielhaft ein erstes Ausführungsbeispiel für das erfindungsgemäße Verfahren erläutert wird,

Figur 3 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der eine Speicherung des
Gemeinschaftsparametersatzes in einer Schaltanlagenstation erfolgt,

Figur 4 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der eine Speicherung des
Gemeinschaftsparametersatzes in einem Feldgerät erfolgt,

Figur 5 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der eine Speicherung des
Gemeinschaftsparametersatzes verteilt auf zwei
Feldgeräte erfolgt,

Figur 6 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der zwei Feldgeräte funktional eine hardwaremäßig fehlende Schaltanlagenstation nachbilden, und Figur 7 ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der ein einziges Feldgerät
funktional eine hardwaremäßig fehlende Schaltanlagenstation nachbildet.

In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten stets dieselben Bezugszeichen verwendet .

In der Figur 1 erkennt man - zur allgemeinen Erläuterung -eine Anordnung mit einer elektrischen Schaltanlage 10, mit der drei Feldgeräte 20, 30 und 40 elektrisch in Verbindung stehen. Die Aufgabe der Feldgeräte 20, 30 und 40 besteht darin, Informationen, die die elektrische Anlage 10 betref-fen, zu erfassen und auszuwerten. Bei den Feldgeräten 20, 30 und 40 kann es sich beispielsweise um Schutzgeräte handeln, die im Falle eines Fehlers Teile der elektrischen Schaltanlage 10 ausschalten.

Darüber hinaus haben die Feldgeräte 20, 30 und 40 die Aufgabe, betriebsrelevante Informationen an eine hierarchisch übergeordnete Schaltanlagenstation 50 weiterzuleiten. Hierzu dient ein Kommunikationsnetzwerk 60, an das die Feldgeräte 20 30 und 40 sowie auch die Schaltanlagenstation 50 angeschlos-sen sind.

In der Figur 1 ist darüber hinaus ein Konfigurationssystem 70 dargestellt, das zum Parametrieren der Schaltanlagenstation 50 sowie der drei Feldgeräte 20, 30 und 40 dient. Das Konfi-gurationssystem 70 weist unter anderem ein nicht weiter dargestelltes Eingabesystem zur nutzerseitigen Parametereingabe sowie ein Generier- und Verwaltungssystem auf, mit dem Parametersätze A, B, C und D zum Parametrieren der Schaltanlagenstation 50 sowie der Feldgeräte 20, 30 und 40 erzeugt werden.

Die Parametersätze zum Konfigurieren der Feldgeräte 20, 30 und 40 sind mit den Bezugszeichen A, B und C und der Parametersatz zum Konfigurieren der Schaltanlagenstation 50 mit dem Bezugszeichen D gekennzeichnet .

Die Anordnung gemäß Figur 1 wird zum Parametrieren der
Schaltanlagenstation 50 sowie der drei Feldgeräte 20, 30 und 40 beispielsweise wie folgt betrieben:

Mit dem Konfigurationssystem 70 werden unter Verwendung des erwähnten Generier- und Verwaltungssystems die vier Parametersätze A, B, C und D erzeugt und als separate Dateien bzw. Datensätzen an die Schaltanlagenstation 50 sowie an die drei Feldgeräte 20, 30 und 40 übertragen, und zwar der Parameter-satz D zur Schaltanlagenstation 50 und die Parametersätze A, B und C zu den drei Feldgeräten 20, 30 und 40.

Problematisch bei dem Parametrierungsverfahren gemäß der Figur 1 ist nun, dass im Falle einer Aktualisierung der Parame-tersätze A, B, C und D nicht sichergestellt ist, dass tatsächlich alle an die elektrische Schaltanlage 10 angeschlossenen Komponenten stets den aktuellen Parametersatz verwenden, beispielsweise dann, wenn die Übertragung eines der Parametersätze A, B, C oder D unterbleibt oder fehlschlägt. So ist es beispielsweise denkbar, dass eines der Feldgeräte, beispielsweise das Feldgerät 20, einen veralteten Parametersatz A weiterverwendet, obwohl die übrigen Geräte, also die beiden Feldgeräte 30 und 40 sowie die Schaltanlagenstation 50, schon aktuelle Parametersätze B', C und D' verwenden.

In der Figur 2 ist ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung gezeigt, anhand derer das erfindungsgemäße Verfahren beispielhaft erläutert wird.

In der Figur 2 erkennt man, dass das Konfigurationssystem 70 im Unterschied zu dem Konfigurationssystem 70 gemäß Figur 1 keine separaten Parametersätze A, B, C und D erzeugt, sondern statt dessen einen Gemeinschaftsparametersatz G, aus dem Pa-rametersätze A, B und C zur Parametrierung der Feldgeräte 20, 30 und 40 sowie ein Parametersatz D zur Parametrierung der Schaltanlagenstation 50 extrahierbar sind. Das Konfigurationssystem 70 erzeugt also keine separaten Dateien, sondern eine einzige einheitliche Datei, in der alle zur Parametrie-rung der an die elektrische Schaltanlage 10 angeschlossenen Komponenten vollständig enthalten sind.

Der Gemeinschaftsparametersatz G wird in dem Kommunikations-netzwerk 60, das vorzugsweise mit einer Peer-to-Peer-Netz-werkarchitektur betrieben wird, zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht es den drei Feldgeräten 20, 30 und 40 sowie der Schaltanlagenstation 50, über das Kommunikationsnetzwerk 60 den jeweils erforderlichen Parametersatz A, B, C oder D aus dem Gemeinschaftsparametersatz G selbst zu extrahieren, um eine Geräteparametrierung durchführen zu können.

Durch den in der Figur 2 gezeigten Gemeinschaftsparametersatz G ist sichergestellt, dass in dem gesamten System ausschließlich Parametersätze zur Verfügung stehen, die aktuell sind und zusammenpassen, so dass stets alle an die elektrische

Schaltanlage 10 angeschlossenen Komponenten mit derselben aktuellen Konfiguration betrieben werden.

Die Abspeicherung des Gemeinschaftsparametersatzes G in dem Kommunikationsnetzwerk 60 kann in beliebiger Weise durchgeführt werden; als vorteilhaft wird es jedoch angesehen, wenn eine Peer-to-Peer-Funktionalität gewährleistet wird.

Eine Peer-to-Peer-Struktur lässt sich beispielsweise erreichen, wenn der Gemeinschaftsparametersatz G in der Schaltanlagenstation 50, beispielsweise in einem Zentralgerät der Schaltanlagenstation 50, abgespeichert wird. Eine solche Aus-führungsform ist beispielhaft in der Figur 3 gezeigt. Bei dieser Ausgestaltung 'der Anordnung werden die drei Feldgeräte 20, 30 und 40 über das Peer-to-Peer-Kommunikationsnetzwerk 60 auf den Gemeinschaftsparametersatz G zugreifen und ihre jeweiligen Parametersätze extrahieren; dies bedeutet, dass bei-spielsweise das Feldgerät 20 den Parametersatz A, das Feldgerät 30 den Parametersatz B und das Feldgerät 40 den Parametersatz C extrahieren wird.

In der Figur 4 ist ein anderes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung gezeigt, anhand derer eine andere erfindungsgemäße Verfahrensvariante beispielhaft erläutert wird. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Gemeinschaftsparametersatz G nicht in der Schaltanlagenstation 50, sondern in dem Feldgerät 20 abgespeichert. Somit werden die übrigen Feldgeräte 30 und 40 sowie die Schaltanlagenstation 50 ihre jeweiligen Parametersätze aus diesem Gemeinschaftsparametersatz G extrahieren: Die Schaltanlagenstation 50 wird also aus dem Gemeinschaftsparametersatz G ihren Parametersatz D und die beiden übrigen Feldgeräte 30 und 40 die Parametersätze B und C extrahieren.

In der Figur 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel für das Abspeichern des Gemeinschaftsparametersatzes G dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Gemeinschaftsparame-tersatz G innerhalb der Peer-to-Peer-Netzwerkarchitektur 60 verteilt abgespeichert, indem ein Teil -Gemeinschaftsparame-tersatz G' mit einzelnen Parametersätzen, beispielsweise mit den Parametersätzen A und B für die beiden Feldgeräte 20 und 30, in dem Feldgerät 40 und ein weiterer Teil-Gemeinschafts- parametersatz G" mit den beiden Paratnetersätzen C und D für das Feldgerät 40 und die Schaltanlagenstation 50 in dem Feldgerät 20 abgespeichert sind.

Bei dieser beispielhaften Ausgestaltung werden die drei Feldgeräte sowie die Schaltanlagenstation 50 jeweils über das Kommunikationsnetzwerk 60 auf den Teil des jeweiligen Teil-Gemeinschaftsparametersatzes G' bzw. G" zugreifen, in dem der für sie relevante Parametersatz enthalten ist. So wird bei-spielsweise das Feldgerät 20 aus dem Teil-Gemeinschaftspara-metersatz G' den Parametersatz A extrahieren und anschließend eine entsprechende Parametrierung durchführen. In entsprechender Weise werden die beiden übrigen Feldgeräte 30 und 40 sowie die Schaltanlagenstation 50 auf die beiden Teil-Gemein-schaftsparametersätze G' und G" zugreifen, um den jeweils relevanten Parametersatz erhalten zu können.

Ein vorteilhafter Aspekt der in der Figur 5 gezeigten verteilten Abspeicherung des Gemeinschaftsparametersatzes G im Kommunikationsnetzwerk 60 besteht darin, dass keines der Geräte 20, 30, 40 oder 50 in der Lage ist, den kompletten Gemeinschaftsparametersatz G zu kopieren oder zu stehlen. Ein Datendiebstahl über eines der genannten Geräte 20, 30, 40 und 50 ist daher gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand mög-lieh.

Um ein illegales Kopieren von Teil -Gemeinschaftsparametersät-zen G' oder G" oder des kompletten Gemeinschaftsparametersatzes G noch weiter zu erschweren, wird es darüber hinaus als vorteilhaft angesehen, wenn diese in einer kodierten Form abgespeichert werden; in den Geräten 20, 30, 40 und 50 wird dann vorzugsweise jeweils nur ein Teilschlüssel hinterlegt, der ein Entschlüsseln und Extrahieren des jeweils für das Gerät nötigen Geräteparametersatzes ermöglicht, nicht jedoch ein Kopieren oder Extrahieren von Parametersätzen anderer Geräte.

In der Figur 5 erkennt man außerdem eine Netzleitebene 100, die der Schaltanlagenstation 50 hierarchisch übergeordnet ist. Eine solche Netzleitebene 100 kann im Übrigen auch bei den Anordnungen gemäß den Figuren 1-4 vorhanden sein, selbst wenn diese dort nicht explizit gezeigt ist.

In der Figur 6 ist ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung gezeigt, bei der eine Schaltanlagenstation 50 hardwaremäßig fehlt und diese funktional durch die Feldgeräte 30 und 40 ersetzt ist. Zu diesem Zweck extrahieren die Feldgeräte 30 und 40 auch den Parametersatz D, um die Funktionalität der Schaltanlagenstation 50 gemeinsam nachbilden zu können.

In der Figur 7 ist ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung gezeigt, bei der die Schaltanlagensta-tion 50 funktional allein durch das Feldgerät 30 nachgebildet wird.