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1. (WO2008087223) EXZENTERPRESSE
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Exzenterpresse

Die Erfindung betrifft eine Einhausung zur hermetischen Abriegelung des durch die Ein-hausung gebildeten Raumes von der Umgebung für eine Presse insbesondere zur Herstellung von Tabletten oder dergleichen.

Insbesondere ist die Erfindung für die Anwendung an Pressen mit einem Stempel, so genannten Single-Punch-Pressen gedacht.

Eine derartige Single-Punch-Presse kann auch eine Exzenter-Tablettenpresse sein.

Single-Punch-Pressen sind hinlänglich bekannt. Diese werden beispielsweise in der Pharmaindustrie dazu eingesetzt, um Testreihen für die Tablettenherstellung zu pressen. Ins-besondere kann mit Single-Punch-Pressen eine relativ geringe Wirkstoff menge in unterschiedlichen Presskonstellationen, die durch zum Beispiel Pressdruck, Tablettengröße, Tablettenhöhe, Steghöhe oder dergleichen eingestellt werden, getestet werden.

Üblicherweise besitzen die Single-Punch-Pressen einen Matrizentisch mit einer Matrize, in die ein Unterstempel und ein Oberstempel eingreifen können. Der Unterstempel ist üblicherweise fest ausgebildet, während der Oberstempel zum Beispiel über einen Exzenter angetrieben wird, so dass eine Hubbewegung erfolgt. Diese Hubbewegung führt letztendlich zum Pressen der Tablette in der Matrize. Der allgemeine Aufbau und die allgemeine Wirkungsweise derartiger Exzenterpressen sind hinlänglich bekannt, so dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung hierauf nicht näher eingegangen werden soll.

Übliche Single-Punch-Pressen zeichnen sich dadurch aus, dass diese sehr kompakt aufgebaut sind. Es ist ein Ständerwerk vorgesehen, an dem die Stempel befestigt sind. Die Matrize ist üblicherweise zwischen den Stempeln angeordnet.

Herkömmliche Single-Punch-Pressen, die zum Beispiel als Exzenterpressen ausgeführt sind, weisen eine Frontplatte auf, an deren einer Seite die Stempel und die Matrize angeordnet sind, wobei die Stempel beweglich sein können, und an deren anderer, der Stempel- und Matrizenseite gegenüberliegenden Seite, die Antriebs-, Verstell-, Getriebe- und Steuerungseinrichtungen und ähnliche zum Betrieb der Presse notwendige Einheiten angeordnet sein können. Dabei ragen zum Beispiel Antriebselemente für die Stempel und gegebenenfalls auch für einen Füllschuh durch die Frontplatte hindurch.

Bei den bekannten Single-Punch-Pressen ist es nachteilig, dass diese nur sehr bedingt zum Verpressen von Pressmassen mit kritischen Bestandteilen, beispielsweise toxischen Bestandteilen, hochreaktiven Bestandteilen oder dergleichen, genutzt werden können, da die Pressung an der Atmosphäre stattfindet und demzufolge toxische Bestandteile aus dem Pressbereich in die Umgebung der Presse gelangen können. Ein weiterer Nachteil ist dadurch bedingt, dass die Presse mit den eigentlichen Presswerkzeugen, nämlich Unterstempel und Oberstempel sowie Matrizentisch und den hierzu erforderlichen Antriebseinrichtungen, Halteeinrichtungen, Steuerungseinrichtungen und dergleichen eine kompakte Bauform besitzt, so dass alle Teile der Presse in der Nähe des Pressbereiches angeordnet sind, wodurch die Gefahr der Verunreinigung des zu pressenden Substrates mit zum Beispiel Kühl- und Schmierstoffen erhöht wird. Dadurch können unerwünschte chemische Reaktionen mit dem zu verpressenden Substrat hervorgerufen werden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Pressvorgang kostengünstig derart durch Veränderung der Presse zu gestalten, dass selbst bei Verwendung gesundheits-schädigender Stoffe oder auf Verunreinigung empfindlich reagierender Stoffe im Pressvorgang eine einfache Bedienung und kostengünstiger Betrieb der Presse durch Bedienpersonal möglich ist.

Es wird eine Einhausung zur hermetischen Abriegelung des durch die Einhausung gebil-deten Raumes von der Umgebung zur Verfügung gestellt, die vorteilhafterweise für eine

Tablettenpresse verwendet werden kann, welche mindestens eine Matrize zur Substrataufnahme und wenigstens einen Stempel zur Aufbringung der Presskraft auf das Substrat aufweist, wobei die Einhausung derart mit der Tablettenpresse verbindbar ist und an dieser abdichtbar ist, dass im an die Presse montierten Zustand zumindest der unmittelbare Bereich der Tablettenpressung von der die Tablettenpresse umgebenden Atmosphäre und von den restlichen Teilen der Presse hermetisch getrennt ist.

Die erfindungsgemäße Einhausung ist dabei auch für andere Pressen einsetzbar wie zum Beispiel für Waschmitteltab-Pressen oder ähnliche zu pressende Erzeugnisse. Bevorzugt ist dabei an die Verwendung der erfindungsgemäßen Einhausung für eine Exzenter-Tablettenpresse gedacht. Eine solche Presse hat üblicherweise eine Matrize und wenigstens einen Oberstempel, der in die Matrize zum Zweck der Pressung des in der Matrize angeordneten Substrates einfährt und die Pressung vollzieht und somit das Substrat in der Matrize zusammenpresst. In vorteilhaft ausgestalteten Exzenterpressen sind ebenfalls Unterstempel angeordnet, die eine Gegendruckkraft und/oder eine Auswurfbewegung realisieren können. Es ist dabei üblicherweise in einer Exzenterpresse wenigstens der Oberstempel durch einen Exzenter angetrieben. Bei Anordnung eines Unterstempels kann auch dieser Unterstempel durch einen Exzenter angetrieben sein. Jeder der Stempel kann dabei eine Verstelleinrichtung zur Verstellung seines Linear-Hu-bes aufweisen. Außerdem kann die Exzenterpresse wenigstens einen Füllschuh zur Befüllung der Matrize mit dem zu verpressenden Substrat und zum Abtransport bereits ge-presster Tabletten aufweisen. Bei Anordnung eines Füllschuhs umfasst die Exzenterpresse eine Antriebs- und/oder Getriebeeinheit zur Aufbringung der Antriebskraft auf den Füllschuh. Außerdem umfassen Tablettenpressen wenigstens eine Antriebseinrichtung, die üblicherweise eine Verstelleinrichtung der Exzenterbewegung beziehungsweise der Stempelhübe realisieren kann. Außerdem kann die Tablettenpresse eine Steuereinrichtung zur Steuerung der zu realisierenden Bewegungen und Kräfte umfassen.

Üblicherweise weist eine Exzenter-Tablettenpresse eine Frontplatte auf, an deren Vorderseite die Stempel und die Matrize und gegebenenfalls der Füllschuh angeordnet sind und an deren Rückseite, das heißt durch die Wandung der Frontplatte von dem Matrizenbereich getrennt, die Antriebseinrichtung, Verstelleinrichtung und gegebenenfalls Steuereinrichtung sowie kraftübertragende und kraftübersetzende Bauglieder angeordnet sind. Diese Anordnung einer Frontplatte realisiert bis zu einem gewissen Grad eine Abschottung des Pressbereiches vom Antriebsbereich der Presse. Durch die erfindungsgemäße Einhausung wird es allerdings vermieden, dass zum Beispiel in der Presse verwendete Schmierstoffe als Staub beziehungsweise Dampfpartikel um die Frontplatte der Presse herum gelangen können und mit dem zu verpressenden Substrat in Kontakt treten kön-nen. Außerdem wird auch verhindert, dass zum Beispiel nicht erwünschte Substanzen das zu verpressende Substrat verunreinigen beziehungsweise mit diesem ungewollte chemische Reaktionen hervorrufen. Die Teile der Tablettenpresse, die zum Antrieb der Stempel in die Einhausung hineinragen, sind im Übergangsbereich zwischen der Presse und dem Raum der Einhausung, das heißt üblicherweise im Bereich der Frontplatte, ebenfalls abgedichtet.

Durch den Anbau beziehungsweise die Integration der erfindungsgemäßen Einhausung lässt sich eine Exzenterpresse zur Verfügung stellen, die eine so genannte Weiß-Grau-Trennung aufweist. Diese Weiß-Grau-Trennung beinhaltet, dass zwischen dem eigentlichen Pressbereich, der in Kontakt mit dem zu verpressenden Substrat kommt, und allen übrigen Bestandteilen der Presse, wie zum Beispiel der Antrieb, die Steuerungseinrichtung und Verstelleinrichtungen, eine druckdichte und feuchtigkeitsdichte Trennung erfolgt. Somit ist der durch die Einhausung umfasste Raum der so genannte Weißbereich, der gegen die Umgebung abgedichtet ist, und der so genannte Graubereich, der im Wesentlichen hinter der Frontplatte der Exzenterpresse angeordnete Raum, der im Wesentlichen die Antriebs-, Verstell-, Wartungs-und/oder Steuerungseinrichtung umfasst und von außen zugängig bleibt.

Die erfindungsgemäße Einhausung ist in einer Alternative dann vorteilhaft ausgestaltet, wenn sie im Bereich des Anschlusses an die Tablettenpresse offen ist. Das heißt, dass in dieser Ausgestaltung die Einhausung im Wesentlichen quaderförmig ausgestaltet ist, wobei fünf der sechs Seiten des Quaders geschlossen sind und eine Seite offen ist. Bevor-zugt erfolgt der Anschluss der Einhausung dabei in einer Ebene an die Presse. Das heißt, dass bei Existenz einer im Wesentlichen ebenen Frontplatte die Einhausung auf dieser Frontplatte befestigt wird. In diesem Bereich erfolgt auch die Abdichtung zur Presse, um eine hermetische Abriegelung zu realisieren. Die Dichtung kann dabei direkt an der Einhausung befestigt sein, oder an der Presse beziehungsweise an deren Frontplatte ange-ordnet sein, oder es kann sich dabei um eine nach Positionierung der Einhausung an der

Presse separate, nachträglich angebrachte Dichtung handeln. In dieser Ausführung der erfindungsgemäßen Einhausung ist der eingehauste Bereich zu einer Seite durch die Frontplatte definiert, das heißt, dass hier der von der Einhausung umfasste Bereich der Tablettenpressung auch zum Teil die Frontplatte als einen Teil der Presse umfasst. Von den hinter der Frontplatte angeordneten Aggregaten oder Teilen der Presse ist der eingehauste Raum und Pressbereich allerdings vollständig isoliert. Dazu trägt ebenfalls die Abdichtung von durch die Frontplatte hindurchragenden Getriebe- beziehungsweise Antriebselementen bei.

In einer anderen Alternative der erfindungsgemäßen Einhausung weist diese im Wesentlichen eine räumliche und in sich geschlossene Form auf, die an einer Seite abdichtbare Durchtrittsöffnungen für wenigstens einen Stempel oder für Segmente eines Bewegungs-umwandlungsgetriebes, an welchem die Stempel gekoppelt sind und/oder für eine Ver-Stelleinrichtung für die Stempel umfasst. Das heißt, dass in dieser Ausgestaltung die erfindungsgemäße Einhausung ein im Wesentlichen geschlossener hohler Quader ist, der lediglich Öffnungen zur Hindurchführung von Getriebeelementen oder Stempeln oder deren Verstelleinrichtungen aufweist. Die erfindungsgemäße Einhausung ist dabei nicht nur auf die Durchführung von einem Ober- oder Unterstempel beschränkt, sondern es kann auch vorgesehen sein, dass bei Anordnung von einer Mehrzahl von Ober- und Unterstempeln entsprechend viele Hindurchführungen in der Einhausung eingebracht sind.

Das Getriebesegment zum Antrieb eines Stempels kann insbesondere ein Exzenter sein, der mit dem Stempel gekoppelt ist, wobei die Antriebswelle für den Exzenter bis in die Einhausung verlaufen kann und in der Eintrittsöffnung der Einhausung abgedichtet sein kann.

Es lässt sich in einer speziellen Ausführungsform realisieren, dass die Abdichtung direkt an den Stempeln bewirkt wird. Diese Ausführungsform bewirkt eine besonders kleine Bauweise, da hier der eingehauste Raum um die Matrize klein gehalten wird. Die Dichtungen sind dabei an den sich bewegenden Stempeln angeordnet. Dagegen ist in einer Ausgestaltung, in der der Exzenter der Presse ebenfalls im Raum der Einhausung angeordnet ist, die Abdichtung an den in die Einhausung eingeführten anderen Bauelementen angeordnet.

Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass die Einhausung zumindest teilweise aus einem durchsichtigen Material besteht. Die Einhausung kann auch vollständig aus einem durchsichtigen Material sein, was die optische Kontrolle der Pressvorgänge und des Materialflusses erleichtert.

Um trotz hermetischer Abriegelung einen Eingriff in die Pressprozesse beziehungsweise in den Materialfluss vornehmen zu können, kann vorgesehen sein, dass die erfindungsgemäße Einhausung wenigstens eine Handhabungsöffnung aufweist. Selbstverständlich ist auch diese Handhabungsöffnung von außen hermetisch schließbar. Das heißt, um manuelle Operationen im Pressbereich durchführen zu können, muss nicht unbedingt die gesamte Einhausung von der Presse abmontiert werden, sondern es lässt sich auch durch die wesentlich kleinere Handhabungsöffnung manuell oder mit Robotertechnik in den Pressbereich eingreifen.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Einhausung ist dadurch vorgesehen, dass die Einhausung wenigstens eine hermetisch abgedichtete Handschuhdurchführung umfasst. Diese Handschuhdurchführung kann auch innerhalb der bereits erwähnten Handhabungsöffnung vorgesehen sein. Mittels einer solchen so genannten Glove-Box lassen sich mit einem in die Einhausung hineinragenden Handschuh manuelle Operationen hermetisch von der Umgebung abgeschottet durchführen. Das heißt, es muss nicht wie bereits beschrieben eine Handhabungsöffnung geöffnet werden und somit der Pressbereich der Presse der Atmosphäre zugänglich gemacht werden, sondern es lassen sich mit hermetisch abgedichteten Handschuhen auch von außen einfache manuelle Operationen im Pressbereich durchführen.

Um einen konstanten Materialfluss für die Presse zu realisieren kann außerdem vorgesehen sein, dass die Einhausung wenigstens eine Teileschleuse umfasst, die hermetisch abdichtbar ist. Diese dient dazu, Teile oder auch das zu verpressende Substrat oder Werkzeuge in die Einhausung und damit in den Fabrikationsbereich zu transportieren oder auch hergestellte Tabletten oder Substrat-Reste oder Säuberungsmittel aus der Einhausung herauszutransportieren.

Es kann außerdem vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass die erfindungsgemäße Ein-hausung wenigstens einen Gasanschluss aufweist. Vorteilhafterweise sind mehrere Gasanschlüsse angeordnet. Diese Gasanschlüsse können zur hermetischen Abriegelung schließbar sein. Außerdem kann zumindest einer von ihnen einen Filter aufweisen.

Durch diese Gasanschlüsse lassen sich unterschiedliche Gase in unterschiedlichen Druckverhältnissen in die Einhausung einleiten beziehungsweise Gase aus der Einhausung herausleiten.

Diese Gasanschlüsse können derart ausgestaltet sein, dass an ihnen Druckänderungseinrichtungen zur Veränderung des Innendrucks in der Einhausung anschließbar sind.

Dies kann zum Beispiel als Druckänderungselement eine Pumpe zur Unterdruckerzeugung sein, so dass keine in der Einhausung verarbeiteten Substanzen nach außen dringen können, oder es kann eine Pumpe zur Überdruckerzeugung sein, so dass keine Substanzen von außen in die Einhausung und damit in den Bereich der Tablettenfabrika-tion gelangen können. Neben Pumpen können als Druckänderungseinrichtungen oder -elemente auch Ventilatoren, Ventile oder andere, mit Fluiden zusammenwirkende Einrichtungen eingesetzt werden. Die Druckänderungseinrichtungen sind dabei üblicherweise außerhalb der Einhausung angeordnet.

Ein Druckänderungselement wie zum Beispiel eine Pumpe kann dabei auch derart ausgestaltet sein, dass es geeignet ist, Luft zu konditionieren und/oder dauerhaft ein anderes Gas als Luft in die Einhausung zu pumpen. Damit können Pressvorgänge unter einer Schutzgasatmosphäre realisiert werden. Bevorzugt ist eine solche Pumpe gleich mit einem derartigen Gas-Reservoir verbunden.

Um die Säuberung von Pressenbestandteilen oder auch hergestellten Produkten vor Ort unter den durch die Einhausung realisierten hermetisch abgeschotteten Bedingungen zu ermöglichen, kann die erfindungsgemäße Einhausung eine so genannte Wash-in-place-Einrichtung aufweisen. Das heißt, dass innerhalb der Einhausung eine Waschanlage integriert ist.

Eine solche Waschanlage wird vorteilhaft durch eine Auffangeinrichtung oder Sammeleinrichtung ergänzt. Damit können nichtverpresste Reste des Substrates aufgefangen werden und/oder auch die aus dem Säuberungsprozess übrig gebliebenen Substanzen auf-gefangen oder auch durch das zu verpressende Substrat bereitgestellt oder die gepress-ten Tabletten gesammelt beziehungsweise aufgefangen werden. Die gesammelte beziehungsweise aufgefangene Materie lässt sich der Teileschleuse zuführen. Diese Prozesse können automatisch verlaufen, wobei üblicherweise die in der Tablettenpresse angeordnete Steuereinrichtung auch zur Steuerung dieser Prozesse dienen kann. Zu diesem Zweck weist die erfindungsgemäße Einhausung an ihrer Außenseite eine Schnittstelle für die Datenübertragung zwischen den in der Einhausung angeordneten Aggregaten und der Steuereinrichtung der Presse auf.

Es wird erfindungsgemäß außerdem eine Presse zur Herstellung von Tabletten oder ähnlichen aus zu pressenden Bestandteilen hergestellten Produkten zur Verfügung gestellt, wobei diese eine erfindungsgemäße Einhausung umfasst. Das heißt, dass Gegenstand der Erfindung auch eine Tablettenpresse oder ähnliche Presse ist, an die eine bereits beschriebene erfindungsgemäße Einhausung mit ihren möglichen Ausgestaltungen anmontiert ist. Eine solche Tablettenpresse weist bei einer einseitig offenen Einhausung an den Stellen, an denen Pressenelemente durch die Frontplatte der Presse in den von der Einhausung umschlossenen Raum ragen, im Bereich der Frontplatte Dichtungen auf. Der Vorteil der erfindungsgemäßen Presse besteht darin, dass der Pressvorgang unter Rein-raum-Bedingungen ablaufen kann, so dass keine Substanzen in den Umgebungsbereich der Presse gelangen können und somit keine Gefahr für Bedienpersonal besteht. Außerdem wird durch die hermetische Abschottung des Pressbereiches von der Umgebung ein Verlust von wertvollen Substanzen vermieden.

Erfindungsgemäß wird des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung von Tabletten zur Verfügung gestellt, deren Substrat beim Herstellungsprozess gepresst wird, wobei der Pressvorgang in einem von der Umgebung der Presse hermetisch abgedichteten Raum realisiert wird. Dieses Verfahren zur Herstellung von Tabletten weist die bereits oben genannten Vorteile der Vermeidung des Austritts von möglicherweise toxischen Bestandtei-len im zu verpressenden Substrat an die Pressenumgebung und die Verhinderung des Eintritts von Verunreinigungen in das zu verpressende Substrat auf.

Dabei ist vorgesehen, dass die Abdichtung gegen die Umgebung durch eine erfindungsgemäße Einhausung realisiert wird.

Um die Sicherheit gegen Verunreinigungen des zu verpressenden Substrates und dabei gegen die Gefahr ungewollter chemischer Reaktionen des zu verpressenden Substrates zu erhöhen, kann vorgesehen sein, dass beim Pressvorgang ein Gasüberdruck in der erfindungsgemäßen Einhausung herrscht.

Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass zur Vermeidung des Austretens von Substraten aus der Einhausung ein Gasunterdruck in der Einhausung herrscht.

Die Erfindung wird anhand der einzigen beiliegenden Figur näher erläutert. Es zeigt dabei die einzige Figur eine an einer Exzenterpresse angeordnete erfindungsgemäße Einhau-sung in der Ansicht von der Seite.

Die Einhausung 100 ist im Wesentlichen als eine Kastenform dargestellt. In der dargestellten Ausführungsform weist die Einhausung 100 eine offene Seite auf, die aber durch die Frontplatte 210 mittels Dichtungen 300 hermetisch von der Umgebung der Tablettenpresse 200 abgedichtet ist. Die dargestellte Tablettenpresse 200 weist aus der Frontplatte 210 herausragend eine Antriebswelle 251 für den Exzenter 250 auf. Mit dem Exzenter 250 ist der Oberstempel 230 mechanisch gekoppelt. Bei Drehbewegung der Antriebswelle 251 erzeugt der Exzenter 250 eine Linearbewegung, die auf den Oberstempel 230 übertragen wird. Dieser fährt dabei mit Hubbewegungen in die Matrize 220 ein. Die Matrize 220 steht mit einem Unterstempel 240 im Eingriff, der die Gegenkraft gegen die Kraft des Oberstempels 230 aufbringt und zum Auswurf der gepressten Tabletten aus der Matrize 220 dient. Der Oberstempel 230 und der Unterstempel 240 weisen jeweils eine Antriebseinrichtung 270 auf. Außerdem ist jedem der Stempel 230 und 240 eine gesonderte Verstelleinrichtung 260 zugeordnet, die die Verstellung des Linearhubs der Stempel ermöglicht. Zur Steuerung der Hubverstellung beziehungsweise der Antriebsbewegungen weist die Tablettenpresse 200 außerdem eine Steuereinrichtung 280 auf. Die Frontplatte 210 der Tablettenpresse 200 bildet dabei eine glatte Anschlussebene 211 , an der die erfindungsgemäße Einhausung 100 über die Dichtung 300 anschließbar ist. Durch diese Anschlussebene 211 beziehungsweise durch die Frontplatte 210 ragen die Antriebswelle 251 für den Exzenter 250 sowie die Verstelleinrichtungen 260 hindurch. Zu diesem Zweck des Durchtritts der genannten Pressenelemente sind Durchtrittsstellen 212 in der Front-platte 210 realisiert.

Bei Anordnung einer im Wesentlichen in sich geschlossenen Einhausung 100, also einer Einhausung, die im Wesentlichen die Form eines hohlen Quaders aufweist, sind an den Durchtrittsstellen 212 in der Frontplatte 210 ebenfalls Durchtrittsöffnungen in der Einhau-sung 120 angeordnet. Es sind in diesem Falle Dichtungen 300 ebenfalls an diesen Durchtrittsöffnungen zur hermetischen Abschottung des durch die Einhausung 100 umfassten Raumes vorgesehen. Innerhalb des durch die Einhausung gebildeten Raumes 110 sind somit in der in der Figur dargestellten Ausführungsform ein Teil der Antriebswelle 251 , der Oberstempel 230, der Unterstempel 240 und die Matrize 220 als Pressenbauteile ange- ordnet. Dabei weist in der in der Figur dargestellten Ausführungsform der durch die Ein-hausung gebildete Raum 1 10 auch noch eine Handschuhdurchführung 140, eine Teileschleuse 150, eine Wash-in-place-Einrichtung 180 und/oder eine Auffangeinrichtung 190 auf. Die Einrichtungen zur Veränderung des Innendrucks 170 sind dabei üblicherweise außerhalb des durch die Einhausung gebildeten Raumes 110 angeordnet. Diese Einrichtungen zur Veränderung des Innendruckes 170 sind dabei an den an der Einhausung 100 angeordneten Gasanschlüssen 160 angebracht. In der Wandung der Einhausung 100 ist außerdem eine Handhabungsöffnung 130 zum manuellen beziehungsweise robotertechnischen Eingriff in den durch die Einhausung gebildeten Raum 1 10 angeordnet.

Die Erfindung beschränkt sich dabei nicht auf die in der Figur dargestellte Ausführungsform, sondern es kann vorgesehen sein, dass die verwendete Tablettenpresse 200 eine von der dargestellten Anzahl der Stempel abweichende Anzahl von Stempeln aufweist und/oder eine andere konstruktive Ausgestaltung im Bereich der Antriebs- oder Verstell-technik aufweist. Der Kern der Erfindung liegt dabei in der Ausgestaltung und Anordnung beziehungsweise Abdichtung der erfindungsgemäßen Einhausung 100 an der Presse. Es muss auch nicht wie dargestellt vorgesehen sein, dass die Frontplatte 210 als Ebene ausgebildet ist, sondern es kann durchaus auch eine Abstufungen beziehungsweise Wölbungen aufweisende Frontplatte mit der erfindungsgemäßen Einhausung 100, die ent-sprechend ausgestaltet ist, zusammenwirken und im Verbindungsbereich abgedichtet sein.

Bezugszeichenliste

100 Einhausung
110 durch Einhausung gebildeter Raum 120 Durchtrittsöffnung in der Einhausung

130 Handhabungsöffnung
140 Handschuhdurchführung
150 Teileschleuse
160 Gasanschlüsse
170 Druckänderungseinrichtungen

180 Wash-in-place-Einrichtung

200 Tablettenpresse
210 Frontplatte
21 1 Anschlussebene
230 Oberstempel
240 Unterstempel
250 Exzenter
251 Antriebswelle für Exzenter
260 Verstelleinrichtung
270 Antriebseinrichtung
280 Steuereinrichtung

300 Dichtung