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1. WO2007090526 - POLSTER FÜR EINEN KRAFTFAHRZEUGSITZ

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Polster für einen Kraftfahrzeugsitz

Die Erfindung betrifft ein Polster für einen
Kraftfahrzeugsitz der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art .

Ein derartiges Polster ist bereits aus der DE 103 50 146 Al als bekannt zu entnehmen, bei welchem eine Mehrzahl von in Sitzlängs- und/oder Sitzquerrichtung verlaufende Luftkanäle zu einer Kanalanordnung zusammengefasst sind. Diese
Kanalanordnung ist an der Oberseite einer einteilig
gestalteten Polstertragschicht angeordnet und von einer
Deckschicht aus Schaumstoff oder Flies sowie einem
Polsterbezug bedeckt. Die Kanalanordnung wird dabei über eine Vielzahl von Lufteintrittskanälen mit Frischluft versorgt, die etwa senkrecht zur Kanalanordnung die Polstertragschicht durchdringen. Außerdem ist die Kanalanordnung mit
Luftaustrittsöffnungen verbunden, welche ebenfalls innerhalb der Polstertragschicht eingebracht sind. Hierdurch kann innerhalb der Kanalanordnung eine Luftzirkulation erzielt werden, mit der Körperfeuchte eines Sitzinsassen
abtransportiert werden kann. Diese Körperfeuchte gelangt über den Polsterbezug und die Deckschicht aus einem luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Schaumstoff, Flies oder
dergleichen bis zu der Kanalanordnung, wo sie von der noch relativ kalten und trockenen Frischluft aufgenommen wird und mit dem Luftstrom über die Luftaustrittsöffnungen das Polster wieder verlässt . Die Zirkulation der Luft innerhalb der
Kanalanordnung wird dabei vorzugsweise über wenigstens einen Lüfter bewerkstelligt.

Als nachteilig bei diesem bekannten Polster ist der Umstand anzusehen, dass bei verschiedenen Varianten der Sitzbelüftung jeweils eine speziell angepasste - die Kanalanordnung
umfassende - Polstertragschicht verwendet werden muss. Soll beispielsweise eine sogenannte passive Sitzbelüftung
realisiert werden, bei welcher die Luftzirkulation innerhalb der Kanalanordnung alleine aufgrund des sogenannten
Kamineffekts und ohne Lüfter erfolgen soll, so sind die einzelnen Luftkanäle anders anzuordnen als beispielsweise bei einer Variante, bei welcher Lüfter zum Einsatz kommen sollen. Darüber hinaus sind auch unterschiedliche Kanalanordnungen erforderlich, je nachdem, ob der oder die Lüfter im Saugoder Druckbetrieb betrieben werden sollen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Polster für einen Kraftfahrzeugsitz der eingangs genannten Art zu schaffen, mit welchem mehrere Varianten der Sitzbelüftung auf einfachere Weise realisiert werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Sitzpolster mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nicht-trivialen
Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen
Patenansprüchen beschrieben.

Bei dem Polster nach der Erfindung ist die Kanalanordnung innerhalb einer separaten luftführenden Polsterschicht ausgebildet, welche auf eine Tragschicht des Polsters
aufgelegt ist. Hierdurch ist es möglich, für alle Varianten des Polsters eine einheitliche Tragschicht zu verwenden und abhängig von der Art der Sitzbelüftung lediglich die
luftführende Polsterschicht auszutauschen. So kann
beispielsweise durch das Auflegen einer entsprechenden luftführenden Polstersicht zwischen einer passiven
Sitzbelüftung, bei welcher ein Luftstrom die Kanalanordnung ohne die Unterstützung eines oder mehrerer Lüfter
durchströmt, und einer aktiven Sitzbelüftung, bei welcher der die Kanalanordnung durchströmende Luftstrom im Wesentlichen durch eine oder mehrere Lüfte erzeugt wird, auf einfache Weise unterschieden werden. Demgemäß ist es nun mehr nicht mehr nötig, die gesamte Tragschicht des Polsters
auszutauschen. Das Polster kann weitaus besser vorgefestigt und vormontiert werden, so dass abhängig von der Art der Sitzbelüftung lediglich die entsprechende luftführende
Polsterschicht ausgewählt und auf die Tragschicht aufgelegt werden muss .

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung hat es sich zudem als vorteilhaft gezeigt, wenn sich die Luftkanäle der
Kanalanordnung über die gesamte Dicke der luftführenden
Polsterschicht erstrecken. Mit anderen Worten ist die
luftführende Polsterschicht dann als eine Art Gitter
ausgebildet, welches im Bereich der Luftkanäle entsprechende Aussparungen aufweist . Somit bildet die luftführende
Polsterschicht nur die seitlichen Begrenzungen der einzelnen Luftkanäle, während die vordere und hintere Begrenzungswand durch die angrenzende Tragschicht einerseits und
beispielsweise eine Deckschicht andererseits gebildet werden.

Als weiter vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Tragschicht mit einer Aufnahmemulde zu versehen, in welche die
luftführende Polsterschicht eingelegt werden kann. Hierdurch ist auf einfache Weise eine positionssichere Anordnung der luftführenden Polsterschicht sowie der darin integrierten Kanalanordnung gegeben.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist innerhalb der Tragschicht wenigstens ein Lufteintrittskanal eingebracht, über welchen die Kanalanordnung mit Frischluft zu versorgen ist. Dabei ist der wenigstens eine Lufteintrittskanal so angeordnet, dass alle eingesetzten unterschiedlichen
Varianten der luftführenden Polsterschicht bzw. der darin angeordneten Kanalanordnung über den entsprechenden
Lufteintrittskanal mit Frischluft versorgt werden können.

Um die Körperfeuchte des Sitzinsassen besonders zuverlässig abtransportieren zu können und den Sitzinsassen dennoch nicht mit einer unangenehmen Zugluft zu beaufschlagen, ist
vorzugsweise zwischen der luftführenden Polsterschicht und dem Polsterbezug eine Deckschicht angeordnet, welche luft-und feuchtigkeitsdurchlässig ist. Mit anderen Worten soll die Deckschicht so gestaltet sein, dass Körperfeuchte des
Sitzinsassen über den Polsterbezug bzw. über die Deckschicht bis in den Bereich der luftführenden Polsterschicht gelangen kann, wo diese entsprechend durch die Luft gebunden bzw.
absorbiert und im Weiteren aus dem Polster transportiert wird. Dabei soll die Deckschicht so gestaltet sein, dass keine innerhalb der Kanalanordnung zirkulierende Luft
unmittelbar die auf dem Sitzbezug aufliegenden Körperzonen des Sitzinsassen erreichen kann. Hierzu eignet sich
insbesondere ein offenporiger Schaumstoff, der gegebenenfalls von einer Schicht aus einem luftdurchlässigen Flies bedeckt ist.

Eine besonders gleichmäßige Luftverteilung innerhalb des Polsters kann darüber hinaus erreicht werden, wenn die unterhalb der luftführenden Polsterschicht angeordnete Tragschicht aus einem luftdurchlässigen Gummihaar oder dergleichen hergesellt ist. Mit anderen Worten wird die Luft zwar im Wesentlichen innerhalb der Kanalanordnung
transportiert, kann jedoch auch im Bereich der Tragschicht Körperfeuchte des Sitzinsassen aufnehmen. Die aufgenommene Körperfeuchte wird wiederum über die Kanalanordnung
abtransportiert .

Soll eine passive Sitzbelüftung ohne Lüfter erreicht werden, so ist vorzugsweise der Lufteintritt der Kanalanordnung unterhalb des Luftaustritts anzuordnen. Hierbei macht man sich die physikalischen Grundgesetze zunutze, dass die relativ kühle und trockene, eintretende Frischluft im Verlauf des Durchströmens der Kanalanordnung mit Körperfeuchte angereichert und dementsprechend erwärmt wird, wodurch diese bestrebt ist, an einem höher gelegenen Luftaustritt
auszutreten. Insgesamt wird somit ein Kamineffekt innerhalb der Kanalanordnung erreicht, der eine besonders gute
Zirkulation von Luft auch ohne das Vorsehen eines oder mehrerer Lüfter ermöglicht.

Schließlich hat es sich als vorteilhaft gezeigt, den
Lufteintritt gegenüber dem Luftaustritt versetzt anzuordnen. Hierdurch wird gewährleistet, dass die in die luftführende Polsterschicht gelangende Frischluft zunächst die
Kanalanordnung zumindest bereichsweise zur Aufnahme von
Körperfeuchtigkeit durchströmen muss, und nicht unmittelbar vom Lufteintritt zum Luftaustritt gelangen kann.

Weitere Vorteile, Merkmale, und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von drei bevorzugten Ausführungsbeispielen sowie anhand der
Zeichnungen; diese zeigen in:

Fig. Ia, Ib eine schematische Vorderansicht bzw. eine
schematische Schnittansicht entlang der Linie
Ib-Ib in Fig. Ia durch ein Rückenlehnenpolster, bei dem eine luftführende Polsterschicht mit
einer Kanalanordnung in einer Aufnahmemulde
einer darunter angeordneten Tragschicht
einliegt ;

Fig. 2 eine schematische Schnittansicht durch das
Rückenlehnenpolster entlang der Linie II-II in
Fig. 1, wobei insbesondere der Aufbau des
Polsters im Bereich von zwei Lüftern erkennbar
ist ;

Fig. 3 eine schematische Vorderansicht auf ein
Rückenlehnenpolster nach einer zweiten
Ausführungsform, bei der die innerhalb der
Aufnahmemulde der Tragschicht einliegende
luftführende Polsterschicht eine Kanalanordnung umfasst, mit der eine passive Sitzbelüftung ohne
Lüfter zu realisieren ist; und in

Fig. 4 eine schematische Schnittansicht entlang einer
Mittellängsebene eines Sitzpolsters, bei der die
Kanalanordnung über eine Mehrzahl von Lüftern
mit Frischluft versorgt wird.

In den Fig. Ia und Ib ist in einer schematischen
Vorderansicht bzw. einer schematischen Schnittansicht entlang der Linie Ib-Ib in Fig. Ia ein Rückenlehnenpolster für einen Kraftfahrzeugsitz erkennbar, welches im Wesentlichen einen zentralen Spiegelbereich 10 und zwei außenseitig davon angeordnete Seitenwangen 12 umfasst. Der Spiegelbereich 10 ist dabei durch in Längs- bzw. Hochrichtung des Rückenlehnenpolsters verlaufende Abheftungen 14 von den
Seitenwangen 12 unterteilt. Sowohl die Seitenwangen 12 wie auch der Spiegelbereich 10 sind von einem Polsterbezug 16 bezogen, der beispielsweise aus einem perforierten Leder oder einem Textil bestehen kann. In Fig. Ia ist der Spiegelbereich 10 aufgebrochen dargestellt, so dass eine im Weiteren noch näher erläuterte luftführende Polsterschicht 18 erkennbar wird. Insbesondere ist der Polsterbezug 16 sowie eine
darunter angeordnete Deckschicht 20 aufgebrochen dargestellt. Die luftführende Polsterschicht 18 ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel innerhalb einer insbesondere unter
Zusammenschau mit Fig. Ib näher erkennbaren Aufnahmemulde 22 einer Tragschicht 24 einliegend angeordnet. Die Aufnahmemulde 22 ist dabei im hier dargestellten Beispiel etwa rechteckig ausgebildet . Demgemäß weist auch die daran angepasste
luftführende Polsterschicht 18 eine etwa rechteckförmige Außenkontur auf. Im Rahmen der Erfindung als mitumfasst ist es zu betrachten, dass die luftführende Polsterschicht 18 sich auch bis in den Bereich der Seitenwangen 12 erstrecken kann.

Die unterhalb der luftführenden Polsterschicht 18 angeordnete Tragschicht 24 ist hier aus einem luftdurchlässigen Gummihaar gestaltet. Gleichfalls wäre es jedoch auch denkbar, einen Schaumstoff, und insbesondere einen luftdurchlässigen und offenporigen Schaumstoff zu verwenden. Da die Tragschicht 24 luftdurchlässig ausgebildet ist, ist sie nach hinten hin durch eine luftundurchlässige Sperrschicht 26 abgedeckt, mit welcher ein unerwünschter Austritt von Luft über die
Rückseite des Rückenlehnenpolsters vermieden werden kann. Die Sperrschicht 26 liegt - wie aus Fig. Ib erkennbar ist -rückseitig auf einem Polsterträger aus in Querrichtung des Rückenlehnenpolsters verlaufenden Federkern - Stangen 28 auf.

Nach hinten hin ist das Rückenlehnenpolster durch ein
Verkleidungsteil 30 beispielsweise aus Kunststoff oder dergleichen abgedeckt. Innerhalb des Verkleidungsteils 30 sind dabei Lufteinlassöffnungen für im Weiteren noch näher erläuterte Lüfter 32 sowie Luftauslassöffnungen für einen immer weiteren noch näher erläuterten Luftaustritt 34
eingebracht. Die luftführende Polsterschicht 18 umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Kanalanordnung 36 mit vier gleichmäßig breiten, sich in Hochrichtung bzw.
Längsrichtung des Rückenlehnenpolsters erstreckenden
Luftkanälen 38.

Wie insbesondere aus Fig. 2 erkennbar wird, welche in
schematischer Schnittansicht entlang der Linie II-II in Fig. 1 das Rückenlehnenpolster ausschnittsweise im Querschnitt zeigt, erstrecken sich die Luftkanäle 38 über die gesamte Dicke d der luftführenden Polsterschicht 18. Mit anderen Worten ist die luftführende Polsterschicht 18 als eine Art Gitter ausgebildet, welches jeden der Luftkanäle 38
außenumfangsseitig begrenzt. Die Begrenzung der Luftkanäle 38 an der Vorder- und Rückseite wird hingegen durch die flächig davor aufliegende Deckschicht 20 bzw. die flächig dahinter angeordnete Tragschicht 24 bewerkstelligt. Mit anderen Worten werden die in Fig. Ia erkennbaren hinteren Begrenzungswände 40 der Luftkanäle 38 im hier gezeigten Ausführungsbeispiel durch die Tragschicht 24 gebildet. Somit ist die Tragschicht 24 in Fig. Ia sowohl außenseitig der Aufnahmemulde 22 für die luftführende Polsterschicht 18 sowie im Bereich der
Luftkanäle 38 erkennbar.

In der Tragschicht 24 ist ein Lufteintritt 42 mit zwei
Lufteintrittskanälen 44 eingebracht, innerhalb welchen jeweils einer der Lüfter 32 angeordnet ist. Über jeden der Lufteintrittskanäle 44 bzw. der Lüfter 32 werden jeweils ein Paar der Luftkanäle 38 mit Frischluft versorgt. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel arbeiten die Lüfter 32 hierzu im Druckbetrieb, wobei sie Luft aus dem Zwischenraum zwischen der Sperrschicht 26 und Verkleidungsteil 30 ansaugen und in die luftführende Polsterschicht 18 bzw. in die
Luftkanäle 38 einblasen. Die eingeblasene Luftströme gelangen in ihren Hauptstromrichtungen entlang der jeweiligen
Luftkanäle 38 bis 22 zugeordneten Luftaustrittsöffnungen 46 des Luftaustritts 34.

Die luftführende Polstersicht 18 selbst besteht aus einem offenporigen, luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen
retikulierten Schaumstoff, durch welchen ebenfalls ein gewisser Anteil von Luft und Feuchtigkeit gelangen kann.
Ebenfalls aus einem retikulierten Schaum besteht eine
Untersicht 48 der Decksicht 20, welche eine Vielzahl von kleinen Durchgangsöffnungen 50 umfasst . Eine Oberschicht 52 der Decksicht 20 kann beispielsweise ebenfalls aus einem offenporigen, retikulierten Schaumstoff oder aber aus einem luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Vlies bestehen.

Die Belüftung des Rückenlehnenpolsters erfolgt dabei
folgendermaßen :
Über die Lüfter 32 wird relativ kühle und trockene Luft beispielsweise von einer Unterseite des Krafftfahrzeugsitzes angesaugt und via Lufteintrittskanäle 44 in die
Kanalanordnung 36 bzw. die Luftkanäle 38 eingeblasen. Die eingeblasene Luft bewegt sich in einem Hauptstrom zu den Luftaustrittsöffnungen 46. Der gesamte Flächenbereich des Rückenlehnenpolsters wird jedoch dadurch belüftet, dass auch die Tragschicht 24 sowie die die Luftkanäle 38 umgebende luftführende Polstersicht 18 Luft- und
feuchtigkeitsdurchlässig ausgebildet sind. Aus diesem Grund gelangt Luft aus den Luftkanälen 38 in alle Flächenbereiche des Rückenlehnenpolsters. Die relativ trockene und kühle Frischluft nimmt dabei Körperfeuchte des Sitzinsassen auf, welche über den Polsterbezug 16 und die Deckschicht 20 -bestehend aus der Ober- und Unterschicht 52, 48 - in den Bereich der Kanalanordnung 36 bzw. der luftführenden
Polsterschicht 18 gelangt. Der Transport der Körperfeuchte von Polsterbezug 16 zur luftführenden Polsterschicht 18 hin wird dabei durch die Durchgangsöffnungen 50 innerhalb der Unterschicht 48 der Decksicht 20 befördert. Es ist
ersichtlich, dass bei der vorliegenden Belüftung ein
unmittelbarer Austritt der Luft über die Decksicht 20 bzw. dem Polsterbezug 16 vermieden wird. Vielmehr wandert die Körperfeuchtigkeit des Sitzinsassen über den Polsterbezug 16 und die Decksicht 20 in die luftführende Polsterschicht 18, von wo aus sie über die Luftaustrittsöffnungen 46 das
Rückenlehnenpolster verlässt . Insgesamt wird es somit ein für den Sitzinsassen äußerst angenehmer Abtransport der
Körperfeuchtigkeit erzielt, ohne dass dieser mit einer schädlichen und unangenehmen Zugluft beaufschlagt wird.

In Fig. 3 ist in schematischer Vorderansicht ein
Rückenlehnenpolster nach einer weiteren Ausführungsform dargestellt. Das Rückenlehnenpolster unterscheidet sich dabei vom vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel insbesondere durch eine andersartige luftführende Polsterschicht 18 sowie durch ein anderes Sitzbelüftungskonzept. Die luftführende
Polsterschicht 18 umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel drei Luftkanäle 38, welche sich im Wesentlichen in gleicher Richtung wie beim vorherigen Ausführungsbeispiel erstrecken. Im Unterschied dazu ist jedoch vorliegend der Lufteintritt 42 an der Unterseite und der Luftaustritt 34 an der Oberseite innerhalb des Rückenlehnenpolsters vorgesehen bzw. in die Tragsicht 24 eingebracht. Darüber hinaus sind hier keine Lüfter 32 vorgesehen, welche die Zirkulation der Luft innerhalb der Kanalanordnung 36 bzw. innerhalb der Luftkanäle 38 bewerkstelligen. Vielmehr macht man sich vorliegend das als Kamineffekt bekannte physikalische Grundgesetz zunutzte, dass nämlich wärmere Luft nach oben hin aufsteigt. Die über den Lufteintrittskanal 44 in die drei Luftkanäle 38
einströmende, relativ kalte und trockene Frischluft wird dabei im Verlauf des Durchströmens der luftführenden
Polsterschicht 18 durch die Körperfeuchtigkeit des
Sitzinsassen erwärmt. Hierdurch steigt die Luft entlang der Luftkanäle 38 in Richtung des Luftaustritts 34 nach oben hin auf, über welchen sie anschließend das Rückenlehnenpolster wieder verlassen kann. Im gleicher Menge wie Luft über die Luftaustrittsöffnung 46 die luftführende Polsterschicht 18 verlässt, wird entsprechend Frischluft über den Lufteintritt 42 nachgezogen. Somit entsteht alleine aufrund der Erwärmung der Luft innerhalb der Kanalanordnung 36 eine Zirkulation, mit welcher Körperfeuchtigkeit des Sitzinsassen
abtransportiert werden kann. Es ist es ersichtlich, dass die luftführende Polsterschicht 18 die gleichen Abmessungen wie die in Fig. Ia gezeigte umfasst . Demnach kann mittels der vorliegenden luftführenden Polsterschicht 18 auf einfache Weise zwischen einem aktiv belüfteten Sitz mit Lüftern 32 und einem passiv belüfteten ohne Lüfter 32 gewechselt werden. Natürlich weist die Tragschicht 24 bevorzugt einheitliche Lufteintrittskanäle 44 und Luftauftrittsöffnungen 46 auf. In den Fig. Ia und 3 soll demnach nur dargestellt werdenn, dass die Lufteintrittskanäle 44 und die Luftaustrittsöffnungen 46 prinzipiell unterschiedliche Formen aufweisen können.
Bevorzugt ist es jedoch, dass eine einheitliche Tragschicht 22 mit einheitlichen Öffnungen verwendet wird, und dass lediglich die luftführende Polsterschicht 18 ausgetauscht wird.

In Fig. 4 ist schließlich in schematischer Schnittansicht entlang einer Mittelängsebene ein Sitzpolster dargestellt, welches im Wesentlichen identisch zu den Rückenlehnenpolstern ausgebildet ist. Hierbei ist wiederum die Tragschicht 24 oberhalb eines Sitzkissenträgers 54 angeordnet, der
seinerseits an einem nicht gezeigten Sitzuntergestell
abgestützt ist. Die hier dargestellte luftführende
Polsterschicht 18 ist nicht innerhalb einer Aufnahmemulde 22 angeordnet, sondern erstreckt sich vielmehr über die gesamte Länge und Breite des Sitzpolsters. Oberhalb der luftführenden Polsterschicht 18 sind wiederum die Deckschicht 20 sowie der Polsterbezug 16 angeordnet. Sowohl an der Vorder- wie auch an der Rückseite sind Lüfter 32 vorgesehen, über welche Luft in die Luftkanäle 38 geblasen werden kann. Die
Luftaustrittsöffnungen 46 sind unterhalb des Polsterbezugs 16 am vorderen und hinteren Ende des Sitzpolsters angeordnet. Im Rahmen der Erfindung als mitumfassend ist es zu betrachten, dass die Lüfter 32 auch im Saugbetrieb betrieben werden können. In diesem Fall ergibt sich eine unterschiedliche Strömungsrichtung, wobei die Eintrittskanäle 44 dann als Luftaustrittsöffnungen 46 fungieren und umgekehrt. Als im Rahmen der Erfindung weiter mitumfasst ist es zu betrachten, dass die Luftkanäle 38 sich nicht über die gesamte Dicke d der luftführenden Polsterschicht 18 erstrecken müssen.
Gleichfalls wäre es auch denkbar, die Kanäle als eine Art Sacklöcher einzubringen. In diesem Fall würden also nicht nur die Außenumfangsseiten, sondern auch eine Vorder- oder
Rückseite der Luftkanäle 38 durch die luftführende Schicht 18 gebildet werden. Weiter ist aus den Ausführungsbeispielen erkennbar, dass der Lufteintritt 42 stets versetzt gegenüber dem Luftaustritt 34 angeordnet ist, um ein direktes
Überströmen von Luft aus den Lufteintrittskanälen 44 in die Luftaustrittsöffnungen 46 zu vermeiden.