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1. WO2007085508 - VERFAHREN UND SYSTEM ZUR DYNAMISCHEN RESSOURCENZUWEISUNG

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Beschreibung

Titel
Verfahren und System zur dynamischen Ressourcenzuweisung

Stand der Technik

In Kraftfahrzeugen sind serielle Bussysteme vorgesehen, um Datenaustausch zwischen Kommunikationsteilnehmern in Form von elektronischen Komponenten zu ermöglichen. Als Bussystem bezeichnet man die Einheit aus Übertragungsmedium und den daran angeschlossenen Bus-Controllern. Steuergeräte (Electronic Control Units, kurz: ECUs) werden über Bus-Controller an Bussysteme angeschlossen und damit in die Lage versetzt, Daten auf den Bus zu bringen bzw. Daten vom Bus abzuhören.

Um Daten übertragen zu können, müssen die Bus-Controller exklusiven Zugriff auf das Übertragungsmedium erhalten. Zu einem Zeitpunkt kann immer nur ein einziger Bus- Controller Daten auf den Bus bringen. Alle anderen angeschlossenen Bus-Controller müssen in ihrer Übertragung warten, bis die laufende Übertragung abgeschlossen ist.

Um den Medienzugriff der Bus-Controller zu koordinieren, realisieren Bussysteme üblicherweise unterschiedliche Medienzugriffsverfahren (Medium Access Control, kurz:

MAC). Das standardisierte Bussystem FlexRay verwendet beispielsweise ein Medienzugriffsverfahren, das ein festes, zyklisches Zeitraster auf dem Übertragungsmedium etabliert und einzelne Zeitscheiben fest einzelnen Kommunikationsteilnehmern zuordnet. Diese können die ihnen zugeteilte und zyklisch wiederkehrende Zeitscheibe für den Versand ihrer Nachrichten verwenden oder die zugeteilte Zeitscheibe ungenutzt lassen. Das ebenfalls standardisierte Bussystem CAN verwendet ein Medienzugriffsverfahren, das einzelnen Nachrichtentypen fest definierte Prioritäten zuordnet. In Konkurrenz- Situationen erhält jeweils derjenige Kommunikationsteilnehmer Senderecht, dessen Nachricht die höchste Priorität aller konkurrierenden Nachrichten aufweist.

Ein Bussystem ist ein Spezialfall eines Kommunikationssystems. Diese sind ganz allgemein Vorrichtungen zur Unterstützung der Informationsübermittlung.

Technisch ist es möglich - und in Tele-Kommunikationssystemen auch bereits üblich -die Güte der Informationsübermittlung (Quality of Service, kurz: QoS) mit Hilfe der Messung geeigneter Parameter online, d.h. zur Laufzeit des Systems, zu ermitteln und zu beeinflussen. Solche Parameter beschreiben beispielsweise das Zeitverhalten

(Übertragungszeiten, Verzögerungszeiten, etc.) und die Leistungsfähigkeit (Bandbreite, Durchsatz, etc.) einer Verbindung.

Die heutzutage im Kraftfahrzeug verbauten Kommunikationssysteme erlauben jedoch keine oder nur unzureichende Kontrolle über die QoS. Entsprechende Vorrichtungen zur

Überwachung und Beeinflussung der QoS fehlen.

Um dennoch eine definierte Verbindungs-Qualität zu erreichen, werden die Ressourcen in Kraftfahrzeug-Kommunikationssystemen den Kommunikationsteilnehmern statisch zugewiesen. Zum Integrationszeitpunkt sind daher notwendigerweise alle jemals existierenden Verbindungen zwischen Kommunikationsteilnehmern wie auch deren exakter Ressourcenbedarf bekannt.

Zur Laufzeit des Kommunikationssystems von Kommunikationsteilnehmern nicht in Anspruch genommene Ressourcen werden üblicherweise nicht anderweitig verwendet und verbleiben ungenutzt.

Aus der EP 1 061 671 A2 ist eine Zuteilung von Übertragungsressourcen in einem Nachrichtenübertragungssystem bekannt. Einer Zentrale wird hierzu von einem
Kommunikationsteilnehmer mitgeteilt, dass er nur eine reduzierte
Übertragungsressourcenkapazität nutzen möchte. Die nicht genutzte Kapazität wird anderen Kommunikationsteilnehmer zugeteilt.

Offenbarung der Erfindung

Vorteile der Erfindung

Mit den Maßnahmen des Anspruchs 1 , d.h. für den Zugriff von
Kommunikationsteilnehmern wird ein zyklischer Zeitrahmen von zumindest zeitweise fester zeitlicher Dauer vorgegeben, wobei Zeitschlitze in dem Zeitrahmen den
Kommunikationsteilnehmern zugeteilt werden, ungenutzte Zeitschlitze werden in ihrer Dauer verkürzt, wodurch zusätzliche Zeitschlitze in dem Zeitrahmen untergebracht werden können, die Kommunikationsteilnehmern dynamisch insbesondere in
Abhängigkeit ihres Kommunikationsbedarfes zugewiesen werden, erhöht sich die Flexibilität der Ressourcennutzung.

Zur Laufzeit spontan ungenutzt bleibende Ressourcen können anderen Verbindungen zugeordnet und damit die Nutzungsintensität des Kommunikationssystems erhöht werden. Ebenso können Verbindungen hinsichtlich ihres Ressourcenverbrauchs notwendigerweise eingeschränkt werden. Außerdem bleibt es bei Einsatz des Verfahrens nach der Erfindung auch weiterhin möglich, Kommunikationsteilnehmer in das
Kommunikationssystem zu integrieren, welche das hier beschriebene Verfahren nicht realisieren.

Anders als bei der EP 1 061 671 A2 ist die zentrale Instanz nicht davon abhängig, dass ihr eine Mitteilung eines Kommunikationsteilnehmers über einen reduzierten
Ressourcenbedarf zugeht. Sie entscheidet selbst wann und wem sie zusätzliche
Zeitschlitze zuteilt.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Verfahrens möglich. Im Anspruch 11 ist ein System zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens angegeben.

Besonders vorteilhaft ist es, die Zuteilung der Zeitschlitze und die Zuteilung der zusätzlichen Zeitschlitze durch eine zentrale Instanz insbesondere durch einen
Ressourcenmanager vorzunehmen. Dies vereinfacht den Kommunikationsaufwand, - A - verhindert mögliche Kollisionen und optimiert die Ausnützung der
Übertragungsressourcen.

Durch den Austausch von Qualitätsparametern, die insbesondere von der zentralen Instanz verwaltet und ausgewertet werden, kann die Ressourcenvergabe bzw. Zuteilung der Zeitschlitze an die unterschiedlichen Kommunikationsbedürfhisse angepasst werden.

Die Vergabe der Zeitschlitze innerhalb des Zeitrahmens kann in Abhängigkeit der Priorität erfolgen. Damit ist gewährleistet, dass hochpriore Kommunikationsbedürfhisse in jedem Falle berücksichtigt werden.

Die Zeitschlitzzuweisungen werden vorteilhaft über Steuernachrichten an die
Kommunikationsteilnehmer gesendet. Eine Neuzuteilung erfolgt erst nach einer folgenden Steuernachricht. Dies reduziert den Steuerungs- und Datentauschoverhead. Mit einer Einteilung der Kommunikationsverbindungen in Klassen kann jeder Klasse ein eigener Qualitätsparametersatz zugewiesen werden. Dadurch muss nicht für jede Verbindung ein gesonderter Parametersatz ausgewertet werden. Dies erleichtert die Auswertung und Berechnung in der zentralen Instanz.

Die Zeitschlitze sind vorteilhafter Weise identifizierbar ausgebildet. Damit ist die

Zuordnung zu den Kommunikationsteilnehmern eindeutig und exklusiv.

Das Verfahren nach der Erfindung lässt sich vorteilhaft in ein FlexRay-Bussystem integrieren, wobei bestehende Architekturen und Vereinbarungen unverändert weiter bestehen können.

Zeichnungen

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen darstellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Es zeigen Figur 1 ein FlexRay-Netzwerk,

Figur 2 einen Zeitrahmenaufbau für die Kommunikation.

Ausführungsformen der Erfindung

Ein Kommunikationssystem, welches für die Erfindung einsetzbar ist, besitzt folgende Eigenschaften:

- Das Kommunikationssystem etabliert einen Kommunikations-Zyklus von zumindest zeitweise fester zeitlicher Dauer,
- Der etablierte Zyklus ist in beliebig viele Zeitschlitze untergliedert,
- Die Zeitschlitze sind identifizierbar, d.h. sie tragen eindeutige Identifier. Idealerweise handelt es sich dabei um eine fortlaufende Nummerierung,
- Kommunikationsteilnehmer erhalten exklusive Sende-Berechtigungen für eine vorgegebene Menge an Zeitschlitze,
- Ungenutzte Zeitschlitze werden vorteilhafterweise hinsichtlich ihrer zeitlichen Dauer automatisch verkürzt, wodurch ein Kommunikations-Zyklus variabel viele Zeitschlitze umfassen kann, da er ja von fester zeitlicher Dauer ist.

Anstelle einer automatischen Verkürzung der ungenutzten Zeitschlitze, insbesondere durch netzwerktypische Kenngrößen, kann alternativ auch eine Verkürzung durch eine zentrale Instanz vorgenommen werden.

Ein Beispiel für ein Kommunikationssystem, das über die aufgelisteten Eigenschaften verfügt, ist das FlexRay-Bussystem (FlexRay Communication System Protocol Specification, FlexRay Consortium, June 2004).

An dieses Kommunikationssystem sind Kommunikationsteilnehmer in Form der eingangs erläuterten ECUs angeschlossen, auf denen jeweils eine oder mehre Software-Applikationen ausgeführt werden. Ferner sei angenommen, dass diese Software- Applikationen von Zeit zu Zeit Kontakt zu anderen an das System angeschlossenen Software-Applikationen aufnehmen, um mit ihnen Daten auszutauschen. Solche Verbindungen können sporadisch , d.h. nicht über die gesamte Laufzeit des Systems existent oder permanent sein.

Gemäß dieser Erfindung existiert nun im Kommunikationssystem eine zentrale Instanz , im folgenden: Ressourcen-Manager genannt, die den Software-Applikationen der Kommunikationsteilnehmer von Zeit zu Zeit Sende-Berechtigungen für Nachrichten erteilt und somit Kommunikationssystem-Ressourcen managt.

Aufgrund der dargelegten Eigenschaften des Kommunikationssystems erfolgt die Zuweisung von Kommunikationssystem-Ressourcen an Software-Applikationen durch die exklusive Zuweisung von Zeitschlitzen. Die Software-Applikationen können die ihnen zugewiesenen Zeitschlitze für die Übertragung jeweils einer Nachricht nutzen oder auch Zeitschlitze ungenutzt lassen.

Um den Software-Applikationen der Kommunikationsteilnehmer Kenntnis darüber zu geben, für welche Zeitschlitze sie Sende-Berechtigungen besitzen, versendet der Ressourcen-Manager bei Bedarf Steuernachrichten an diese. Solche Steuernachrichten bestehen in vorteilhafter Weise aus einer Liste von Software- Applikations-Bezeichnern. Die Interpretation der Steuernachricht kann dann nach folgendem Schema erfolgen: der n.te Eintrag in der Liste weist den Zeitschlitz n der Software- Applikation mit dem an dieser n.ten Listenposition angegebenen Bezeichner zu.

Beispiel
Die Steuernachricht enthält eine Liste mit insgesamt 5 Software-Applikations-Bezeichnern und sieht wie folgt aus: R, K, U, E, K.

Die Interpretation der Nachricht ergäbe dann folgende Zuweisung von Zeitschlitzen zu Software- Applikationen:
- Applikation R erhält eine Sende-Berechtigung für Zeitschlitz 1
- Applikation K erhält Sende-Berechtigungen für die Zeitschlitze 2 und 5 - Applikation U erhält eine Sende-Berechtigung für Zeitschlitz 3
- Applikation E erhält eine Sende-Berechtigung für Zeitschlitz 4

Für den Aufbau und die Interpretation der Steuernachricht sind allerdings auch viele Alternativen möglich . So ist auch die Zuweisung nach Kommunikationsteilnehmern möglich, d.h. die ersten n Einträge beinhalten die fortlaufenden Nummern oder Nummernbereiche der Zeitschlitze für die erste Software-Applikation, die nächsten m Einträge dementsprechend für die zweite Software- Applikation usw.

In einer weiteren vorteilhaften Ausprägung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Ressourcen-Manager zusätzlich die Dauer des Kommunikations-Zyklus verändern und dadurch die Anzahl der Zeitschlitze in einem Zyklus verändern. Dadurch lässt sich das Kommunikationssystem nochmals effizienter an wechselnden Kommunikationsbedarf anpassen.

Die Zuweisung von Zeitschlitzen zu Software- Applikationen bleibt so lange bestehen, bis der Ressourcen-Manager eine neue Zuweisung vornimmt. Da mit jedem neuen Kommunikations-Zyklus die Zeitschlitze wieder von vorn durchlaufen werden, handelt es sich um zyklische Sende-Berechtigungen, die so lange fortbestehen, bis eine folgende Steuernachricht eine Neu-Zuweisung der Zeitschlitze anzeigt.

Der Ressourcen-Manager verfügt über systemumfassendes Wissen hinsichtlich des Kommunikationsbedarfs der einzelnen Software- Applikationen und kann die Zuweisung von Zeitschlitzen an die Software- Applikationen jederzeit abändern und so zeitlich veränderlichen Anforderungen einzelner Software- Applikationen gerecht werden. Einem

Mehrbedarf an Datenrate kann etwa durch die Zuweisung weiterer Zeitschlitze, einem Minderbedarf durch den Entzug einzelner Zeitschlitze entsprochen werden.

In vorteilhafter Weise wird der Ressourcen-Manager mit erweiterter Funktionalität realisiert. In seiner erweiterten Ausprägung identifiziert er nicht allein die beteiligten

Software-Applikationen, sondern auch die zwischen ihnen bestehenden Verbindungen.

Zu jeder einzelnen Verbindung verwaltet er Informationen hinsichtlich der ihnen bereitzustellenden Verbindungsqualität QoS. Diese kann durch einen festen Parameter-Satz spezifiziert werden. Mögliche Parameter sind hierbei:

- Minimale Datenrate,
- maximale Datenrate,
- mittlere Datenrate,
- maximal zulässige Verzögerungszeit einer Nachricht,
- minimal zulässige Verzögerungszeit einer Nachricht,
- mittlere Verzögerungszeit einer Nachricht,
- maximal zulässige Varianz der Verzögerungszeit.

Um den Verbindungen eine den jeweiligen Parametern genügende Verbindungsqualität QoS anzubieten, kann nun der Ressourcen-Manager Berechnungen zur optimalen Vergabe von Kommunikationssystem-Ressourcen an Software- Applikationen durchführen und die Berechnungs-Ergebnisse den Software- Applikationen mittels der bereits beschriebenen Steuernachrichten mitteilen.

Auf Basis des hier beschriebenen, erweiterten Verfahrens ist es leicht möglich und in den meisten Fällen vorteilhaft, Verbindungen in Klassen einzuteilen und jeder Klasse einen eigenen QoS-Parametersatz zuzuweisen. Es existiert dann nicht mehr ein Parameter-Satz pro Verbindung, sondern lediglich ein Parameter-Satz pro Klasse, wodurch sich die Realisierung des Ressourcen-Managers und insbesondere die von dieser Komponente durchzuführenden Berechnungen erheblich vereinfachen lassen.

Vorteilhafterweise weist der Ressourcen-Manager innerhalb des Kommunikations- Zyklus weit vorne liegende Zeitschlitze hochprioren und weiter hinten liegende Zeitschlitze niederprioren Verbindungen zu. Dies liegt in der Eigenschaft des Kommunikationssystems begründet, dass sich die Gesamtanzahl Zeitschlitze von Zyklus zu Zyklus unterscheiden kann und von dem Umstand abhängig ist, inwieweit Zeitschlitze tatsächlich zur Übertragung von Daten genutzt werden. Nur die zur Datenübertragung tatsächlich genutzten Zeitschlitze haben ihre volle zeitliche Länge, während ungenutzte Zeitschlitze zeitlich verkürzt werden und so der nachfolgende Zeitschlitz früher beginnen kann. Kommt es zu einer starken Auslastung der zur Verfügung stehenden Zeitschlitze, werden somit nur niederpriore Verbindungen nachteilig beeinflusst. Dazu folgendes Beispiel:

Ein Kommunikationszyklus , d.h. ein Zeitrahmen, dauere 500 Millisekunden. Ungenutzte

Zeitschlitze dauern exakt 2 Millisekunden, für Datenübertragungen genutzte Zeitschlitze exakt 10 Millisekunden. Bleiben alle Zeitschlitze ungenutzt, umfasst der Zyklus somit 250 Zeitschlitze. Werden hingegen alle Zeitschlitze für Datenübertragungen genutzt, umfasst der Zyklus lediglich 50 Zeitschlitze. Jeder Zyklus umfasst also mindestens 50 und maximal 250 Zeitschlitze. Die Zuweisung der Zeitschlitze 51 bis 250 an Software- Applikationen kann also im Zweifelsfall bedeuten, dass diese Software-Applikationen trotz zugewiesener Zeitschlitze keine Daten versenden können, weil der Zyklus endet, bevor der ihnen zugewiesene Zeitschlitz tatsächlich erreicht ist. Die Wahrscheinlichkeit, einen Zeitschlitz nicht mehr vor Ende des Kommunikations-Zyklus zu erreichen, wird um so größer, je weiter hinten er liegt. Es ist daher besonders vorteilhaft, den hinteren

Bereich der Zeitschlitze denjenigen Verbindungen bereitzustellen, welche hinsichtlich ihrer QoS-Parameter die geringsten Anforderungen an das Kommunikations-System richten.

Neben vorgenannter priorisierten Zuweisung kann auch eine Fairness berücksichtigende

Zuweisung vorgenommen werden. Diese kann die priorisierte Zuweisung zumindest in vorgegebenen Zeitintervallen ablösen, damit niederpriore Verbindungen nicht völlig von einer Kommunikations ausgeschlossen werden.

Der Ressourcen-Manager verfügt über eine Auswerte- und Steuereinrichtung, die ungenutzte Kapazitäten in einem Zeitrahmen erkennen kann und diese ungenutzten Kapazitäten in Form von zusätzlichen Zeitschlitzen Kommunikationsteilnehmern mit erhöhtem Kommunikationsbedarf zur Verfügung stellen kann.

An das Kommunikationssystem angeschlossene ECUs, welche das hier beschriebene

Verfahren der dynamischen Ressourcen-Zuweisung durch einen zentralen RM nicht realisieren, können mithilfe einer ergänzenden Erweiterung des Verfahrens zuverlässig integriert werden. Hierzu werden die vom Kommunikationssystem bereitgestellten Zeitschlitze in zwei Gruppen untergliedert. Während für die eine Gruppe von Zeitschlitzen die Zuordnung zu Software-Applikationen wie oben beschrieben zur Laufzeit durch den Ressourcen-Manager vorgenommen wird, werden die Zeitschlitze der anderen Gruppe bereits zum Entwicklungszeitpunkt fest an diejenigen Software-Applikationen gebunden, welche das hier beschriebene Verfahren nicht realisieren. Zur Laufzeit hat der Ressourcen-Manager Kenntnis darüber, welche Zeitschlitze er dynamisch zuweisen kann und welche außerhalb seiner Kontrolle liegen, weil sie bereits zum Entwicklungszeitpunkt statisch zugewiesen wurden.

Ausführungsbeispiel

Es sei ein FlexRay-Netzwerk angenommen 100, an welches drei ECUs angeschlossen sind 200, 201, 202. ECU 200 trägt die Software-Applikationen 500 und 501, ECU 201 die Software- Applikation 502 und ECU 202 die Software- Applikationen 503 und 504 sowie zusätzlich die Software- Applikation „Ressourcen-Manager" 600 .

Software- Applikation 502 sei eine Applikation, die das hier beschriebene Verfahren nicht realisiert und ausschließlich in herkömmlicher Weise das FlexRay-Bussystem zur Abwicklung von Datentausch nutzen möchte.

Der Kommunikationszyklus des FlexRay-Bussystems gliedert sich in einen statisches und ein dynamisches Segment. Das hier beschriebene Verfahren soll auf das dynamische Segment angewendet werden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das statische Segment des FlexRay-Kommunikationszyklus den zuvor dargelegten
Eigenschaften des Kommunikationssystems nicht entspricht.

Das dynamische Segment des FlexRay-Kommunikationszyklus wird nun zur
Entwicklungszeit so konfiguriert, dass es i Millisekunden dauert. Ein ungenutzter und damit verkürzter Zeitschlitz dauere i/6 Millisekunden, ein genutzter Zeitschlitz dauere i/2 Millisekunden.

Software- Applikation 502 bekommt bereits zum Entwicklungszeitpunkt einen beliebigen, in diesem Beispiel aber den ersten Zeitschlitz fest und exklusiv zugewiesen. Der Ressourcen-Manager 600 hat die Aufgabe, zur Laufzeit die verbleibenden 6 -1
Zeitschlitze den Software- Applikationen zuzuweisen.

Der Ressourcen-Manager 600 versendet nach Einschalten des Systems eine
Steuernachricht mit dem Inhalt: 500, 501, 501, 503, 504. Die ECUs 200 und 202 empfangen diese Steuernachricht und werten sie aus. Es entsteht folgende Zuweisung von Zeitschlitzen zu Software- Applikationen:

- Software- Applikation 500 sendet in Zeitschlitz 2,
- Software- Applikation 501 sendet in Zeitschlitz 3 und Zeitschlitz 4,
- Software- Applikation 503 sendet in Zeitschlitz 5,
- Software- Applikation 504 sendet in Zeitschlitz 6.

Im nun laufenden Betrieb reihen sich , wie Figur 2 zeigt, die Kommunikationszyklen (Zeitrahmen) aneinander und die Software- Applikationen können die ihnen zugewiesenen und periodisch wiederkehrenden Zeitschlitze zur Übertragung von Daten nutzen oder diese ungenutzt lassen. In Figur 2 ist schematisch die Länge der benutzten Zeitschlitze durch die Applikationen und die Länge der ungenutzten Zeitschlitze erkennbar. Der erste Zeitrahmen ist mit N und der darauffolgende mit N+l gekennzeichnet.

Beispiel 1
Sei angenommen, alle Software-Applikationen möchten die ihnen zugewiesenen Zeitschlitze tatsächlich für eine Datenübertragung verwenden und keinen Zeitschlitz ungenutzt lassen. Dann sendet im ersten Zeitschlitz zuerst Software-Applikation 502 für die Dauer i/2. Anschließend sendet Software- Applikation 500 in Zeitschlitz 2 ebenfalls für die Dauer i/2. Nun ist der Kommunikationszyklus beendet, die Zeitschlitze 3 bis 6 wurden nicht erreicht, die Software- Applikationen 501, 503 und 504 können in diesem Zyklus keine Daten übertragen. Vorteilhafterweise hat der Ressourcen-Manager 600 die Zuordnung der Zeitschlitze exakt so vorgenommen, dass genau diejenigen Nachrichten übertragen werden konnten, deren Übertragung den größten Nutzen generiert hat, während genau diejenigen Nachrichten nicht übertragen wurden, deren Beitrag zum Gesamtnutzen geringer ausgefallen wäre.

Beispiel 2
Sei angenommen, die Software-Applikationen 500 und 504 möchten die ihnen zugewiesenen Zeitschlitze zur Datenübertragung nutzen während alle übrigen Software-Applikationen keinen Datenübertragungs-Bedarf haben und ihre Zeitschlitze ungenutzt lassen. Dann sendet im ersten Zeitschlitz niemand. Nach Ablauf der Zeit i/6 Millisekunden ist der Zeitschlitz beendet und es beginnt Zeitschlitz 2. In diesem sendet Software-Applikation 500 und der Zeitschlitz endet nach i/6 + i/2 = i/6 + 3i/6 = 4i/6 Millisekunden. Anschließend beginnt Zeitschlitz 3 und endet, da er ungenutzt bleibt, nach 5i/6 Millisekunden. Dann beginnt Zeitschlitz 4, welcher ebenfalls nicht genutzt wird. Nun ist der Kommunikationszyklus abgelaufen und die Zeitschlitze 5 und 6 wurden nicht erreicht.

Beispiel 3
Der Ressourcen-Manager erkennt, dass allein Software- Applikation 504

Datenübertragungs-Bedarf hat und dieser sehr groß ist, d.h. es müssen schlagartig sehr viele Nachrichten von Software-Applikation 504 übertragen werden. Alle anderen Software-Applikationen haben keinen Datenübertragungs-Bedarf. Der Ressourcen-Manager erkennt die aktuelle (und zuvor angegebene) Zuweisung von Zeitschlitzen zu Software- Applikationen als ungünstig und berechnet eine bessere Zuweisung. Das

Ergebnis der Berechnung teilt er in Form einer Steuernachricht den Software-Applikationen mit. Die Steuernachricht lautet: 504, 504, 504, 504, 504. Mit Ausnahme des Zeitschlitzes 1 , der außerhalb der Kontrolle des Ressourcen-Managers steht, werden also alle verfügbaren Zeitschlitze der Software-Applikation 504 zugewiesen, welche darin ihre umfangreichen Datenübertragungen abwickeln kann. Alle anderen

Applikationen erleiden durch diese Neu-Zuordnung keinen Nachteil, da sie ohnehin keine Daten zu übertragen haben und aktuell keinerlei Übertragungskapazität benötigen.

Bei Einsatz des erfmdungsgemäßen Verfahrens kann mit Pro-Zyklus-Zeitschlitzanzahlen gearbeitet werden, die unterhalb der Gesamt-Kommunikations-Teilnehmerzahl liegen.

Daraus resultiert eine Verkürzung der zeitlichen Dauer des Kommunikationszyklus und in der Folge eine höhere Wiederholrate des Kommunikationszyklus. Mit anderen Worten: das reduziert für die statisch zugewiesenen in jedem Fall und auch für die ausgewählten dynamischen Kommunikationsteilnehmer die Übertragungs-Latenzzeit. Faktisch ermöglicht das eine Takt-Erhöhung für die Kommunikations-Teilnehmer.

Der Ressourcen-Manager nach der Erfindung verfügt über eine Auswerte- und Steuereinrichtung, die in der Lage ist, ungenutzte Kapazitäten in einem Zeitrahmen wahlweise prädiktiv oder reaktiv zu erkennen und diese ungenutzten Kapazitäten durch Zuteilung zusätzlicher Zeitschlitze ausgewählten Kommunikationsteilnehmern zur Verfügung zu stellen.