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1. (WO1991018873) VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG HOCHKONZENTRIERTER PASTEN VON $g(a)-SULFOFETTSÄUREALKYLESTER-ALKALIMETALLSALZEN
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

"Verfahren zur Herstellung hochkonzentrierter Pasten von
-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalzen"

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung frei beweglicher Pasten von α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalzen mit Waschaktivsubstanzgehalten von 60 bis 70 Gew.-%, bei dem man sauren α-Sulfofettsäurealkylester unter Einhaltung von definierten pH-Bedingungen mit wässrigen Alkalimetallhydroxidlösungen neutralisiert. Unter Waschaktivsubstanz (WAS) wird im Zusammenhang mit der Erfindung die Summe aus α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalz und dem stets als Nebenprodukt vorhandenen α-Sulfofettsäure-Dialkalimetallsalz im neutralisierten α-Sulfo-fettsäureester verstanden.

oc-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalze haben derzeit steigende Bedeutung als oberflächenaktive Substanzen für Wasch- und Reinigungsmittel aus nachwachsenden natürlichen Rohstoffen. Man erhält die α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalze nach bekannten Verfahren in Form von wässrigen Lösungen oder Pasten durch Neutralisation von α-Sulfofettsäurealkylestern, welch letztere durch Umsetzung von Fettsäureniedrigalkylestern mit gasförmigem SO3 synthetisiert werden können. Als Basis für die Herstellung der α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalze dienen letzten Endes Fette und Öle natürlichen Ursprungs, aus denen die Fettsäureniedrigalkylester durch Fettspaltung und nachfolgende Veresterung der freien Fettsäuren mit niederen Alkanolen oder durch U esterung der natürlichen Triglyceride mit niederen Alkanolen erhalten werden. Bei beiden Reaktionen ist Methanol als niederes Alkanol bevorzugt. Die Fettsäureniedrigalkylester stellen Gemische dar, in denen Fettsäurereste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen vorkommen, wobei die KettenlängenVerteilung vom Ursprung der natürlichen Fette oder Öle abhängig ist. Diese Fettsäureestergemische werden häufig nicht als solche, sondern in Form bestimmter Fraktionen zur Synthese eingesetzt. Durch Sulfonierung der Fettsäureestergemische mit gasförmigem SO3 erhält man saure -Sulfofettsäurealkylester, die durch Neutralisation auf einen pH-Wert von 6 bis 8 in wässrige Pasten von α-Sulfofettsäurealkyleseter-Alkalimetallsalzen überführt werden. Die rohen oc-Sulfofettsäurealkylester und gegebenenfalls auch ihre Alkalimetallsalze stellen mehr oder weniger gefärbte Produkte dar, die in der Regel vor und/oder nach der Neutralisation einer Behandlung mit üblichen Bleichmitteln wie Wasserstoffperoxid oder Alkalimetallhypochlorit unterworfen werden müssen.

Eine besondere Schwierigkeit bei der Herstellung und Handhabung von wässrigen α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalzpasten ergibt sich aus ihrem Viskositätsverhalten in Abhängigkeit von der Feststoffkonzentration. Die nach den gängigen technischen Verfahren hergestel Iten oc-Sulfofettsäurealkylester-Alkal i etal 1-salze, im Folgenden auch kurz als Estersulfonate bezeichnet, bilden in wässrigen Zusammensetzungen nur bei WAS-Gehalten bis zu etwa 40 Gew.-% und dann wieder ab WAS-Gehalten von etwa 55 Gew.-% Lösungen oder Suspensionen mit so geringer Viskosität, daß eine hinreichende Beweglichkeit gegeben ist, um einen störungsfreien Ablauf technischer Vorgänge zu gewährleisten. In dem dazwischen liegenden Konzentrationsbereich, also bei WAS-Gehalten von etwa 40 bis 55 Gew.-% zeigen die wässrigen Estersulfonat-Zusammen- setzungen extrem hohe Viskositätswerte und stellen sich als mehr oder weniger feste Gele dar, die nicht gerührt oder umgepumpt werden können. Die Unter- und Obergrenzen der individuellen Vis- kositätsmaxima können im übrigen jeweils um t 5 Gew.-%. WASGehalt schwanken. Dieses besondere Konzentrations-/Viskositätsverhalten bedingt, daß durch einfache Neutralisation der sauren — Sulfofettsäurealkylester mit der berechneten Menge wässriger Alkali etallhydroxidlösungen keine Estersulfonatpasten mit WAS- Gehalten über 35 bis 40 Gew.-% eingestellt werden können. Nach dem Überschreiten der Untergrenze des Viskositätsmaximums geht die Rührbarkeit und Vermischbarkeit des reagierenden Gemisches verloren. Die mangelnde Rühr- und Mischbarkeit verhindert einen hinreichenden schnellen Abtransport der Neutralisationswärme. Durch lokale Konzentrations- und Temperaturspitzen werden unerwünschte Nebenreaktionen ausgelöst, insbesondere die Spaltung der in den Estersulfonaten vorhandenen Esterbindungen, wodurch im Endprodukt unerwünscht hohe Konzentrationen an Alkalimetall-Di-salzen der freien α-Sulfofettsäuren entstehen. Selbstverständlich ist auch die weitere Verarbeitung von Estersulfonatpasten, die durch den hohen Viskositätsanstieg immobilisiert sind, bis hin zur Undurchführbarkeit beeinträchtigt, allein schon durch die Tatsache, daß derartige wässrige Zusammmensetzungen nicht mehr gieß- und pumpfähig sind.

Das Entstehen von Disalzen der freien oc-Sulfofettsäurealkylester ist aus mehreren Gründen unerwünscht. Die Disalze sind in Wasser nur im beschränkten Umfang löslich und zeigen darüber hinaus unzureichende oberflächenaktive Eigenschaften. Vor allem aber haben Disalze als Nebenprodukte in Estersulfonatpasten eine beträchtliche viskositätssteigernde Wirkung.

Es hat in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, die durch das besondere Konzentrations-/Viskositätsverhalten der Estersul-fonate und das unerwünschte Entstehen von α-Sulfofettsäure-Di-salzen bedingten nachteiligen Erscheinugen wenigstens weitgehend ausschalten. So wurde vorgeschlagen, das Fließverhalten von wässrigen Estersulfonat-Zusammensetzungen durch den Zusatz von Fließhilfsmitteln zu verbessern. Nach der DE-OS 33 05 430 werden als Viskositätsregler aliphatische Alkohole mit 8 bis 40 Kohlenstoffatomen und 1 bis 6 Hydroxylgruppen, Alkylphenole und Anlagerungsprodukte von bis zu 20 Mol Ethylenoxid und/oder Pro-pylenoxid an die genannten Alkohole und Alkylphenole eingesetzt.

Im Zusammenhang mit der unerwünschten Bildung von Disalzen bei der Aufarbeitung der saueren -SulfofettsäurealkyTester beschreibt die DE-OS 31 23 681 ein Verfahren, bei dem die Neutralisation in zwei Stufen durchgeführt wird. In der ersten Neutralisationsstufe wird dort mit einer 15 bis 50 gew.-%igen Alkalimetallhydroxidlösung in Gegenwart eines Alkohols mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise Methanol, in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des sulfonierten Produktes, bis auf einen pH-Wert von 2,5 bis 4 neutralisiert, bevor in der zweiten Neutralisationsstufe mit Hilfe einer stärker verdünnten Alkalimetallhydroxidlösung ein End-pH-Wert von 6 bis 7 eingestellt wird. Mit Hilfe dieses Verfahrens soll es möglich sein, in den Estersulfonat-Zusamensetzungen den Disalzgehalt auf 5 Gew.-%, bezogen auf Waschaktivsubstanz, oder weniger zurückzudrängen. Ein gravierender Nachteil dieses Verfahrens liegt auf der Hand: Die auf diese Weise hergestellten Estersulfonatpasten enthalten beträchtliche Mengen Alkohol, die bei der Herstellung von Waschmittelgemischen durch Sprühtrocknung insofern stören, als sie das unerwünschte "Pluming" auslösen können. Zur Begrenzung des Alkoholgehaltes in den Endprodukten schlägt die DE-OS 3334517 vor, die gegebenenfalls durchgeführte Bleiche und die Neutralisation der rohen α-Sulfofettsäurealkyl-ester in Gegenwart einer solchen Menge eines niederen Alkohols vorzunehmen, daß eine wässrige Aufschlämmung mit 30 bis 40 Gew.-% und - bezogen auf das Gewicht des -Sulfofettsäureestersalzes - 5 bis 15 Gew.-% eines niederen Alkoholsulfates sowie 8 bis 40 Gew.-% des niederen Alkohols erhalten wird. Abschließend soll die wässrige Aufschlämung derart eingeengt werden, daß sie 40 bis 65 Gew.-% α-Sulfofettsäureestersalz, 2 bis 10 Gew.-% niederes Alkoholsulfat und höchstens 2 Gew.-% niederen Alkohol enthält.

Nach der DE-OS 34 32 324 läßt sich der Disalzgehalt in o-Sulfo- fettsäurealkylester-Alkali etallsalz-Pasten dadurch regeln und senken, daß man das rohe Sulfonierungsprodukt vor der Behandlung mit einem wässrigen Medium einer U esterungsreaktion unterwirft, bei der - bezogen auf den zur α-Sulfonierung nicht verbrauchten Sθ3~Anteil - wenigstens 0,5 Mol-Äquivalente Alkohol eingesetzt werden. Nach der DE-OS 35 38 910 können oc-Sulfofettsäurealkyl** ester-Salzpasten mit Feststoffgehalten oberhalb von 35 Gew.-% dadurch hergestellt werden, daß man die rohen Estersulfonate einer Umesterung im Sinne der DE-OS 34 32 324 unterwirft und dann bei der anschließenden Aufarbeitung durch Neutralisation mit oder ohne vorhergehender oder nachfolgender Bleiche in den wässrigen Pasten Feststoffgehalte von mehr als 35 Gew.-% einstellt.

Den Herstellungsverfahren für oc-Sulfofettsäurealkylester-Alkali-metallsalzen, die bei der Aufarbeitung der rohen Sulfonierungs-produkte einen Zusatz von niederen Alkoholen vorsehen, haftet der Nachteil an, daß sie zu pastösen Zusammensetzungen führen, die mit den üblichen Bleichmitteln nicht mehr in hinreichendem Maß aufgehellt werden können.

Die vorliegende Erfindung geht auf die Aufgabenstellung zurück, ein Verfahren aufzufinden, das es gestattet, ohne Zusatz von Fremdstoffen wie längerkettigen aliphatischen Mono- und Polyal-koholen und deren Alkylenoxidanlagerungsprodukten, Alkylphenolen und deren Alkylenoxidanlagerungsprodukten oder kurzkettigen Alkoholen durch direkte Neutralisation der sauren oc-Sulfofett- säurealkylester mit wässrigen Alkalimetallhydroxidlösungen zu fließ- und pumpfähigen Estersulfonatpasten mit WAS-Gehalten von 60 bis 70 Gew.-% zu gelangen. Die Lehre der Erfindung geht von der überraschenden Erkenntnis aus, daß dieses Ziel erreicht werden kann, wenn man bei der Neutralisation das saure Sulfonie-rungsprodukt und die wässrige Alkalimetallhydroxidlösung in eine bereits vorliegende wässrige Phase einträgt und dabei gleichzeitig dafür Sorge trägt, daß der pH-Wert der wässrigen Phase sich nur in einem ganz bestimmten Bereich bewegt.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung hochkonzentrierter Pasten von α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalime-tallsalzen mit guter Bleichbarkeit durch Umsetzung von Fett-säurealkyTestern mit gasförmigem SO3, anschließende Nachreaktion in flüssiger Phase und Neutralisation mit wässrigen Alkalihydroxidlösungen, bei dem man bei der Neutralisation das Sulfierpro-dukt und wässrige Alkalimetallhydroxid-Lösung unter Aufrechterhaltung eines pH-Wertes im Bereich von 2 bis 8 in eine anfänglich 0 bis 55 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 54,9 Gew.-% Waschaktivsubstanz enthaltende wässrige Phase einleitet und Waschaktivsubstanzgehalte von 60 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 60 bis 65 Gew.-%, einstellt.

In einer speziellen Ausführungsform der Erfindung wird das Sul-fierprodukt zusammen mit wässriger Alkalimetallhydroxidlösung in eine anfänglich 0 Gew.-% Waschaktivsubstaπz enthaltende wässrige Phase, also in Wasser eingeleitet.

Werden zu Beginn der Neutralisation Waschaktivsubstanz enthaltende Lösungen als wässrige Phase eingesetzt, so ist der pH-Wert dieser Lösungen vorher auf einen Wert im Bereich von 2 bis 8 einzustellen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird während des Neutralisationsvorgangs in der wässrigen Phase bis zum Erreichen eines Gehaltes an Waschaktivsubstanz von 55 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise von 48 bis 52 Gew.-%, ein pH-Wert im Bereich von 2 bis 6, vorzugsweise im Bereich von 3 bis 5 aufrechterhalten. Weiterhin ist es bevorzugt, nach dem Erreichen eines Gehaltes an Waschaktivsubstanz von 55 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise von 48 bis 52 Gew.-%, in der wässrigen Phase einen pH-Wert von 5 bis 8, vorzugsweise im Bereich von 5,5 bis 7,5 einzustellen und aufrechtzuerhalten.

Die Neutralisation der α-Sulfofettsäurealkylester wird zweckmäßigerweise bei Temperaturen unterhalb von 95 °C, vorzugsweise bei Temperaturen im Bereich von 60 bis 90 °C durchgeführt. Als Neutralisationsbase ist Natriumhydroxid bevorzugt.

Der pH-Wert der wässrigen Phase wird vorzugsweise durch Variation der Volumenströme von α-Sulfofettsäurealkylester und wässriger Alkalimetallhydroxidlösung aufrecht erhalten.

Die Neutralisation der sauren α-Sulfofettsäurealkylester wird zweckmäßigerweise in einer Neutralisationsschleife durchgeführt, deren schematischer Aufbau in der Fig. 1 dargestellt ist. Der überwiegende Teil der wässigen Phase befindet sich in dem Rührbehälter 1 und wird mit Hilfe des Rührers 2 ständig durchmischt. Über die Kreislaufleitung 3 wird daraus mittels der Umwälzpumpe 4 wässrige Phase laufend abgezogen und in dem für die Steuerung der Reaktionstemperatur vorgesehenen Kühler 5 im erforderlichen Ausmaß gekühlt. Der zu neutralisierende α-Sulfofettsäurealkylester wird über die Leitung 6 in den Strom der umgepumpten wässrigen Phase eingeleitet. Wässrige Alkalimetallhydroxidlösung einer Standard-Konzentration, beispielsweise 50 gew.-%ige Natriumhydroxidlösung, wird dem Kreislauf über die Leitung 7 zugeführt.

Durch Zufuhr von Wasser über die Leitung 8 kann die Konzentration der Standard-AlkalimetallhydroxidTösung vor deren Einspeisung in den ProduktkreisTauf auf den akut geforderten Wert vermindert werden. Das Gemisch aus saurem α-SuTfofettsäurealkylester, Alkalimetallhydroxidlösung und im Kreislauf geführter wässriger Phase gelangt dann zur weiteren Homogenisierung in den Mischer 9 und wird von dort über den letzten Abschnitt der Kreis!aufleitung 3 in den Rührbehälter 1 gefördert. Die bei der Neutralisation entstehende α-Sulfofettsäurealkylester-Alkalimetallsalzpaste kann über die Leitung 10 abgezogen werden. Eine Neutralisationsschleife des hier beschriebenen Typs kann ausschließlich aus üblichen Vorrichtungen, Armaturen und Leitungen aufgebaut werden. Die erforderliche Überwachung von pH und Reaktionstemperatur und die Regulierung der Produkt- und Kühlmittelströme kann nach bekannten Verfahren der Meß- und Regeltechnik für chemische Verfahren erfolgen.

Unter Fettsäurealkylestern im Sinne der Erfindung werden Niedrigalkylester von gesättigten Fettsäuren verstanden, insbesondere Ester von Fettsäuren mit 10 bis 18 Kohlenstoffatomen und gesättigten aliphatischen Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoff-atomeπ. Grundsätzlich kann man von einzelnen Fettsäurealkylestern ausgehen. In der Regel verwendet man als Ausgangsmaterial jedoch Estergemische, wie sie aus Fetten und Ölen natürlichen Ursprungs entweder durch Esterspaltung und nachfolgende Veresterung mit niederen Alkanolen oder durch Umesterung mit niederen Alkanolen nach bekannten Verfahren erhältlich sind, wobei die entsprechenden Fettsäureetylestergemische wiederum bevorzugt sind. Soweit die auf diese Weise erhaltenen Fettsäureestergemische größere Anteile an Estern von Fettsäuren mit weniger als 10 Kohlenstoffatomen enthalten, werden diese "Vorlauffettsäureester" in der Regel durch Destillation abgetrennt. Die Fettsäureester dürfen außer der CH2-Gruppe in α-Stellung zur Estergruppierung keine sulfatierbaren oder sulfonierbaren Gruppen enthalten. Aus diesem Grund kommen Hydroxyfettsäureester oder Hydroxyfettsäureester enthaltende Gemische nicht als Ausgangsmaterial in Betracht. Fettsäureestergemische, die nicht zu vernachlässigende Mengen an Estern ungesättigter Fettsäuren enthalten, insbesondere solche Ester, die eine Jodzahl über 5 aufweisen, sind erst nach einer Absättigung der Doppelbindungen im Zuge einer hydrierenden Härtung nach bekannten Verfahren als Ausgangsmaterial geeignet. Bei der hydrierenden Härtung werden die Jodzahlwerte der Estergemische vorzugsweise auf Werte von 0,2 und kleiner vermindert.

Die Sulfonierung der Fettsäureester erfolgt mit gasförmigem SO3 als Sulfonierungsreagenz bei Temperaturen von 30 bis 100 °C. Dabei wird das SO3 mit Luft oder Stickstoff verdünnt, vorzugsweise in Form eines Gasgemisches mit 1 bis 10 Vol.-% SO3 mit den Fettsäureestern in Berührung gebracht. Die Menge des SO3 wird so bemessen, daß das Sulfonierungsmittel in einem molaren Überschuß von mindestens 10 % - bezogen auf den Fettsäureester - vorliegt. Vorzugsweise liegt das Molverhältnis von Fettsäureester : SO3 im Bereich von 1 : 1,2 bis 1 : 1,8 liegt. Diese Umsetzung kann in üblichen, für die Sulfonierung von organischen Verbindungen wie Fettalkoholen, Alkylbenzolen oder Olefinen geeigneten Reaktoren, insbesondere in Fallfilmreaktoren oder mehrstufigen Rührkesselkaskaden durchgeführt werden.

Das aus dem Sulfierreaktor kommende rohe Sulfonierungsprodukt weist noch nicht den gewünschten Sulfonierungsgrad auf. Aus diesem Grund wird das rohe Reaktionsprodukt unmittelbar nach der Sulfonierung einer geeigneten Vorrichtung zugeführt, in der es unter mechanischer Bewegung über einen Zeitraum von 20 bis 40 Minuten, vorzugsweise 25 bis 35 Minuten, einer temperaturkontrollierten Nachreaktion überlassen wird, bis der gewünschte Sulfiergrad erreicht ist. Die für diesen Reaktionsschritt notwendige Vorrichtung kann aus einem üblichen Reaktor mit Heiz- und Kühlkreislauf, einer üblichen temperierbaren Rohrschlange oder einer üblichen Rührkesselkaskade bestehen. Die Nachreaktion wird bei Temperaturen von 60 bis 100 °C durchgeführt. Die mechanische Bewegung des sulfonierten Produktes während der Nachreaktion kann durch Rühren, durch Zufuhr des Produktes unter Druck, durch den Einbau von Umlenkschikanen in die Vorrichtung oder, bei Verwendung einer Rohrschlange, durch Ausbildung einer turbulenten Strömung bewirkt werden. Die Nachreaktion des sulfonierten Produktes kann durch geeignete Wahl der genannten Parameter, insbesondere der Reaktionszeit, so gesteuert werden, daß ein Sulfiergrad von mindestens 90 %, vorzugsweise 94 bis 98 % erreicht wird.

Im Anschluß an die Nachreaktion wird das gealterte Sulfonierungsprodukt der Neutralisation gemäß der Erfindung zugeführt.

Die bei der Neutralisation erhaltenen Estersulfonatpasten stellen mehr oder weniger stark gefärbte Substanzen dar, die vor ihrer weiteren Verarbeitung gebleicht werden müssen. Die Bleichung erfolgt in an sich bekannter Weise unter Verwendung üblicher Bleichmittel wie wässrigen Lösungen von Natriumhypochlorit oder, vorzugsweise, wässrigen Lösungen von Wasserstoffperoxid. Die Bleichung mit Wasserstoffperoxid erfolgt bei pH-Werten im sauren Bereich. Vorzugsweise wird die Wasserstoffperoxidbleichung bei pH-Werten oberhalb von 5 durchgeführt.

B e i s p i e l e

Beispiel 1

Als Ausgangsmaterial wurde ein technischer Palmitin-/Stearinsäu-remethylester (in Gew.-% nach der Kettenlänge im Fettsäurerest: 0,2 C12; 1,2 C14; 61,4 Ci6,* 0,9 C17; 35,9 Cig; 0,4 C20; mittleres Molgewicht 281,5; Säurezahl 1,1; Jodzahl 0,1; Verseifungszahl 202,1) verwendet. Der Fettsäuremethylester wurde kontinuierlich in einem üblichen Fallfilmreaktor bei 80 °C mit einem SÜ3-Luft-gemisch (5 Vol.-% SO3) im Molverhältnis 1 : 1,25 sulfoniert. Das resultierende Reaktionsgemisch wurde in einer aus vier Rührkesseln bestehenden Verweilzeitkaskade mit einer Verweilzeit von 25 Minuten einer Nachreaktion unterworfen. Danach betrug die Säurezahl des Sulfonierungsproduktes 198. Der Sulfonierungsgrad lag bei 96 %.

In einer Neutral isationsschleife des beschriebenen Typs wurden 195 kg Wasser eingebracht und umgepumpt. In den Kreislauf der wässrigen Phase wurden 1090 kg des vorstehend beschriebenen ge-aTterten SuTfonierungsproduktes und 300 kg 50 gew.-%igen NatriumhydroxidTösung zunächst mit einer solchen Geschwindigkeit eingespeist, daß in der wässrigen Phase ein pH-Wert von 4,5 bis 5,5 aufrechterhalten wurde. Sobald der WAS-Gehalt der wässrigen Phase 63 Gew.-% erreicht hatte, wurden die Zuflußgeschwindigkeiten des Sulfonierungsproduktes und der Natriumhydroxidlösung so einreguliert, daß der pH-Wert in der wässrigen Phase bei 6 lag. Nachdem das gesamte saure Sulfonierungsprodukt dem Neutralisationskreislauf zugeführt war, wurde der pH-Wert der wässrigen Phase durch Zugabe der restlichen Menge Natriumhydroxidlösung auf 7,5 angehoben. Während der gesamten Neutralisation wurde die Reaktionstemperatur auf 80 bis 83 °C gehalten. Die wässrige Phase konnte während des gesamten Neutralisationsvorgangs problemlos gerührt und umgepumpt werden.

Es wurden 1585 kg rühr- und pumpfähige α-Sulfofettsäuremethyl-ester-Natriu salzpaste mit einem WAS-Gehalt von 63,1 Gew.-% (51,6 Gew.-% α-Sulfofettsäuremethylester-Natriumsalz und 11,5 Gew.-% α-Sulfofettsäuredinatriumsalz) erhalten.

Beispiel 2

792 kg der α-Sulfofettsäuremethylester-Natriumsalzpaste aus Beispiel 1 wurden durch Eintragen in 792 kg Wasser zu einer Paste mit einem WAS-Gehalt von 31,6 Gewichtsprozent verdünnt. Die verdünnte Paste wurde als wässrige Phase in die Neutralisationsschleife eingebracht und umgepumpt. In den Kreislauf der wässrigen Phase wurden 792 kg des gealterten Sulfonierungsproduktes aus Beispiel 1 und 150 kg 50 gew.-%ige Natriumhydroxidlösung zunächst mit einer solchen Geschwindigkeit eingespeist, daß in der wässrigen Phase ein pH-Wert von 5 aufrechterhalten wurde. Sobald der WAS-Gehalt der wässrigen Phase 60 Gew.-% erreicht hatte, wurden die Mengenflüsse so einreguliert, daß der pH-Wert in der wässrigen Phase bei 6 lag. Nachdem das gesamte saure Sulfonierungsprodukt in die wässrige Phase eingetragen war, wurde der pH-Wert durch Zugabe der restlichen Menge Natriumhydroxid auf 7,5 gebracht. Die Reaktionstemperatur betrug 90 bis 93 °C. Die wässrige Phase konnte während des gesamten Neutralisationsvorgangs ohne Schwierigkeiten gerührt und umgepumpt werden.

Es wurden 1585 kg rühr- und pumpfähige α-Sulfofettsäuremethyl-ester-Natriumsalzpaste mit einem Waschaktivsubstanzgehalt von 63,1 Gew.-% (51,6 Gew.-% α-Sulfofettsäuremethylester-Natriumsalz und 11,5 Gew.-% α-Sulfofettsäuredinatriumsalz) erhalten.