Suche in nationalen und internationalen Patentsammlungen
Einige Inhalte dieser Anwendung sind momentan nicht verfügbar.
Wenn diese Situation weiterhin besteht, kontaktieren Sie uns bitte unterFeedback&Kontakt
1. (WO1991018871) VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON GLYCERINETHERSULFATEN
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Verfahren zur Herstellung von Glycerinethersulfaten

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Glycerinethersulfaten durch Sulfatierung von Glycerinethern mit gasförmigem Schwefeltrioxid und deren Verwendung zur Herstellung von oberflächenaktiven Mitteln.

Aus der deutschen Patentschrift DE 757 749 sowie der japanischen Patentschrift JP 82/44673 ist bekannt, daß Glycerinethersulfate als Hilfsmittel in der Textil- und Ledertechnik sowie zur Herstellung von Farbstoffen Verwendung finden können.

In der genannten deutschen Patentschrift wird offenbart, daß man 1,3-Glycerindialkylether mit Hilfe von Schwefelsäure, Chlorsulfon-säure, Amidosulfonsäure, Addukten von Pyridin an Schwefeltrioxid oder gasförmigem Schwefeltrioxid in einem inerten Lösungsmittel, wie beispielsweise Dimethylformamid, Pyridin oder Dichlorethan, in die sekundären Sulfate überführen kann. Die genannten Verfahren sind jedoch mit technischen Nachteilen verbunden. So führt die Verwendung von Schwefelsäure als Sulfiermittel zu einer unerwünscht hohen Elektrolytbelastung der Produkte. Die Sulfatierung mittels Chlorsulfonsäure führt zwangsläufig zur Bildung hochkorrosiver Salzsäure, während die Verwendung von Amidosulfonsäure nur die Herstellung von Ammoniumsalzen zuläßt. Addukte von Pyridin an Schwefeltrioxid sind schwer zu handhaben und kommen für eine technische Realisierung nicht infrage. Bei Einsatz von gasförmigem Schwefeltrioxid in einem inerten Lösungsmittel besteht schließlich das Problem, das Lösungsmittel mit hohem technischen Aufwand vom Produkt abzutrennen zu müssen.

Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Glycerinethersulfaten zu entwickeln, das frei von den geschilderten Nachteilen ist.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Glycerinethersulfaten, dadurch gekennzeichnet, daß man Glycerin-ether der Formel (I),

R C2H4θ)m-0-CH2-CH-CH2-0-(C2Hθ)I1R2 (I) - I
0-(C2H0)pR3

in der

R1 einen Alkylrest mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen darstellt,
R^ und R3 Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen darstellen, mit der Bedingung, daß mindestens einer der beiden Reste für Wasserstoff steht sowie
, n und p unabhängig voneinander 0 oder eine Zahl von 1 bis 20 darstellen und die Summe von m, n und p 0 ist oder für eine Zahl von 1 bis 20 steht,

mit gasförmigem Schwefeltrioxid sulfatiert und anschließend mit wäßrigen Basen neutralisiert.

Die Erfindung schließt die Erkenntnis mit ein, daß die wäßrigen Lösungen der Glycerinethersulfate, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten werden, klar und daher mit Vorteil einzusetzen sind, während Lösungen von Glycerinethersulfaten, die nach den Verfahren des Stands der Technik hergestellt werden, trübe sind.

Glycerinether der Formel (I) stellen bekannte Verbindungen dar und lassen sich nach den gängigen Methoden der präparativen organischen Chemie herstellen. Geeignete Verfahren zur Herstellung von Glycerinethern stellen beispielsweise die Umsetzungen von Glycerin oder Anlagerungsprodukten von durchschnittlich 1 bis 20 Mol Ethy- lenoxid an Glycerin mit Alkylhalogeniden [DE-A-28 00 710], Ole-finepoxiden oder Butadien und Wasserstoff in Gegenwart von Über-gangsmetallkatalysatoren [J.Mol.Catal., 1J 247 (1981), Organome-tallics 5, 473, 514 (1986)] dar.

Glycerinethersulfate mit besonders günstigen anwendungstechnischen Eigenschaften werden -erhalten, wenn R* in Formel (I) für einen Alkylrest mit 8 Kohlenstoffatomen und R2 entweder gleich R1 ist oder für Wasserstoff steht.

Glycerinethersulfate, die sich durch ein besonderes vorteilhaftes Wasch- und Spülvermögen auszeichnen, leiten sich von Glycerinethern der Formel (I) ab, in der , n und p für 0 stehen.

Glycerinethersulfate, die sich durch ein besonders vorteilhaftes Schaumvermögen und hohe Wasserlöslichkeit auszeichnen, leiten sich von Glycerinethern der Formel (I) ab, in der , n und p für eine Zahl von 2 bis 5 und die Summe aus m, n und p für einen Zahl von 2 bis 10 stehen.

Die Umsetzung der Glycerinether mit gasförmigem Schwefeltrioxid kann in der für Fettsäureniedrigalkylester bekannten Weise [J.Falbe (ed.), "Surfactants in coπsuβer products"; Springer Verlag, Berlin-Heidelberg, 1987, S.61] erfolgen, wobei Reaktoren, die nach dem Fallfilmprinzip arbeiten, bevorzugt sind. Dabei wird das Schwefeltrioxid mit einem inerten Gas, vorzugsweise Luft oder Stickstoff verdünnt und in Form eines Gasgemisches, welches das Sulfieragens in einer Konzentration von 1 bis 8, insbesondere 2 bis 5 Vol.-% enthält, eingesetzt.

Das molare Einsatzverhältnis von Glycerinether zu Schwefeltrioxid beträgt 1 : 0,95 bis 1 : 1,8, vorzugsweise jedoch 1 : 1,0 bis 1 : 1,5. und insbesondere 1 : 1,3 bis 1 : 1,5. Die Sulfierreaktion wird bei Temperaturen von 25 bis 90, vorzugsweise 35 bis 80°C durchgeführt.

Die bei der Sulfatierung anfallenden sauren Sulfierprodukte werden in wäßrige Basen eingerührt, neutralisiert und auf einen pH-Wert von 6,5 bis 8,5 eingestellt. Die Neutralisation wird mit Basen ausgewählt aus der von Alkali etallhydroxiden wie Natrium-, Kalium- und Lithiumhydroxid, Erdalkalimetalloxiden und -hydroxiden wie Magnesiumoxid, Magnesiumhydroxid, Calciumoxid und Calciumhydroxid, Ammoniak, Mono-, Di- und Tri-C2-4-Alkanolaminen, beispielsweise Mono-, Di- und Triethanola in sowie primären, sekundären oder tertiären Cχ._4-Alkylaminen gebildeten Gruppe durchgeführt. Die Neutralisationsbasen gelangen dabei vorzugsweise in Form 5 bis 55 gew.-%iger wässriger Lösungen zum Einsatz, wobei 25 bis 50 gew.-%ige wässrige Natriumhydroxidlösung bevorzugt ist.

Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Glycerinethersulfate liegen nach Neutralisation als wäßrige Lösungen mit einem Aktivsubstanzgehalt von 20 bis 80, vorzugsweise 30 bis 50 Gew.-% vor.

Bei Umsetzung von Glycerinmonoalkylethern mit Schwefeltrioxid werden Gemische der korrespondierenden primären und sekundären Monosulfate erhalten. In der Reaktionsmischung können ferner Disulfate und cyclische Schwefelsäureester enthalten sein. Die Produkte sind ohne Bleiche hellfarbig, blank und niedrigviskos. Setzt man Glycerindialkylether in die Sulfatierung ein, werden sekundäre Monosulfate erhalten, die auch ohne Bleiche als hellfarbige, opake, viskose Pasten vorliegen.

Die Sulfatierungsprodukte können nach der Neutralisation in an sich bekannter Weise durch Zusatz von Wasserstoffperoxid- oder Natriumhypochloritlösung gebleicht werden, um eine für viele Anwendungen erwünschte weitere Farbaufhellung zu erreichen. Dabei werden, bezogen auf den Feststoffgehalt in der Lösung der Sulfierprodukte, 0,2 bis 2 Gew.-% Wasserstoffperoxid, berechnet als 100 gew.-%ige Substanz, oder entsprechende Mengen Natriumhypochlorit eingesetzt.

Der pH-Wert der Lösungen kann unter Verwendung geeigneter Puffermittel, z. B. mit Natriumphosphat oder Citronensäure konstant gehalten werden. Zur Stabilisierung gegen Bakterienbefall empfiehlt sich ferner eine Konservierung, z. B. mit For aldehydlösung, p-Hy-droxybenzoat, Sorbinsäure oder anderen bekannten Konservierungs-stoffen.

Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Glycerinethersulfate zeigen hervorragende Detergenseigenschaften und eignen sich zur Herstellung oberflächenaktiver Mittel, insbesondere manueller Geschirrspülmittel und flüssiger sowie pulverförmiger Waschmittel.

Die nachfolgenden Beispiele sollen den Gegenstand der Erfindung näher erläutern.

Beispiele

Herstellung der Ausoanosstoffe:

A) 1-n-Octyl-glycerinether. In einem 400 ml Glasautoklaven mit Magnetrührung wurden 0.0038 g (0.0125 mol) Palladium(II)actylace-tonat, 0,0066 g (0.025 ol) Triphenylphosphin, 28,8 g (313 mmol) Glycerin und 35 ml 2-Propanol vorgelegt und insgesamt dreimal evakuiert und mit Argon beaufschlagt. Im Anschluß daran wurden mit Hilfe eines Hebers 37,8 g (700 mol) Butadien-1,3 in den Autoklaven überführt. Der Autoklav wurde verschlossen und 12 h bei 70°C gehalten. Nach Abkühlen und Entspannen wurde eine farblose Flüssigkeit erhalten, die in einen 400 ml Stahlautoklaven mit Magnetrührung überführt wurde. Das ungesättigte Reaktionsgemisch wurde mit 0,5 Gew.-% - bezogen auf die Gesamtmenge des Ausgangsmaterials - Raney-Nickel versetzt und über einen Zeitraum von 2 h bei 180°C hydriert. Nach Abkühlen und Entspannen wurde der Katalysator abgetrennt und eine farblose Flüssigkeit der folgenden Zusammensetzung erhalten:

1-n-Octylglycerinether 34.0 Gew.-%
1,3- und 1,2-Di-n-octylglycerinether 21,7 Gew.-%
1,2,3-Tri-n-octylglycerinether 2,1 Gew.-%
Glycerin 11,3 Gew.-%
Octen 2,8 Gew.-%
2-Propanol 28.1 Gew.-%

Das Produkt wurde ohne weitere Reinigung in die Sulfatierung eingesetzt.

B) 1,3- bzw. 2,3-Di-n-octyl-glycerinether. A) wurde unter Einsatz von 10,3 g (112 mmol) Glycerin, und 13,5 g (250 mmol) Butadien-1,3 wiederholt. Anstelle des Propanol-2 wurde 1,0 g (13 mmol) Propan-diol-1,2 eingesetzt. Das Reaktionsprodukt wurde nach der Hydrierung als leicht gelb gefärbte Flüssigkeit der folgenden Zusammensetzung erhalten.

1,3- und 1,2-Di-n-octylglycerinether 43,0 Gew.-%
l-n-Octylglycerinether 15,0 Gew.-%
1,2,3-Tri-n-octylglycerinether 17,8 Gew.-%
Propandiol-1,2 8,3 Gew.-%
l-n-0ctyl-propandiol-l,2-ether 5,1 Gew.-%
l,3-Di-n-octylpropandiol-l,2-ether 0,8 Gew.-%
Octen 10,0 Gew.-%

Das Produkt wurde ohne weitere Reinigung in die Sulfatierung eingesetzt.

C) Ci2/l4-alkylglycerin-2E0-ether. In einem 1-1-Dreihalskolben mit Rührer, Innenthermometer und Rückflußkühler wurden 180 g (1 Mol) eines Anlagerungsproduktes von durchschnittlich 2 Mol Ethylenoxid an Glycerin vorgelegt und mit 218 g (2 Mol) Ci2/i4-alkylchlorid und 112 g Kaliumhydroxid-Schuppen versetzt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung unter Rühren 5 h bei 110°C gehalten. Nach dem Abkühlen wurde die basische Reaktionsmischung mit Salzsäure neutralisiert und das überschüssige Alkylchlorid abdestilliert. Die Ausbeute an Glycerinether betrug 95 % bezogen auf die theoretische Menge.

Beispiele 1 bis 4;

Sulfatierung von Glycerinethern. In einem l-.l-Sulfierreaktor mit Mantelkühlung und Gaseinleitungsrohr wurden 1 mol Glycerinether A, B oder C bei T = 35 bzw. 80°C mit 0,95 bis 1,2 mol Schwefeltrioxid umgesetzt. Das Schwefeltrioxid wurde durch Erhitzen aus einer entsprechenden Menge 65 gew.-%igen Oleums ausgetrieben, mit Stickstoff auf eine Konzentration von 5 Vol.-% verdünnt und innerhalb von 50 min in das Ausgangsprodukt eingeleitet. Das rohe Sulfier- produkt wurde anschließend mit wäßriger 25 gew.-%iger Natronlauge neutralisiert. Die Reaktionsbedingungen sowie die Kenndaten der Produkte sind in Tab.l zusammengefaßt.

Tab.l: Glycerinethersulfate
Prozentangaben in Gew.-%

Bsp. Glycerinether I E:S03* WAS US SO42- H?0

35 1:1,20 38,1 3,8 0,7 57,4.
35 1:1,20 30,3 17,0 0,2 52,5
80 1:0,95 26,2 6,5 0,4 66,9

80 1:1,03 37,6 7,6 0,6 54,2

* E:Sθ3 = Molares Einsatzverhältnis Glycerinether zu SO3

Der Aniontensidgehalt (WAS) und die unsulfierten Anteile (US) wurden nach den DGF-Einheitsmethoden, Stuttgart, 1950-1984, H-III-10 bzw. G-II-6b ermittelt. Der Sulfatgehalt wurde als Natriumsulfat berechnet, die Bestimmung des Wassergehaltes erfolgte nach der Fischer-Methode.

Anwendunqstechnische Beispiele:

Reinigungsvermögen. Zur Demonstration der Reinigungsleistung wurde der sogenannte Tellertest durchgeführt [Fette,Seifen,Anstr ehm. , 74. 163 (1972)]. Es wurde mit Wasser von 50°C bei 3°d bzw. 16°d und einem Einsatz von 0,15 g Glycerinethersulfat pro Liter Wasser sowie einer Rindertalganschmutzung gearbeitet. Die Talgansch ut-zung wurde mit 2 g/Teller (Untertasse von ca. 14 cm Durchmesser, verteilt in der Tassenvertiefung) eingesetzt; die angeschmutzten Teller wurden nach 24 h Lagerung bei Raumtemperatur unter den angegebenen Bedingungen gespült. Die Ergebnisse sind in Tab.2 zusammengefaßt:

Tab.2: Reinigungsvermögen

Glycerinethersulfat Wasserhärte Anzahl gespülter Teller gemäß Bsp. °d

2 3 11
2 16 5

Waschvermögen. Die Untersuchung des Waschvermögens wurde in einem Laundero eter an einer Staub-Hautfett-Anschmutzung auf Polyester- Baumwoll(veredelt)-Gewebe durchgeführt. Die Aufhellung des gewaschenen Gewebes erfolgte durch photometrische Remissionsmessung mit einem Elrepho RFC-3/24-Gerät gegenüber einem Bariumsulfat- Standard, dessen Remission zu 100 % gesetzt wurde. Die Angabe erfolgt in %-Remission (%-R). Nachfolgend sind die Rezepturen für ein phosphatfreies Pulverwaschmittel (Rezeptur A) und ein Flüs- sigwaschmittel (Rezeptur B) sowie die Waschbedingungen aufgeführt. Die Ergebnisse der Waschversuche sind in Tab.3 zusammengefaßt.

Rezeptur A :

8,0 Gew.-% Glycerinethersulfat-Na-Salz, gemäß Bsp.l bzw. 2
4,0 Gew.-% Dehydol(R) LT7, Fa.Henkel
(Anlagerungsprodukt von durchschnittlich 7 Mol
Ethylenoxid an einen technischen

1,5 Gew.-% Talgseife, gehärtet
24,0 Gew.-% Sasil(R), Zeolith A, Fa.Henkel
10,0 Gew.-% Soda
3,0 Gew.-% Wasserglas
15,0 Gew.-% Natriumperborat
20,0 Gew.-% Natriumsulfat

Rezeptur B:

13,0 Gew.-% Glycerinethersulfat-Na-Salz, gemäß Bsp.l bzw. 2
15,0 Gew.-% Dehydol(R) LT7
13,0 Gew.-% Kokosseife
5,0 Gew.-% Triethanolamin
0,5 Gew.-% Citronensäure