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1. WO2008089926 - MASCARA-APPLIKATOR

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Mascara-Applikator

Die Erfindung betrifft einen Mascara-Applikator mit einem Griffteil, das über ein erstes Tragteil eine erste Bürste und über ein zweites Tragteil eine zweite Bürste trägt, wo-bei jeder Bürste ein eigener Vorrat an Mascara zugeordnet ist, und wobei die erste Bürste eine drahtgebundene Bürste mit zwischen verdrillten Drähten gehaltenen Filamenten ist.

Zur Aufbringung von Wimperntusche, sogenannter Mascara, auf die Wimpern eines Menschen ist ein Mascara-Applikator bekannt, der einen Vorratsbehälter, in dem sich die Mascara befindet, und eine mit einem Griffteil versehene Bürste aufweist. Die Bürste ist üblicherweise als sogenannte drahtgebundene Bürste ausgebildet, d.h. zwischen zwei dün-nen, parallel verlaufenden Metalldrähten werden eine Vielzahl von üblicherweise aus Kunststoff bestehenden Filament-Segmenten angeordnet, die sich im wesentlichen senkrecht zur Längsrichtung der Drähte erstrecken. Anschließend werden die Drähte verdrillt, so dass die FilamentSegmente zwi-sehen den Drähten eingeklemmt und gehalten werden und gleichzeitig in Umfangsrichtung verteilt werden, so dass sich ein Borstenfeld ergibt, bei dem jedes Filamentsegment zwei Borsten bildet und die Borsten unregelmäßig über den Umfang verteilt sind und die verdrillten Drähte den stab- förmigen Kern der Bürste bilden. Bei Gebrauch des Mascara-Applikators ergreift der Benutzer das Griffteil und taucht die Bürste in die im Vorratsbehälter befindliche Mascara ein, wobei diese an und zwischen den einzelnen Borsten der Bürste hängen bleibt . Beim Herausziehen der Bürste aus dem Vorratsbehälter wird übermäßige Mascara abgestreift und die Bürste wird anschließend an die Wimpern gebracht und in kämmender Bewegung in Längsrichtung der Wimpern bewegt, wodurch die Mascara auf die Wimpern übertragen wird.

Es ist bekannt, dass es für das ordnungsgemäße Aufbringen der Mascara wesentlich ist, die Wimpern beim Auftragen mittels der Bürste zu vereinzelnen, um jede Wimper über ihren gesamten Umfang mit dem Mascara versehen zu können. Diese Vereinzelung der Wimpern ist mit einer drahtgebundenen

Bürste nicht oder nur im Ausnahmefall zu erzielen, da eine drahtgebundenen Bürste aufgrund der ungleichmäßig über den Umfang verteilten Borsten keine genau definierte Kämmwirkung mit sich bringt. Jedoch läßt sich mit einer drahtge-bundenen Bürste eine relativ große Menge an Mascara aus dem Vorratsbehälter aufnehmen und auf die Wimpern aufbringen, so dass den Wimpern ein sogenanntes großes Volumen gegeben werden kann.

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit der Erzielung eines gleichmäßigen Auftragens der Mascara besteht darin, dass die Menschen unterschiedliche Wimpernformen, Wimpernlängen und Wimperndicken besitzen, und dass auch die Konsistenz und die rheologischen Eigenschaften der Mascara we-sentlichen Einfluss auf das Ergebnis der Anwendung des Mas-cara-Applikators haben.

Es ist ein Mascara-Applikator bekannt, der zwei drahtgebundene Bürsten unterschiedlicher Abmessungen aufweist, um dem Benutzer die Möglichkeit zu geben, für das Auftragen der Mascara diejenige Bürste auszuwählen, die den persönlichen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen am besten entspricht.

Mit einem derartigen Mascara-Applikator wird jedoch nicht das Problem der ungenügenden Kämmwirkung gelöst, die bei drahtgebundenen Bürsten gegeben ist .

Alternativ zu einer drahtgebundenen Bürste sind auch im Kunststoff-Spritzgußverfahren hergestellte Bürsten bekannt (DE 101 02 219 Al) , die radial hervorstehende Finger aus einem weich-elastischen Kunststoff, insbesondere einem Elastomer, aufweisen, wobei die Finger in einer vorbestimm-ten Anordnung auf der Außenseite eines üblicherweise stab- förmigen Trägers angeordnet sind. Die Abmessungen der einzelnen Finger sowie deren gegenseitige Anordnung können so festgelegt werden, dass sich eine gute Kämmwirkung und Vereinzelung der Wimpern beim Auftrag der Mascara ergibt . Die Herstellung im Spritzgußverfahren stellt darüber hinaus sicher, dass die gewünschte Geometrie mit hoher Genauigkeit erreicht wird. Jedoch ist mit einer spitzgegossenen Bürste der Nachteil verbunden, dass nur eine relativ geringe Menge an Mascara aus dem Vorratsbehälter aufgenommen und auf die Wimpern übertragen werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mascara-Applikator der genannten Art zu schaffen, mit dem eine gute Kämmwirkung der Wimpern erreicht und eine relativ große Menge an Mascara auf die Wimpern übertragen werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Mascara-Applikator mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass die zweite Bürste, die zusätzlich zu der ersten drahtgebundenen Bürste vorgesehen ist, eine spritzgegossene Bürste mit aus einem weich-elastischen Kunststoff und insbesondere aus einem Elastomer bestehenden Fingern ist. Durch die Kombination einer spritzgegossenen Bürste und einer drahtgebundenen Bürste in einem einzigen Mascara-Applikator ist es möglich, dass der Benutzer des Mascara-Applikators durch Anwendung der drahtgebundenen ersten Bürste einen guten Übertrag der Mascara auf die Wim- pern erreichen kann, wodurch das optische Erscheinungsbild der Wimpern voluminöser wird, und/oder durch Anwendung der spritzgegossenen zweiten Bürste eine gute Kämmwirkung der Wimpern und dadurch deren Vereinzelung bewirkt .

Der drahtgebundenen ersten Bürste ist ein erster Vorratsbehälter für eine erste Mascara zugeordnet, die in ihren rhe-ologischen und/oder chemischen Eigenschaften auf die Anwendung durch eine drahtgebundene Bürste abgestimmt ist. Der spritzgegossenen zweiten Bürste ist ein zweiter Vorratsbehälter zugeordnet, in dem sich eine zweite Mascara befindet, die in ihren rheologischen und/oder chemischen Eigenschaften auf die Verwendung bei einer spritzgegossenen Bürste abgestimmt ist . Die erste Mascara und die zweite Mascara unterscheiden sich in ihren rheologischen und/oder chemischen Eigenschaften.

In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist dabei vorgesehen, dass die erste Mascara für die drahtgebundene erste Bürste eine höhere Viskosität V1 besitzt und damit steifer ist als die zweite Mascara für die zweite spritzgegossene Bürste, die eine Viskosität V2 besitzt. Das Verhältnis Vx/V2 der Viskosität kann in einem Bereich von 1,05 bis 1,50 und insbesondere in einem Bereich von 1,15 bis 1,25 liegen.

Ein Beispiel der Zusammensetzung der ersten Mascara für die drahtgebundene erste Bürste ergibt sich aus der folgenden Tabelle:



Ein Beispiel für die Zusammensetzung der zweiten Mascara für die spritzgegossene zweite Bürste ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

Phase A in Gew.-%



Die beiden Phasen A und B werden jeweils unabhängig vonein-ander zubereitet und dann unter Rühren zusammengeführt und homogenisiert .

In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, das die erste drahtgebundene Bürste 5 bis 50 Filamente bzw. Filamentsegmente und insbesondere 10 bis 40 Filamente bzw. Filamentsegmente pro Windung des verdrillten Doppel- oder Mehrfachdrahtes aufweist.

Die spritzgegossene zweite Bürste kann auf unterschiedliche Weise hergestellt sein und verschiedene konstruktive Aufbauten aufweisen. In einer möglichen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die spritzgegossene zweite Bürste einen aussteifenden Kunststoffkern besitzt, der auf seiner Außenseite die Finger trägt, wobei vorzugsweise der aussteifende Kunststoffkern, der aus einem harten, stabilen Kunststoffmaterial besteht, außenseitig mit einem Mantel aus einem weich elastischen Kunststoff versehen ist, auf dessen Außenseite die Finger angeformt sind.

Dabei ist es möglich, den Kunststoffkern zumindest abschnittsweise als Hohlkörper auszubilden und mit einem vorgegebenen Muster an Durchbrechungen und Löchern zu versehen, wobei die Finger bzw. deren weich elastisches Kunst-Stoffmaterial bei der Herstellung der Bürste durch den Innenraum des hohlen Kunststoffkerns zugeführt wird und an den Löchern oder Durchbrechungen austritt und die Finger bildet, so dass sich die Finger an ihrem dem Kunststoffkern zugewandten Ende bis in den Innenraum des Kunststoffkerns erstrecken und dessen Wandung durchdringen.

In handhabungstechnischer Hinsicht hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn das erste Trägerteil und das zweite Trägerteil jeweils stabartig ausgebildet sind und auf entgegenge setzten Seiten von dem Griffteil auskragen. Jedes Tragteil trägt an seinem dem Griffteil abgewandten Ende die jeweilige Bürste.

Das zwischen den Bürsten angeordnete Griffteil kann eine zylindrische äußere Form und insbesondere eine kreiszylindrische Form besitzen. Alternativ ist es jedoch auch möglich, dem Griffteil eine äußere Form nach Art eines Tonnenkörpers zu geben und/oder auf der Außenoberfläche des
Griffteils eine Strukturierung oder zumindest abschnitts-weise eine rutschhemmende Beschichtung aufzubringen.

Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:

Fig. 1 Eine Seitenansicht des Griffteils und der
beiden Bürsten des erfindungsgemäßen Masca- ra-Applikators und

Fig.2 in der unteren Hälfte eine Seitenansicht des
geschlossenen Mascara-Applikators und in der oberen Hälfte eine entsprechende Schnittdarstellung.

Ein in den Figuren 1 und 2 dargestellter Mascara-Applikator 10 besitzt ein aus einem zylindrischen Kunststoffkörper bestehendes Griffteil 11, aus dem ein stabförmiges erstes Tragteil 12, das einstückig mit dem Griffteil 11 verbunden ist, axial herausragt. Am vorderen, freien Ende des ersten Tragteils 12 ist eine erste Bürste 13 angeordnet, die als drahtgebundene Bürste ausgebildet ist und zwei dünne, miteinander verdrillte Metalldrähte 14 besitzt, die den stab-förmigen Kern der ersten Bürste 13 bilden und zwischen denen eine Vielzahl von Filamentsegmenten 15 angeordnet und gehalten sind.

Auf der dem ersten Tragteil 12 entgegengesetzten Seite des Griffteils 11 ragt ein stabförmiges zweites Tragteil 16, das ebenfalls einstückig mit dem Griffteil 11 ausgebildet ist, axial hervor und trägt an seinem vorderen freien Ende eine zweite Bürste 17, die als spritzgegossenen Bürste ausgebildet ist und eine Vielzahl von aus einem weich elastischen Kunststoff bestehende Finger 19 besitzt, die auf der Außenseite eines stabförmigen, sich axial erstreckenden Kunststoffkerns 18 angeordnet sind.

Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, ist der ersten Bürste 13 ein erster Vorratsbehälter 20 zugeordnet, in dessen Innenraum 21 eine erste Mascara enthalten ist. Die erste Bürste 13 kann in den Innenraum 21 des ersten Vorratsbehälters 20 eingeführt werden, wobei der erste Vorratsbehälter 20 mit dem Griffteil 11 verschraubt oder verrastet werden kann.

In gleichartiger Weise ist der zweiten Bürste 17 ein zweiter Vorratsbehälter 22 zugeordnet, in dessen Innenraum 23 sich eine zweite Mascara befindet. Auch der zweite Vorratsbehälter 22 kann in der Nicht-Gebrauchsstellung mit dem Griffteil 21 verschraubt oder verrastet werden.

Die erste Mascara und die zweite Mascara unterscheiden sich in ihren rheologischen und/oder chemischen Eigenschaften und sind jeweils an die Funktionalität der zugeordneten Bürste 13 bzw.17 angepasst .

Wie Figur 2 zeigt, ist zwischen der Außenoberfläche des ersten Vorratsbehälters 20 und der Außenoberfläche des Griffteils 11 sowie zwischen dieser und der Außenoberfläche des zweiten Vorratsbehälters 22 jeweils ein glatter, stufenloser Übergang gebildet. Wenn ein Benutzer eine der beiden Mascaras auf die Augenwimpern auftragen möchte, zieht er die zugeordnete Bürste aus dem entsprechenden Vorratsbehälter heraus, wobei die Bürste beim Herausziehen in übli-eher Weise abgestreift und von einer übermäßigen Menge an Mascara befreit wird. Der dabei nicht benötigte andere Vorratsbehälter bildet eine Verlängerung des Griffteils 11, so dass für den Benutzer ein relativ langgestreckter Griffkörper zur Verfügung steht, der aus dem Griffteil 11 und dem aufgesetzten Vorratsbehälter besteht und der dem Benutzer die Handhabung des Mascara-Applikators erleichtert .