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1. WO2008086970 - KIESELSOL-MATERIAL ZUR HERSTELLUNG VON BIOLOGISCH DEGRADIERBAREN UND/ODER RESORBIERBAREN KIESELGEL-MATERIALIEN, DESSEN HERSTELLUNG UND VERWENDUNG

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Patentansprüche

1. Kieselsol-Material dadurch erhältlich, dass
a) eine Hydrolyse-Kondensationsreaktion von einer oder mehrerer Si-Verbindungen der Formel (I)
SiX4 (I)
in der die Reste X gleich oder verschieden sind und Hydroxy, Wasserstoff, Halogen, Amino, Alkoxy, Acyloxy, Alkylcarbonyl und/oder Alkoxycarbonyl bedeuten und sich von Alkyl-Resten ableiten, die gegebenenfalls substituierte geradkettige, verzweigte oder cyclische Reste mit 1 bis 20 Kohlenstoff-Atomen, bevorzugt mit 1 bis 10 Kohlenstoff- Atomen, darstellen und durch Sauerstoff- oder Schwefelatome oder durch Amino- Gruppen unterbrochen sein können,
sauer katalysiert bei einem anfänglichen pH-Wert von 0 bis < 7, gegebenenfalls in Gegenwart eines wasserlöslichen Lösungsmittels, über mindestens 16 h bei einer Temperatur von 00C bis 800C durchgeführt wird,
b) durch nachfolgendes Eindampfen eine einphasige Lösung mit einer Viskosität im Bereich von 0,5 bis 2 Pa s bei einer Scherrate von 10 s'1 bei 4 0C erzeugt wird, c) diese Lösung nachfolgend abgekühlt und
d) einer kinetisch kontrollierten Reifung unterworfen wird, wobei ein homogenes SoI gebildet wird.

2. Kieselsol-Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die saure Katalyse salpetersaurem H2O in einem molaren Verhältnis im Bereich 1 : 1,7 bis 1 :1,9, bevorzugt im Bereich von 1 :1,7 bis 1 : 1,8 eingesetzt wird und die Hydrolyse-Kondensationsreaktion mindestens 16 h, bevorzugt 18 h und zwischen 20 und 6O0C, besonders bevorzugt bei

Raumtemperatur (20 bis 25°C) durchgeführt wird.

3. Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrolyse- Kondensationsreaktion in Schritt a) bei 20 bis 6O0C, bevorzugt 20 bis 500C, besonders bevorzugt bei Raumtemperatur (20 bis 25°C) über einen Zeitraum von mindestens 16 h bis zu

4 Wochen, bevorzugt 18 h bis 4 Wochen, besonders bevorzugt 24 h bis 18 Tage, ganz besonders bevorzugt zwischen 3 bis 8 Tage, durchgeführt wird.

4. Material nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt b) in einer geschlossenen Apparatur bei einer Reaktionstemperatur von etwa 30 bis etwa 900C abläuft.

5. Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung in Schritt c) auf 2 0C bis 4 0C, bevorzugt auf 4 0C abgekühlt wird.

6. Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reifung in Schritt d) bei einer Temperatur von 2 0C bis 4 0C, bevorzugt bei 4°C erfolgt.

7. Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt d) die Reifung bis zu einer Viskosität des SoIs von 30 bis 100 Pa s bei einer Scherrate von 10 s-1 bei 4 0C und einem Verlustfaktor von 2 bis 5 (bei 4°C, 10 l/s, 1% Deformation) durchgeführt wird

8. Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in Schritt a) eingesetzte Si- Verbindung Tetraethoxysilan ist.

9. Verwendung eines Materials nach einem der Ansprüche 1 bis 9 als Material für die Herstellung biologisch degradierbarer und/oder biologisch resorbierbarer Kieselgel- Materialien.

10. Verwendung eines Materials nach einem der Ansprüche 1 bis 8 als Spinnmaterial für die Herstellung biologisch degradierbarer und/oder biologisch resorbierbarer Fasern und Vliese in der Humanmedizin und/oder Medizintechnik, insbesondere für die Wundbehandlung und/oder Wundheilung.

1 1. Verwendung eines Materials nach einem der Ansprüche 1 bis 8 als Material für die Herstellung einem/r biologisch resorbierbaren und/oder bioaktivem/n Pulver, Monolith und/oder Beschichtung.

12. Biologisch resorbierbare(s) und/oder bioaktive(s) Pulver, Monolith und/oder Beschichtung dadurch gekennzeichnet, dass diese mittels mindestens einem weiteren Schritt ausgehend vom

Kieselsol nach einem der Ansprüche 1 bis 8 hergestellt werden.

13. Biologisch degradierbares und/oder biologisch resorbierbares Fasermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kieselsol nach einem der Ansprüche 1 bis 8 nachfolgend in einem Spinnprozess versponnen wird.

14. Biologisch degradierbares und/oder biologisch resorbierbares Fasermaterial nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasermaterial Fasern, Endlosfäden, Vliesen und/oder Gewebe umfasst.

15. Verfahren zur Herstellung eines zu mindestens 70% des gesamten Reaktionsansatzes verspinnbaren Kieselsol-Materials, durch
a) eine mindestens 16 stündige Hydrolyse-Kondensationsreaktion von einer oder mehrerer Si-Verbindungen der Formel (I)
SiX4 (I)
in der die Reste X gleich oder verschieden sind und Hydroxy, Wasserstoff, Halogen,

Amino, Alkoxy, Acyloxy, Alkylcarbonyl und/oder Alkoxycarbonyl bedeuten und sich von Alkyl-Resten ableiten, die gegebenenfalls substituierte geradkettige, verzweigte oder cyclische Reste mit 1 bis 20 Kohlenstoff-Atomen, bevorzugt mit 1 bis 10 Kohlenstoff- Atomen, darstellen und durch Sauerstoff- oder Schwefelatome oder durch Amino-Gruppen unterbrochen sein können,
b) Eindampfen zur Erzeugung einer einphasigen Lösung vorzugsweise bei einer gleichzeitigen schonenden Durchmischung des Reaktionssystems,
c) Abkühlung der einphasigen Lösung und
d) kinetisch kontrollierten Reifung zur Erzeugung des Kieselsol-Materials.

16. Verfahren zur w-v/Tro-Vermehrung von Zellen, wobei eine Fasermatrix aus Fasern gemäß einem der Ansprüche 13 und/oder 14 als Zellstützsubstanz und/oder Leitstruktur für die von den Zellen gebildete extrazelluläre Matrix dient.

17. Zellenverbund, Gewebe und/oder Organe, herstellbar gemäß dem Verfahren nach Anspruch 16.

18. Zellenverbund, Gewebe und/oder Organe mit einer Fasermatrix aus Polykieselsäure, wobei die biologisch degradierbare und/oder biologisch resorbierbare Fasermatrix nach einer Zeitperiode von 4 Wochen nach erstmaliger in-vitro Zellbesiedelung zu mindestens 60% identisch mit der usprünglichen 2- bzw. 3- dimensionale Form der Fasermatrix ist