In Bearbeitung

Bitte warten ...

PATENTSCOPE ist einige Stunden aus Wartungsgründen am Dienstag 26.10.2021 um 12:00 PM MESZ nicht verfügbar
Einstellungen

Einstellungen

Gehe zu Anmeldung

1. WO2010031503 - VORRICHTUNG ZUR ERWÄRMUNG STANGENARTIGER WERKSTÜCKE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger Werkstücke

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger elektrisch leitender Werkstücke nach dem Schutzanspruch 1.

Die prozesstechnischen Anforderungen der Temperaturführung bei der Erwärmung von Aluminiumbolzen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die richtige Bolzentemperatur ist von zentraler Bedeutung für einen wirtschaftlichen und qualitätsgerechten Strangpressbetrieb. Die Problematik des Anwärmpro-zesses unterscheidet heute in der Regel zwei Teilaufgaben: Die Erwärmung des Bolzens auf Presstemperatur und die Erzeugung eines axialen Blocktem-peraturprofils (Taper), welches die Erwärmung während des Umformprozesses derart kompensiert, dass ein isothermer Pressprozess erreicht wird. Nach dem heutigen Stand der Technik stehen zur Erwärmung der Bolzen im Wesentlichen drei Alternativen zur Verfügung: Die brennstoffbeheizte Erwärmung mit integrierter Warmschere, die Bolzenerwärmung mit Induktionsanlagen sowie die kombinierte Bolzenerwärmung mit Gasschnellanwärmöfen und Induktionsanlagen.

Bei der brennstoffbeheizten Erwärmung lässt sich ein Temperaturprofil im abgescherten Bolzen mit Hilfe einer Kopfbeheizung erzeugen. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass eine flexible und kurzfristige Sollwertänderung in der Praxis nicht zu realisieren ist. Bei der Erwärmung mit Induktionsanlagen ist der sogenannte Hochleistungsofen mit mehrlagiger Wicklung und mit mehreren axial angeordneten Heizzonen Stand der Technik. Dieser Anlagentyp hat allerdings den Nachteil, dass auf Grund der Leistungsdichteverteilung mit Verkürzung der Blocklänge der Durchsatz abnimmt.

Bei der kombinierten Bolzenerwärmung mit Gasschnellanwärmöfen und Induktionsanlagen findet zunächst eine Grunderwärmung mit einem konventionellen Mehrzonengasofen statt, während die definierte Feineinstellung der Temperatur mit einem mehrzonigen Induktionsofen erfolgt. Prinzipiell ist bei dieser Erwärmungsvariante die Prozesskette wie folgt gegliedert:

Die Aluminiumstangen sind in einem Blockmagazin je nach Legierungstyp eingelagert. Gemäß Prozessprogramm werden die Aluminiumstangen in dem Gasofen vorgewärmt und mit einer Warmblockschere auf die notwendige Blocklänge angepasst. Der so erwärmte und abgescherte Bolzen wird mittels gängiger Handhabungsmittel aus dem Gasofen entnommen und einem Induktionsofen zugeführt. Hier erfolgt die Feineinstellung auf die gewünschte Blocktemperatur mit axialen Temperaturgradienten. Die Anforderungen an den Gasofen fallen hier niedriger aus, da der Gasofen hier nur eine Grundtemperatur liefern muss, um das Warmscheren des Aluminiumblocks zu ermöglichen.

Nachteilig bei den vorgenannten Erwärmungsvorrichtungen ist, dass diese auf Grund des hohen erforderlichen Energieeinsatzes nur begrenzt wirtschaftlich sind. Zwar konnte durch das Prinzip einer Vorerwärmung des Stangenguts in dem Gasofen mit nachfolgender Scherung und der nachfolgenden Erwärmung des abgescherten Bolzens in einem Induktionsofen der Energieverbrauch gesenkt werden, jedoch gestaltet sich die Übergabe des vorgewärmten Bolzens als problematisch. Zum Einen findet hier eine unkontrollierbare Abkühlung des Bolzens statt, zum Anderen ist der Produktionsprozess durch die Beschickung der einzelnen Öfen sehr aufwendig.

Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger elektrisch leitender Werkstücke zu schaffen, die eine kontinuierlich kontrollierte Erwärmung des Stangenmaterials ermöglicht und bei der der Handhabungsaufwand minimiert ist. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Vorrichtung zwei hintereinander geschaltete Erwärmungsmodule umfasst, welche über ein Steuermodul miteinander gekoppelt sind, so dass eine durchgehende Erwärmungskammer gebildet ist, wobei das erste Erwärmungsmodul durch einen Gasofen und das zweite Erwärmungsmodul durch einen Induktionsofen gebildet ist.

Mit der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger elektrisch leitender Werkstücke geschaffen, die eine kontinuierlich kontrollierte Erwärmung des Stangenmaterials ermöglicht und bei der der Handhabungsaufwand minimiert ist. Das Stangenmaterial wird innerhalb des Gasofens vorgewärmt und - ohne, dass es eines weiteren Handhabungsprozess bedarf - in das zweite Erwärmungsmodul gefördert, wo mittels eines Induktionsofens ein definierter Stangenbereich mit einem axialen Temperaturprofil beaufschlagt wird. Dieser Stangenbereich kann nachfolgend über eine Trennvorrichtung abgehängt werden.

In Weiterbildung der Erfindung weist der Induktionsofen wenigstens zwei Heiz-zonen auf, welche unabhängig voneinander regelbar sind. Hierdurch ist die

Möglichkeit geschaffen, den Bolzen mit einem definierten axialen Temperaturprofil zu beaufschlagen.

In Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem ersten und dem zweiten Er-wärmungsmodul ein thermisches Entkopplungsmodul angeordnet. Hierdurch ist eine unkontrollierbare Wechselwirkung zwischen den beiden Erwärmungsmodulen verhindert, wodurch die Kontrollierbarkeit des Erwärmungsprozesses erhöht ist.

- A -

Bevorzugt ist das Entkopplungsmodul derartig ausgebildet, dass ein Flammenüberschlag vom ersten Erwärmungsmodul in das zweite Erwärmungsmodul verhindert ist.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Induktionsofen feldverteilerfrei ausgeführt. Da der Induktionsofen des zweiten Erwärmungsmoduls auf Grund des Durchlaufbetriebes immer vollständig gefüllt ist, ist es nicht erforderlich, abweichende Blocklängen zu kompensieren, wodurch der Einsatz von Feldverteilern entfallen kann. Hierdurch ist die Wirtschaftlichkeit der Vorrichtung erhöht.

Bevorzugt sind an dem zweiten Erwärmungsmodul Mittel zum Ablängen eines erwärmten Werkstücks angeordnet. Hierdurch ist eine In Process-Ablängung des Stangenbereichs mit einem definierten axialen Temperaturprofil mit an-schließender Zuführung in den Pressbetrieb ermöglicht. Bevorzugt sind die Mittel zum Ablängen durch eine Warmschere oder eine Warmsäge gebildet.

Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Die einzige Figur zeigt die schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger elektrisch leitender Werkstücke.

Die als Ausführungsbeispiel gewählte Vorrichtung zur Erwärmung stangenartiger elektrisch leitender Werkstücke besteht im Wesentlichen aus einem Gasofen 1 , der über einen thermischen Entkopplungsring 3 mit einem Induktionsofen 2 verbunden ist. An den Induktionsofen 2 schließt sich eine Warmschere 4 zur Ablängung eines Bolzens 5 an.

Der Gasofen 1 ist an seiner dem Induktionsofen 2 abgewandten Seite mit einem -nicht dargestellten - Wärmeschott versehen. Dieses Wärmeschott dient der Reduzierung von aus dem Ofen austretender Wärme.

Der Induktionsofen 2 ist ein sogenannter langer Induktionsofen mit integrierter Taperzone. Dieser Ofen entspricht grundsätzlich dem in der Vergangenheit eingesetzten Induktionsofen, der als Durchstoßofen arbeitet. Durch Integration von mehreren unabhängig regelbaren Heizzonen in die Auslaufzone wird die

Möglichkeit geschaffen, einen Werkstückabschnitt mit einem axialen Temperaturprofil zu beaufschlagen. Gasofen 1 und Induktionsofen 2 sind über einen thermischen Entkopplungsring 3 miteinander verbunden. Der Entkopplungsring 3 ist derart ausgeführt, dass ein Flammenüberschlag vom Gasofen 1 in den Induktionsofen 2 verhindert ist. Durch den Gasofen 1 sowie den Induktionsofen 2 ist durchgehend ein - nicht dargestellter - Rollenförderer eingebracht, welcher eine kontinuierliche durchgängige Beschickung der Öfen 1 , 2 ermöglicht.

Die Steuerung des Gasofens 1 und des Induktionsofens 2 erfolgt über ein - nicht dargestelltes - Steuerungsmodul, welches die Prozesstemperaturen in Abhängigkeit der jeweiligen Prozesszustände der beiden Öfen 1 , 2 steuert.

An seiner dem Gasofen 1 entgegengesetzten Seite ist an dem Induktionsofen 2 eine Warmschere 4 angeordnet. Die Warmschere 4 ermöglicht eine definierte Ablängung eines mit dem gewünschten temperaturbeaufschlagten Bolzens 5 von dem in der Vorrichtung befindlichen erwärmten stangenartigen Werkstück.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung verknüpft in einer durchgehenden Erwärmungskammer die kostengünstige Gaserwärmung als Grundlast mit einem mehrzonigen, leistungsstarken Induktionsofen für den Taperbetrieb. Durch Auslegung des Gasofens an einen Grundlastbetriebspunkt bewegt sich der Wirkungsgrad des Gasofens in einem optimierten Bereich. Der Induktionsofen dient nur zur Aufbringung eines axialen Temperaturgradienten. Damit liegt der Wirkungsgrad beim Gasofen um ca. 60 %, beim Induktionsofen bei ca. 66 %. Da der Induktionsofen immer gefüllt ist und somit abweichende Blocklängen nicht kompensiert werden müssen, werden Feldverteiler, wie sie bei Induktionsöfen des Standes der Technik erforderlich sind, nicht benötigt. Durch die Verlagerung von prozessbedingten Durchwärmzeiten in dem Warmscher- oder Warmsägezyklus können Prozessnebenzeiten verkürzt werden. Darüber hinaus entfällt die im Stand der Technik erforderliche aufwendige Förder- und Handhabungstechnik. Diese wird durch die innerhalb der Vorrichtung angeordnete Fördereinrichtung ersetzt. Beispielweise kann ein konventionelles Ladeschalensystem eingesetzt werden. Durch die wesentlich verkürzten Transportzeiten wird weiterhin ein geringerer Energieverlust durch Abstrahlung bewirkt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht eine vollständig kontrollierbare Automatisierung der Bolzenerwärmung im Strangpressbetrieb.