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1. (WO2015063149) EINRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM BEHANDELN VON FUTTERMITTEL
Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

Einrichtung und Verfahren zum Behandeln von Futtermittel

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung und ein Verfahren zum Behandeln von Futtermittel.

Pflanzen sind in ihrer natürlichen Umgebung regelmäßig Angriffen von verschiedenen Fressfeinden und Mikroorganismen ausgesetzt. Dabei können insbesondere Mikroorganismen Angriffsstoffe wie etwa bestimmte Enzyme produzieren, welche das Pflanzenmaterial anzugreifen vermögen. Derartige Angriffsstoffe können insbesondere eine Aufspaltung von Pflanzenmaterial erzwingen, beispielsweise durch eine Hyd-rolyse. Um sich gegen derartige Angriffe zu schützen, haben viele Pflanzen Abwehrstoffe oder Frassgifte entwickelt. Derartige Abwehrstoffe sind häufig derart ausgebildet, dass sie über Andockstellen verfügen, an welche die Angriffsstoffe oder Enzyme bevorzugt andocken, so dass sie blockiert werden und keinen Angriff auf das eigentliche Pflanzenmaterial mehr durchzuführen vermögen. Soll Pflanzenmaterial als Futtermittel für Nutztiere oder Haustiere verwendet werden, können derartige Abwehrstoffe den Ver-dauungsprozess bei Tieren beeinträchtigen. So weist bei-spielsweise die Magenflora der meisten Tiere eine Vielzahl von Mikroorganismen auf, die bei der Verdauung mithelfen und ähnliche oder gleiche Enzyme produzieren, wie diejenigen, gegen welche die Abwehrstoffe vorgesehen sind.

Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Einrichtung und ein Verfahren bereitzustellen, welche Futtermittel derart zu behandeln vermögen, dass eine verbesserte Verdaulichkeit erreicht wird.

Diese Aufgabe wird mit der Einrichtung und dem Verfahren gemäß den unabhängigen Ansprüchen erreicht.

Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Im Rahmen dieser Beschreibung kann ein Futtermittel insbesondere ein pflanzliches Futtermittel sein und/oder Pflanzen und/oder pflanzliches Material umfassen, insbesondere Eiweißpflanzen und/oder pflanzliches Material daraus. Futtermittel kann eine Mischung verschiedener Sub-stanzen, Pflanzen und/oder Materialien umfassen, insbesondere solche pflanzlicher Art. Futtermittel kann allgemein dazu vorgesehen sein, Tieren, insbesondere Nutztieren und/oder Haustieren, zur Verfütterung bereitgestellt zu werden. Als Futtermittel können auch Materialien angesehen werden, die erst nach einer noch durchzuführenden Behandlung zur Verfütterung vorgesehen sind, und/oder die unbehandelt und/oder behandelt und/oder vermischt zur Verfütterung vorgesehen sind. Es kann vorgesehen sein, dass das Futtermittel mit anderen Materialien gemischt wird und/o-der einer Nachbehandlung unterzogen wird, bevor es den Tieren bereitgestellt wird.

Erfindungsgemäß ist eine Einrichtung zum Behandeln von Futtermittel vorgesehen. Die Einrichtung umfasst einen Hydrolysebehälter zur Aufnahme einer Mischung, welche Wasser und zu behandelndes Futtermittel umfasst. Die Einrichtung ist dazu ausgebildet, die Mischung im Hydrolysebehälter eine Hydrolysereaktion durchführen zu lassen. Während der Hydrolysereaktion greifen die Angriffsstoffe der die Reaktion durchführenden Mikroorganismen die im Futtermittel enthaltenen Abwehrstoffe an und/oder aktivieren diese. Durch die Wechselwirkung mit den Angriffsstoffen werden die vorhandenen Abwehrmittel abgebaut und/oder erschöpft, so dass nach der Reaktion die Abwehrstoffe im Wesentlichen oder vollständig abgebaut sind. Dadurch werden die Futtermittelqualität und die Verdaulichkeit des Futtermittels für Tiere erhöht. Es können auch Materialien als Futtermittel erschlossen werden, die üblicherweise aufgrund ihrer Unverdaulichkeit nicht verfüttert werden. Das Futtermittel kann allgemein pflanzliche Materialien unterschied-licher Art umfassen, die zur Verfütterung an Tiere vorgesehen sind. Es ist vorstellbar, dass das Futtermittel als organische Trockenmasse und/oder in Flüssigkeit aufgenommen und/oder angefeuchtet bereitgestellt ist. Allgemein kann das Futtermittel zerkleinert sein oder werden, etwa zerhäckselt, um eine große Reaktionsoberfläche zu bieten.

Eine entsprechende Bearbeitung kann vor dem Mischen mit Wasser und/oder vor Einführen in den Hydrolysebehälter erfolgen. Es kann eine Futtermittelzufuhreinrichtung vorgesehen sein, welche das Futtermittel in den Hydrolysebehäl-ter zuzuführen vermag. Die Einrichtung kann eine Wasserzufuhreinrichtung aufweisen, welche Wasser in den Hydrolysebehälter zuzuführen vermag. Alternativ oder zusätzlich kann eine Mischungszufuhreinrichtung vorgesehen sein, welche stromauf des Hydrolysebehälters in einer Mischeinrich-tung mit Futtermittel gemischtes Wasser in den Hydrolysebehälter zuzuführen vermag. Die Mischung kann bereits als Mischung in den Hydrolysebehälter eingefüllt werden. Es ist vorstellbar, dass die Einrichtung eine Mischungsabfuhreinrichtung aufweist, vermittels welcher die Mischung aus dem Hydrolysebehälter abführbar ist. Es können geeignete Fluideinrichtungen wie Ventile, Anschlüsse und/oder Leitungen, vorgesehen sein, vermittels welcher die Zufuhr und/oder Abfuhr von Material in den Hydrolysebehälter steuerbar ist. Eine Steuereinrichtung, insbesondere eine elektronische Steuereinrichtung, kann dazu ausgebildet sein, eine oder mehrere und/oder die Fluideinrichtungen und/oder Antriebe und/oder weitere der Einrichtung zugeordneten Komponenten entsprechend anzusteuern und/oder Signale von zugeordneten Sensoren zu empfangen und/oder auszuwerten und/oder die Einrichtung basierend auf solchen Signalen anzusteuern. Die Hydrolysereaktion kann durch Mikroorganismen und/oder von diesen bereitgestellten Angriffsstoffen wie Enzymen bewirkt werden, welche etwa ohnehin schon im Futtermittel vorhanden sind und/oder durch eine Impfung hinzugeführt werden. Eine entsprechende Imp-feinrichtung kann vorgesehen sein. Es kann vorgesehen sein, dass Wasser und Futtermittel getrennt voneinander in den Hydrolysebehälter eingeführt werden. Der Hydrolysebehälter kann eine Rühreinrichtung aufweisen, welche es vermag, die Mischung durchzurühren. Dazu kann beispielsweise ein geeigneter Antrieb vorgesehen sein, welcher dazu ausgebildet sein kann, eine Welle und/oder Rührflügel und/oder eine Rührschnecke anzutreiben. Die Einrichtung kann allgemein dazu ausgebildet sein, ein hierin beschriebenes Verfahren durchzuführen. Alternativ oder zusätzlich kann eine Verwendung einer hierin beschriebenen Einrichtung zum Behandeln von Futtermittel vorgesehen sein. Der Hydrolysebehälter kann als Modul und/oder in einem transportierbaren Container ausgebildet sein. Es ist vorstellbar, dass der Hydrolysebehälter als Teil einer Biogasanlage ausge-bildet ist. Durch die Hydrolyse kann allgemein der Anteil an antinutriven Substanzen wie etwa Abwehrstoffen im Futtermittel reduziert werden. Dabei können neben Blockierung von Andockstellen auch Zersetzungs- und/oder Umwandlungsprozesse auftreten.

Die Einrichtung kann eine Sensoreinrichtung aufweisen, welche dazu ausgebildet ist, die Reaktion im Hydrolysebehälter zu überwachen. Die Sensoreinrichtung kann ein oder mehrere Sensoren aufweisen, die etwa nach gleichen oder unterschiedlichen Messprinzipien die Reaktion zu überwachen vermögen. Derartige Sensoren können beispielsweise optische, photometrische, Infrarot-Sensoren, aktive und/oder passive Sensoren, und/oder Säure-Sensoren umfassen. Insbesondere können Sensoren vorgesehen sein, welche die Anwesenheit und/oder Konzentration einer bestimmten Säu- reart, etwa Essigsäure, zu erfassen vermögen. Die Sensoreinrichtungen und/oder Sensoren der Sensoreinrichtung können mit einer Steuereinrichtung verbunden oder verbindbar sein, welche die Einrichtung zum Behandeln von Futter-mittel und/oder zugeordnete Fluideinrichtungen zu steuern vermag. Die Steuereinrichtung kann insbesondere dazu vorgesehen sein, eine Rühreinrichtung und/oder Ventileinrichtung und/oder Zufuhren und/oder Abfuhren und/oder Pumpen der Einrichtung zu steuern. Das Überwachen der Reaktionen im Hydrolysebehälter kann insbesondere das Überwachen eines pH-Wertes und/oder eines Gehalts und/oder einer Konzentration und/oder der Anwesenheit mindestens einer bestimmten Säureart umfassen, beispielsweise einer oder mehrerer bei einer säurebildenden Phase entstehenden Säure und/oder Essigsäure und/oder beispielsweise einer oder mehrerer kurzkettiger Säuren. Dadurch kann eine Einschätzung des Fortschritts der Hydrolysereaktion im Hydrolysebehälter bereitgestellt werden.

Es ist vorstellbar, dass die Einrichtung eine Anfütte-rungseinrichtung aufweist und/oder daran angeschlossen o-der anschließbar ist. Eine Anfütterungseinrichtung kann allgemein dazu ausgebildet sein, Anfütterungsmittel für Hydrolyse durchführende Mikroorganismen bereitzustellen. Anfütterungsmittel kann insbesondere ein oder mehrere Materialien umfassen, welche eine schnelle Vermehrung der für die Hydrolyse relevanten Mikroorganismen ermöglichen. Geeignete Anfütterungsmittel können beispielsweise Zucker, etwa Fructose oder herkömmlicher Zucker und/oder Sirup, etwa Rübensirup, und/oder Aminosäure oder Aminosäuren und/oder Lipid oder Lipide und/oder ähnliche Materialien umfassen und/oder enthalten. Die Anfütterungseinrichtung kann dazu ausgebildet und/oder ansteuerbar sein, zu Beginn und/oder während der Hydrolysereaktion, insbesondere wäh-rend einer Anlaufphase, das Anfütterungsmittel bereitzu- stellen. Alternativ oder zusätzlich kann die Anfütterungs-einrichtung dazu ausgebildet sein, Anfütterungsmittel dem zuzuführenden Wasser und/oder zuzuführenden Futtermittel und/oder der Mischung vor der Zuführung in den Hydrolyse-behälter zuzuführen. Der Anteil des Anfütterungsmittels innerhalb der Mischung kann deutlich geringer sein als der Anteil an Futtermittel, und kann beispielsweise bei 1 % Volumenanteil und/oder Gewichtsanteil oder weniger liegen.

Bei der Mischung kann der Wasseranteil der Mischung größer sein als der Futtermittelanteil, etwa nach Volumen und/oder Gewicht. Dabei kann allgemein der Wasseranteil der Mischung als der Anteil an freiem Wasser gesehen werden, welcher nicht im Futtermittelanteil und/oder im pflanzli-chen Material des Futtermittels gebunden und/oder aufgenommen ist.

Der Wasseranteil der Mischung kann mindestens oder etwa 50% oder 60%, insbesondere 70 %, mindestens oder etwa 80 % und/oder mindestens und/oder etwa 90 % betragen. Durch einen hohen Wasseranteil werden die Bedingungen die Vermehrung der für die Hydrolyse relevanten Mikroorganismen erhöht, die in einer feuchten Umgebung besonders günstige Bedingungen für ihr Wachstum haben. Außerdem werden ein guter Transport der Mikroorganismen und eine gute Durchmischung der Mischung ermöglicht.

Bei einer Weiterbildung kann die Einrichtung dazu ausgebildet sein, die Reaktionen im Hydrolysebehälter basierend auf Sensorsignalen von einer Sensoreinrichtung hin zu beenden, etwa wenn eine Acidogenese und/oder säurebildende Phase auftritt und/oder Produkte der Hydrolysereaktion in unerwünschtem Umfang umwandelt. Das Auftreten und/oder Maß an Umwandlung durch eine solche Phase kann durch die Sen-sorsignale angezeigt und/oder repräsentiert sein. Die Sen- sorsignale können einen Beginn und/oder einen Zustand einer die durch die Hydrolyse erzeugten Produkte verarbeitenden Phase wie einer Acidogenese beschreiben. Die Sensorsignale können gespeichert werden und/oder einen zeit-liehen Verlauf einer überwachten Größe bereitstellen. Die Sensoreinrichtung kann eine hierin beschriebene Sensoreinrichtung sein. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung dazu ausgebildet sein, den Säuregehalt und/oder die Säurekonzentration und/oder zeitliche Änderungen hiervon zu erfassen und entsprechende Signale bereitzustellen, insbesondere bezüglich bestimmter Säuren, etwa kurzkettiger Säuren und/oder Essigsäure, und/oder in einer säurebildenden Phase und/oder einer die Produkte der Hydrolysephase umwandelnden Phase der Vergärung entstehender Säuren. All-gemein kann die Einrichtung dazu ausgebildet sein, bei Erkennen des Einsetzens einer säurebildenden Phase und/oder einer Acidogenese und/oder bei einer bestimmten Reaktionsrate einer solchen Phase die Reaktion im Hydrolysebehälter abzubrechen, etwa durch Abpumpen der Mischung aus dem Hydrolysebehälter und/oder hinzufügen reaktionshemmender Substanzen. Allgemein kann die Einrichtung dazu ausgebildet sein, das Umwandeln und/oder weitere Vergärung von durch die Hydrolysereaktion erzeugten Produkten zu behindern und/oder zu unterbinden, insbesondere die Umwand-lung durch eine Acidogenesephase, etwa durch Anhalten und/oder Beenden der Reaktion im Hydrolysebehälter. Es kann eine physikalische Unterbrechung oder Behinderung der Reaktion vorgesehen sein, etwa durch Bestrahlung mit Radiowellen und/oder Mikrowellen.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Behandeln von Futtermittel, insbesondere mit einer hierin beschriebenen Einrichtung. Das Verfahren umfasst das Bereitstellen einer Mischung, welche Wasser und zu behandelndes Futter-mittel umfasst, in einem Hydrolysebehälter, sowie das Durchführen einer Hydrolysereaktion der Mischung im Hydrolysebehälter. Das Wasser und das Futtermittel können bereits als Mischung zugeführt werden. Alternativ oder zusätzlich ist vorstellbar, dass Wasser und Futtermittel je-weils getrennt eingeführt werden. Dabei kann das Futtermittel bereits vorbefeuchtet sein und/oder als organisches Festmaterial zugeführt werden. Die Hydrolysereaktion kann durch geeignete Mikroorganismen innerhalb der Mischung und/oder durch zusätzlich zugeführte Mikroorganismen durchgeführt werden. Der Mischung und/oder dem Wasser und/oder dem zu behandelnden Futtermittel kann ein Anfüt-terungsmittel zugeführt werden, insbesondere bei und/oder vor Beginn der Hydrolysereaktion. Das Anfütterungsmittel kann wie oben beschrieben ausgebildet sein, und etwa ein Zucker sein.

Die Hydrolysereaktion kann überwacht werden, etwa durch eine hierin beschriebene Sensoreinrichtung. Dies ermöglicht eine Steuerung und insbesondere ein Abbrechen der Hydrolysereaktion zu einem geeigneten Zeitpunkt, etwa bei Einsetzen und/oder unerwünscht hohen Reaktionsrate einer die Produkte der Hydrolysereaktion umwandelnden Phase wie einer Acidogenesephase .

Beispielsweise kann die Reaktion im Hydrolysebehälter abhängig vom Einsetzen einer Acidogenesephase und/oder Säurebildungsphase beendet werden. Dazu kann eine Sensoreinrichtung und/oder die Steuereinrichtung dazu ausgebildet sein, das Einsetzen und/oder Erreichen einer vorbestimmten Reaktionsrate einer Acidogenesephase und/oder Säurebildungsphase zu erkennen und/oder bei Überschreiten eines bestimmten Säureanteils und/oder bei einer Änderung des Säureanteils und/oder des Säuregehalts und/oder der Säurekonzentration insbesondere mindestens einer bestimmten, während einer Acidogenese- und/oder Säurebildungsphase hergestellten Säure, zu erkennen und die Hydrolysereaktion entsprechend anzuhalten. Dazu kann die Sensoreinrichtung Sensorsignale von der Sensoreinrichtung erfassen und/oder verwenden .

Allgemein kann der Hydrolysebehälter und/oder die Einrichtung zum Behandeln von Futtermittel als separates Modul ausgebildet sein, etwa innerhalb eines Containers. Es ist vorstellbar, dass ein Reaktorbehälter, insbesondere ein separater Behälter eines Biogasreaktors, in welchen sonst die Hydrolyse und die Acidogenese der Biogaserzeugung stattfinden, bevor das Substrat in einen zweiten Reaktor zur Erzeugung von Methan umgefüllt wird, während einer Stillstandszeit, während der Biogasreaktor nicht zur Produktion von Biogas verwendet wird, als Hydrolysebehälter für die Behandlung von Futtermittel eingesetzt wird. Ein hoher Wasseranteil der Mischung aus Wasser und Futtermittel gibt den Mikroorganismen der Hydrolyse günstige Umgebungsbedingungen, so dass diese sich leicht vermehren können. Es kann vorgesehen sein, dass das Futtermittel vor Zuführung zur Mischung und/oder in den Hydrolysebehälter zerkleinert wird, um eine möglichst große Angriffsoberfläche für die Mikroorganismen zu bieten. Das beschriebene Verfahren kann je nach Wasseranteil, Futtermittelart und Behältervolumen innerhalb von Stunden oder eines oder weniger Tage durchgeführt werden.

Im Folgenden werden Beispiele für eine Einrichtung und ein Verfahren zum Behandeln von Futtermittel anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 schematisch eine Variante einer Einrichtung zum

Behandeln von Futtermittel; und

Fig. 2 schematisch ein Ablaufdiagramm zum Behandeln von Futtermittel.

Fig.1 zeigt eine Einrichtung zum Behandeln von Futtermittel 10. Die Einrichtung 10 umfasst einen Hydrolysebehälter 12, welcher als Hydrolysereaktor ausgebildet sein kann. Über eine Wasserzufuhreinrichtung 14 und eine Futtermittelzufuhreinrichtung 15 kann dem Hydrolysebehälter 12 jeweils Wasser und/oder Futtermittel zugeführt werden, etwa aus geeigneten Vorratsbehältern. Alternativ kann eine Zufuhreinrichtung für eine Wasser/Futtermittel-Mischung vorgesehen sein. Über eine Mischungsabfuhreinrichtung 16 kann die Mischung aus dem Hydrolysebehälter 12 abgelassen werden. Die Zufuhreinrichtungen 14, 15 und die Abfuhreinrichtung 16 können jeweils geeignete Leitungen, Ventile und/oder Steuereinrichtungen aufweisen, um die gewünschte Zufuhr und Abfuhr von Material zu ermöglichen. Insbesondere können die Zufuhreinrichtungen 14, 15 und/oder die Abführeinrichtung 16 durch eine Steuereinrichtung 22 der Einrichtung 10 ansteuerbar sein. Im Hydrolysebehälter 12 ist eine Rühreinrichtung 18 vorgesehen, welche sich in diesem Beispiel zu drehen vermag, um die Mischung innerhalb des Hydrolysebehälters 12 mittels Rührflügeln zu bewegen und/oder zu mischen. Eine Sensoreinrichtung 20 ist dazu vorgesehen, die Mischung und/oder Hydrolysereaktion innerhalb des Hydrolysebehälters 12 zu überwachen. Die Sensoreinrichtung kann insbesondere ein oder mehrere Sensoren aufweisen, die zur Überwachung eines Säuregehalts und/oder des zeitlichen Verlaufs eines Säuregehalts, insbesondere des Gehalts einer bestimmten Säureart wie Essigsäure, ausgebildet sind und die entsprechende Sensorsignale an die Steuereinrichtung 22 zu übertragen vermögen. Ferner umfasst die Einrichtung 10 eine Anfütterungseinrichtung 24, welche an einen Anfütterungsmittelvorrat 26 angeschlossen sein kann. Über die Anfütterungseinrichtung 24 ist ein Anfütterungsmittel wie Zucker und/oder ein zuckerhaltiges Material in den Hydrolysebehälter 12 einführbar, insbesondere in die Wasser/Futtermittel-Mischung innerhalb des Hydrolysebehälters 12. Die Anfütterungseinrichtung 24 kann durch die Steuereinrichtung 22 ansteuerbar sein. In den hier gezeigten Beispielen beträgt der Wasseranteil etwa 70%, um eine schnelle Hydrolyse größerer Mengen von Futtermittel zu ermöglichen.

Figur 2 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Behandeln von Futtermittel, welches insbesondere mit der in Fig. 1 gezeigten Einrichtung durchgeführt werden kann. In einem Schritt S10 wird eine Mischung aus Wasser und Fut-termittel in einem Hydrolysebehälter bereitgestellt. Die Mischung kann bereits als Mischung in den Behälter eingeführt werden, oder es können Wasser und Futtermittel separat eingeführt werden. In einem Schritt S12 kann über eine Anfütterungseinrichtung ein Anfütterungsmittel , ins-besondere ein zuckerhaltiges Anfütterungsmittel , in den Hydrolysebehälter 12 und/oder die Wasser/Futtermittel-Mischung darin eingeführt werden. Alternativ oder zusätzlich kann Anfütterungsmittel stromaufwärts des Hydrolysebehälters 12 etwa in eine Wasserzufuhreinrichtung und/oder eine Futtermittelzufuhreinrichtung und/oder eine Mischungszufuhreinrichtung eingeführt oder einführbar sein. In einem Schritt S 14 wird eine Hydrolysereaktion im Hydrolysebehälter 12 durchgeführt und in diesem Beispiel durch eine Sensoreinrichtung überwacht. Während der Hydrolysereak-tion, die durch das Anfütterungsmittel beschleunigt sein kann, werden Abwehrstoffe des Futtermittels durch von den Mikroorganismen erzeugte Angriffsstoffe belegt und erschöpft. Während der Hydrolyse können bei intakten Pflanzen vorkommende Polymere in Oligomere, Dimere und/oder Monomere zerlegt und die Abwehrstoffe eliminiert oder unwirksam gemacht werden. Wird es der Reaktion im Hydrolysebehälter 12 erlaubt, weiter zu verlaufen, werden in nachfolgenden Acidogenese- und Acetogenesephasen auch für die Ernährung und Verdauung von Tieren wertvolle Stoffe abge-baut. Daher kann es vorteilhaft sein, die Reaktion zu beenden, bevor derartige säurebildende Phasen erfolgen. Dazu kann der Säuregehalt, insbesondere der Essigsäuregehalt und/oder der Gehalt an kurzkettigen Säuren, innerhalb des Hydrolysebehälters 12 überwacht werden. Geht aus der Überwachung hervor, dass die säurebildende Phase eingesetzt hat oder in einem unerwünscht großen Umfang an der Reaktion teilnimmt, kann die Hydrolyse abgebrochen werden, etwa indem die Mischung aus dem Hydrolysebehälter entnommen wird, beispielsweise über eine Mischungsabfuhreinrichtung. Dies kann etwa in einem Schritt S 16 erfolgen. Nach dem Entfernen aus dem Hydrolysebehälter und/oder beim Beenden der Hydrolysereaktion kann eine Weiterbehandlung der Mischung aus Wasser und Futtermittel erfolgen, etwa Erwärmen und/oder Trocknen und/oder Rausfiltern des Futtermittels aus der Mischung und/oder Verdichten des Futtermittelanteils. Es ist auch vorstellbar, dass die Hydrolyse durch Hinzufügen eines reaktionshemmenden Materials beendet wird, etwa zum Verändern des pH-Wertes der Mischung in einen für die Hydrolyse und/oder Acidogenese ungünstigen Bereich. Durch die Vorbehandlung des Futtermittels im Hydrolysebehälter 12 wird die Verdaulichkeit des Futtermittels erhöht, was beispielsweise bei der Tiermast eine effizientere Fütterung ermöglicht.

Bezugszeichenliste

10 Einrichtung zum Behandeln von Futtermittel

12 Hydrolysebehälter

14 Wasserzufuhreinrichtung

15 Futtermittel zufuhreinrichtung

16 Mischungsabfuhreinrichtung

18 Rühreinrichtung

20 Sensoreinrichtung

22 Steuereinrichtung

24 Anfütterungseinrichtung

26 Anfütterungsmittelvorrat