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1. WO2008077262 - GEWEBE, INSBESONDERE ZU SCHMUCK-, KLEIDUNGS-, TECHNISCHEN ODER FORSCHUNGSZWECKEN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

BESCHREIBUNG

GEWEBE, INSBESONDERE ZU SCHMUCK-, KLEIDUNGS-, TECHNISCHEN
ODER FORSCHUNGSZWECKEN

TECHNISCHES GEBIET

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Webtechnik. Sie betrifft ein Gewebe gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

STAND DER TECHNIK

Gewebe, bei denen Kettfäden und Schussfäden nach Massgabe einer bestimmten Bindung (z.B. Leinwandbindung, Köperbindung, Atlasbindung) miteinander verwoben sind, sind seit langem bekannt. Als Kett- und Schussfäden werden hier üblicherweise Garne eingesetzt, wobei der Webvorgang meist fortlaufend ist und das Gewebe als Meterware erzeugt.

Es ist jedoch denkbar, als Kett- und Schussfaden anstelle eines Garns andersartige, zum Weben geeignete Elemente und Materialien einzusetzen, um eine Gewebe zu erzeugen, dass über den Textilbereich hinaus auch zu anderen Zwecken, z.B. technischen oder Schmuckzwecken, eingesetzt werden kann.

So ist beispielsweise aus der Druckschrift EP-A1-1 036 868 ein gewebeartiges Material bekannt, bei dem als Kett- und Schussfäden anstelle von Garn Ketten verwendet werden, die vorzugsweise aus Metall, insbesondere Edelmetall, oder einem anderen Material bestehen. Das fertige Gewebe kann im
Bekleidungsbereich, aber auch im Schmuckbereich eingesetzt werden. Ein technischer Einsatz ist dagegen nicht vorgesehen.

Bei dem aus Ketten gefertigten bekannten Gewebe ist der Schussfaden durchgehend ausgebildet. Als Kettfäden sind dagegen einzelne parallele Fäden vorgesehen, die an den Enden des bandförmigen Gewebes mittels spezieller Befestigungselemente fixiert werden müssen. Hierdurch werden nicht nur der Herstellungsaufwand vergrössert und die Gestaltungsfreiheit eingeengt, sondern auch die Anwendungsmöglichkeiten eingeschränkt.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Gewebe anzugeben, welches die Nachteile des bekannten Gewebes vermeidet und sich insbesondere durch verringerten Herstellungsaufwand und erhöhte Flexibilität in der Gestaltung und Anwendung auszeichnet.

Die Aufgabe wird durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der Kern der Erfindung besteht darin, als erste Kettfäden und erste Schussfäden Abschnitte eines einzigen langen ersten Fadens einzusetzen, so dass sich insgesamt ein aus einem ersten Faden bestehendes „geschlossenes" Gewebe ergibt, dass in der Randgestaltung sehr flexibel ist und - wenn z.B. der einzige „Faden" zur Durchleitung eines Fluids oder Stroms eingesetzt wird - eine homogene Flächenverteilung der damit verbundenen Wirkungen ermöglicht,

Eine Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Faden durchgehend ist, und dass das Ende des Fadens im Gewebe auf den Anfang des Fadens zurückgeführt ist. Insbesondere können dabei Ende und Anfang des Fadens miteinander fest verbunden sein.

Das Gewebe kann aber auch zusätzlich eine Mehrzahl von zweiten Kettfäden und zweiten Schussfäden umfassen, die Abschnitte eines einzigen langen zweiten Fadens sind. Das Material bzw. die Farbe des zweiten Fadens kann sich dabei insbesondere von denen des ersten Fadens unterscheiden.

Wenn der Faden nicht zur Weiterleitung eines Fluids oder Stroms verwendet wird, ist es zweckmässig, wenn Ende und Anfang des Fadens miteinander
stoffschlüssig verbunden, insbesondere verlötet, verschweisst oder verklebt, sind.

Grundsätzlich kann der Rand des Gewebes nahezu beliebig ausgebildet sein. Eine Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass das Gewebe einen in sich geschlossenen Rand aufweist, und dass der Rand durch ein umlaufendes Randelement gebildet wird.

Insbesondere kann als (begrenzendes) Randelement eine erste Kette verwendet werden, wobei vorzugsweise der Faden zur Ausbildung der als Kettfäden und Schussfäden wirkenden Abschnitte mehrfach unter Ausbildung von Schlaufen durch die Kettenglieder der ersten Kette geführt ist.
Die Befestigung am kettenförmigen Randelement kann erheblich vereinfacht werden, wenn der Faden zur Ausbildung der als Kettfäden oder Schussfäden wirkenden Abschnitte mehrfach mit ausgebildeten Schlaufen von jeweils einer Seite durch die Kettenglieder der ersten Kette geführt und mittels eines auf der anderen Seite durch die Schlaufen geführten Schussfadens bzw. Kettfadens an der ersten Kette fixiert ist.

Es kann als Randelement aber auch ein tragendes Band oder Rohr verwendet werden, wobei der Faden zur Ausbildung der als Kettfäden und Schussfäden wirkenden Abschnitte mehrfach unter Ausbildung von Schlaufen um das
Randelement herum geführt ist.

Als Faden wird vorzugsweise eine zweite Kette verwendet. Es ist aber auch denkbar, dass als Faden ein Rohr verwendet wird, wobei insbesondere das Rohr mit Mitteln zur Zu- und Abführ eines Fluids versehen sein kann.

Als Faden kann aber auch ein Band oder Kabel verwendet werden, wobei insbesondere das Band oder Kabel mit Mitteln zum Durchleiten eines Stromes ausgestattet sein kann.

Besonders gut für Schmuckzwecke oder dgl. ist eine Ausgestaltung der Erfindung, bei welcher der erste und/oder zweite Faden bzw. die ersten und/oder zweiten Kettfäden und ersten und/oder zweiten Schussfäden aus metallischen Materialien bestehen, und zwar vorzugsweise aus einem Edelmetall oder einer
Edelmetalllegierung, insbesondere aus Gold, Silber oder Platin.

KURZE ERLÄUTERUNG DER FIGUREN

Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im
Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen

Fig. 1 in der Draufsicht und in vereinfachter Darstellung ein erstes
Ausführungsbeispiel für ein Gewebe nach der Erfindung mit einer
Kette als begrenzendem Randelement;

Fig. 2 in einer zu Fig. 1 vergleichbaren Darstellung ein zweites
Ausführungsbeispiel für ein Gewebe nach der Erfindung mit einer
Kette als begrenzendem Randelement;

Fig. 3 die separate Darstellung des Randelements aus Fig. 1 und 2;

Fig. 4 ein zu Fig. 3 alternatives Randelement in Form eines Rahmens;

Fig. 5 in mehreren Teilfiguren 5A bis 5D verschiedene Schritte bei einem vereinfachten, schnelleren Verfahren zum Erzeugen eines
Gewebes nach der Erfindung;

Fig. 6 ein Beispiel für das mit dem Verfahren nach Fig. 5 hergestellte
Gewebe; und

Fig. 7 das Ausführungsbeispiel eines Gewebes nach der Erfindung, dass aus zwei endlosen Fäden aus unterschiedlichem Material
und/oder mit unterschiedlicher Farbe besteht.

WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG

Fig. 1 zeigt in der Draufsicht und in vereinfachter Darstellung ein erstes
Ausführungsbeispiel für ein Gewebe nach der Erfindung. Die Kett- und
Schussfäden sind dabei der Einfachheit halber als strukturlose Elemente dargestellt, können aber tatsächlich die unterschiedlichsten Strukturen (Kette, Schlauch, Rohr, Band, Kabel etc.) aufweisen.

Das Gewebe 10 der Fig. 1 hat im dargestellten Ausführungsbeispiel eine einfache rechteckige Form. Es versteht sich jedoch von selbst, dass es auch andere

Formen wie z.B. Dreiecksformen, Rautenformen, Bandformen, runde, ovale oder geschwungene Formen aufweisen kann. Das Gewebe 10 ist randseitig durch ein in sich geschlossenes, aussen umlaufendes Randelement 11 in Form einer grossgliedrigen Kette begrenzt. Die einzelnen Kettenglieder 12 der Kette 11 dienen dazu, die Kettfäden 13a und Schussfäden 13b des Gewebes 10 an ihren äusseren Enden zu halten und zu stabilisieren.

Sowohl die Kettfäden 13a als auch die Schussfäden 13b sind Abschnitte eines einstückig durchgehenden, durch das ganze Gewebe 10 verlaufenden Fadens 13, dessen Anfang und Ende miteinander verbunden sein können, so dass sich eine das Gewebe 10 bildende Endlosschleife ergibt. Wenn der Faden 13 eine
Endlosschleife bildet, ergeben sich an zwei Ecken Übergänge in Form von
Eckverbindungen 16 und 17, an denen die Kettfäden 13a in Schussfäden 13b übergehen, und umgekehrt. Wenn der Faden 13 als Leitung zum Durchleiten eines (gasförmigen, flüssigen oder sonst wie gearteten) Fluids oder eines elektrischen Stroms eingesetzt werden soll, um über die Fläche des Gewebes 10 eine Aussenwirkung zu erzielen, kann einer der Übergänge (z.B. Übergang 17 in Fig. 1 ) aufgetrennt sein. Die Enden des „Fadens" sind dann als Anschlüsse (in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnet) 21 , 22 ausgeführt, um das Fluid oder den Strom zu-und abzuführen. Der Faden 13 kann selbstverständlich aber auch an einer anderen Stelle unterbrochen und mit endseitigen Anschlüssen versehen sein.

Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 sind die Kett- und Schussfäden 13a, 13b jeweils zwei Mal (allgemeiner: 0 bis 6 Mal) durch jedes Kettenglied 12 der randseitigen Kette 11 gefädelt und dort unter Ausbildung einer Schlaufe 14 bzw. 15 umgelenkt. Ausnahmen ergeben sich lediglich an den Eckverbindungen 16 und 17. Die
Bindung ist eine einfache Leinwandbindung, kann aber auch anders ausgeführt sein.

Es sind aber auch andere Konfigurationen für das Zusammenwirken zwischen Kett- und Schussfäden 13a, 13b und den Kettengliedern 12 der randseitigen Kette 11 denkbar. Ein Beispiel für eine solche andersartige Konfiguration ist in Fig. 2 wiedergegeben. Mit derselben Kette 11 lässt sich hier ein unterschiedlich dichtes Gewebe 20 erzeugen, indem die Kett- und Schussfäden pro Kettenglied 12 nur einmal eine Schlaufe 18 bzw. 19 bilden. Die Schlaufen entstehen hierbei dadurch, dass die Kett- bzw. Schussfäden 13a, 13b durch zwei benachbarte Kettenglieder 12 gleichzeitig geschleift werden.

In Abweichung zu den Darstellungen in Fig. 1 und 2 kann als Randelement 11 aber auch ein tragendes Band oder Rohr oder ein fester Rahmen 11' verwendet werden, wie er in Fig. 4 abgebildet ist. Der Faden 13 ist dann zur Ausbildung der als Kettfäden 13a und Schussfäden 13b wirkenden Abschnitte mehrfach unter Ausbildung von Schlaufen um das Randelement 11 ' herum geführt.

In den Ausführungsbeispielen der Fig. 1 und 2 wird der Faden 13 zur Ausbildung der randseitigen Schlaufen 14, 15 bzw. 18, 19 jeweils durch eines der
Kettenglieder 12 des kettenförmigen Randelements gezogen und zurück umgelenkt. Da das Gewebe 10, 20 durch einen einzigen, durchgehenden Faden 13 gebildet wird, muss bei dieser Art der Herstellung immer der gesamte Faden 13 durch das jeweilige Kettenglied 12 gezogen werden, was insbesondere bei grosseren Gewebeflächen einen erheblichen Zeitaufwand verursacht.

Dieser Zeitaufwand lässt sich durch eine andere Art der Herstellung erheblich reduzieren, die als „Nähmaschinenprinzip" bezeichnet werden kann und
nachfolgend anhand der Fig. 5A-D und 6 erläutert werden soll: Beim
„Nähmaschinenprinzip" wird gemäss Fig. 5A zur (beispielhaften) Ausbildung der Befestigung an der rechten Längsseite des Randelements 11 im Schussfaden 13b eine Schlaufe 15 gebildet und diese in Pfeilrichtung von unten durch das dafür vorgesehen Kettenglied 12 gesteckt (Fig. 5B). Auf der anderen (oberen) Seite des Kettenglieds 12 wird ein entsprechender Kettfaden 13a in Richtung des
Randelements 11 durch die Schlaufe 15 gesteckt (Fig. 5C). Anschliessend kann der Schussfaden 13b zurückgezogen werden (Fig. 5D), um die randseitige
Befestigung „festzuziehen". Auf diese Weise lässt sich an zwei Seiten des
Gewebes eine stark vereinfachte und wesentlich schneller herzustellende randseitige Befestigung erzeugen, die dann zu einer in Fig. 6 gezeigten Endkonfiguration führt. In Fig. 6 ist die Befestigung an der oberen Querseite und der rechten Längsseite nach dem „Nähmaschinenprinzip" erzeugt worden.

Wenn Ende und Anfang des Fadens 13 miteinander verbunden sind, geschieht dies insbesondere stoffschlüssig, z.B. durch Verlöten, Verschweissen oder

Verkleben, wobei durchaus Muffen oder dgl. Hilfsmittel eingesetzt werden können.

Als „Faden" 13 kann insbesondere eine Kette verwendet werden, wie dies aus der eingangs genannten Druckschrift an sich bereits bekannt ist. Es ist aber auch denkbar - insbesondere, wenn ein Fluid durch das Gewebe 10, 20 geleitet werden soll - als Faden 13 ein Rohr zu verwenden. Anstelle eines Rohres oder
Schlauches kann als Faden 13 aber auch ein Band oder Kabel verwendet werden. Dies ist insbesondere dann angezeigt, wenn elektrischer Strom durch das
Gewebe geschickt werden soll.

Wenn das Gewebe 10, 20 zu Schmuckzwecken oder in ganz bestimmten technischen Anwendungen eingesetzt wird, ist es von Vorteil, wenn der Faden 13 bzw. die Kettfäden 13a und Schussfäden 13b aus metallischen Materialien bestehen. Derartige metallische Materialien können vor allem Edelmetall oder eine Edelmetalllegierung, insbesondere Gold, Silber oder Platin, sein.

Bei den bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde davon ausgegangen, dass das Gewebe aus einem Faden 13 gebildet wird. Um mehrfarbige Gewebe nach dem Prinzip der Erfindung zur erzeugen und damit insbesondere spezielle optische Effekte zu erzielen, ist es denkbar und vorteilhaft, gemäss Fig. 7 ein .

Gewebe 25 mit zwei (oder mehr) Fäden 13', 13" unterschiedlicher Farbe zu bilden. Im Gewebe 25 sind dann unterschiedliche Kettfäden 23a und 24a sowie
unterschiedliche Schussfäden 23b und 24b vorhanden und sichtbar, so dass sich ein besonderer optischer Eindruck für das Gewebe 25 ergibt. Die Verknüpfung der Fäden 13' bzw. 13" mit dem (kettenförmigen) Randelement 11 kann hier wiederum nach dem weiter oben erläuterten „Nähmaschinenprinzip" je von einer Seite erfolgen. Bestehen die zwei Fäden 13', 13" zum Beispiel aus Platin und Gold, hat das Gewebe 25 einen besonderen Schmuckcharakter.

BEZUGSZEICHENLISTE

10,20,25 Gewebe
11 Randelement (z.B. Kette)
12 Kettenglied
13,13\13" Faden
13a Kettfaden
13b Schussfaden
14 Schlaufe (Kettfaden)
15 Schlaufe (Schussfaden)
16,17 Eckverbindung
18,19 Schlaufe (Schussfaden)
21 ,22 Anschluss
23a Kettfaden
23b Schussfaden
24a Kettfaden
24b Schussfaden