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1. DE102007002675 - Etikettieraggregat

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]
Beschreibung
[0001]  Die Erfindung bezieht sich auf ein Etikettieraggregat gemäß Oberbegriff Patentanspruch 1.
[0002]  Etikettieraggregate für Etikettiermaschinen, insbesondere auch für solche umlaufender Bauart zum Etikettieren von Flaschen oder dergleichen Behälter mit Etiketten, insbesondere auch solchen aus Papier, unter Verwendung von Kaltleim sind bekannt. Derartige Aggregate umfassen grundsätzlich wenigstens einen um eine vertikale Aggregatachse umlaufend antreibbaren Paletten- oder Leimsegmentträger, an welchem mehrere jeweils wenigstens eine Etikettenaufnahme- oder anlagefläche bildende Etikettenpaletten oder Leimsegmente vorgesehen sind, und zwar jeweils gesteuert schwenkbar um eine eigene Schwenkachse. Beim Etikettieren werden die Leimsegmente bei jedem Umlauf des Leimsegmentträgers zunächst an einer Beleimungsstation zur Erzeugung eines Leimauftrags auf ihrer Etikettenanlagefläche und anschließend an einer Etikettenabgabestation vorbeibewegt, und zwar zur Übernahme jeweils wenigstens eines Etiketts, welches dann mit seiner Rückseite an einer mit dem Leimauftrag versehenen Etikettenanlagefläche haftet und hierdurch an seiner Rückseite zugleich auch beleimt wird. Über einen Greiferzylinder werden die beleimten Etiketten jeweils an die an dem Etikettieraggregat vorbeibewegten Behälter übergeben.
[0003]  Das Beleimen der Leimsegmente bzw. deren Etikettenanlageflächen erfolgt an der Beleimungsstation herkömmlicher Etikettenaggregate über eine umlaufend angetriebene Leimwalze, deren kreiszylinderförmige Umfangsfläche mittels einer Leimauftragsleiste mit einem Leimfilm versehen wird. Diese Leimwalzen sind konstruktiv aufwendig und teuer. Weiterhin unterliegen sie einer hohen Abnutzung und verursachen außerdem erhebliche Verschmutzungen des Etikettieraggregates sowie der Etikettiermaschine durch Verspritzen von Leim.
[0004]  Aufgabe der Erfindung ist es, ein Etikettieraggregat zum Etikettieren von Flaschen oder dergleichen mit Etiketten unter Verwendung von Kaltleim aufzuzeigen, welches diese Nachteile vermeidet. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Etikettieraggregat entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet.
[0005]  Bei dem erfindungsgemäßen Etikettieraggregat erfolgt der Leimauftrag auf das wenigstens eine Leimsegmente bzw. auf dessen Etikettenanlagefläche direkt über wenigstens eine an der Bewegungsbahn dieser Etikettenanlagefläche angeordnete Leimauftragsdüse, und zwar ohne die Verwendung einer Leimwalze. Die aus den Leimwalzen bekannter Etikettieraggregate resultierenden Nachteile und Kosten sind somit bei der Erfindung vermieden.
[0006] Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher erläu tert. Es zeigen:
[0007]  Fig.1 in vereinfachter Darstellung und in Seitenansicht einen mit einem Etikett versehenen Behälter in Form einer Flasche;
[0008]  Fig.2 in schematischer Darstellung und in Draufsicht ein Etikettieraggregat gemäß der Erfindung zusammen mit einer Teildarstellung eines Rotors einer Etikettiermaschine umlaufender Bauart;
[0009]  Fig.3 u. Fig.4 in vereinfachter perspektivischer Darstellung zwei unterschiedliche Leimauftragsdüsen zur Verwendung bei dem Etikettieraggregat der Fig.2;
[0010]  Fig.5 eine Draufsicht auf die Leimauftragsdüse der Fig.4;
[0011]  Fig.6 eine weitere Leimauftragsdüse zur Verwendung bei dem Etikettieraggregat der Fig.2.
[0012]  In den Figuren ist 1 der Rotor eine Etikettiermaschine 2 umlaufender Bauart zum Etikettieren von Flaschen 3 oder dergleichen Behälter mit Etiketten 4 (z. B. aus Papier) unter Verwendung von Kaltleim. Am Umfang des um eine vertikale Maschinenachse umlaufend angetriebenen Rotors 1 (Pfeil A der Fig.2) sind in bekannter Weise mehrere Behälteroder Flaschenteller 5 vorgesehen, auf denen während des Etikettierens die Flaschen 3 aufrecht stehend angeordnet an dem in der Fig.2 allgemein mit 6 bezeichneten Etikettieraggregat vorbeibewegt werden, welches u. a. einen, nur start vereinfacht dargestellten Greiferzylinder 7 sowie einen Paletten- oder Leimsegmentträger 8 aufweist. Der Greiferzylinder 7 sowie der Leimsegmentträger 8 sind während des Etikettierens ebenfalls um jeweils eine vertikale Achse parallel zur Achse des Rotors 1 umlaufend angetrieben, und zwar synchron mit dem Rotor 1 in der Weise, dass der Greiferzylinder gegenläufig zur Drehrichtung des Rotors 1, d. h. in Richtung des Pfeils B und der Leimsegmentträger 8 gegenläufig zum Greiferzylinder 7, d. h. in Richtung des Pfeils C umlaufen. Am Umfang des Leimsegmentträger 8 sind mehrere Etikettenpaletten oder Leimsegmente 9 vorgesehen, die jeweils um eine eigene Achse 10 parallel zur vertikalen Drehachse des Leimsegmentträger 8 gesteuert schwenkbar sind, und zwar bei umlaufend angetriebenen Leimsegmentträger 8 z. B. durch wenigstens eine nicht dargestellte Steuerkurve. Die gesteuerte Dreh- oder Schwenkbewegung der Leimsegmente 9 um ihre Achsen 10 ist in der Fig.2 mit dem Doppelpfeil D angedeutet.
[0013]  An der bezogen auf die Achsen 10, die jeweils in gleichen Winkelabständen um die vertikale Drehachse des Leimsegmentträgers 8 verteilt vorgesehen sind und den selben radialen Abstand von der Leimsegmentträgerachse aufweisen, sind die Leimsegmente 9 an ihrer radial außen liegenden Seite mit einer Etikettenanlagefläche 11 ausgebildet. Jede Etikettenanlagefläche 11 ist in Form einer Teilfläche eines Kreiszylinders um eine Achse parallel zur Schwenkachse 10 konvex gekrümmt.
[0014]  An der Bewegungsbahn der Leimsegmente 9 sind eine Beleimungsstation 12 sowie ein Etikettenmagazin 13 vorgesehen, wobei letzteres in Drehrichtung C auf die Beleimungsstation 12 erfolgt.
[0015]  Beim Etikettieren erfolgt in bekannter Weise bei umlaufendem Rotor 1, umlaufendem Greiferzylinder 7 und umlaufendem Leimsegmentträger 8 auf die Etikettenanlagefläche 11 jedes an der Beleimungsstation 12 vorbeibewegten Leimsegmentes ein Kaltleimauftrag. Anschließend wird mit der beleimten Etikettenanlagefläche 11 das jeweils erste, im Etikettenmagazin 13 bereitstehende Etikett an seiner Rückseite entnommen und dabei beleimt. Jedes Beleimte Etikett wird dann über den Greiferzylinder 7 an die jeweilige, auf einem Flaschenteller 5 aufstehende und an dem Etikettieraggregat 6 vorbeibewegte Flasche übergeben und anschließend gegebenenfalls auch unter Drehen des Flaschentellers 5 und damit der betreffenden Flasche 3 um ihre vertikale Flaschenachse sowie durch nicht dargestellte Andruck- und Anbürstelement an die jeweilige Flasche 3 angedrückt.
[0016]  Das Schwenken der Leimsegmente 9 um ihre Achsen 10 ist beim Vorbeibewegen an der Beleimungsstation 12 sowie auch beim Vorbeibewegen am Etikettenmagazin so gesteuert, dass sich durch die Überlagerung dieser Schwenkbewegung (Doppelpfeil D) und der Drehbewegung des Leimsegmentträgers 8 (Pfeil C) eine resultierende Bewegung für die jeweilige Etikettenanlagefläche 11 ergibt, die ein optimales Beleimen dieser Fläche sowie auch ein optimales Entnehmen der Etiketten aus dem Etikettenmagazin 13 erreicht werden, beispielsweise durch Abwälzen der jeweiligen Etikettenanlagefläche 11 auf dem ersten im Etikettenmagazin 13 bereitstehenden Etikett 4.
[0017]  Eine Besonderheit des Etikettieraggregats 6 bzw. der Beleimungsstation 12 besteht erfindungsgemäß darin, dass der Leimauftrag auf die Etikettenanlageflächen 11 direkt über wenigstens eine Leimauftragsdüse 14 erfolgt, an welcher die Leimsegmente 9 mit ihrer Etikettenanlagefläche 11 vorbeibewegt werden.
[0018]  Die Leimauftragsdüse 14 ist dabei so ausgebildet, dass zumindest derjenige Teil der Etikettenanlagefläche 11 einen Leimauftrag erhält, der von dem anschließend aus dem Etikettenmagazin 13 entnommenen Etikett 4 abgedeckt wird.
[0019] Die Versorgung der Leimauftragsdüse 14 mit dem Etikettenleim (Kaltleim) erfolgt aus einem Sammeltank 15 über eine Leimpumpe 16. Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Leimauftragsdüse 14 weiterhin mit einem Rücklauf versehen, der über eine Leitung 17 mit dem Sammelbehälter 15 verbunden ist, sodass für eine störungsfreie Arbeitsweise des Etikettieraggregates 6 über die Leimpumpe 16 eine Leimmenge an die Leimauftragsdüse 14 gefördert wird, die größer ist als die auf die Leimsegmente 9 ausgebrachte Leimmenge. Bevorzugt ist die Leimauftragsdüse 14 weiterhin synchron mit dem Umlauf des Leimsegmentträgers 8 so gesteuert, dass über die Leimauftragsdüse 14 nur dann Leim ausgebracht wird, wenn sich die Etikettenanlagefläche 11 eines Leimsegmentes 9 im Wirkungsbereich dieser Düse befindet.
[0020]  Die Fig.3 zeigt die Leimauftragsdüse 14 nochmals in perspektivischer Einzeldarstellung. Die Leimauftragsdüse 14 ist als Spaltdüse mit einer schmalen bzw. leistenartigen und eine Vielzahl von Düsenöffnungen 18 aufweisenden Vorderseite 14.1 ausgebildet, welche die den Leimauftrag bewirkende Düsenseite oder -fläche bildet und beim Beleimen der jeweiligen Etikettenanlagefläche 11 möglichst dicht benachbart liegt, wobei die von den Düsenöffnungen 18 gebildete Reihe in vertikaler Richtung oder im Wesentlichen in vertikaler Richtung parallel zur Achse des Leimsegmentträgers 8 orientiert ist.
[0021]  Die Fig.4 und Fig.5 zeigen eine Leimauftragsdüse 14a, die anstelle der Leimauftragsdüse 14 in der Beleimungsstation 12 verwendet werden kann. Die Leimauftragsdüse 14a unterscheidet sich von der Leimauftragsdüse 14 im Wesentlichen nur dadurch, dass die Düsenvorderseite 14a.1 breiter ausgebildet ist und die Düsenöffnungen 18 dort beispielsweise in mehreren parallelen Reihen, d. h. bei der dargestellten Ausführungsform in vier parallelen vertikalen oder im Wesentlichen vertikalen Reihen angeordnet sind. Weiterhin ist die Düsenvorderseite 14a.1 konkav gewölbt, und zwar angepasst an die Bewegungsbahn, auf der sich die Etikettenanlageflächen 11 an der ihnen benachbarten Düsenvorderseite 14a.1 vorbeibewegen. Die Krümmung der Düsenvorderseite 14a.1 entspricht dabei beispielsweise einer Kreiszylinderfläche mit einem Radius, welcher beispielsweise gleich oder im Wesentlichen gleich dem radialen Abstand ist, den die Düsenvorderseite 14a.1 von der vertikalen Drehachse des Leimsegmentträgers 8 aufweist.
[0022]  Beispielsweise durch entsprechende Ausbildung der Düsenöffnungen 18 und/oder durch entsprechende Steuerung der Leimpumpe 16 und/oder durch entsprechende Steuerung der Leimausgabe aus jeder einzelnen Düsenöffnung 18 kann erreicht werden, dass sich an der Düsenvorderseite 14a.1 ein Leimfilm bildet, der dann durch zumindest teilweises Übertragen auf die vorbeibewegte Etikettenanlagefläche 11 dort den erforderlichen Leimauftrag bewirkt.
[0023]  Die Fig.6 zeigt eine Leimauftragsdüse 14b, die ebenfalls anstelle der Leimauftragsdüse 14 in der Beleimungsstation 12 verwendet werden kann. Die Leimauftragsdüse 14b besteht u. a. aus einer um eine vertikale Achse umlaufend angetriebenen Transferrolle 19 und aus einem Leimauftragselement 20, mit welchem ein Leimauftrag auf die Kreiszylinderfläche der Transferrolle 19 erfolgt. Das Leimauftragselement 20 kann seinerseits als Düse ausgebildet sein, und zwar beispielsweise ähnlich den Leimauftragsdüsen 14 oder 14a. Der Durchmesser der Transferrolle 19 ist dabei so gewählt, dass der Umfang dieser Rolle höchstens gleich, bevorzugt aber kleiner ist als die Abwicklung, die die Etikettenanlageflächen 11 in der Achsrichtung senkrecht zu den Schwenkachsen 10 aufweisen, sodass sich die Transferrolle 19, die beim Beleimen der Leimsegmente 9 gegen deren Etikettenanlageflächen 11 anliegt, an jeder Etikettenanlagefläche 11 wenigstens einmal, bevorzugt aber mehrmals abwälzt.
[0024]  Die axiale Länge der Transferwalze 19 ist beispielsweise gleich oder nur geringfügig größer als die Abmessung, die die Etikettenanlagefläche 11 in der Achsrichtung der Leimsegmentträgerachse aufweisen.
[0025]  Die Erfindung wurde voranstehend an Ausführungsbeispielen beschrieben. Es versteht sich, dass zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne dass dadurch der der Erfindung zugrunde liegende Erfindungsgedanke verlassen wird.
[0026]  So gehört es beispielsweise ebenfalls zum Umfang der vorliegenden Erfindung, zumindest eine Düsenöffnung 18, bzw. die Leimabgabe aus dieser mindestens einen Düsenöffnung 18 separat und unabhängig von den anderen Düsenöffnungen 19 steuerbar auszuführen, wobei beispielsweise Abgabemengen, Abgabedauer, Abgabezeitpunkte und/oder Abgabeintensität gesteuert oder geregelt vorgegeben werden können. Durch die Möglichkeit zur gezielten Ansteuerung mindestens einer Düsenöffnung 18 wird es ermöglicht, die Leimabgabe durch die Beleimungsstation 12 in geeigneter Art und Weise auch an verschiedenste Etikettieraufgaben anzupassen.
[0027]  Dabei ist es z. B. auch vorgesehen, den Leim gesteuert in der Form von Spritzpunkten auf die Etikettenanlagefläche aufzubringen, wobei durch diese Spritzpunkte gezielt und ausschließlich die Etikettenanlagefläche 11 der Leimsegmente 9 mit Leim versehen wird, und Verschmutzungen weitestgehend vermieden werden.
Bezugszeichenliste
1                      Rotor
2                      Etikettiermaschine
3                      Flasche
4                      Etikett
5                      Flaschenteller
6                      Etikettieraggregat
7                      Greiferzylinder
8                      Paletten- oder Leimsegmentträger 9 Etikettenpalette oder Leimsegment 10 Schwenkachse der Leimsegmente
11                    Etikettenanlagefläche
12                    Beleimungsstation
13                    Etikettenmagazin
14, 14a, 14b Leimauftragsdüse
14.1, 14a.1 Düsenvorderseite
15                    Sammelbehälter für Leim
16                    Leimpumpe
17                    Rückleitung
18                    Düsenöffnung
19                    Transferrolle
20                    Leimauftragelement
A                      Drehrichtung des Rotors 1
B                      Drehrichtung des Greiferzylinders 7 C Drehrichtung des Paletten- oder
Leimsegmentträgers
D                     gesteuerte Schwenk- oder Drehbewegung der Etikettenpaletten bzw. Leimsegmente