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1. WO2010025811 - VORRICHTUNG ZUM ABSCHEIDEN VON LACK-OVERSPRAY

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray =============================================

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray aus der mit Overspray beladenen Kabinenabluft von Lackieranlagen mit

a) mindestens einer Abscheidefläche, an welcher die Kabinenabluft entlang führbar ist und welche elektrisch leitend sowie mit einem Pol einer Hochspannungsquelle verbunden ist;

b) mindestens einer im Luftstrom angeordneten Elektrodeneinrichtung, welche der Abscheidefläche zugeordnet und mit dem anderen Pol der Hochspannungsquelle verbunden ist.

Bei der manuellen oder automatischen Applikation von Lacken auf Gegenstände wird ein Teilstrom des Lackes, der im Allgemeinen sowohl Festkörper als auch Lösemittel und/oder Bindemittel enthält, nicht auf den Gegenstand appliziert. Dieser Teilstrom wird in der Fachwelt "Overspray" genannt. Der Overspray wird von dem Luftstrom in der Spritzkabine erfasst und einer Abscheidung zugeführt.

Insbesondere bei Anlagen mit größerem Lackverbrauch, beispielsweise bei Anlagen zum Lackieren von Fahrzeugkarosserien, kommen bevorzugt Nassabscheidesysteme zum Einsatz. Bei vom Markt her bekannten Nassabscheidern fließt Wasser gemeinsam mit der von oben kommenden Kabinenabluft zu einer die Luftströmung beschleunigenden Düse. In dieser Düse findet eine Verwirbelung der durchströmen- den Kabinenabluft mit dem Wasser statt . Bei diesem Vorgang treten die Overspraypartikel weitgehend in das Wasser über, so dass die Luft den Nassabscheider im Wesentlichen gereinigt verlässt und sich die Lack-Overspraypar- tikel in dem Wasser befinden. Aus diesem können sie dann wiedergewonnen oder entsorgt werden.

Bei bekannten Nassabscheidern wird verhältnismäßig viel Energie zur Umwälzung der erforderlichen recht großen Wassermengen benötigt. Die Aufbereitung des Spülwassers ist durch den hohen Einsatz an lackbindenden und entklebenden Chemikalien und die Lackschlammentsorgung kostenintensiv. Weiterhin nimmt die Luft durch den intensiven Kontakt mit dem Spülwasser sehr viel Feuchtigkeit auf, was im Um- luftbetrieb wiederum einen hohen Energieverbrauch für die Luftaufbereitung zur Folge hat.

Bei vom Markt her bekannten Vorrichtungen der eingangs genannten Art wird demgegenüber auf trockenem Wege abge-schieden, indem von der vorbeiströmenden Kabinenabluft mitgeführte Lack-Overspraypartikel durch die Elektrodeneinrichtung ionisiert werden und auf Grund des zwischen der Abscheidefläche und der Elektrodeneinrichtung aufgebauten elektrischen Feldes zur Abscheidefläche wandern, an welcher sie sich abscheiden. Die an der Abscheidefläche haftenden Lack-Overspraypartikel können dann beispielsweise mechanisch von dieser abgestreift und abtransportiert werden.

Bei diesen bekannten Vorrichtungen werden alle Elektrodeneinrichtungen aus ein und derselben Hochspannungsquelle parallel gespeist. Tritt im Hochspannungsbereich ein Fehler auf, so ist die Fehlersuche verhältnismäßig kompliziert; es können unerwünscht lange Still-Standszeiten der Vorrichtung eintreten. Im Fehlerfall muss die gesamte Hochspannung abgeschaltet werden, so- dass in der geamten Vorrichtung kein aktiver Filtervorgang mehr statfindet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass die Fehlersuche bei Auftreten von Fehlern im Hochspannungsbereich erleichtert ist und die Stillstandszeiten der gesamten Vorrichtung auf diese Weise redu- ziert sind.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass

c) mehrere unterschiedlichen Abscheideflächen zugeordnete Elektrodeneinrichtungen und/oder mehrere Bereiche einer Elektrodeneinrichtung vorgesehen sind, die unabhängig voneinander mit Hochspannung beaufschlagbar sind.

Tritt bei der erfindungsgemäß ausgestalteten Vorrichtung im Hochspannungsbereich ein Durchschlag auf, so kann die Elektrodeneinrichtung und/oder der jeweilige Bereich der Elektrodeneinrichtung, an dem der Fehler lokalisiert ist, leicht festgestellt und sodann abgeschaltet werden. Die Gesamtvorrichtung braucht in diesem Falle nicht stillgesetzt zu werden, sondern kann in einem Notbetrieb weitergefahren werden, der immer noch eine ausreichende Abscheidung des Lack-Oversprays möglich macht. Ein gewünschter Nebeneffekt dieser Art, unterschiedliche Elektrodeneinrichtung und/oder unterschiedliche Bereiche der selben Elektrodeneinrichtung unabhängig mit Hochspannung versorgen zu können, besteht darin, dass die Elektrodeneinrichtungen und/ oder die Bereiche der Elektrodeneinrichtung, die ge- rade nicht benötigt werden, abgeschaltet werden können, wodurch eine nicht unerhebliche Energieersparnis erzielt wird.

Eine erste Möglichkeit, die Elektrodeneinrichtungen und/oder die mehreren Bereiche ein und derselben Elektrodeneinrichtung unabhängig voneinander mit Hochspannung zu beaufschlagen, ist die, dass diese Elektrodeneinrichtungen bzw. Bereiche mit ein und derselben Hochspannungsquelle verbindbar sind. In diesem Falle wird also nur eine einzige Hochspannungsquelle benötigt. Als Schalteinrichtung können entsprechende Schütze verwendet werden.

Eine etwas aufwändigere Art der unabhängigen Beaufschlagung mit Hochspannung besteht darin, dass jeder der mehreren Elektrodeneinrichtungen und/oder jeder der mehreren Bereiche der einen Elektrodeneinrichtung eine eigene Hochspannungsquelle zuge-ordnet ist. Auf diese Weise erhält man bei einem etwas höheren apparativen Aufwand die Möglichkeit eines Notbetriebes auch für den Fall, dass ein Fehler im Bereich einer Hochspannungsquelle auftritt. Die anderen Elektrodeneinrichtungen und/oder die an-deren Bereiche der Elektrodeneinrichtung können dann immer noch aus der diesen zugeordneten Hochspannungs-quelle weiterbetrieben werden. Ausserdem sind bei dieser Ausführungsform die Kapazitäten geringer; die bei einem eventuellen Überschlag abgebaute Ladung ist kleiner.

Aus energetischen Gründen ist es zweckmäßig, dass mindestens eine Elektrodeneinrichtung als unabhängig mit Hochspannung beaufschlagbare Bereiche mehrere Koronadrähte sowie eine flächige, vorzugsweise ebene FeId-elektrode umfasst . Im Bereich der Koronadrähte findet dann die Ionisierung der Overspray-Partikel statt, während im Feld der flächigen Feldelektrode im Wesentlichen die Abscheidung der Overspray-Partikel auf den Abscheideflächen abläuft.

Dabei ist es wiederum besonders günstig, wenn mehrere Koronadrähte in mehrere Gruppen unterteilt sind, wobei jede Gruppe ein unabhängig mit Hochspannung beaufschlagbarer Bereich der Elektrodeneinrichtung ist . In diesem Falle erhält man nicht nur die gewünschte Redundanz im Falle des Auftretens eines Fehlers im Hochspannungsbereich, sondern darüber hinaus die Möglichkeit, die verschiedenen Gruppen von Koronadrähten mit unterschiedlich hohen Hochspannungen zu be-aufschlagen. Die höchste Spannung wird im Allgemei-nene an diejenige Gruppe von Koronadrähten angelegt, die von der flächigen Feldelektrode am weitesten entfernt ist.

Die Aufteilung der Koronadrähte in mehrere Gruppen hat zudem den Vorteil, dass die einzelnen Gruppen zyklisch angesteuert werden können. Auch dies ist mit einer gewissen Energieeinsparung verbunden. Zusätzlich hat das zyklische Einschalten der verschie-denen Bereiche der Elektrodeneinrichtung den Vorteil, dass die Haftung von Overspray-Partikeln an der Abscheidefläche in dem dem Koronadraht gegenüberliegenden Bereich reduziert wird, wo dies nicht erwünscht ist.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigen:

Figur 1 eine Lackierkabine einer Oberflächenbehandlungs- anläge mit einem ersten Ausführungsbeispiel einer Overspray-Abscheidevorrichtung in einer Vorderansicht ;

Figur 2 die Lackierkabine von Figur 1 in einer perspekti- vischen Ansicht;

Figur 3 eine perspektivische Ansicht zweier Abscheideeinheiten sowie dreier Elektrodeneinrichtungen der Abscheidevorrichtung von Figur 1;

Figur 4 die beiden Abscheideeinheiten mit Elektrodeneinrichtungen von Figur 3 im vertikalen Schnitt;

Figur 5 eine perspektivische Ansicht zweier Abscheide- einheiten sowie dreier Elektrodeneinrichtungen jeweils gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;

Figur 6 eine perspektivische Ansicht eines zweiten

Ausführungsbeispiels einer Overspray-Abscheide- Vorrichtung, welche mehrere Abscheideeinheiten und Elektrodeneinrichtungen nach Figur 5 umfasst;

Figur 7 schematisch die Einteilung der Elektrodeneinrichtungen der Figur 3 in mehrere unabhängig vonein- ander mit Hochspannung beaufschlagbare Bereiche.

Zunächst wird auf die Figuren 1 und 2 Bezug genommen. Dort ist mit 2 insgesamt eine Lackierkabine einer Oberflächenbehandlungsanlage bezeichnet, in welcher Fahrzeug-karosserien 4 lackiert werden, nachdem sie in der Lackierkabine 2 vorgelagerten, nicht eigens gezeigten Vorbehandlungsstationen z.B. gereinigt und entfettet wurden.

Die Lackierkabine 2 umfasst einen oben angeordneten Lackiertunnel 6, welcher von vertikalen Seitenwänden 8a, 8b und einer horizontalen Kabinendecke 10 begrenzt, jedoch an den Stirnseiten und nach unten hin in der Weise offen ist, dass mit Overspray beladene Kabinenabluft nach unten strömen kann. Die Kabinendecke 10 ist in üblicher Weise als untere Begrenzung des Luftzuführraumes (nicht dargestellt) mit Filterdecke ausgebildet.

Auf Höhe der von den unteren Rändern der Seitenwände 8a, 8b flankierten unteren Öffnung 12 des Lackiertunnels 6 ist ein Stahlbau 14 angeordnet, welcher ein an und für sich bekanntes Fördersystem 16 trägt, auf welches hier nicht näher eingegangen wird. Mit diesem können zu lackierende Fahrzeugkarosserien 4 von der Eingangsseite des Lackiertunnels 6 zu dessen Ausgangsseite transportiert werden. Im Inneren des Lackiertunnels 6 befinden sich nicht eigens gezeigte Applikationseinrichtungen, mittels welcher die Fahrzeugkarosserien 4 in an und für sich bekannter Weise mit Lack beaufschlagt werden können.

Unterhalb der unteren Öffnung 12 des Lackiertunnels 6 befindet sich ein nach oben zum Lackiertunnel 6 hin offener Abscheideraum 18, in welchem beim Lackiervorgang entstehender Lack-Overspray abgeschieden wird.

Der Abscheideraum 18 ist durch eine in Figur 2 zu erkennende Bodenplatte 20, zwei vertikale Seitenwände 22a, 22b und zwei vertikale Stirnwände begrenzt, wobei die beiden letzteren in den Figuren 1 und 2 weggelassen sind.

In dem Abscheideraum 18 ist eine Abscheidevorrichtung 24 mit einer Vielzahl von in Längsrichtung des Abscheideraums 18 hintereinander angeordneten Abscheideeinheiten 26 angeordnet, auf welche weiter unten noch näher eingegangen wird.

In dem Bereich des Abscheideraums 18 zwischen der Abscheidevorrichtung 24 und dem Lackiertunnel 6 befinden sich zwei Luftleitbleche 28a, 28b, welche ausgehend von den Seitenwänden 22a, 22b des Abscheideraums 18 zunächst nach unten konvergieren und in ihrem der Abscheidevorrichtung 24 zugewandten Endbereich zu den seitlichen Begrenzungen der Abscheidevorrichtung 24 divergieren. Die Luftleitbleche 28a, 28b und entsprechende, nicht dargestellte Luftleitbleche an den Stirnseiten erstrecken sich von oben bis zur Abscheidevorrichtung 24.

Die Abscheideeinheiten 26 ruhen auf einem Tragrahmen 30, welcher ein Strömen von Luft nach unten aus der Abscheidevorrichtung 24 hinaus zulässt . Unterhalb der Abscheidevorrichtung 24 befindet sich ein weiteres

Luftleitblech 32, welches sich entlang der Abscheidevorrichtung 24 im Abscheideraum 18 erstreckt. Das Luftleitblech 32 weist einen vertikalen Abschnitt 32a auf, welcher der in den Figuren 1 und 2 linken Seitenwand 22a des Abscheideraums 18 zugewandt ist, und einen schräg nach unten in Richtung auf die gegenüberliegende Seitenwand 22b des Abscheideraums 18 verlaufenden Abschnitt 32b.

Zwischen dem vertikalen Abschnitt 32a des Luftleitblechs 32 und der in den Figuren 1 und 2 linken Seitenwand 22a des Abscheideraums 18 ist eine nur in Figur 1 schematisch dargestellte Sammelrinne 34 angeordnet, welche sich parallel zu dem vertikalen Abschnitt 32a des Luftleitblechs 32 erstreckt und welche in Längsrichtung gegenüber einer horizontalen Ebene geneigt ist.

In den Figuren 3 und 4 sind zwei benachbarte Abscheideeinheiten 26 der Abscheidevorrichtung 24 gezeigt. Wie dort zu erkennen ist, umfasst eine Abscheideeinheit 26 zwei voneinander beabstandete parallele rechteckige Seiten- - S -

platten 36a, 36b, welche an ihren oberen gegenüberliegenden Stirnrändern über einen gekrümmten Abschnitt 38 miteinander verbunden sind, dessen lichte Außenkontur im Querschnitt einem Halbkreis entspricht und die Oberseite der Abschei-deeinheit 26 bildet.

Am Scheitelpunkt des gekrümmten Abschnitts 38 der Abscheideeinheiten 26 ist dieser zu einer Überlaufrinne 40 ausgebildet, worauf nachstehend noch näher eingegangen wird.

Die jeweiligen Außenflächen der Seitenplatten 36a, 36b bilden Abscheideflächen 42a bzw. 42b, worauf ebenfalls weiter unten nochmals eingegangen wird.

An ihren unteren Ränder tragen die Seitenplatten 36a, 36b jeweils eine Ablaufrinne 44a, 44b, welche parallel zu den Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 verläuft und in Richtung einer ersten, in Figur 3 vorderen Stirn-seite 46 der Abscheideeinheit 26 nach unten geneigt ist. Die Ablaufrinnen 44a, 44b schließen stirnseitig mit den Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheit 26 ab (vgl. Figur 3) . Die Ablaufrinnen 44a, 44b sind an ihrem Ende 48a bzw. 48b an der ersten Stirnseite 46 (vgl. Figur 3) der Abscheideeinheit 26 offen.

Wie in den Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, umfasst jede Abscheideeinheit 26 eine erste Stirnwand 50a, welche auf deren erster Stirnseite 46 angeordnet ist. Die gegenüber-liegende Stirnseite der Abscheideeinheiten 26, welche nicht eigens mit einem Bezugszeichen versehen ist, ist von einer zweiten Stirnwand 50b abgedeckt. Die Stirnwände 50a, 50b der Abscheideinheiten 26 verschließen die Stirnseiten der zugehörigen Überlaufrinne 40. Die beiden Stirnwände 50a, 50b sind aus Kunststoff gefertigt. Die erste Stirnwand 50a der Abscheideeinheit 26 umfasst zwei Durchbrüche 52a, 52b, in welche jeweils eine Ablaufrinne 44a, 44b mit ihren Enden 48a, 48b mündet. Auf der den Ablaufrinnen 44a, 44b gegenüberliegenden Seite jeder Stirnwand 50a sind an die Durchbrüche 52a, 52b Abtropfbleche 54a, 54b angesetzt. Diese sind als Profil ausgebildet, dessen Querschnitt demjenigen der Ablaufrinnen 44a, 44b entspricht.

Wenn die Abscheidevorrichtung 24 im Abscheideraum 18 der Lackierkabine 2 angeordnet ist, ragen die Abtropfbleche 54a, 54b jeder Abscheideeinheit 26 über die Sammelrinne 34.

In der Abscheidevorrichtung 24 sind jeweils zwei benach-barte Abscheideeinheiten 26 unter Einhaltung eines Abstands voneinander angeordnet. Zwischen zwei benachbarten Abscheideeinheiten 26 sowie bei den freien Seitenplatten 36a bzw. 36b der beiden äußersten Abscheideeinheiten 26 innerhalb der Abscheidevorrichtung 24 er-streckt sich jeweils eine Elektrodeneinrichtung 56.

Jede Elektrodeneinrichtung 56 umfasst zwei gerade, parallel zueinander verlaufende Elektrodenleisten 58a, 58b. Diese halten in einem Feldabschnitt 60 der Elektrodeneinrichtung 56 eine flächige Elektrode 62, im Beispiel in Form einer Gitterelektrode, deren zwischen den Elektrodenleisten 58a, 58b verlaufende Ränder 64a, 64b senkrecht zu diesen stehen. In einem Koronaabschnitt 66 der Elektrodeneinrichtung 56 halten die Elektrodenleisten 58a, 58b mehrere als Sprüh-elektrode wirkende Koronadrähte 68. Die Koronadrähte 68 verlaufen in einer durch die Elektrodenleisten 58a, 58b vorgegebenen Ebene parallel zu den Rändern 64a, 64b der Gitterelektrode 62 und sind in gleichen Abständen zueinander angeordnet .

Wie in den Figuren 3 und 4 zu erkennen ist, haben die Elektrodeneinrichtungen 56 insgesamt eine Erstreckung, welche im Wesentlichen der Erstreckung der Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 entspricht. Die Elek- trodeneinrichtungen 56 sind so angeordnet, dass der untere Rand 64b der Gitterelektrode 62 etwa auf Höhe des unteren Endes der Seitenplatten 36a bzw. 36b angeordnet ist.

Im Betrieb der Abscheidevorrichtung 24 fließt an der jeweiligen Abscheidefläche 42a, 42b der Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 von oben nach unten eine Abscheideflüssigkeit in die Ablaufrinnen 44a, 44b, welche geeignet ist, Feststoffpartikel aus dem beim Lackiervorgang entstehenden Lack-Overspray aufzunehmen.

Dazu wird diese Abscheideflüssigkeit der Überlaufrinne 40 im gekrümmten Abschnitt 38 der Abscheideeinheiten 26 zugeführt. Von dort gelangt die Abscheideflüssigkeit über die neben der Überlaufrinne 40 verlaufenden gekrümmten Flanken 70a, 70b des gekrümmten Abschnitts 38 der Abscheideeinheit 26 jeweils als zusammenhängende Schicht zu den Seitenplatten 36a, 36b und fließt an deren Abscheideflächen 42a, 42b als weiterhin zusammenhängende Abscheideflüssig-keitsschicht herab.

Die Anzahl der Koronadrähte 68 der Elektrodeneinrichtung 56 und deren Abstand voneinander kann abhängig von dem Abscheideverhalten der Overspraypartikel variieren. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel sind vier Koronadrähte 68 vorgesehen, von denen der oberste neben dem gekrümmten Abschnitt 38 der Abscheideeinheit 26 angeordnet ist, wogegen der darunter liegende Koronadraht 68 sich noch im Bereich neben der jeweiligen Seitenplatte 36a bzw. 36b der Abscheideeinheit 26 befindet.

Wie insbesondere der Figur 7 zu entnehmen ist, sind die vier Koronadrähte 68 in zwei Gruppen 68A, 68B unterteilt. Sie sind innerhalb dieser Gruppen 68A, 68B jeweils elektrisch parallel geschaltet und bilden so einen "Be- reich" 56A bzw. 56B der Elektrodeneinrichtung 56. Jeder dieser Bereiche 56A, 56B ist über eine geeignete Schalteinrichtung, beispielsweise über Hochspannungsschütze, mit einer Hochspannungsquelle 74 verbindbar. Die Schalt- einrichtung und die Hochspannungsquelle sind in der Zeich-nung für dieses Ausführungsbeispiel nicht dargestellt.

Auch die flächige Gitterelektrode 62 wird von einer eigenen Hochspannungsquelle 74 beaufschlagt.

Die verschiedenen Bereiche 56A, 56B und 56C der Elektro-deneinrichtung 56 werden zyklisch mit Hochspannung beaufschlagt, beispielsweise in der Art, dass zunächst der oberste Bereich 56A, an diesen anschließend der Bereich 56B und auf diesen wiederum folgend der von der Gitterelektrode realisierte Bereich 56C mit der jeweiligen Hochspannungsquelle 74 verbunden wird. Es ist also immer nur einer der drei Bereiche 56A, 56B, 56C auf Hochspannung. Zur Erzielung der gewünschten Ionisation im Bereich der Koronadrähte 68 und Abscheidung im Bereich der Gitterelektrode 62 reicht diese zyklische Beauf-schlagung mit Hochspannung aus; diese ist jedoch mit einer Energieeinsparung gegenüber einer Dauerbeaufschlagung verbunden. Zusätzlich ist die Gefahr reduziert, dass sich Overspraypartikel bereits in dem den Koronadrähten 68 gegenüberliegenden Bereich der Abscheideeinheiten 26 abscheiden, wo dies weniger erwünscht ist .

In Figur 5 sind als jeweils zweites Ausführungsbeispiel eine abgewandelte Abscheideeinheit 126 sowie eine abge-wandelte Elektrodeneinrichtung 156 und in Figur 6 eine diese umfassende abgewandelte Abscheidevorrichtung 124 gezeigt. Komponenten der Abscheideeinheit 126, der Elektrodeneinrichtung 156 und der Abscheidevorrichtung 124, welche denjenigen der Abscheideeinheit 26, der Elektro- deneinrichtung 56 und der Abscheidevorrichtung 24 nach den Figuren 1 bis 4 entsprechen, sind mit denselben Bezugszeichen zuzüglich 100 gekennzeichnet.

Die Abscheideeinheit 126 unterscheidet sich von der Abschei- deeinheit 26 unter anderem dadurch, dass die Ablaufrinnen 144a, 144b über die Stirnseite 146 der Abscheideeinheit 126 überstehen. Die überstehenden Abschnitte 172a, 172b entsprechen den oben erläuterten Abtropfblechen 54a, 54b, auf welche daher bei der Abscheidevorrichtung 124 verzichtet werden kann.

Wie in Figur 6 zu erkennen ist, erstrecken sich die überstehenden Abschnitte 172a, 172b der Ablaufrinnen 144a, 144b der Abscheideeinheit 126 durch die jeweiligen Durch-brüche 152a, 152b in jeder Stirnwand 150a der Abscheidevorrichtung 124 hindurch.

In Figur 5 ist eine von mehreren Hochspannungsquellen 174 gezeigt, welche zwischen den Seitenplatten 136a, 136b einer jeden Abscheideeinheit 126 angeordnet ist und jeweils mit einem der Bereiche 156A, 156B, 156C der Elektrodeneinrichtung 156 verbunden ist. In entsprechender Weise können Hochspannungsquellen 174 auch bei jeder Abscheideinheit 26 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel vorhanden sein. Jeweils eine einzelne Abscheideeinheit 126 und eine einzelne Elektrodeneinrichtung 156 bilden so ein Abscheidemodul 176. Entsprechend bilden auch jeweils eine einzelne Abscheideeinheit 26 und eine einzelne Elektrodeneinrichtung 56 nach den Figuren 1 bis 4 ein Abscheidemodul 76.

In Figur 5 sind außerdem Verstrebungen 178a, 178b, 178c zu erkennen, welche die Innenflächen der beiden Seitenplatten 136a, 136b der Abscheideeinheit 126 unten, in der Mitte und oben miteinander verbinden.

Bei der Elektrodeneinrichtung 156 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel verläuft senkrecht zwischen den Elektrodenleisten 158a, 158b oberhalb des obersten Koronadrahts 168 eine Schutzstange 180, durch welche die Gefahr eines Kontakts von möglicherweise aus dem Lackiertunnel 6 auf die Elektrodeneinrichtung 156 herunterfallenden Gegenständen oder Partikeln mit den Koronadrähten 168 verringert wird.

Ansonsten gilt das oben zu der Abscheideeinheit 26, der Elektrodeneinrichtung 56 und zur Abscheidevorrichtung 24 Gesagte für die Abscheideeinheit 126, die Elektrodeneinrichtung 156 und die Abscheidevorrichtung 124 sinngemäß entsprechend .

Das Grundprinzip der oben erläuterten Vorrichtungen wird nun am Beispiel der Abscheidevorrichtung 24 nach den Figuren 1 bis 4 erläutert. Die Verwendung der Abscheidevorrichtung 124 gemäß den Figuren 5 und 6 in der Lackier-kabine 2 erfolgt analog.

Beim Lackieren der Fahrzeugkarosserien im Lackiertunnel 6 wird die dort befindliche Kabinenluft mit Lack-Overspray-partikeln beladen. Diese können noch flüssig und/oder klebrig aber auch schon mehr oder weniger fest sein. Die mit Lack-Overspray beladene Kabinenabluft strömt durch die untere Öffnung 12 des Lackiertunnels 6 in den Abscheideraum 18. Dort wird diese Luft durch die Luftleitbleche 28a, 28b in Richtung auf die Abscheidevorrichtung 24 gelenkt und strömt zwischen benachbarten Abscheideeinheiten 26 hindurch in Richtung auf das untere Luftleitblech 32.

An den Koronadrähten 68 kommt es in an und für sich bekannter Weise zu Koronaentladungen, durch welche die Overspraypartikel in der vorbeiströmenden Kabinenabluft effektiv ionisiert werden.

Die ionisierten Overspraypartikel passieren die auf Massepotential liegenden Seitenplatten 36a, 36b zweier benach-barter Abscheideeinheiten 26 und die dazwischen verlaufende Gitterelektrode 62. Auf Grund des zwischen Gitterelektrode 62 und Seitenplatten 32a, 32b ausgebildeten elektrischen Feldes scheiden sich die ionisierten Overspraypartikel an den Abscheideflächen 42a, 42b der Abscheideeinheiten 26 ab und werden dort von der daran entlang fließenden Abscheideflüssigkeit aufgenommen.

Ein Teil der ionisierten Overspraypartikel scheidet sich bereits im Bereich der Koronadrähte 68 an den Abschei-deeinheiten 26 ab. Das zwischen den Koronadrähten 68 und der jeweiligen Seitenplatte 36a, 36b der Abscheideeinheit 26 vorhandene elektrische Feld ist jedoch inhomogener als das elektrische Feld im Bereich der Gitterelektrode 62, weshalb dort ein gerichteteres und effektiveres Abscheiden der ionisierten Overspraypartikel an der entsprechenden Abscheideeinheit 26 erfolgt.

Die beim Durchgang zwischen den Abscheideeinheiten 26 gereinigte Luft wird von dem unteren Luftleitblech 32 in Richtung auf die in den Figuren 1 und 2 rechts gezeigte Seitenwand 22b des Abscheideraums 18 geleitet, von wo sie, gegebenenfalls nach einer gewissen Konditionierung, dem Lackiertunnel 6 wieder als Frischluft zugeführt werden kann. Bei der Konditionierung kann es sich insbesondere um ein Nachregeln der Temperatur, der Luftfeuchte und gegebenenfalls um das Entfernen von noch in der Luft befindlichen Lösemitteln handeln.

Die an den Abscheideeinheiten 26 herabfließende und nun mit den Overspraypartikeln beladene Abscheideflüssigkeit gelangt unten in die Ablaufrinnen 44a, 44b der Abscheideeinheiten 26. Durch die Neigung der Ablaufrinnen 44a, 44b fließt die beladene Abscheideflüssigkeit in Richtung auf die Durchbrüche 52a, 52b in den jeweiligen Stirnwänden 50a, durch diese hindurch und von dort über die Abtropf-bleche 54a, 54b in die Sammelrinne 34. Über die Sammelrinne 34 fließt die mit Overspraypartikeln beladene Abscheideflüssigkeit aus der Lackierkabine 2 heraus und kann einer Reinigung und Wiederaufbereitung, bei welcher die Abschei-deflüssigkeit von den Overspraypartikeln befreit wird, oder einer Entsorgung zugeführt werden.